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Jüdische Rundschau · 1931-11-27 · Heft 92 (27.11.1931) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 92 (27.11.1931)
Date
1931-11-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 544 Nr. 92, 27. XL!931 JÜDISCHE RUNDSCHAU Zur innerftidisdien Auseinandersetzung In welcher Weise von liberal-jüdischer und C.-V.-Seitc der innerjüdische Kampf häufig geführt wird, dafür liegen uns zwei charakteristische Beispiele vor, die wir unseren Lesern nicht vorenthaltcn wollen. Aus Düsseldorf erhalten wir den nachfolgenden Bericht über einen Zwischen• fall in der Repräsentanten Versammlung der dortigen Jüdischen Gemeinde: Düsseldorf. In der Zionistischen Ortsgruppe war ein Referat ״Wir und die Nichtjuden‘‘ gehalten worden, über das die ״Jüdische Gemeindezcltung“ einen sachlichen Bericht pflichtgemäß gebracht hatte. Ein liberaler Repräsentant bemängelte die Aufnahme dieses Berichts, weil er die Gedankengänge des zionistischen Redners für ״gefährlich“ hielt. Hierbei erklärte er 11. a. unter Hinweis auf den angekündigten öffentlichen Vortrag von Nalium Goldmann wörtlich: ״Ich wünsche den Herren Zionisten zu dieser Versammlung einen recht zahlreichen Besuch der Nationalsozialisten, damit die ihnen mal gründlich heinileuchten.“ Der liberale Vorsitzende der Repräsentanz ließ diese Aeußerung ungerügt. Erst auf die Anfrage des R.-A. Dr. Gottlieb (Jüd. Volksp.) an die Versammlung, ob sic das Verhalten des Repräsentanten und des Vorsitzenden billige, erklärte der Vorsitzende, er mißbillige die Aeußerung, er habe sie nicht gerügt, ״um nicht Oe! ms Feuer zu gießen“. Audi der Re• präsentant fühlte sich nach geraumer Zeit bemüßigt, seine Aeußerung, die er ״nicht so gemeint“ habe, zu bedauern. Diese Erklärung wurde in einer äußeren Haltung abgegeben, die recht befremdend war. Es ist leider dabei zu bemerken, daß es sich um eine Persönlichkeit handelt, die meistens als Sprecher der liberalen Fraktion auftritt. Ein zweites Beispiel: Im Gemeindeblatt der Jüdischen Gcmeinde Duisburg vom 6. November finden wir einen Bericht über den Vorfrag, den der Syndikus des C.-V., Dr. Plaut (Essen), über das Thema ״Not und Wehr“ gehalten hat. In diesem Bericht wird der Gedankengang des Vortrages wiedergegeben, zum Teil in wörtlichen Formulierungen. Der Redner schilderte die Schwierigkeiten des deutschen Judentums und den Aufschwung des Nationalsozialismus. Sodann sagte er, dem erwähnten Bericht ,zufolge: ״Was für Wege gibt es für uns? Sollen wir unsere Liebe zur Heimat in Gleichgültigkeit und in Haß Umschlagen lassen, uns also entweder dem Internationalismus oder dem Zionismus Eingehen?“ In C.-V.-Kreisen wird oft in Abrede gestellt, daß von seiten ihrer Repräsentanten Denunziationen gegen Zionisten erfolgen. Wir haben abgewartet, ob wir von seiten einer maßgebenden C.-V.-Instanz eine Zurückweisung dieser ungeheuerlichen Formulierung ihres offiziellen Redners hören werden. Es ist nichts erfolgt. Stimmt es schon an sich merkwürdig, wenn der C.-V., der doch in politischen Dingen sicli häufig seiner Beziehungen zur Sozialdemokratie rühmt, den Internationalismus als ״Gleichgültigkeit oder Haß gegenüber der Heimat“ auffaßt, so hißt sich dieser Anwurf gegen den Zionismus nur aus parteipolitischer Verbohrtheit erklären. Gerade heute, wo das Judentum in einem schweren Kampf steht, dem gegenüber die obsoleten Mittel der assimilatorischen Loyalitätsbeteuerungen kläglich versagen, sollte jeder verantwortliche Jude Bedenken tragen, gegen andere Juden Vorwürfe zu erheben, die erstens unwahr sind und zweitens