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Jüdische Rundschau · 1931-12-01 · Heft 93 (1.12.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 93 (1.12.1931)
Date
1931-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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C6RM4 JUDA Heutet Büdiemdum Einzelnummer qm Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDieaetag u-Freitag. Bezugspreisbei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Aoslamlsahoanement» werden in der WÄbning der «Ssk*s11s«5 Länder b®ä׳#cbn®k Anreißenprei« S fSTonpareillereile G.50 O.-M- Sreü4*a4*e»0i:b# 0.25 G--M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische RundschauG.m.b.H.,Berlin W15, Meinekestr.lO. Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. Atueige&&ch]u& Dienstag uo «!Freitag nachmittag« 4 U h r Postscheck-Konten: BedJn 17592, Basel V 9355. Belgrad 69032. Brüssel 39433, Budapest 59693. Dinrig 1973, H*a* 140470. Prag 59410, Bi#» 4155. Strasburg 16430. Warschau 190708, Wien 156G3Ö. Bi n l Konten; DanriMädter- und NatirmalbanK Depositen Kasse Berlin, Kurfürst endamm 52; Rumanisdbe KredUthaok, Centaur! (Jlumäniea); Anglo Palest in# Co. io Hälfe, ferusaleac, Tel-Aviv. Kammer 93 | Berlin, 1. XII. 1931 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״א כסלו תרצ״ב | xxxvi. jahrg. Der Zionismus erstrebt für das indische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.*4 Probleme des Weltreichs Palästina ״Wirtschaftsbcridit Die. englische Regierung hat soeben einen vom Direktor. des Haadelsdepartment, Sfead , abgefaßten Bericht über die Wirtschaftslage in Palästina veröffentlicht. Der Bericht enthält eine große Zahl interessanter statistischer Angaben- Während in den vorhergehenden Jahren das Budget der Palästina-Regierung stete mit einem Uebcrsclmß abschloß, war 1930 ein Defizit von 200 000 Pfand zu verzeichnen. Es ist charakteristisch, daß der Bericht ausdrücklich henothebt, daß diese ungünstige Bilanz der Palästina-Regierung u. a. auf die Finanzkrise in den Vereinigten Staaten und in Europa zurückzuführen ist, wodurch der Zustrom jüdischen Kapitals nach Palästina gehemmt wurde. Während die Regierung sich bisher gewöhnlich dem von jüdischer Seite vorgebrachten Argument verschloß, daß eine Erleichterung der jüdischen Einwanderung, insbesondere auch der Kapitalisten-Einwanderung, und die Erleichterung der Schaffung neuer Unternehmungen im Lande für die palästinensische Oesamtwirtschaft und damit auch für die Finanzen der Re• giernng von ausschlaggebender Bedeutung wäre, daß also eine Förderung des Zionismus auch im Interesse des ganzen Landes liege, wird in dem vorliegenden Bericht dieser Tatsachenzusammenhang mehr oder weniger direkt zugegeben. Man muß fragen: Was tut die Regierung, um dem Uebel abzuhelfen und jüdisches Kapital Ins Land zu ziehen? Auch an anderen Stellen finden wir charakteristische Beweise der ausschlaggebenden Bedeutung der jüdisehen Arbeit. Die Hindernisse, die die Regierung der jüdischen Einwanderung bereitet hat, trugen so auch zur Verschlechterung der palästinensischen Bilanz bei. Der Bericht enthält weiter eine Statistik der Arbeitslosigkeit, aus der hervorgeht, daß seit 1926—1930 die Zahl der jüdischen Arbeitslosen dauernd zurückging. Der Ueberschuß der jüdisehen Einwanderung über die Auswanderung in diesem Zeitraum wird mit rund 10 000 angegeben, während die nichtjüdische Einwanderungum 2000 niedriger war als die Auswanderung. Wenn diese Angaben exakt wären, dann ließe sich die große Bevölkerungszahl Palästinas, die der Zensus erbracht