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Jüdische Rundschau · 1931-08-25 · Heft 66 (25.8.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 66 (25.8.1931)
Date
1931-08-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Einzelnummer 0,33 Goldmark Die ״europäische" Häbimäh JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDienstag u.Freitag.Bezugspreisbei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. Auslaodsabonneinems w0rdea ia der Währung der einzelnen Lander berechnet. Anreieenpreis! 8 genp. Ncmpareillezefle Ö,50 G.-M. Stellengesuche 0,25 G,-M- Redaktion, Verlag und Anzeigen -Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, Meinekeetr.lO. Telephon: J 1 Bismarck 716570־. Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nacbxni Xf aga 4 U hr Poitichec k - Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Boljzrad 68032, Brüssel 394.33, Budapest 59693, Danzig 1973, Haag 140470,!3rag 59410, Riga 4155י Strassburg 164 30, Warschau 190708, Wien 156030. Bank ־Konten: Darmstädtei« und Nationalbank, Depositen - Kasse Berlin, KuHürstendamm 52: Rumänische Kreditbank, Ceraauti (Rumänien); Anglo Paiestine Co. in Haifa, Jerusalem, Tel -Aviv. Nummer 66 | Berlin, 25. VIII. 1931 Redaktionsachluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״ב אלול תתנ״א | xxxvi. Jahrg. Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich ■ rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ Regierungswechsel in England Unmittelbar vor Schluß des vorliegenden Blattes trifft die Meldung über den Rücktritt der englischen Arbeiter-Regierring ein. Schon seit mehreren Tagen war es klar, daß die akute Finanzkrise zu einer Umbildung der Regie- Judennot in Ost und West rung führen wird. Diese Ereignisse sind selbstverständlich auch für Palästina von weittragender Bedeutung. Bisher wurde in den Pressekommentaren unter all den Namen, die genannt werden, nichts über die künftige Besetzung des Kolonialamtes erwähnt. Die Persönlichkeiten des Dominion-Ministers Thomas und des Kolonialministers Lord Pa s s f i e I d bleiben überhaupt diesmal im Hintergrund. Dennoch ist anzunehmen, daß bei einer allgemeinen Regierungsumbildung auch diese Aemter neu besetzt werden. Von großem fnteresse für den Zionismus wäre ferner der angeblich bevorstehende Eintritt von Lloyd George und Herbert Samuel in das Kabinett, während der Rücktritt Hendersons besonders zu bedauern ist. Was die allgemeine Richtung der künftigen Politik betrifft, so ist diese für Palästina insofern wichtig, als das neue Kabinett ein ausgesprochenes Spar-Kabinett sein wird; dies könnte eventuell für die geplante 2V2-Millionen-At1leil1e für den Palästina-Landentwicklungsplan von Bedeutung sein. Da sich die Situation fast stündlich ändert, so enthalten wir uns im1 Augenblicke einer weitergehenden Beurteilung der Sachlage. ln aller Kürze Die Not der deutsch - jüdischen Gemeinden In der letzten Zeit kommen täglich Nachrichten aus Polen, daß sich dort eine bisher beispiellos dastehende Selbstmordepidemie unter der jüdischen Bevölkerung ausgebreitet hat. Wer die Psyche der Ostjuden kennt und weiß, welche ungebrochene Lebensenergie in den jüdischen Massen wirkt und in welchem Maße die Ostjuden selbst den allerschlimmsten Verhältnissen zu trotzen und sich ihnen anzupassen verstehen, bei dem muß die Nachricht von der Selbstmordepidemie unter den polnischen Juden die höchste Bestürzung