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Jüdische Rundschau · 1932-02-19 · Heft 14 (19.2.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 14 (19.2.1932)
Date
1932-02-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Jaboiinsky und Bialik Efnrehmmmer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint Jeden Dienstag u .Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. Awkttndmhonse מז etrta w«rd®ti m dm Währung d«r minmlatm Länder h®r@chu®L AjawifienprgiK־ ft g®?p. NG0pamtU«?*il« 0,50 G.-M. S*«Ö@Etg**uch® 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.n>. b.H-, Berlin W15. Meinekestr-IO. Telefon: J 1 Bismarck 716570־. Postscheck. Rouiin: Berlin 17392, B*#«l V 9355, R«־״lgT#d 68032־, Brüssel 39433, Bildes! 59693. Danzig 1973. Haag 14047O. Prag 59410, Rigi» 4155, Strasbhurg 16430, Warschau 19070B, Wien!56030 Bank «־ KobUö: DarmsfÄdter - und Naüonalhank, Depositen - Ka**® Berlin, K ur ft irsfendamm 52; Rumänisch® Rredithank, Osmauli (Rumänien): Angla Palentm# Orx m Haifa, Tnnjj5׳al«*m, Tel - Aviv Nummer 14 | Berlin, 19.11.1932 Redaktionssdhluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״ב אדר תיצ״ב | xxxvii. Jahr*. Der Zionismus erstrebt für das iiidlscbe Volk die Schaffung alnar öffentlich - rechtlich gesicherten MeimstStte In PalSstlna. ״Baseler Programm.“ Um den Antisemitismus Zeiischrifteii - Schau la der letzten Zeit ist die Judenfrage ein beliebt«״ Diskus&ionsstoff in deutschen Zeitungen und Zeitschriften. Wenn es auch nicht möglich ist, alle derartigen Aeußeningcn zu registrieren, so sei doch auf einige wichtigere hingewiesen, die aus persönlichen oder sachlichen Gründen Beachtung verdienen. Im ״Ta ge-Buch1' vom 30. Januar veröffentlichte Heinrieh Mann einen Aufsatz ״G u t g c a r t e t e Mensche n", worin er feststem, daß der Haß gegen die Juden eine Befried)־ gUDg des deutschen Haßbedürfnisses in dieser Zeit ist, das seines Gegenstandes außerhalb der Landesgrenzen nicht babhaft werden könne. Gutgeartete Menschen aber haben für einander Skepsis und Bereitschaft zum Wohlwollen, und Deutschfand sei darauf angewiesen, daß sich andere Völker so zu ihm verhalten wie ein gutgearteter Mensch zum anderen. Heinrich Mann meint, daß die bisherigen antisemitischen Bewegungen stete völlig erfolglos verlaufen sind. Im Hauptteil des Artikels führt er aus, man habe noch niemals die Bedeutung eines Menschentypus in dem Grade übertrieben, wie es der Antisemit dem Juden gegenüber tut. Wenn man den Juden an allen möglichen modernen Einrichtungen die Schuld beimißt, so sei darauf hinzuweisen, daß die Juden in der Geschichte Europas niemals die Ersten bei einer Bewegung oder Entwickhing waren, sondern höchstens die Zweiten, immer nur Glieder In einer Kette, und auch dies meist nur mit Vorbehalten, da sie immer lieber auf seiten der Mehrheit standen. Wenn Antisemiten behaupten, in Deutschland hätte das jüdische Bankkapital den größten Einfluß, so sei demgegenüber darauf hinzuweisen, daß erstens die Banken keine jüdische Einrichtung sind, zweitens aber die mächtigste Gruppe Deutschlands mit dem größten Einfluß auf Politik und Wirtschaft nicht die Banken sind, sondern die Ruhr-Industrie, in der kein einzig e r Jude sitzt. Am schlimmsten aber sei der Kampf gegen den ״jüdischen Intellekt", weil sich dahinter die Geringschätzung des Intellekts verbirgt, der in Wahrheit die höchste Stufe des ■menschlichen und die Basis jedes sittlichen Empfindens ist. Die Antisemiten machen sich mitschuldig an allen sittlichen Unmöglichkeiten, die auf die Entrechtung der Juden noch folgen würden. Beklagenswerter als die Juden wären die Deutschen, die als einziges Volk des westlichen Europa im Antisemitismus noch ,teuer eine ernste Verführung fänden. ■ " _ , ... Eitest sehr meifewOrdigea Beitrag׳ zu diesem Thema I« kmtradiktorischer Form liefert die ״Literarische Welt" in Ihrer Wwiiwer vom 12׳.