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Jüdische Rundschau · 1931-08-07 · Heft 61 (7.8.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 61 (7.8.1931)
Date
1931-08-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 374 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 01, 7. Vm 1831 Judaisiisches Institut Sitzung des Verwaltungsrats Sprüchen bekannter Persönlichkeiten in den letzten zwei Jahren gewachsen ist. Im Laufe dieser Zeit hat sich das arabische Pressewesen entwickelt — der arabische Zeitungsverkäufer, früher eine fast unbekannte Figur, ist heute eine selbstverständliche Erscheinung in den Straßen der größeren Städte — und die jetzt erscheinenden Tagesblätter haben die Möglichkeit, ausführlich über die Baseler Sitzungen zu berichten. Daß in diesen Berichten Aeußerungen, die einer Stärkung des arabischen Nationalismus günstig waren, besonders also revisionistische, besonders ausführlich gebracht und kommentiert wurden, ist selbstverständlich. Schon lange vor dem Kongreß hat die arabische Presse ihrer Hoffnung auf einen revisionisti sehen Sieg in Basel stärksten Ausdruck gegeben. Sie erhoffte sich von diesem Regime- Wechsel ein ״Lüften der zionistischen Maske“ und eitle klare Entschleierung der jüdischen Herrschaftsgelüste vor der arabischen Öffentlichkeit, vor England und vor dem Völkerbuiid. In dem Verlauf der Baseler Verhandlungen, besonders in den langen Diskussionen über das ״Endziel des Zionisinus“ fanden die arabischen Zeitungen, vor allem die extrem!nationalistischen, eine Fülle von Stoff für ihre Propaganda, die sie aus besten Kräften ausnutzten. Nicht nur Re- Solutionen und Stimmungsberichte kamen zum Abdruck, sondem auch ausführliche Wiedergaben der einzelnen Reden. Zum ersten Male fand ein zionistischer Kongreß einen Widerhall im arabischen Lager. Die Gebildeten lesen die Berichte; und die große Masse, die auch heute noch keine Zeitungen zu lesen vermag, erfuhr durch hundert Kanäle, durch Gerüchte, Vorlesungen und Gespräche im Cafe und auf der Straße von dem, was sich dort fern in Basel abspielte. Die allgemeine Stimmung hat dadurch eine neue starke Spann u n g erfahren, die sich nur langsam legen wird. Mit dem Abschwelle 11 der Diskussionen über den Kongreß wendet sich die Aufmerksamkeit den wichtigen Aktionen zu, die für die nächste Zeit zu erwarten sind. Mit der Ankunft des neuen Oberkommissärs wird die Frage des Zens 11 s, des Lande 111wicklungsplanes, der Reorganisierung des Polizeiwese ns in das Stadium der Verwirk- Hebung treten. Hier rollen sich Probleme von größter Tragweite auf. In aller Kürze Wie aus einem soeben veröffentlichten offiziellen Bericht hervorgeht, haben die Einnahmen der Palästina-Regierun g in den ersten vier Monaten des Jahres 1931 816.240 Pfund, die Ausgaben im gleichen Zeitraum 724.958 Pfund betragen. Unter den Einnahmeposten figurieren die Eingänge aus Zöllen mit 301.165, die Eingänge aus Steuern mit 200 722 Pfund. Unter den Ausgabenposten sind: Polizei und Gefängnis 144.560, militärische Garnison 69.719, transjordanisches Grenzkorps 49.483 Pfund. In Tel-Awiw wurde BenzionFriedl ander, ein Sohn des im Jahre 1920 in der Ukraine während einer für das Joint Distribution Committee unternommenen Reise vom Pogrompöbe! ermordeten Professors am New Yorker Jewish Theological Seminary Israel Friedländer, verhaftet, weil er versucht hatte, in der Nabe des Herzl-Gymnasiums eine rote Flagge zu hissen. Auch zwei junge georgische Juden, die den gleichen Versuch an der Straße zwischen Jaffa und Tel-Awiw unternommen