hervorrufen. Offenbar sind die Verhältnisse bis zu einem Grade unerträglich aussichtslos geworden, daß alle Findigkeit versagt und alle Lebenszähigkeit zerstört wird. In den Darlegungen der Wirtschaftskenner Polens findet man die Erklärungen für die unhaltbare Situation der polnischen Juden. Einerseits die Genossenschaftsbewegung, andererseits der Staatskapitalismus, in Polen Etatismus genannt, haben im Vereine mit der Weltwirtschaftskrise die Existenzbasis der Vom jüdischen Standpunkt aus gesehen, weiß man nicht recht, ob die jüdische Not von Ost nach West wandert, oder ob sie in jedem einzelnen Lande selbständig für sich entsteht. Was Deutschland anbelangt, so läßt sich sagen, daß die spezifische jüdische Notlage in Deutschland deutsches Landesprodukt ist. Wenn auch in der Ent- Wicklung der deutschen Juden im allgemeinen die gleichen wirtschaftlichen Tendenzen vorherrschen wie in der ganzen Welt hinsichtlich der Juden, so wird die jüdische Situation in Deutschland in erheblichem Maße durch speziell in Deutschland herrsehende politische und gesellschaftliche Verhältnisse verschärft. An dieser Tatsache können keinerlei Verallgemeinerungen etwas ändern. Sicherlich ist die jüdische Notlage in Deutschland zum größten Teile eine Begleiterscheinung der allgemeinen Welt- und der deutschen Wirtschaftskrise. Die ״zusätzliche“ jüdische Not aber Der anläßlich des Jahrestages der Unruhen von 1929 für den 23. August proklamierte arabische Generalstreik verlief im ganzen Lande ruhig. Nur in Nablus kam es zu Zusammenstößen zwischen arabischen Demonstranten und Polizei. Die Regierung hatte alle Demonstrationen verboten und Vorkehrungen gegen Ruhestörungen getroffen. In Jerusalem versuchte ein von der arabischen Exekutive organisierter Zug von etwa 40 Personen ins Regierungsgebäude zu gelangen, wurde jedoch durch Polizei gehindert; nur eine Deputation konnte dem Privatsekretär des High Commissioner, der wegen der Sonntagsruhe allein anwesend war, ein Memorandum überreichen. (Die Meldung des ״B. T.“ vom 24. d. M. unter der Spitzmarke ״Unruhe in Palästina“ ist ga ׳.-־ JUsai ttJL »:..;119 flF H h t Sonntag Abend Ruhe. Dr. Arlosoroff hat am 20. August zum erstenmal als Leiter des politischen Ressorts der Palästina-Exekutive beim High־ Commissioner Sir John Chancellor interveniert. Dr. Arlosoroff hatte mit dem High Commissioner eine eineinhalbständige Unterredung, in der der Inhalt bevorstehender gesetzlicher Verfügungen, insbesondere der geplanten neuen Grundstückverkehrsordnung, erörtert wurde. Bei der Generalversammlung der Jerusalemer Handelskammer wiesen die Vertreter der jüdischen Industriellen auf die Notwendigkeit hin, möglichst bald den Handelsvertrag mit Syrien zu kündigen, da dieser Vertrag im Hinblick auf die scharfe Konkurrenz der syrischen Industrie für Palästina sehr ungünstig geworden sei. Die Handelskammer hat ferner beschlossen, zehn fiihrende palästinensische Kaufleute zum Studium der amerikanisehen Geschäftsmethoden in die Vereinigten Staaten tp entsenden. Die Londoner ״Nationale Liga“ beruft für den 2. November (den Jahrestag der Balfour-Deklaration) eine ״anglo-arabische mohammedanische Demonstration“ in der Albert Hall in London ein. Den Vorsitz dieser Versammlung wird Viscount Brentford (der frühere Innenminister Sir William Joynson- Hicks) führen. Als Redner ist u. a. der indische Mohammedanerführer Maulana Schaukat Ali