■ Februar. Hier lullert sich Heinrich Ja reite '־als Antisemit, der die'Juden aus theologischen. Gründen verwirft, weil sie der Erscheinung Christis gewürdigt waren, aber Christus abgclehnt haben. Damit hätten sie ihr Schicksal für alle Zukunft gewählt. ״Man kann nicht ohne Folgen die irdische Gestalt Christi hervorbringen und dann ein Volk werden, das in Handel und Finanz aufgeht." Damit rechtfertige sich der Antisemitismus als letzte Konsequenz des jüdischen Verhaltens. Jarcke polemisiert gegen den oben erwähnten Aufsatz von Heinrich Mann, der das Judentum zu verharmlosen versucht habe, indem er die Juden als wenig produktiv erklärt. Es genüge, zwei Namen: fearl Marx und Sigmund Freud, zu nennen. Der Verfasser Ist aber gegen jeden Pogrom, denn ein derartiges ״auserwähltes Volk“ dürfe, auch wenn es verflucht sei, nicht angegriffen werden, da sonst Gottes Rache den Angreifer ereile. Als jüdische Gegenrede auf Jarcke druckt die Zeitschrift gleichzeitig eine Acußcrung von Simon Medina- A I v a r e z ab, der anknüpft an den Begriff der ״Auserwähltheit“ und der ״Säkularisation‘* und nachweist, daß beide Begriffe nicht auf die Juden beschränkt sind. Die schlimmste Säkularisation sei die heute übliche Anbetung verschiedener Nationalgottheiten, die schließlich so weit fortschreitet, daß jede Partei und jeder Jugendbund seine eigene Religion hat-und sich selbst vergottet. Diese Säkularisation entspricht dem heutigen Weltzustand und hat nichts mit dem Judentum zu tun. Der Vorwurf Jarckes, der Jude Marx habe die ״gottgegebene Ewigkeit der Nation historisch relativiert“, sei falsch, denn dies habe die deutsche idealistische Philosophie getan, von der Marx das Ideal, daß die Nation nur Durchgangsstufc zur Menschheit ist, übernommen hat. Aber auch der Antisemitismus selbst ist ״das Relative par e.xcelknce“. Unter seinem Schlagwort werden die entgegengesetztesten Vorwürfe zusammengefaßt. Der französische Konservative de Maistre habe vom Protestantismus eine Beschreibung geliefert, die wörtlich der Schilderung der Juden durch die deutschen Antisemiten entspricht. In Wahrheit ist eben der Antisemitismus nur der Versuch, die eigene Unzulänglichkeit nach außen abzureagieren. Zum Schluß warnt der Verfasser dieses Artikels seinen Vorredner, er möge nicht vergessen, daß es sich hier nicht um einen Sport, sondern um wirkliche lebende Menschen handelt. ״Wie können Menschen dieses Maß von Bitterkeit ertragen, das Ihr in ihren Seelen unwissend aufhäuft'.“ Die Redaktion beendet diese fraglos interessante Debatte, aus der wir hier nur andeutungsweise einiges wiedergeben konnten, mit einer eigenen Stellungnahme. Die jüdische Oberschicht, so wird hier betont, arbeitet dem ״Dritten Rach“ vor, fadem sie in. ihre« Betrieben keine Jude« mehr aasteilt. JÄ» l«trfe§ Qruud des A#tis«nitis«1p stenk .der Ver» 'ILcini;# ImMc ' dartit €ie. des Kapitals*‘ ersetzt wird. Getroff« werden kühaen iäiiats wie ׳heute nur die, die ״außerhalb dieser Wille“ stehen: Ira Mittelpunkt des ganzen Problems steht aber, was gewöhnlich übersehen wird, das Moralische. Ebenso wie zur Zeit der Dreyfus-Affäre kann auch heute die Frage nur vom moralischen Gesichtspunkt entschieden werden. An dieser Frage, so schließt die ״Lit. Welt“, sollte sich keiner der Beteiligten vorbeidrücken. Zur Klärung des *JT^^H^eslüMJcles ,Jadenpresse" und Nationalsozialisten Durch Hindenburgs Annahme der Kandidatur für das Reichspräsidentenamt ist die politische Lage in Deutschland zunächst etwas klarer geworden. Es ist zu hoffen, falls 'keine außenpolitischen lleberraschungen rinfreien, daß ein Zustand der vorläufigen Stabilität erreicht wird, so daß' Zeit gewonneu ist, um die Verhältnisse in Deutschland einigermaßen zu konsolidieren, Freilit h darf sich niemand Einreden, daß damit ■allein bereite das Problem grinst!