hatten, wurden verhaftet. Unbekannte Täter haben in der Nähe der Moschee eine rote Flagge gehißt. Eine Konferenz der revisionistischen P a r t e I P a - 1 ä st i n a s hat eine Entschließung angenommen, in der es heißt, die Ergebnisse des Zionistenkongresses in Basel hätten gezeigt, daß es für die Revisionisten in der Gesamtorganisation, die nicht länger berechtigt sei, sich eine zionistische Partei zu nennen, keinen Platz gebe. Die Konferenz erklärte ihre vollständige Uebereinstimnuing mit dem Standpunkt Jabotinskys in dieser Frage. Von 70 Delegierten stimmten 35 für diese Resolution, von den übrigen enthielten sich viele der Stimme. Unter der Führung von Rev. Graham Brown sind in Jeru- Salem 38 Hörer der Wycliff Hall, der theologischen Abteilung der Universität Oxford, zu mehrwöchigem Studiuni der historischen Geographie Palästinas eingetroffen. Rev. Brown war auch der Führer der Gruppe von Studenten aus Oxford, die sich im August 1929 an der Verteidigung der jüdischen Stadtviertel von Jerusalem beteiligt hat. In einem Beduinenlager zwischen Dschedda und Mischmar-ha־Emek wurden drei Beduinen unter dem Verdacht verhafte(, an dem Ueberfall auf eine jüdische Arbeitergruppe aus Jadschur, bei dem drei jüdische Arbeiter getötet wurden, teilgenommen zu haben. Anläßlich des Jahrestages des Ausbruchs der Judenfeindliehen Ausschreitungen im Jahre 1929 fanden in zahlreichen Synagogen Palästinas Gedenkgottesdienste statt. Auf den Gräbern der Pogromopfer auf den Friedhöfen in Jerusalem, Tel-Awiw und anderen Orten wurden Kränze niedergelegt. Der neue Leiter des Middle-East Departments im englischen Kolonialamt, Mr. A. C. C. Parkinson, der an Stelle von Sir John Shuckburgh tritt, w׳ar 1914 als Sekretär von Lewis Harcourt, 1915 als Sekretär von Bonar Law und 1920 |ls Sekretär von Lord Millne r tätig (offenbar also mit dessen ägyptischer Mission verbunden). In der Schlußsitzung des Kongresses der sozialistischen Arbeiterinternationale hielt Berl Locker eine Rede, in der er den Kampf der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas für den Sozialismus schilderte. Die Behauptung des Redners, daß die von den Juden initiierte sozialistische Bewegung in Palästina bereits begonnen hat, auch für die Besserung der Lage der arabischen Arbeiterschaft einzufreten, wurde vorn Kongreß mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Infolge der anhaltenden Dürre in Palästina sind die Wasservorräte in Jerusalem außerordentlich stark gesunken. Die Gemeindeverwaltung hat sich daher genötigt gesehen, die tägliche Wasserzufuhr von 800 000 auf 400053 Gallonen herabzusetzen. Emanuel Newman ist nach Amerika abgereist und wird Ende September nach London zurückkehren, um seine Tätigkeit in der Exekutive aufzunehmen. Nach den soeben veröffentlichten offiziellen statistischen Daten sind im Monat Juni 415 Juden nach Palästina eingewandert und 69 Juden aus Palästina ausgewandert. Dieser Tage fand im großen Saale des Beth Haatn zu Tel- Awiw die Uraufführung der vorn Chormeister der New Yorker Free Synagogue und Professor für synagogale und Volksmusik am Jüdischen Institut für Religion, A. M. Binder komponierten Symphonie ״H a c h a 1 u z i m“ durch das palästinensische Symphonie-Orchester statt. Die Ausführung wurde vom Komponisten persönlich geleitet. Eine zweite Aufführung der 5ymphonie fand kurz darauf in Jerusalem statt. (Offizielles Communiquö.) Die diesjährige Sitzung des Verwaltungsrats des Judaistischen Inst i t u ts an der H ebräischen,Universität Jerusalem fand am 30. Juli im Verwaltungsgebäude der