Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 63 (14.8.1931)
- Date
- 1931-08-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer 0,25 Goldmark Seuc zionistische Jugend in Deutschland JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDienatag u.Freitag. Bezugapreiabei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. Auslandsabonnetnents werdet! in der W ährtmg der einzelnen Linder berechne«. Anzeigenpreis: 8 gesp. Nonpareillezeils 0,50 G—M. Stellengesuche 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G. na. b.H., Berlin W15, Meinekestr.10. Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. Anzeigenschluß: Dienstag and Freitag nachmittags 4 Uhr Postscheck - Konten : Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433. Budapest 59693, Dann*!973, Haag 140470, Prag 59410, Riga 4155* Strasbhurg 36430, Warschau 190708, Wien 156 030. Bank - Konten: Darmstädter* und Nationalbank, Depositen-Kasse Berlin, Kurfürsteadamm 52: Rumänische Kreditbank, Cernauri (Rumänien); Anglo Palestine Co. in Haifa, Jerusalem, Tel-Aviv. Nummer 63 | Berlin, 14. VIII. 1931 Redaktionsschlitß Sonntag und Mittwoch nachmittag. א׳ אלול רזרצ״א | xxxvi. Jahrg. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk dlo Schaffens alnar dffontlich - rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Basaler Programm." VerMMiMsS' ni WaOamiM Energisches Eingreifen der Palästina-Regierung Arabischer Proteststreik am 15. August verboten Jerusalem, 10. August. (J.T.A.) Wie der JTA. von hoher Regierungsstelle mltgeteilt wird, erblickt die Palästina- Regierung derzeit keinerlei Grund zu Beunruhfg u n g hinsichtlich einer etwaigen Gefährdung der Sicherheit der jüdischen Bevölkerung in Palästina. In Regierungskreisen ist man der Ansicht, daß dank den Sicherheitsvorkehrungen der Regierung und dem in entschlossenen Worten gehaltmen Communiqud, in dem die Hetze gegen die Institution der versiegelten Waffenlager in den Kolonien verboten wurde, alle im Lande bezüglich einer möglichen Stärung der Ruhe und Ordnung entstandenen Befürchtungen rasch zerstreut wurden. Allgemein herrscht die Ueberzeugung vor, daß die Regierung jeden Versuch, die öffentliche Rune zu stören, energisch unterdrücken werde. Die von arabischer Seite geplanten Demonstrationsversammlungen am 15. August werden verboten. Die Regierung steht auf der Wacht und wird, sobald es notwendig werden sollte, die entsprechenden Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung treffen. Sie ist bestrebt, das Gefühl der Unsicherheit, das auf einer Ueberschätzung der Bedeutung der arabischen Propaganda beruht, zu beseitigen. Das Verbot Öffentlicher Versammlungen und des Waffentragens im Gesamtgebiete Palästinas wurde von der Palästina-Regierung auf weitere drei Monate verlängert. * Am 10. August haben die arabischen Tages- Zeitungen ihr Erscheinen, wie dies in der vorigen Woche allgekündigt wurde, zum Protest gegen das Verbot einer Pro* paganda gegen die Institution der Waffenlager in den jüdischen Kolonien auf eine Woche eingestellt. In ihrer letzten vor dem Beginn des Zeitungsstreiks veröffentlichten Nummer vom ׳.