■4, Das Aufstreben des neuen Nationalismus in Deutschland,׳ der vor allem von der Jugend getragen wird, ist eine von politischen Einzelakfen unabhängige Tatsache, eint״: geistige und weltanschauliehe Wendung, deren Wirkung nicht, ausbleibcn kann. .Da dieser Nationalismus in seinen maßgebendsten Formen eng mit Rassen-‘ theorie und Antisemitismus verbunden ist, so bleibt das große Problem, das für das deutsche Judentum akut geworden ist,, wesentlich unverändert bestehen. Es wäre verbrecherisch, wenn׳ die deutschen Juden in der Hoffnung auf eine durch einen Sieg' Hindenburgs gegebene innerpolitische Entspannung sich einer Selbsttäuschung hingeben wollten. Die Judenfrage besteht, und wenn nicht die deutschen Juden ihr klar und offen ins Auge sehen werden, wenn sic nicht alle ihre Ausstrahlungen erkennen werden und einen Weg zu ihrer Bewältigung suchen, dann wird ihre eigene Lage nur immer unerträglicher werden. Um aber der Sache näher zukommen, muß zunächst einmal jeder Jude verstellen, daß für ihn heute die Judenfrage an erster Stelle steht. Erst wenn er sich mit ihr auseinandergesetzt hat, wird die Bahn für weitere Betätigung innerhalb der Umwelt frei. Dies wollen viele Juden noch nicht etnsehert und viele, die es — belehrt durch die Ereignisse — irgendwie fühlen, wollen es nicht eingestehen. Die Hindenburg-Wahl ist ein Fall, der diese Problematik greifbar enthüllt. Was dam vom jüdischen Standpunkt zu sagen ist, haben wir bereits in Nr. 12 der ״Jüdischen Rundschau“ gesagt und haben wenig hinzuzufügen. Die letzten Vorgänge beleuchten, so führten wir dort aus, die ganze T ragik der im deutschen Leben stehenden Juden, die zwangsläufig Stellung nehmen müssen und doch durch ihre Stellungnahme der von ihnen Vertretenen Sache nicht nützen. Ein dunkles Gefühl dieser Art muß Theodor Welff m seine» Aufsatz im ״Berliner Tageblatt“ *out ׳lf.,J. baten• ׳Er spricht dort ^prdafl״.#e w-׳x-jm* #&**$*<**, •—*׳ ■ Urigen zählen und ihn nie für sieb und ihre Ideen reklamiert haben“. Er empfiehlt unverblümt seines eigenen Lebern Zurückhaltung, qm es rechtestehenden Kreisen 'zu.erleichtern, sich der Hindenburg-Front anzuschließen. Liegt auch in dieser Stellungnähme etwas von richtiger Einsicht, so wird diese doch durch den höhnischen Ton gegenüber den politischen Gegnern stark beeinträchtigt. Es ist . unbillig, daß die demokratische Presse nicht einsieht, daß für die. rechtsstehenden Kreise, die eben keine Stabilisierung der gegenwärtigen Verhältnisse wollen, ein wirkliches politisches Problem vorlicgt, das nicht mit Spott abzutun ist. Was uns aber hier interessiert, ist die tragische Position eines Mannes, der, an vorderster Stelle' unter den Sprechern der deutschen Publizistik stehend, einsehen muß, daß er in den Hintergrund zu treten hat. Nur das eine Wort fehlt und wird von Theodor Wolff nicht ausgesprechen: Daß er schweigen muß, weil er Jude ist und weil das ״Berliner Tageblatt" ein ,,Judenblatt" ist. Vom jüdischen Standpunkt wäre gewiß zu wünschen, daß die Erkenntnis der Juden heute auferlegtcn Schranken schon früher in den Kreisen der demokratischen Presse gereift wäre. Denn ohne daß ein jüdisches Gremium auf diese Blätter Einfluß hätte, hat die jüdische Gesamtheit das Odium zu tragen für alles, was dort steht. Jüdische Journalisten und Redakteure, die nicht durch die jüdisch-nationale Schule durchgegangen sind, nicht die Einsichten des Zionismus sich zu eigen gemacht haben, die sozusagen nicht die ״kopernikanische Wendüng" des modernen Judentums mitgemacht haben, sind für alle diese Zusammenhänge