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Jüdische Rundschau · 1931-12-15 · Heft 97 (15.12.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 97 (15.12.1931)
Date
1931-12-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer OßS Goldmark Glossen zu einem Aufruf JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDienstag uJYeitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. Aualandsahannementa werden m der Währung der einzelnen Ländai׳ bare dm* t Anzeigenpreis: 8 gasp. Monparefl!ft*eile O^O G -M. Stellengesuche 0,25 G~M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, Meinekestr.lO. Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. AnxaigenschluÄ: Dienstag und Fjrsitag aaebaitiig« 4Uhr Postscheck - K © n t 0 : Berlin 17392, Basal V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 394 33, Budapest 59693, Danzig 1973, Haag!40470, Prag 59410״ Riga 4155, Serashburg 16430, Warschau 190708, Wien 156030. Bank Kosten: Dartnstidter• und NstionaJbank, Depositen.Kuss« Berlin, KurfumeBdamai 52; Rumänisch« Kreditbank, Gemauti (Rumänien); Anglo Palestine Ga in Haifa, Terusalem, Tel -Aviv. Nummer 97 | Berlin, 15. XII. 1931 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ה׳ טבת תרצ״ב | xxxvi. Jahrg. Per Zlonlsmu■ erstrebt für da» jPdtg<he Voll» die IchiWuwa einer fiffenlllch rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Basaler Programm.** Uneinigkeit aui dem Moslem-Kongreß Trennung zwischen dem Mufti und Sdiaukat Ali? Obwohl abschließende Berichte über den Moslemischen Kongreß in Jerusalem noch nicht vorliegen, scheint doch nach dem bisherigen Verlauf gesagt werden zu können, daß der Kongreß die Erwartungen seiner Einberuf er nicht erfüllt hat. Abgesehen von der unzulänglichen Beteiligung (von moslemischen Staaten war, wie bereits von uns mitgeteilt, nur Yetnen offiziell vertreten, alle anderen Teilnehmer waren nur Privatpersonen), war auch offenbar mit Ausnahme von einigen rein islamischen Prestige-Angelegenheiten in sachlichen Dingen eine Einigkeit schwer herzustellen. Insbesondere gilt dies wahrscheinlich auf dem Gebiete der Politik. Denn obwohl der Kongreß offiziell völlig ״unpolitisch“ war und auch nur unter dieser Bedingung von der Regierung gestattet wurde, so besteht doch kein Zweifel, daß die Einberuf er politische Zwecke damit verbanden, ln dieser Beziehung scheinen nun die Erwartungen sich nicht erfüllt zu haben. Wir haben bereits vor Beginn des Kongresses darauf hingewiesen, daß zwischen dem Mufti als schärfstem Gegner des englischen Mandats-Regimes und Schaukat Ali als Befürworter einer englisch-moslemischen Zusammenarbeit ein scharfer Gegensatz besteht. Nun sprechen die telegraphischen Mitteilungen von einem sich anbahnenden Bruch zwischen dem Mufti und Schauk a t Ali. Wenn man auch diese Nachrichten vielleicht vorderliand mit einiger Zurückhaltung aufnehmen und den definitiven Abschluß des Kongresses abwarten muß, so kann man doch annehmen, daß zumindest eine Abkühlung des früher so innigen Verhältnisses zwischen Schaukat Ali und dem Mufti angesichts der Unzulänglichkeit des Kongresses erfolgt ist. Interessant ist auch der Beschluß wegen der Hedschas- Bahn insofern, als darin die Rede von einer Anrufung des Völkerbundes ist. Bisher standen die revolutionär gesinnten arabischen und moslemischen Gruppen auf dem Standpunkt, daß sie den Völkerbund nicht anerkennen und ihm in Angelegenheiten, die sie als religiös betrachten, keinerlei Kompetenz zubilligen. Diese Ablehnung der Anerkennung des Völkerbundes hat Schaukat Ali in seinem vor Beginn des Kongresses der ״Egyptian Gazette“ gegebenen Interview noch besonder»'; sch•!