Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1932-01-08 · Heft 2 (8.1.1932) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 2 (8.1.1932)
Date
1932-01-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2653348-2653352--22761-2681027
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

JUl) Rupptn über die Ergebnisse der Volkszählung Einzelnummer 0,23 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u •Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Aaabnd£aWtm«a1ent« w®rd*n in der Wahrung der einzelnen Linder berechnet. An*eiß<*nprets! 8 gesp. Nonpareille!«!!• 0,50 G.-M, Stellengesuche 0,25 G.-M. Nummer 2 | Berlin, 8. 1.1932 Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische RundschauG. in. b.H., Berlin W15, Meinekestr.10. Telefon: J 1 Bismarck 716570־. AnxeigwwcMufc Di«n«t.g and Freitag n •ahmt'.rag• 4Uhr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Po.t. cb.ck-Kont.n: B.tUn 17392, B*m1 V 9355, B«%r»d 68032, Briäwtl 39433, Budxp«« 596 93. D״wig 1973, Ha•« 140470, Pr»g 59410, Rig• 4155, Srrssabarg 16430, Warschau 190708, Wien 156030. Batik - Konten: Dnrm1tidt«r- und Nationalbank, Depositen K«»9« Berlin, KurfÜrstendamm 52: R umtnfech• Kreditbank, Ceraami fRumämim); Angto Palestin# Co. in Had«, Tamsalem, Tel -Aviv. Per Zionismus erstrebt fOr «las jOdlsch# Volk «He Schäftung einer öffentlich ■ rechtlich geslcharfw Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm.“ ludention und Krise des Abendlandes ln der amerikanischen Zeitschrift ״H arpers Maga״ 2 i n e“ veröffentlicht Professor William Orton einen sehr bemerkenswerten Aufsatz über die Judenfrage in Amerika. Er schildert zunächst den ständig wachsenden Druck des Antisemitismus, dem der Jude auf der Schule und Universität, wie im ganzen gesellschaftlichen und beruflichen Leben ausgesetzt sei: dem Antisemitismus der Berufskollegen im Betriebe, dem Antisemitismus der Arbeitgeber, und selbst jüdischer Arbeitgeber, die zumindest für den Außendienst lieber Christen einstellten, dem Antisemitismus der Lieferanten, die gegen jüdische Kunden besonders rigoros zu sein pflegten, dem Antisemitismus der Kunden, die sich voreinander entschuldigten, daß sie überhaupt beim Juden kauften und den Juden nur selten weiter empföhlen, und nicht zuletzt dem, Antisemitismus eines der größten amerikanischen Bankhäuser. Auch ein jüdischer Lehrer, Arzt oder Zahnarzt habe es schwer, sich durchzusetzen. - Wenn die Juden unter diesen Umständen vielfach die größten Anstrengungen machten, um selbständig zu werden, so liege dies weniger an dem vielberedeten jüdischen Individualismus als einfach an dem Gefühl, nirgends ankommen zu können. Aber leider verringerten sich die Möglichkeiten, sich selbständig zu machen, aus Gründen der objektiven Wirtschaftsentwicklung. Die Folge sei eine außerordentliche Zusammendrängung der Juden in einigen Zweigen des Zwischenhandels und eine entsprechende Verschärfung des Konkurrenzkampfes. Gewiß konzentrierten die Juden häufig ihre ganze Kraft auf das Verdienen, — aber was sollten sie auch tun? Orton untersucht dann In geistvoller Analyse die Ur- Sachen des ungeheuer angeschwollenen Antisemitismus und findet eine wichtige Ursache für jenen prinzipiellen Antisemitismus, der in der deutschen Hitlerei gipfele, im Kriege selbst, für den sich die Juden nirgends in gleichem Maße begeistert hätten wie die Wirtsvölker. Weil der Jude häufig ein schwer zu behandelnder Soldat und ein hartnäckiger Pazifist sei, ja die ganze Weltanschauung, die dem nordischen Menschen den Krieg annehmbar mache, oft leidenschaftlich bekämpfe, erhebe sich in jeder nationalen Krisis der Verdacht des ״Verrates“ gegen den Juden, und ziehe schon aus der kleinsten unorthodoxen, d. h, von der herrschenden f־^PiB*fcabwel6he«d« Handlung, seine Nahrung. Ja selbst die Verfehlungen einzelner Juden ׳auf'Wirtschaftlichem Gebiet würden sofort benutzt, um zu sagen: ״Natürlich —- es sind ja nicht seine Gesetze, die er verletzt!