Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 43 (5.6.1931)
- Date
- 1931-06-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0£5 Goldmark Jüdische Studenten - Seelsorge JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dens tag u.F teitag. Bezugspreis bei der Expedition 1 11״. ,, , , . . .. monatlich 2,- Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. 1 Ration Verlag und1 Am«gen-Verwaltung: AuAluncUahamementa werden in dar Währung der einielnea Und« betechnet B Jüdische Runa8dhauG«m.b.HMBerlittW15* MfciaekeStr.lQ. Anzeigenpreis: 8 ge«p. Nanp&reilleaseil• 0.50 G.׳M. Stellengesuch« 0.25 G.-M. I Telephon: J 1 Bismarck 7165*70׳• Post*ch«cV - Konten i beriln 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032. Brüssel 39433, Budapest 59693. Danzig 1973. Haag 140 470, Prag 59410, Riga 4155, Strasburg 16430, Warschau 190708, Wien 15603O. Bank -Konten : Darmstädter- und Kationalhank, Depositen-Kees« Berlin» Kurfürstendamm 52: Rumänische Krediibank, Ceraauti (Remlnieo); Auglo Palestine Co. in Haifa» lerusalem. Te! -Aviv. Nummer 43 1 Berlin. 5« VI. 1931 I Redaktionsschluü Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ׳ סידן חרצ״א | xxxvi, Jahrg» Per Zionismus erstreb« fllr da» fUdl»the Volk die Schaffung einer Öffentlich. rechtlich pealcherten Heimstätte in Pallstine. ״Baseler Programm.“ Die Kongreßwahlen Die Wahlbewegung Es Ist keine Uebertreibung, wenn man sich die besonders in zionistischen Organen von Polen und der Tschechoslowakei geäußerte Meinung zu eigen macht, daß auf dem nächsten Kongreß gerade die Zionisten aus Mitteleuropa berufen sind, eine ganz besondere Rolle zu spielen. Wenn man die Berichte über alle Wahlversammlungen zum Zionistenkongreß, die bisher stjttgefunden haben, liest, so kann man. feststellen, daß sich in diesem Jahre trotz der in einem bisher unbekannten Maß gestiegenen Sorgen des jüdischen Alltags in Deutschland das Interesse für die Kongreßwahlen viel stärker kundgegeben hat als bei den vorangegangenen Kongressen. Die zionistischen Massen haben die Empfindung, daß die zionistische Bewegung und der Palästina-Aufbau sich gegenwärtig in einem Stadium befinden, das in jeder Hinsicht eine größere Verantwortung auf alle Zionisten in der ganzen Welt lädt, als zu irgendeinem Zeitpunkt im vergangenen Jahrzehnt. Die Diskussionen in den Wahlversammlungen, die überall sehr stark (besonders auch von der Jugend) besucht waren, konzentrierten sich auf die Grundfragen der gegenwärtigen zionistischen Politik. Vier Punkte fanden in allen Versammlungen eine besonders intensive Behandlung: Das Verhältnis zu England, die Beziehungen zu den Arabern, die finanzielle Situation der Bewegung und des Aufbaus und die Frage der zukünftigen Leitung, die in sich in einem gewissen Umfange auf die organisatorischen Probleme der zionistischen Bewegung schließt. Mit einem bei den deutschen Zionisten seit jeher vorhandenen Emst wurden diese Punkte von Referenten und den Teilnehmern an der Diskussion behandelt.