trotz des versuchten Abrückens zu einer Waffe gegen das Gesamtjudentum werden können. Emil Ludwig und das Judentum Wie uns aus Straßburg berichtet wird, wurde dort die Anwesenheit Emil Ludwigs, der einen öffentlichen Vortrag über Goethe hielt, von den lokalen Zionistischen Orgaiusationen dazu benützt, Ludwig einzuladen, in einem jüdischen Kreise über Palästina zu sprechen, Ludwig hat bekanntlieh mehrmals über Palästina, das er aus eigener Anschauung kennt, geschrieben und die jüdischen Leistungen gewürdigt Bei dem Emptangsabend in Straßburg hat er Erinnerungen an seinen Palästina-Aufenthalt vorgetragen und erklärt, daß er voll und ganz für den Zionismus eintrete. Zufällig hatte Ludwig gerade an diesem Tage den Aufsatz einer deutschen jüdischen Wochenschrift zu Gesicht bekommen, worin ihm seine gleichgültige Stellung zum Judentum vorgeworfen wird. Insbesondere Ludwigs Vater, der bekanntlich seinen Sohn als Kind taufen ließ, wurde in dem Artikel angegriffen. Ludwig, der nach der Ermordung Rathenaus zwecks «Kenntnis seiner jüdischen Solidarität aus dem Christentum ausgetreten ist, äußerte sich über diesen Angriff des jüdischen Blattes sehr verstimmt und richtete später einen Briet an unseren bekannten Gesinnungsgenossen R.-A. Schramek in Straßburg, dfcn uns dieser zur Verfügung stellt. Ludwig äußert sich 111 diesem Briet sehr bitter über die von jüdischer Seite gegen ihn gerichteten Angriffe, die ihm mehr Verdruß bereiteten, als die ihm gewohnten antisemitischen Anrempelungen. Er verweist darauf, daß man seinem Vater, dessen Bedeutung und Leistung im ״Jüdischen Lexikon“ gewürdigt werde, eine Rehabilitierung durch Hinweis auf diese Würdigung versagt habe. Was seine eigene Stellung zum Judentum betrifft, führt Emil Ludwig in diesem Briefe u. a. folgendes an: ״Der Mann weiß aber, aus Zeitungen und jetzt aus dem von ihm kritisierten Memoirenbuch, daß ich nach der Ermordung Rathenaus meinen Austritt aus der christlichen Gemeinschaft vollzogen habe. Er weiß, daß ich im Jahre 1915 oder 1916 bei der ersten Kunde, die ich darüber durch meine Freunde Lichtheim und R11 ppin empfing, in einem großen Aufsatz für den Zionismus auftrat und daß dieser als einer der ersten zur Propaganda überall nachgedruckt und vielfach übersetzt wurde. Er weiß, daß ich in mehreren langen Aufsätzen über Palästina berichtet habe und daß einige der größten Zeitungen in Amerika diese Aufsätze übernommen und in der ganzen Welt verbreitet haben, — und das zu einer Zeit, als es auf die öffentliche Meinung so sehr ankam, daß Professor Weiztnann in Genf mich bsf( diese Palästina-Reise zu unternehmen. Er weiß, daß ich bei gelegentlicher Anwesenheit in Berlin, einmal in krankem Zustand, in wiederholten Reden für den Zionismus eingetreten bin. Das alles aber verschweigt er in verleumderischer Absicht, weil er einen Hymnus darüber vermißt, welches Geschenk des Lebens das Judentum mir bedeutet Diese Leute können sich nicht vorstellen, daß ein strebender Mensch aut keine Gemeinschaft ״stolz“ ist, in die er hineingeboren wird, daß jemand der jüdischen Religion sich so fern fühlen kann wie der christlichen, daß er, von einem Naturforscher erzogen und durcli Goethe fortgebildet, mit beiden Testamenten 1m Glauben nichts, in der Bildung wenig zu tun hat und doch aus natürlichem Anstand gerade dann z u seiner Abkuntt sich zu bekennen anfängt, wenn Grausamkeit, Torheit und Tücke diese Gemeinschaft angreifen und gefährden. Sie erinnern sich nicht, daß Millionen indifferenter Staatsbürger aller Zungen sich bei Ausbruch des Krieges zu ihrem Volke bekannten, well es in Gefahr war. Sie begreifen nicht, daß ein entschieden international fühlender und denkender Mensch den Nationalismus der Juden in Palästina gegen seine allgemeine Theorie bejaht und in Auflehnung gegen Jahrhunderte langes Unrecht in Bewunderung für das immanente Pathos dieser Bewegung mit seiner Feder zu fördern sucht“ Vor der Jobilänmsaktton des KKL za Chaaukah Ein offener Brief an die zionistischen Frauen und M&ddhen Helene Hanna Thons Mahnruf: ״Zweifel im Nationalfonds“ (״J. R.