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Jüdische Rundschau · 1931-06-23 · Heft 48 (23.6.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 48 (23.6.1931)
Date
1931-06-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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״Unsere Abenteueret" Einzelnummer 0,25 Goldm, JÜDISCHE RUNDSCHA Erscheint jedenDienatag u.Freitag. Bezugspreisbei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. AuslandsshonnerneatB 1» der Währung der «einzeln**מ Länder berechnet Anzeigenprms! 8 gesp. NonpareiUezeil® 0,50 G.-M* Stellengesuche 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische RundschauG.tn.b.H.,Berlin W15, Meinekestr.10. Telephon: J 1 Bismarck 716570־. AwMg.tMcbluB: Diennta* undFrHmg tichmhug• 4Uhr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Po.Hchtck - Konten: Berlin 17392, Bawl V 9355. B#l«r gd 68032, 394 33. 59*93. D4n״g 1973, Haae59410 ,470 140 ׳, Bisa 4155, StrasshurR 16430, Warschau 190708, Wien 15*030. R 8 D l - Koster!: Darmstädter- und Nationalbank, Deposit«־*״!. Kasse Berlin, Rurfurstendamm 52: Rumänische Kreditbank, Omauti (Rumänien); Anfclo Palestine Ca in Haifa, jenisalpm, Tel -Aviv. Nummer 48 | Berlin, 23. VI. 1931 ח׳ תמוז תרצ״א ( xxxvi. Jahr*. Der Zionismus erstrebt fUr das Jüdische Volk die Schaffung einer äffentllch rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ Maldtaiil-fcslla^c m Lmmn Empfang der palästinensischen Sporfsleute Von unserem Sonderberichterstatter. h. I. London, 14. Juni. Die Mitglieder des Makkabi-Verbandes aus Erez Israel, die von Saloniki aus auf sieben Motorrädern und mit einem Automobil eine große Propaganda-Tournee für die Makkabiah durch die Balkan-Länder, Süddeutschland und Frankreich durchgeführt hatten, trafen von Calais aus am Freitag, dem 12.. Juni, in Dover ein. Dort erwarteten sie die Vertreter der Bar-Cochba Association aus London, die in Automobilen nach Dover gekommen waren, am Hafen. Mit großem Jubel wurden die Palästinenser empfangen und begrüßt. Am Empfang nahm der Präsident des Makkabi-Weltverbandes, Dr. Hermann Leiewer und Hans F riedenthal, die beide aus Berlin auf Einladung des Londoner Bar-Cochba nach England gekommen waren, teil. Vom Halen aus begab sich der Zug zum Rathaus von Dover, wo der Mayor von Dover in Amtskleidung auf den Stufen des Rathauses im Kreise seiner Beamten die Gäste am ״Tor nach England“ willkommen hieß. Der Führer der Palästinenser, Josef J e k u t i e 1 i, begrüßte den Mayor in hebräischer Sprache und überreichte ihm im Aufträge des Bürgermeisters von Tel-Awivv ein Album der jüdischen Stadt Tel-Awjw. Die Reden wurden ins Englische und Hebräische übersetzt. Hiernach wurden die Gäste im Sitzungssaale des Rathauses reichlich bewirtet. Von Dover aus erfolgte die gemeinsame Fahrt nach London. Am Sonnabend früh fand in der großen Synagoge in der Dirke Street, die bis auf den letzten Platz gefüllt war, ein Festgottesdienst statt. Rabbi Feldman begrüßte mit begeisterten Worten die Gäste aus Erez-Israel als Vertreter einer neuen jüdischen Jugend. Im Anschluß an den Gottesdienst fand ein Festmahl, gegeben von der Bar-Cochba Association, statt, an dem auch der Vorsitzende der English Zionist Federation Rev. Goldbloom, der Mayor of Stepney, Mr. Dawis, Rabbi Feldman und zahlreiche zionistische und jüdische Persönlichkeiten. Londons teilhahBten. Bei palästinensischen LMerrMd'Bortah-Tlnzen blieb׳־»«» ־«&* laufe 2«יוו»יי»;* Am Sonntag, dem 14, Juni, fand ein ־ Festzug durch Whitechapel