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Jüdische Rundschau · 1932-01-26 · Heft 7 (26.1.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 7 (26.1.1932)
Date
1932-01-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Hope « Simpson und die zionistische Ziel-Frage Einzelnummer 0,2s Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldtnark. Auslanc!s4botwem«nts werden in der Währung der eimeinen Länder berechnet Anreigenpreis' 8 gesp. Nonpsra&lezede 0,50 G.>M SteDeagesudbe 0,25 G.-M. Wammer 7 | Berlin, 26.1.1932 Redaktion, Verlag und Anzeigen■Verwaltung: Jüdische Rundschau G.tn.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10. Telefon: J 1 Bismarck 716570־. AanigmschlaS! DiaDit■! ggd Freittg aiehmi tt < (« 4 Uhr RedaktionsschluB Sonntag und Mittwoch nachmittag. Postscheck -Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433, Budapest 59693, Danzig 1973, Haag 140470, Prag 59410, Riga 4155, Straabburg 16430. Warschau 190708, Wien 156030. Bank-Konten: Darmstädter ־ und Nationalbank, Depositen - Kam« Berlin, Kurfürstendamm 52; Rumänisch© Kreditbank, Cematiti (Rumänien); Anglo PaSeetine Co, in Haifa, Jerusalem, Tel-Aviv. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung alnar üffantllch rachtllch gasichartan Halmstltta In Palästina. ״Basaler Programm.'* Die Berüner Universität ־ Krawalle Jüdische Gemeinde gegen Heehalnz Die Ablehnung des Subventions-Gesuches des Hechaluz durch die liberale Mehrheit in der Reprlsentantenversammlung der Berliner Gemeinde hat in den Kreisen der jüdischen Jugend Berlins stärkste Empörung hervorgerufen. Diese Entrüstung wird auch von weiten Schichten der Wählerschaft geteilt. Man findet es unverständlich, daß eine Organisation, deren Ziel die Produktivierung der jüdischen Jugend ist, eine derartige Behandlung durch die derzeitige Mehrheit in der Gemeinde erfahren konnte. Die Berliner Zionistische Verein!- gong trägt dieser Stimmung Rechnung, indem sie in den nächsten Tagen zehn Protestversammlungen in allen Bezirken Groß-Berlins einberuft. Außerdem veranstalten die jüdischen Jugendverbände eine Massenver- Sammlung jüdischer Jugendlicher, in welcher gegen den Beschluß der Jüdischen Gemeinde Steilung genommen werden soll. In aller Kürze Paul M. Warburg, der Bruder von Felix und Max Warburg, ist in der Nacnt von Sonntag zu Montag in seiner New Yorker Wohnung seiner Krankheit erlegen. Er hat ein Alter von 63 Jahren erreicht, Dr. Weizmann hat am 22. Januar in Begleitung seiner Gattin, Frau Vera Weizmann, die Reise nach Südafrika angetreten, wo er die am 8. Februar beginnende Keren Hajessod- Aktion leiten wird. Lord Reading ist in Luxor (Aegypten) an Grippe und Bronchitis schwer erkrankt. Ein Arzt und eine Krankenschwester sind von Kairo mit einem Kriegsflugzeug nach Luxor abgeflogen. Sein Befinden soll aber zu Besorgnissen keinen Anlaß geben. Bei der Besetzung des Postens des Generaldirektors der österreichischen Kreditanstalt sind Schwierigkeiten entstanden, weil die großdeutsche Partei Einspruch gegen die Ernennung des von dem ausländischen Kreaitoren-Konsortium vorgeschlagenen Dr. Rietscher wegen seines Judentums erhob. Obwohl die Regierung erklärt, daß sie selbst keine Einwendaagen erhebt, ist «e Ernämwug llillebe#» fntMMte» ben und der daraus entstandene Konflikt *wüschen den Kreditoren und der österreichischen Regierung ist bisher nicht beigelegt. Der polnische Unterrichts minister nahm in der Budgetkommission des Sejm