Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 101-102 (30.12.1931)
- Date
- 1931-12-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 101/102, 30. X!L 1931 Im Frflbfalir 1932 zur Hahkablab nach Pallstina Nur noch wenige Monate trennen uns von der ersten Makkabiah im Frühjahr 1932. Allen Schwierigkeiten zum Trotz ist der Makkabi-Weltverband entschlossen, seinen vor drei Jahren gefaßten Be- Schluß zur Abhaltung der Makkabiah, an dessen Verwirklichung in allen Ländern mit beispielloser Beharrlichkeit gearbeitet wird, dtirchzulühren, und im März und April 1932 zum ersten Mal jüdische Turner und Sportler aus aller Welt zu Wettspielen in Palästina zu versammeln. Die gesamte jüdische Oeffentlichkeit schaut mit größtem Interesse auf dieses Werk. 1500 Turner, Sportler und Freunde der jüdischen Turn- und Sportbewegung werden in den Frühjahrsmonaten Palästina besuchen. Der Makkabi-Weltverband hat, im Zusammenarbeiten mit dem Palestine & Orient Lloyd und dem Palestine 8c Egypt Llovd, eine besondere Reise- und Touristik-Organisation geschaffen. Er fordert alle die־ jenigen, die im Frühjahr 1932 nach Palästina fahren wollen, auf, sich während der Makkabiah-Festtage in das Land zu begeben, und so Zeugen eines Ereignisses zu sein, das für die Geschichte des jüdischen Sportes, aber auch für die Geschichte des jüdischen Volkes überhaupt, von außerordentlicher Bedeutung sein wird. Freunde Palästinas, Freunde des jüdischen Sportes, kommt mit ums im Frühjahr 1932 zur Makkabiah nach Palästina! Präsidium des Makkabi-Weltverbandes. * Alle notwendigen Informationen erteilt der Palestine & Orient Llovd, Berlin N 24, Friedrichstraße 121, Tel. D 1 Norden 2455. Ortsgruppen Gleiwitz. Am 15. d. M. sprach in der hiesigen Ortsgruppe Herr Rabbiner Dr. Viktor (Hindenburg) über das Thema: ״Die jüdische Geschichte als Deutung unserer Gegenwartsaufgäbe“, wobei er an Hand der Geschichte die Notwendigkeit eines Wirkens für Palästina nachwies. Seine überzeugenden Ausführungen machten tiefen Eindruck und fanden reichen Beifall. Dr. E. H. Hamborn. Am 10. Dezember sprach Herr Adolf Pollak (Berlin) über ,.50 Jahre Palästina-Arbeit“ und 30״ Jahre KKL“. Eine rege Diskussion, die sich bis spät in die Nacht hinzog, zeugte von dem großen Interesse an den Palästina-Problemen des KKL. Die unter dem Eindruck des Referates vorgenommene Büchsenleerung ergab fast 100 Mark. Hannover. Die Mitglieder unserer Ortsgruppe treffen sich regelmäßig an jedem 1. und 3. Dienstag jeden Monats, abends 9 Uhr, in der Pension ״Am Opernhaus“, Theaterstr. 15/L Wir bitten alle sich vorübergehend in Hannover aufhaltenden Gesinnungsgenossen, an diesen Abenden teilzuuehmen. Harburg-W. ln dem festlich geschmückten Jugendheim der Jüdischen Gemeinde, Harburg-W., fand am 10. Dezember das Chanukkahfest der Zionistischen Ortsgruppe statt. Die Begrüßungsansprache hielt Herr Dr. Aschenberg. Das Fest wurde verschönt durch die Rezitationen von Herrn Frankel, Oberregisseur des Harburger Stadttheaters, und durch Vorträge unserer Mitglieder, der Herren Wilschkovvsky und König. Magdeburg. Am ß. Dezember fand die Erste Chanu k k ah• f eier des Zaire Misraehi und Brith Hanoar, Magdeburg, statt. Die reichhaltigen Darbietung»!