angekündigt. Angesichts der sich von Tag zu Tag verschlechternden Wirtschaftslage der Juden Polens wird gegenwärtig in der polnisch-jüdischen Presse der Plan, einen allgemeinen polnisch-jüdischen Kongreß einzuberufen, der Maßnahmen zur Rettung der polnischen Judenheit aus ihrer verzweifelten Lage treffen soll, lebhaft erörtert. Die Palästina-Regierung hat einen Preis von 20 Pfund für Informationen ausgesetzt, die zur Entdeckung der seit mehreren Wochen verschwundenen jüdischen Jugendlichen Salia Sohar und Jochanan Stahl führen könnten. Die beiden haben sich vor einigen Wochen von Tel-Awiw aus auf eine längere Tour durch das Land begeben und sind seitdem verschwunden. Der Waad Leumi hat in seiner letzten Sitzung die vom Präsidium getroffenen Maßnahmen zur Wahrung der jüdischen Interessen bei der bevorstehenden Volkszählung gebilligt und eine Resolution gefaßt, in der alle jüdischen Gemeinden Palästinas aufgefordert werden, die volle Mitwirkung der jüdischen Bevölkerung bei der Volkszählung zu sichern. Soeben wurde eine vom Vizepräsidenten SowjetruBlands und Vorsitzenden der Regierungskommission für Ansiedlung der Juden auf dem Lande Komzet, M. Smidowitsch, Unterzeichnete Verordnung erlassen, derzufolge künftighin jüdischen Handwerkern, die Mitglieder von kooperativen Artels sind, und die in ihrem Betrieb nicht auf die Einfuhr von ausländischem Rohmaterial angewiesen sind, nicht mehr gestattet werden soll, ihre Kooperative zu verlassen, auch nicht zum Zweck der Ansiedlung auf dem Lande. Kritik der Palästina - Verwaltung Die arabische Zeitung .,AI Chajat“ wendet sich gegen die Art und Weise, wie die englische Verwaltung die palästinensischen Steuergelder verwendet, insbesondere zugunsten der englischen Beamten. Wenn ein britischer Beamter in eine andere Kolonie versetzt wird oder aber zurücktritt, erhält er vorher noch einen langen Urlaub, währenddessen er sein Gehalt nebst allen Zulagen bezieht, ohne das geringste für Palästina zu tun. Jetzt wieder sind fast alle hohen britischen Beamten auf viermonatlichen Urlaub nach London gefahren. Edwin Samuel hat einen fünfzehnmonatlichen Urlaub jüdischen Massen in einem Grade verengert, daß der frühere Zustand, in welchem sie nicht genug zum Leben und zu viel zum Sterben hatten, sich gewandelt hat in eine Situation, in der sie vom Sterben durch nichts abgehalten werden. Also ziehen viele jüdische Kaufleute, Angestellte und auch Handwerker den Freitod der schrecklichen Existenz vor, die sie in der letzten Zeit zu führen gezwungen waren. Dazu kommt, daß es in Polen trotz größter Anstrengungen der Selbsthilfe und der verschiedenen Gesellschaften nicht gelingen kann — nicht zuletzt wegen der Haltung der polnischen Gesellschaft —, eine Produktivierung der Juden in größerem Maße durch zuführen. Alle Hilfsarbeit, so notwendig sie ist und so wenig י■ man*«•ie-i!»»l»Ä׳*d«,s’P®lBi6ebt»-J«d«1»h«it missen kann,-bleibt reine Hilfsarbeit, ohne in einem irgendwie nennenswerten Ausmaße produktiv zu wirken. Aber auch in Ländern, wo die Produktivierung der jtidisehen Bevölkerung nicht nur Bemühung der jüdischen Gemeinschaft, sondern auch staatlich anerkannte Aufgabe ist, bleiben die Erfolge weit hinter den Notwendigkeiten und auch hinter den Erwartungen zurück. Ein charakteristisches Beispiel hierfür sind die Vorgänge im Rayon Kalinindorf in der Ukraine, wo Juden mit Unterstützung jüdischer Gesellschaften und staatlicher