׳ Der zionistische Wähler weiß auch sehr wohl, in welcher Weise man Wahlkundgebungen und Wahlreden beurteilen muß, was hier Uebertreibung und was Verzerrung ist, was man abziehen muß und wo der Kern steckt. Man ist bereits an allerlei Wahlen geschult, und vielfach spricht man von Wahlmüdigkeit. Erfreulicherweise ist bei unseren zionistischen Wahlen wenig von Wahlmüdigkeit zu merken. Täglich laufen bei der zentralen Wahlkommission für die Kongreßwahlen eine große Zahl von Anfragen ein, wie sich die Wahlen zu vollziehen haben, auf welche Weise einzelne, nicht in Wahiorttti wohnhafte Zionisten ihr Wahlrecht amzuüben vermögen und dergleichen. Die bisher bekannten Ergebnisse der Kongreßwahlen in den־ anderen Ländern haben m Deutschland, außerordentliches Interesse erweckt und geben zu zahlreichen Kommentaren Anlaß. Allmählich beginnt das Kongreßfieber die zionistische OÖffentlichkeit zu erfassen. Aus diesen und anderen Anzeichen ist das ernste Interesse aller wahlberechtigten Zionisten in Deutschland sinnfällig erkennbar. Angesichts dieser Grundstimmung ist es vielleicht überflüssig, noch einmal die deutschen Zionisten auf die Bedeutung des kommenden Zionistenkongresses hinzuweisen und sie an ihre Wahlpflicht zu erinnern. Trotzdem soll es hier einen Tag vor der Wahl noch einmal mit allem Nachdruck geschehen, damit auch die wenigen Gesinnungsgenossen, welche aus verschiedenen Gründen, in den seitensten Fällen aus Gleichgültigkeit der Wahl femzubleiben gedenken, noch im letzten Augenblick alles Mögliche vorkehren, um an der Wahlhandlung teilnehmen zu können. Die Situation im Zionismus, die politische Lage der Bewegung, der Stand des Palästina-Aufbaus verlangen von den Zionisten in der ganzen Welt gespannteste Aufmerksamkeit und höchste Verantwortung. Die deutschen Zionisten haben in früheren Jahren eine ausschlaggebende Rolle in der Zionistischen Organisation gespielt. Durch die Entwicklung der großen jüdisehen Zentren in Polen und in den Vereinigten Staaten, in Rumänien und in anderen Ländern fiat der deutsche Zionisraus diese beherrschende Stelle verloren. Es handelt sich nicht darum, daß die deutschen Zionisten danach streben sollen, wiederum in der Organ isatiom ausschlaggebend zu werden. Sie sollen dessen eingedenk sein, daß sie als Bindeglied zwischen Ost- und West- Judentum mehr als die Zionisten in anderen Ländern die Rolle eines vermittelnden und ausgleichenden Elementes zwischen den zionistischen Gruppen auf dem Kongresse spielen können. Vor der Tagung der Mandats-Kommission Bei den Beratungen über :das Palästina-Mandat auf der Tagung der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes, die am 9. Juni in Genf eröffnet wird, wird die englische Regierung durch den Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr. Drummond S h i e 1 s, und den Chefsekretär der Palästina-Regierung, Mark Aitchinson Youug, vertreten sein. Die Mandatskommission wird sich mit der Behandlung des Jahresberichtes der britischen Palästina-Verwaltung, allen Doku menten über Palästina einschließlich des im Oktober 1930 veröffentlichten Weißbuches und des MacDonald-Briefes zu befassen haben. Auch die das Verhalten der Mandatskommission kritisierende englische Oegenäußerung auf den vorigen Bericht der Mandatskommission wird diesmal Gegenstand der Verhandlung bilden. Die britische Regierung hat jetzt der Mandatskommission ein neues zusaramenfassendes Dokument zugestellt, in dem die politischen Akte des letzten Jahres (Weißbuch, MacDonald-Brief usw.) kommentiert und die Richtlinien der künftigen englischen Palästina-Politik, vor allem im Zusammenhang mit der Palästina-Anleihe und dem Landent wick lungspIan, bekanntgegeben werden. Seitens der Jewish Agency wird der Mandatskommission auf ihrer nächsten Tagung der übliche Jahresbericht vorgelegt werden, in dem die Jewish Agency, ohne die politischen Probleme zu berühren, eine Uebersicht über ihre Leistungen in Palästina während des abgelaufenen Jahres auf