Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 99-100 (28.12.1931)
- Date
- 1931-12-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Hernie s Liierainr - Blatt -.4 ""*vי •י-'״ % ■׳■־, u־v'/,«.י' ־׳-•׳ ־ 's, Einzelnummer 0,23 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dianatag uTreitag» Bezugspreis bei der Expedition 1 monatlich Z— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. 1 AaalaBdmbanoaaMaXs •arden ta dm WiJatmg der «to*b*n Ltsirn taaebaat 1 Anzeigenpreis: 8 gesp» Nanpar*illex*ile 0»5Ö O-M. SteOengesudhe 0,25 G--M. 1 I Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: jüdische Rundschau G. m. b.H_, Berlin MT5. Meinekeetr.10. Telephon: J 1 Bismarck 716570־. AnwIawurhlnK• Di.a.tag und F!alt•( aaebralttag• 4Uisr Poititheck - Kotuea j Berlin 17392, Barnd V <?355, Balsnd 68032, Bbräoid 39433. Budapest 59693, Daa2% 1973, Haas 140 470, nr*g 59410, Rigi 4155, Saiißburg 16430. Wortcbou 190708, Wi«s 156030. Bank Kostens Dazsostldto?' und Naoaaalbeak, Depomusn - Kasse Berlin. KnriurÄentUnsm 52: RnroAnweko KxeJubaak, Cemauti (Rumättuen)* Angle Palästina Co. in Haifa, Termalem, Tel -Aviv. Nummer 99/100 | Berlin, 18. XII. 1931 | Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״ג סכת תרצ״ב | xxxvi. Jahrg. Dar Zionismus •rsirobl »Or das lOdlscha Volk die »chaHung «Inar Öffentlich recMHch gesicherten Halmslitta In Palästina. ״Basalar Programm.*‘ Modernes Mm&nnentmn Ahasver-Schicksal Der von der Reichsregierung in der vierten Notverardmxng anbefohlen? Burgfriede in der Zeit bis mm 3. Januar 1932 wirkt auf die Oeffentlichkeit wie eine Mem• pause. Allerdings ist der politische Gegensatz zwischen den einzelnen Parteien durch die erzwungene Ruhe nicht aus der Welt geschafft, und trotz der größten Wachsamkeit der staatlichen Exekutivorgane wissen die Zeitungen fast täglich von Ueberfällen und blutigen Auseinandersetzungen zu melden. Der Haß und die Gegnerschaft, die sich seit Jahren gegen die deutschen Juden richten und von den antisemitischen Parteien, den Nationalsozialisten voran, gepredigt und dauernd geschürt werden, sind durch die Notverordnung leider auch nicht aus der Welt verschwunden und wirken zäh und beharrlich weiter. Es ist eine alltägliche Erscheinung selbst im Leben der Großstädte geworden, daß aus geringfügigen Anlässen oder auch völlig unprovoziert sich Schmährufe und Drohimgen an die jüdische Adresse ergießen. So wird uns von einem Vorfall berichtet, der am Goldenen Sonntag in der Berliner Tauentzienstraße seinen Schauplatz hatte. Ein durch) den flutenden Menschenstrom offenbar animierter Parteigenösse Adolf Hitlers schrie dauernd, daß man die Juden vertreiben, mit Maschinengewehren vertilgen und ihnen für den Tanz um das goldene Kalb heimleuchten müsse. Ein jüdischer Passant wurde von dem brüllenden Rowdy angefallen, und es bedurfte erst des Eingreifens von herbeigerufenen Polizei- Wachtmeistern, um dem Unfug ein Ende zu machen. Merkwürdigerweise waren in dem Menschengewühl plötzlich keine Zeugen des empörenden Vorfalles vorhanden, und die Polizei .begnügte sich mit der Feststellung von Namen und Adressen des Anzeigers und des Exzedenfen* Sind schon derartige Vorkommnisse in der Weltstadt perlp möglich, ■ae Jcum.. .tMS Sich vonteU*!, wie es |tj Mittel« uo<j K'IcfggtSilicvt׳ Pwrtsehiend»'«ssf-ebt, i« denen die .Zahl der