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Jüdische Rundschau · 1931-04-01 · Heft 25-26 (1.4.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 25-26 (1.4.1931)
Date
1931-04-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Doppelnummer 0,40 Goldmork Der Werdegang des amerikanischen Judentums — litcraiurbettagc JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u-Freitag, Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. werden in der Wihrang der einreinen Linder berechnet. Anreisenprele: 8 ge»p. Nonpereillezeils 0,50 G-M. Stellengesuche 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische RundschauG.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10. Telephon: J 1 Bismarck 716570־. Anzeigenschluß: Dienstag and Freitag nachmittag• 4Ubr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Postscheck - Konten : Berlin 17392, Btee) V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433. Budapest 59693, Danzig!973, Haag!40470, Prag 59410, Riga 4X55, Strassburg 16430, Warschau 190708, Wie®!56030. Bank -Konten -־ Darmstädter- und Nadonalbank, Depositen •Kaase Berlin, Kurfürstendaatm 52; Bane« de Est, C4n׳n*uti CR^öninlea); Anglo Palestine Co. in Haifa, Jerusalem, Tel-Aviv. Nummer 25/26 | Berlin, I. IV. 1931 י״ד ניסן תרצ״א j xxxvi. Jawg. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm." Das 11M1M11 - arwrtsdK ptimcm Eine Erklärung Weizmanns ״Ein dreiseitiges Übereinkommen erforderlich" Dr. Weizmann empfing in Jerusalem einen Vertreter der JTA. und äußerte sich ihm gegenüber folgendermaßen über die politische Lage und die Möglichkeiten einer Verst än - digung mit den Arabern. Es gibt zweifellos viele Araber, sagte Dr. Weizmann, die bereit sind, mit den Juden zu kooperieren, sich aber fürchten, als Verräter gebrandmarkt zu werden, wenn sie sich in Verhandlungen mit den Juden einlassen. Der politische Terror hält diese Araber davon ab, in Beratungen mit den Juden einzutreten. Auch einige Juden haben dazu beigetragen, die Besorgnisse der Araber zu steigern. Wir müssen jetzt darauf hinarbeiten, die Araber einer Kooperation geneigt zu machen, und das bedeutet Kon- Zessionen von unserer Seite. Viele Araber glauben, daß England antizionistisch gesinnt ist, und sind deshalb nicht bereit, die friedenswilligen Araber zu unterstützen. Dr. Weizmann bestätigte sodann die von der JTA. gebrachte Nachricht, daß die Londoner Regierung den Wunsch zum Ausdruck gebracht hat, der High Commissioner möge eine Besprechung zwischen jüdischen und arabischen Führern zustande bringen. Die Palästina-Verwaltung sei jedoch bei der Ausführung dieses Auftrages sehr naiv zu Werke gegangen, indem sie einfach den Wunsch der Londoner Regierung an die Arabische Exekutive weitergeleitet habe. Nichts destoweniger sei zu erw arten, daß sich ein beträchtlicher Teil der arabischen öffentliehen Meinung zugunsten einer Kooperation aussprechen werde, wenn auch der MacDonald-Brief, der bloß den Status nuo wieder hergestellt hat, viele Araber tief enttäuscht hat. Dies sei das Ergebnis der Zickzack-Politik. Die Arabische Exekutive repräsentiere vielleicht nicht das Volk, aber sie repräsentiere alles, was — durch Betriebsamkeit oder durch Unterstützung seitens der Engländer — Geltung hat. Doch verrät das j%m possumus“ der Führer ihre Nervosität Die Aegypter sind an den poHtisdien Fragen Palästinas zum Teil toinferiSKÄefti *tu® Teil tretai Ä fir eine ff.י d isch-arabäsehi Verständigung ein. Dödt wft־d die öffentliche Meinung Aegyptens immer wieder durch einfiußreiche syrisch« Araber erregt Der Besuch Schauk h a t Alis in Palästina hat der panislamischen Propaganda einen Ansporn gegeben, doch zeigte sich Schaukhat Ali allzu ehrgeizig insbesondere in seinem Plan der Gründung einer moslemischen Universität in Jerusalem. Ohne ein drei seitig es Uebereinkommen zwischen englischer Regierung, Arabern und Juden wird das Unterhaus die Landentwicklungs-Anleihe nicht bewilligen, deren Rückzahlung sehr erschwert sein wird, solange nicht das Vertrauen der Juden wieder hergestellt ist und die Investitionen in Palästina wieder eingesetzt haben. Die