“ Orton bringt das Anwachsen des Antisemitismus mit der großen ethischen und religiösen Krise der Gegenwart in Verbindung. Wenn in Amerika eine wahre Erbitterung gegen jeden herrsche, der sich irgendeine Abweichung von der herrschenden Meinung und Haltung zuschulden kommen lasse, so liege das im Grunde an dem tiefen Unsicherheitsgefühl, an der Krise aller überlieferten Werte und Anschauungen. Die fortschreitende, ja fast vollendete Auflösung der amerikanischen Familie, der ganze, von immer /ft aller Kürze Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Charles D. Curtis, hat die Führung bei der Bildung eines amerikanischeu Komitees Pro Palästina zur Förderung des jüdischen Nationalheims übernommen. Curtis hat nebst anderen Mitgliedern des vorbereitenden Komitees die Einladung zu einer Versammlung unterzeichnet, in welcher Emanuel Neumann und Prof. Felix Frankfurter über den Zionismus und das Jüdische Nationalheim referieren werden. Im Anschluß an diese Versammlung soll eine Vereinigung nach dem Vorbild der in verschiedenen Ländern Europas bereits bestehenden Pro Palästina-Komitees gebildet werden. Es bedarf keiner besonderen Betonung, welche große Bedeutung einem solchen Komitee führender Politiker der Vereinigten Staaten zukommen kann. Der dieser Tage 85 jährig verstorbene Nestor des englischen Journalismus, C. P. Scott, der jahrelang Herausgeber des ״Manchester Guardian“ war, war einer der aktivsten und begeistertsten Förderer der zionistischen Sache. Unter seiner Äegide sind während des Krieges 1916 im ״Manchester Guardian“ die ersten Artikel erschienen, die die Bedeutung des Zionismus für die Orientpolitik ins rechte Licht setzten und die Propaganda für das englische Interesse an einer zionistischen Palästinalösung einleiteten. Scott, der auch zu einer Reihe von zionistischen Führern, wie Dr. Weizmann und Sacher, enge persönliche Beziehungen hatte, blieb bis an sein Lebensende ein. treuer Freund der zionistischen Sache, Wie JTA. aus New York meldet, erörterte So ko low׳ mit dem Administrative Committee der amerikanischen Zionisten die Notwendigkeit der Aufbringung einer A n 1 e i h e in Amerika für das Werk der Jewish Agency in Palästina. Emanuel Neu man teilte mit, daß Verhandlungen zur sofortigen Aufbringung einer Anleihe in Höhe von 100 600 Dollar eingeleitet worden sind. Von der hebräischen Universität Jerusalem wird mitgeteilt, daß Norman Bentwich zum Inhaber des Weizmann- Lehrstuhles für internationales Friedensrecht gewählt worden ist. .In der letzten Dezemberwoche herrschte in Paiästina eine ungewöhnlich große Kälte. Die Nachttemperaturen fielen vielfach bis auf fünf Grad unter Null. Sogar in Tel-Awiw hatten die Schulkinder das für sie interessante und ungewöhnliche Schauspiel, daß bei ihrem morgendlichen Schulgang die Wasserlachen mit einer Eiskruste überzogen waren. In den Orangengärten wurde eine fieberhafte Tätigkeit zum Schutz der Pflanzungen vor Kälteschäden entfalt«:, und man hofft, daß kein wesentlicher Schaden