Universitat Zürich statt. Es nahmen an ihr teil die Herren Oberrabbiner Dr. Hertz (London), Vorsitzender des Verwaltungsrates, Dr. J. L. Magnes (Jerusalem), Kanzler der Hebräischen Universitat. Dr. Braude (Lodz), Rektor Dr. A. ßiichler (London), Dr. S. Daiches (London), David Yellin (Jerusalem), Dr. M. Liber (Paris), Prof. L. Roth (Jerusalem), Oberrabbiner Rubinstein (Wilna), N. Sokolow (London), Prof. S. Zeitlin (Philadelphia), und Dr. L. Kohn, Sekretär des Verwaltungsrats. Vor Eintritt in die Verhandlungen begrüßte der Rektor der Universität Zürich, Prof. Dr. Köhler, die erschienenen Teilnehmer im Namen der Universität. Die Behörden der Universität, und besonders er als Alttestamentier, nähmen an der Entwicklung des Instituts lebhaftes Interesse und hätten dem Verwaltungsrat mit größter Bereitwilligkeit ihre Sitzungssäle zur Verfügung gestellt. Er wünschte den Verhandlungen guten Erfolg. Der Vorsitzende dankte dem Rektor für die Begrüßung und für die dem Verwaltungsrat gewährte Gastfreundschaft. Nach Eröffnung der Sitzung sprach zunächst der Kanzler der Universität Worte des Gedenkens für Prof. Dr. J. Horovitz, den jüngst verstorbenen Leiter des Orientalischen Instiiuts der Universität und eines der ersten Mitglieder des Verwaltungsrats. Er unterbreitete sodann einen ausführlichen Berieht über die Entwicklung des Instituts seit der letzten Sitzung. Der Lehr- und Forschungsbetrieb habe sich in erfreulicher Weise konsolidiert, das Studentenmaterial bedeutend verbessert. Das Institut habe die Dienste des Dozenten für Religionsphilo- Sophie Dr. Disendruck verloren, der einen Ruf nach Cincinnati angenommen habe. Andererseits habe nun Herr Prof. Dr. B a e r seine Lehrtätigkeit für die jüdische Geschichte des Mittelalters aufgenommen, so daß dieses wichtige Fach nun besetzt sei. Es sei während der Berichtsperiode eine Verlagsgesellschaft gegründet worden, die eine Vierteljahreszeitschrift für jüdische Wissenschaft herausgebe (״Tarbitz“), deren Leitung in den Händen Prof. Epsteins, des Vorsitzenden des Dozentenkollegiums, Hege. Diese Gesellschaft Amnestie für illegale Einwanderer 10000 Jaden erhalten das Aufenthaltsrecht in Palästina Die ״Official Gazette“, das palästinensische Amtsblatt, veräfferttlicht eine Verordnung, durch die es auch Personen, die weniger als 1000 Pfund besitzen, ermöglicht wird, sich als Einwanderer der ״Kapitalistenkategorie“ registrieren zu lassen■ Die neue Verordnung ist als eine Amnestie für alle zur Zeit der Veröffentlichung der Verordnung in Palästina wohnhaften Personen, die auf illegale Weise ins Land gekommen sind, aufzufassen. Ihre Geltungsdauer endet am 30. September 1931. Auf Grund dieser Verordnung werden ungefähr 10 000 Juden (und eine beträchtliche Anzahl von Arabern), di« illegal eingewandert sind, das Aufenthaltsrecht in Palästina erlangen. Dadurch wird die bevorstehende Volkszählung in Palästina wesentlich erleichtert, da befürchtet worden war, daß die illegalen Einwanderer sich der Erfassung durch die Volkszählung entziehen würden. Die neue Verordnung, die ein Resultat andauernder Bemühungen der Jewish Agency ist, an der insbesondere dem nun scheidenden Col. Kisch ein großes Verdienst zufällt, macht der Unsicherheit der Lage von tausenden Juden in Palästina, die stets befürchten mußten, eines Tages aus dem Lande des Jüdischen Nationalheims ausgewiesen zu werden, ein Ende. Bekanntlich hat die Ausweisung von illegal Eingewanderten, oft nach Jahrelangem Aufenthalt im Lande, in manchen Fällen zu großen Härten geführt und berechtigtes Aergernls