“ vom 18. September) geht uns zionistische Frauen und Mädchen besonders an. Wir sind die berufenen Werber des N.-F., insbesondere diejenigen von uns, die durch Berufsarbeit nicht oder nicht völlig in Anspruch genommen werden. Der N.-F. braucht Helfer, unendlich viele Helfer, die bereit sind, ein kleines Opfer ihrer Freizeit zu bringen und in dieser für ihn zu sammeln von Haus zu Haus, von Angesicht zu Angesicht, bei jeder jüdischen Gelegenheit, mit freimütigem Appell an das jüdische Herz, bei Freund und auch Nichtfreund unserer Bewegung. Meine Sammlererfahrung durch zwei Jahrzehnte hat mich gelehrt, daß sie alle geben; teils aus Gesinnung, teils ohne Gesinnung, teils gegen ihre Gesinnung; die letzten insbesondere, wenn sie sehen, welche Willensenergie und welches Zielbewußtsein in dem Sammler steckt. Auch in dieser traurigen Gegenwart wirtschaftlichen Verfalls gibt es noch tausend ungehobene Schätze, tausend unausgenützte Möglichkeiten, Mittel für den N.-F. zu beschaffen. Es ist bekannt, daß gerade in den großen Städten, wo Juden in großen Massen wohnen, nur ein ganz winziger Prozentsatz von der Sammlerarbeit für den N.-F. erfaßt wird. Man wartet, bis die Spende zum N.-F. kommt. Grundfalsch. Der N.-F. muß zum Spender kommen! Teilt euch Sammelbezirke nach Straßen ein, verschafft euch Listen der in diesen Straßen wohnenden jüdisehen Familien, verteilt eure Sammler systematisch auf die einzelnen Straßen und macht Haus bei Haus mit einer Spendenliste Besuche in den Familien und ihr werdet überraschende Erfolge erzielen! Vergeßt aber auch die kleinen Orte eurer nächsten Umgebung nicht, wo meist auch Juden wohnen, seien es auch nur wenige. Sie sind in ihrer jüdischen Isolierung, in der sie leben und leben müssen, besonders dankbar für N.-F.-Arbeit. Jüdischer Wille zur Tat ist ihnen eine erfreuliehe Erscheinung, so fern sie sonst auch den Dingen stehen, und sie geben gern und oft mehr als der überzeugteste Zionist. So lehrte mich wenigstens entgegen aller Theorie meine Erfahrung. Gerade Orte, in denen kein jüdisches Gemeinschaftsieben besteht, die abseits allem sind, was uns bewegt, enttäuschen in dieser Hinsicht am angenehmsten. Meist stehen an diesen Orten keine ansässigen Kräfte für unsere Arbeit zur Verfügung, darum müssen diese Arbeit eben die Sammler aus der nächsten größeren Nachbargemeinde machen. Aus Erfahrung weiß ich auch, daß der Fremde stets mehr Erfolg hat als der Ansässige. Ich habe vor Rosch Haschanah fünf solcher Städte besucht und aus ihnen ansehnliche Beträge herausgeholt, Städte, die früher beim N.