Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 69 (4.9.1931)
- Date
- 1931-09-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der Berliner indischen Gemeinde Einzelnummer 0£3 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDienstaR u.Freitag. Bezugspreisbei der Expedition monatlich 2,—־ Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldtnark. /\usland8abotmemeDt* werden in d«r Währung der einzelnen Linder berechn«. Anzeigenpreis: 8 gesp. Nonpareillezreile 0,50 G.-M. Stellengesuche 0,25 G--M. Nummer 69 I Berlin, 4. IX. 1931 Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G. ta. b. H., Berlin W15, Meinekestr.10. Telephon: J 1 Bismarck 716570־. Anx«igensdhlu£: Dienstag und Freitag nachmittag• 4Uhf RedaktionsschluB Sonntag und Mittwoch nachmittag- Poancheek - Konten: Berlin 17392, B««»l V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433, Budepeet 596 93, D.niig 1973, Haag 140 47». Pr•* 59410, Riga 4155. Straasburg 16430. WarerJiaii 190 708, Wien 156030. Banfe - Konten: Dermatidter- und Nadonilbenk, Depositen - Ksane Berlin, Kurfiiretendemm 5Z- Rutnäntoche Kreditbank, Cerneuti (Rumänien); Anglo Pale.tine Co. in Haifa, lemaalem, Tel -Aviv. כ״ב אלול תתנ״א | xxxvi, jahrg. Pgr 110"hwas erstreb« für Ce» JUdlKlw Volle die Schaltung einer äffentIKh ■ rechtlich gesicherten Heimstätte In Pallstlna. ״Baseler Programm.•* Zur politischen Lage Manifest der Exehutiue Zionisten! Die Exekutive der Zionistischen Organisation erachtet es als ihre Pflicht, bei Uchernahme der ihr durch den XVII. Zionistenkongreß auferlegten Pflichten und Verantwortlichkeiten der zionistischen Welt die Hauptrichtlinien ihres Arbeiteplanes zu unterbreiten und alle Zionisten zur tätigen, freudigen Mitarbeit aufzufordern. Die politische Arbeit der Jewish Agency bleibt von überragender Bedeutung für unsere Bewegung. Dde Mandatarmacht rüstet zur aktiven Anteilnahme an der Wirtschaftliehen Entwicklung Palästinas, und es muß jetzt die erste Sorge der Exekutive sein, über die Rechte des jüdischen Volkes zu wachen, wie sie in der Balfour-Deklaration und im Mandat niedergelegt und garantiert sind. Unser Vertrauen in die Gerechtigkeit und Weisheit der Mandatarmacht und die Heiligkeit internationaler Verpflichtungen ist durch die Schicksalsschläge und Enttäuschungen der vergangenen zwei «Jahre nicht zerstört worden. Der Anspruch des jüdischen Volkes auf eine von künstlichen Beschränkungen freie Ein- Wanderung, auf die Möglichkeit des Bodenerwerbes und auf die ungehinderte wirtschaftliche, politische und kulturelle Entfaltung seines Lebens in Palästina wird die Basis der Ver- Handlungen mit den Vertretern Groß-Britannicns bilden. Vorurteil und Mißverständnisse trüben noch unsere Be- Ziehungen mit der arabischen Bevölkerung Palästinas. Di« Erklärung der neuen Exekutive, die dem Kongreß bei seiner letzten Sitzung unterbreitet wurde, gab dem unwandelbaren Wunsch der Judenheit Ausdruck, aktive Maßnahmen auf ökonomischem, sozialem und politischem Gebiet zu treffen und friedliche Beziehungen und die Annäherung zwischen Juden und Arabern in Palästina herbeizuführen, von dem Grundsatz ausgehend, daß ohne Rücksicht auf die numerische Stärke keines der beiden Völker das herrschende, keines das beherrschte sein soll. Die Exekutive wird der Lösung dieses Problems besondere Sorgfalt zuwenden und wird geduldig und unermüdlich daran arbeiten, Verdacht und