Einsetzung eines Legislative Council ist ohne Zustimmung der Juden, die mit der Möglichkeit rechnen müssen, daß sich die britischen Vertrete r mit den Arabern gegen sie vereinigen, unmöglich. Eine meiner Aufgaben in Amerika wird es sein, das Vertrauen wieder herzustellen und die vorhandene Verbifterung zu beseitigen. Die schädlichste Seite des Weißbuches ist der in ihm gemachte Versuch, die These festz«!egen, daß alles, was für die Juden gut ist, für die Araber schlecht sein muß und umgekehrt. Simpsons Darstellung der Lage der landlosen Araber hat, da man sie für Wissenschaftlieh exakt hielt, einen falschen Eindruck hervorgerufen. Er hat in die Zahl der landlosen Araber auch die Landarbeiter und Pächter einbezogen. Palästinafragen vor dem Unterhaus London, 26. März. (J.T. A.) Im Unterhaus ersuchte der Abgeordnete der Arbeiterpartei Holford Knight den Unter- Staatssekretär für die Kolonien, Dr. Drummond S h i e I s , dem Hause die letzten Informationen über die Lage in Palästina hekannfzugeben. Dr. Shiels erwiderte, seinen Informationen zufolge sei die Situation in Palästina unverändert. Vorfälle von besonderer Bedeutung seien nicht zu seiner Kenntnis gebracht worden. Jedenfalls würden die polizeilichen Maß• nahmen , die regelmäßig anläßlich der religiösen Feierlich- L iten in Palästina getroffen werden, auch diesmal Platz greifen. Ab״ Knight fragte sodann, ob der High Commissioner auf Urlaub sei und ob im Hinblick auf das herannahende Osterfest entsprechende Vorkehrungen getroffen worden seien. Dr. Shiels antwortete, der High Commissioner sei auf seinem Posten und habe alles Nötige veranlaßt. Sir Henry Betterton, seinerzeit eines der Mitglieder der Miau-Kommission, fragte, ob dem Kolonialamt etwas über den der englischen Presse gemeldeten Raubüberfallin Pa■ lästina bekannt sei, was Dr. Shiels verneinte. Abg. M. 'Ha,־!ne (Labour) wünschte zu erfahren, ob die Arbeitslosigkeit!mter den Arabern im Steigen oder im Fallen begriffen Sei. Lr. Shiels antwortete, die Arbeitslosigkeit sei beträchtlich, er i'ontic aber nicht sagen, ob sie gegenwärtig zu- oder abnehme. Colonei Howard Bury fragte, wie die Lage in Palästina 113 h dem MacDonald-Brief sei und welche Ausdehnung der Eibische Boykott habe. Dr. Shiels erwiderte, der High Commissioner habe berichtet, daß die Arabische Exekutive am 13. März in einem Manifest aller Araber aufgefordert hat, innerhalb bestimmter Grenzen einen wirtschaftlichenBoykottgegendie 11■den durchzuführen. Wie weit dieser Boykott tatsächlich '‘‘i cligeführt wird, ist dem Kolonialamt nicht bekannt. Auf eine weitere Anfrage erwiderte Dr. Shiels, die Regicrung sei dauernd bestrebt! eine Kooperation zwischen den beiden Parteien herbeizuführen. Der Ansicht Colonel Howard Burys, daß der Brief des Minister- Präsidenten an Dr. Weizmann eine diesem Bestreben entgegengesetzte Wirkung gehabt habe, könne ernichtzustimmen, wenn ihm auch bekannt sei, daß an diesem Brief vielfach Kritik geübt wurde. Oie Haltung der arabischen Exekutive Jerusalem, 26. März. (J. T. A.) Die Arabische Exekutive verlaut hart: Wir freuen uns, mitt eilen zu können, daß sich bisher niemand von Dr. Weizmanns Friedensvorsch lägen täuschen ließ. Wir würden nicht zögern, den Namen jeder Persönlichkeit, die in Verhandlungen mit Weizmann eintreten sollte, ohne Rücksicht auf ihre Stellung zu veröffentlichen. Weder offizielle noch inoffizielle Verhandlungen können den Arabern nützen. Sie könnten nur zur Annähme führen, daß die Araber die Balfour-Deklaration und das Mandat anerkennen. Wie die JTA. erfährt, hat die Arabische Exekutive die von der Regierung vorgenommene vorsichtige Sondierung der Möglichkeit eines Zusammentreffens Weizmanns mit den Führern der Arabischen Exekutive unberücksichtigt gelassen, obwohl angenommen wird, die Regierung habe der Arabischen Exekutive zu verstehen gegeben, daß man cs in London sehrgern sehen würde, wenn es zur Einleitung von Verhandlungen, insbesondere zu einer Zusammenkunft von Vertretern der Regierung, der Juden und der Araber zwecks Beratung des Landentwicklungsplans und der Frage des Legislative Councils käme. Die Arabische Exekutive hat in einer am 24. März abgehaltenen Sitzung beschlossen, daß ihr geschäftsführender Ausschuß von nun an täglich zusammentreten soll, da im Hinblick auf die ״gegenwärtige ernste Lage“ ein ständiger Kontakt seiner Mitglieder dringend notwendig erscheint. * /'־ י־'" '■?