-F. gar kein oder nur ein winziges Konto hatten. Dieses System auf ganz Deutschland ausgedehnt — muß große Erfolge bringen. Wo sind die zionistischen Frauen? Grete Sommer, Görlitz. Jochanan Stahl In tiefer Erschütterung und Trauer stehen wir vor dem furchtbaren Tod unseres Chawers Jochanan Stahl. Die kurze Zeit, die er in der Arbeit unseres Bundes stand, genügte, seinen zähen Willen, seine unablässige Bemühung und seine unbedingte Treue der Bewegung und ihren Forderungen gegenüber zu zeigen. Im Kreise seiner unmittelbaren Arbeit in Mannheim war er vielgeliebt und hlnterlteß mit seinem Weggang eine schwer auszufffllehde Lickt' Mit schöner Kon- Sequenz und großer Härte sich selbst gegenüber ging er den Weg der Chaluziuth. ״Einen immer hilfsbereiten Menschen“ — nennt ihn ein Brief, den wir dieser Tage aus dem Lande erhielten. Unser Bund denkt in Trauer an Jochanan Stahl, der im vollsten Sinne den Weg des Bundes ging, und wird seine jungen Menschen in dem Geiste hoher Pflichterfüllung unserer Idee gegenüber erziehen, der den Verstorbenen auszeichnete. Die Bundesleitung des Brith-Haolim. Sabbat oder Sonntag, Der zweite kontradiktorische Abend der Freien Jüdischen Volkshochschule, gewidmet der Streitfrage ״Sabbat oder Sonntag?“, lockte wieder ein ungemein zahlreiches Publikum an, das den großen Saal des Logenhauses bis aufs letzte Plätzchen füllte und den Ausführungen der Redner mit sichtlicher Teilnahme folgte. Den Standpunkt des Gesetzes- und Traditionstreuen und damit wohl heute noch den Standpunkt der überwältigenden Mehrheit des Jüdischen Volkes vertrat Ministerialrat Goslar, dem als Oegner der Sprecher der Ideologie des Reformjudentums, Bruno Woyda gegenüberstand, auch er Repräsentant einer nicht unerheblichen Gruppe des Gesamtjudentums, wenn man bedenkt, welchen Umfang das Reformjudentum in Amerika angenommen hat. Die Diskussion wurde von beiden Rednern in geschickter und vornehmer Weise geführt und brachte eine Fülle des Materials und viele interessante Momente, die auch über die Spezialfrage des Sabbat hinaus einer Weiterführung lohnen würden, wie denn überhaupt die Auseinandersetzung, aus der wir am vorigen Montag einet» Ausschnitt erlebten, im Judentum der nächsten Jahre und Jahrzehnte wahrscheinlieh noch beträchtlichen Umfang annehmen dürfte. Bei größter Bemühung, den Fortgang der Diskussion objektiv zu beurteilen und sich gewissermaßen außerhalb jeder mitgebrachten vorgefaßten Meinung zu stellen, muß man anerkennen, daß Goslar ein in tiefere Gründe reichendes, in geschichtlicher Kontinuität und religiöser Verbundenheit wurzelndes Judentum für sich hat, während für Woyda gewissermaßen die Logik des sogenannten praktischen Lebens zu sprechen schien. Beide Redner stellten es als Ziel hin, ein Maximum religiöser Betätigungsmöglichkdt für den Juden zu sichern; aber während Goslar meint, daß ein Aufgeben des Sabbat einer allmählichen Auflösung des Judentums gleich käme, sieht Woyda durch die Eingliederung der Juden In das Wirtschafts- und Staatsleben die Sabbatidee gefährdet, wenn nicht die Möglichkeit geboten wird, den staatlichen Ruhetag zu ihrer Weihe auszunützen. Woyda argumentiert rationalistisch im Geiste jenes Aufklärungszeitalters, das überall Geist und Idee von ihrem lebendigen volkhaften Untergrund zu lösen und auf andere Formen aufpfropfen zu können wähnte; während Goslar, der sich den praktisch fast vollständigen Abfall des deutschen Judentums von der Sabbatidee Vorhalten lassen muß, nicht nur 1m Glauben an die unabänderliche göttliche Offenbarung steht, sondern auch den Zusammenhang der einheitlichen jüdischen Volksgeschichte nicht durch Rücksicht aut in einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort auftretende Abweichungen stören lassen will Vom Standpunkt des nationalen Judentums lassen sich beide Meiqjmgen vertreten, wenn auch die große Mehrheit fraglos auf Seite Goslars stellt (Z. B. ist bekanntlich Stefan wise ein bekannter Sonntagspreaiger.) Im Praktischen schien dem unbefangenen Zuhörer ein Ausgleich nicht so unmöglich, <1! Xv'ovda keineswegs den traditionellen Sabbat abschaffen will, während Goslar