Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 32 (28.4.1931)
- Date
- 1931-04-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Cft^M4NIA Psychologie, Philosophie, Religion Bnzebmttmwr 0£S Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. AusJaindsabonaements werden ln cUr Währung der eimeloeo Lander berechnet. Anzeigenpreis: 8 gesp. NonpareiUezeile 0.50 G.*M Stelleagestich© 0,25 G.-M. Nummer 32 | Berlin. 28« IV. 193t Redaktion, Verlag und Anzeigen *Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10. Telephon: J 1 Bismarck 716570־. Anzeigenschluß: Dienstes und Freitag nachmittags 4Ubr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Poatscheck •Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Bekmd 68032, Brüssel 39433. Budapest 59693, Danzig 1973, Haag 140470, Prag 59410, Riga 4155, Strasbhurc 1643-0, Warschau 190708, Wien 156030- Bank-Konten: Daraisticher- und Natioadübank, Depositen-Kasse Berlin, Kurfürstendarmn 52: Rumänisch© Kreditbank. Oernauri (Rumänien); Anglo Palestrnc Co, in Haifa, Jerusalem, Tel -Aviv. Der Zionismus erstrebt tOr da» Hl «lisch• Volk die Schaffung einet öffentlich rechtlich gesicherten Helmetitte In Palästina. ״Baseler Programm.“ Beginn der Verhandlungen In London mit den Juden, in Jerusalem mit den Arabern Sadtiers Krankheit *Oer Zustand Harry Sachers, der, wie bereits gemeldet, in Jerusalem erkrankt ist, wird als ernst und besorgniserregend bezeichnet. Sacher hat eine Lungen- und. Rippenfellentzündung. Zur Sicherung absoluter Ruhe für den Kranken wurde der Verkehr aus der Straße, in der Sacher wohnt, abgelenkt. Die Angehörigen Sachers haben einen hervorragenden Internisten aus Aegypten als Konziliarius berufen. Es besteht Besorgnis, daß innere Blutungen eingetreten sind. Eine Bluttransfusion wird in Erwägung gezogen. Nur! Paschas Erfolge Ende des Syrien - Mandats 7 Ara 22. April wurde in Kairo der F r e u n d s c h a f t s vertrag zwischen Aegypten und Irak unterzeichnet. Namens des Irak unterschrieb der Außenminister Nuri Pascha, der damit seine erfolgreiche Rundreise durch die arabischen Lander beendet hat. Nuri Pascha hat bekanntlich zuerst mit Ihn Saud, dem König von Hedschas und Nedschd, und jetzt mit Aegypten Freundsefiaftsverträge abgesät’osscn und hat ferner mit den Regierungen Transjordaniens und Syriens wegen eines engeren Zusammenschlusses dieser Länder mit dem Irak verhandelt. Auch in Jerusalem hatte er Besprechungen mit dem High Commissioner und mit arabischen Führern. Der Korrespondent der ״Time s“ in Beirut telegraphiert am 24. April: Wie ich erfahre, wird die Ersetzung des Mandates für Syrien durch einen Vertrag zwisehen Syrien und Frankreich gegenwärtig ernstlich in Erwägung gezogen. Es besteht auch Grund zu der Annahme, daß — trotz des Dementis von Paris — König Ali über seine Bereitschaft, König von Syrien zu werden, sondiert wurde. (Sollte sicli die Nachricht bewahrheiten, so würde das bedeuten, daß Syrien ebenso wie Irak als unabhängiger Staat mit einen! Spczialvertragsverhältnis zu Frankreich anerkannt und das Mandat aufgehoben wird. In diesem Falle bliebe das Palästina-Mandat als e i n z i g e s A - M a n d a t weiter bcstehen. — Red. ״J. R.