Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 89 (17.11.1931)
- Date
- 1931-11-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer 0£5 Goldmark Zn Micha Josef bin Gorions zehntem Todestag JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag ».Freitag. Bezugspreis bei de* Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.5ל Goldmark, Auslandsnboxmecneate wcrdisn üo dm Währung der eixarelnet) Länder berechnet. Anreigenpreir % e*»p. NonpareillezeÜe 0,50 G.-M. Stellengesuche 0,2*5 G.-ML. Nummer 89 | Berlin, 17, XI. 193t Redaktion» Verlag und Anzeigen -Verwaltung: Jüdische Rundschau G. tn. b. H., Berlin W15, Meinekestr.10. Telephon: J 1 Bismarck 716570־. A1u4rifeo»cklu&: Di eoit«! und Freitag neebmi trage 4Ubr Redaktionsschlufi Sonntag und Mittwoch nachmittag. Poitseheck - Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433, Budapest 596 93, Danrig 1973, Haag 140470, Prag 59410, Ri*• 4155, Straafcburg 16430, Warschau 190708, Wien 156030, Bank Konten: Darmstädter- und Nationalbank, Depositen - Kasse Berlin, Ktirftirstendaituo 52; Rumänische Kreditbank, Cernautf (Rumänien); Angh Palestine Co. in Haifa, fenisalem, Tel -Aviv. ז כסלו תיצ״ב | xxxvi. jahrg. Par tipBiimu» erstrebt fOr da» lUdlitli« Vota dl« Schaffung alnar affentllch - rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm.“ | Leopold Greenberg London, 16. November. (J.T.A.) Am Sonntag, dem 15. November, verstarb In London Im Alter von 71 Jahren der bekannte jüdische Publizist und zionistische Politiker Leopold Greenberg, Chefredakteur des ״Jewish Chronicle“. Mit Greenberg ist einer der letzten aus der alten Garde der politischen Mitarbeiter Theodor Herzls dahingegangen. Jedem Kenner der zionistischen Geschichte ist Grcenbergs lame wohlvertraut. Er war die wichtigste Figur bet den Ver־ Handlungen Herzls mit der englischen Regierung. In Herzls Tagebüchern wird die Zusammenarbeit des Führers mit Greenberg ausführlich geschildert. Greenberg, 1860 in London ge• hören, schloß sich beim Auftreten Theodor Herzls der zia• nistischen Bewegung an. In dessen Aufträge führte Greenberg 1902 und 1903 Unterhandlungen mit der englischen Regierung über die Ansiedlung von Juden in Vadi El Arisch, sowie Uganda. Durch Greenbergs Bemühungen kam auf dem VL Zionistenkongreß der Beschluß zustande, eine Expedition nach Uganda zu schicken, ln den letzten Jahren vor dem Weltkriege zog sich Greenberg von zionistischer Aktivität zurück und widmete sich nur noch der Redaktion des ״Jewish Chronicle", nahm aber während des Krieges an den Verhandlungen führender englischer Juden mit der englischen Regierung, die zur Verkündung der Balfour-Deklaration fühlten, teil 1905 bis 1907 war Greenberg Mitglied der Zionistischen Exekutive. Zu den zionistischen Fragen hat Greenberg in den letzten Jahren eine radikale Haltung eingenommen. Er fühlte sich als ein Repräsentant des rein ״politischen" Herzl-Zionismus und eines rein politischen Nationalismus. Er befand sich in schärfster Opposition gegen die englische Regierung, der er vorwarf, die BaKour-Deklaration gebrochen zu haben und war auch ein heftiger Gegner Herbert Samuels und Weizmanns. Der ״Jewish Chronicle“ unter seiner Leitung galt m den Augen der Engländer als intransigentestes zionistisches Organ. Greenberg hat sich aber keineswegs nur mit zionisnscher Politik befaßt, er widmete sich mit gleichem