entstanden ist. Leib Jaffe, Direktor des Keren Hajessod, ist nach erfolgreicher zweimonatiger Keren Hajessod-Arbeit in England zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetroffen und begibt sich von hier nach Polen, wo er seine unermüdliche Tätigkeit im Dienst des Keren Hajessod fortsetzen wird, mehr Menschen als sinnlos empfundene amerikanische Lebensbetrieb erzeugten ein Gefühl der Schwäche in dem Durchschnittsamerikaner, das in Erbitterung umschlage beim Anblick der sehr fremden, noch voller Energie steckenden, am Wert des Lebens gar nicht zw׳eifelnden, vitaleren und auch in ihrem familiären Zusammenhang kaum erschütterten Juden. Orton selbst hofft, daß gerade aus dieser ungebrochenen Vitalität und Lebensbejahung überaus heilsame jüdis che Einflüsse auf die amerikanische Umwelt hervorgehen werden, ja daß die amerikanischen Juden eine große ethische Mission erfüllen würden. — Wenn man beim Lesen dieses Aufsatzes oft den Eindruck hat, daß der Verfasser die Juden viel günstiger sieht, als sie wohl sind, und daß er insbesondere die Kräfte unterschätzt, die zum Zerfall, zur Auflösung, zur Assimilation im schlechtesten Sinn treiben, — so tritt um so klarer die ungeheuere Bedeutung hervor, die eine wirkliche innere Wiedergeburt des Judentums, mit großen ethischen lind religiösen Leistungen, für die ganze abendländische Welt gerade in der heutigen Kulturkrise haben müßte. A. P. An den Artikel von Prof. Orton knüpft der bekannte Rabbi Mordechai Kaplan, ein um geistige Belebung des amerikanischen Judentums ständig bemühter Führer des amerikanischen Zionismus, eine interessante Betrachtung in der neuen amerikanisch-jüdischen Wochenschrift ״Opinion“ (herausgegeben von Stephen Wise's Sohn James Waterman Wise). Kaplan stellt ein neues ״Elektra“-Drama des auch in Deutschland bekannten amerikanischen Schriftstellers O’Neill dem gleichfalls ins Englische übersetzten Roman ״Hiob“ von Josef Roth gegenüber. In dem neuen Elektra- Drama sieht er ebenso wie in der gleichnamigen antiken Tragödie den Ausdruck abendländischer Weltanschauung, des Schicksalsglaubens, der Lebensverneinung. Der Hiob-Roman von Roth sei demgegenüber eine Aeußerung des ganz andersartigen jüdischen Grundgefühls, das auch im biblischen Buch Hiob zutage tritt, der über alle Leiden und Prüfungen hinweg sich durchsetzenden Lebensb e j a h u n g. Während das Griechentum, dessen später Erbe hier der amerikanische Dramatiker ist, das Leben des Menschen .JÜ» eine Art, Pal|8 .gqttißi. in. der der,. Itaiscb rettungslos f':langen ist* sfehf der Jude in Sctiicicsalsächlägrii ntflft *eine erdammnis, sondern eine Prüfung Gottes. Der Mensch bewährt sich darin, daß er Glauben und Geduld auch dann bewahrt, wenn die Rettung durch das ״Wunder“, auf das er wartet, zunächst ausbleibt. Dieser jüdische Glaube an das Wunder ist aber nichts anderes als der Glaube an die schöpferischen Kräfte des Lebens, die im gegebenen Augenblick auch das Unerwartete, Noch-nicht-Dafewesene hervorbringen können. Hier liege der Sinn der hese von Prof. Orton, daß der jüdische Geist der Lebens- Bejahung die abendländische Kultur aus ihrer gegenwärtigen schweren Erschütterung retten kann. Sir Philipp S a s s 0 o 11 , der Unterstaatssekretär für Luftwesen der gegenwärtigen englischen Regierung, der der bekannten jüdischen Familie Sassoon entstammt, besuchte vorige ,Woche Jerusalem und begab sich von dort nach Transjordanien. Die Exekutive der Jewish Agency hat den Lehrern des