־, ,f'!־־״ÄR •־ ז ׳ s Die palästinensische arabische ־ Exekutive wendet *1dl 8a die arabische Bevölkerung Palästinas mit der Aufforderung, an. den Feierlichkeiten atjliHlich des 70.. Geburtstages des Bürgermeisters von Tel-Awiw, Meyer Däzengoff, nicht teil zu ne hm en. In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, daß die Zionisten die Beteiligung von Arabern an den Feierlichkeiten zu Propagandazwecken ausnützen würden. Als Antwort au? diesen Aufruf veröffentlicht Bürgermeister Dizengoff eine Erklärung, in der er gleichzeitig der Behauptung des ״Felestin״,, er habe in seiner Begrüßungsansprache an Dr. Weizmann die Araber als ״Feinde der Juden“ bezeichnet, entgegen tritt. Die Araber, heißt es in dieser Erklärung, seien sie nun Mohammedaner oder Christen, sind unsere Brüder, und wenn ich von ״Feinden“ spreche, so meine ich auch jene Juden, die ebenso wie es der ״Felestin“ tut, Unfrieden zwischen uns stiften wollen. Die arabische Zeitung ״Dschamija el Arabia“, das Organ des Großmufti, veröffentlicht eine Antwort auf den von dem Agudahführer Rabbi Sonnenfeld veröffentlichten Friedensaufruf. Das Blatt stellt die Frage, ob die orthodoxen Juden Palästinas bereit seien, sich gegen den Zionismus zu erheben, gemeinsam mit den Arabern diese schädliche Bewegung zu vernichten und so den Frieden im Heiligen Lande wieder herzustellen. Wenn dies nicht geschehe, werden sowohl Araber als auch Juden dazu verurteilt sein, unter dem Zionismus zu leiden. JOdisch-arabischer Friedenspakt in Moza Jerusalem, 26. März. (J. T. A.) In der jüdischen Kolonie Moza bei Jerusalem fand der feierliche Ab- Schluß eines Dauerfriedens zwischen der Kolonie und den Arabern des Nachbardorfes Kolonia statt. Aus Kolonia stammten die Aufrührer, die im August 19® Moza zerstörten und die Mitglieder der Familie Macleff lebend verbrannten. Auf Anregung des Kolonisten Broze, der seinerzeit unter der Anklage stand, einer! Araber getötet zu haben, aber freigesprochen wurde, wurden von der Jewish Agency Scheik Sultan Abughosch und Abraham Schapiro aus Petach Tikwah mit der Führung der Verhand- Jungen mit den Arabern betraut An diesen Verhandlungen nahm auf jüdischer Seite auch der Vertreter der American Zion Commonwealth, Charles Passmann, der gegenwärtige Leiter des Palestine Emergency Fund, teil. Der feierliche Friedensschluß wurde in traditioneller orientalischer Weise vorgenommen. Als Symbol der Beseitigung der Blutrache, die infolge der bisherigen Nichtbestrafung der Mörder der Familie Macleff bestand, wurde ein Schaf geschlachtet. Colonel Kisch wohnte der Zeremonie bei. Kurz darauf besuchte Dr. Weizmann die Kolonie Moza auf der Reise von Jerusalem nach Tel-Awiw. Die noch bestehenden Strafverfahren gegen der Beteiligung an den Morden verdächtige Araber wurden niedergeschlagen. (Abraham Schapiro hat seinerzeit, nach den schweren antijüdischen Exzessen im Mai 1921, auch den berühmten Friedenspakt zwischen der Kolonie Petach Tikwah und dem benachbarten arabischen Dorf Yahudia zustandegebracht. Seither wurde Petach Tikwah niemals mehr von Arabern angegriffen.) Die nächst« Nummer der ״jüdischen Rundschau“ erscheint wegen der Feiertage am Dienstag, dem 14. ApriL Wir werben Eine Pessadi - Betrachtung Von Kurt Blumenfeld. Der Weg zur Freiheit scheint am Anfang immer ungangbar zu sein. Er ist gefährlich, erfordert den Einsatz aller errungenen und so gern bewahrten Güte,!