Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 22 (20.3.1931)
- Date
- 1931-03-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 138 JUEDISCH E RUNDSCHAU Nr. 22, 20.111. 1831 Hehl daraus gemacht, daß er hier die entscheidende Aufgäbe der künftigen zionistischen Politik sieht, und durch die Verhandlungen, die er im letzter! halben Jahr mit der englischen Regierung und englischen Politikern aller Schattierungen führen mußte, dürfte er in dieser Ansicht noch bestärkt worden sein. Inzwischen aber geht unab* hängig vom Zionismus die Entwicklung im Vorderen Orient mit Riesenschritten vorwärts. Die panarabischen Pläne, noch vor kurzem sogar von ernsten Politikern und Gelehrten als reine Phantasie abgetan, nehmen ganz konkrete Formen an, und seitens der Großmächte scheint ihnen kein Widerstand entgegenzutrete!!, vielmehr gibt es Anzeichen dafür, daß England und selbst Frankreich eine arabische Föderation, die sich zunächst auf Irak, Syrien und Transjordanien erstreckt und freundliche Bezichungen zum Wahabitenreich Ibn Sauds hat, begünstigen. Der alte Hussein sitzt in Amman und spielt wieder eine politische Rolle, der Plan des Obersten Lawrence und Winston Churchills, mjt Hilfe der Hasc.himiten-Dynastic ein ara- Irisches Staatengebilde, ein ״Middle Tastern Empire“ zu schaffen, {eiert seine Auferstehung. Noch kann man nicht sagen, ob diesen Plänen, die auch innerhalb des arabisehen Lagers selbst, wo die Rivalitäten noch stark sind, Widerspruch finden, diesmal mehr Glück beschieden sein wird als vor zehn Jahren. Aber es wäre verhängnisvoll für uns, nicht zu erkennen, daß sich hieraus für Palästina und den Zionismus ganz bestimmte politische Probleme ergeben, die nicht durch Berufung auf alte, anderen Konstellationen entstammende Formeln abzutun sind- Das Problem der Einordnung des Jüdischen Nationalheims in diese neue vorderorientalische Welt, das am 19. September 1922 in der ,,Jüdischen Rundschau“ aufgerollt wurde (s, auch das Buch ״Zionistische Politik“ S. 238 ft'.), gewjnnt eine neue Aktualität, beinahe genau in derselben Problemstellung wie damals. Zum Unterschied von jener Zeit scheint freilich heute auch in der zionistischen Welt in höherem Maße Verständnis für die wirkliche Lage vor- Landen w sein. Michael Assaf Ist kürzlich im ״Dawar“, ohne Widerspruch zu finden, für den Anschluß Palästinas an eine arabische Föderation eingetreten, wobei er mit Recht darauf hinwies, daß eine solche Konstruktion für das Jüdische Nationalheim schon infolge der Eröffnung eines riesigen Wirtschafts» und Absatzgebietes große Entwjcklungsmöglichkeiten bietet. Es wäre naheliegend, daß eine voraussefjauende zionistische Politik darauf ausginge, solchen Qedanken eine konkretere Form zu geben, solange es noch Zeit ist. Leicht ist das Problem jedenfalls nicht zu lösen, und es wird durch die exzessiven Manieren der politischen Diskussion, deren sich z. B. die Revisionisten in Palästina (erfreulicherweise auch von ihren deutsehen Parteigenossen desavouiert) zu bedienen belieben, nicht erleichtert, Jedenfalls scheint der Besuch Dr. Weizmanu! iß Palästina mit,ei!!em geschichtlich bedeutsamen M#1!l1ef1t'‘#T'־feutvtrffk!!rng^0es Vprdtreff Orients ztisanw itienzufaücn. Es ist begreiflich, wenn Dr, Weizmann, der auf dem bevorstehenden Zionistenkpngreß endgültig zurücktreten wird, von tiefer Sorge erfüllt ist um die politischen Geschicke des Jüdischen