hervorgerufen. Andererseits hielt die Einwanderungsbehörde es für ihre Aufgabe, auf genauer Beachtung der formellen Vorschriften zu bestehen und Zuwiderhandlungen rücksichtslos zu strafen, um eine Wiederholung zu verhüten. Auch in dem Bericht von Hope-Simpson spielt diese Frage der illegal Eingewanderten eine Rolle. Man wird jedenfalls die jetzige Regelung nur mit großer Befriedigung aufnehmen können. Der neue High Commissioner Generalmajor fJrihur & Wauchope der neu ernannte H. C. für Palästina, der tein Amt am i. November i931 antritt. gebe jetzt auch die bibliographische Vierteljahrszritschrifi ״Kirjath Sepher“ heraus, die zurzeit die einzige jüdische bibliographische Zeitschrift sei. Bemerkenswert sei, daß auch die anderen Institute der Universität sich in wachsendem Maße mit iudaistischen Studien befassen. Im kommenden November würden die ersten Prüfungen in der geisteswissenschaftlichen Fakultät stattfinden, an denen vornehmlich Studierende des Instituts beteiligt sein würden. Was den Weiterausbau des Instituts betreffe, so lege die Weltfinanzlage dem Institut wie der Universität überhaupt strengste Sparsamkeit auf. Es könnten zurzeit keine Neuernennungen vorgenommen werden, doch wolle man sich bemühen, mit den vorhandenen Kräften das Institut weiter auszubauen. Der Kanzler erwähnte schließlich, daß gewisse Aussichten für die Stiftung neuer Lehrstühle sich eröffnet hätten, über die aber vorerst noch keine Beschlüsse gefaßt werden könnten. Der Verwaltungsrat trat sodann in eine eingehende Debatte über den Bericht des Kanzlers ein. Auf Grund derselben wurde eine Reihe von Beschlüssen über die Ausgestaltung des Lehr- und Forschungsbetriebes an dem Institut gefaßt. Es wurde insbesondere beschlossen, sobald als möglich einen Lehr- Stuhl für Halacha zu schaffen. Herr Rabbiner As s a f wurde als Dozent für die Geschichte der Rabbinischen Literatur des Mittelalters bestätigt. Um die finanziellen Vorbedingungen für die Gründung neuer Lehrstühle zu schaffen, wurden die Landeskomitees des Verwaltungsrates ersucht, Schritte zur Aufbringung neuer Mittel insbesondere unter Heranziehung der jüdischen Kultusgemeinden vorzubereiten, und bis zum Ende des Jahres hierüber an die Leitung des Institutes zu berichten. Es wurde ferner im Verfolg der Bestrebungen zur Abhaltung eines Weltkongresses für jüdische Wissenschaff beschlossen, vorbereitende Schritte für die Organisierung größerer jüdisch-wissenschaftlicher Gesamtunteniehmungen einzuleiten. Auch wurde eine Kommission gebildet, die sich mit der Frage der Teilnahme des Instituts an der geplanten Herausgabe einer Gesamtedition der Schriften des Maimonides anläßlich der im Jahre 1934 stattfindenden 800-Jahr-Feier befassen soll. Die Sitzung endete mit Dankesworten au den Vorsitzenden und den Kanzler. Volksentscheid und Juden ,Am 9. August wird in Preußen in einem Volksentscheid über die Frage entschieden werden, ob der Preußische Landtag aufzulösen sei. Eine Bundesbrüderschaft, für die Außenweit unverstäriÜlich, von rechtsstehenden Sozialreaktionären und von marxistischen Kommunisten hat sich gebildet, um die bisherige Koalitionsregierung Braun—Severing in Preußen zu stürzen. Diese — wie Reichskanzler Brüning so vorsichtig, in seiner Rundfunkrede sagte — zunächst ״preußische Angelegenheit״ — hat durch eine tragische Verkettung weitgeschichtliche Bedeutung erlangt. Nicht nur ganz Deutschland, sondern die gesamte politische Welt wartet mit Spannung auf den Ausgang der Volksabstimmung am 9. August. Angesichts dieser Sachlage ist es nicht