Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 62 (11.8.1931)
- Date
- 1931-08-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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GERM 4 NI A Ü Kongreß» Nachlese (PressesÜmmen> Einzelnummer 0,2s Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition 1 » י. monatlich 2,- Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. 1 Re^on, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: AualandsabomiemeBts werden in der Wilinmc der einzelnen tünder berechnet. I Jüdische RundsdJItuG.m.b.H.tBerIln W15* MemelceStT.XÖ. Anrdßempreis; B gesp. Nonpareillezelle 0,50 G.-M. Str'11 engesuch« 0,25 G-M. 1 Telephon2 J 1 BistOätck 716570־. P oMicheck• Konten : Berlin 17392, Basel V 9355. Belgrad 68032, Brussel 39433, Budapest 59693, Danzig 1973, Haag 140470, Prag 59410, Riga 4155, Strassburg 16430. Warschau 190708, Wien 156030. Bank - Konten; Darm Städter- und Nationalhank, Depositen-Kasse Berlin, Kuriimfendaram 52; Rumänische Kreditbank, Cemauii (Rumänien); Anglo Paleatine Co, in Haifa, Jerusalem, Tel -Aviv. Nummer 62 j Berlin, 11. VIII. 1931 | Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ ח אב תרצ״א | xxxvl jahrg. Par »lonltnim erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung •!wer öffentlich. rechtlich g«Hch>rt«n Helmatitte In Palltlini. ״Baseler Programm.*• Beruhigung in Palästina Nur 24 Standen Chauffeurstreik — Arabischer Zeitungsstreik voiksenfsffleid, und was wciler? Der antisemitische Kleinkrieg — Die Not der Gemeinden Das Ergebnis des Volksentscheides bewahrt Freußen und das Deutsche Reich im gegenwärtigen Zeitpunkte der aufs höchste gestiegenen Wirtschaftskrise vor weiteren psychologischen Erschütterungen und trägt dazu bei, das allmählich wiedergewonnene Vertrauen zur wirtschaftlichen Stabilisierung zu stärken, ln dieser Beziehung ist der Mißerfolg des in breiter Front unternommenen Angriffes gegen die Preußische Regierung als ein erfreuliches Geschehen zu buchen. Andererseits darf man sich darüber nicht hinwegtäuschen, daß der ermüdende Schützengrabenkrieg gegen die bestehende Ordnung in Preußen anhält und dauernd Zwischenfälle und beunruhigende Erscheinungen zur Folge hat. Der wahre Kampf wird ja nicht an der Wahlurne und nicht in den Parlamenten ausgefochten, sondern im alltäglichen Leben, besonders auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Betätigung. Wir haben in voller Würdigung der , großen Bedeutung, die der Voiksentscheid über Auflösung des Preußischen Landtages im gegebenen Zeitpunkte erlangt hat, darauf hingewiesen, daß eine Verschlechterung der politischen Situation sich insbesondere gegen die Juden aus wirken muß. Hierbei haben wir aber hervorgehoben, daß das entscheidende Moment gegenwärtig die fatale Wirtschaftslage ist, unter der die Juden aus verschiedenen Gründen ״zusätzlich“ leiden. Hierzu kommt der rücksichtslose Kleinkrieg, der von den Nationalsozialisten gegen alles Jüdische geführt wird. Die Verhetzung und Politisierung der Bevölkerung hat bereits auf die Jüngsten übergegriffen. In den letzten Tagen konnte man es erleben, daß Sommerlager jüdischer Jugendbünde von verhetzten erwachsenen und halbwüchsigen Nationalsozialisten überfallen und die jüdisehen Jungen und Mädels geschlagen wurden. Man kann angesichts einer derartigen Entwicklung den Reichs- und preußischen Staatsbehörden den