ס August erklärt ״Al Ch a ja t“, die Palästina-Regierung sei an ,der augenblicklich in Palästina herrschenden Erregung schuld. Die Regierung, schreibt das Blatt, verursacht alle Unruhen in diesem Lande. Bestünden wicht das straflicte Mandat und dar-jüdische Matlöaalhel##, würde die Regierung nicht die jüdischen Kolonien bewaffnen, so wäre es niemals zu Unruhen oder Erregung gekommen. Anknüpfend an den von der Palästina-Regierung dem Völkerbund unterbreiteten Bericht, in dem erklärt wird, die Regierung wünsche nicht, Gemeindewahlen in Palästina durch- In aller Kürze Der neuernannte High Commissioner für Palästina, General Arthur Grenfell Wauchope, wurde zum Kommandeur des Bath-Ordens ernannt und damit in den Ritterstand erhoben. (Wie jetzt erst bekannt wird, hat General Wauchope vor kurzem einen Autounfall gehabt und leichte Verletzungen erlitten.) In Beantwortung des Glückwunschtelegramms, das Dr. Cyrus Adler namens der Jewish Agency an General Wauchope anläßlich seiner Ernennung zum High Commissioner gerichtet hatte, hat General Wauchope an Dr. Cyrus Adler ein Telegramm geschickt, in dem er für die Glückwünsche dankt und erklärt, er sei mit Dr. Adler einig in der Hoffnung, daß das kommende Jahr ein Jahr der Prosperität für Palästina sein werde. Wie die JTA. erfährt, soll der ehemalige Verwaltung«- inspektor im Irak, Kitching, zum Assistenten des Landentwicklungsdirektors Louis French ernannt werden. Der vor einiger Zeit verstorbene südafrikanische Zionist Charles Solomon hat eine Summe von 69 500 Pfund für allgemeine und jüdische Wohlfahrtsinstitutionen hinterlassen. 25 000 Pfund sind für Palästina-Zwecke bestimmt, und zwar 7000 Pfund zum Bau eines Heims für arme jüdische Einwanderer. Das Gebäude soll auch eine Volksküche enthalten. Im Testament wird ausdrücklich bestimmt, daß niemand zurückgewiesen werden soll, der in der Küche eine Mahlzeit verlangt. 18 000 Pfund sollen als Stiftungsfonds für dieses Heim in palästinensischen Unternehmungen investiert werden. Die Leiche des am 26. Juli in Paris plötzlich verstorbenen Mitvorsitzenden des Council der Jewish Agency Dr. Lee K. Frankel ist am 6. August in New York eingetroffen. Am folgenden Tage fand die Bestattung in Anwesenheit zahlreicher jüdischer Führer und hervorragender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Amerikas statt. Am Grabe hielt Felix M. Warburg dem Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf. Der Direktor der Orientalischen Abteilung an der Preußisehen Staatsbibliothek Professor Gott hold Weil hat sich entschlossen, dem vor kurzem an ihn ergangenen Ruf, als Nachfolger des verstorbenen Professor Horowitz den Lehrstuhf für Semitologie an der Universität Frankfurt a. M. zu übernehmen, Folge zu leisten. Im Hause von Colonel Kisch fand eine Abschiedsfeier zu Ehren des nach elf Jahren scheidenden Leiters des landwirtschaftlichen Departements der Regierung, Colonel Sawyer, statt, wobei die verschiedenen landwirtschaftlichen Institutionen und Organisationen der Juden vertreten waren. In seiner Dankrede auf die verschiedenen Ansprachen betonte Colonel Sawyer die Verdienste Kischs, der die jüdische Sache stets mit größter Hartnäckigkeit vertreten habe. Redner sagte ferner, wenn er noch weiter die ihm erwünschte Verbindung mit Palästina aufrechterhalten könne, so sei dies in erster Linie der vorzügliche« englischen Ausgabe des ״Dawar״ zu verdanken, zuführen, weil sie befürchte, solche Wahlen könnten zu Unruhen führen, schreibt das Blatt: Wenn angenommen wird, daß Wahlen zu Unruhen führen, warum gibt dann die Regierung nicht alle zivilisatorischen Prätentionen auf und kehrt zum Mittelalter zurück, indem sie despotisch und niemandem verantwortlich