Agency-Schulwerkes zwei der rückständigen Monatsgehälter zur Auszahlung gebracht. Hierdurch ist aber, wie die Exekutive betont, die Frage der vertragsmäßigen Anstellung für das laufende Jahr keineswegs präjudiziert. Zur Ueberprüfung der Höhe der Gehälter wurde eine Kommission eingesetzt. Die palästinensische Regierung hat gemeinsam mit der jüdischen landwirtschaftlichen Verkaufskooperative ״Tenuwah“ versuchsweise den Export von Eiern nach Eng- I a n d organisiert. Es werden zunächst 27 (WO Eier aus jtidisehen Siedlungen des Emek abgesandt. |jali!1sR08enwal^ Bei Redaktionsschluß erhalten wir die Mitteilung, daß Julius Rosen wald in Chicago soeben gestorben ist. Rosenwald war einer der größten jüdischen Philanthropen der Gegenwart, dessen Zuwendungen für gemeinnützige Zwecke viele Millionen Dollar betragen. Besonders bekannt ist seine großzügige Förderung des Unterrichtswerkes für die Neger Amerikas. Der von ihm geschaffene Julius Rosenwald-Fonds, dessen Kapital 25 Jahre nach seinem Tode verteilt werden soll, betrug 1928 22 Millionen Dollar. Rosenwalds fünf Kinder haben eine Gesellschaft gegründet, die die von ihrem Vater geschaffenen Institutionen weiterführen soll. Auch für jüdische Zwecke hat Rosenwald sehr große Spenden gemacht. Abgesehen von mehr lokalen amerikanischen Institutionen gehörte er zu den Hauptförderern des Joint Distribution Committee und der von diesem initiierten jüdischen Kolonisation in Rußland, für die er vor einigen Jahren in der Form einer Garantie mehrere Millionen Dollar zur Verfügung stellte. Dem Zionismus stand Rosenwald scharf ablehnend gegenüber, und auch nach der Bildung der Jewish Agency ist es nicht gelungen, ihn zu einer aktiven Beteiligung am Palästinawerk zu bewegen. In der allerletzten Zeit scheint seine starre Ablehnung sich gemildert zu haben, was daraus hervorgeht, daß er auf einer der letzten Palästina-Kundgebungen (Protestversammlung gegen das Pass- Held-Weißbuch) in Amerika persönlich am Präsidium teinahm. Rosenwald hat bekanntlich im vorigen Jahre der Stadt Berlin eine Million Mark für die Gründung einer Zahnklinik für Kinder zur Verfügung gestellt. Zionistische Aufgaben Wo bleibt die Organisierung der Mittelstands - Einwanderung? Die zionistische Arbeit des kommenden Jahres muß in weit höherem Maße, als dies bisher der Fall war, auf die persönliche Verbindung des Einzelnen mit Palästina gerichtet sein. Die Nachrichten aus fast allen Ländern beweisen, daß überall das gleiche Bedürfnis unter den Juden besteht und daß in den zionistischen Reihen dieselben Forderungen laut werden. Sie gipfeln in der Frage: Wie macht man es jüdischen Menschen möglich, mit den konkreten Verhältnissen, den wirtschaftlichen Bedingungen und lokalen Eigentümlichkeiten Palästinas so vertraut zu werden, daß sie ihre Uebersiedlung und die׳ Gründung einer wirtschaftlichen Existenz in zweckmäßi- ״er Weise vorbereiten und durchführen können? Aus verschiedenen Kreisen und aus allen Ländern kommen Anfragen an uns, und wir entnehmen der zionistischen Presse anderer Länder, daß dort ähnliches der Fall ist. Zweifellos trägt die Unsicherheit der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Europa und Amerika dazu bei, das Bedürfnis nach Auswanderung zu steigern. Während wir früher beobachten konnten, daß im Wirtschaftsleben stehende Menschen, selbst wenn sie Zionisten waren, die eigene Uebersiedlung nach Palästina oft nicht riskieren zu können glaubten, sehen wir jetzt, daß auch Leute, die nicht