Mißtrauen aus dem Wege zu räumen, so daß Juden und Araber lernen, einander zu achten und In ihrem gemeinsamen Interesse an der Entwicklung des Landes in Harmonie zu arbeiten. Das Jüdische Nationale Heim kann nur auf der Grundlage produktiver Arbei 1 in Landwirtschaft, lndustrie und Handel errichtet werden. Das Ideal der ״Arbeit“ war und bleibt die Triebfeder unseres Werkes und der Quell der Begeisterung für alle Juden in jedem Winkel der Diaspora. Der Chaluz, der nach Palästina geht, und der auf dem Boden oder in der Werkstatt arbeitet, und der Jude, der außerhalb Palästinas hilft, die finanziellen Mittel für unser nationales Werk zu beschaffen, müssen zusammenstehen In gegenseitigem Vertrauen, damit unseren Bemühungen voller Erfolg zuteil werde. Die furchtlose Haltung des palästinensischen Jischuw angesichts von Not und Gefahr muß allen Juden als ein leuchtendes Beispiel zionistischer Pflichterfüllung vor Augen stehen, und wir müssen politischen Schwierigkeiten und finanziellen Nöten mit der Würde und Disziplin einer Nation gegenübertreten. Wir müssen mit verdoppelter und verdreifachter Energie Hindernisse überwinden, deren Ursachen nicht immer unserer Beeinflussung zugänglich sind. Die Exekutive der Zionistischen Organisation richtet an jeden einzelnen Zionisten die Aufforderung, sich mit unbeirrbarem Eifer der Arbeit für den Keren Hajessod und den Keren Kajemeth zu widmen und dazu beizutragen, daß der Erwerb von Boden in Palästina und seine Nutzbarmachung für das fortdauernde Wachstum des Jüdischen .Nationalheims in Land und Stadt keine Unterbrechung erfährt. Die Exekutive richtet ihre Aufforderung an jeden einzelnen >—»—I Agiida berät Palästina •Fragen lieber die am 31. August und 1. September in Frankfurt ahgehaltene Plenarsitzung der Leitung der Agudas Jisroel wird ein Communique ausgegeben, dem wir Nachstehendes entnehmen: In erster Hinsicht beschäftigte sich die Leitung mit den nunmehr erneut eingeleiteten Schritten, die öffentlichrechtliche paritätische Anerkennung der orthodoxen Gemeinden im Heiligen Lande neben der Knesseth Israel als eine Forderung der Gerechtigkeit und Gewissensfreiheit bei den zuständigen Stellen und gegebenenfalls beim Völkerbunde zu erwirken. In Verbindung hiermit kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den beiden in der Agudo-Leitung vorhandenen Strömungen hinsichtlich einer politischen Zusammenarbeit mit den Organen der Knesseth Israel und der Zionistischen Organisation bzw. der Jewish Agency. Das Ergebnis der Abstimmung war der Beschluß, hinsichtlich der Frage dieser Zusammenarbeit kein allgemein gültiges Prinzip aufzustellen, sondern von Fall zu Fall unter maßgebender Mitwirkung der obersten rabbinisehen Leitung zu entscheiden. Eingehend erörtert wurden die arabisch -jüdischen Beziehungen und die Mittel und Wege, die einzuschlagen seien, um ohne Preisgabe lebenswichtiger jüdischer Rechte die ungestörte, extensiv und intensiv zu erweiternde Aus- Übung der Mizwas Jischuw Jisroel, in freundschaftlichem Einvernehmen mit der arabischen Mehrheit zu sichern. Mit Bedauern wurde davon Kenntnis genommen, daß Rabbi Dr. Leo Jung (New York) seinen Austritt aus dem Zentralrat der Agudo erklärt habe, weil er seine Zugehörigkeit zu dieser Körperschaft im Hinblick auf die Beschlüsse der obersten Agudo-Instanzen mit seiner Mitgliedsebaft im Council der Agency nicht für verein• Juden, sieh