die Abhaltung von entsprechend ausgestalteten Werktags-Gottesdiensten am Sonntag für zulässig hält Vielleicht sollte, so wichtig die prinzijiielle Aussprache im Geiste gegenseitiger Respektierung auch sein mag, auf der Linie solcher praktischer Annäherung wirklich ein Versuch gemacht!werde«. K Vermischtes Mit Rücksicht auf die große Raumknappheit der ״Jüdischen Rundschau“ bitten wir alle Vereine, Ortsgruppen und sonstige Einsender dringend, Berichte, Ankündigungen und ähnliche Einsendungen auf die sachlichen Angaben zu beschränken und in der kürzesten Form abzufassen. ״Buch — Bild — Spiel für die jüdische Jugend.“ Aus- Stellung vom 29. November bis 3. Dezember 1931 einschließlieh im Trausaal der Synagoge Levetzowstr, 7, unter Mitwirkung der jüdischen Schule, des jüdischen Frauenbundes, der Berliner Logen U. O. B. B. Sonntag, den 29. November, vormittags 11V3 bi* 2 Uhr: Eröffnung durch Herrn Rabbiner Dr. Lev- Icowitz. Chöre des jung-jüdischen Wanderbundes. Nachmittags von 5 bis 8 Uhr: Dr. Prinz: Ansprache. Oberkantor Oolianin: Alte und neue jüdische Lieder. Sprechchor von Schülern der Mittelschule Große Hamburger Straße, unter Leitung von Dr. A s c h n e r. — Montag nachmittag von 5 bis 7 Uhr: Frau Recha Frey er liest Märchen. Kinderspiele und Tänze. Hebräische Aufführungen der Schüler Adas! JlsrOdl. Abends 8Vs Uhr: Bertha Ba d t-Stra u ß: Jüdische Frauen und jüdische Bücher. Betty K r u p n i c k: Jüdische Lieder. Am Klavier: Mathilde Torczyner. — Dienstag nachmittag 5 bis 7 Uhr: Dr. Aschner: Vortrag. Nca Schwarz singt jüdische Kinderlieder. Abends 81/2 Uhr: 1. Prof. Dr. Heinrich Locw c: ״Jüdische Kinderbücher“; 2. Dr. Carl Schwarz: Vortrag , besser Ury“ (mit Lichtbildern). -.Mittwoch von 5 bis TUhr nachmittags: Hebräische Aufführung der Schule Klopstockstraßc. Frau Abrahamsohn liest Novellen von Perez. Chor der Schüler der Mittelschule Große Hamburger Straße. Abends: 1. Ansprache von Rabb. Dr. Jöief Lehmann; 2. Elsa Dora Wo! ff liest aus eigenen Werken. — Donnerstag nachmittag 5 bis 7 Uhr; ,,Die Arche Noah“, Kinderaufführung der Volksschule Rykestraße. Abends 5'4 Uhr: Emil Cohn: Vorlesung aus eigenen Werken. — Aenderungen Vorbehalten. Die Ausstellung ist täglich von 5 bis 7 Uhr nachmittags und von S15׳ bis 10 Uhr abends geöffnet, außerdem ain Sonntag von 11 bis 1 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der diesjährige Altherrentag des K. J. V. findet am 29. November in Berlin statt. Ört der Tagung: CafÖ Leo«, Kur• fürstendamm 155/56, am Lehniner Platz. Programm: Sonn■ abend, den 28. November: Begrüßungsabend mit Damen. Sonntag, den 29. November: Verhandlungen. Hauptreferate: ״Der Zionismus in der Krise“, Referent Bbr. Gustav Krojanker; ״Zionismus und Kommunismus“, Referent Bbr. Georg Landauer. — Außerdem Besprechung über ״Wirtschaftshilfe im K. J. V.“ Selbsthilfe der jüdischen Studentenschaft! Um der ungeheuren Not hunderter jüdischer Studierender zu steuern, haben sich sämtliche jüdische Studentenverbände zusammengeschlossen und veranstalten am Sonnabend, dem 28. November, abends 8 Uhr, in der Staatlichen Hochschule für Musik, Fasanenstraße 1, einen Abend unter Leitung des Herrn Kurt Singer. Unter anderem spricht Herr Arnold Zweig über ״Die Lebenslage der heutigen Jugend.