hat, kaum erklären. In Wahrheit gibt es wahrscheinlich eine große nicht jüdische (arabische) illegale Einwanderung aus den Nachbarländern, die von der Regierung toleriert wird. Weitere interessante Daten beziehen sich auf den Außen- JiasMfei Dis 1929 stand Deutschland an der Spitz!! der Importländer für Maschinen, seit 1930 steht England an erster Stelle, weil verschiedene englische Gesellschaften (bzw. Gesellschaften mit englischer Kapitalbeteiligung) in Palästina zu arbeitet begannen, die ihre Maschinen aus England bezogen. Gewürdigt wird weiter die Bedeutung des Haifaer Hafens, des Toten Meer-Unternehmens, sowie des Ruthenberg- Elektrizitätswerkes, das Anfang 1932 in Betrieb genommen werden soll. Die moslemische Konferenz Der ägyptische Korrespondent von ״The Near East and India“ nimmt in seiner letzten Nummer Bezug auf den (auch von der ״J. R,“ wiedergegebenen) Bericht über den Besuch des Jerusalemer Mufti in Kairo, wobei mitgeteilt wurde, es sei dem Mufti gelungen, die ägyptischen Notabein und auch die Regierung zur Teilnahme an der moslemischen Konferenz am 7. Dezember zu bewegen. Der Mufti habe versprochen, daß die Kalifatsfrage nicht diskutiert werden wird und daß auch die geplante moslemische Universität in Jerusalem nicht mit der berühmten Al Azhar-Universität in Kairo konkurrieren werde. Trotzdem, so erklärt der Korrespondent, habe er von autoritativer Seite erfahren, daß die ägyptische Regierung nicht daran denke, offizielle Delegierte zu entsenden, da ja die Konferenz von privater Seite und nicht von einer Regierung einberufen worden sei. Auch in führenden moslemischen Kreisen Aegyptens sei die Gegnerschaft gegen die Konferenz unvermindert. Man hält dort die Konferenz für einen Fehler, da sie geeignet sei, die Spannung zwischen Juden und Moslems zu vergrößern und Erregung in der Judenschaft hervorzurufen. Der Behauptung, die Konferenz sei nicht als ein direktes Mittel zur Bekampfung des Zionismus erdacht worden, wird von den ägyptischen Moslems kein Glauben geschenkt. , Wie uns aus Palästina berichtet wird, befaßte sich auch Dr. Arlosoroff in einer Pressekonferenz der Jewish Agency in Jerusalem mit der bevorstehenden moslemischen Konferenz und lenkte die Aufmerksamkeit auf die erneute religiös gefärbte antijüdische Propaganda, die vom Kreis des Mufti ausgeht. Es werden wieder Nachrichten verbreitet, daß die Juden die ״Wiederherstellung des Königreiches Israel und des Tempels Salomonis auf den Trümmern der Akzah- Moschee“ beabsichtigen. In der Proklamation Muza Kazim Paschas vom 4. November ist ein direkter Hinweis darauf enthalten, daß die Juden ״die Akza-Moschee erobern“ wollen. Demgegenüber zitierte Arlosoroff die zahlreichen fei erliehen jüdischen Erklärungen betreffend die Unantastbarkeit der Heiligen Stätten aller Religionen. Die Wiederentfachung dieser mittelalterlichen Propaganda zeige nur die Rückständigkeit der Kreise, die sich solcher Mittel bedienen. Der englische ״Felestin“ vom 21. November antwortet auf Arlosoroffs Vorhaltungen, man könne den zionistischen Ver- Sicherungen keinen Glauben schenken, weil die ־zionistische Politik opportunistisch sei und je nach Bedarf ihre Erklärungen ändere. Wie solle man denn das Weinen an der Klagemauer um die Wiederherstellung der Herrlichkeit Israels verstehen? Soll dieser Traum der Wiederherstellung den Tempel ausschließen? —- Man sieht schon aus diesen sehr vorsichtig formulierten Worten, daß die Araber tatsächlich init dem Argument der jüdischen Pläne der Wegnahme der Akza- Moschee operieren, obwohl von jüdischer Seite der Unterschied