Stellung gegen die antijüdischen Krawalle an den Hochschulen und kündigte eine Reform der Autonomie der Universitäten an. Bei der Abstimmung über einen nationaldemokratischen Mißtrauensantrag im Plenum des Sejm enthielten sich die Abgeordneten des Jüdischen Klubs der Stimme, Abgeordneter Grünbaum richtete namens des Jüdischen Parlamentsklubs an den polnischen Innenminister eine Eingabe, worin er über den antisemitischen Terror in Posen Beschwerde führte. Die Behörden dulden in Posen antisemitische Straßendemonstrationen und Boykott-Propaganda. Den Juden ist jede jüdisch-kulturelle Betätigung unmöglich gemacht. Grünbaum fordert eine Untersuchung der Haltung der Posener Sicherheitsbehörden. In der letzten Sitzung der Repräsentanz der Warschauer Jüdischen Gemeinde wurde von der von der Agudas Jisroel geführten Mehrheit unter stürmischem Protest der Zionisten ein Antrag auf Zuwendung von je 10 000 Zloty für Keren Hajessod, Keren Kajemeth und Hechaluz —- wie dies in früheren Jahren geschah — abgelehnt. Die Zionisten erklärten, daß sie das Gesamtbudgetablehnen werden. In Lemberg hat in diesen Tagen unter Vorsitz von Dr. Silberschein eine Konferenz des Verbandes der jüdischen Kreditgenossenschaften Galiziens stattgefunden. In Galizien existieren 102 jüdische Kreditgenossenschaften mit 42000 Mitgliedern und einem Kapital von 16y, Millionen Zloty. ln der Türkei erregte, Blättermeldungen zufolge, das Legat eines in Amerika verstorbenen türkischen Juden Aschkenasi, der seiner Heimatstadt eine Million Dollar zur Errichtung eines Spitals vermachte, größtes Aufsehen. Es ist das erstemal, daß in der Türkei ein derartiger Betrag für eine wohltätige Stiftung gespendet wird, und die Zeitungen heben hervor, es sei besonders bemerkenswert, daß der Stifter ״nicht ein Türke, sondern ein Jude ist“. Morris Alexander, der jüdische Politiker in Südafrika, der bei den letzten Parlamentswahlen nicht wiedergewählt worden war, ist soeben bei einer Ersatzwahl ins Parlament der Südafrikanischen Union gewählt worden. Durch einen königlichen Ukas vom 9. Januar wurde Dr. Isaak (ben Abraham) Alkalay, Großrabbiner von Jugoslawien, zum Mitglied (Virilisten) des neuen jugoslawischen Senats ernannt. Berlin — Jerusalem in zwei Tagen Bei der am heutigen Dienstag beginnenden Flugpiäne- Konferenz zur Festlegung der internationalen Flugpiäne für den Sommer ist u. a. die Einrichtung einer neuen Expreßstrecke Berlin—Athen vorgesehen. Zweimal in der Woche wird ein Flugzeug von Berlin um 4 Uhr morgens abgehen und um 6 Uhr abends desselben Tages in Athen eintreff en, wo der Anschluß an die Luftverbindungen nach Indien bewerkstelligt werden soll. Da, wie wir kürzlich berichtet haben, die direkte Linie London—Indien jetzt über Athen und von dort im Wasserflugzeug nach dem Tiberiassee geht, wird es auf diese Weise möglich sein, die Strecke Berlin — Jerusalem nunmehr in zwei Tagen zurückzulegen. Die ganze vorige Woche stand im Zeichen nationalistischer Studenteriunruhen an der Berliner Universität. Die Ausschreitungen begannen im Anschluß an die Wahlkämpfe für die Studentenvertretung und trugen zunächst einen nationalistisehen, antisozialistischen Charakter, wobei der Judenpunkt ein, aber nicht das Hauptmotiv der Exzesse war. Aber wie es sich so in der Regel im Laufe von nationalsozialistischen Aktionen ergibt, nahmen die Kampfhandlungen immer deutlicher die Richtung gegen die jüdischen Studiengenossen. Den Höhepunkt der Ausschreitungen bildeten die Ereignisse am Freitag. Da gingen die Nationalsozialisten zum Generalangriff über, veranstalteten unter Zuziehung von nichtstudentischen Elementen, besonders S. A.