Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 33 (1.5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1931 ine große :11, betont ׳kungsvoll neldutigen er erfolgt itn״, den e Herren: ir L e v i - jur.' M. er Frank- Alle Zio- ״Der Jude Im denisdien Kulturkrcis" Elnxelmmtmer 0£S Goldmerk JÜDISCHE RUNDSCHAU Erschein» jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreise! der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. Auslandsabonnetneots werden in der Wahrung der einzelnen Linder berechnet. \nzeij?enpr@is: 8 gesp. NotapareflleMÖ# 0,50 G.-M. Stellengesuche 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G• m. b. H., Berlin W15, Meinekestr.IO. Telephon; J 1 Bismarck 7165-70. Anz«i* *«n*cH!u£: Dienetag und Freitag nachmittags 4 U h r Poetaehsck-Kontet«: Berlin 17392, B»*el V 9353, Bclznd 68032, 39433. Budapeet 596 93, D.niig 1973, Ha», 140470, Pr», 59410, Riga 4155. StrMthurg 16430, Wurorhim 190708, Wien 06030. Bank ■Komm : Darmatidter- und Matlonalbank, Üepocitan - Kate« Berlin, Korfüraiendamm 52: RumSniach« Kreditbank, Cernauii (Romlnlen); Angle Paleamte Co. in Haifa, leruaalom, Tel -Aviv. Nummer 33 | Berlin, 1. V, 1931 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״ד אייר תרצ״א | xxxvi. jahrg. per ztonUmu« erstrebt fttr da» tüdltche Volk die Schaffung tlwti öffentlich. rechtlich gesicherten Helm»t>tt• in Palästina. ״Basalar Programm.‘• ler üraCM'ISlJI ■וייין■!, 29. April, lifTstraße: Weltn n. 1end. den . Berliner lästinas“, 3ei Kauf- , 81/. Uhr. ß. 2. Beit. 4. Vernächsten 1 zu Lag r Gruppe , abends 31, Herr e soziale f: Mon- 1, Kaiser- und Dr. i, nachm. K. J. V., ndet am ndehaus, G. L11 - tommen. in Berlin e Nachtfordern lstaltung bekannt- Wissen- HA Uhr, chschulc cn. I a u p t - äß § 11 01,4 Uhr :mcinde, Lcwin spricht?enhaus, ihrungl. fe e. V., tt. Karidbeben :rhalten. jencralpräzjse, .gesord- Schatziießend: ihltiitiglen Geonntag. shanses ־. Vor- Steuer- Ostens evnc ater n rtr* ins IB'l allst 1«s per 'S ter ״«• ler ■* "ווווו «1 ter r rtr. 10 Nach zehn Jahren JomschB Rückwanderer aus Amerika Wer kann sich nicht an die Schlußverse des berühmten Gedichtes von Moritz Rosenfeld ״Der Sturm“ erinnern? Dort iiberstehen zwei Juden inmitten des ungeheuerlichsten Entsetzens und der größten Verwirrung aller Mitreisenden unbewegt einen gewaltigen Meeresorkan. Von den Mitreisenden befragt, warum sie gefühllos und in dumpfer Lähmung kein Zeichen der Erschütterung während der allgemeinen Aufregung bemerken ließen, antworten die zwei Juden: ״Amerika treibt uns nach Rußland zurück.... Wir sind Juden, verlorene Juden, unsere brennende Wunde löscht nur das Meer.“ Diese Vision eines Dichters, welcher Ausnahmefälle aus der Zeit vor dem Kriege spracligewaltig gestaltete, ist in den letzten Monaten Alltagserscheinung geworden. Die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten hat die Feindschaft gegen alle nicht hundertprozentigen Amerikaner in Erscheinung treten lassen, die sonst unter der Oberfläche verborgen geblieben war. Insbesondere richten sich diese Gefühle gegen die Einwanderer aus Ostcuropa. Da man aus gesetzlichen Gründen deti bereits legal ins Land Gekommenen und Naturalisierten polizeilich nichts anhaben kann, tobt sich der Haß gegen diejenigen in Amerika lebenden Einwanderer aus, die illegal ins Land gekommen sind, d. 11. die seinerzeit kein Einreisevisum besaßen mit! über Kanada oder Mexiko ins Land gelangten. Darunter gibt es viele Personen, welche mittlerweile die amerikanische Staatsbürgerschaft erlangt haben; darunter sind ferner Frauen, die amerikanische Staatsangehörige geheiratet