Natipnalheiuis an gesichls der neuen Lage, und daß er eine Klärung anbahnen möchte, bevor er sein Amt einem Nachfolger abtritt. Daher kann man auch verstehen, daß die Presse und die Qeffentlichkeit erregt sind, daß allerhand Gerüchte zjrku- Heren, die vielleicht an Cafehaus-Tischen frei erfunden wurden, und daß politische Temperamente hüben und drüben unruhig werden. Vielleicht aber ist dies alles nur Gefackel, und Weiztnanns Reise gilt wirklich nur dem Besuch seiner in Palästina wohnenden alten Mutter. R. W. Regierung und Jewish Agency Die J. T. Averbreitet eine Mitteilung, die geeignet ist, Verwirrung in zionistischen Kreisen zt! erzeugen. Es wird darin behauptet, der J. T. A. sei (wohl auf eine Anfrage?) vom Kolonialamt mitgeteilt worden, daß die Verhandlungen zwischen englischer Regierung und Jewish Agency durch den Mac-Donald- Briet endgültig abgeschlossen sind. Etjes stehe, sagt die J. T. A., 1’m Widerspruch zu den Erklärungen der Exekutive der Jewish Agency, daß nach Dr. Weiztnanns Rückkehr die Verhandlungen über die konkreten Fragen der Landesentwicklung beginnen werden. Pie wirkliche Sachlage ist — wie aus allen Darstellungen klar hervorging, so daß eine Anfrage beim Kolonialamt völlig überflüssig war — die, daß das vom Kabinett ernannte K a b i - netts-Komitee, bestehend aus vier Ministem unter Vorsitz des Außenministers, nur die Aufgabe hatte, die p r i n - zi pi eil e n Fragen, bzw. Beschwerdepunkte der jewish Agency zu behandeln, was auch geschehen ist mit dem Ergebnis, daß der MacDonald-Brief veröffentlicht wurde. Dieser Brief, der als ״Ir!־ struktion“ an die Verwaltung bezeichnet wurde, gibt die Rieht* li nien der Politik. 111 Detailfrage 11 der Verwaltung, Einzetheifen der. Landesentwicklung usw, mischt sich die ״Regierung“ als solche nicht ein. Solche Fragen betrachtet sie als R e s r sort-An gelegen beiten der betreffenden Aemter. Dementsprechend müssen diese Fragen mit den zuständigen Beamten des Kolonialamtes unter Heranziehung von Sachverständigen (z. B. wird Sir John Hope Simpson als solcher genannt) verhandelt werden, wobei der Wunsch bestellt, daß auch arabische Verfreier an den Beratungen teilnehmen, ps ist ohne weiteres klar, daß diese Besprechungen, die sich vielleicht monatelang hinziehen werden, einen ganz anderen Charakter haben, als die Verhandlungen mit «fer Regierung, und daß daher mit Recht ge? sagt werden kann, daß diese abgeschlossen sind, ohne daß damit jedoch die künftigen Beratungen präjudjziert würden. Dr, Martin Buber, 4er wegen einer heftiger! Erkältung mehrere Vorträge jn Holland absager! mußte, ist nunmehr wiederhergestellt und wohlbehalten in Heppen- 11# Lu» «üueteff»» Weizmann im Emek Jerusalem, 18. März. (J. T. A.) Dr. Weizmann ist am 15. März in Palästina eingetroffen und hat am 17. März sechs Kolonien im Emek Jesreel besucht. Nach Nahalal, wo Weizmann mit seiner Reisegesellschaft zuerst eintraf, hatten alle jüdischen Niederlassungen im Emek Delegationen entsandt. Die Vertreter der Arbeiterschaft brachten dem zionistischen Führer lebhafte Ovationen dar und erklärten einhellig, es sei undenkbar, daß er sich von der Bewegung z u r ii c k z i e h e. Weizmann erwiderte, er habe den stärksten Ansporn, die Arbeit fortzusetzen, von dem tiefen Eindruck empfangen, d«1 jhm die Aufbauarbeit im Emek Jezreel und das große Werk Baron Rothschilds vermittelt haben, ln den politisch schweren Zeiten der