publizistischen Eifer allen Angelegenheiten der englisch-jüdischen Gemeinschaft Er war ein echtes publizistisches Temperament und hat bis in seine letzten Tage gearbeitet und geschrieben. Sein Hinscheiden hinterläßt in der englisch-jüdischen Journa- Hstik eine schwer auszufüllende Lücke. Die Erfolge der Nationalsozialisten Wie nicht anders zu erwarten war, haben auch die Wahlen In Hessen mit einem großen Sieg der Nationalsozialisten geendet. Die nationalsozialistische Partei hat gegenüber den letzten Reichstagswahlen ihre Stimmenzahl in vielen Orten verdoppelt, ja verdreifacht. Die Wahlen in Hessen beweisen, daß das Anwachsen der nationalsozia'istischen Stimmen keineswegs eine lokale Erscheinung ist, sondern alle Teile des Deutschen Reiches erfaßt hat. Freilich ist die Regierungsbildung in Hessen durch die Zusammensetzung des neuen Landtags sehr erschwert, und manche trösten sich damit, daß die Nazis nicht, wie sie gehofft haben, die absolute Majorität in Hessen erreicht haben. Aber diese parlamentstechnischen Fragen sind u. E. sekundärer Natur. Wichtiger ist es, die Wahlen als Symptom der geistigen Verfassung zu werten. Auch diejenigen Kreise, die lange nicht an einen wirklichen Stimmungswandel im deutschen Volk glauben wollten und die nationalistische Welle durch überlegenen Spott abtun zu können meinten, beginnen nun zu verstehen, daß wir hier vor eine? ernstzunehmenden Erscheinung stehen. Für die deutschen Juden ist damit die Notwendigkeit gekommen, ihre Auffassung der Judenfrage zu revidieren. Die mit dem Nationalsozialismus verbundene antisemitische Hetze hat das deutsche Judentum, das noch vor wenigen Jahren an das Verschwinden des Antisemitismus durch den ״Fortschritt der Zivilisation“ glaubte, aus seiner optimistischen Lethargie aufgerüttelt Auch wenn bei einem ״legalen“ Sieg des National- Sozialismus und infolge der zahlenmäßigen Verbreiterung der Bewegung der Judenpunkt verhältnismäßig an Bedeutung verlieren und vielleicht sogar auf die brutalsten Formen antisemitischer Betätigung verzichtet werden sollte, die Auffassung vom Wesen des judentums, von den Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden und von der Rolle des Juden in der Gesellschaft wird nicht mehr dieselbe sein, wie im liberalen Zeitalter. Darüber werden alle jüdischen Beteuerungen der ״Zugehörigkeit zum deutschen Volkstum“ usw. nicht hinweghelfen. Der deutsche Nationalsozialismus ist die Manifestation einer Gesinnung, die latent in jedem Volke vorhanden ist und unter bestimmten Bedingungen sich durchsetzt. Die Juden haben sich ein Jahrhundert lang darüber hinweggetäuscht» daß ihr Judentum ihr eigenes Wesen und Schicksal bestimmt und daß es für Juden nur eine jüdische Zukunft geben kann. Man meinte, die Judenfrage sei durch den Liberalismus gelöst. Sie war nicht gelöst, und es wäre frevelhaft, heute die Illusion wecken zu wollen, daß wieder ״bessere Zeiten“ kommen werden, wo die bereits begonnene Lösung der Judenfrage durch Emanzipation sich in Ruhe vollenden wird. Für die Lösung der Judenfrage müssen andere Wege gegangen werden. In dem schweren Kampf, der für das jüdische Volk begonnen hat, kann nur aus einer tiefen Selbstbesinnung die Kraft zur Selbstbehauptung kommen. Am 8. November wurde in Warschau im neuen Lokal der Gesellschaft für jüdische Kunst die jüdisch e Kunstaussteilung vom Außenminister Zaleski eröffnet. Mehr