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Jüdische Rundschau · 1931-10-30 · Heft 84 (30.10.1931) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 84 (30.10.1931)
Date
1931-10-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr 84, 30. X. 1031 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite £05 Briefe an die Redaktion Berlin, 25. Oktober. Sehr geehrte Redaktion! Als Teilnehmer der Versammlung des jüdischen Arbeiter• kultu!־Vereins am 22. Oktober d. J. hatte ich die'Gelegenheit zu hörin, wie Herr Dr. Heller über sein Referat im K. J. V. berichtete, ״in der Bleibtrcustraßc in Charlottenburg, in einer Organisation, zu der ich etwa ebenso stehe, wie zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei4'1. Es ist durchaus möglich, daß Dr. Heller nicht die Absicht hatte, das K. J. V. zu beleidigen. Von seinem Standpunkt aus kann ein Vergleich mit seinen eigenen Bundesgenossen vom 0. August nicht beleidigend wirken. Da aber darüber, wie Zionisten solche Vergleiche auffassen müssen, nur eine Meinung sein kann, gestatte ich mir die Anfrage: Ist es unbedingt nötig, daß dieser Herr für den 26. 10. zu einer anderen zionistischen Organisation als Referent eirigcladen wird, damit er, der sich übrigens zu der Behauptung verstiegen hat, daß die Mitglieder der Histadruth nur Spione der englischen Polizei sind, die nach Kommunisten fahndet, bei einer weiteren Gelegenheit auch diese Organisation beschimpfen kann? Und können sich zionistische Jugendorganisationen Informationen über Zionismus und Juden- 41*m in Rußland nicht aus anderen Quellen holen? 1 בברכת ציון. j e h u d a. * Breslau, den 22. 10. 31. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“. Wir bitten Sie, in Ihrer nächsten Nummer folgende Erklärung zu veröffentlichen: Veranlaßt durch die politische Haltung der Revisionisten seit dein Kongreß und die Vorgänge innerhalb der Partei und der Brith Trumpeldor-Bewegung, sehen sich die Unterzeich־ neten gezwungen, unter Niederlegung ihrer Aemtcr aus dem Brith Trumpeldor und der revisionistischen Partei auszuscheiden. Mit Zionsgruß stud. iur. Siegfried S. Zadik» bisheriger N’ziw hagalil (Gauleiter) des Brith Trumpeldor- Schlesien und Vorstandsmitglied der rev. Ortsgruppe Breslau. Claus Hayek, bisheriger Mefaked haken (Ortsgruppenleiter) des Brith T ru mpeldor- Breslau. * 111 der ״jüdischen Rundschau׳‘ vom 29. 9. beklagte sich in einer Zuschrift Herr M- Sambursky über Störungen der Keren Kajemeth-Aktionen in Danzig durch den Keren Tel Chaj. Hierzu sendet uns der Brith Trumpeldor in Danzig eine Zuschrift, um deren Aufnahme er ersucht mit Hinweis darauf, daß im Gegensatz zu den deutschen Revisionisten die Danziger Revisionisten nicht aus der Landesorganisation ausgetreten sind. In dieser Zuschrift wird u. a. ausgeführt, daß der Brith Trumpeldor den Keren Kajemeth nicht zu schädigen beabsichtigte und seine Aktion vor Beginn der Rosch Haschanah-Aktion des Keren Kajemeth abgebrochen habe. Der Keren Kajemeth sei auch nicht geschädigt worden, was schon daraus hervorgehe, daß er in diesem Jahre mehr aufgebracht hat als im Vorjahr. ,Gerade durch die Schussel- .