oder Kinder zur Welt gebracht haben, die durch ihre Geburt im Lande als amerikanische Staatsangehörige gelten. Man tut so, als ob diese armen Mensehen die einzige Ursache der wirtschaftlichen Depression in Amerika wären und allen Ernstes wird die Meinung vertreten, daß die schlimmsten Auswüchse des amerikanischen Verbrccliertums sich aus den Kreisen der illegal Eingewanderten rekrutieren. Manchen ist diese von der gelben Presse Amerikas vertretene Meinung sehr willkommen. Man hat einen Sündenbock und kann die allgemeine Unzufriedenheit in der Riehtungslinie des geringsten Widerstandes ablenken. Es werden also Razzien veranstaltet und jeder, der sich nicht sofort entsprechend ausweisen oder der nicht Mittel und Wege in Anwendung bringen kann, die in Amerika üblich sind, d. h. der nicht eine Verbindung zu irgendeiner politischen Clique oder?11 Tammany Hall hat, wird unbarmherzig deportiert. Allwöchentlich werden in EHis Island bei New York ungefähr 1500 Menschen zusammengetrieben, die seit Jahren in Amerika gelebt haben, und mitleidslos in ihre Heimat abgeschoben. Unter diesen Deportierten befinden sich sehr in aller Kürze Wie der J. T. A. vom behandelnden Arzt Harry Sachers in Jerusalem mitgeteilt wird, ist in der Krankheit eine günstigere Wendung eingetreten. Auch im subjektiven Befinden des Kranken ist eine leichte Besserung festzustellen. Im Zusammenhang mit dem während der Peßachtage verübten Mord bei Jadschur wurde der Araber Saleh Schubani aus dem bei Safed gelegenen Dorf Aassasi verhaftet. Im März d. J. wanderten 771 Juden nach Palästina ein. Davon 636 auf Grund von Zertifikaten der Jewish Agency, 103 als Verwandte und 32 als Einwanderer mit eigenen Mitteln. 519 stammten aus Polen, 69 aus Rußland, 26 aus den Vereinig* fen Staaten, der Rest aus anderen Ländern. Der Tei-Awiwer ״Dawar״ verzeichnet neuerlich das bereits vor einiger Zeit verbreitete Gerücht, daß der Gouverneur von lerusalem, Keith Roach, demnächst seinen Posten verläßt. Bereits im nächsten Monat werde er sich nach Engbnd begeben. ,, ״Felestin״ teilt mit, daß der Mufti von Jerusalem ״nd der Führer der nationalistischen Opposition im Irak, Yessin Pascha cl Hasch mi, demnächst in Damaskus eintreff en wer- 'len, um mit den syrischen Nationalisten die Lage in Syrien, Palästina und Irak zu besprechen. (Dies sind die Kreise, die den von England und Frankreich geförderten neuen Födera- *ionsplänen skeptisch gegenüberstehen, weil sie darin nur eine neue Form der Abhängigkeit von den europäischen Mächten erblicken.) Die katastrophalen Ueberschwemmungen, von lenen Ostpolen mit Wilna betroffen worden ist, haben die Not l!nter der jüdischen Bevölkerung dieses Gebietes ins Ungeheure?«steigert. Die Warschauer Tageszeitung ״Hajnt“ stellt fest, daß die Lage der jüdischen Opfer der Ueberschwemmung weit whli mmer ist als die der christlichen, da die öffentlichen Hilfsaktionen den Juden fast gar nicht zugute kommen. J abotlnsky wurde die Einreisebewilligung nach Unrr י r n von den ungarischen Behörden verweigert. Die zu- 'Gmligen Stellen lehnen jede Auskunft über die Gründe dieser unbegreiflichen Maßnahme ab. Der Rektor der deutschen Technischen Hochschule in ';.'