*, von den MitgUedern selbst ausg&fübrt» wurden mit großer Teilnahme und Begeisterung von den zahlreich erschienenen Gästen aufgenommen. Die Festansprache hielt der Chawer Benno Offenburg, Berlin. Der Reinertrag fiel der religiösen Arbeiterschaft Palästinas zu. Meiningen. Am 23. November hielt Moses Waldmann hier einen Vortrag. Das Thema lautete: ״Von kommenden Dingen“. Der Abend war gut besucht Alle Anwesenden folgteil mit großer Aufmerksamkeit den interessanten Ausführungen des Redners. Es schloß sich eine rege Diskussion an den Vortrag an, die sich im großen und ganzen mit den Ausführungen des Herrn Waldmann einverstanden erklärte. Der Abend war für unser spärliches Gemeindeleben ein großer Gewinn. München. Am 22. November sprach im Kreise der Zionistischen Ortsgruppe Herr Dr. Elias Auerbach über das Thema: ״Das Judentum am Scheidewege“. Er brachte darin in anregender und sympathischer Weise die zionistischen Ideen /um Ausdruck und schilderte die Entwicklung der praktischen zionistischen Arbeit. Der Referent fand großen Beifall. Nürnberg-Fürth. Am 24. November sprach in unserer Ortsgruppe Herr Redakteur Moses Waldmann (Berlin) über: ״Die Lage im Zionismus“. An der zum Teil sehr lebhaften Debatte beteiligten sich die Herren Dr. Liebstädter, Karl Glaser (Berlin), den in unserer Ortsgruppe wieder einmal begrüßen zu können wir uns besonders freuten, Dr. Strauß-Reich, Dr. Nußbäum, B. Fleischmann, Z. Landau und Dr. Bamberger. Die Veraustaltung war sehr gut besucht. Am 17. Dez. sprach Dr. Meinhold Nußbaum im Kreise unserer Ortsgruppe über: ״Sabatai Zewi״. Er verstand es, die geschichtliche Epoche jener Zeit in so fesselnder Weise darzustellen, daß die zahlreich erschienenen Zuhörer bis zum Ende des Vortrags gebannt lauschten. Beim Schluß seiner Ausführungen verglich Herr Dr. Nußbaum die zionistische Tat Theodor Herzls mit jener Bewegung von Sabatai Zewi. Er gab einige Tagebuchstellen wieder, in denen Herzl den Unterschied zwischen seiner Persönlichkeit und derjenigen von Sabatai Zewi zu erklären versuchte. Wie Theodor Herzl klar erkannte, habe sich im 17. Jahrhundert die großartige Idee der jüdischen Wiedereburt noch nicht verwirklichen lassen, vielmehr sei sie erst eute im Zeitalter der Maschine und — im Zusammenhang mit der zivilisatorischen Entwicklung des Vorderen Orients —׳ möglich geworden. Offenbach a. M. Der Jüdische Jugendbund veranstaltete am 10. Dezember gemeinsam mit der Junggruppe einen gut besuchten Abend, an dem Z. Kurz (Frankfurt a. M.) einen Filmvertrag über das neue Palästina hielt. Im Verfolg des Abends wurde eine erfolgreiche Büchsenaufstellungsaktion durchgeführt. Plauen. Am 9. Dezember sprach Dr. Werner Bloch über ״Der Weg des deutschen Judentums“. Zu dem Vortrag kamen ungefähr 100 Personen. In der Diskussion sprach ein prominentes Mitglied des Central-Vereins, so daß dem Redner Gelegenheit gegeben wurde, im Schlußwort noch einmal in voller Deutlichkeit und in guter Wirkung die tragische Situation des C.-V. und seiner Anhänger darzustellen. Rostock. Ueber das Thema ״Galutharbelt und Palästinaarbeit“ sprach am 1. Dezember Herr Dipl.-lng. Heinemann (Hamburg) im Hause des Herrn Rechtsanwalts Dr. Rubensohn. ln überaus fesselnder und eindringlicher Weise brachte der Referent einen plastischen Abriß der kulturellen und Wirtschaftliehen Struktur der Diaspora-Juden; das gegensätzlich Neue und geschichtlich Zukunftweisende des Palästina-Aufbaus wurde begeisternd und in logischer Konsequenz geschildert. In der Diskussion wurden Fragen des Mandats, der Araber und Sied- Iungsprobleme behandelt. Mit dem positiven Gewinn einiger zum Abschluß gelangten Legatsversicherungen zugunsten des Keren Kajemeth verlief der Abend überaus eindrucksvoll und anregend für weitere Winterarbeit, JÜDISCHE RUNDSCHAU Schneldemühl. Am 12. Dezember sprach hier in einer von der Zionistischen Arbeitsgemeinschaft Schneidemühl veranstalfeten Kundgebung Herr Dipl.