als 1000 cingeladene Gäste füllten die Säle, in denen 40 jüdische Maler mit etwa 200 Werken, Gemälden, Plastiken und Bronceo vertreten sind- ״Ruhe“ in Wilna Neue Unruhen in Lemberg Wilna, 12. November. (J.T.A.) ln der ganzen Stadt waren nach den Ereignissen am Dienstag aucn noch am Mittwoch die jüdischen Geschäfte geschlossen. Einige von Juden bewohnte Straßen bieten das Bild schwerer Verwüstung. Ehe Sawalna-Straße und die umliegenden Gassen sind mit zerbrochenem Scheibenglas übersät. in dieser Gegend wurden zahlreiche jüdische Geschäftsladen vollkommen demoliert, die Waren wurden zerstört oder geraubt ' Auch in dem Hause der Jüdischen Ge- »einde und in dem Hause, in welchem Rabbi Rubinstein wohnt, wurden die Fenster eingeschlagen. Viele jüdische Kautleute mußten die Nacht in den Läden zubringen, um den Rest ihrer Ware zu bewachen, nachdem Türen und Fenster ausgebrochen worden waren. Die nationaldemokratischen Studenten hielten eine Ver- Sammlung ab, in der beschlossen wurde, so lange keinen j ü - di sch e n Studenten in die Universität ein zulassen, als nicht ״der Mörder des Studenten Wazlawsld von den Juden ausgeliefert würde“. In dem Befinden des lebeiysgefähriich verletzten jüdischen Studenten Aba Szdmanowicz Ist noch keine Besserung eingetreten. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Wilnas hielt eine außerordentliche Sitzung ab, in der zu den Ereignissen Stellung genommen wurde. Die Regierung wird aufgefordert, dafür zu sorgen, daß der Barbarei ein Ende gemacht wird. Gleichzeitig appellierte der Gemeindevorstand an die jüdische Bevötkerung, sich von Rachegefühlen nicht beherrschen zu lassen, soweit als möglich die Straßen zu meiden und sich jeder Kundgebung zu enthalten. Nach der Sitzung begab sich eine Abordnung des Gemeindevorstandes unter Führung von Dr. J. Wygadski zum Wojwoden von Wilna und richtete an diesen die Frage, ob die Behörde für Ruhe garantieren könne, so daß die Kaufleute ihre Geschäfte wieder öffnen können. Der Wojwode gab eine ausweichende Antwort Auf die Frage, ob die Re- -».«■™«""-י" .idigte-fewflentett.,»Schyäettemtz gejpthren ##vÄ;#sHdär" Meinung, däffc® Geschäftsleute picht allein den Schaden tragen sollten. Die Zahl der ganz oder zum Teil zerstörten Geschäfte beträgt 60, die der schwer verwundeten und!eicht verwundeten Juden etwa 50. Es wurden rund 100 Exzedenten verhaftet, von denen, wie der Polizeistarosta erklärt haben soll, 60 vor ein Standgericht gestellt werden sollen. Die Redaktionen der jüdischen und demokratischen Zeitungen werden polizeilich bewacht, nachdem die Redaktionslokalitäten des demokratischen ״Kurjer Wilenski“ von den Nationaldemokraten demoliert worden waren. Es haben itn ganzen etwa 2000 nationaldemokratische Studenten demonstriert. In den letzten Tagen sind nach einer kleinen Pause die Studentenunruhen ln einer Reihe von Städten von neuem autgeflackert Aus Lemberg wird berichtet, daß dort zunächst am Polytechnikum, dann an den anderen Hocfy• schulen und an der Universität wieder Krawalle stattfanden, wobei die jüdischen Studenten geschlagen und mißhandelt wurden. Die Universitätsbehörden versuchten, den Exzessen entgegenzutreten, hatten aber nur teilweise Erfolg. Dagegen 13. d. M. auch in Krakau statt, ln Wilna herrscht zw%r verhältnismäßig Ruhe, aber die nationaldemokratischen Studenten fordern die sofortige Einführung des