# a*temtricben, - . Was die Gründung der Moslem-Universität fh Jerusalem betrifft, so kann man zu dem Beschluß, der ja vorauszusehen war, nur sagen, daß von dem Beschluß bis zur Ausführung ein langer Weg sein dürfte. Vermutlich handelt es sich dabei vor allem um ein Mittel, eine Propaganda für Jerusalem in der islamischen Welt zu ermöglichen. Nachstehend die vorliegenden Berichte: Jerusalem, 10. Dezember. (J.T. A.) Der in Jerusalem tagende Islam-Kongreß hat die Errichtung einer Moslem- Universität in Jerusalem beschlossen. Ein Sonderkoraitee wurde eingesetzt, aas Plan und Programm der Universität ausarbeiten soll. Es wurde weiter beschlossen, in allen moslemischen Ländern Vereinigungen moslemischer junger Minner nach dem Muster der YMCA (Young Men’s Christian Association), YMMA (Young Men’s Moslem Association) zu gründen. Nach einer einen ganzen Tag laug andauernden Debatte wurde beschlossen, die Rückgabe der für die Mekka-Pilger erbauten Hedschas-Eisenbahn an die Moslems zu verlangen. Sollte die Rückgabe nicht binnen sechs Monaten erfolgen, so solle an den Völkerbund appelliert werden. Bleibt dieser Appell erfolglos, so wird die Welt der Moslems aufgefordert werden, alle englischen und französischen Waren, sowie Waren aus den anderen europäischen Ländern zu boykottieren. König Ibn Saud vom Hedschas und König Feisal vom Irak haben den Kongreß durch kurze Telegramme begrüßt und ihm Erfolg zu seinen Arbeiten gewünscht. Auf dem Kongreß bereiten sich Spaltungen vor. Aus Kreisen der dem Mufti nahestehenden Kongreß-Teilnehmer wird zugegeben, daß der Mufti nicht mehr die Unterstützung der ägyptischen und indischen Delegierten hat und daß vor allem Schaukat Ali mit ihm gebrochen hat. Es erregte Aufsehen, daß Schaukat Ali zwar zum Vorsitzenden des Organisations- und Rechtskomitees gewählt wurde, aber ihm sonst keine besondere Ehrenstellung im Kongreß eingeräumt wurde. Der bekannte moslemische Dichter-Philosoph Sir Iqbal Shar aus Puniab in Indien, der als Delegierter am Kongreß teilnimmt, bekämpfte sehr scharf die Idee der Etrichtung einer Moslem-Universität in Jerusalem; der Plan sei verfrüht, auch sei Jerusalem nicht der geeignete Platz.' Nach einer Ansprache über die Heiligkeit des B u r a q (Klagemauer, so benannt nach Mohameds Schimmel, der hier angebunden worden sein soll) leisteten die Delegierten den Schwur, alle Heiligen Stätten des Moslems mit inrer ganzen Kraft zu verteidigen. Die Palästina-Regierung hat eine gründliche Untersuchung zur Eruierung der Verbreiter der gefälschten Photographien, auf denen Juden abgebildet sind, die von England in dem Umgang mit Maschinengewehren unterwiesen werden, eingeleitet. Exemplare dieser Fälschung wurden nicht allein unter die Kongreßdelegierten verteilt, sondern auch in die Wohnungen von Moslems geschickt Die Fälschungen wurden In Haifa hergestellt, aber über Kairo nach Jerusalern geschickt Die arabischen Zeitungen Palästinas äußern sich wenig optimistisch über den Verlauf des Kongresses. ,,Feiestin“, das Organ der arabischen Exekutive, meint, die jetzige Konferenz könne nur als eine Vorstufe zu einem größeren und besser vorbereiteten Kongreß angesehen werden, der am besten in Aegypten stattfinden könnte. Auch das Mufti- Organ ״El Dschamea el Arabia“ äußert sich deprimiert über die Aussichten des Kongresses und schließt seine Betrachtung mit der Bemerkung, wenn der Kongreß gelingen sollte, könnte et eine Zusammenarbeit der islamischen Völker ermöglichen. ln der zeit der weltwende Das Judentum und