ökonomischem, kulturellem, sanitärem und anderen Gebieten gibt. Dieser Bericht ist von einem Schreiben Dr. Wefzmanns und einer ausführlichen Beantwortung des Simpson-Berichtes begleitet. In dem Begleitbrief gibt der Präsident der jewish Agency eine kurzgefaßte Darstellung der bereits bekannten Gründe, die ihn, nach *,Veröffentlichung des Simpson-Berichtes und des Weißbuches, zur Niederlegung seines A mtes und zum Abbrechen der weiteren Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht bewogen haben. Er weist auf die Unzulänglichkeit des Simpson-Berichtes hin, wobei er auf das ihn beantwortende Memorandum Leonard Steins bezug nimmt. Sodann werden in dem Briefe die Umstände geschildert, unter welchen später die britische Regierung die Vertreter der Jewish Agency zu Verhandlungen eingeladen hat, die schließlieh zur Veröffentlichung des MacDonald-Briefes geführt haben. Er lenkt die Aufmerksamkeit der Kommission auf die von ihm nach Abschluß des ersten Teiles der Verhandlungen mit der Regierung abgegebene persönliche Erklärung hin — deren Wortlaut dem Briefe beiliegt — und schließt mit der Bemerkung, daß alles weitere nun vom Ausgang des zweiten Teiles der Verhandlungen, der erst eine definitive Stellungnähme der Jewish Agency erlauben wird, abhängig ist. Dieses Schreiben des Präsidenten der Jewish Agency ist mit* samt dem Memorandum def Mandatarmacht am 30. April — also noch vor Abschluß der neuen Verhandlungen — zwecks Weitergabe an die Mandatskommission überreicht worden. Ob die Exekutive der Jewish Ageftcy sich entschlossen hat, noch einen die neueste Entwicklung behandelnden Nachtrag zu überreichen, ist nicht bekannt. Das die Entgegnung der Agency auf das Weißbuch darstellende Memorandum Leonard Steins wurde der Mandatskommission bisher zwar noch nicht offiziell überreicht, doch, wurden Exemplare .־djejes, Memorandums den KotnmissipnsnjitglJedera privat zur, fansjehtnahtpe zugestellt. Die Mandatskommission wird, sich .atjch mit ,einer Reihe anderer Petitionen1 bezüglich Palästinas zu beschäftigen haben. Auch die Araber haben ein Memorandum überreicht, das jedoch, da es die Grundlage des Mandates ablehnt, keine andere Behandlung seitens der Kommission erfahren dürfte als ähnliche Eingaben früherer Jahre. Von besonderer Bedeutung werden diesmal die Beratungen über die Voraussetzungen für das Erlöschen eines Mandates sein. Bekanntlich wurde die Kommission durch den Völkerbundsrat beauftragt, diese Frage im Zusammenhang mit dem Beschluß der britischen Regierung, im Jahre 1932 die Aufgabe des Irak-Mandates vorzuschlagen, zu studieren. König Hussein gestorben Wie der J. T. A. telegraphiert wird, ist am 3. Juni König Hussein in Amman gestorben und wird in Jerusalem begraben werden. Die Uebcrführung von Amman nach Jerusalem sollte am 4. d. M. um die Mittagszeit stattfinden. Hussein, der bereits vor etwa zwei Jahren während seiner schweren Krankheit von vielen Zeitungen totgesagt wurde, war während des Krieges die zentrale Figur der arabischen Nationalbewegung. Er wurde von England zum Dank für seinen Abfall von der Türkei zum König des Hedschas gemacht und seine Söhne wurden in den arabischen Staaten als Herrscher eingesetzt. Heute ist sein Sohn Feisal König des Irak, Abdallah Emir von Transjordanien, und der älteste Sohn Ali soll Ge* rächten zufolge König von Syrien werden. Hussein selbst kam zu Fall, nachdem er 1924 in Ueberschätzung seiner eigenen bereite erreichten Position die Würde des Kalifen annehmen