Institutionen der Landwirtschaft in autonomen Distrikten zugeführt werden. Der Moskauer ״E m e s s“, ein in dieser Hinsicht durchaus zuverlässiger Berichterstatter, von dem man sagen kann, daß er eher unterals übertreibt, schreibt, daß in der Zeit vom Juli 1930 bis Juli 1931 die Zahl der jüdischen Kolonisten im Kalinindorfer Distrikt von 15 418 auf 11 465 gesunken ist. Von den Kolonisten, die im letzten Frühjahr angekommen sind, sind zwei Drittel wieder in ihre früheren Wohnorte zuriiekgekehrt. Von 101 Familien, die in drei Siedlungen gebracht wurden, sind 85 wieder in ihre Heimats-Städtchen zurückgekehrt. Der ״Emess“ verlangt drastische Maßnahmen, um die Entvölkerung des Kalinindorfer Rayons zu bannen. Er fordert eine gerechtere Behandlung der Kolonisten durch die Behörden, Verantwortlichmachung des einzelnen Kolonisten für seine Arbeit und eine bessere Versorgung der Kolonisten mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln. Es würde zu weit gehen, wollte man in dieser Flucht aus Kalinindorf ein Scheitern der landwirtschaftlichen Kolonisation in Südrußland erblicken. Kolonisation ist eine sehr schwere Sache. Ob sie gelungen oder mißlungen ist, weiß man erst nach einer Generation. Zweifellos aber ist eine Kolonisation wesentlich erschwert, wenn sie nicht von einem Ideal getragen ist. Nun mag es für einzelne Kolonisten in Sowjetrußland zutreffen, daß sie bei sich aus idealistischen Gründen die Umschichtung von Städtern in Bauern vorgenommen haben. Beim größten Teil sind jedoch nur harte wirtschaftliche Gründe für die Auswanderung auf das Land maßgebend gewesen. Wenn in der neuen Umgebung zunächst die Schwierigkeiten nicht geringer sind als im Heimatsstädtehen, so fehlt jeder innere Antrieb, in dem neuen Notstand zu verharren. Man kehrt lieber in die altgewohnte Umgebung mit ihrer altbekannten Not zurück. nach Amerika erhalten. AH das wird von Palästina bezahlt. Das schlimmste aber sei die Zahlung von Pensionen an ehemalige höhere Beamte wie di« Oberkommissäre, hohen Richter, Polizeioffiziere, Chefsekretäre usw. Die Engländer, so schreibt das Blatt, verschwenden unser Geld nach ihrem BeliebenohnejedeKontrolleunsererseits. Und wenn ein Araber den Mut hat, sein Recht auf Kontrolle über die Verwaltung zu fordern, dann wird er mit Hilfe aller möglichen Notverordnungen zum Schweigen gebracht. Die Engländer denken gar nicht daran, die Gehälter ihrer Beamten zu beschneiden. Jeder kluge Mann in Palästina muß daraus die Lehre ziehen. Proteste und Vorstellungen sind zwecklos. Solche Mittel dienen nur dazu, dem Usurpator die Weiterführung seiner Arbeit zu erleichtern. Ein Volk, das nichts aus einer solchen Erfahrung lernt und sich nicht zur Abwehr der Gefahr organisiert, wird nie von Sklaverei befreit werden. (Welche anderen Mittel als Proteste und Vorstellungen zur Durch- Setzung der arabischen Mitbestimmungs-Wünsche das Blatt empfiehlt, wird nicht ausgesprochen, — A. d. R. ״J. R“) ist nur aus der eigentümlichen Struktur der deutschen Juden und aus dem Verhalten der nichtjüdischen Umwelt in Deutschland zur jüdischen Gemeinschaft zu erklären. Wie weit die Verhältnisse bereits gediehen sind — wir haben in der letzten Zeit sehr oft auf die Not der jüdischen Gemeinde hingewiesen — geht aus einem Aufrufe hervor, den die Zentral wohlfahrtsstelle der deutschen Juden in den letzten Tagen an die jüdischen Gemeinden in Deutschland gerichtet hat. Wir lassen die Hauptsätze dieses Aufrufes folgen. Sie lauten: ״In schwerer Stunde richten wir an die jüdischen Gemeinden in Deutschland den Ruf: Haltet die Wohl f a h rtspflege aufrecht! 