‘Naromlungen des Keren Tel Chaj. Jo den Synagogen seien die Besucher in höherem Mäße auch auf die KKL-Schüsseln aüf« merksam geworden. Der Brith Trumpeldor verweist ferner darauf, daß seine Mitglieder bei der KKL-Aktion eifrig mitgewirkt und 50 «,0 aller Adressen besucht haben. — Mit dieser Veröffentlichung muß für uns die Angelegenheit erledigf sein, obwohl von seiten der Danziger KKL-Stclle manche Angaben des Brith Trumpeldor bestritten werden. Ein Aufruf der ״Bilu“. Die noch lebenden Mitglieder der Gruppe ״Bilu“, die sieh vor einem halben Jahrhundert als die ersten jüdischen Pioniere in Palästina ansiedelten, haben sich zu einein Appell an die Freunde Palästinas Ln der ganzen Welt vereinigt und fordern unter Hinweis auf die Fünfzigjahrfeier der Gründung der Chibath Zion-Bewegung und die Dreißigjahrfeier der Gründung des Jüdischen Nationalfonds zur Erhöhung der Keren Kajemeth-Beiträge in diesem Jahre auf. Tagungen Gruppenverbandstag für Hessen und Hessen-Nassau. Am Sonntag, dem 18. Oktober, fand in Frankfurt a. M. ein Gruppenverbandstag für Hessen und Hessen-Nassau statt. Nachdem bereits am Vorabend in einer sehr stark besuchten Massen* Versammlung Schmarjah Levin und Kurt Blumenfeld zur jüdischen Öffentlichkeit gesprochen hatten, fand der Gruppenverbandstag selbst unter sehr starker Anteilnahme der Zionisten sowohl aus Frankfurt wie aus sämtlichen Ortsgruppen des Bezirks statt. Besonders erfreulich war die überaus zahlreiche Teilnahme der Jugend. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand ein Referat von Kurt Blumenfeld über: ״Die Werbe• kraft der zionistischen Idee“. In diesem Referat wurde insbesondere die zionistische Position und Argumentation bei der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus behandelt. An der Aussprache nahmen eine große Anzahl von Rednern teil; insbesondere sprachen Dr. Altred Landsberg (Wiesbaden) zum Thema: ״Zionismus und die Probleme der Zeit“, und Schmarjah Levin, der die russischen Verhältnisse behandelte. Die Ausspräche erstreckte sich über den ganzen Tag und wurde unter gespanntester Anteilnahme der Anwesenden durchgeführt. Sie hatte jedenfalls das erfreuliche Ergebnis, daß zahlreiche Gedankengänge berührt wurden, die für die zionistische Propaganda und Erziehungsarbeit wertvoll sind, und daß daneben aus der Erkenntnis der zionistischen Position in der Gegenwart heraus der Arbeitswille der Zionisten des Bezirks neue Impulse erhalten hat. Der Versuch, den Gruppenverbandstag völlig zu einer prinzipiellen Aussprache zu benutzen, ohne konkrete Ar• beitsfragen zu behandeln, hat sich jedenfalls in diesem Falle voll bewährt. — In einer besonderen Sitzung der Jugendführer des Bezirks wurde die Organisation der Jugendarbeit besprachen. Es ist beabsichtigt, am 29. November in Frankfurt 3. M. einen Bezjrks-Jugendtag zu veranstalten. ~ Bei einer Sonderveranstaltung der Frauen referierte Frau Dr. Recha Freier (Berlin) über die Aufgaben zionistischer Frauenarbeit. Auch diese Veranstaltung diente zur Intensivierung der Arbeit im Bezirk. — Insgesamt hat der Gruppenverbandstag mit den verschiedene» Nebenveranstaltungen seinen Zweck ganz vor* züglich erfüllt, als Auftakt der Winterarbeit im Bezirk zu dienen. Tagung des nordwestböhmischen zionistischen Arbeitekreises in Leitmeritz. Wir erhalten folgenden Bericht: Sonntag, den 18. Oktober d. J-, fand Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der außerordentliche Kreistag des Arbeitskreises Nordwestböhmen statt. Außer den Vertretern der Ortsgruppen Aussig, Tetschen-Bodenbach, Brüx, Teolitz, Schönau, Komotau, Böhm.