wollte. Damals wurde er von Ibn Saud, seinem großen Rivalen, besiegt und vertrieben und schließlich von England in Zypern untergebracht. Hussein hat wiederholt auch bei Erörterung der jüdisch-arabischen Beziehungen eine Rolle gespielt. Von seiner abgeklärten Klugheit und seinem politischen Weitblick versprach man sich eine mäßigende Wirkung auf die nationalistischen arabischen Hitzköpfe. Erst vor kurzem hat Col. Kisch im Namen der Jewish Agency König Hussein in Amman einen Besuch abgestattet und an einem Bankett zu Ehren des greisen Exkönigs teilgenommen. Von größter Bedeutung ist die W a h 1 J e r u s a I e m s z u m Begräbnisplatze des Verstorbenen. Wir haben es hier offenbar wieder mit einem sehr geschickten Schachzug des Mufti von Jerusalem zu tun, der es darauf angelegt hat, Jeni* salem immer mehr zu einem islamischen und arabischen Zentrum zu machen. Nach Mohammed Ali, dem großen Führer der indlschen Mohammedaner, wird jetzt Hussein, der Patriarch des modernen arabischen Nationalismus, in Jerusalem beerdigt Diese Gräber bilden religiöse und nationale Heiligtümer der Araber und durch sie erhält Jerusalem eine Anziehungskraft und einen Symbolwert für die außerpalästinensischen Araber, den es vorher kaum besessen hat. Es waltet hier sichtlich die Tendenz, mit Rücksicht auf die jüdischen Aspirationen gerade Jerusalem als den gewissermaßen ״bedrohten“ Punkt der arabischen Front besonders zu befestigen. Die palästinensische Orangen-Industrie: eine vorzügliche Kapitalsanlage Von Julius Berger, zur Zeit Berlin. Die Z.V.f.D, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Werbung für die Anlage von Prwalkapital in Palästina mit aller Kraft za fördern. Gerade in der heutigen Zeit einer schweren Wirtschaftsdepression, die die Arbeit, unserer Fonds hart trifft, ist es von größter Bedeutung, daß zahlreiche Juden mit eigenem Kapital nach Palästina gehen oder von hier aus Kapital im Fände investieren, lieber die Orangen- Industrie, einer der, erfolgreichsten Zweige der 'palästinensischen ,Wirtschaft, die hierbei in erster Linie in Frage kommt, informiert der nachstehende Aufsatz. , Man begegnet in, Deutschland oft noch einer ziemlichen .Skepsis gegenüber den Schilderungen von den außerordentliehen Möglichkeiten der Orangen-Industrie in Palästina. ׳ Man hält vielfach die., ״Kalle für zu schön“ und will sich nicht davon überzeugen lassen, daß die Kapital-Investition in palästiijensische Orangengärten tatsächlich ein ungewöhnlich gutes Geschäft darstellt. Es ist daher vielleicht nicht unangebracht, einmal an Hand der verantwortlichen Berichte der sachvsr* ständigsten Beurteiler die Argumente objektiv zu unter- Stichen, mit denen der Außenstehende gewöhnlich auf die Schilderung von der günstigen Lage und den ausgezeichneten Aussichten der Orangenindustrie in Palästina zu .antworten/ versucht. Herangezogen wurden die Veröffentlichungen• von Harry Vitelcs, Direktor der Zentral-Genossenschaftsbank, M. Smiliansky, Vorsitzender des Verbandes der Landwirte, 1. Rokacli, Direktor der Cooperative der Orangenzüchter ״Pardeß“, S. Tolkowskv, Direktor der ׳ Jaffa-Frucht-Gesellschaft, Dr.' Ludwig Pinner' Stellvertretender Direktor der landwirtschaftlichen Versuchsstation, Dr. Wilhelm Brünn, Direktor der Jaffa-Plantations Ltd., Agronom Viktor Kellner. Ist eine Ueberproduktion zu erwarten? Nein. Die Weltproduktion an Orangen nimmt einen zwar dauernden Aufschwung. Er bezieht sich aber zum größten Teil auf Sorten, die während des