־, er führt einer ungewissen Zukunft entgegen. Wie unerträglieh und peinlich auch eine Gegenwart sein mag, die große Mehrheit fühlt sich in erster Linie als Bewahrer der Gegebenheiten, und es ist nicht verwunderlich, daß die großen Freiheitsaktionen der jüdischen Geschichte erfüllt sind von den Berichten über den Widerstand, denen das eigene Volk denen entgegensetzte, die es zu neuem Leben und zur Erneuerung führen wollten. Moscheh muß in die Wüste fliehen, muß seine Sendung immer wieder dem eigenen Volk durch Wunder beweisen. Später sehnt sich die große Masse zurück nach dem Lande Aegypten und zeigt deutlich genug, daß sie gern bereit war, ״die Einbettung der Judenheit in die ägyptische Umwelt grundsätzlieh aufrechtzuerhalten“ und daß sie zufrieden gewesen wäre, wenn es nur gelungen wäre, in Aegypten die bestehenden Verhältnisse sicherer, reibungsloser und glücklicher zu gestalten. Die von Moscheh erstrebte erste Heimkehr der Juden — damals konnten auch jüdische Gegner noch nicht ironisch von einem ״dritten“ Reich sprechen — erschien überaus praktisch. Wer reich wie Korach war, hatte allen Grund zur Rebellion, und die Sammlung für das Goldene Kalb war die erfolgreichste und in kürzester Zeit durchgeführte Werbeaktion, die wir aus unserer Geschichte kennen. Fast wider Willen werden die Kinder Israel zu einem Volk — Auserwlhltheit und Lehre nehmen sie erst an, als ihnen kein anderer Ausweg bleibt und ihnen nur die Wahl zwischen der Thora und dem Tode gelassen wird. Als Moscheh das Volk aus Aegypten führte, wußte er imqM» wie das neue Leben aussehe® wfni. Er kaaitij i^*rbÖiinetaa4. nicidy ottd iräiiÄL^IriiÄ, i» die bekannte Expertenkommission mit einem überaus ungünstigen Majoritätsbericht zurückkehrte. Er wußte pur eines: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Aus d^r Verneinung der ägyptischen Gegenwart entstand der Zwang zur Schaffung einer besseren Zukunft Das große Freiheitsfest steht am Anfang unserer Volksgeschichte und begleitet uns als die gewaltige, stets aktuelle Erinnerung durch die Jahrtausende. Stets zog, wer frei sein wollte, dem Wagnis entgegen; ohne zu wissen, was ihn erwartet. Die ersten Generationen der Ausziehenden glaubten oft genug, von dem endgültigen Mißlingen des Werkes sprechen zu können. Alle starben in der Wüste, ohne das Ziel erreicht zu haben; niemand konnte beweisen, daß nach ihnen eine glücklichere Generation kommen wird, die den Weg in das Land findet Die große Verheißung aber hielt diejenigen aufrecht, die einmal durchschauert waren von dem Gedanken, ein großes Volk im eigenen Lande zu werden und dort ihre Sendung zu erfüllen. Für jede aktuelle Erörterung der Judenfrage ist die Peßachgeschichte noch immer die beste zionistische Antwort. Die Judenfrage sieht heute nicht mehr so aus wie zu den Zeiten Josefs oder ~~ um näher zu bleiben — wie in der Vorkriegszeit, wo jede Aufstiegsmöglichkeit vorhanden war und so viele Gelegenheiten der Selbsttäuschung über jüdisches Leben bestanden. Gespensterhaft muten heute die Diskussionen um Worte an, von deren Zauberkraft man Besserung der bestehenden Zustände erwartete. Man sagt mit Emphase, wir sind kein Volk; man glaubt durch geschickte Leitartikel die Böswilligen von ihren Irrtümern über jüdisches Wesen heilen zu können; aber gleichzeitig sind die Juden fast unvermerkt in ein neues, ihnen höchst unerwünschtes Stadium hinübergeglitten. Heute vermag niemand mehr die sich klar manifestierende objektive Judenfrage zu leugnen. Der Antisemitismus ist keine zufällige und vorüber• gehende Erscheinung, sondern eine uns aus der Geschichte bekannte Reaktion der Umwelt auf die Existenz jüdischen Sonderdaseins und jüdischer Sonderart. Seine Auswüchse können und müssen wir bekämpfen, aber seine Problematik besteht weiter. Diese gilt es in ihrem Wesen za erfassen, dann erst kann man mit ihr fertig werden. Statt dessen aber ist man fleißig am Werk, sich so geschickt wie möglich mit den Erscheinungen des Tages abzufinden, und wenn es schon nicht gelingt, sich wirksatn gegenüber der nichtjüdischen Welt zu behaupten, so will man doch wenigstens den großen Erfolg gegenüber jenen Juden erringen, die auf den Gedanken kommen, die Geschichte vom Auszug aus Aegypten als eine Mahnang an das lebende Geschlecht zu empfinden. Wenn man die von der Trägheit beherrschten Durchschnittsmenschen für etwas Neues gewinnen will, verlangen sie Erfolgsgarantien; die Erkenntnis von der Un- Haltbarkeit der gegenwärtigen jüdischen Situation er-

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