Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 36 (12.5.1931)
- Date
- 1931-05-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 226 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 36, 12. V. 1931 X.VII. ZfonlstenkongreB Gastkarten. Sämtliche Sitzungen des Kongresses finden im großen Saal der Schweizerischen Mustermesse, Basel, statt. Im vorhinein u erdet! nur Permanenzkartell abgegeben. Die Preise der Permanenzkarten sind wie folgt festgesetzt: Kategorie I: Schw. Frs. 80,—; Kategorie II: Schw. Frs. 50,—; Kategorie III: Schw. Frs. 25,—. Stehplätze werden nur als Tageskarten an jedem Kongreßtage in der ״Mustermesse“ abgegeben. Bestellungen auf Permanenzkarten sind so bald als möglich, spätestens aber bis zum 20. Mai 1931, an die Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Meinekestr. 10 (Postscheckkonto Berlin Nr. 8091, Bankkonto: Darmstädter und Nationalbank, Depositenkasse DE, Berlin W, Kurfürstendamm 52), zu richten. Fr können nur solche Bestellungen berücksichtigt werden, für die die Zahlung im voraus erfolgt. Kriminalstatistik Palästinas. Unter Nicht Berücksichtigung der während des Massakers im August 1929 verübten Mordtaten ist die Zahl der Kapitalverbrechen in Palästina von 96 im Jahre 1929 auf 126 im Jahre 1930 gestiegen. Die Zahl der Mordversuche stieg von 154 auf 179, die der Fälle schwerer Körper- Verletzung von 274 auf 347; dagegen sind die Fälle von Straßenraub, Diebstahl, Einbruch und Sexualverbrechen nicht zahlreicher geworden. Die Fälle von Betrug, Veruntreuung und Fälschung sind von 251 im Jahre 1929 auf 342 im Jahre 1930 gestiegen, die Fälle von Meineid von 292 im Jahre 1929 auf 279 irn Jahre 1930 gesunken. 52 Personen wurden im Jahre 1930 zu lebenslänglichem Kerker, 19 zu lujährigem Gefängnis verurteilt. Die Juden, die 20 0/0 der palästinensischen Bevölkerung ausmachen, stellen bloß 5 «0 der Kriminellen. Ortsgruppen Gleiwitz, O.-S. Am 30. April sprach Herr Dr. Prager, Breslau, in unserer Ortsgruppe über seine ״Eindrücke und Er- Iebniss« in Erez-Israel“. Der Redner wies auf die Herausbildung eines neuen jüdischen Lebensstiles hin und betonte, daß in Palästina eine freie jüdische Generation inmitten eines echten jüdischen Milieus heranwachse. Ein Glücksgefühl darüber, an der Aufbauarbeit im Lande der Väter mitwirken zu dürfen, sei die herrschende Grundstimmung. Die anregenden Ausführungen des Herrn Referenten fanden reichen Beifall bei den zahlreich erschienenen Zuhörern und waren eine Propagardaleistung ersten Ranges. Darum sei an dieser Stelle Herrn Dr. Prager gedankt. Dr. E. H. Harburg. Am 30. April veranstaltete die Jung-zionistische Arbeitsgemeinschaft Harburg-Wilhelmsburg einen stark besuchten Vortragsabend mit dem Thema: ״Unser Weg aus jiidischer Not“. Der Referent, Herr Dipl.-Ing. Edgar Heinemann- Hamburg, stellte in überzeugender Argumentation die prinzipielle Antwort des Zionismus auf alle das Judentum gefährdenden Einflüsse der Umwelt dar, insbesondere die Abwehr uns direkt bedrohender judenfeindlicher Angriffe. Diese Antwort heißt Selbstachtung und Selbstbehauptung. Eine autonome jüdische Leistung, wie sie der Palästina- Aufbau darstellt, wird auch den außerhalb Palästinas lebenden Juden berechtigten Stolz und das moralische Kraftbewußtsein geben, das uns gegen die Angriffe des Antisemitismus immunisieren kann. Ueberdies erweist sich in immer steigendem Maße die wirtschaftliche Bedeutung Palästinas als des größten jüdischen Einwanderungslandes der Gegenwart und Zukunft, ln der anschließenden