-Leipa und Leitmeritz konnte der Vorsitzende Dr. Hugo Pick eine Anzahl von Gg. der Dresdener Ortsgruppe begrüßen. Herr David Bochner begrüßt im Namen der Dresdener Gg. den Kreistag und erhofft sich von dem be* gonneuen Wege der gemeinsamen Arbeit der beiden benachbarten Arbeitskreise wertvolle Anregungen. Als Referenten waren die Herren Dr. Emil Margulies (Leitmeritz), Julius Berger (Berlin), Arthur Bergmann (K. H. Prag) und Dr. Ullmann (Karlsbad) gewonnen. Nach dem politischen Reterat Dr. Emil Margulies’, der bei dieser Sitzung durch Ueberreichung eines Diploms über die Spende von 10 Dunam Boden in Palästina geehrt wurde, fand keine Diskussion statt, sondern in der Nachmittags-Sitzung wurde nach Begrüßung des Herrn Benno Korn , Leiters des sächsischen Arbeitskreises, das überaus interessante Referat des Herrn Julius Berger über ״Privatwirtsci 1 aftliehe Möglichkeiten“ gehalten, daran schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion an. Dr. Bergmann sprach über das Notopfer und Dr. Ullmann gab wertvolle Anregungen über die kommende Winterarbeit. Er erstattete auch einen Bericht über das abgelaufene Arbeitsjahr, ln vollkomme- 11er Harmonie verlief dieser von über 150 Personen besuchte Kreistag, der allen Anwesenden Ansporn und erneute Freude an dem Ausbau unserer Arbeit gab. Ortsgruppen Hannover. Am 13. Oktober fand in der Pension am Opernhaus die ordentliche Generalversammlung der h1«»1gen Zionistischen Ortsgruppe statt. Die augenblickliche Wirtschaftenot trägt Schuld daran, daß viele unserer früheren eifrigen Mitarbeiten durch ihre eigenen Angelegenheiten so sehr absorbiert sind, daß sie für eine aktive Mitarbeit ausschalten. Dies zeigte sich auch am Besuch unserer Jahresversammlung. Der bisheriee Vorsitzende, Herr Dr. Fleischhacker, gab den Tätigkeitsbericht über das verflossene Arbeitsjahr. 23 Veranstaltüligen haben stattgefunden: Ein Zyklus von Vorträgen, in der Hauptsache für die Jugend gedacht, außerdem eine Reihe von Vorträgen, die interessante Gebiete des gesamtjudischen Lebens berührten. Die Arbeit für den Keren Hajessod hat verhältnismäßig günstig abgeschnitten. Das Ergebnis für den Keren Kajemeth Lejisrael hat darunter sehr gelitten, daß die Sind nicht straff genug organisiert Ist und daher zur Arbeit t in dem Maße herangezogen werden konnte, wie es notig gewesen wäre. Immer wieder, auch in der Diskussion, klang die Mahnung an unsere Jugend durch, der Ortsgruppe ihre Kräfte zur Verfügung zu stellen, um so mehr, da war aus tmanzieilen Gründen nicht mehr imstande sind, einen geregelten Bürobetrieb aufrechtzuerhalten. Neben der Jugend ergeht an die hiesigen K. J. V.er der Appell, sich rege an unserem Ortsgruppenleben /u beteiligen. Nach dem Bericht des Kassen- Prüfers fand die Entlastung des bisherigen Vorstandes statt. Der neugewählte Vorstand setzt sich aus den Herren Justizober־ inspektor Richard Loewe, Gerichisass. Walter Bach rach und Zahnarzt Dr. Ludwig Perlmutter zusammen. Die Damen und Herren des bisherigen Vorstandes verbleiben im erweiterten Vorstand. Das Amt des Keren Kajemeth-Vertrauensmanncs soll der neue Vorstand besetzen. Die regelmäßigen Dienstag-Abende finden von nun ab nur noch jeden 1. und 3. Dienstag im Monat, in der Pension am Opernhaus, statt und werden in der gleichen Weise aufgezogen, wie Im vergangenen Jahre. __ *-״• Vermischtes Hebräische Lehranstalt der jüdischen Gemeinde, »! Berlin, ln sämtlichen Stufen und Massen können Teilnehmer Aufnähme finden, insbesondere in den Anfängerklassen: a) Mittwoch, 1930—21 Uhr, Klopstockstr. 