“) Das System der ״verborgenen Zengen“ Gegen Vorzugsbehandlung von Juden London, 22. April. (J. T. A.) Im Unterhaus stellte der Abgeordnete P. Freeman an den Unterstaatssekretär für die Kolonien die Anfrage, ob er bereits in der Lage sei, dem Haus über das von palästinensischen Gerichten angewandte Verfahren, Zeugen hinter einem Wandschirm verborgen aussagen zu lassen, Mitteilungen zu machen. Dr. Shiels erwiderte, daß ein Bericht hierüber vom High Commissioncr eingelaufen sei. Eine solche Vernehmung sei in drei Fällen erfolgt, in denen die Aussagen jedoch von keiner Bedeutung für die Entscheidung waren. Der Beamte, der die betreffenden Verhandlungen geleitet hat, wurde jedoch darauf aufmerksam gemacht, daß das von ihm angewandte Verfahret! unzulässig war. Das Kolonialamt hat Weisungen gegen abermalige Anwendung eines solchen Verfahrens erteilt. Ferner fragte Freeman, warum in der! palästinensischen Gefängnissen für die Verpflegung der jüdischen politischen Gefangenen ein Tagesbetrag von 43 Miltes, für die der arabischen politischen Gefangenen jedoch nur ein solcher von 11 Milles festgesetzt sei. ob noch andere Unterschiede in der Behandlung von Gefangenen jüdische.־, arabischer oder europäischer Nationalität bestehen, woraus die Verpflegung für europäische Gefangene bestehe und welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um in Zukunft eine unterschiedliche Be- Handlung der Gefangenen in den palästinensischen Gefängnissen zu verhüten. In Beantwortung dieser Anfrage führte D1*. Shiels aus, die Palästina-Regierung habe siel!, soweit die Verhältnisse es erlauben, das Prinzip zu eigen gemacht, Gefangenen, die an einen hölieren Lebensstandard gewöhnt sind, eine Sonder be 11 a 11 d•! 1111 g zuteil werden zu lasse 11. Die Frage des Abg. Colonel Howard Bury, ob die Verpflegung der Juden viermal so groß sei als die der Araber, sowie eine Frage des Abg. Mac S11 a 11 e (Labour), ob die gewohnte Diät eines halbverhungerten Menschen, der ins Gefängnis eingelicfert wird, dort fortgesetzt werden soll, blieben unbeantwortet. Wieder ein Bankett Der Anglo Paiestinc Club in London veranstaltet m Ehren von Lord C e c i I am 5. Mai ein Bankett. Den Vorsitz wird der Präsident des Clubs, James de Rothschild, führen. Ansprachen werden vom Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr. Drummond Shiels, vom Unterstaatssekretär für die Kolonien in der Baldwin-Regierung, Ormsbv-Gore, vom Abgeordneten Malcolme MacDonald, dem "Sohne des Minister- Präsidenten, von Philippe Cjuedalla und Mrs. Dugdale, der Nichte Lord Balfours, gehalten werden. Verlegung einer Fabrik nach Beirut. Schon seit dem Frühjahr 1030 war bekannt, daß die Strumpffabrik Friedmann & Edelstein, Tel-Awiw, die Verlegung ihrer Fabrik nach Beirut beabsichtigte. Die Jewisli Agency war sejt dieser Zeit bemüht, Wege zu finden, um das Verbleiben dieser Fabrik in Palästina zu ermöglichen. In einer Reihe von Sitzungen wurde versucht, einen Ausgleich der dieser Branche an gehörenden Fabriken in der Richtung der Schaffung einer gemeinsamen Verkauf.sorganisation zu schaffen. Nachdem dieser Weg sich als ungangbar erwiesen hatte, versuchte die Jewish Agency bei dem vorgeschlagenen Verkauf der Fabrik an ein anderes Unternehmen derselben Branche behilflich zu sein und erklärte sich bereit, durch finanzielle Garantien diesen Uchcrgang zu erleichtern. Leider sind auch diese Bemühungen gescheitert, und der Uebergang der Firma nach Beirut hat sich in diesen Tagen vollzogen. (JAB) Der L&ndentwiddungsplan Die Beratungen über den auf der Basis der Vorschläge von Sir John Hope Simpson aufgestellten Landentwicklungsplan für Palästina haben am 23. April gleichzeitig in