und East-End statt, von dem man sagen kann, daß er zu den größten zionistischen Demonstrationen gehört, die jemals in London stattfanden. Durch die dichtgedrängten Straßen der Londoner Judenstadt bewegte sich der Festzug. An der Spitze marschierte eine große Musikkapelle, ihr folgten mit ihren Maschinen die Makkabi-Leute aus Palästina und nach ihnen ein unabsehbarer Zug von Automobilen, mit Fahnen und Bändern geschmückt. Den Schluß bildeten sechs große Autobusse mit den Mitgliedern zionistischer Jugendbünde und den Angehörigen der ehemaligen jüdischen Legion mit ihren Fahnen und Emblemen. Nur mit großer Mühe und mit Hilfe der Polizei gelangte der Festzug zur Town-Hall of Stepney, wo •der Mayor die Gäste empfing und bewirtete. Der Mayor of Stepney, Mr. Dawis, selber Jude und Zionist, legte in begeisterten Worten ein Bekenntnis zur Idee der jüdischen Regeneration ab und stellte seinen Besuch zur Makkabiah in Aussicht. Am Nachmittag fand bei starkem Besuch der jüdischen Bevölkerung im West-Ham Stadion ein großes Sportfest in allen Zweigen der Leichtathletik zwischen den Mannschaften der Bar-Cochba Association und der Association of Jewish Yoirth statt. Das Protektorat hatte der frühere Zivilgouverneur von Palästina, Brig.-Gen. Sir Wyndham Deedes, übernommen, der einen wertvollen Becher dem siegreichen Klub gestiftet hatte. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. Prof. Brodetsky als Vertreter der Zionistischen Exekutive, den Mayor of Stepney und den Mayor of West-Ham. Von den zehn Matchs, welche ausgeschrieben waren, trug Bar- Cechba in neun den Sieg davon und der Association of Jewish Youth gelang es nur in einem Spiel zu siegen. Der Ausgang der Sportkämpfe ist ein Beweis für die glänzende sportliche Entwicklung des Bar-Cochba, dem es nach einjährigem Bestehen gelang, die fast dreißig Jahre alte assimilantische Jugendorganisation überwältigend zu schlagen. Auch hier zeigte sich wieder, daß beim Sport die letzten Kräfte nur herausgeholt werden können, wenn die Kämpfer von einer Idee getragen sind. Unter dem Jubel der Zuschauer überreichte Sir Wyndham Deedes dem siegreichen Klub den Preis. Mit der Hatikwah und der englischen Nationalhvmne endete das erste jüdische Sportfest, das jemals in London sfattgefunden hat. . ■ Abends versammelte sicli alles in froher Stimmung zum Ball. Am nächsten Tag wurden die Palästinenser und die Verireter des Weltverbandspräsidiums in der historischen Gemäldegalerie der Guild-Hall vom Lord Mayor von London empfangen. Der Lord Mayor drückte seine Bewunderung für die’große sportliche Leistung der Palästinenser aus und beglückwünschte sie zu ihrem Erfolg. Er überreichte ihnen ein Schreiben an die jüdische Jagend in Palästina, in dem er seiner Hoffnung Ausdruck gab, daß mit Hilfe des Sports alle politischen und nationalen Gegensätze überbrückt werden würden, und der jüdischen Jugend des Landes für ihre unermüdliche Arbeit an der Renaissance des jüdischen Volkes seine wärmsten Wünsche übermittelte. Auch ihm überreichte Jekutieli im Namen der Stadt Tel-Awiw ein schönes Album. Zahlreiche Pressevertreter und Photographen wohnten dieser bemerkenswerten Kundgebung bei. Im Anschluß daran wurden die Gäste in der Great Russell- Street von der Zionistischen Exekutive begrüßt. Von der Exekutive waren erschienen die Herren Soicolow, Prof. Brodetsky, Felix Rosenbliitb, Sprinzak und Kaplansky. Dr. Weizmann war krankheitshalber verhindert, anwesend zu sein. SokoIow begrüßte im Namen der Exe- ׳,ha1tjy»Tjwtuf Hell