zwischen religiös-messianischcn Gebeten und praktischer Politik wiederholt klargestellt wurde. Die Regierung scheint die Gefährlichkeit dieser Propaganda zu verkennen und hat bisher versäumt, ihr entschieden entgeeenzutreten. Londoner Brief Von unserem Londoner Mitarbeiter. S., London, den 29. November. Die Parlaments-Verhandlungen der letzten Woche warfen ein helles Licht auf die völlig veränderte Situation des britisch en Weltreiches nach dem Kriege. Das Unterhaus beschäftigte sich mit der Gesetzesvorlage, die den Dominiens das Statute of Westminster, d. h. die völlige und unbeschränkte parlamentarische Selbstregierung und Gleichstellung mit den britischen Insein zugesteht. Es handelt sich hier, wie von vielen Seiten betont wurde, keineswegs um die Schaffung eines neuen Zustandes, sondern nur um die Legalisierung der tatsächlich bereits bestehenden staatsrechtliehen Lage, die als das Produkt einer organischen Entwicklung angesehen wird. Jede Vorherrschaft Londons wird beseitigt, als letzter Rest bleibt höchstens der Vorsitz des britischen Primeministers in der Reichskonferenz. Dieses in der Geschichte einzig dastehende politische Gebilde ist verknüpft mit dem Namen Lord Balfours. Wenn in der letzten Woche im Unterhaus und in der Presse immer wieder von der ״Baifour-Deklaration“ die Rede war, so ist damit keineswegs jenes Dokument gemeint, das den Zionisten unter diesem Namen geläufig ist, sondern die von Balfour ausgearbeitetc und nach ihm genannte Erklärung auf der' Reichskonferenz von 1926, worin die völlige Gleichberechtigung der Gliedstaaten des Weltreiches proklamiert wurde. Charakteristisch ist auch, daß offenkundig den meisten bei diesem Gesetz gar nicht behaglich zumute war, aber nicht aus sachlicher Gegnerschaft, sondern aus einer eigentümlichen Abneigung gegen jede gesetzliche Festlegung konstitutioneller Zustände, die nach englischer Anschauung aus dem Lehen erwachsen und nicht durch Fesseln eingeengt werden sollen. Eine Gegnerschaft kam nur von einer kleinen Gruppe Rechtsradikaler unter Führung von Churchill, die insbesondere die Einbeziehung Irlands mißbilligen, ln der Tat ist Irland das bezeichn «Kiste Beispiel. Man braucht sich nur zu v$r■ gegenwärtigen, welche Rolle der Kampf um die Home Rule ein Jahrhundert lang in der englischen Politik gespielt hat, um zu verstehen, wie berechtigt der von Dr. Weizmann häufig ausgesprochene und von vielen Zionisten noch nicht genügend gewürdigte Satz ist, daß wir nach dem Kriege mit einem ״neuen“, ganz anderen England zu tun haben. Freilich gilt das stolze Wort der ״Balfour-Deklaratfon“, das britische Empire sei ״nicht auf Zwang, sondern auf Gemeinsamkeit der positiven Ideale gegründet, freie Selbstverwaltungs-Institutionen sein Lebenssaft, freie Zusammenarbeit sein Instrument, Friede, Sicherheit und Fortschritt seine Ziele“, — zunächst nur für Staaten angelsächsischer Rasse. Englands größte Kolonie, Indien, hat die Stellung eines freien Dominion noch nicht erlangt. Die Round Table-Konferenz, die dieser Tage zu Ende geht, hat den entscheidenden Fortschritt nicht gebracht. Die meisten Engländer sehen jedoch die Selbständigkeit indiens im Rahmen des Weltreiches als unvermeidlich bevorstehend, ja als das natürliche Resultat von hundert Jahren britischer Er- Ziehung an. Dem gegenüber äst es wieder Churchill, der warnt, ln einem Brief an die ״Times“ weist er darauf hin, daß im Jahre 1917, als man Indien den Dominion-Status versprach, man sich unter einem Dominion etwas ganz anderes vorstellte als heute; den Grad von Freiheit, den seit dieser