-lng. Heinemann (Hamburg). Es waren ca. 60 Personen, vorwiegend Jugendliche, erschienen, und die Ausführungen des Redners fanden lebhaften Beifall, Schönlanke. Am 10. Dezember sprach in unserer Orisgruppe bei einer öffentlichen Veranstaltung Dipl.-lng. H einemann aus Hamburg über ״Wege aus jüdischer Not“, ln der Diskussion fand der Redner Gelegenheit, wichtige Punkte zionistischer Arbeit besonders wirkungsvoll damistellen. Am Freitag Abend fand in der Wohnung von Rabb. Berlinger eine Schabbath-Feicr für die Jugend statt, bei welcher Herr Heinemann besonders eindringliche Worte sprach. Man kann sagen, daß Herr Heinemann uns neue Anregung zu zionistischer Arbeit gebracht hat. 9 Saarbrücken. Nachdem das Winterprogramm durch einen Vortrag des Herrn Kurt Blumenfeld eröffnet worden war, veranstaltete die Ortsgruppe zwei stark besuchte Mitglieder- Versammlungen mit geladenen Gästen. Anitta Müller- Cohen sprach über ״Oegenwartsaufgaben zionistischer Arbeit“, Professor Dr. Heinrich Locwe über ״Die Grenzen des deutschen Judentums“. Die Ausführungen beider Referenten fanden stürmischen Beifall. Ueber die große öffentliche Kundgebung der Jewish Agency ist bereits anderweit berichtet worden. Die Keren Hajessod-Aktion brachte ein zufriedenstellendes Ergebnis. Die Nationalfondsarbeit wird unter Leitung von Frau Dr. Löschner auf breitere Basis gestellt. Unter Mitwirkung von Herrn und Frau Studienrat Dr. Loewenherz finden gut besuchte hebräische Kurse statt. — Durchreisende oder sich vorübergehend im Saargebiet aufhaltende Gesinnungsgenossen werden gebeten, ihre Adresse dem ehrenamtlichen Sekretariat der Zionistischen Ortsgruppe Saarbrücken, z. Hd. des Herrn Assessor Dr. Kurt Voß, Bahnhofstr. 62, anzugeben. Stargard 1. Pomnt. Am 5. Dezember hielt hier Dipl.-lng. He ine mann aus Hamburg vor der Jüdischen Gemeinde einen Vortrag ״Unser Weg aus jüdischer Not“. Der Vortrag wurde mit allseitigem Beifall aufgenotnmen. Außer Spenden für den Keren Kajemeth und Legatsversiclierungen wurde auch für den Keren Hajcssod mit Erfolg gearbeitet. Waldenburg i. Schl. Am 23. November sprach hier Herr Dr. Landauer (Berlin) über das Thema: ״Weltwirtschaftskrise und Judenkrise“. Der von einem neutralen Komitee einberufene Vortragsabend war außerordentlich gut besucht und zeitigte eine sehr lebhafte Diskussion. Der Vortrag hat erheblieh dazu beigetragen, für den Zionismus Interesse zu erwecken und auch bei unseren Anhängern das Interesse zu festigen und zu vertiefen. Vermischtes Dr. Eleasar Lubrany spricht am Donnerstag, dem 7. Januar 1932, nachm, um 5.30 Uhr, im Programm der Funkstunde Berlin über: ״Unter Wüstenreitern“. Der Vortrag unseres Mitarbeiters schildert ein Erlebnis aus dem Freiheitskampf der Beduinen in der arabischen Wüste. Dr. Elias Auerbach spricht im Rundfunk (Berliner Funkstunde) am Freitag, 8. Januar, nachm. 3.40 Uhr, über das Thema: ״Erlebnisse eines Arztes im Orient“. Der Vortrag gibt ein Bild der arabischen Bevölkerung Palästinas. Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Wiederbeginn des Unterrichts nach den Winterferien Donnerstag, den 7. Januar. Anmeldungen bei N. Berggrün, Grunewald, Trabener Sir, 2 (Brabant 50t). Jüdische Schule, Klopstockstr.58. Die Anmeldung von Kindern für Ostern 1932 kann vom 7. Januar ab bei der Schulleiterin, Frau Nathan, am Montag. Mittwoch, Donnerstag und Freitag, 12 bis 13 Uhr, erfolgen. Es wird gebeten, die Kinder persönlich vorzustellen und Geburts- und Impfschein mitzubringen. Wir weisen darauf hin, daß für Kinder, die zur Schule fahren müssen, Sammelstellen eingerichtet werden, von denen aus sie unter Aufsicht von Lehrerinnen zur Schule gebracht werden. VII. Reichskonferenz des Verbandes ostjüdischer Organisationen ln Deutschland. Am Sonntag, dem 17. Januar 1932, findet die VII. Reichskonferenz des Verbandes ostjüdischer Organisationen mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Er- Öffnung und Begrüßung. 