Diskussion kamen Vertreter entgegengesetzter Richtung zu Wort; es bot sich dem Referenten Gefegenhelt, in seinem Schlußwort dje unbedingte Gültigkeit ziomystischer Argumentationen überzeugend aufzuzeigen. M. M. Leipzig. (Poale Zion.) Der Vortrag von Gen. Hösselbarth über das Neue Polen und Pilsudski war für alle eine wichtige Quelle der Information. — Auf der Versammlung am 1. Mai sprachen die Chawerim Selinger und Goldfaden. Die Versammlung nahm einen guten Verlauf. —Dienstag,den 12. Mai, im Borochovheim, Vortrag von Birnb autn, Gera: Giftgaskrieg. — Die Kundgebung mit K a p 1 a n s k y am 16. Mai ist die Kundgebung allerFreunde des arbeitenden Palästina zum kommenden Zionistenkongreß. Die Kundgebung findet im neuen Jüdischen Jugendheim, Elsterstr. 7, statt. — Wir teilen ferner mit, daß das neue Mitteilungsblatt erschienen ist und bei E. Selinger für 20 Pf. abgeholt «׳erden kann. — Vorankündigung: Demnächst führen wir einen Kursus über pariamentarische Schulung durch: Wie leitet man eine Versammlung, Zwischenrufe, Resolutionen, Abstimmungen, Wie reagiert eine Versammlung auf Störungen, Versammlungsdisziplin und Pünkt- Uchkeit. Seinerzeit wird näheres bekanntgegeben. Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 23. April, fand unsere diesjährige Generalversammlung statt. Nach Berichten über die Arbeit der Ortsgruppe und der Kommissionen wurde die Vorstandscliaft gewählt, die im großen und ganzen dieselbe geblieben ist. Sie setzt sich aus folgenden Damen und Herren zusammen: Dr. Rudolf Liebstaedter, 1. Vorsitzender; Dr. Willy Strauß-Reich, 2. Vorsitzender; Bernhard Freimaiin Kassierer; Dr. Meinhold Nußbaum, Vorsitzender der Keren Hajessod-Konimission; Dr. Kurt Dankwerth, Vorsitzenderder Keren Kajemeth-Kommission; R.-A. FeilchenfeM, Schriftführer; Dr. J. Bamberger, Referent für Gemeindefragen; Hans Wolf-Veith, Pressereferent; Dr. A. Singer, Frau Gitta Hillmann, Chaim Kaiz, Isaak Fisch, Nathan Nußbaum, Beisitzer; Paul Hamburger, Revisor. Keren Hajessod-Kommission: Dr. J. Bamberger, Siegfried Kahn. Keren Kajemeth-Lejisrael-Kommission: Ilse Dankwerth, Bernhard Freitnann, Referendar Julius Blum, Leo Willmann, Erna Kissinger, Dr. Hatmah Lorch, Dr. Maja Feilchenleid, Frau Dr. Thalmann. Vermischtes II. Delegiertentag des Verbandes Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit am Donnerstag, den 14. Mai (Himmelfahrt). Die Sitzungen beginnen pünktlich um K)J/S Uhr im Sitzungssaal der Zionistischen Vereinigung, Meinekestr. 10, und werden möglichst ohne Unterbrechung bis zum Abend fortgeführt. Mitglieder als Gäste willkommen. Jugendamt des Zionistischen Gruppenverbandes Rechts• rlieinland-Westfalen. Am Donnerstag, dem 14. Mai (Himmelfahrt), findet eine Treffahrt der nationaljüdischen Jugend Rheinland und Westfalens statt. Die Gruppen treffen sich um 12 Uhr auf der Sternwiese im Duisburger Wald. Ing. S. Kaplansky, Mitglied der Zionistischen Exekutive und der Exekutive der S. A. ]., unternimmt im Mai eine Vortragstournee in Belgien, Deutschland, Oesterreich, Tscheche- Slowakei und Polen, Er wird u. a. in Hamburg, Berlin und Leipzig sprechen. Das neue jüdische Lied. Die bekannte Sängerin Frau Rupp-J anowski aus dem Moor-Quartett des Lavry- Ensembles Berlin (Leutscheff, Ninski, Meirowitz und Weil) bringt uns etwas Neues auf dem Gebiete des jüdischen Liedes. Wir werden Gelegenheit haben, lithurgische und Volkslieder, neukomponiert und durch den bekannten Komponisten Lavry neubearbeitet, demnächst zu hören. Das Konzert findet Dienstag, den 19. Mai, 8^3 Öhr abends, im Klub ״Achduth“, Kurfürstendamm 50 (Ecke Schlüterstraße), statt. Schule der Jüdischen Jugend. Wer besitzt das Buch ״Diwre Poaloth“? Ein Kursus der Schule der Jüdischen Jugend beabsichtigt, es zu lesen. Da es vergriffen ist, werden die Besitzer gebeten, es für einige Zeit leihweise zu überlassen. Für schonende Behandlung wird garantiert. Benachrichtigung bitte an: M. Schenhabi, Berlin NW40, Thomasiusstr. 