berufsmäßigen Antisemiten Verhältnismäßig größer ist als % Berlin und das jüdische Element, sich in einer verschwindenden Minderheit gegenüber der Mehr» heit der Bevölkerung befindet Nun kann man nicht sagen, daß diese Mehrheit aggressiv antijüdisch gestimmt sei oder sich antisemitisch betätige Die antisemitischen Kampfhähne stellen auch in Mittel- und Kleinstädten eine Minderheit dar, aber sie sind, wie es in der Gerichtssprache heißt, von einem ״sympathischen Umstand‘‘ umgeben, d. h. der Mehrheit der Nichtjuden ist das Gehaben der Judenhetzer und deren aggressive judenfeindliche Betätigung keineswegs contre coeur. Von keiner Seite des nichtjüdischen Bürgertums wird den Hakenkreuzlern ein Wort der Besinnung oder Mäßigung zugerufen. Das Schicksal der angefeindeten und bedrohten Juden ist den meisten nichtjüdischen Stadtgenossen zumindest gleichgültig. So kommt es, daß die nicht nur gegenüber der Gesamtbevölkerung, sondern auch im Verhältnis zu den rabiaten aktiven Antisemiten in einer hoffnungslosen Minderheit stehenden Juden in ihrer Selbstbehauptung und Abwehr gegenüber den Judenfeinden nur auf sich allein angewiesen sind. Man kann schon heute von einem modernen Marannentum in Mittel- und Kleinstädten Deutschlands reden. Die Juden haben Angst, sich in der Oeffentlichkeit irgendwie als Juden erkennen zu lassen. In den Eisenbahnen Nord- und Mitteldeutschlands, besonders in den Personenzügen, nehmen jüdische Reisende Abstand davon, nicht etwa das ״Israelitische Familienblatt“ oder die ״C.-V.-Zeitung“ zu entfalten, sondern sogar das ״Berliner Tageblatt“ oder die ״Frankfurter Zeitung“ zu lesen. Scholem Alechem erzählt in einer Groteske aus der Zaren zeit, wie ein reisender Jude zur Tarnung und zum Selbstschutz sein Gesicht hinter der antisemitischen Zeitung ״Der Kiewlanin“ verbirgt Es ist keine Uebertreibung, wenn hiermit die Beobachtung mitgeteilt wird, daß einzelne jüdische Reisende, sozusagen zum Beweise ihrer Loyalität, wenn nicht den ״Völkischen Beobachter“ und den ״Angriff“, so doch den Lokal-Anzeiger, die Leipziger Neuesten Nachrichten oder die Münchener Neuesten Nachrichten zur Schau stellen. Das ist bereits Marannentum, und da zwischen dem Spanien des 15. Jahrhunderts und den! Deutschland des מ. Jahrhunderts ln aller Kürze Nahum S o k o 1 o w , der kürzlich von MacDonald empfangen wurde, besuchte den britischen Außenminister Sir John Simon und besprach mit ihm die Position Palästinas auf internationalem Felde und im Völkerbund. Lord R e a d i n g hat am 17. Dezember mit seiner Gattin eine Reise nach Palästina angetreten. Am 24. Januar finden die Neuwahlen zurStadtverwaltung in Tel-Awiw statt. Die Zionistische Frauenorganisation Hadassah hat am 17. Dezember in New York ein Frühstück zugunsten des jüdisehen Gesundheitswesens der Hadassah in Palästina veranstaltet, bei dem 13000 Dollar aufgebracht wurden. In Leeds (England) fand unter dem Vorsitz von Sir Montague Bur ton (dem Stifter des Weizmann-Lehrstuhls für internationalen Frieden) eine von der britischen Sektion der ein Halbjahrtausend liegt, ein Marannentum neuzeitlieh er Pr ä gu n g. Dem Kenner der jüdischen Geschichte und aufmerksamen Beobachter der gesellschaftlichen Vorgänge in Deutschland fallen überhaupt manche Parallelen zwischen den stolzen spanischen Juden von 1450 und den deutschen Juden von heute