dankte im Namen,der Palästinenser״ Nach ihm sprach Dr. Leiewer über die Idee des Makkabi- Bewegung und den Siegeszug des nationalen jüdischen Sportgedankens in aller Welt. Am Abend gab die Jewish Agency in den glänzenden Räumen dÄ Portman-Hall in der Bake! Street einen Empfang. Der schriftlichen Einladung waren über 400 Personen gefolgt. Den Vorsitz führte Avigdor Goldsmid, Vorsitzender der englischen Sektion der Jewish Agency, Ansprachen hielten SokoIow, Eder, Brodetsky, Barnett Jänner, Golubloom, Dr. Leiewer und Jekutieli. Die Redner forderten zur Teilnahme am Bau des ersten nationalen Stadions in Palästina auf, und die an diesem Abend begonnene Baustein- Aktion für das Stadion hatte einen schönen Erfolg, Mit jüdisehen Chorgesängen und hebräischen Liedern wurden die Ansprachen eingerahmt. Als Abschluß ihres Aufenthaltes in London besuchten die Palästinenser das Grab von Lord Melchett in Anwesenheit des jungen Lord Melchett und der Tochter Melchetts, Lady Erkigh. Von London aus werden die Palästinenser Brighton, Manchester, Leeds und Glasgow besuchen, um dann nach Palästina zurückzukehren. Zweifellos hat der Besuch der Makkabmi aus Erez-Israel in hohem Maße dazu beigetragen, den Juden Londons und insbesondere der jüdischen Jugend der Stadt einen Hauch von Palästina nahezubringen, und es ist zu erwarten, daß die Stimmung dieser Tage in der jüdischen und nichtjftdischen Oeffentlichkeit Londons nachhaltigen Eindruck gemacht hat. Vor allem aber ist das Ziel der 6000-km-Fahrt als gelungen zu bezeichnen: Die Makkabiah, die erste jüdische Olympiade in Erez-Israel, ist in aller Munde und wird dazu beitragen, den Zionismus unter der jüdischen Jugend in bisher noch unberührte Kreise zu bringen, um diese zur Mitarbeit an der großen Aufgabe der physischen Regeneration unseres Volkes neranzu ziehen. Die Debatte in der Mandats ״ Kommission Das offizielle Communique Die Informationsabteilung des Völkerbundes teilt mit: Die Permanente Mandatskommission des Völkerbundes hat gemeinsam mit den Vertretern der englischen Regierung, Unterstaats- Sekretär für die Kolonien Dr. T. Drummond Shiels, Chefsekretär der Palästina-Regierung M. A. Young und den Herren O. G. R. Williams und R. V. Vernon vom englischen Kolonialamt, die Prüfung des Jahresberichtes der Mandatarmacht für Palästina fortgesetzt. Die Debatte erstreckte sich zunächst auf die von Dr. Shiels vor der Kommission abgegebene Erklärung im allgemeinen. Die Kommission wurde über den neuen Entwicklungsplan für Palästina informiert, der sich mit der Wiederansiedtung gewisser Kategorien landloser Araber mit Bewässerung, Drainage, intensiver Kultur und im allgemeinen mit der Vermehrung des verfügbaren kulturfähigen Bodens befaßt. Ferner wurde die neue Verordnung zur Vermeidung der Ent- Setzung von Pächtern von ihrem Boden überprüft. Sodann wurde die in dem Briefe des Ministerpräsidenten an Dr. Weizmann gegebene Interpretation des Weißbuches einer Betrachtung unterzogen. Die Finanzen des Mandatsgebietes wurden, insbesondere hinsichtlich der Ausgaben für Verteidigung, untersucht, sowie die von der Mandatarmacht zur Sicherung der Entwicklung der Selbstverwaltungsinstitutionen, vor allem bezüglich der Machtbefugnisse des vorgeschlagenen Legislative Council, diskutiert. Nachdem die Kommission die Beziehungen zwischen Palästinaverwaltung und Jewish Agency erörtert hatte, wandte sie ihre Aufmerksamkeit der Frage der Ein wänderunzund Auswanderung, vor allem im Zusammenhang mit der Frage der Arbeitslosigkeit