58, Lehrer Herr Alexander Baiasch; b) Montag, 16.30—18 Uhr, und Donnerstag, 17 bis 18.30 Uhr, Klopstockstr. 58. Lehrer Herr Dr. Moses Goldmann; c) Mon'ag und Donnerstag, 19 -2030 Uhr, Große Hamburger Straße 27, Lehrer Herr Walter Heilbrunn. Sprechzeit des Schulleiters N. Bcrggrüit: Montag und Mittwoch, 1930—2030 Uhr, in der Schule, Große Hamburger Str. 27. Dienstag, 19—20 Uhr, in der Schule, Klopstockstr. 58. — Telephonische Auskunft: H 5, Brabant, 501 (2-3 Uhr). Jüdische Musik. Am Montag, dem 2. November, spricht Alice Jacob-Loewcnson im Synagogenverein Steglitz- Friedenau über ״Ein Gang durch die jüdische Musik von den Anfängen bis zur Gegenwart“. Der Vortrag findet im Saal von Irtnler, Friedenau, Bornstr. 1 (Ecke Kaiscrallee, Schloß- und Rheinstraße) statt. Eintritt frei, Gäste willkommen. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums teilt, da ihr irrtümliche Gerüchte bekannt geworden sind, hierdurch mit, daß die von ihr herausgegebene ״Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums“ nach wie vor regelmäßig erscheint. Die Monatsschrift, die mit dem Dezemberheft ihren 75. Jahrgang beendet, wird von Januar 1932 an sogar in einer gefälligeren Ausstattung, vor allem in weniger kompressera Druck, herausgegeben werden. Der Herstellungspreis wird dadurch nicht erhöht, sondern verbilligt. Wenn ihre Mitglieder ihr freu bleiben und der Zuwachs an Mitgliedern sich in dem gewohnten Umfang hält, hofft die Gesellschaft, ihre Leistungen wie bisher aufrecht erhalten zu können. Anmeldungen neuer Mitglieder nimmt die Geschäftsstelle der Gesellschaft: Berlin-Schöneberg 1, Beiziger Str. 46, 11/2, entgegen. Das jüdische Kabarett ״Kaftan“ bringt in seinem neuen Programm: ״Der Markt“ (von Goldfaden), ״A Chassene in Städtel“, ״Prinzessin Sabbath“ (von Heinrich Heine), vorgetragen von Ruth K11 n g e r. Das Ensemble ist durch Jakob und Esther Moschkowitz vergrößert worden. Näheres siehe Inserat. Elly Kurz, die bekannte jüdische Sängerin, befindet sich auf einer Konzerttournee, die sie durch Italien und ganz Palästina führen wird. Frl. Kurz wird io dem neu erbauten Konzertsaal in Hedera, der mehrere tausend Personen faßt, verschiedene Konzerte geben. Der Keren Kajemeth Lejisrael veranstaltet am Montag, dem 9. November, 4 Uhr nachmittags» in der Villa D’Este, Hardenbergstr. 21/23, einen Bridgenachmittag. Karten zu 1.50 M. sind im Berliner KKL-Büro zu haben. Bismarck 7165, Apparat 45. 1. D- Kirschenbaum veranstaltet im November eine Aus- Stellung seiner Arbeiten in der Galerie Weber, Berlin, Derfflingerstr. 28. Kirschenbaum, dessen Arbeiten in dieser Zeitung wiederholt Beachtung gefunden haben, kann als einer unserer stärksten jungen jüdischen Künstler betrachtet werden. Er versteht es, Motive des jüdischen Lebens eindrucksvoll zu gcstalten. Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, den 8. November, 11 L»'hr. Dichter-Abende im Beth-Am. Das Beth-Am Iwri, das sich immer mehr zum Mittelpunkt der an der hebräischen Kultur Interessierten gestaltet, ist auch darum bemüht, die in Berlin gastierenden hebräischen Schriftsteller den weiteren hebräischen Kreisen in Berlin zu präsentieren. An zwei solchen Dichter-Abenden hatte man Gelegenheit, zwei würdige Vertreter der hebräischen Dichtung kennen zu lernen. Am 2. Sukoth-Peiertag veranstaltete das Beth-Am Iwri eine Feier zu Ehren des Schriftstellers David Vogel. David Vogel ist den hebräischen Lesern durch seine Gediehtc und seinen großen Röman ״Chaje Ncsuim“ (Eheleben) wohlbekannt. Die hebräischen Schriftsteller in Berlin, Mitglieder des Beth-Am und Gäste hatten sich zahlreich zu dieser Feier cingefunden. Dr. W o y s I a w s k i würdigte in seiner Ansprache die Dichtung Vogels. M. Schlange!