ünn, Dr. Erwin Lohr, hat den Anschlag einer Ankün- <1?u11g eines Vortrages des Prager Philosophen Dr. Felix weltsch am Schwarzen Brett in der Hochschule verboten,;''Dl der Vortragstitel ״Antisemitismus als Völker- :'' s t e r i e״ geeignet sei, ״die völkischen Gefühle eines großen .;Des der Studentenschaft zu verletzen“. Kommentar über- '•tissig־. Haifa, 24. April. (J.T.A.) Bei der Shell Comr:\ny in Haifa findet seit einiger Zeit ein systematischer ׳\bbau der jüdischen Angestellten statt. In den k>?ten Tagen wurden von den 50 jüdischen Angestellten, die n'ben 300 Arabern noch im Dienste der Gesellschaft standen, äoermals 20 entlassen. Diese Personalpolitik der Shell Com- I Pany erregt ln jüdischen Kreisen um so mehr Befremden, als I ble Hälfte der Produktion der Gesellschaft bei der jüdischen i mvölkerung abgesetzt wird. viele Juden, was nur ein Zeichen ist, daß es auch manchen amerikanischen Behörden eine Freude macht, wenn sie in ״legaler“ Form Antisemitismus betätigen können. Zwar erhebt die jüdische Presse schüchtern Protest und auch einzelne jüdische Führer versuchen, an das Gewissen der Polizei zu appel- Heren: alles bleibt fruchtlos und allwöchentlich werden viele Juden aus Amerika nach Polen, Rumänien und in die anderen Länder Osteuropas zurückgeschickt. Neben dieser erzwungenen Rückwanderung aus Amerika gibt es infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in der ganzen Welt auch freiwillige jüdische Rückwanderer, ln den deutschen Durchgangsstationen werden täglich viele jüdische Rückwanderer aus Belgien und Frankreich und vereinzelt auch aus Südamerika und Nordamerika gezählt, die ihre bisherigen Aufenthaltsländer freiwillig verlassen haben, um in ihre.osteuropäische Heimat zurückzukehren. Diese Rückwanderer wissen ganz gut, daß das Elend in ihren Heimatsländern noch größer ist als in jenen Ländern, in denen sie bisher gelebt haben. Trotzdem fahren sie nach Hause, weil sie in der Heimat, wenn auch keinen Erwerb, so doch mitfühlende Verwandte zu finden hoffen. Es bedarf einer Dantesehen Phantasie, um sich die Hölle der Not auszumalen, welche diese Rückwanderer durchgemacht haben und die ihnen in ihrer Heimat bevorsteht. Es ist nicht so, als ob allein die Juden das Kontingent der Rückwanderer aus den Ländern Westeuropas und aus Uebersee stellten. Der Anteil der Juden an der allgemeinen Zahl der Rückwanderer ist aber unverhältnismäßig groß, weil die Juden auch in den Ländern, wohin sie gewandert waren, in Berufen tätig gewesen sind, die von der allgemeinen Wirtschaftskrise am stärksten betroffen wurden. Ein großer Teil der nichtjüdisclien Auswanderer ist in der neuen Heimat in die Landwirtschaft gegangen, und obwohl auch diese in Amerika eine Krise durchzumachen hat, so ist diese Krise, verglichen mit der Industrie- und Handelskrise, doch nicht von einer solchen Intensität, daß sie die in diesem Wirtschaftszweige Tätigen veranlassen könnte, Haus und Hof zu verlassen und in die Heimat zurückzukehren. So äußert sich auch im Prozeß der jetzt in Erscheinung tretenden Rückwanderung das spezifisch jüdische Problem. Welche Maßnahmen zu ergreifen wären, um diesen unaufhaltsamen Prozeß zumindest einigermaßenzu regeln und dfe schlimmsten Ersehetnunge« der Not und Verzweiflung zu mildern, darüber sollten die großen jüdischen Hilfsgesellschaften mit größter Hingabe versuchen, sich schlüssig zu werden. ׳ s.n. Die Araber verhandeln nicht? Jerusalem, 27. April. (J.T.A.) Der Chefsekretär der Palästina-Regierung, Young, erklärte der JTA. auf eine Anfrage, er sei vorläufig noch nicht in der Lage, Mitteilungen über Verhandlungen der Regierung mit den arabischen Führern zu machen. Die palästinensisch-arabische Exekutive hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie es in Abrede stellt, daß die arabischen Führer der Abhaltung offizieller Besprechungen mit der Regierung zugestimmt hätten, und an dem Standpunkt festhält, daß keinerlei Beratungen stattfinden können, solange nicht die Regierung die Beningüngen erfüllt