den Reihen unserer Mitarbeiter anzuschließen, zu helfen, und freigebig und willig seinen Tribut beizutragen, wenn unsere Fonds an seine Opferwilligkeit appellieren. Vor allem aber fordert die Exekutive von denen, die den Ehrentitel eines Zionisten tragen, mit dem Beispiel freudigen Opfermuts voranzugehen und den anderen den Weg zu zeigen, wenn sie in ihrem Beitrag für unser nationales Werk sich bis zur äußersten Grenze des Möglichen besteuern. Landwirtschaftliche Kolonisation auf der Grundlage nationaler Volksbeiträge muß ausgebaut und konsolidiert werden. Mittelstandskolo• n i 8 a t i 0 n , basiert auf privater Initiative, aber unterstützt durch unsere zentralen Institutionen, muß systematisch entwickelt werden. Die Exekutive wird nach diesen beiden Riehtungen hin alles tun, was in ihrer Macht steht und vertraut dabei auf die Mitarbeit aller Volksschichten und Gruppen. Es wird das Bemühen der Exekutive sein, auf dem Gebiete der Organisation neue Initiative und Entschlossenheit zur Geltung zu bringen. Die Zionistische Organisation muß erweitert, ihr geistiger Charakter muß herauscarbcitet und vertieft werden, so daß die Organisation nicht loß einen mechanischen Apparat darstellt, sondern einen großen Bruderbund des Judentums, erfüllt von gemeinsamer nationaler Entschlossenheit. Die Exekutive wird es sich anelcgen sein lassen, die zionistische Propaganda, insesondere unter der Jugend, auf der breiten Grundlage jüdischnationaler Anschauungen, in ihrer Anwendung auf das jüdische Problem der Gegenwart und auf die Hoffnungen des Judentums für die Zukunft, auszubaucn. In Erez-Israel und im Galuth werden Anstrengungen gemacht werden, den Gebrauch der hebräischen Sprache und das Studium ihrer geistigen Schätze za fördern. Die Jewish Agency in ihrer in Zürich im August 1929 erweiterten Form muß zu einem starken Werkzeug konstruktiver Aufbauarbeit geschmiedet werden. Wenn dies in den letzten zwei Jahren nicht erreicht wurde, so waren ungünstige äußere Umstände und der Verlust an führenden Persönlichkeiten durch tragische Todesfälle hierfür verantwortlieh• Die Exekutive der Zionistischen Organisation wird mit unseren Partnern in der Erweiterten Agency in jeder nur mögliehen Weise kooperieren, um von der Weltjudenheit in immer wachsendem Maße Hilfe für den Aufbau des Nationalen Heimes za erlangen. Die Exekutive der Zionistischen Organisation ist sieh der großen Verantwortlichkeit bewußt, die sie übernommen hat, und sie kennt die Schwierigkeit der Aufgaben, die Ihr bevorstehen. Die Exekutive tritt ihr Amt an, nach einer langen Periode historischer Entwicklung, die beginnt mit der Vision Ilerzls und endet mit dem politischen Genius und der praktischen Schaffenskraft Chaim Weizmann’s. In der Ueberzeugung, daß die Judenheit den Willen und die Kraft besitzt, ihr Werk in Palästina zu vollenden, erbittet die Exekutive Hilfe and Mitarbeit. London, August 1931. Jerusalem, EluI 5691. Exekutive der Zionistischen Organisation Nahum S0ko1ow, Präsident der Zionistischen Organisation. Dr. Chaim Arlosoroff. Prof. S. Brodetsky. H. Farbstein. Berl Locker. Emanuel Neumann. bar hält. Weitere Verhandlungen mit der Agency haben nicht stattgefunden, nachdem die Bedingungen für einen Eintritt nicht erfüllt sind und die Bereitschaft zu einer Kooperation für praktische Fälle auf beiden Seiten nach wie vor vorhanden ist. Auf Anregung der Palästina-Zentrale