London und in Jerusalem begonnen. Bef den Londoner Verhandlungen führte der Lord Advocate Dr. Craigie Aitchison den Vorsitz, die Regierung war ferner vertreten durch Dr. Shiels, ferner Vertreter des Kolonialamtes und des Schatzamtes, die Jewish Agency war vertreten durch Welzmann, Ruppin, Brodetsky, Hexter, Stein und Motzkin. Die Pcrallelverhandlungen in Jerusalem werden zwischen dem High Commissioner und den Vertretern der Araber geführt. tn einem offiziellen Communlquö dementiert die Palästina-Regierung die Londoner Meldung, daß Sir John Hope Sipipson als Vorritzender der Landentwicklungs-Kommission in Aussicht genommen sei und daß Dr. Weizmann der Ernennung Sir Johns zugestimmt habe. Wie die J. T. A. erfährt, wurde die zweite Besprechung zwischen dem Regierungskomitee und den Vertretern der Jewish Agency für Mittwoch, den 29. April, festgesetzt. Die Regierung hat der Jewish Agency ihre Vorschläge bezüglich des Landentwicklungsplanes für Palästina zukommen lassen, ujn ihr Gelegenheit zu geben, sich in der Zwischenzeit bis zur nächsten Sitzung mit dem Projekt zu befassen. Der Entwurf ist gleichzeitig auch der arabischen Exekutive zugegangen. Trotz, der offiziellen Verlautbarung des Koionia'amles, daß gleichzeitig mit den Verhandlungen zwischen Regierung und jewish Agency in London Besprechungen mit der arabischen Exekutive in Jerusalem aufgenommen wurden, erscheint es zweifelhaft, ob tatsächlich die Verhandlungen mit den Arabern bereits begonnen haben, da sich der High Commissio- 11 er, Sir John Chancellor, seit dem 22. April in Haifa aufhält. Es ist ebenso unwahrscheinlich, daß die Verhandlungen mit den Arabern in Haifa sind, als daß sie in Jerusalem ohne Teilnahme des High Commissioners begonnen haben sollen. In zionistisehen Kreisen Londons ist man der Ansicht, daß einer Zuslimmang der palästinensischen Regierung zur Eröffnung־ der Verhandlungen mit der arabischen Exekutive eine Modifizierung der' Bedingungen vorangehen müßte, die die arabische Exekutive in ihren dem High Commissioncr übermittelten Resolutionen aufgestellt bat. ״The N'car East and India“ befaßt sich mit den am 15. April von der arabischen Exekutive gefaßten Beschlüssen bezüglich der• Bedingungen, unter denen sie sich bereit erklärt hat, an Verhandlungen mit der Regierung über den Landentwicklungsplan für Palästina tcilzunehmen. ln dem Artikel wird ausgeführt, es könnte vielleicht vorteilhaft sein, die Verbandlungen in Palästina statt in London zu führen. Es sei jedoch schwer m ö g 1 i c 11, daß die britische Regierung den beiden ersten" von der arabischen Exekutive gestellten Bedingungen zustimme. (Diese beiden Bedingungen lauten: 1. Die Teilnahme darf in keiner Weise die Anerkennung des Jüdischen Nationalheims voraussetzen. 2. Als Basis der Verbandlungen darf nicht der MacDonald-Brief oder ein anderes Dokument, das die zionistische Politik stützt, gelten.) Die opportunistische Politik der arabischen Exekutive unterscheide sich wesentlich von der Dr. Weizmanns, der zwar versichert hatte, das Weißbuch könne nicht die Basis für Verhandlungen mit der Regierung bilden, dem es aber doch gelungen sei, von MacDonald ein Dokument zu erhalten, durch das alle Aenderungen zugunsten des Standpunktes der jüdischen Führer bewirkt wurden. Das Blatt stellt an die arabische Exekutive die Frage, ob sie denn aus diesem jetzt historischen Beispiel nichts gelernt habe. (Damit soll den Arabern wohl der Rat