“ Ferner wirken mit: die Damen Paula Lindberg, Irene"Triesch, Marie Zweig, Ria v. Kessert und Herr Roman Totenberg — Mendelsohn-Preilträger. Der neue Bechstein-Siemens-Ncrnst-Flügd wird unter musikalischen Darbietungen vorgeführt. Der Reinertrag fließt ohne Abzug dem Stipendienfonds der jüdischen Studentenhufe zu. Karten zu 1—5 RM. an der Abendkasse. Rundfunk. Im Breslauer Rundfunk spricht am Dienstag, dem 1. Dezember, um 19.35 Uhr, Herr Dr. Friti Löwin- •t«in über ״Nomaden und Hirten“. Ein Vorfrag desselben Verfassers Über ״Europäisienmg des Orients^ hat vor zwei Wochen im selben Rundfunk stattgefunden. Arbeitsnachweis. Staatlich geprüfte Lehrerin zu zwei Mädchen im 1. und 4. Schuljahr zum häuslichen Unterricht nach Fürth in Bayern gesucht. Heiipidagogische Kenntnisse sehr erwünscht. Schriftliche Bewerbungen sind zu riehten an den Jüdischen Arbeitsnachweis, Abt. für freie Berufe, Berlin SW 19, Lindenstr. 48/50 (Tel.: Dönhoff 307/308). K. J. V.-Stelienvermittlung. Jüngerer Bundesbruder cand. pharm, sucht Stelle in Apotheke. — in kleinerer Stadt, Niederlausitz, können N ie derlassungsmöglichk eiten für einen Arzt* Zahnarzt und Rechtsanwalt nachgewiesen werden. Auskünfte erteilt das Büro des K. J. V. Zionistischer Bezirks-Jugendtag in Frankfurt a- M. Am 29. November findet in Frankfurt a. M. im Saal der Synagoge, Unterlindau 21, ein Bezirks-Jugendtag statt. Die Tagesordnung war in der vorigen Nr. der ״J. R.“ veröffentlicht. Am Vorabend, 28. November, Jugendkundgebung in der Loge, Esthersheimer Landstr. 27. Frankfurt a. M. Sonntag, den 29. November, findet im großen Saal des Saalbaus ein Konzert des KKL statt. Als Solist wurde Oberkantor Alter gewonnen. Weitere Mitwirkende sind: Konzertmeister Hugo Kolberg von der Frankfurter Oper (Violine), Kapellmeister Reinhold Merten vom Südwestfunk (Orgel), der jüdische Männergesangverein ״Häsomir“, Knaben des Synagogenchors der israelitischen Religion«- Gesellschaft. Gesamtleitung: Max Neu mann. Karten sind zu haben beim Keren Kajenieth Lejisrael, Tel. 71073. Bei Karten ab 25 gewähren wir einen Rabatt von 10 «/0. Karlsruhe. Am 21. Oktober sprach vor einer zahlreichen und außerordentlich interessierten Zuhörerschaft Herr Kurt Blum enf cid über ״Letzte Gegenwartsfragen des jüdischen Lebens“. — Die Ortsgruppe hat an jedem ersten und dritten Donnerstag eines jeden Monats ein Zusammentreffen im unteren Raume des Cafe Stübinger. — Sonnabend, den 28. November, spricht um 8«/2 Uhr abends im ״Nassauer Hof“ Herr Jean Schrameck (Straßburg) über das Thema: ״Warum heute Zionismus?“ Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Saarbrücken. Im vergangenen Monat sprach Herr Kurt Blumenfeld (Berlin) in einer gut besuchten Versammlung über das Thema: ״Unsere Zukunft — der nächste Tag“. Der Redner behandelte in zwei großangelegten Teilen die Situation der Juden im 19. und 20. Jahrhundert, brachte treffende und neue Formulierungen zionistischer Erkenntnisse und leitete zum Schluß auf den Zionismus als die einzige Lösung der Judenfrage über. Reicher Beifall dankte dem oft und gern hier gesehenen zionistischen Führer. — Sonntag, den 29. November, sprechen im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung der Jewish Agency Herr Oscar Wassermann (Berlin) und Frau Anitta Müller-Cohen (Luxemburg). Der für den 3. Dezember vorgesehene Vortrag des Herrn Sch mar ja Levin mußte wegen Erkrankung des Referenten verschoben werden. Briefkasten der Redaktion F. Uchteiuteln, Zoppot. Lord Rothermere ist kein Jude. Auch Lord Northcliffe war weder Jude, noch hat er jüdische Vorfahren (s. Nachruf in der ״Times“ vom 15. August 1922). Die Behauptung, Northcliffe sei ein Jude, ist während des Krieges von deutschen Antisemiten aus Agitationsbedürfnis erfunden worden. Sämtliche Ortsgruppenberichte mußten wegen Raummangei für eine der nächsten Nummern «irflckgestellt werden.

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