Vorwurf nicht ersparen, daß sie besonders in den Schulen die Dinge haben zu weit treiben lassen. Hätte man rechtzeitig, wie es in allen Kulturländern des Westens der Fall ist, darauf gesehen, daß die Parteipolitik aus der Schule verbannt werde, so wäre es nicht dazu gekommen, daß schon im frühesten Kindesalt er dje Menschen in Deutschland so verhetzt und einseitig beeinflußt werden, daß sie gar nicht dazu kommen können, irgendwie selbständig denken zu lernen. Als vor einigen Monaten die nationalsozialistisehen Ueberfälle auf Andersdenkende sich in erschrecklichem Maße zu häufen begannen und Mordattentate tägliches Ge sehehen wurden, da entschloß sich die Reichsregierung zur Erlassung einer strengen Notverordnung, die immerhin die politisehen Sitten ein wenig milderte. Der für die Preußische Regierung günstige Ausgang des Volksentscheides sichert ihr zumindest bis zu den Landtagswählen im nächsten Frühjahr eine freiere Hand in der Durchführung ihrer Absichten. Diese sind zweifellos auf die Herstellang der Ordnung und auf den restlosen Schutz aller Bevölkerungsteile in Preußen gerichtet. Wie wäre es, wenn die Preußische Staatsregierung jetzt ein klein wenig in die Schule« und auch in die Universitäten hinein leuchten würde? Es ist ein offenes Geheimnis, daß die ärgsten Hetzer und Bekämpfer der Republik — sie sind in den meisten Fällen identisch mit den rücksichtslosesten Radauantisemiten — ihren Lebensunterhalt entweder direkt oder indirekt vom Staate beziehen. Reichs- und Preußische Regierung haben, wie in zahlreichen Zeitungen zur Genüge bewiesen wurde, bisher gegenüber diesen Pensionären und Nutznießern der Republik eine viel zu weitgehende Milde walten lassen. Vor einigen Wochen hat ein ordentlicher Hochschullehrer ein Gutachten gegen die Regierung in einem Rechtsstreite mit einem Ausländer abgegeben. Eine sofort eingeleitete Disziplinaruntersuchung hatte die f r i s tlose Entlassung dieses Hochschullehrers zur Folge. Es würde der Sache der Republik und der Autorität der Regierung nur nützen, wenn einige Schulmänner, die zu den ärgsten Verhetzern der Jugend gehören, disziplinarisch so bestraft werden wie jener Hochschullehrer. Wir verhehlen nicht, daß in den weitesten Kreisen der jüdisehen Bevölkerung über das Ergebnis des Volksentscheides Genugtuung herrscht. Nicht etwa darum, weil die Juden die Preußische Regierung als ״J u d en r e gi c r u n g“ ernpfinden und den crzkatholischen Reichskanzler Dr. Brüning als ״J u d e 11 k a 11 zl e r“, wie er von Nationalsozialisten in Rom begrüßt wurde, sondern weil unter den gegebenen außen- und innerpolitischen Verhältnissen die Politik des Ausgleiches, des vorsichtigen Lavierens, kurz die Politik der Mitte, das kleinste aller Uebel ist. Die alles beherrschende Wirtschaftsnot gebietet überflüssige Komplizierungen durch Regierungswechsel, Systemänderungen und dergleichen soweit wie möglich hinauszuschieben. Ein anderes Ergebnis des Volksentscheides hätte die Vertrauenskrise verschärft und die Lage der Öffentlichen Körperschaften sowie der privaten Wirtschaften zur Katastrophe gesteigert. Schon heute sind, um die Situation vom jüdischen Standpunkt aus zu charakterisieren, die meisten jüdischen Gemeinden nicht mehr imstande, ihren Etat aufzubringen■ Der Rückgang der Steuern und die Unmöglichkeit, bei Banken oder Sparkassen Anleihen auf die zu erwartenden