־ erörterte den Zusammenhang zwisehen der Dichtung Vogels und der hebräischen Dichtung überhaunt. M. Mohr las humorvolle, speziell zu dieser Feier verfaßte Gedichte vor. Auch künstlerische Darbietungen blieben nicht aus. Unter den Gästen weilten der bekannte Schauspieler und Leiter des jüdischen Kabaretts, Herr Makim Sakaschansky, und Frau Ruth KI i n g e r. Auf Bitten des Publikums trug der beliebte Künstler einiges aus seinem Repertoire vor, begleitet auf dem Flügel von Ruth Klinger. Das Publikum spendete den Künstlern reichen Beifall. Die palästinensischen Singer S. Aharoni, Benjamin! und J. H enin sangen mit Beifall aufgenommene hebräische Lieder. Herr Nachura Lewi n trug neue palästinensische Lieder vor. Zum Schluß las die Schriftstellerin Fra« Mascha Kaie ko eigene Gedichte vor. David Vogel, der eine Reise nach Polen antrift, ging auf einige Gedanken der Redner ein, die Frager! der hebräischen Dichtung berührten, und verabschiedete sich in warmen Worten von allen Anwesenden. — Am 20. Oktober fand eine Abschiedsfeier zu Ehren des hebräischen Dichters ftzchak lamdan statt. Lamdan ist auch in Deutschland bekan nt durch sein großes Werk ״Massada“, das in der ״Jiidischen Rundschau“ bereits gewürdigt worden ist. ln den letzten Monaten war Lamdan im Aufträge des hebräischen Weltver* bandes (Brit Iwrit Olamit) in Litauen tätig. Er arbeitete gemeinsam mit der litauischen Abteilung des Wcltverbandes und hat es verstanden, der hebräischen Arbeit in Litauen einen gewissen Schwung zu verleihen. Dr. P i ״ e s begrüßte den Dichter im Namen des Beth-Am und des hebräischen Weltverbandes und würdigte in seiner Ansprache die Dichtung und Personlichkeit des Dichters. Der Ansprache folgte eine freie Ausspräche über aktuelle Fragen der hebräischen Literatur. Lamdan dankte dem Beth-Am und den Anwesenden und berichtete dann über seine Erlebnisse in Litauen. Viel Freude löste die Feststellung aus, daß die hebräische Bewegung in Litauen sehr stark ist und daß 80 0/0 der jüdischen Kinder in Litauen hebräische Schulen besuchen. Gautag des Brith-Haoftm (J.J.W.B.) in Werden/Ruhr. Am 10.—11. Oktober 1931 fand in Werden/Ruhr das diesjährige Herbsttreffen des Rhein-Ruhrgau des Brith-Haolim bei einer Beteiligung von ca. IM Chawerim statt. Als Gäste nahmen Herr Dr. Irwin Fisher (Dortmund) und einige Gruppen des Kadimah (Essen) teil. Der Gautag begann Schabbath mit einem literarisehen Abend: ״jüdische Not“. Aus Werken jüdischer Schriftsteiler, wie Perez, Anski, Bialik, Schapiro 11. a., wurde in erschlitternder Weise die Not der jüdischen Massen aufgezeigt. Der Sonntag brachte ein Referat von Otto C a h 11: ״Die wärtschaftliche Lage der deutschen Juden“. Der Bericht der Gauleitung und der Führerschaft zeigte das Wachsen unseres Bondes. In Düsseldorf trat der jüdische sozialistische Jugendbund ״Die blauen Blusen“ zu uns über, ln Köln und Gelsenkirchen gelang es, neue Gruppen für uns zu gewinnen. Auch die anderen Agudoth haben gute Möglichkeiten der Erweiterung. Kadimah, Bund jüdischer Jugend. Das Büro befindet sich j<^rt: bei Ernst Rubens, Berlin, Rosenheimer Str. 8/1V. Arbeitsnachweis. Junge Laborantin mit staatlicher An- Erkennung, die auch kaufmännisch ausgebildet ist, sucht Stellung im Arzthaushalt, wo sie sich wirtschaftlich betätigen würde. — Tüchtige Stenotypistinnen aus dem Anwaltsfach können nadigewiesen,werden, — Arbeitsgemeinschaft,der Jüdischen Arbeitsnachweise, Abt. f. kauftn. und freie Berufe, Berlin SW 19, Lindenstr. 