Zionisten sind, sich lebhaft für eine Ansiedlung in Palästina interessieren. In den letzten zwei Jahren hat man gelernt, daß wirtschaftliche Positionen, die man für sicher hielt, auf sehr schwachen Füßen standen. Sprach man früher von palästinensischen Projekten, so pflegte einem die skeptische Frage zu begegnen, ob denn das für derartige Geschäfte aufgewandte Geld nicht verloren gehen könne. Garantien konnte natürlich niemand geben, denn es gibt kein Unternehmen, das nicht mit einem Risiko verbunden wäre. Aber so manche jene!־ Frager ahnten nicht, .$06^. ' Selbst’in 'Körte atrgfanz anderen’Stellen ־•ais'’Älistinp,,’iif' Geld verlieren werden und daß andere, die es in Palästina angelegt haben, viel besser wegkommen werden. Dies alles sind gewiß Trivialitäten und haben mit zionistischer Gesinnung oder zionistischen Prinzipien wenig zu tun. Aber im praktischen Leben spielen derartige Erwägungen eine weit größere Rolle, als man bei prinzipiellen Diskussionen oft zuzugeben bereit ist. In bezug auf Pa- Iästina hat sich wenig geändert: Auch heute noch kann nicht behauptet werden, daß Anlagen im Lande absolut risikolos sind; geändert aber hat sich in bezug auf die anderen Länder und die allgemeinen Begriffe von ״Sicherheit“ und ״Unsicherheit“. Unter den heutigen Umständen ist alles im Fluß, jeder Kaufmann und jeder Unternehmer muß auf der Hut sein, muß tüchtig und findig sein und schwer arbeiten, wenn er sich durchsetzen will. Palästina bietet als ein Land, das erst in der Entwicklung begriffen ist und an dem heute von der Krise unterhöhlten Hochkapitalismus kaum Anteil hat, beachtenswerte Möglichkeiten. Die äußeren Umstände sind günstig. Es ist ein Land, wo das einzelne Unternehmen mit viel weniger Belastungen zu rechnen hat als in den Ländern alter Wirtschaft. Es ist ein Land mit einem großen Hinterland, dessen Bedürfnisse wachsen, und mit noch lange nicht ausgeschöpften Möglichkeiten der Züchtung landwirtschaftlicher Monopolerzeugnisse. Die Berichte über die Lage der Industrie von Tel-Awiw, die erst kürzlich der Handelskammer in Jaffa vorgelegt wurden, lauten günstig. Die palästinensische Fachpresse berichtet, daß heute, der Erwerb nicht nur von unbebautem Pflanzungsboden, sondern auch von fertigen, fruchttragenden Pflanzungen, die eine sofortige Verzinsung des aufgewandten Kapitals ermöglichen, durchführbar ist. Allenthalben zeigt sich für diese Dinge Interesse, und wenn dieses Interesse noch immer viel zu selten konkrete Formen annimmt, so muß hier ein Organisationsmangel vorliegen, dem schleunigst abgeholfen werden sollte. Auf dem letzten Kongreß in Basel ist viel von der Notwendigkeit der Privatinitiative gesprachen werden. Der Amerikaner Israel Brodie hat ein umfangreiches, freilich mehr allgemein gehaltenes Programm vorgetragen, das vom Kongreß grundsätzlich akzeptiert wurde. Die Vertreter aller Richtungen einschließlich der Arbeiterschaft waren sich darüber einig, daß für die Uebersiedlung von Kleinkapitalisten die größtmöglichste Hilfe von der Organisation geleistet werden soll (Großkapitalsten brauchen meist keine Hilfe). Ja der Kongreß ging so weit, bei der Wahl der Exekutive den Wunsch der stärkeren Berücksichtigung der bürgerlichen mittelständischen Elemente kundzugeben und wählte demgemäß Persönlichkeiten, die als Vertrauensleute solcher Kreise gelten und häufig in der Verteidigung der ״Mittelstands-Interessen“ hervorgetreten sind. Leider

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.