Steuern auf- Zunehmen, brachten es vielfach mit sich, daß man nicht einmal imstande war, die Gehälter für die Be* amten aufzutreiben. Daß unter solchen Umständen ein Abbau, vieler Institutionen bei den einzelnen Gemeinden die Folge sein muß, ist eine tief beklagenswerte aber unaufhaltsame Tatsache. Besonders schwierig wird sich die Lage bei der Aufrechterhaltung der Arbeiten im Gemeindewohlfahrts־ wesen gestalten. Die Berichte der Leiter der jüdischen Armenkomraissionen und Wohlfahrtsämter sind faerzzerbrechend. In Jerusalem, 6. August. (J. T. A.) Die Verßffentlichung des Communiqugs über die Waffenarsenale durch die Palästina-Regierung hat wesentlich zur Entspannung der Atmosphäre beigetragen. Die von maßgebender Stelle wiederholt abgegebene Erklärung, daß die Regierung für alle Eventualitäten gerüstet sei und die Situation vollkommen beherrsche, hat beruhigend gewirkt. Auf Ersuchen einer Delegation amerikanischer Juden, bestehend aus Alter Levin und den Rabbinern Löwenstein, Kau ff man und Hattenbaum, die Schutz für die amerikanischen Juden in Mea Schearim und ein Eingreifen der amerikanischen Regierung für den Fall von Unruhen forderte, hat der amerikanische Konsul Knabeshue beim High Commissioner Sir John Chancellor vorgesprochen. Der High Commissioner versicherte dem Konsul, daß der Ausbruch von Unruhen nicht zu erwarten sei, daß aber die Regierung für diesen Falle alle Vorbereitungen getroffen habe. Auch Chief Rabbi Kook hatte eine längere Unterredung mit dem High Commissioner, in der die Frage der Aufrechterhaitung von Ruhe und Ordnung erörtert wurde. Die führenden arabischen Zeitungen, unter ihnen ״Al Dschamija al Arabia“, ״Felestin“ und ״AI Hayat‘־, teilen mit, daß sie zum Protest gegen die durch das Communiquö des Chefsekretärs Young verfügte Einschränkung der Pressefreiheit ihr Erscheinen vom 10. August angefangen auf sieben Tage eins.tellen werden. Die Einschränkung der Pressefreiheit erblicken die arabischen Zeitungen darin, daß in dem Communiqud erklärt wird, ״jede Zeitungsveröffentlichung und jede Aeußerung eines Redners, die darauf berechnet sei, die Annahme, daß das Bestehen von Waffenlagern in jüdischen Kolonien die friedliche Bevölkerung bedrohe, zu stützen, werde von der Regierung als absichtliche und rautwillige Gefährdung der öffentlichen Sicherheit betrachtet und dementsprechend behandelt werden“. -Die arabischen Zeitungen erkläre!!, diese Warnung beraube sie der Möglichkeit, ihre Pflicht zu einer Zelt zu erfüllen, in der die Oeffentlichkeit der Stimme der arabischen Presse dringend bedürfe. allen Großgemeinden sind die meisten Bethausbesucher in diesem Jahre nicht mehr imstande, ihre in vielen Fällen seit Jahrzehnten benützten Sitzplätze in den Synagogen änzulösen. Man fragt sich angesichts dieser Notlage, ob Appelle an den Opfersinn der jüdischen Bevölkerung, jetzt an ihre Gemeinden und deren Wohlfahrtsinstitutionen zu denken, von Erfolg begleitet sein können. Trotzdem darf inan weder den Mut sinken lassen noch 1n der Arbeit erlahmen. Aus unserer Geschichte wissen wir, daß gerade in den Zeiten der Not das Pflichtbewußtsein der Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft sich stärker bewährt hat als in Zeiten des Wohlergehens. Zusammenfassung aller Kräfte und Selbsthilfe können die schlimmsten Erscheinungen der gegenwärtigen Krisenzeit mildern. Jeder verantwortungsbewußte