2. Wahl des Konferenzpräsidiums und des Permanenzausschusses. 3. Rechenschaftsbericht (Haarpuder). 4. Die Lage des Reichsverbandes (Fett). 5. Die Lage der Ost- Juden in Deutschland (Dr. Koretz). 6. Generaldebatte. 7. Bericht des Permanenzausschusses. 8. Neuwahl. 9. Eventualia. Die Konferenz beginnt pünktlich um 10 Uhr vormittags in den Sälen des Eierimportvereins, Neue Promenade 3 (Bahnhof Börse). Zutritt haben nur Delegierte. Hebräisches Winterlager.(מחנו? עברי) Der hebräische Jugendrat Berlins veranstaltet vom 1. bis 3. Januar 1932 in Rüdersdorf (Mark) ein hebräisches Winterlager. Progra mm des Lagers: 1. Geschichte des Jisehuw bis zur Zeit der Bilu- Alliah. 2. Die Bevölkerung Palästinas. 3. Wie spiegelt sich die Arbeiterbewegung in der palästinensischen Literatur? 4. Ueberblick über die neuhebräische Literatur. 5. Die Haskalah-Literatur. 6. Das Buch Amos. Außerhalb des obigen Programms: Oneg-Schabbat, Neschef. In den Pausen: Zeitungslektüre, Ssichoth über verschiedene Themen. Referenten: Josef Brasiavvski, Dr. Jehoschua Gutmann, Nachum Lewin, Chaim Sereni, Dr. Rawidowitsch. Lagerkosten (einschl. Fahrt): 6,70 M. Die allgemeine technische Leitung des Lagers liegt in den Händen des Brith-Haolim. Verantwortlich für die Küche: Esra. Anmeldungen und Auskunft bei: Nachum Lewin, Donnerstag, abends 6—9 Uhr. Rheingau 1179. TreffpunktderTeilnehmer: 1. Januar 1932, 7.30 Uhr morgens, am Haupteingang Schlesischer Bahnhof. Mitzubringen (von Eßsachen nur das hier unten angegebene): Essen für einen Tag (koscher!), Tee, Kakao, Zucker, Reis, Grieß, Nudeln, B011nen, Erbsen, Gemüse (in Konserven), Sardinen, Alarmelade, Obst, Naschwerk; Thermosflaschen; hebräische Bücher (unbedingt T’nach), hebräische Zeitungen, Schreibgerät; warme Kleidüng. — Rückfahrt: 3. Januar 1932, gegen 20 Uhr. — Das Geld ist vorher zu bezahlen. Jüdische Gastspiele Im Wallner-Theater, Berlin. Die für den 26. und 27. Dezember angesetzten Vorstellungen mußten leider abgesagt werden. Die beiden letzten Vorstellungen finden am 2. und 3. Januar 1932 statt. Zur Aufführung gelangt zum ersten Male in Berlin die große Schlageroperette ״Chaike im siebenten Hiiqmel“. Titelrolle: Anna Jacobowitz; ferner wirken mit: Ester und Jakob Moschkowitz, Ester und Moritz Seidermann, Jakob und Mary Scheps. Regie: Heimann Jacobowitz. Es Ist dies die letzte Gelegenheit, die beliebte Künstlerin Anna Jacobowitz spielen zu sehen, da sie sich nach Amerika begibt. Näheres siehe Inserat. Helene Fischbein-Stiftung. Die Zinsen der Stiftung sind in diesem Jahre in Anbetracht der wirtschaftlichen Not anstatt in Oie nächste Nummer der ״Jüdisch®« Rundschau“ erscheint wegen der Feiertage am Dienst»c! dem 5• Januar 1932 Seite 580 zwei große, in mehrere kleine Preise geteilt worden. Prämiiert wurden: Ilnoa Singer, Erna Flachte, Eva Hauser, Charlotte Nierthardt, Else Hoffman», Irne Kolsky, Krite Knorr-Drefiler, Ilse Hüfner-Mode, Adele Rcifenberg-Rosenbaum, Ilse Rotzoll. Die Jury bestand aus den Herren Adolph Donath und Dr. Karl Schwarz und Frau Eva Stört, in Vertretung der erkrankten Frau Prof. Käthe Kolhvit/. Massad-Bar Kochba-Chor. Sämtliche Mitglieder der Jüdischeti Jugendverbände Berlins, die