gegeben werden, nunmehr ihrerseits mit England so zu verhandeln, wie Weizmann es tat, damit das Pendel nun wieder zugunsten der Araber ausschlage. ״The Near East“ hat schon vorher aus seiner Mißbilligung des MacDonald- Briefes kein Hehl gemacht und gesagt, jetzt würden auch die Araber wissen, daß man mit starker Pression von England alles erreichen könne. — A. d. R.) Die Wirtschaftslage des Jischuws Drohende Gefahren - Einzige Reifung: Herabsetzung des Lebens-Standards In der palästinensischen Zeitschrift ״B o u s t c 11 a i“ vom 15. April beschäftigt sich der Leitartikel (offenbar von Mosche Smilanskv) in sehr ernster un-d eindringlicher Weise mit den Perspektiven der gegenwärtigen Wirtschaftslage in Palästina. Smilansky geht davon aus, daß im Gefolge der Krise dem jüdischen Palästina ״Tage der Prüfung“ bevorstehen, die zu einer Katastrophe führen können, wenn man ihnen nicht gerüstet gegeniibertritt. Er charakterisiert zunächst die Lage der einzelnen Berufsstände. Die Touristen-Saison war unbefriedigend, und unter den jüdischen Touristen haben sich nicht mehr als drei oder vier gefunden, die für Investitionen in Palästina Interesse gezeigt haben, aber auch dieses sei verpufft, da keine geeignete Institution sich gefunden hat, um die betreffenden Menschen zu leiten. Und doch bieten sich aus bestimmten Gründen gerade jetzt große Möglichkeiten, den jüdischen Besitz an fruchttragenden Orangenplantagen. zu vergroßem. Die Touristen-Saison hat also keine Privatinitiative gebracht, und die zionistischen Fonds haben kein Ittamar Ben Avi veröffentlicht im ״Doar Hajom“ unter dem Titel ״J’accuse“ einen Artikel, in dem er der Palästina-Regierung den Vorwurf macht, Dr. Weizmann genötigt zu haben, von seiner geplanten Zusammenkunft mit Emir Abdullah in Amman Abstand zu nehmen. Ben Avi zitiert in diesem Zusammenhang einen an Dr. Weizmann gerichteten Brief des Chefsekretärs der Palästina-Regierung, Young, in dem erklärt wird, der Zeitpunkt für einen Besuch in Amman sei ungeeignet. Die Regierung könne auch weder jetzt noch später eine Verantwortung für Weizmanns persönliche Sicherheit in Trans- Jordanien übernehmen. Weiter wird in dem Artikel ausgeführt, auch aus anderen Tatsachen sei zu ersehen, daß der High Commissioner Sir John Chancellor den Weg zu jüdischarabischen Besprechungen verrammelt habe. (Die schon früher verbreitete Meldung über einen Einspruch des H. C. gegen Weizmanns Besuch in Amman ist bekanntlich von der Palästina-Regierung dem entiert worden. — A. d.R;) — Das Organ der jüdischen Arbeiterschaft ״Da war“ erklärt hierzu, die Regierung müsse nunmehr den ״Doar Hajom“ gerichtlich belangen und die Unrichtigkeit seiner Information nachweisen, sonst werde sie in der ganzen Welt mit Recht der Heuchelei geziehen werden. Jerusalem, 21. April. (J. T. A.) Wie aus Amman berichtet wird, bestellt in den Kreisen der frans jordanisehen Regierung die Neigung, eine Anzahl landloser Palästinenser in T ransjordanien anzusiedeln. Es wird darauf hingewiesen, daß Transjordanien ungeheure Gebiete brachliegenden Landes besitzt, die durch Kultivierung erschlossen werden könnten. Hierzu erklären die arabische» Zeitungen ״Al Chajat“ und ״Felestin“, die gute Absicht der transjordanischen Nationalisten sei zwar anzuerkennen, die An- Siedlung palästinensischer Araber in Transjordanien würde aber den wichtigsten ׳Interessen der Araber zuwiderlaufcn, da hierdurch anerkannt würde, daß die von