Jude darf sich dieser Einsicht nicht verschließen. j. r. Die Fragebogen znr Volkszählung Jerusalem, 5. August. (J.T.A.) Soeben wurden die Fragebogen für die bevorstehende Volkszählung ausgegeben. Die Bogen enthalten 18 Fragen, darunter Fragen nach dem Religionsbekenntnis, dem Geburtsland, nach der wirtschaftlichen Stellung (selbständig Erwerbender oder Lohnempfänger), nach dem Berufszweig, der Umgangssprache und dem Bildungsgang. * Nach diesem Telegramm zu schließen, ist bei der Abfassung des Fragebogens der wichtigste Punkt im Sinne des jüdischen Standpunktes entschieden worden: Die Regierung hat ihre Absicht, eine Frage über Bodenbesitz bzw. ehemaligen Bodenbesitz in den Fragebogen aufzunehmen und dadurch die berühmte Streitfrage der Zahl der ״landlosen“ Araber zu klären, fallen gelassen. Bekanntlich spricht schon das Passfield-Weißbuch davon, daß diese Frage gelegentlich der Volkszählung geklart werden könnte. Die Jewish Agency hat dieser Absicht mit allem Nachdruck widersprochen , indem sie darauf hinwies, daß auf diese Weise politische Tendenzen in die rein statistischen Zwecken dienende Volkszählung hineingetragen würden, und daß auch die betreffenden Angaben nicht zuverlässig wären. Wenn die Regierung in diesem Punkt sich überzeugen ließ, liegt hier — ebenso wie bei der Amnestie für die illegal Eingewanderten — ein bedeutender Erfolg der Tätigkeit des ausscheidenden Col. Kisch vor. Rückgang der Arbeitslosigkeit Beim Zentralen Arbeitsamt des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterverbandes Palästinas waren am 15. Juii 1500 Volfarbeitslose (1000 in den Städten und 500 in den Kolonien) und 650 teilweise Arbeitslose (150 in den Städten und 500 in den Kolonien) vorgemerkt. Am 15. Mai hatte cs 2000 Vollarbeitslose und 000 teilweise Arbeitslose gegeben. Diese Entspannung ist vor allem auf eine Reihe von Arbeiten zurückzuführen, die 600 Arbeitslose absorbierten. Von begonnenen jüdischen Arbeiten sind hervorzuheben: Beschleunigung des Wiederauf- Die hebräischen Zeitungen stellen Ubereinstimmend fest, daß gegenwärtig kein Grund mehr zu einer Beunruhigung wegen einer möglichen Störung der öffentliehen Ruhe vorhanden ist. Auch die revisionistische Tageszeitung ״Haam“ erklärt, ״die Regierung wünsche jetzt keine Unruhen und daher werde es auch nicht zu solchen kommen“. Der geplante Chauffeurstreik fand Donnerstag, den 6. August, als 24stündiger Streik statt. Der Streik hatte auch auf Transjordanien übergegriffen; die Verbindung zwischen Jerusalem und Amman war unterbrochen. Es ist nirgends zu Ruhestörungen gekommen. Die Palästina-Regierung hatte die Vertreter der Handelskammer, deq» Lohnautobesitzer und der Chauffeure zu einer Konferenz eingeladen, um in letzter Minute den Ausbruch des angekündigten Chauffeurstreiks zu verhüten. Auf Vorschlag der Regierungsvertreter war beschlossen worden, eine Kommission zur Untersuchung der augenblicklichen Lage der palästinensischen Industrie, die sieb durch den angekündigten Streik in ihren Interessen schwer bedroht sah, einzusetzen. An die Organisationen der Lohnautobesitzer und der Chauffeure ist der Appell gerichtet worden, von der Proklamierung eines Streiks bis zur Veröffentlichung des Berichtes dieser Kommission abzusehen. Der Verband der Chauffeure hat zu den Vorschlägen der Konferenz in einer ganztägigen Beratung Stellung genommen