Palästina Von Oscar Wassermann Nachstehend geben wir einen gekürzten Auszug des Stenogramms der Rede Dir. Wassermanns in Mannheim (s. ״]. fl," Nr. 95) wieder. Red. In dieser schweren Zeit, in der wir leben, ist auch für uns Juden eine Weltenwende gekommen. Vor mehr als 100 Jahren, nach der französischen Revolution 1780, hat eine Epoche für die Juden begonnen, die heute wohl zu Ende gegangen ist. Wir Juden sind aus dem Ghetto herausgekommen, voller Hoffnung, voller Glauben, nunmehr aus allen Nöten und von allem Druck befreit zu sein. Es war ein Irrtum, und es ist ein Irrtum, weil wir alle Hilfe, alle Fortschritte, aile Entwicklung nur von anderen erwarteten, die wir nur von uns selber erwarten durften. Was heute vor sich geht, ist eine Folge dieses Irrtums. Wir wollten unter Bewahrung unserer Eigenart, unter Bewahrung unserer Treue zum Judentum eindringen und uns ausbreiten im ganzen Lebensgebiet der Völker, mit denen wir leben. Es war nicht möglich. Wir waren Jahrhunderte im Ghetto, auf einzelne Berufe angewiesen, in sie hineingezwängt und haben, frei geworden, nicht vermocht, eine andere Berufsschichtung zu erzielen, weil die Emanzipation nur ein äußerlicher Akt war, well der Jude verachtet war und blieb. ״Toleranz“ war für uns eine lobende Bezeichnung dessen, was uns entgegengebracht wurde. Duldung! Wir waren froh und zufrieden, wenn wir geduldet wurden, und wir haben uns gesagt, die Zeit arbeitet schon für uns. Die Zeit wird die Anderen aufklären, sie wird die Anderen in der Kultur, in ihrer Ethik verbessern, und dann wird man sagen, daß wir vollkommen gleichberechtigte Menschen sind. Wir haben immer den Fortschritt zum Besseren von Anderen erwartet und wir haben selbst nichts dazu getan. Wir können heute nicht wie früher, wie vor Jahrhunderten, Judenheit und Judentum gledcfcsetzen. .Es,^94...hsutfi.4«, versefneoene Dinge geworden, und wir müssen zugeben, daß für einen großen Teil von uns das Leben seiner jüdischen Inhalte vollkommen entkleidet worden ist Wie ist hier ein Ausweg zu finden? Die Teile der Judenheit, die aut ihr Judentum verzichtet haben, sie fielen allmählich von uns ab. Das deutsche Judentum wurde vom Osten her immer wieder regeneriert; auch das hat jetzt aufgehört Nun handelt es sich darum, etwas Erhaltendes zu Finden, neue Ideale, neue Gedanken für das Judentum. Es fehlt uns jede zentrale Autorität, jeder Zusammenhalt, der es ermöglichen könnte, eine Regeneration der jüdischen Inhalte in unserem Leben zu schaffen. Eine Abhilfe gegen die Zersplitterung, um eine Besserung des Verhältnisses zu unserer Umwelt allge me in gültig für die Juden anzubahnen. Es gibt nur eine Möglichkeit für die Juden der Welt, sich zu einer Einheit zusammenzuschließen, und das ist Palästina- Diese Einheit kann auf keinem anderen Weg zustande kommen, als durch den Palästinagedanken, den Gedanken eines Aufbaus durch uns, nicht im Sinne des passiven Messianismus, der das Heil ruhig erwartet, sondern im Sinne selbsttätiger Arbeit, im Sinne des Einheitswerkes aller Juden. Daß dieser Gedanke der richtige ist, das ist bewiesen. Der Palästinagedanke innerhalb des Zionismus hat es vermocht, viele dem Judentum Entfremdete und Verlorengewesene wieder für das Judentum und jüdische Gedanken zu begeistern. Auch das Zweite ist bewiesen: Wir sind in der Lage, ein Land als Juden zu kolonisieren. In wenigen Jahren ist in Palästina eine Landwirtschaft entstanden, die zwar noch verbesserungsfähig Ist, die aber zeigt, daß der Jude, der in der Jeschiwah saß, der Jude, der in Lodz mit Kleidern gehandelt hat, ein Blauer werden