ein. Auch damals genossen viele Juden in der spanisehen Gesellschaft einen außerordentlichen Rang. Sie nahmen teil am öffentlichen, künstlerischen und wirtschaftlichen Leben und auf allen Gebieten an hervorragender SteUe. Juden waren in Spanien Minister, Juden dichteten Romanzen, Juden rüsteten Expeditionen aus, Juden waren mit dem gesamten Adel versippt und sprachen das feinste Kastüianisch. Und dann kam doch der Großinquisitor und dann kamen die Verfolgungen und schließlich die Vertreibung. Nun ist die Zeit der Religionsexzesse vorbei. Kongregationen von Klerikern stellen nicht mehr fest, was einzig heilsame Wahrheit und was Machwerk des Teufels ist. Dafür haben wir heute Rassentheorien und Aerztekong. resse, die zwischen Gut und Böse unterscheiden, wie einstmals fanatisch« Mönche in Spanien. Natürlich kann es heute kaum Regierangsdekrete mit generellen Ausweisungsverordnungen geben, dafür aber gibt es ״Ascmitismus“, gesellschaftliche Isolierung, Wirtschaftliehen Boykott, und der Effekt ist, daß die Juden selbst weggehen. In vielen Klein-Gemeinden Mecklenburgs, Pommerns, Westpreußens und anderer Gebiete in Deutschland ist es bereits so weit gekommen, daß die Juden ihre Wohnorte verlassen, ohne daß irgendein Gesetz oder ein gemeinde» Tätlicher Beschluß sie dazu gezwungen hätten. Es gibt keine gesetzliche Vertreibung, aber eine faktische Verdrängütig- Man kann in derartigen Erscheinungen lamentierend einen Verfall der .׳pff JCufp |rWp|eM. .־IWu|ון*ו§ •||i " ff!ויו#: *üm׳ # ti»' wüHetödi, m' mm ■ m Vergleich zu Grundsätzen von der Freiheit des menschlichen Individuums, zu. dem angestammten Naturrecht jedes Menschen in derartigen Zuständen äußert Das ״alles ist durchaus be* greiflieh, aber in keiner Weise ausreichend. Man täte besser daran, diese Vorkommnisse, wenn auch das Herz vor Erbitterang zu zerspringen droht, zu deuten, und sie in Zusamtnenhang mit der jüdischen Geschichte zu bringen. Es genügt nicht, auf Symptome hinzuweisen und nach Mittelchen zu suchen, um an diesen Symptomen herumzudoktern. Man muß vielmehr die Konstitution des Patienten, in diesem Falle der jüdischen Gemeinschaft, untersuchen und sich fragen, ob nicht der größte Teil all dieser schreckliehen Symptome naturnotwendig diesen Organismus der jüdisehen Gemeinschaft überfallen muß, weil er ein locus minoris resistentiae ist. Es würde uns, dem Geschlec.hte von 1931, in einer Welt der fortgeschrittensten analytischen Methoden, der Kenntnis soziologischer und ökonomischer Gesetze wenig anstehen, wenn wir vor lauter Bäumen den Wald nicht erblicken würden. Man muß durch die Flut der Alltagsvorkommnisse, der beklagenswerten und beschämenden Vorfälle zu einer fruchtbaren Erkenntnis Vordringen, nämlich zu der, daß es sich darum handelt, das jüdische Volk, das seit Jahrtausenden in einer unsicheren, anormalen Situation lebt, über seine wirkEche (nur vorübergehend verschleierte) Lage aufzuklären und es dahin zu bringen, daß es sein Schicksal in die eigene Hand nimmt Eine der Vor Aussetzerngen zur Gesundung der jüdischem Gemeinschaft und zur Ab- Wendung des alten auf Ahasver lastenden Fluches ist die allumfassende, nationale Selbsthilfe Wir leben in einer Periode, in der sich das jüdische Schicksal prinzipiell entscheidet Es werden Anstrengungen allergrößter Art gemacht und Qpfer, unerhört an Zahl, gebracht