Interesse am Chor haben, laden wir hiermit zu einer Besprechung am 8. Januar 1932, abends Punkt 8 Uhr, in das Bar-Kochba Heim, Oranienburger Straße 60—63 ein. Leiter des Chores ist Herr Dr. Felix Sulman 11. Friedenskundgebung. Unter der Patronanz der Synagogenvereiue Oranienburger Vorstadt, Neue Svrmgoge, Aha was Achim, Beth Zion und Pankow fand am 9. Dezember eine Friedenskundgebung statt. Nach der Eröffnungsansprache des Vorsitzenden Rabbiner Nobel sprach Dr. Georg Herlitz Ober ״Der Friedensgedanke in der Lohre und im Leben des Judentums". Die Resonanz, die die Friedens ideo bei den Juden findet, erklärte Dr. Herlitz dadurch, daß diese Idee ein Ionstitutiver Bestandteil des jüdischen Gedankensysloms, ein inhärentes Element der jüdischen Seele und das Ergebnis des ganzen geschiehtlieben Erlebnisses des Judentums ist. In dein von mächtigen kriegerischon Staaten umschlossenen Palästina hatten die Juden während ihres staatlichen Daseins die ganze Furchtbarkeit der Kriege kennongelernt. Während des Exils bedeutete jeder Krieg, jede Abscliließung der Grenzen den Ruin ihrer Existenz. So erkannten sie, daß jede Gewalt eine Verletzung der letzten Ilestiinmimg des .Menschen bildet und daß die Herbeiführung des Friedens die höchste sittliche Pflicht des Juden sein muß. — \\ 'citrr sprach Kurt Jacobowitz und Pfarrer Karl Schmidt. Das Chanukkah-KInderfest des KKL in Berlin hatte diesmal einen Massenbesuch. Es war gut, daß die Veranstalterinnen, unter denen die Damen der Frauen-Gruppen und insbesondere Frau Margarete Wcizmann mit besonderer Hingabe gearbeitet haben, die gesamten Räume des Brüdervereinshaus« mieteten. So konnten die 700 kleinen Gäste im Theatersaal und in den Nebenräumen beim Karussell und beim Kasperletlieater (Käte Baers Stücke wurden wieder stürmisch applaudiert) vergnügt umhcrzielien. Die Aufführungen des Brith Haolitn und des Kadimah gefielen allen, die sie sehen konnten, gut. Es waren leider zum größeren Teil Erwachsene, die in rücksichtsloser Weise ihren Kindern die vorderen Plätze wegnahmen und sich dann über ungenügende Organisation beschwerten. Ucberschuß 500 Mark. Lehrkantate ״Licht und Volk“. Am 13. Dezember fand in Köln, wie uns von dort geschrieben wird, im vollbesetzten Saale des Gürzenich die westdeutsche Erstaufführung der Lehrkantate ״Licht und Volk“ statt. Das Werk gestaltete die Taten der Makkabäer zu einer, in der Form an die Lehrstücke Weills und Hindemiths geschulten Kantate für Männer-, Frauen- und Kinderchöre, Sprechchor und Solisten, sowie für Streichorchester und Orgel. Der Text, von dem Mannheimer Rabbiner Dr. Grünewald, ist in sieben Teile gegliedert, die Musik, von dem Ernst Toch-Schiiler Hugo Adler, versucht die Kräfte des Besinnens auf jüdisches Volkstum und jüdische Selbstbesinnung zu wecken und zu einer Aktivierung der Jugend, nicht nur in der Erfüllung der durch die Kantate gestellten Aufgabe, aufzürnten. Die Kölner Aufführung stand auf beachtlichem Niveau. Die Chöre und das Orchester, bis auf wenige Ausnahmen aus jugendlichen Gemeindemitgliedern bestehend, erfüllten durch disziplinierte und saubere Wiedergabe die schweren musikalisehen Erfordernisse des Werkes und verhalten ihm zu starker Wirkung. Die Leitung lag in den Händen des jugendlichen Dirigenten Goldberg, die Sprechchöre» die von besonders eindringlicher■ Wirkung, waren» hatte'Dr«.Esther. Frank sipsblüCTt, beide Lehrkräfte der jüdischen höheren Schule Jawne. Hervorragende Solisten, die Damen Ruth Kisch-Arndt, Erna Weiß- Falk, die Herren Max Baum und Hermann J. Fleischmann, als