-Leuten, einen sogenannten ״Steh- Convent“ und überfielen dann einzelne jüdische Studenten, denen sozialistische und demokratische Studienkollegen zu Hilfe eilten. Bald gab es zwei miteinander ringende Lager. Auf der einen Seite eine viele hundertköpfige Schar von Nationalsozialisten, auf der anderen etwa 60 —70 demokratische und sozialistische Studenten, unter ihnen ein erheblicher Prozentsatz Juden. Die Hauptangriffe der Nationalsozialisten richteten sich gegen die Verbindung im K.-C. ״Sprevia“ (eine, wie aus dem Namen freilich nicht sofort ersichtlich, rein jüdische Verbindung). Eine große Anzahl von Spreven ist denn auch bei den Schlägereien mehr oder minder schwer verletzt worden. Das Rektorat und die Pedelle erwiesen sich machtlos, die Ruhe wiederherzustellen, und so mußte dann die Polizei eingreifen. Der Polizeikommandant ließ zunächst mit Gummiknüppeln seine Mannschaften gegen die jüdischen und linksgerichteten Studenten los. Er war wohl der irrtümliehen Meinung, daß die Provokation und der Angriff von der in einen Winkel gedrängten Minderheit ausgegangen seien. Schließlich erkannte die Polizei ihren Irrtum und ging nun auch gegen die Nationalsozialisten vor. Da alle Berichte über das Eingreifen der Polizei in diesem Punkte übereinstimmen, hat es den Anschein, daß der Polizeioberleutnant und seine Mannschaften Im besten Glauben gehandelt haben. Es ist aber ein merkwürdiger Zufall, der sich leider in der letzten Zeit oft wiederholt hat, und der übrigens auch in anderen Ländern und Orten Parallelen findet (s. Wilna), daß sich die eingreifende Obrigkeit zunächst gegen die Attackierten und nicht gfgeh die Ixfeedeitetf Dt,- Ermordete ist schuldig. Die Verbindung Sprevia hat als Hauptleidtragende, die meisten Opfer gehören ihr an, an den Rektor ein Protestschreiben gerichtet, in welchem sie entsprechend ihrer Ideo- Der ehemalige Justizsekretär der Palästina-Regierung, Norman Bentwich, hat soeben ein Buch ״England in PaIestine“ veröffentlicht, das die Geschichte der letzten 15 Jahre Palästinapolitik behandelt (London E. C., Kegan Paul, Trench, Trubner and Co., 12 sh. 6). Obwohl wir — gerade in deutscher Sprache — mehrere Bücher besitzen, die sich mit diesem Zeitraum befassen (Bentwich selbst erwähnt in seinem Vorwort das Buch von Joseph Cohn), ist es doch begreiflich, daß man gerade dieses Buch mit besonderem Interesse zur Hand nimmt. Bentwich war seit Beginn der englischen Besetzung mit der Verwaltung Palästinas persönlich verbunden. Zweieinhalb Jahre gehörte er in militärischer Dienstleistung dem Generalstab der Palästina-Armee an, sodann war er 13 Jahre Justizsekretär und Oberstaatsanwalt, also einer der höchsten Beamten, der Palästina-Regierung. An seinen ״Rücktritt“ knüpft sich bekanntlich eine der bedenklichsten und anfechtbarsten Episoden der jüngsten Palästinageschichte. Nachdem jahrelang die Mandatarmacht und die jeweiligen Oberkommissäre der arabischen Forderung, Bentwich wegen seines Judentums von seinem Posten zu entfernen, Widerstand geleistet haben, wurde unter dem Oberkommissariat von Sir John Chancellor dem Drucke nachgegeben. Bentwich begab sich zunächst auf Urlaub, von dem er nicht mehr in sein Amt zurückkehrte, und der Kolonialminister gab im Parlament auf eine entsprechende