Der Sinn der jüdischen Geschichte: verlangt, daß diese Mühen tmd Opfer nicht zur Behauptung unhaltbarer Positionen, sondern zum Aufbau eines eigenen autonomen Lebens verwendet werden. Eine derartige Umstellung wird nicht nur von Segen für die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft sein, sondern auch den Mut verleihen, die Not des Tages mit größerer Fassung zu ertragen. m. w. Jewish Agency einberufehe Versammlung statt, bei der Lord Erleigh, der Sohn des früheren Außenministers Lord Reading, der Hauptredner war. Der öffentliche Sammeltag (Flaggentag) für den Keren K a j e m e t h in New York erbrachte ein Ergebnis von 27 000 Dollar, Das jüdische Mitglied des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten, Samuel Dickstein , wurde zum Präsidenten der Einwanderungskommission des Hauses gewählt. Dickstein trat von je für eine liberale Einwanderungspolitik ein. Ob seine Ernennung einen Umschwung der amerikanischen Einwanderungspolitik bedeutet, muß jedoch abgewartet werden. ü»iiH«1ii1H<tBt111wmM11u11a11w11nmM11tiiMj1wtww1tt11w111m1B1t1m11ww1H1HtMHw11w1MiwB1w11ww1B1HroH1mMMWHfw Wegen der Feiertage in dieser Woche fallt die nächste Freitag-Nummer aus. Die heutige ״Jüdische Rundschau“ erscheint einen Tag sjtäter als sonst. Die nächste Nqmmer erscheint Mittwoch, den 30. d. Äk Nach dem Moslem «Kongreß Englands UnentschloMenhelt Der moslemische Kongreß In Jerusalem ist am 17. De* *eraber geschlossen worden. Es wurde eine Exekutive von 25 Mitgliedern gewählt und ein kleinerer Ausschuß von sieben Mitgliedern. Präsident dieser Organisation, die in Jerusalem ihren Sitz haben soll, ist der Mufti Emin el Hussein! In dem kleineren Ausschuß sitzt u. a. ein früherer Ministerpräsident von Persien, Tabat Abia, als Generalsekretär, ferner der Syrer Riadli Bey, Mitglied des palästinensisch-syrischen Komitees, Mohamed Ali Pascha (Aegypten) und der Mufti von Tunis. Schaukat Ali wurde nebst zwei anderen indischmoslemischen Führern in die weitere Exekutive gewählt, hat aber, einem Telegramm der ״Times“ zufolge, die Wahl abgelehnt Er soll mit dem Verlauf des Kongresses überaus unzufrieden sein. Weiter wurde in die Exekutive Abdul Rachman Bey Assan, früheres Mitglied des ägyptischen Parlaments, gewählt, der von der Palästina- Regierung vor Schluß des Kongresses aus Palästina ausgewiesen wurde, weil er auf dem Kongreß eine Rede gegen das barbarische Vorgehen der Italiencr gegen die Senussi in Libyen gehalten hatte. Der Kongreß hatte bei dieser Ansprache das Andenken des von den Italienern Hingerichteten Rebellen Omar Muktar durch ein eine Minute dauerndes Stillschweigen geehrt Die Regierung hat daraufhin ein sehr scharfes Communique heraus- *** gegeben, worin sie ihr Bedauern über diese Rede ausspricht, die geeignet sei, den öffentlichen Frieden zu gefährden und worin sie die gegen die italienische Regierung gerichteten Erklärungen zurückweist. Die geschaffene Organisation ist so aufgebaut, daß ihr Zusammenhang mit der palästinensischen Lokalpolitik gesichert wird. Nicht nur ist der Mufti Präsident, sondern das Statut bestimmt auch, daß die gegenwärtigen Kongreßmitglieder lebenslänglich Delegierte für alte küaftlgen ,Kongresse bleiben. Von diesen Mitgliedern sind abef J 70 ty» aus Palästina, Transjordanien, Syrien und Aegypten. ,;״ | . In <)$!1 ,gerichte« der. ״Times“ wird, hervorgefteba!» daß vS 4*t kelt «MseliÄ einzelnen moslemischen Seiften zustande' gebracht liift, €§* ׳••« w^hl zunächst über verschiedene Ritualfragen ,scharfe Dich ך kussionen geführt wurde®, hat man doch diese Gegensätze :| im Interesse des Gesamtislam zurückzastelten verstanden. Als;!