europäischen Sommers und Herbstes auf den Markt kommen, und die daher mit unserer Jaffa-Orange nicht konkurrieren. Dies trifft z. B. zu für den größten Teil der Neuanpflanzungen in Florida, des einen unserer beiden amerikanischen Konkurrenten. Der andere ist die kalifornische Orange. Die OrMgenanbaufliÄ« ist besetzt,'" eine Vergrößerung ftt daher nicht zu!erwarten. Auf dem europäischen Markte, dem Haupt markte für Jaffa-Orangen, ־ konkurrieren * mit uns" Italien : und ־Sp'auiel,' Allgemein wird angenommen,, daß . die italienische .Anbaufläche nicht, mehr vergrößert werden kann. Umgekehrt wird in Spanien, dem• größten Orangenproduzenten‘ der Welt, die Produktion weiter steigen. Trotzdem ist auch von dem so zu erwartenden verstärkten Angebot — auch die Produktion der Jaffa-Orange dürfte sich in den nächsten Jahren ungefähr verdoppeln ׳— keinerlei Benachteiligung des Absatzes an Jaffa-Orangen zu erwarten. Die Jaffa-Orange ist ein Monopol-Artikel. Ihre Qualität übertrifft die aller konkurrierenden Marken und wird daher immer eine Vorzugsstellung gegenüber der spanischen und italienisehen Orange einnehmen. Wenn erst die Sortierung und Ver- Packung in Palästina den hohen Stand erreicht haben wird, den die amerikanische aufweist, und das ist nur eine Frage der Erziehung und Organisierung der Produzenten, wird sie f' besonders bei der kalifornischen Orange heute schon “der Fall ist, für die man in England gerne 4 bis 7 Shilling je Kiste mehr bezahlt. Der Monopolcharakter der Jafia-Orange ist unangreifbar. Das zeigt sich z. B. darin, daß es bisher in keinem Lande der Welt, trotz vielfacher Versuche, gelungen ist, Jaffaorangen in der gleichen Qualität wie in Palästina zu erzeugen. Die besten Sachverständigen der Welt, z. B. Prof, Powell aus Südafrika, Prof. Ryerson aus Kalifornien, die Palästina eigens zum Studium unserer Orange besucht haben, wären sich darin einig, daß es kein Land der •Welt gibt, das klimatisch so günstige Bedingungen für Orangenbau hat, wie Palästina. Weder gibt es die Fröste, die immer wieder in allen anderen Ländern die Ernten dezimieren und sogar die Pflanzen verniditen, noch die schweren Krankheiten und Schädlinge der andern Produkt!onsstätten. Auch sind unsere Ernten um etwa 50 Prozent höher als die der kalifornischen Gärten. ״Unsere Orange und Grape-Fruit gehören zu den besten der Welt. Sie sind der spanischen weitaus überlegen und ungefähr zweimal so groß und viel billiger als das kalifornische Produkt“ (M. Smiliansky). Der Konsum nimmt zu. Der steigenden Produktion steht eine wachsende Aufnahmefähigkeit des Marktes gegenüber. Der Gesamt-Import nach England z. B., dem zur Zeit wichtigsten Orangeneinfuhrland auf dem europäischen Markte überhaupt, hat sich in den Jahren 1925 bis 1930 um genau ein Drittel vermehrt, für Grapefruit beträgt die Zunahme sogar 230 Prozent (1925: 12 366 000 Kisten Orangen und 268 000 Kisten Grapefruit, 1930: 16 328 000 Kisten Orangen und 89 000 Kisten Grapefruit). Für Jaffa-Orangen stellen sich die Exportziffem der letzten Jahre wie folgt: Saison Nach Fnrdand Nach Europa und Nach tngtana übrigen Ländern Kisten Kisten Insgesamt Kisten 1926/7 1 904000 119000 1927/8 1928/9 1 729 000 266 000 1 258«» 321 000 1929/30 1 870000 8260» 1930/1 1 780000 756000 2023 000 1 995 000 1 579000 2 696 000 2536 000 Der Anteil der palästinensischen Frucht am englischen Markt beträgt demnach nur etwa 10 Prozent, der nach den andern europäischen Ländern steigt. Unter ihnen spielt ins- .