regiert? Warum gebraucht England den Vorwand, daß es komme, um uns für die Selbstregierung vorzubereiten? Wie kann es eine repräsentative Regierung geben, wenn keine Wahlen stattfinden? Der ״F e l e 81 i n“ hat in seiner Nummer vom 9. August einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich mit der Ernennung Dr. Chaim Arlosoroffs zum Nachfolger von Colonel Kisch als politischer Dezernent der Palästina-Exekutive der Jewish Agency befaßt. ״Felestin״ weist darauf hin, daß Dr. Ariosoroff eine doppelte Aufgabe gestellt sei: Einerseits habe er die jüdische Gemeinschaft der Regierung gegenüber zu vertreten, andererseits zu versuchen, eine Verständigung mit den Arabern herbeizuführen. Diesen zweiten Teil seiner Aufgäbe werde Dr. Arlosoroff nicht erfüllen können. Was Dr. Arlosoroff mit der Regierung tun will, schreibt das Blatt, ist seine Sache. Aber was uns Araber betrifft, so wird er sicher keinen Erfolg haben. Der Allmächtige weiß, daß wir niemals zu einer Verständigung mit den Zionisten ge1angen werden, solange sie unsere Austreibung aus dem Lande wünschen. Wir werden niemals mit den Juden Frieden schließen, solange der Zionismus existiert. Wir werden niemals zu einer Verständigung mit ihnen gelangen, solange es eine Zionistische Exekutive und zionistische Verbände in allen Teilen der Welt gibt. Wir können Dr. Arlosoroff mitteilen, daß ihn ein Mißerfolg erwartet. Die Palästina-Regierung hat die revisionistische Tageszeitung ״Ha am“ verboten. In der offiziellen Begründung des Verbots wird erklärt, ״Haam“ habe der Regierung den Vorwurf gemacht, sie habe die arabische Hetz- Kampagne unterstützt. * Der telegraphische Bericht des ״B e r 1 i n e r T a g e b 1 a 11“ vom 13. August unter dem Titel ״Nervöse Stimmung i׳»*Pa1 ts'tFBä«'-beha*idil Vorgänge, welche in der ״Jiiisehen Rundschau“ schon längst ausführlich dargestellt wurden. Es ist darum anzunehmen, daß der Tageblatt-Bericht bei Lesern der ״Jüdischen Rundschau“ und anderer jüdischer Zeitungen, die rechtzeitig über die Ereignisse in Palästina gemeldet haben, sofort als überholt erkannt werden wird. Die ägyptische Regierung hat den Emir Adel A r s! a n , ein Mitglied des sogenannten palästinensisch-syrisehen Komitees, der in Aegypten in letzter Zeit eine panarabische Propaganda entfaltet hat, des Landes verwiesen. Das Zentralkomitee des ״Bundes der Gottlosen“ in der Sowjetunion hat ״Zehn Gebote“ zur Bekämpfung der jüdischen Feiertage verkündigt. Von diesen den Gipfel der Absurdität bildenden Vorschriften sei hier nur eine angeführt: Es ist eine Geldsammlung für den Bau eines Kriegsschiffes, das den Namen ״Militanter Apikoi res“ tragen soll, einzuleiten. (1!) Dem soeben veröffentlichten Bericht einer ״Brigade“, die die jüdische Abteilung des ״Zentralverlags“ (sowjetrussischer Hauptveriag für Schulbücher) zu inspizieren hatte, ist zu entnehmen, daß im kommenden Schuljahr in Sowjetrußland ein außerordentlich starker Mangel an jüdischen Lehrb ü c h e r n herrschen wird. Sämtliche jüdischen Kreditgenossenschaften Lettlands, mit Ausnahme jener, die mit dem Joint Distribution Committee in Verbindung stehen, haben beschlossen, sich im Hinblick aut die herrschende Wirtschaftskrise zu fusionieren und eine jüdische Zentralbank in Lettland zu gründen. Die jiddischen Theater ״Skala“ und ״Central“ in Warschau mußten infolge der Wirtschaftsnot geschlossen werden. Dies bedeutet die Vernichtung der Existenz von