4S/50, Tel.: Dönhoff 307/308. Chirurg gesucht Das städtische Krankenhaus in Tel- A w i w sucht einen Chirurgen, der die Leitung der chirurgischen Abteilung (20 Betten) übernehmen soll. Grundgehalt 20 Pal. Pfund monatlich, mit dem Rechte zur Ausübung von Privatpraxis, wobei das Spital auch zu Operationen privater Patienten des betreffenden Arztes zur Verfügung steht. Interessegten werden gebeten, ihr Bewerbungsschreiben bis zum 1. Januar 1932 dem städtischen Krankenhaus, Tel-Awiw, P.O. B. 51, einzureichen. Berliner Kalender Gruppe Nord-West der B. Z. V. Montag, den 2. November, abends 81/3 Uhr, im Cafe Lochau, Altonaer Str. 34. Hans Rosenkranz: ״Rote Assimilation“. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Studiengruppe Tempelhof: Montag, den 2. November, abends 81 כ Uhr, bei Frau Fridel Salomon, Kaiserkorso 4. Leitung Frau Recha Freier. Gäste willkommen. — Gruppe Lichterfelde: Dienstag, den 3. November, nachm. 41/3 Uhr, Ge- Schichtskursus. Leitung Frau Boschwitz. Bei Frau Bloch, Dahlem, Ehrenbergstr. 33. Gäste willkommen. — Gruppe Grunewald: Mittwoch, den 4. November, nachm. 41/3Uhr, Vortrag von Herrn Dr. Georg Landauer ״Die wirtschaftliche Lage Palästinas in der allgemeinen Wirtschaftskrise“. Bei Frau Netty Hirsch, Grunewald, Humboldtstr. 6b. Gäste willkommen. — Studiengruppe Wcst-Charlottenburg:Der für Montag, 2. November, angesetzte Palästinakursus unter Leitung von Frau Mirjam Czuczka wird verschoben. Zeire Misrachi Berlin. Sonntag, den 1. November, nachm. 61'■- Uhr, im Heim, Monbijouplatz 10: Generalversammlung. Klub junger Zionisten. Statt des vorgesehenen Vortrages im Rahmen des Zyklus ,,Zionismus — Sozialismus — Kommt!־ nismus“ findet am Dienstag, den 3. November, abends 83/4 Uhr, Meinekestr. 10, mit Dr. Klatzkin eine Aussprache über sein Buch ״Krisis und Entscheidung“ statt. Der Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend veranstaltet am Sonnabend, dem 31. Oktober, 8 Uhr abends, im großen Saal der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2/4, eine Jugend- Kundgebung über das Thema: Der hebräische Weltbund, seine Aufgaben und Ziele. Es sprechen: Dr. Simon Bernfeld (hebräisch), Prof. Dr. Koigen, N. Lewin (hehr.), Dr. M. Pines (he.bn), Dr. M. Soloweitschik (deutsch), Dr. H. Torczyner (deutsch). Alle Jugendbünde, Mitglieder des Beth-Am Iwri und Freunde der hebräischen Bewegung werden gebeten zu erscheinen. Israelitischer Frauen-Ünterstützungsverein, E. V- Lichtbilclervortrag Dr. Ernst Cohn-Wiener über ״Aegypten, Strien, Palästina“ (mit eigenen Lichtbildern), in der Aula der Fürstin-Bismarck-Schule, Charlottcnburg, Sybclstr. 2/4. Sonnabend, den 31. Oktober, pünktlich abends 8 Uhr. Eintritt 2 M. Der Palästina-Jubiläumsbail des Keren Kajemeth Lejisrael findet am Sonnabend, dem 19. Dezember, bei Kroll statt. המועצה לעבודה עברית בין הנער עורכת במוצאי שבת 31 באוקטובר בשעה 8 בערב באולם הקהלה <רחנשס4.1~2> אספת נער פומבית על הנושא: "הברית העברית העולמית תפקידיה ומטרותיה". בין הנואמים: ד-ר ש• ברגפלד. נחום לוין. ד״ר טורציגר• ד״ד סולוביציק• ד״ר פינס. פרום• ד״ר קויגן. אורחים רצויים!

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