kann, daß er durch seinen Elan, durch seinen Enthusiasmus es fertiggebracht hat, in dem ihm vollkommen ungewohnten Beruf etwas Gutes zu leisten. Wir haben in Palästina in wenigen Jahren eine Stadt errichtet, die heute 46 000 Einwohner hat Tel-Awivv, eine Stadt, in der nur Juden wohnen, eine Stadt, in der vom Bürgermeister, vom Richter bis zum Straßenkehrer, Polizisten und Nachtwächter, nur Juden sind. Diese Stadt ist so gut verwaltet wie irgendeine Stadt bei uns, so gut und auch so schlecht. Sie hat auch Schulden gemacht; aber es waren nicht zu viele Schulden, und sie sind inzwischen bezahlt worden. Diese Stadt habe ich vor vier Jahren gesehen. Da war dort eine Krisis, wie sie jetzt bei uns ist. Es waren die Läden, es waren die Fabriken stiligestanden und es herrschte große Arbeitslosigkeit Ich habe mir damals gesagt: Hierher diese Stadt zu setzen, ohne Hinterland, ohne Hafen, ohne Küste, nur gestützt auf die Orangenpflanzungen, die in der Nähe sind, ׳— wie kann man da helfen? Und es ist der Stadt geholfen worden: nicht weil die Regierung ihr geholfen hat, oder von außen Hilfe kam, sondern weil damals 38000 Juden Tag und Nacht sich gesagt haben, wie kommen wir aus der Misere heraus? Und sie sind herausgekommen. Die Stadt ist heute ohne Arbeitslosigkeit und es ist in der ganzen Stadt keine Industrie zusammengebrochen, und wir wollen hoffen, daß sie weiter nicht mehr unter der Krise zu leiden hat, als es gegenwärtig der Fall ist Wer sich für Palästina Interessiert, wer wirklich Anteil an dem nimmt, was dort geschieht, Im Geiste mitarbeitet und die Arbeit dort unterstützt, empfängt mehr von Palästina, als er gibt und geben kann. Er sieht dort ein werdendes Land, ein Land mit jüdischer Besiedlung, ein Land, in dem Juden leben und arbeiten können, nicht wie bei uns, o b w o 111 sie Juden sind, weil man tolerant, noch tolerant ist, sondern weil sie Juden sind und als solche ihrer Arbeit nachgehen. Es Ist etwas in der Welt selten Gewordenes, das aber in Palästina besteht und bestehen wird. Die Araberfrage, die sehr ernst ist, konnte bisher nicht gelöst werden. Nicht weil das Gefühl der Araber so sehr gegen uns arbeitet, sondern weil wir auch da das Heil von außen erwarten, von der englischen Regierung, vom Völkerbund) nicht nur von uns selbst Weil wir nicht selbst aktiv genug sind. Der Araber verachtet den Juden nicht, sondern er fürchtet ihn, er glaubt, daß der Jude ihn aus dem Lande herausjagt. Da wir dies nicht wollen und auch nicht können und dies auch aus sittlichen Gründen nicht sollen, so kann es nicht schwer sein, wenn man es ehrlich will, einen Weg der Verständigung zu finden. Der Fanatismus schwindet rasch. Versuche, einen Boykott zum Entstehen zu bringen, sind fehlgeschlagen. Es zeigt sich, daß die Feindseligkeiten immer nur periodische sind. Ata» mehr, als man sie in Palästina fürchtet Wir dürfen uns nicht einbilden, daß die Besiedlung in Palästina leicht ist. Das Land ist schwierig und es b edar 1 eines großen Enthusiasmus und großer Opfer- Willigkeit, um es so zu besiedeln, daß wir damit uns selbst und der Welt zeigen, was Juden —- nicht als Händler und Vermittler — sondern in der Urproduktion und im Aufbau in allen Zweigen eines natürlich geschichteten Lebens leisten können. Wir können in Palästina ein geschichtliches Werk verrichten. Wir können hier dem Judentum eine neue Zukunft schaffen und das ist es, weshalb jeder Jude, wie er auch religiös eingestellt Ist, wie er politisch denken mag, sich an diesem Werk beteiligen soll. Es ist keine Sache von heut und morgen. Als die Juden aus Aegypten