verwunderlich, wenn die d e u t - sehen Juden als Staatsbürger an der Vorbereitung des Volksentscheides und an dessen Ergebnis das stärkste Interesse nehmen. Aber genau wie im wirtschaftlichen Leben, in welchem die Juden, wie Dr. Alfred Marcus in seinem Buche nachgewiesen hat, zusätzliche Leistungen vollbringen müssen, um sich zu behaupten, haben sie an dem wichtigen politischen Geschehen des Volksentscheides ein zusätzliches Interesse. Diese Tatsache kann von keinem Juden in Deutschland, mag er ultra-liberal oder auch nationaldeutsch sein, geleugnet werden. Für uns ist sie ein neuerlicher Beweis unserer besonderen Situation innerhalb der Mehrheit der nichtjüdischen Bevölkerung. Wir sind, als Gruppe betrachtet, der empfindlichste Meßapparat für alle Erschütterungen im politischen, sozialen und wirtschaftlichen Leben eines Landes. Einem Seismograph gleich notiert unser seelisches Verhalten Erschütterungen auch in entlegensten Gegenden der Welt und einem Seismograph gleich erleidet unser Erqpfindungsleben einen Bruch, wenn die Erschütterung sich in nächster Nähe vollzieht. Es ist nicht unsere Aufgabe, in diesen Blättern den Juden in Deutschland Ratschläge hinsichtlich ihres Verhaltens am Volksentscheidungstage zu erteilen. Wir müssen uns damit begnügen, festzustellen, wie labil unsere Situation von unsselbstempfunden wird, mögen auch manchmal die objektiven Gefahren eines Geschehens von unserem Bewußtsein übertrieben eingeschätzt werden. Die Lage der deutschen Juden ist im gegenwärtigen Zeitpunkte zusätzlieh schwierig im Vergleich zur Situation des gesamten deutschen Volkes. Wir haben oft dargelegt, von welch prinzipieller Bedeutung die Strukturwandlung unserer Gemein- Schaft für den Bestand des deutschen Judentums ist. In diesem das Judentum schwächenden und zerstörenden Prozeß spielen politische Vorgänge, mögen sie noch so bedeutsam sein, eine untergeordnete Rolle. Vor einiger Zeit haben wir die Situation der Juden in. Deutschland so formuliert, ״daß die Juden bis jetzt imstande waren, ihr Judesein zu bezahlen, ln der Zukunft werden sie dazu nicht mehr in der Lage sein, und zwar aus zwingenden ökonomischen Gründen, und im Widerstreit zwisehen menschlicher und jüdischer Existenz werden sehr viele Juden das Opfer ihres jüdischen Daseins bringen.“ Viel rascher sds man es annehmen konnte» hat sich diese Voraussage bewahrheitet. Wenn man bedenkt, daß die meisten jüdischen Gemeinden in Deutschland schon heute nicht mehr imstande sind, wegen Geldmangels und wegen der sinkenden Steuereingänge ihre Aufgaben zu erfüllen, so erscheint einem das viel schwerer wiegend als rein politische Vorkommnisse, mögen diese auch noch so bedeutsam sein. Wobei natürlich keineswegs übersehen wird, daß ungünstige politische Wendüngen die fatale Wirtschaftsentwicklung verschlimmern und die schwierige Situation der Juden in Deutschland geradezu unhaltbar machen könnenj. r. Duisburg. In der Nacht zum 4. August wurden wiederum vier Fenster des jüdischen Gemeindehauses eingeschlagen, nachdem noch im März nach einer nationalsozialistischen Versammlung das Gemeindehaus von Nationalsozialisten attackiert worden war. lllll1ltlllHIIIIIII[HIIII[llllllllllllllll|[ll)lllllllllllll[lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll1lnllH[llilll1lllllll(lllllllllllllllllllllll!lllllllllillllllllllllllllllllMI[llllllllllllll[IIIIIIIIIHIIIIIIII1n1IIIINIIIII[lllllllllllllllllllllll[||IIIHIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllilllllllllHIII[llllllll

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