Woche jedes Dominion besitzt, könne man Indien nicht zubilligen. Im übrigen ist die Frage im Moment nicht aktuell, denn das Projekt der Einrichtung einer verantwortlichen Zentralregierung für Indien scheiterte diesmal noch an der Unmöglichkeit einer Lösung der Mfnoritätenfrage. Da auch die unterdrückten Kasten (Parias) sich als Minorität koastitliiert haben, Halten die Minoritäten zahlenmäßig den Hindus das Gleichgewicht. Die führende Minderheitengruppe sind jedoch die Mohammedaner, und da mit Rücksicht auf das unbefriedigende Ergebnis der Konferenz mit einem neuen Aufflackern der Opposition des Natkmal-Kongresses zu rechnen ist, wird England wohl oder übel sich auch in der nächsten Zeit auf die Mohammedaner stützen müssen. Dieses Ergebnis der Round Table-Konferenz kann indirekt auch für Palästina Folgen haben. Man braucht nur daran zu denken, welche führende Rolle der indische Moslem-Führer Schaukat Afi — freilich ohne die Billigung der anderen führenden Moslems —- in der antizionistischen Propaganda spielt. Die britische Regierung, die sonst gegenüber ausländischer Einmischung in die Palästinapolitik oder auch die Politik anderer englischer Besitzungen sehr empfindlich ist, Das Ergebnis der Volkszählang Obwohl die Einzelresultate der Volkszählung in Palästina noch nicht veröffentlicht sind, erfährt ״Dawar“ aus guter Quelle, daß die Zahl der Juden Palästinas 175000 beträgt, davon 56 000 in Jerusalem, 52 000 in Tel-Awiw und Jaffa, 40 000 in den Dörfern, 17 000 in Haifa und 10 000 in Tiberias und Safed. Die Gesamtbevölkerung Jerusalems beträgt jetzt 90526 (1922: 62 678), Jaffa hat 5t 876 (1922: 47 709), Haifa 50689 (1922: 24 634). Nach einer anderen Meldung soll die Einwohnerzahl von Jerusalem 97 000 erreichen. Die arabische Stadt Nablus hat 17 000 Einwohner. Die Zahl der Beduinen des Süddistrikts beträgt 50 000 gegenüber 80 000 Im Jahre 1922. Man nimmt an, daß außerdem noch etwa 10 000 Beduinen im Lande sind. scheint es für untunlich m halten, die zügellose Propaganda Schaukat Alis, der zusammen mit dem Mufti von Jerusalem einer der Initiatoren und Hauptfiguren der für den 7. Dezember einberufenen moslemischen Konferenz in Jerusalem ist. einzudämmen. Vielleicht würde! diese zarte Rücksicht nicht so weit gehen, wenn England eine Einigung mit den Hindus erzielt hätte. Die Grundsätze des politischen Liberalismus haben sich also ja allen englischen Parteien durchgesetzt; nicht zwischen den Parteien, sondern innerhalb der konservativen Partei spielt sich heute der Kampf ab, und die imperialistische Gruppe ist bisher eine kleine Minderheit. Anders ist es in Wirtschaftlicher Beziehung, wo der Liberalismus, mit Unterstützung des Großteiles der alten liberalen Partei, liquidiert wird. Die letzten Wochen stehen im Zeichen einer ״Tozeret Haarez“- Bewegung, die Parole ״Buy British*' wird nicht nur mit Wirtschaftlichen, sondern auch mit patriotischen Motiven begründet• Zugleich fällt das Pfund immer tiefer. Auch dies ist ein Beispiel für den Irrtum, den man häufig — auch bei uns — bei Feststellung politischer Zusammenhänge begehen kann: Hätte in den Wahlen die Arbeiterpartei gesiegt, dann hätte man das ״hierdurch geschwächte Vertrauen zu England“ sicherlich als Hauptursache des Währungsverfalls hingestellt. Das Sinken des Wundes ist natürlich auch für Palästina wirtschaftlich und politisch von Bedeutung. Die Liquidierung des Aufstandes in Cypern wurde mit großer Energie durchgeführt. Der entstandene Schaden, vor allem die vollständige Demolierung des Regierungsgebäudes mit der wertvollen antiken