über 100 jüdischen Familien. Das rumänische Innenministerium hat die Einfuhr der New Yorker jiddischen Tageszeitung ״New York Daily Forward“ und ״Der Tog“ nach Rumänien verboten. Die für den 13. d. M. einberufene Sitzung der R e p r ä - senta ntenversammlung der Berliner Jüdisehen Gemeinde wurde auf den 17. d. M. verlegt. Chancellors Abschied von Tel-Awiw Tel-Awiw, 11. August. (J. T. A.). Der High Commissioner Sir John Chancellor hat der Stadtverwaltung von Tel-Awiw einen Besuch abgestattet, um sich im Hinblick auf sein baldiges Scheiden aus dem Amte von ihr zu verabschieden. Der High Commissioner hielt bei dieser Gelegenheit eine Anspräche, in der er die Entstehung der Stadt Tel-Awiw als ein historisches Phänomen bezeichnete. Er kündigte die Erteilung einer Konzession auf ein großes Grundstück in der Nähe des Jarkon-Flusses als Sportplatz an und versprach Regierungsbeihilfen für die Errichtung eines Drainagesystems. Zur Frage der Beobachtung der Sabbatruhe erklärte der High Commissioner, seiner Meinung nach solle die Beobachtung der Sabbatruhe eher durch den Druck der öffentlichen Meinung als durch gesetzgeberische Maßnahmen herbeigeführt werden. Schliesslich bemerkte Sir John Chancellor, als Sprache der jüdischen Gemeinschaft in Palästina käme nach seiner Meinung nur das Hebräische in Betracht. Bewaftnungsfrage und Auto-Streik Von unserem palästinensischen Korrespondenten AG, Tel-Awiw, 6. August 1931 In dem Kessel, in dem das zweifelhafte Gericht palästinensischer Politik gekocht wird, zeigen sich seit längerem wieder Blasen. Es gibt sehr viel Geschrei und Aufregung, die Stimmung ist erregt, ein Gefühl ängstlicher Bedrückung ist spürbar und die Presse bietet kein erfreuliches Bild. Die Aktionen, die für das nächste Halbjahr angekündigt sind, die Untersuchungen für den Landentwicklungsplan, die Volks- Zahlung, die Verschiebungen in der Administration, werfen ihren Schatten voraus. Der zionistische Kongreß hat das seinige beigetragen, um die Erregung unter den Juden und die politischen Spekulationen unter den Arabern zu vermehren. Der Knäuel politischer Fäden sieht so verwirrt aus wie nur je und die Regierung muß die Augen offen halten und ist gewitzigt genug, sich nicht wie in früheren Zeiten ihrem Sommerschlaf während der heißen Monate hinzugeben. Die arabische Presse beschließt in diesen Tagen eine durch Wochen dauernde Kampagne in der Bcwaffmmgsfrage. Es wurde in den Tagesblättern systematisch Propaganda gegen die ״Bewaffnung der jüdischen Kolonien durch die Regierung“ gemacht. Mail stützte sich dabei auf die Tatsache, daß die Administration den exponierten jüdisehen Siedlungen — schon vor langer Zeit — versiegelte Waffenkisten übergehen hat, die in Stunden der Not vom Muchtar geöffnet und benutzt werden können. Die Zeitungen verlangen als Pendant die Bewaffnung auch der arabisehen Dörfer. .Wochen hindurch wurde dem Publikum die Gefahr vor Augen geführt, die — nach Ansicht der arabischen Journalisten — durch diese Bewaffnung dem Landesfrieden drohe. Und man wies recht unverhüllt darauf hin, daß den Arabern schließlich nur übrig bliebe, sich selbst Waffen zu verschaffen. Die Kampagne fand endlich ihren Höhepunkt in einer in Nablus einberufenen Konferenz, die sich speziell mit der Bewaffnungsfrage beschäftigte. Die Zusammenkunft stand nicht unter dem Protektorat einer der öffentlichen Körperschaften — wie der Arabischen Exekutive oder des