in Palästina und der Feststellung der von bestimmten Immigrantenkategorien als Voraussetzung für Einwanderung und dauernde Niederlassung geforderten Höhe des Eigenkapitalbesitzes, zu. An die Vertreter der Mandatarmacht wurde das Ersuchen gerichtet, weitere detaillierte Informationen bezüglich der Verteilung des Bodenbesitzes in Palästina unter Juden und Arabern sowie bezüglich verwandter Gegenstände zur Verfügung zu stellen. ln einem weiteren Communique wird mitgeteilt, daß die Permanente Mandatskommission am 17. Juni die Prüfung des Jahresberichtes ׳ der Mandatarmacht für Palästina und Transjordanien fortgesetzt und sich mit den bestehenden gesetzlichen Vorschriften, durch die die Erwerbung der palästinensischen Landesbärgerschaft geregelt wird, befaßt hat. ln der Sitzung wurden ferner ergänzende Informationen über die Aufrechterhaltung des Status quo bezüglich der Heiligen Stätten erteilt. Die Kommission hat ihrer Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß der Bericht der Klage mauerkommission der Lage gerecht wird. Die Bedingungen der vom High Commissioner der Irak- Petr oleum- Gesell schaft erteilten Konzession zur Leitung von Mineralöl durch palästinensisches Gebiet wurden unteT Berücksichtigung der auf solche Fragen Bezug habenden Be- Stimmungen des Mandats einer Prüfung unterzogen. Die Höhe der im Berichtsjahr erteilten Agrarkredite und ihre Bedingungen wurden diskutiert. Es wurden auch Informationen bezüglich der Einsetzung eines aus Vertretern der arabischen, jüdischen und deutschen landwirtschaftlichen Gemeinden zusammengesetzten allgemeinen Landwirtschaftsrates erteilt, der die Aufgabe haben soll, ein umfassendes Programm für landwirtschaftliche Forschung und Erziehung zu entwerfen. Die Mandatarmacht wurde um weitere Informationen über den Waffenhandel in Palästina ersucht. Internationale Abmachungen, an denen Palästina beteiligt ist, sowie die Beziehungen zwischen Transjordanien und Palästina wurden erörtert. Schließlich wurden die öffentlichen Finanzen dieser beiden Territorien geprüft. Wie der Vertreter der JTA. in Genf erfährt, wurden die Bestimmungen der Pipeline-Kommission von der Kommission schart kritisiert. Es wurde betont, daß die der frak-PetroIeum- Gesellschaft gewährten Begünstigungen zu weitgehend seien und den Bestimmungen des Mandates bezüglich einer Politik der offenen Tür widersprechen. * Als Ergänzung der offiziellen Communiques erhalten wir folgende Mitteilungen unseres Genfer K-y-Korrespondenten: Die Verhandlungen der Ständigen Mandatskommission sind eheim und ihr Verlaut wird erst anläßlich der Veröffenlchung der gedruckten Verhandlungsberichte bekannt. Diese Veröffentlichung erfolgt in der Regel frühestens zwei Monate nach Beendigung der Tagung. Auf Verlangen des Vertreters der Mandatarmacht, Dr. Shiels, wurde diesmal (wie auch das vorige Mal — A. d. R.) seine Eröffnungsansprache vor der Kommission in extenso der Presse übergeben. Ueber den Verlauf der dreitägigen Prüfung des Jahresberichtes in Anwesenheit der Vertreter der Mandatarmacht gab die Informationsabtellung des Völkerbundes zwei Pressecommunlo u e s heraus, worin der Gegenstand einiger von den Mitglledem der Kommission den Vertretern der Mandatarmacht gestellter Fragen nur ganz oberflächlich angedeutet war. Es steht jedenfalls fest, daß Dr. Shiels n i c h t in der Lage war, den Mitgliedern deT Kommission einen konkreten Plan der Regierung, betreffend Ausführung des ״Land Development Scheme“, vorzulegen und sich damit begnügte, sehr