Anfrage die Auskunft, daß die Weiterverwendung von Mr. Bentwich ״mit Rücksicht auf die nationalen und politischen Bedingungen im Lande“ nicht angezeigt sei. Dieses Ende seiner palästinensischen Karriere mag für Bentwich, der sich im Amte stets mit peinlichster Gewissenhaftigkeit objektiv erwiesen hat, nicht gerade ermutigend sein. Sein Buch enthält jedoch keine Anzeichen der persönliehen Verstimmung. Zugleich freilich drängt sich die Vermutung auf, daß diese persönliche Seite der Sache den Autor auch zu besonderer Zurückhaltung veranlaßt hat. Dies gereicht, man muß es offen sagen, dem Buch nicht zum Vorteil. Der Verfasser ist heute Privatmann, aber er fühlt sich doch weitgehend für die Vergangenheit mitverantwortlich. So ist sein Buch weder ein offizielles Buch geworden, noch aber ist es eine kritische, die Dinge prinzipiell beleuchtende Dar- Stellung. Man hätte sich zum Beispiel vorstellen können, daß Bentwich jetzt, von der Last der offiziellen Verantwortung befreit, das ausspricht, was er als Zuschauer und Mitakteur mit verbundenem Mund jahrelang unterdrücken mußte, und daß er auf Grund seiner geradezu einzig dastehenden Erfahrung und intimen Kenntnis der Dinge seine eigene Konzeption des Palästina-Problems entwickelt, dadurch auch Gesichtspunkte für die künftige Politik und für die Lösung der Schwierigkeiten bietend. Aber mit Ausnahme einer etwas blassen pazifistischen Expektoration־ die keine praklogic vom Standpunkte des Deutschtums und Judentums gegen die Verletzung des Universitäts-Burgfriedens und gegen die Roheitsakte der Nationalsozialisten protestiert. Tatsächlich ist die Situation der jüdischen Studenten an der Berliner und leider auch an vielen anderen Universitäten tragisch, besonders derjenigen, die so oft davon sprechen, daß sie sich dem deutschen ״Volkstum“ restlos verbunden fühlen. Gerade diese Kreise haben in früheren Jahren, wenn sie von den antisemitischen Vorgängen an polnischen, rumänischen und ungarischen Universitäten erfuhren, die Empfindung gehabt, daß derartige Vorkommnisse in Deutschland doch nicht möglich wären. Nunmehr müssen auch sie erkennen, wie groß der Grad der Schicksalsgleichheit aller Juden in der Welt ist. Die Jerusalemer Universität ist noch kein voll ausgebildetcs Lehrinstitut. Aber hätten die Juden beiten in der ganzen Welt die Bedeutung einer eigenen jüdischen Universitat rechtzeitig erkannt, so wäre jetzt, wenn auch nicht für alle jüdischen Studenten, aber für diejenigen, die es mit ihren Ansichten von Würde und Ehre nur schwer vereinbar halten, in einer Atmosphäre ewiger Verachtung und stets wirkenden Hasses zu leben, möglich, in einer gesünderen und symathischeren Atmosphäre ihren Studien nachzugehen. In diesem usanirnenhange sei daran erinnert, daß die jetzige Mehrheit der Berüner Jüdischen Gemeinde es abgelehnt hat, für die Erhaltung des von ihr selbst gegründeten Lehrstuhles die Beiträge zu bewilligen. Einst sind die Hochschulen die Quellen menschlichen Fortschrittes gewesen. Das hat sich nun gründlich geändert. Reaktion und Chauvinismus haben ihre Hauptpflege- und Brutstätten an den Hochschulen. Fast täglich werden wir jetzt von Nachrichten über Rohheitsakte und Mordtaten aus poütischen Gründen in Entsetzen versetzt, stehen gerade wieder unter dem Eindruck der scheußlichen Ermordung eines löjährigen nationalsozialistischen Schülers am frühen Morgen aut offener Straße. Hieb und Stich sind heute politische Argumente. Wie aber