letzten zwei Jahre habe er aus dem Werk des Emek, wo die politische Diskussion hinter die tatsächliche Aufbauarbeit zurücktritt, neuen Mut und neue Kraft geschöpft. Politische Spekulation und schlecht gewählte Worte hätten viel Unheil angerichtet, der Emek aber sei ein Symbol für Arbeit, Ausdauer, Geduld und Zuversicht. Ein von den Vertretern des Keren Hajesscjd unterbreiteter Plan, die im Jahre 1027 gegründeten und aus je 20 Familien bestehenden Kwuzoth Sarona und Hasarort zu reorganisieren, auszubauen und zu einer neuen Kolonie zu vereinigen, die zu Ehren Lloyd George, ״Ramat David“ genannt werden soll, fand Weizmanns Billigung. Nach Balfouria wird ״Ramat David“ die zweite Siedlung iu Palästina sein, die nach einem englischen Staatsmann benannt ist. Wie Wejzmann einem JTÄ.-Vertreter mitteilte, wird die Proklamierung der Kolonie-, griindung anläßlich eines Banketts erfolgen, das am 11. April unter dem Vorsitz Weizmanns zu Ehren Lloyd Georges in London veranstaltet werden wird. Dr. Weizmann und seine Reisegesellschaft, die von einer Eskorte britischer Polizei begleitet werden, haben am Mittwoch, dem 18. März, das Jordan-Tal besucht und treffen am Donnerstag, dem 19. März, in Jerusalem ejn*. * Das Kolonialamt dementiert durch die!TA. die Nachricht, daß Dr. Weizmann um persönlichen Schutz für die Zeit seines Aufenthaltes in Palästina angesueht habe. Hinzugefügt wird, daß die Palästina-Verwaltung natürlicherweise auf eigene Initiative Maßnahmen zum Schutze Weizmanns getroffen habe. Das Organ der Zionistischen Exekutive, ״H a o 1 a m“ veröffentlich! einen Leitartikel, in dem im Zusammenhanf mät der Palästinareise Dr. Weizmanns darauf hingewiesen wird, daß die britische Regierung genötigt sein werde, sich mit den palästinensischen Arabern bezüglich der Frage einer Round Table-Konferenz ins Benehmen zu setzen. Die kfmftigen Verhandlungen mit der britischen Regierung würden ihrem Wesen nach dreiseitige Verhandlungen sein, da die Fragen des LandentwicklungspläP, der Verfassung und der Zusammensetzung der Palästinaverwaltung ihrer Natur nach Probleme darstellen, die die gesamte Bevölkerung Palästinas betreffen. Erfolg oder Mißerfolg hängen davon ab, ob die Araber zur Mitarbeit bereit sein werden. Die Obstruktion der zionistischen Opposition sei, da auch der kommende Zionistenkongreß bei der Ausarbeitung eines Programms für die neue Exekutive mit der Macht der Tatsachen werde rechnen müssen, unklug und undiplomatisch. Revisionistische Weizmann *Hetze Jerusalem, 18. M|rf. (J.T. A.) Die nationalistische Jugendgruppe, die seinerzeit Kundgebungen gegen den Unter* Staatssekretär für die Kolonien Dr. S hi eis in Tel-Awiw veranstaltet hat, veröffentlicht einen gegen Pr- Weizmann geriehtefen Aufruf, in dem er als Trabant Ramsay Mac- Donalds bezeichnet wird, der es wage, zu einer Zeit nach Palästina zu kommen, in der Jabotmskv das Betreten des Landes verwehrt ist. Per Zweck des Aufenthalts Weizmanns in Palästina sei ־es, das zionistische Ideal an die Araber zu verkaufen^ so wie er es bereits an En!