Dr. Weizmann vorgeschlagene Lösung des Problems der palästinensischen Bodenknappheit den Arabern annehmbar erscheint. Beschwerden der Araber Jerusalem, 22. April. (J. T. A.) Das Präsidium der Arabischen Exekutive hat am 22. April beim High Commissioncr Sir John Chancellor vorgesprochen, um gegen eine nach Ansicht der Arabischen Exekutive erfolgte Bevorzugung der Juden beim Erwerb von Staatsländereien im Beisan-Gebiet zu protestieren. Den Juden sei Gelegenheit geboten worden, 6000 Dunani zu günstigen Bedingungen zu erwerben, während den Arabern nicht die gleichen Begünstigungen gewährt worden seien. Die Vertreter der Arabischen Exekutive behaupteten, daß die Juden ihre Böden unbearbeitet lassen, während die Araber die ihrigen bearbeiten. Weiter erhoben die Vertreter der Arabischen Exekutive gegen die im Zusammenhang mit der Verwundung des Wächters von Nahalal erfolgte Verbannung des Scheiks des Dorfes Malul mit der Begründung Einspruch, die Strafe sei verhängt worden, ohne daß dem Schcik die Möglichkeit gegeben worden war, einen Rechtsa n w a 11 mit seiner Verteidigung zu betrauen. Schließlich behaupteten die Araber entgegen den im offiziellen Communique der Regierung enthaltenen Feststellungen über den Zusammensioß zwischen arabischen Hirten und jüdischen Wachtern in Wadi Ha varith, daß die Juden bei diesem Zusammenstoß die Angreifer gewesen seien und den Kampf eröffnet hätten, um die Flamme des Hasses gegen die Araber, die infolge der zionistischen Okkupation hungern, neu zu entfachen. * Was die Ländereien in Belsan betrifft, so darf nicht vergessen werden, daß dieses gesamte Gebiet den arabischen Pächtern vor zehn Jahren überlassen wurde, die jetzt 7 u viel Boden haben und ihn gern an Juden verkaufen. Die Araber sind eingestandenermaßen nicht imstande, die notwendige Irrigation zwecks voller Ausnützung dieses überaus fruchtbaren Gebietes durchzuführen und würden gern mit den Juden kooperieren, wenn sich die Politik nicht einmischte. Jedenfalls ist es absurd, von einer ״Bevorzugung“ der Juden gerade in Beisan zu sprechen. Geld und ringen schwer um ihre Existenz, insbesondere der Keren Hajessod, der nicht mal die Gehälter bezahlen, geschweige denn etwas für Neuansiedlung tun kann. Die Propaganda für den Keren Hajessod muß reorganisert werden, aber die Früchte solcher Maßnahmen werden jedenfalls nicht mehr in diesem Sommer reifen. Die Lage der Landwirtschaft ist schlecht, weil wir vor einem Jahr der Dürre stehen und auch die Feldmäuse wieder großen Schaden angerichtet haben. Das Getreide steht also sclilech1, und auch in den Trockenpflawzungen wirkt sich die Dürre aus. Die Mandelernte beträgt kaum die Hälfte des Vorjahres. Und im Vorjahr hat der niedrige Stand der spanischen Valuta einen Preissturz der Mandeln um 35 0/o bewirkt. Auch der Preis der Weintrauben ist stark gefallen, da man in den letzten Jahren viel zu viel Wein in Palästina angepflanzt hat. Ebenso ist der Preis für Milch, Bananen, f t u h n c r und Eier gefallen. Einzig und allein die Orangen- Pflanzer sind in einer besseren Lage, aber auch sie haben Sorgen. Vor allem muß man bedenken, daß bisher nur 17!״י der jüdischen Orangenpflanzungen Frucht tragen, die übrigen haben keine Einnahmen und brauchen Geld. Aber auch von den Pflanzern, die bereits Einnahmen haben, werden etwa 50 ״׳.ס dieses Jahr noch kreditbedürftig sein. Was die Stadt e betrifft, so ist auch hier die Lage nicht rosig. Der Handel