Numerus Clansus. Der Rektor der Wilnaer Universität wies die Forderungen der Studenten ab. Aus Warschau wird ferner gemeldet, daß die polnische Regierung 130 Studenten, die bei den letzten Ausschreitungen verhaftet worden sind, zum Militärdienst eingezogen hat. Die Warschauer Polizei soll den Befehl erhalten haben, bei einer Wiederholung der Exzesse mit der Schußwaffe vorzugehen. De Vorgänge an den polnischen Universitäten haben auch die Wiener Hakenkreuzler zu einer Wiederholung ihrer judenfeindlichen Kundgebungen veranlaßt Es wurde die Parole ausgegeben, das Beispiel der polnischen Nationaldemokraten nachzuahmen. Am 13. d. M. kam es an der Wiener Universität zu Mißhandlungen und erheblichen Verletzungen jüdischer Studenten. Der Rektor der Universität erklärte den nationalistischen Studenten, daß das vom Obersten Gerichtshof als verfassungswidrig aufgehobene, auf dem Arier- Paragraphen beruhende Studentenrecht wieder in Kraft gesetzt werden wird. Es ist beabsichtigt, durch ein besonderes Staats- §' .. öle Nachrichten aus den kleineren Stidlen Polens und Rumäniens bilden eine ständige Unglücks-Chronik, in der vergangenen Woche wird gemeldet, daß in U n g e n y bei Fassy (Rumänien) eine jüdische Veranstaltung überfallen und beschossen wurde, wobei ein jüdischer junger Mann getötet, drei andere und zwei Mädchen schwer verletzt wurden. In der polnischen Stadt Pruszkow kam es aut Grund einer Hetze nationaldemokratischer Studenten zu antisemitischen Exzessen, wobei mehrere jüdische Gebäude völlig demoliert wurden. In aller Kurze Der neue High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Grenfell W auchope, hat sich am 12. November auf die Reise nach Palästina begeben, um sein Amt anzutreten. Vorher wurde General Wauchope vom Premierminister Ramsay MacDonald empfangen, der mit ihm die palästinensischen Angelegenheiten besprach. Richter A. H. W e b b , Präsident des Distriktsgericbtes in Nablus, wurde, wie offiziell mitgeteilt wird, zum j u r i s t isehen Berater des Landentwicklungs-Kommissars French ernannt. Der juristische Berater hat die Ansprüche der ,)andlosen“ Araber auf Grund de» MacDonald-Briefes zu prüfen. Die Bemühungen der Exekutive der Jewish Agency um eine Herabsetzung des für die Einreise nach Palästina erforderlichen Minimalkapitals sind, wie wie erfahren, von Erfolg gewesen. Bereits für die nächsten Tage wird eine offizielle Bekanntgabe des Kolonialamtes erwartet, wonach bereits der Besitz eines Betrages von 500 Pfund (bisher 1000 Pfund) die Berechtigung erteilt, eine Einwanderungs- Bewilligung unter Kategone B (״Kapitalisten“) zu erwerben. Von den von der Jewish Agency für ein halbes Jahr angeforderten 1700 Einwandererzertifikaten für Chafuzim und Angehörige von Palästina-Einwohnern hat die Regierung, wie verlautet, nur etwa ein Fünftel bewilligt, das auch nur zum geringen Teil für Chaluzim verfügbar sein wird. De Jewish Agency führt die Verhandlungen über Erhöhung der Quote fort Bei der Ernennung der außerhalb des Kabinetts stehenden Minister wurden die Unterstaatssekretäre für die Kolonien bzw. Dominien, Sir Robert Hamilton und Malcolm M a c D 0na Id, wie erwartet, in ihren Aeffltern bestätigt. Der jüdische Abgeordnete der liberalen Partei, Höre Belis ha, ist als Unterstaatssekretär des Handelsministeriums in die Regierung eingetreten. Hore-Belisha war vor zwei Jahren kurz nach den Unruhen in Palästina. 