4. Altherrenbund de! Kadimah im K. J. V. Am 20. April fand im Altherrenbund der Kadimah im K. J. V. ein Diskussionsabend statt. An Stelle des im letzten Augenblick verhinderten Herrn Güterdirektor Dyk sprach über das Thema des Abends ״Die jüdische Siedlung in Deutschland“ Herr Rittergutsbesitzer Rudolf S. Mosse, Stangenhagen, der gemeinsam mit Herrn Dyk Geschäftsführer der ״Jüdischen Landarbeit G. m. b. H.“ ist Mosse behandelte die Notwendigkeit der jüdischen Siedlung in Deutschland vom allgemeinen wirtschaftspolitischen Gesichtspunkt aus und gab eine sehr interessante und klare Dar- Stellung über die Methode und die Durchführung und den Stand der Siedlungsarbeiten auf dem der Jüdischen Landarbeit gehörenden Gute Groß-Gaglow bei Cottbus. An der seht• adgeregten, interessanten Diskussion beteiligten sich u. a. die Herren Martin Goetz, R.-A. Dr. Alfred Lewin und Dipl.־ Ing. Alfred Berliner, die überzeugend darlegten, wie wichtig die jüdische Siedlung auch vom zionistischen Standpunkt aus wäre. Angeregt durch den persönlichen Eindruck, den Berliner durch seinen Besuch des Siedlungsgutes gewonnen hat, wurde beschlossen, der Einladung des Referenten Folge zu leisten und demnächst einen Ausflug des Altherrenbundes nach Groß-Gaglow zu veranstalten. Erich Walter Sternberg hatte mit seinem Werk ״Der brave Soldat“ bei der Uraufführung in Königsberg einen sensationellen Publikums- und Presseerfolg. Das Werk gelangt daraufhin am 19. Mai in der Festwoche neuer Musik in München unter Generalmusikdirektor Dr. h. c. Hermann Scherchen zur Aufführung. — Am 7. Mai wurde in der Vesperstunde des Kölner Rundfunks das 1. Streichquartett mit Altsolo von Erich Walter Sternberg gesendet. ♦ Rothschild-Museum in Frankfurt a. M. Das alte Bankhaus der Rothschild in Frankfurt ist vor kurzem in ein Museum für jüdische Altertümer umgewandelt worden. Frau Edmond de Rothschild hat nunmehr eine bedeutende Summe zur Erhaltung des Hauses und zur Erweiterung des Museum: gestiftet. Neben den eigentlichen Ausstellungsräumen im Erdgeschoß wird im Hause eine Bibliothek, ein Vortragssaal und ein Lesesaal eingerichtet werden. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Palästina- Handarbeiten,Jafforange. Ständiger Verkauf schöner Palästina-Handarbeiten — für Geschenkzwecke besonders geeignet — und ausgezeichneter Jafforange (Orangeade aus frischen Palästinafrüchten) zugunsten der Frauen- Arbeitsgemeinschaft für Palästina jeden Donnerstag Nachmittag bei Frau Rechtsanwalt Cohn, Berlin W, Potsdamer Str. 99 (Lzw. 6428) und bei Portz & Co., Pariser Str. 31 (Nähe Olivaer Platz, Laden). Berichtigung. Unser Breslauer h. sch.-Korrespondent legt Wert darauf fest zu stellen, daß der in Nr. 35 gebrachte Bericht ״Für und wider Revisionismus“ nicht in voUem Umfang für die Publikation bestimmt, sondern in seinem zweiten Teil stellenweise nur als interner Bericht für die Akten der Organisation niedergeschrieben war. Daraus ergab sich für die Redaktion die Notwendigkeit von Weglassungen und Kürzungen. Aut Wunsch des Verfassers soll aber ausdrücklich nachgetragen werden, daß Frau Dr. Rabin ihre dort wiedergegebene, in einer gewissen Erregung getane Aeußerung so zu erläutern versuchte: ״Denken Sie an die Toten von Hebron und Sie werden verstehen, wie ich das meine . . .