Kunstsammlung von Sir Ronald Storrs, ist nicht wieder gutzumachen, aber die Regierung hat die Führer der Bewegung einschließlich der hohen griechisch-orthodoxen Kirchenfürsten deportiert. Im Gegensatz zu Palästina hat man in diesem Falle sich nicht an einige zufällige Werkzeuge gehalten, sondern die Verantwortlichkeit der Agitatoren anerkannt. Die Verfassung wurde suspendiert, ger Staatssekretär für die Kolonien übertrug dem Gouverneur die volle Staatsgewalt, ähnlich wie dies in Palästina nach dem Scheitern des Experimentes eines Gesetzgebenden Rates im Jahre 1923 geschah. Dieser Vorfall zeigt auch, daß das Bestehen eines Gesetzgebenden Rates keineswegs so defioiti've Folgen hat, wie man bei uns bezüglich Palästinas oft befürchtet; wenn es um die Basis des ganzen Staatsgebildes geht, vermag auch der Gesetzgebende Rat nicht das Festhalten an Grundprinzipien zu verhindern. Im übrigen betrachten die Griechen die Cypern-Frage keineswegs für geschlossen, und sogar Venizeios, der sich mit größter Entschiedendeit gegen den Aufstand und gegen jede Störung der Beziehungen wischen England und Griechenland ausgesprochen hat, wies in seiner letzten Rede auf die Möglichkeit hin, bei einer kiinftigen, Gelegenheit im Einvernehmen mit England die Cypern- Frage gütlich zu lösen, wie dies bereits 1917 von England für den Fall eines Eintritts Griechenlands in den Weltkrieg angeboten worden sei. Im neuen Parlament wurde der Versuch gemacht, die für Palästina besonders interessierten Abgeordneten aller Parteien wieder zu einem parlamentarischen Palästina-Komitee zusammenzuschließen. Das Komitee setzt sich zum Ziel, ״über die Interessen des Jüdischen Nationalheims zu wachen“. Am 27. November hielt Professor Brodetsky, Mitglied der Jewish Agency-Exekutive, ein Referat, worauf sich das Komitee konstituierte. Zum Vorsitzenden wurde Colonel John Bucan, zum Vizevorsitzendai Wedgwood, zum Sekretär Barnett: Jänner gewählt Viele prominente Mitglieder des Unterhauses und des Oberhauses, unter ihnen die Herzogin Atholl, Sir Austen Chambezlaiti, Winston Churchill, Frl Megan Lloyd George, Marquis of Hartington, der Labour-Führer George Lansbury, auch eine Anzahl jüdischer und nichtjüdischer Parlamentarier, die sich bisher an Palästina nicht interessiert gezeigt hatten, gehören' dem Komitee an. Obwohl das Parlament sich bereits wieder ver״ tagt, ist zu wünschen, daß das Komitee eine rege Informationstätigkeit entfaltet Der politische Wert einer solchen Aktiviäf ist nicht gering anzuschlagen, obwohl man in zionistischen Kreisen verstehen soll, daß ein ernster Widerstand gegen die Prinzipien der Palästinapolitik der Regierung von einem solchen Komitee nicht zu erwarten ist Aber in vielen Einzelheiten kann es der Sache wertvolle Dienste leisten, wie denn überhaupt schon die Verbreitung von Kenntnissen über Palästina, das für die meisten Unterhaus-Mitglieder ein unbekanntes Fabelland ist, einen nützlichen Zweck erfüllt. Banditenunwesen ln Palästina Wie aus Jerusalem gemeldet wird, wurde am 28. November auf der Straße von Jerusalem nach Jericho eine englische ReiscgesclIschaftvoiiRäubernübcrfalien. Die Gesellschaft, unter der sich auch die Tochter des an gllkanisehen Bischofs befand, reiste in zwölf Autos, als plötzlich die Chauffeure von bewaffneten Banditen gezwungen wurden, anzuhalten. Dann plünderten die Wegelagerer die Reisenden vollkommen aus und zogen ihnen sogar von den Fingern die Ringe ab. Es ist zu hoffen, daß es der Polizei gelingen wird, der Räuber habhaft zu werden. %

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