wird die Einberufung einer Konferenz der verschiedenen an Erez Jisroel interessierten orthodoxen Körperschaften, insbesondere der Kolalim, ins Auge gefaßt, um in konzentrierterer Weise als bisher für Jischuw Erez Jisroel wirken zu können. Die Schwierigkeiten der Palästina-Zentrale hinsichtlich ihres Bodenbesitzes im Heiligen Lande bildeten den Gegenstand eingehender Erörterung, ohne daß cs bei der herrsehenden Wirtschaftskrise natürlich möglich war, befriedigende Auswege zu finden. Dagegen dürfte die Fortentwicklung des Schulwerkes im Zusammenhang mit den Beratungen bis zu einem gewissen Grade Realisiert werden können. Hinsichtlich der in der Oeffentlichkeit erörterten Idee eines jüdischen Weltkongresses (es handelt sich offenbar um das unter der Führung von Stephen W1 s e propagierte Projekt — A. d. R.) beschloß die Agudo-Leitung, sämtliche agudistischen Organe zur entschiedensten Bekämpfung der Idee, in deren Verwirklichung die größten Gefahren für das Wohl und Wehe der jüdischen Gesamtheit (?! — Red. ״J. R.״) erblickt werde, anzuweisen. Das auf der letzten Tagung neugewählte Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Harry Viteles, hat, wie mitgeteilt wird, die Wahl nicht angenommen , da die wirfschädlichen Körperschaften, die er in Palästina repräsentiert, seinem Eintritt in die Exekutive nicht zustimmen. Viteles war früher in der europäischen Wiederaufbauabteilung des Joint Distribution Committee tätig und ist seit 1925 Leiter der Zentralbank der palästinensischen Kooperativen. Von unserem Londoner Mitarbeiter. S., London, 1. September!931. Nach den aufregenden ereignisreichen Tagen der vorigen Woche ist hier eine kleine Beruhigung eingetreten, und man erwartet nun mit Spannung die Parlamentstagung und das Sparprogramm der neuen Regierung. Es ist begreiflich, daß die politische Krise in England von der zionistischen Welt mit großem Interesse verfolgt worden ist. Selbst Eingeweihte in England vermochten bei den ersten Sturmzeichen kein klares Urteil zu fällen, und es scheint, daß sogar sehr hochstehende und an den Vorgängen in erster Reihe beteiligte Persönlichkeiten sich über die innerpolitische Sachlage getäuscht haben. Es ist daher nicht zu verwundern, daß auch der Artikel der ״Jüdischen Rundschau“ vom 28. August in seinem ersten Teil von gewissen unrichtigen Voraussetzungen ausgeht. Der Artikel ist offenbar noch vor Abschluß der Entwicklung geschrieben. Die Meinung, daß die kritische Situation des Londoner Finanzmarktes zu einem innerpolitischen Waffenstillstand und zu einer ״nationalen Regierung“ geführt hat, läßt sich nach den letzten Ereignissen nicht aufrechterhalten. Die neue Regierung, die sich zwar noch immer ״nationale“ nennt, ist keineswegs eine Zusammenfassung aller drei Parteien, sondern sie ist eine bürgerliche, konservativliberale Regierung, die mit der scharfen Opposition der Arbeiterpartei zu rechnen hat. Anfangs hatte die Sache ein ganz anderes Gesicht. Man sprach davon, daß das Kabinett MacDonald durch je zwei oder drei Persönlichkeiten der bisherigen Oppositionsparteien ergänzt werden solle. MacDonald selbst, der innerhalb seiner Arbeiterregierung eine Mehrheit für sein Programm hatte, rechnete wohl mit der Absprengung eines Teiles der Arbeiterpartei im Parlament, zweifelte aber kaum daran, daß die Mehrheit der Partei ihm folgen würde. Es ist hier nicht der Ort, den dramatischen Gang