blind. Die sensationelle Aufmachung, die man in diesen Zeitungen der Frage der Staatsbürgerschaft Hitlers gegeben hat, hat gewiß viele Juden peinlich berührt, Wjr wollen nicht mißverstanden werden. Wir wissen, welche Bedeutung dem Abwehrkampf gegen Hitler und gegen den Nationalsozialismus zukommt. Ganz abgesehen davon, was sich aus Gründen der deutschen Politik hierüber sagen läßt, —• für uns als Juden, die vom Nationalsozialismus unverhüllt auf das schärfste in ihren Rechten und ihrer Position, ja geradezu in ihrer physischen Existenz bedroht werden, bleibt gewiß keine andere Wahl. Aber dieser notwendige Kampf soll auf der richtigen Ebene ausgefochten werden. Als unwirksam empfinden wir es, wenn man gerade eine formelle frage, die der Staatsbürgerschaff Hitlers , der immerhin von vielen Millionen unbestreitbarer Deutscher als Führer anerkannt wird, so sehr akzentuiert in den Vordergrund stellt. Und als Nationaljuden, als ein über die ganze Welt versprengtes Volk, müssen wir auch anerkennen, daß Volkszugehörigkeit eine so relevante Tatsache ist, daß demgegenüber formelle Fragen, so wichtig sie juristisch sein mögen, keine erstrangige Rolle spielen. Und gerade weil es hier um das Verhältnis zwischen ״Volk" und Staat gebt, um eine Frage der von Staatsgrenzen unabhängigen volksmäßigen Bindung, müssen nach unserem Gefühl Juden sich in dieser Frage Zurückhaltung auferlegen. Und die liberale Presse als der Tummelplatz zahlreicher jüdischer Journalisten, teilweise auch als Produkt jüdischer Verlagshäuser, müßte sich, wenn sie eben nicht in bezug auf ihre eigene Stellung blind wäre, bewußt sein, welchen Schaden sie durch ihre Haltung anrichten kann. Dazu wurde es freilich gehören, daß diese Kreise die Judenfrage nicht als eine bloße Erfindung verrückter oder barbarischer Antisemiten betrachten, sondern als etwas sehr Reales! das in erster Linie sie selbst angeht Die Studenten ״Nationen in Oesterreich Erklärungen Seipels Der frühere Bundeskanzler, Prälat Dr. Seipel, traf in einer Versammlung führender Politiker und Diplomaten, unter ihnen die Botschafter aller in Oesterreich vertretenen Staaten mit Ausnahme des amerikanischen Botschafters, für die von der Regierung dem Parlamente unterbreitete Vorlage eines Studeuten rechts, das auf dem Prinzip der Studenten- Nationen und der Volksbürgerschaft beruht, ein. D>r. Seipel ging von seinem 1D16 erschienenen Buche ״Nation und Staat" aus, in welchem er das Rasseprinzip und den Rasse-Antisemitismus ablehnt, und setzte die Notwendigkeit eines Minoritätenrechtes auseinander, ״da der Bestand von Nationalitäten und deren Entwicklung der Absicht des Weltschöpfers entspricht". Seipel wies darauf hin, daß im Westen Staat und Nation identisch seien, während im Osten Europas und im Orient — auch in Oesterreich a.ls Folge altösterreicnischer politischer . Begriffsbildung — Nation und Staat nicht identisch seien. Der Staat hat allen seinen Einwohnern, auch den nationalen Minderheiten, Sicherheit des Lebens und Möglichkeit zur Ent- Wicklung zu gewährleisten. Von diesem Grundgedanken ausgehend, behandelte Dr. Seipel das Studentenrecht und führte aus, die von der Regierung ausgearbeitete Vorlage habe keinesfalls den Zweck, den Juden Unannehmlichkeiten zu schaffen; die im Studentenrecht vorgesehene Volksbürgcr-Basis habe nichts mit Rasse-Anf i s e m i t i s m u s zu tun. Bezüglich der getauften Juden, die nach der Regierungsvorlage der jüdischen Studenten-Nation zugehören, führte Dr. Seipel aus: Die katholische Kirche will nieman de u altnationalisieren; auch wenn der Jude die Taufe genommen hat, könne er seiner angestammten Nationalität weiter angebören. Da aber als gewiß zu erwarten ist, daß die Jüdisch- Nationalen, die jüdische Religion mit jüdischem