zogen, da brauchten sie 40 Jahre, um nach Palästina zu kommen. Man konnte es auch damals schneller machen, aber es ist gesagt worden, daß die Juden, die in Aegypten gelebt haben und die von ägyptischer Kultur waren — die keine schlechtere Kultur war, nur eine andere —; daß diese Juden nicht ein neues eigenes Land aufbauen konnten, erst die nächste Generation war dazu bestimmt Alle Achtung vor dem Manne aus Lodz, der heute den Boden bebaut Er hat gute Resultate. Aber erst sein Sohn, der auf dem Boden aufgewachsen ist, der die Geheimnisse des Bodens und des Klimas kennt, wird das leisten, was geleistet werden muß. Die Universität mag die besten Professoren aus den jüdischen Kreisen der ganzen Welt an sich ziehen, eine wirkliche Bedeutung wird sie für das jüdische Leben erst in der Zukunft gewinnen, wenn sie jüdische Hörer hat, die aus dem Lande herauswachsen, die das Leben Palästinas von Geburt her erlebt haben. Wir sind gute Deutsche und wollen gute Deutsche bleiben. Aber unser Deutschtum leidet nicht, wenn wir aus lautersten Gründen, aus Gründen der Abstammung und Vergangenheit, dafür arbeiten, daß wir auch eine Zukunft haben. Eine Zukunft, die uns das Judentum neu gestaltet, eine Zukunft, die vom jüdischen Leben wieder Inhalte erhält, und die es zum zweiten Mal erreicht, daß von Zion ־־"־-'■' ״־'” ־*,־ ־"־ו -’-J־ .— -:-»-i — llllllllllllllllinillllllllllllllllllllliailllllllllllllllllllllllUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUtllllllllllllllllllllllllllltlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUlllllil J e ז u s a I e m, 14. Dezember. (J. T. A.) Die Konferenz der arabischen Opposition Palästinas, die im Hotel König David unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Jerusalem, Ragab Naschaschlbi, getagt hat und der neben mehreren hundert Notabein aus ganz Palästina auch die Bürgermeister von Jaffa, Haifa, Gaza, Ramleh und Nablus beiwohnten, beschloß, mit den moslemischen Körperschaften der ganzen Welt in Verbindung zu treten und die Einberufung eines allgemeinen Moslem-Kongresses, der auf dem Territorium eines moslemischen Königreiches stattfinden soll, durchzusetzen. Die Konferenz beschloß auch, die gegenwärtig stattfindende Moslem-Konferenz, die eine Parteiangelegenheit des Mufti ist, nicht anzuerkennen. Omar Saleh erklärte: ״Wir sind nicht Opposition, sondern die Nation.“ Die von der Konferenz gefaßten Resolutionen begannen demgemäß auch mit den Worten: ״Der Kongreß der Moslem-Nation Palistinas beschließt - . .“ Fakhri Naschaschibi und Moghanam Effendf empfingen die Vertreter der Presse, unter ihnen auch die Korrespondenten der JTA״ der Reutter-Agentur, der ״Times“ und des ״Daily Telegraph“ und übergaben ihnen zehn von der Konferenz der Opposition gefaßte Resolutionen, von denen eine die Ab- Setzung des Mufti fordert, andere die Unabhängigkeit Palästinas, den Schutz der Heiligen Stätten des Islam, den Schutz des Arabertums vor der ״zionistischen Gefahr“ fordern. Was Churchill sagt Winston C h ur c h i 11, der in New York zu einem Besuch der Vereinigten Staaten eingetroffen ist, erklärte, der Moslem- Kongreß in Jerusalem verursache England kein Kopfzerbrechen, und so bestehe auch für die Juden kein Grund zur Besorgnis. Das Unglück des Passfieidschen Weißbuches sei wieder gutgemacht worden. Heute bestehe unter allen Führern der englischen Regierung über die Pflicht Englands hinsichtlich der Errichtung des jüdischen Nationalheims keinerlei Meinungs- Verschiedenheit. Sie alle begünstigen das Nationalheim.

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