Sprecher Kurt Levison, Julius Rutkowsky und Wolf Prechner waren dem Werke vortreffliche Helfer. Die Aufführung hinterließ nachhaltigen Eindruck. Brit Iwrit Qlamit. Am 15. Dezember fand in Berlin die Gründungsversammlung der Berliner Ortsgruppe des Brit Iwrit Olamit statt, die durch ihre ״hohe Frequenz das große Interesse erkennen ließ, das die hebräische Bewegung in Berlin gefunden hat Von den vier für den Abend bestimmten Rednern waren leider Herr Dr. Wolfsberg und Herr Josef Hirsch im letzten Moment verhindert zu erscheinen. Von den beiden andern Rednern sprach Herr Dr. Rawidowic/. über die Notwendigkeit eines selbständigen hebräischen Kulturlebens auch in den Galuthländem. Herr Nachum Lew in äußerte sich über die praktischen Möglichkeiten der hebräischen Arbeit in Berlin. In der Diskussion waren vor allem die Erklärungen Dr. Sally Hirschs von Bedeutung, der betonte, daß der deutsche Zionismus immer das lebhafteste Interesse für die hebräische Arbeit in Deutschland gezeigt habe, und daß deshalb auch heute die Gründung des Brit und im besonderen der Berliner Ortsgruppe die volle Zustimmung und die aktive Förderung der deutschen Zionisten erwarten könne. Zum Schluß wurde ein provisorisches Komitee gewählt, das von der Versammlung den Auftrag erhielt, sich mit den vorhandenen hebräischen Organisationen Berlins in Verbindung zu setzen, zum Zwecke der Konzentration und Vereinheitlichung der hebräischen Kulturarbeit in Berlin. Wir haben das Vertrauen, daß die deutschen Zionisten sich dafür einsetzen werden, daß die Gründung der Berliner Ortsgruppe des Brit die Basis für eine große hebräische Bewegung in Berlin und in ganz Deutschland wird. K. J. V.-Stellenvermittlung. Stellenangebote: zwei möglichst auch devisentechnisch vorgebildete Bankfachleute für Berlin gesucht. Berliner neurologische Praxis ist durch Todesfall zu übernehmen. — Stellengesuche: Es werden laufend Stellen gesucht für: Kaufleute, Ingenieure, Chemiker, Juristen, Mediziner, insbesondere eine Assistenzarztstelle oder Vertretung für Zahnarzt. — Anfragen sind zu richten an das Präsidium des K. J. V., Bleibtreustr. 50. Arbeitsnachweis. Tüchtige staatlich geprüfte Schwestern zu jeder Art Pflege werden nachgewiesen durch die Arbeit»- gerraeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise, Abt. für freie Berufe, Berlin SW 19, Lindenstr. 48/50; Tel: Dönhoff 307/308. Niederlassungsmöglichkeit. Einem Tierarzt bietet sich eine aussichtsreiche Niederlassungsmöglich keif an einem kleinen westdeutschen Orte. Bewerbungen erbeten an die Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestr. 10. Palästina-Handarbeiten — für Geschenkzwecke besonders geeignet — im Büro der Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Paiüstina, Meinekestr. 10, Bism. 7165, bei Frau Lotte Engel, Levetzowstr. 12a, III, Tierg. 2390, und bei Portz & Co., Pariser Straße 31 (Nähe Olivaer Platz), Laden. Große Auswahl in Kinder- und Damenkleidern, Decken, Barchesdecken, Mazzothtasclien, Schmucksachen usw. Warnung. Ein gewisser Herr Schalit erscheint in letzter Zeit bei Bundesbrüdem, gibt sich als K. J. V.er aus und versticht, unter Hinweis auf seine Notlage, Bundesbrüdem Büromaterial zu verkaufen. Der betreffende Herr ist weder K.J.V.er noch war er jemals Bundesbruder. Wir warnen daher, diesen Herrn in irgendeiner Weise zu unterstützen. Das Präsidium des K. J.V. מקהלת "מסד״־״בד־כוכבא". כל המעונינים מתוך החוגים והסתדרויות הנוער מתבקשים לבוא ביום הששי (.1.32 8) למועצון בד־כוכבא 60-63 .Oranienburger str בשעה 8 בערב• המקהלה תתנהל ע״י הד״ר סליהם זילפו.