soll man sich über diese Verrohung wundern, wenn der einst geheiligte Boden der Universitäten täglich verunglimpft wird durch Handlungen, wie sie sonst nur bei betrunkenen Teilnehmern aut dem: Kirnießboden üblich «raren. Äs. Tra- S* " "־■*"“■״"־ ״'* ״*" ' * * ■'* '' ׳ ־־ auch die vielfältigsten Anlässe haben, sich früher oder spater mit besonderer Schärfe und Gehässigkeit gegen die in der Minderheit befindlichen Juden richten. tische Bedeutung hat (Palästina als Sitz des Völkerbundes oder einer ״internationalen Polizei“) und eines — leider ganz im allgemeinen bleibenden, die sachlichen Probleme gar nicht aufrollenden — Bekenntnisses zum ״binationalen Staat“ finden wir hiervon in dem Buche nichts. Und gerade das enttäuscht, denn wenn Bentwich ein Buch schreibt, so muß man andere Maßstäbe anlegen als wenn irgendein Journalist einen Artikel schreibt. Der erste Jurist des Landes darf, wenn er von der Frage der künftigen staatsrechtlichen Struktur des Landes spricht, sich nicht mit einem programmatischen Schlagwort begnügen, sondern muß die politischen und rechtlichen Probleme aufdecken, die damit verbunden sind. Aber nicht nur die prinzipielle Konzeption kommt etwas zu kurz, auch die Darstellung des geschichtlichen Ablaufs trägt keineswegs den Stempel des Erlebten. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das Buch wesentlich von einein anderen Buch eines palästinensischen Juristen gleichfalls englisch-jüdischer Herkunft, das kurz zuvor unter dem Titel ״U n h e i 11 g e Erinnerungen an das Heilige Land“ in London (interessanterweise in dem der bekannten Romandichterin Virginia Woolf und ihrem Mann gehörigen Verlag) erschienen ist und, da es ungefähr denselben Zeitraum beschreibt wie das Buch von Bentwich, zum Vergleich mit diesem geradezu herausfordert. (Horace W. Samuel ״Unholy Memories of the Holy Land“, The Hogarth Press, London, W. C. 1.) Horace Samuel ist sehr offen in seiner Kritik der vielen Unzulänglichkeiten der englischen Verwaltung, zeichnet dabei freilich manchmal etwas kolportagehaft das Ränkespiel mancher Exponenteri der englischen Politik in Palästina. Sein Buch, in der Form persönlicher Memoiren geschrieben, beginnt bei den Zeiten des jüdischen Regiments, mit dem der Autor ins Land kam und schildert, wie dieses Regiment bei der Heeres- Verwaltung unbeliebt war, wie man damals jeden Hinweis auf die inzwischen in London ausgegebene Balfour-Deklaration vermied und überhaupt in der Zeit der Militärverwaltung den zionistischen Inhalt der Palästinapolitik völlig zu unterdrücken versuchte. B e n t w i ch , der den Gegenstand mit weniger ersönlichem Temperament und mehr referierend behandelt, eschreibt zwar die Enttäuschung der palästinensischen Juden nach der Eroberung des Landes, als das englische Militärkommando ״aus irgendeinem unerklärlichen Grunde“ die Baifour-Deklaration in Palästina selbst nicht offiziell verlautbarte; aber er meint, alles das sei damals durch die Brille chauvinistischer Verdrehung betrachtet worden. Der Orient war eben nicht weniger als der größere Teil Europas in einem Gärungszustand nationalistischer Hoffnungen, welche bei Beendigung des Krieges erzeugt worden waren, und durch eine verhängnisvolle Verkettung von Umständen blieb gerade der Orient länger in dem Schwebezustand zwischen Krieg und Frieden als irgendein anderer Teil €€ England in Palästina Ein Buch von Norman Bentwich »9

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