und im Hinblick auf die Zugeständnisse der Regierung beschlossen, die Dauer des Streiks auf 24 Stunden zu beschränken. Durch den Streik sollte der Protest dagegen, daß die Regierung nicht alle Forderungen der Chauffeure erfüllt hat zum Ausdruck gehracht werden. In dem! Kampf des Lohnautogewerbes gegen die Regierung wurde die vollkommen geschlossene jüdisch - arabische Front hergestellt. baus von Safed, Neueinstellung von 250 Arbeitern beim Ruthenberg-Werk in Naharaim, um die Arbeiten zu beenden, Errichtung von einigen Gebäuden in den Wirtschaften der Jewish Agency, Austrocknungsarbeiten bei Haifa. Auch bei Regierungsarbeiten wurde eine größere Zahl Arbeitsloser beschäftigt. Die Arbeit beim Straßenbau Jericho—Totes Meer wurde erweitert, der Arbeiterrat von Haifa erhielt den Bau eines Teiles der Straße Haifa—Akko, bei Grabearbeiten am Chausseebau Petach Tikwah—Kfar Saba sind 120 Arbeiter beschäftigt, 25 Arbeiter fanden Beschäftigung bei Fundamentarbeiten an der Kadoori-Schule in Mescha, und schließlich wurden 70 ungelernte jüdische Arbeiter in den letzten Wochen bei den Haifaer Hafenarbeiten aufgenommen. Ueber weitere größere Arbeiten, die in den nächsten Wochen noch 300 Arbeiter beschäftigen werden, sind die Verhandlungen bereits abgeschlossen und die Vorbereitungen getroffen worden. in aller Kürze Der Waad Leumi hat Sir John Chancellor aufmerksam gemacht, daß die Juden die Möglichkeit von Unruhen befürchten, falls zwischen der Abreise Chancellors und der Ankunft des neuen High Commissioners ein zu langer Zeitraum verstreicht, in dem das Land ohne obersten Beamten ist. Auch die Agudas Isroel hat in diesem Sinne an Chancellor geschrieben. In den ersten Tagen des Monats September soll eine außerordentliche Sitzung der Arabischen Exekutive stattfinden, in der diese ihre Stellung zum vorgeschlagenen Landentwicklungsplan präzisieren will. Wie die arabische Presse mitteilt, soll Ende des Monats August eine mohammedanische Konferenz einberufen werden, um zu den Beschlüssen der internationalen Klagemauerkommission Stellung zu nehmen. Als Einberufer der Konferenz zeichnet der Oberste Molemische Rat. In der Zeit vom 29. bis 31. August findet in Genf der diesjährige (siebente) ״Kongreß der europäischen Nationalitäten“ statt. A11 den Arbeiten des Kongresses werden sich auch diesmal die Vertreter der jüdischen Minderheiter! unter Führung von Leo Motzkin beteiligen. Vier kleinere New Yorker Banken, die American Union Bank, die International Madison Bank, die Times Square Trust Company und die Times Square Deposit Company, haben am heutigen Tage ihre Schalter geschlossen. Die Verpflichtungen aus Depots betragen insgesamt 15 Millionen Dollar. Tausende jüdische Einleger, hauptsächlich Angehörige des Kleidererzeugungsgewerbes, wurden schwer geschädigt. Die jüdische Kooperativbank ״Unitas“ in Warschau hat ihre Zahlungen eingestellt. Die erbitterte Menge eröffnete ein Steinbombardement gegen das Banklokal, sämtliche Fensterscheiben wurden eingeworfen. Auch aus Kalisch und anderen Städten Polens werden Zusammenbrüche kooperativer Banken gemeldet. Der Professor der Columbia Universität Morris Lcvinc, einer der bedeutendsten Ophthalmologen und Laryngologen der Vereinigten Staaten, hat eine Reise nach Palästina angetreten, um dort den Einfluß des vorderasiatischen Klimas auf Augen- und Nasenkrankheiten zu studieren. *