allgemein und unklar gehaltene Erklärungen abzugeben. Daher konnten die Mitglieder der Kommission natürlich nicht zu dem unbekannten Entwicklungsplan Stellung nehmen. Einige von ihnen — darunter der Vorsitzende Graf Theodoli — sprachen in den Couloirs davon, daß Ihnen die Lage des Palästinamandates Immer ״komplizierter“ erscheint . . . Dr. Shiels soll hingegen der Kommission ziemlich ausführlich die Eindrücke von seiner Reise nach Palästina dargestellt haben. Er äußerte sich hierbei recht pessimistisch über die Möglichkeiten eines harmonischen Zusammenlebens zwischen Juden und Arabern und bat sich über den Ton der jüdischen Presse gegenüber den Verwaltungsbeamten beklagt. Im allgemeinen war die dies- 1 jährige Debatte bedeutend ruhiger als die vorjährige und die I Einstellung der Kommission gegenüber der Mandatarmacht weit versöhnlicher. Die kritischen Betrachtungen der Kommissionsmitglieder betrafen viel mehr Einzelfragen der Verwaltung, als die Gesamtpoiitik der Mandatarmacht. Eine Ausnahme bildete ein längeres Referat des stellvertretenden Vorsitzenden der Kommission, van Rees, der das Weißbuch von 1930 und den Brief MacDonalds an Dr. Weizmann einem kritischen Vergleich unterzog. Die Frage der Vollmachten des künftigen Legisiative Council kam neuerdings zur Sprache, doch trug sie anscheinend nur rein informativen Charakter. Das spanische Mitiied der Kommission, Prof. P a I a c I o s, dem das Referat über ie Petition der Arabischen Exekutive zugeteilt worden ist, hat seit jeher die Frage der Selbstverwaltungsinstitutionen in Pallstina In einer dem arabischen Standpunkt entgegenkommenden Weise aufgeworfen. Er wird dies sicher auch in seinem jetzigen Bericht getan haben. Allerdings wird er der Debatte über seinen Bericht nicht mehr beiwohnen können, da er zu den Cortes kandidiert und deshalb schon vorgestern wieder nach Spanien zurückkehren mußte. Berichterstatter für die von der Jewish Agency eingereichten Memoranda ist diesmal das deutsche Mitglied der Kornmlssion, Ministerialdirektor Dr. R u p p e I- Ute Kommission wird an die Verfassung Ihres Berichtes an den Rat wahrscheinlieb erst im Laufe der nächsten Wocbe herantreten. Vorläufig beschäftigt sie eine — vom allgemeinen Standpunkt — bedeutend wichtigere Frage, d. I. die Aufhebung des Mandatesüber Irak. Trotz vielseitig zum Ausdruck gebrachter Befürchtungen und Proteste — besonders was das weitere Los der religiösen und nationalen Minderheiten in diesem Lande anbetrifft — scheint die Zulassung Iraks zum Völkerbund im Jahre 1932 eine he - geflossene Sache zu sein. Frankreich, das das Vorgehen Großbritanniens im Irak am unangenehmsten empfunden hat, scheint sich nun mit dem Gedanken abgefunden zu haben, daß ihm nichts anderes übrig bleiben wird, als früher oder später sein Mandat über Syrien auf eine ähnliehe Weise — d. h. im Austausch gegen einen syro-französischen Bündnisvertrag — a u f zu - geben. Der Vertreter Frankreichs hat dies ziemlich offen der Mandatskommission erklärt. Auf diese Weise nähert sich der Augenblick, wo arabische Staaten als — zumindestens formell — gleichberechtigte Mitglieder im Völkerbund erscheinen werden und wo Palästina als Mandatsland des Typus ״A“ Isol i e rt sein w ird. Die Wichtigkelt — für die weitere politische Entwicklung Palästinas — dieser schon in nächster Zukunft als Tatsachen dastehenden Verwandlungen ist allzu augenfällig, als daß es nötig wäre, sie besonders zu unterstreichen.

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