1. Keine Gemeindeaufgabe ist in dieser Not notwendiger als Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik. 2. Helft, daß überall die unentbehrlichen Heime, die Kindergärten, Horte, Jugendheime offen bleiben. _ Vermehrt die Speisungen. Aber vermeidet und verhindert rücksichtslos alle Doppelarbeit, jeden Leerlauf. 3. Erhaltet der Arbeit alle Berufskräfte. Sie leisten schwerste, verantwortungsvolle Arbeit. Sie bringen das Vielfache von dem herein, was sie kosten. 4. Ermutigt den Helferwillen jedes Einzelnen! Gewinnt freiwillige Mitarbeiter! Weckt die Nachbarschaftshilfe! Schafft ,Pfundsammlungen‘! 5. Stärkt in der Arbeit die Gemeinschaft mit den anderen konfessionellen und interkonfessionellen Organisationen und mit der öffentlichen Wohlfahrtspflege. Gemeinden und Vereine schließt euch enger zusammen! Erhaltet und stärkt das Werk der jüdisehen Wohlfahrtspfleg e.“ Die ״Jüdische Rundschau“ ist die erste jüdische Zeitung in Deutschland gewesen, welche rechtzeitig in Aufsätzen von berufener Seite die tragische Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft in ökonomischer Hinsicht zu zeichnen versucht hat. Trotzdem sind wir, bei aller prinzipieller Einsicht, daß es sich bei der jüdischen Not in Deutschland nicht um eine Konjunkturangelegen heit, sondern um einen tiefgehenden Systemwandel handelt, der Ansicht, daß Panik und Katastrophenstimmung am allerwenigsten geeignet sind, die schlimmsten Auswüchse der jüdischen Not zu lindern und die allmählich vor sich gehende Umstellung im Wirtschaftsdenken der deutschen Juden erträglicher zu gestalten. Selbsthilfe und geschlossene Organisation vermögen sehr viel zu vollbringen und Notstände, die nicht unbedingt herrschen müssen, zu lindern. Aus diesem Grunde schließen wir uns den Forderungen der Zentralwohlfahrtsstelle bedingungslos an und geben der Meinung Ausdruck, daß bei gutem Willen und bei Zurückstellung aller Parteidifferenzen in der gegenwärtigen Zeit eine Notgemeinschaft der deutschen Juden im- Stande wäre, fruchtbare Arbeit zu leister! und der jüdischen Bevölkerung einen seelischen Halt zu geben, der die beste Voraussetzung für aussichtsreiche Selbsthilfsaktionen ist. s. n. Interessanterweise kritisiert gleichzeitig auch die jüdisch» Zeitung ״Dawar“ die willkürliche Art der Verwaltu ng Palästinas seitens der englischen Administration. Das Blatt beschwert sich darüber, daß die Regierung in den letzten Jahren viel Geld für große Regieru 11 gs bauten ausgegeben hat, z. B. 45 000 Pfund für den neuen Palast des High Commissioners, ein großes Postgebäude in Jaffa und in Jerusalem, Gebäude für die Polizeischule usw. Diese Ausgaben, so schreibt ״Dawar“, stehen keineswegs im Einklang mit den gegenwärtigen Bedürfnissen des Landes. Das Geld hätte besser für den Bau von Straßen, für Landerschlicßung und andere fortschrittlichen Arbeiten verwandt werden sollen. Weiter ist auch eine wesentliche Herab Setzung der administrativen Ausgaben erforderlich. Auf der anderen Seite sollte die Regierung etwas mehr für jüdische Erziehung, Gesundheitswesen und Landwirt- Schaft atiswerfen, ohne daß' sie darum ihre gegenwärtigen Arbeitszweige verringern müßte.

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