1120 in Palästina illegal eingewanderte Juden, davon 500 in Jerusalem, haben bis jetzt von dem Amnestieerlaß der Regierung betreffend illegale Einwanderer Gebrauch gemacht. Der Gattin des ehemaligen Ministers Rewutzky, eines bekannten linken Poale-Zionisten, wurde von der Palästina- Regierung die Landung in Palästina untersagt, als sie mit ihrer Tochter vorige Woche als Touristin in Jaffa ankam. Auch die Bemühungen der Jewish Agency, ihr die Erlaubnis zu verschaffen, blieben erfolglos. Polizeirichter Harcavy in Haifa verurteilte vier Arbeiter, die bei der Arbeitslosen-Demonstration vor den Plantagen in Chederah festgenommen wurden, zu je sieben Tagen Gefärtgnis. In der Begründung des Urteils sprach der- Richter seine Mißbilligung über das brutale Vorgehen der Polizei beim Auseinandertreiben der Demonstranten aus. Der Antostreik in Palästina beendet Der Streik der Autobesitzer und Chautteure in Palästina ist nach einer Dauer von 9 Tagen abgebrochen worden, nachdem die Regierung die Zahlung der Lizenzgebühren auf einen weiteren Monat aufgeschoben hat. Sämtliche Handelskammern des Landes hatten die Forderungen der Streikenden auf Ermäßigung der Lizenzgebühren und der übrigen Steuern unterstützt Der Taxi- und Lastwagenverkehr wurde in vollem Umfange wieder aufgenommen. Das Streikkomitee erließ eine Erklärung, in der testgestellt wird, daß vom Beginn bis zum Ende des Streiks die gemeinsame arabisch -jüdische Front ungebrochen geblieben ist. Scheußlicher Mord in Palästina Da» Verschwinden von Jodianan Stahl und Salla Sohar nach einem halben Jahr aufgeklärt Jerusalem, 15. November. (J. T. A.) Vor mehreren Monaten erregte das Verschwinden eines aus Deutschland stammenden jungen Juden namens Jochanan Stahl und eines jüdischen Mädchens, Salia Sohar (Goldstein), die sich von Tel- Awiw zu einer kurzen Wandertour entfernt hatten und nicht mehr zurückgekehrt waren, großes Aufsehen. Nachdem bisher alle Nachforschungen der Freunde der Vermieten nach deren Verbleib vergebens waren, haben am 12. November einige junge Leute, die sich nochmals auf die Suche begaben, Spuren gefanden, die auf eine Ermordung der Vermißten und deren Vergrabung in der Nähe der Kolonie Herzliah schließen ließen. Die Polizei ging diesen Spuren nach, an der bezeichneten Stelle wurden die Leichen ausgegraben. Die Polizei setzte eine Belohnurig für die Ermittlung der Mörder aus, dies hatte den Erfolg, das fünf Beduinen vom Stamme Arbal Kuran als Täter verhaftet wurden. Die Verhafteten haben die Mordtat eingestanden. Die Leichen der beiden Ermordeten wurden nach Tel-Awiw gebracht, wo die Beerdigung am späten Nachmittag des 13. November unter großer Beteiligung, insbesondere der Jugend, stattgefunden hat. Die Nachricht von dem entsetzlichen Verbrechen wird überall in Palästina und in der zionistischen Welt Abscheu und Trauer wecken. Schon vor Monaten hat das Verschwinden der beiden jungen Leute, ebenso wie die furchtbare Bluttat von jadschur, in Palästina große Erregung hervorgerufen, und die palästinensische Polizei hat bei verschiedenen Gelegenheiten erklärt, daß sie mit größter Energie bemüht sei, den Tätern auf die Spur zu kommen, daß jedoch ihre Bemühungen bisher erfolglos waren. Den Angehörigen der so tragisch aus dem Leben geschiedenen jungen Leute wendet sich die aufrichtige Teilnahme der deutschen Zionisten zu.