Moslemischen Rates — sie wurde auch von den meisten der bekannten Führer gemieden und vereinigte mehr die jungen und nichtoffiziellen Elemente, wenn auch manche bekannte Namen in der Präsenzliste auftauchten. Die Tagung ist aber bedeutsam als Symptom, als ein Gradmesser für die Ideen, die zurzeit das Feld beherrschen, und man muß den Reden, die hier laut wurden, mehr Gewicht zumessen als den Be- Schlüssen, die nichts Neues brachten und bringen konnten. Die Kampflust, die aus diesen Reden spricht, das Schwelgen in der Idee von Bataillonen, Bewaffnung, direkter Aktion usw., sind ein neuer Beweis für die im Lande aufgespeicherte Erregung, die sich nur zu gern ein Ventil suchen würde, wenn sie könnte. Die starke militärische Besatzung ist freilich die Garantie dafür, daß dieses Ventil zurzeit nicht geöffnet werden kann. Die hebräische Presse hat während der ganzen Zeit ihrer Sorge über diese Art der Propaganda Ausdruck gegeben. Sie hat einerseits die Regierung aufgefordert, diese neu anschwellende Flut nationalistischer Predigten einzudämmen, andererseits unermüdlich darauf hingewiesen, wie grundlos die erhobenen Beschuldigungen und Befürchtungen seien. Die Regierung, die längere Zeit Schweigen bewahrt hat, entschloß sich schließlich zu handeln. Während der Konferenz in Nablus demonstrierte sie durch starke Truppenkonzentration in und um die Stadt, daß sie auf der Wacht sei und bereit einzugreifen. Und sie entschloß sich weiter zu einer Präzision ihrer Stellungnahme vor der Oeffentlichkeit. Es wurden gesonderte Konferenzen der jüdischen und arabisehen Journalisten einberufen, auf denen der Hauptsekretär der Administration die Presse verwarnte. Der arabischen wurde erklärt, daß jede weitere Nachricht über die ״gefährliehe Politik der Bewaffnung der Juden durch die Regierung“ zu unterbleiben habe und sich sonst die Behörden zu schärfstem Eingreifen gezwungen sähen. Den Juden wurde bedeutet, daß ihr System, alle Hetzartikel der Araber für das jüdische Publikum zu übersetzen, nicht geeignet sei, die Aufregung zu beschwichtigen; daß die Regierung weiter nicht gesonnen sei, die Kommentare bestimmter jüdischer Blätter zu dulden, als sei die Regierung an der Haltung der arabischen Presse interessiert und begünstige die aufreizende Propaganda. Zugleich übergab der Chief Secretary der Presse eine Regierungsdeklaration über die Bewaffnungsfrage. Darin wird ausgeführt, daß bereits seit zehn Jahren es üblich sei, entlegene jüdische Kolonien mit versiegelten Waffenkisten zu versehen; daß sich in dieser Praxis nichts geändert hätte als eine Umwechslung der Armeein Jagdgewehre; daß in der ganzen Zeit nicht ein Fall des Mißbrauchs dieser Waffen vorgekommen sei; daß die Regierung nicht gewillt sei, diese ihre bisherige Politik in irgendeinem Punkte zu ändern und jede Aufhetzung der Massen aufs schärfste bestrafen würde. Die arabischen Blätter haben als Reaktion auf diese Verftigung einen siebentägigen Streik angekündigt, der aber vermutlich auf die Regierung wenig Eindruck machen wird. In diese Zeit mit ihrer Unruhe und Erregung fallen die Vorbereitungen für eine Aktion, die für Palästina eine Neuerscheinung darstellt: Heute abend ist der Beginn eines Streiks sämtlicher Autos im Lande angesagt. Die Vorgeschichte reicht weit zurück. Die Chauffeure und Garagenbesitzer kämpfen seit Beginn des Jahres gegen die hohen Lizenzgebühren, Benzinsteuern und komplizierten )Kege-