habe,die in dem von der arabischen Exekutive dem High Commissioner vorgelegten Memorandum gestellt wurden. Bei Besprechung dieser Erklärung liebt das Organ der arabischen Exekutive, ״Fe lest in“, die einschränkende Bedeutung des Wortes ״offiziell“ besonders hervor. Die arabische Exekutive stehe ständig in Fühlung mit dem High Commissioner und anderen Vertretern der Mandatarmacht, um pflichtgemäß den Gefahren der englisch-jüdischen Vorhandlungen entgegenzutreten. ״Felestin“ warnt vor einem Verlassen des in der Resolution der arabischen Exekutive festgelegten Standpunktes, solange der MacDonald- Brief nicht widerrufen und kein palästinensisches Parlament eingesetzt sei. ln London wird die Mitteilung des Kolonialamtes, daß die Verhandlungen mit der arabischen Exekutive am 22. April in Jerusalem eröffnet wurden, aufrecht erhalten. Der Londoner Regierung ist bereits ein Bericht über diese Besprechungen zugegangen. Es wird allerdings die Möglichkeit zugegeben, daß die Verhandlungen keinen offiziellen Charakter getragen haben. Zolländerungen. Die palästinensische ״Official Gazette“ vom 1. April veröffentlicht eine Reihe von Zolländerungen, so die Erhöhung des Einfuhrzolles für Kohlensäure, was für verschiedene jüdische Firmen von Bedeutung ist, eine Aenderung des Zolls für gebrannten Gips, was für die Entwicklung der bestehenden jüdischen Alabasterfabrik sehr wichtig ist, ferner eine Aenderung in bezug auf die Einfuhr galvanisierfer oder kupferner Drähte, was ebenfalls für jüdische Industriezweige von Bedeutung ist. In allen diesen Fällen hatte die Jewish Agency zusammen mit dem Industrielle»- Verband Schritte bei der Regierung unternommen. Dasselbe filt von einer weiteren Aenderung des Zolltarifs, durch die ubehörteile von Maschinen, die zollfrei in das Land gelassen worden sind, ebenfalls zollfrei bleiben. Andere Zollcrhöhungen betreffen die Einfuhr von Bier, entwickelten Filmen und Grammophonplatten. (JAB) in Wegen der Arbeitsruhe am 1. Mai mu$te die heutige Nummer der ״Jüdischen Rundschau" bereits einen Tag früher abgeschlossen werden. Am 1. Mai jährt sich zum zehnten Male der Tag, der einen tragischen Wendepunkt in der Geschichte Palästinas und des Zionismus bedeutet hat. Am 1. Mai 1921 sind — im Anschluß an eine ganz harmlose 1. Mai-Demonstration der Arbeiter — die großen Unruhen in Palästina ausgebrochen, die sich zu einem blutigen Angriff auf das Chaluzhaus in Jaffa, später überhaupt auf das palästinensische Judentum in Stadt und Land umwandelten. Das Judentum der ganzen Welt hörte damals mit tiefem Schmerz und Erschütterung die Kunde von dem furchtbaren Opfertod der jungen jüdischen Menschen, die eben erst mit reinstem Herzen und edelsten Gefühlen ins Land gekommen waren, um sich einem Leben schwerster körperlicher Arbeit im Dienste der Idee zu weihen. Unter den Opfern war auch eine große Figur des zeitgenössisehen Judentums zu beklagen, der Dichter Brenner, dieser Mann, der tiefer als irgendeiner die Tragik der jüdischen Situation begriffen hat und der auch in Palästina selbst mit unerbitterlicher Klarheit die jüdischen Schwächen sah, aber dennoch wußte, daß dem Judentum nichts anderes übrig bleibt als den Versuch des Wiederaufbaus seiner selbst zu wagen. In ihm haben wir einen Menschen verloren, der nicht nur der hebräischen Literatur noch manches Wichtige hätte geben können, sondern der vielleicht in spateren Jahren der Wirrnis — jetzt wäre er 50 Jahre alt geworden — ein Führer der Irrenden hätte werden können. Auf den 1. Mai 1921 folgten in ganz Palästina Tage des Kampfes. Es war ein kleiner Bürgerkrieg, bei dem viele