der Ereignisse zu rekapitulieren. Nach dem Austritt Hendersons und der anderen Labour-Minister glaubten manche noch immer daran, daß wenigstens ein Teil der Partei MacDonald unterstützen werde. MacDonald selbst hat durch seinen bekannten Brief an alle der Arbeiterpartei an gehörenden Abgeordneten, der durch eine Indiskretion in die Presse kam, die Stimmung für sich zu gewinnen versucht. Das Resultat jedoch ist, daß die ganze Arbeiterpartei geschlossen in die Opposition übergegangen ist. MacDonald ist nicht nur nicht mehr der Führer der Arbeiterpartei, sondern er wurde sogar von seinem Wahlkreis desavouiert und von seiner lokalen Organisation, der Hampstead Labour Party, aus der Mitgliederliste gestrichen. Die Arbeiterpartei bezeichnet den Plan der Regierung als den Versuch, die durch die Sünden und Fehlgriffe des Finanzkapitals entstandenen Schwierigkeiten auf Kosten der Lebenshaltung der wehrlosen ärmsten Bevölkerung zu beheben. So sehr man der Anschauung der ״Jüdischen Rundschau“, daß die Notwendigkeit neuer Methoden und eines ״neuen Geistes“ durch das überraschende Beispiel der englischen Schwierigkeiten bestätigt worden ist, zu stimmen kann, vorläufig jedenfalls deutet die Lösung der englischen Krise weniger in die Richtung eines neuen Geistes, als vielmehr in die der Wiedererweckung eines alten, überwunden geglaubten Geistes. Freilich ist diese Lösung in einer Art Panik zustande gekommen und auf lange Sicht ist das letzte Wort sicherlich noch nicht gesprochen. Dennoch ist es richtig, daß andere Völker aus den Vorgangen in England vieles lernen könnten. Die deutsche Presse hat neiderfüllt über den Kanal hiniibergeblickt und die Art der Auseinandersetzung, die schnelle Entschlossenheit und vor allem die ritterliche Art der Abwicklung in Kontrast gesetzt zu deutschen Verhältnissen. Auf jüdischer Seite machte wohl der Einschluß zweier prominenter Juden, Lord Reading und Herbert Samuel, ins Kabinett den stärksten Eindruck. Es wäre noch besonders zu unterstreichen, daß in keinem Lager und in keiner irgendwie maßgebenden Zeitung auch nur ein Wort antisemitischer Mißbilligung oder gar Schmähung aus diesem Anlaß gefallen ist. Vielleicht erklärt sich dies auch dadurch, daß die Konservativen die neue Regierung stützen und die in Opposition stehende Arbeiterpartei sich natürlich keiner antisemitischen Argumente bedienen kann. Die Technik der Politik ist in England einzigartig. Als Zionist, wenn man gerade erst von einem zionistischen Kongreß zurückgekehrt ist, wäre man versucht, Vergleiche zu ziehen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der politische Kampf in England in der nächsten Zeit an Heftigkeit zunehmen wird; die Krise selbst vollzog sich jedoch in Formen, die an Noblesse kaum zu überbicten sind. Man denke nur an die erschütternde Tatsache der Trennung der Arbeiterpartei von ihrem bisherigen Führer. Es mag Erbitterung genug gegeben haben, aber welche Disziplin und Selbstbeherrschung nach außen! Keine Beschimpfung, keine Verdächtigung, keine Andeutung unlauterer Motive. An der Lauterkeit der Personen, die ihrem Gewissen gefolgt sind, wird nicht gezweifelt. Mit Ausnahme der Labour-Minister, die im Kabinett verblieben sind, ist nur ein einziges Pariamentsmiiglied der Arbeiterpartei MacDonald gefolgt — sein eigener Sohn Malcolm. Der ״Daily Herald“, das Blatt der p. B. K. Der neue Kolonialminieter h H. Thomas