Volk identifizieren, sich gegen die Aufnahme getaufter Juden in die jüdische Studenten-Nation wehren werden, werden die getauften Juden den verschiedenen anderen Studenten-Nationen angehören dürfen. Die Juden, führte Seipel weiter aus, die ihre verlorene nationale Sprache noch nicht wieder erlangt haben, sehen in der jüdischen Religion das Kriterium für die Volk szugebörigkeit, während andererseits die Deutschen das Hauptgewicht auf die Abstammung legen. Uebrigens will das Studentenrecht keinem Studenten irgendeinen Zwang auferlegen, jeder wird frei studieren und Prüfungen ablegen können, wo immer er organisiert ist. * Gegen die Gedanken Seipels läßt sich vom jüdischen Standpunkt wenig einwenden. Man muß nur befürchten, daß das btudentenrecht doch minderen Zwecken, und letzten Endes zu einer Benachteiligung der Juden mißbraucht werden wird. Nicht auf die Theorie, sondern auf die Praxis wird es in diesem Fall ankommen, und man kann verstehen, daß Juden hier nüßtramsch sind. . Die Universitäisleitung greift durch Strenge Maßregelung der revisionistischen Ruhestörer Mit Rücksicht auf die revisionistische Demonstration bei der Antrittsvorlesung Norman Bentwichs an der Hebräischen Universität am Mittwoch, dem 10. Februar (s. vorige Nummer), hat die Leitung der Universität, wie J. T. A. aus Jerusalem meidet, scharfe Maßnahmen gegen die Ruhestörer ergriffen. Wie man jetzt erfährt, verbreiteten bereits am Tage vor Bentwichs Antrittsvorlesung revisionistische Studentengruppen Pamphlete mit schweren Angriffen auf Bentwich. Da von der Leitung der Universität ein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesen Pamphleten und der Demonstration bei Beginn der Vorlesung von Bentwich angenommen wird, hat das Disziplinärg e r i c h t der Universität vier einer revisionistischen Studentcngemeinschaft augehorende Studierende als Verbreiter der Flugschriften für ein ganzes Jahr aus der Uni versität verwiesen. Zehn Mitglieder der nicht anerkannten revisionistischen Gruppe ״Hulda“ wurden für das gegenwartige Semester verwiesen. Ferner wurde ausgesprochen, daß revisionistische Studentenvereine von der Universität nicht länger anerkannt werden. Unter der revisionistischen Studentenschaft, herrscht wegen dieser Verweisungen große. Erregung. Der revisionistische Studentenverein ״Elal" hat angekündigt, daß er sich mit der Studentengruppe ״Hulda" solidarisch erkläre. Man erwartet, wie J. T. A. meldet, weitere Verweisungen revisionistischer Studenten. . * Am 7. Februar wurde die Immatrikulation der neuen Studenten an der Hebräischen Universität Je.rusalem vom Kanzler, Dr. Magnes, vorgenommen. Der Kanzler hob in seiner Rede hervor, daß dies die vierte Immatrikulation an der geisteswissenschaftlichen und die erste an der naturwissenschaftlichen Fakultät ist. Zugleich wurde mitgeteilt, daß die ^Regierung von nun an mit der Garantie einer einjährigen, Sicherstellung des Unterhaltes der Jerusalemer Studenten zufrieden sei, statt wie bisher dreijähriger. Der Sportplatzbau für die Makkabiah. Auf dem von der Stadtverwaltung Tel-Awiw zur Verfügung gestellten Gelande am Jarkon wird der Sportplatz zur Makkabiah gebaut. Die Arbeiten leitet der Stadtingenieur von Tel-Awiw, Schiffmann. Der Platz umfaßt ein großes Spielfeld für Fußball sowie für die anderen Spielarten, auch die Massenfreiübungen, Plätze für Hoch- und Weitsprung, eine Aschenbahn von 450 m, eine gedeckte Tribüne für MO Personen, eine ungedeckte Tribüne für weitere 3000 Personen, terrassenförmig angelegte Bänke mit ungefähr 5000 Sitzplätzen sowie eine große Anzahl von Stehplätzen auf Terrassen. Die Stadt baut eine Chaussee 4 bis zum Sportplatz, die in vier Woeben beendet sein wird,

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