Juden und Araber den Tod fanden. Der jüdische Selbstschutz hat an vielen Orten den Angriff zunächst abgeschlagen oder aufgehalten, bis das englische Militär eingriff und schließlich nach etwa zwei Wochen der Unruhen Herr wurde. Die blutigen Unruhen vom Mai 1921 hatten jedoch anch^iytitgehende politische Folgen. Ganz ähnlich wie 1929 war sich auch 1921 die Palästina-Regierung, die damals in den Händen von Herbert Samuel und Wyndham Deedes lag, zunächst über den Umfang des Aufstandes nicht im klaren und zögerte darum mit dem Einsatz der militärischen Kräfte. Damals standen 6000 Mann Militär im Lande, auch ein Rest der jüdischen Legion war noch vorhanden, dessen Kommandant sogar in die Gefahr geriet, der militärischen Disziplinlosigkeit geziehen zu werden. Trotzdem konnte der Ausbruch des Mordens nicht verhindert werden. Die Regierung, die an den antizionistisehen Motiven des Ausbruches nicht zweifelte, versuchte zunächst die Araber zu beruhigen, indem sie die jüdische Immigration verbot. Sogar die Schiffe, die bereits vor Palästinas Häfen lagen, durften ihre Immigranten nicht landen. Hunderte Chaluzim mußten zurückfahren. Dies war nicht nur für die direkt Betroffenen ein schwerer Schlag, sondern die zionistische Bewegung empfand diese Handlungsweise der Regierung als ein Attentat auf die durch die Balfour-Deklaration festgelegte Politik. (Man muß sich erinnern, daß das Mandat damals noch nicht vom Völkerbundsrat beschlossen und daher noch nicht in Kraft war.) Am 3. Juni 1921 hielt Herbert Samuel seine berühmt gewordene Rede, in der er zum ersten Male eine offizielle Erklärung des bis dahin umstrittenen Begriffes ״Jüdisches Nationalheim“ gab. Er verurteilte die politische Verhetzung im Lande, die auf ein ״Unglückseliges Mißverständnis“ der Balfour-Deklaration zurückzuführen sei. ״Ich höre immer wieder, daß die arabische Bevölkerung Palästinas niemals ihre Zustimmung dazu geben wird, daß ihr Land, ihre Heiligen Stätten und ihre Aecker ihnen weggenommen und Fremden gegeben werden, und daß eine jüdische Regierung eingesetzt wird, um die moslemische und christliche Majorität zu beherrschen. .. . Ich antworte, daß die britische Regierung niemals einer derartigen Politik 711gestimmt hat und niemals zustimmen wird.“ Und dann w׳ird der Sinn der Balfour-Deklaration erklärt, der bedeute, daß den Juden die Möglichkeit gegeben wird, in Palästina ihre Heimat zu finden und daß ״eine Anzahl von ihnen — innerhalb der Grenzen, welche durch die Zahl und Interessen der gegenwärtigen Bevölkcrung gegeben sind -- nach Palästina kommen soll, um durch ihre Mittel und Kräfte dazu beizutragen, das Land zum Vorteil aller seiner Bewohner zu entwickeln.“ Herbert Samuels Rede hat damals im palästinensischen Judentum und in der ganzen zionistischen Bewegung die größte Bestürzung hervorgerufen. Aber die Formel, die er im Einvernehmen mit dem Staatssekretär für die Kolonien (Churchill) und dem Londoner Kabinett Lloyd Georges verkündete, ist seitdem von England festgehalten worden. Mit Hilfe dieser Formel gelang es, auch in England selbst die damals sehr scharfen antizionistisehen Angriffe abzuwehren, sie wurde in dem bekannten Weißbuch von 1922 weiter ausgesponnen, lag der ersten überhaupt seit dem Kriege Palästina gewidmeten Unter-!;1:U!1nllllllllll»UftllUI1n1ll1nn1IIUIIHUIIIIIIllU!HUI»llllllllllillll)Ulllllllll1n1IV1IUIIIIIUIllllllll'll1mHI1n1llllllllillllllllllHIIHlllll|l)lllllllllllll)||ll)lllll|||lll|l|MIII|||llll)lllllllllllllllllllllll1n1llllllllllllilllllfllllilllll[|lllllllllllllllllllllll|[lll!lllllllliM|[ll[llll 379792976276334660528937005934