| ein besonderes Ereignis wird hervorgehoben, daß während : j des Freitag-Gottesdienstes in der Moschee der einzige am! Kongreß anwesende Schiit als Vorbeter fungierte, ein Ereignis, das seit 760 Jahren keinen Präzedenzfall haben sofl. Wenn auch der Kongreß sich mit sachlichen und wissenschaftlichen Angelegenheiten des Islam beschäftigte, sein Hauptzweck ist doch die antizionistische Öemonstration gewesen. Dies wird z. B. auch von der englischen Wochenschrift ״The Near East and India“ anerkannt, die ausdrücklich schreibt: ״Die Schlüsselnote des Kongresses war nicht so sehr die Förderung des Islam als vielmehr die Bekämpfung des Zionismus, und es wird lehrreich sein zu sehen, welche Rückwirkung die Beschlüsse des Kongrosses auf die Zionisten in Palästina haben werden, insbesondere, ob die Juden es jetzt für die richtige Politik halten werden, sich mit dem beträchtlichen Teil der atabischen öffentlichen Meinung in Palästina, die sich von dem Kongreß fernhielt, zu verbünden. Denn das Prestige des Mufti ist zwar in der Welt des Gesamtislam gestiegen, aber es bleibt abzuwarten, wie es in Palästina selbst beeinflußt wurde.“ Zu diesem Rat des ״Near East“ muß bemerkt werden, daß die arabische Opposition, die sich gegen den Mufti wendet, programmatisch nicht weniger antizionistisch ist als die Mufti-Partei Die Opposition ist nur in der Frage der Zusammenarbeit mit England gemäßigter als der Mufti, weil sie sich gerade von einem guten arabisch-englischen Verhältnis eine Zurückdrängung des jüdischen Einflusses verspricht Es hängt daher sehr viel davon ab, ob die Haltung Englands oder führender englischer Beamter eine solche Auffassung zu bestärken geeignet ist oder nicht Denn am merkwürdigsten bleibt nach wie vor die H a 11 un g der englischen Regierung. Die Regierung hat die Bedingung gestellt, daß auf dem Kongreß keine politischen Fragen behandelt werden dürfen. Sie hat mit Mißfallen gesehen, daß gleich auf der ersten Sitzung eine Prügelei zwischen zwei ägyptischen Delegierten entstand, bei der der eine, ein Anhänger der gegenwärtigen Regierung, nur mit Mühe vom Mufti persönlich geschützt werden konnte and Polizei einschreiten mußte. Die Regierung hat, wie erwähnt, wegen der Trauerrede auf Omar Muktar zu scharfen Maßnahmen gegriffen. Sie hat mit größter Promptheit erklärt, diese Szene gefährde ״den Frieden im Lande“. Sie ist aber offenbar der Meinung, daß die Hetzreden gegen die Juden und die trotz allen entgegen stehenden Tatsachen immer wiederholten Behauptungen, die Juden wollten die Heiligen Stätten der Moslems zerstören, den Frieden des Landes nicht gefährden. Denn sie hat nicht das geringste dagegen unternommen, obwohl sie von der Jewish Agency gewarnt wurde und obwohl der politische Dezernent der Agency, Dr. A rlosoroff, in einer öffentlichen Rede ausdrücklich auf diese Gefahren hingewiesen hat Wir haben schon berichtet, daß auf der Konferenz Photographien verteilt wurden, die längst als Fälschungen erwiesen sind. Darauf werde® jüdische Abteilungen bei militärischen Uebungeo ge-