“ Berliner Kniender Brith Trumpeldor Berlin. Gesamtappeli des Bethar Donnerstag, den 14. Mai (Himmelfahrt). Treffahrt an der Burgfischerei bei Rehbrücke. Treffpunkt: Bahnhof Börse, 8.30 Uhr, Bahnhof Zoo 8.30 Uhr. Für Darga Gimmel (Jungen) Nachtfahrt Mittwoch, den 13. Mai, 20.45 Uhr, Bahnhof Börse. —- Am Sonnabend, dem 16. Mai, beteiligen wir uns an der vom Hebräischen Jugendrat veranstalteten Nachtfeier in Brieselang. Vereinigtes zionistisch-sozialistisches Wahlkomitee (Poale Zion-Hapoel Haza'ir). Mittwoch, den 13. Mai, abends 8 Uhr, int Hackeschen Hof, Rosenthaler Straße 40. Vor dem XVH. Zionistenkongreß. Referent: Ing. S. Kap- 1 a n s k y , London, Mitglied der Zion. Exekutive und Mitglied der Exekutive der S. A. I. Deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 13. Mai, 20 Uhr, im Tiergartenhof, Charlottenburg, Berliner Str. 1/2. Generalmajor a. D. Dr. h. c. Freiherr von Schoenaich: ״Meine Reise nach Palästina“. Jugendnachtfeier. Der Hebräische Jugendrat veranstaltet am 16. Mai im Jugendland Brieselang eine hebräische Nachtfeier. An der Treffahrt nehmen alle dem Hebräischen Jugendrat angeschlossenen Bünde und Organisationen teil. Ansprachen, Rezitationen, Aufführungen und Gesang am Lagerfeuer bilden den Hauptinhalt der Veranstaltung. Die gesamte jüdische Jugend Berlins ist herzlichst eingeladen. GeseMIIUche Mitteilungen Bäder und Heilquellen ln Mitteldeutschland. Der Mitteldeutsche Verkehrsverband, Sitz Magdeburg, der sich die Förderung der Verkehrsinteresseo der Provinz Sachsen, des Freistaates Anhalt Qüd benachbarter Gtbfcto angekien sein Mt, hat für die Propaganda der in seinen» Verbandsgebiet gelegenen Bäder eine Werbeschrift mit dem Titel ״Bäder und Heilquellen in Mitteldeutschland" herausgegelicn. Das schmucke Faltblatt enthält die Propaganda für 13 Bäder Mitteldeutschlands, indem auf je einer Seite ein Bad textlich und bildlich behandelt wird. In der Werbeschrift sind enthalten: Bad Ärendsee- AHm., Bad Sa]reimen, Strandsolbad Leopoldshall, Alexisbad, Bad Lindau-Anh., Bad Pretzjch-Elbe, Bad Schmiedeberg, Bad Liebenwerda, Solbad Mittekind in Halk-S., Bad Lauchstädt, Bad Dürrenberg, Bad Kösen und Bad Langensalza. Ueber die Eisenbahnverbindungen zu den einzelnen Bädern orientiert recht anschaulich eine Verkehrsskizze. Die Werbeschrift wird von dem Herausgeber, Mitteldeutscher Verkehrsverband, Magdeburg, Gr. Klosterstr. 10b, auf Anfordem an Interessenten kostenlos versandt. ״Nationalismus und Imperialismus Im Vorderen Orient'‘. Wir empfehlen den unserer heutigen Nummer beigefügten Prospekt über das neu erschienene Buch von Hans K o h n unseren Lesern zur besonderen Beachtung. UND BLUMENSPENDEN feist 1mm ab durch Nationallands TtUgramms und Baum• cjxntisn für Palästina* Telegramme zu I Mark btiaUin Vertrauensleuten. Ein Baum kostet 6 Mark, mir senden etru Benachrichtigung an die au/gegeben« Adresse und druckt* di§ Gratulation im Ausweis ab. KERB* KAJEMETH LEJISRAEL BERLIN W J5. Meinekeütrafie IO. Telefon: 11 Bismarck 7165. Pottscheck• Konto t Berlin 28247 EHegemeinscHan gesucht! Bin 39 Jahre alt, 1,62 groß, akademisch gebildet, weit gereist, Direktor in einer Weltfirma. Suche vollschlanke, mittelgroße Jüdin, schwarzer sephardischer T^p, in jeder Beziehung über dem Durchschnitt. 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