־׳ fand verkauft habe. Der Führer der palästinensischen Revisionisten Dr. Welfgang von W e i s 1 ist am 17. März in Cairo eingetroffen und hat Pressevertretern gegenüber erklärt, er werde in öffentlicher Versammlung Enthüllungen über eine geheime Intri ge machen, die England mit JJilfe Dr. Weizmanns im Orient spinne. * Wie der JTA. telegraphiert wird, ist der Oroßmufti von Jerusalem nach Aegypten abgereist. Es ist interessant, daß der Mufti Palästina gerade während der Anwesenheit Dr. Weizmanns verläßt. Ferner meldet die JTA. aus Jerusalem, in arabischen Dörfern werde eine verhetzende Agitation betrieben, wobei behauptet wird, der ״K ö n f g d e r J u d e n“ sei gekommen, um Jerusalem in Besitz zu nehmen. Die arabische Zeitung ״Al Akdam“ spreche von einem arabischen ״Marsch auf Jerusalem“. Bekanntlich hat jüngst der Unterstaatssekretär Dr. S h i e I s im englischen Parlament erklärt, daß alle Vorkehrungen getroffen sind, um jegliche Ruhestörung am Nebi Musa zu verhüten. Pr, Magnes in Amerika New York, 16. März. (J. T. A.) Dr. J. L. Magnes hat in einer in New York abgehaltenen Pressekonferenz die Grund,• züge einer ״Gesellschaft der FreundederHebräi sehen Universität“, die er zu gründen beabsichtigt, dargelegt. Die Gesellschaft soll ihre Zentrale in New York und Sektionen in allen Ländern haben. Ihre Aufgaben sollen dreierlei Art sein: t. die finanzielle Grundlage der Universität zu sichern, 2. der Universität die Möglichkeit zu geben, die breite Qeffentlichkeit über ihre Existenz und ihre Tätigkeit W unterrichten, und 3. wissenschaftliche Fachgrupp«» ins Leben zu rufen, die durch Korrespondenzabteilungen mit der Hpbrä? ischen Universität jn Verbindung stehen sollen. ־*- Eine Erörterung der politischen Verhältnisse in Palästina lehnte Dr. Magnes mit dem Hinweis darauf, daß er bloß in Angelegenheiten der Universität nach Amerika gekommen sei, kategorisch ab. Schließlich gab Dr. Magnes der Hoffnung Ausdruck, daß nach einer Behebung der augenblicklichen Differenzen zwischen Juden um! Arabern die Hebräische Universität eine starke Frequenz seitens arabischer Hörer aufweisen werde. In Giwath Brenner, der Siedlung bei Rechoboth, in der bekanntlich eine große Zahl von Chaluzim aus Deutschland leben, wurde am 11. März die feierliche Einweihung eines Brunnens vorgenommen, der aus Sammlungen italienischer Juden auf den warnen des verstorbenen Giro Glass gestiftet wurde. (Der Führer des Kibbuz Giwath Brenner,, ist der!italienische Jude Enzo Sereni,) Der Maler Mark Chagall ist ia Palästina eingetroffen und hat ia Begleitung v§§ tJeuM« Stock ia§ Laad b®■ Board olDeputies über MacDonald-Brief London, 16. März. (J. T. A.) Der Jewish Board of Dcputies hat am 15. März unter dem Vorsitz seines Präsidenten G>. E. d'Avigdor Goldsmid eine Sitzung abgehalfen, in der die Palästina-Kommission des Boards ihren Bericht über den MacDonald-Brief vorlegte. Der Vorschlag der Palästina-Kommission, der Board möge im gegenwärtigen Augenblick keine Resolution hierzu fassen, fana einhellige Zustimmung. Im Verlauf der Debatte erklärte J. Bol 10 t ton, er persönlieh könne in dem Brief ׳keinerlei Ursache zur Zufriedenheit erblicken- Er sei der Meinung, daß zwischen dem Weißbuch vom Oktober 103Q ypd dem sogenannten autoritativen Intcrpretarionsbrief kein tatsächlicher Unterschied bestehe. C. Qu. Henriques, einer der Experten der Joint Falesfine Survey Commission, sprach über die der englischen Judenheit dadurch, daß während der Unruhen im Jahre 1929 englische Juden, von denen viele in der englischen Armee gedjent hatten, in Palästina öffentlich entwaffnet wurden, zugefügte ״schwere Beleidigung“. Er bringe der! Gegen? stand zur Sprache, um das Präsidium zu veranlassen, Schritt# zur Erlangung einer Erklärung der Regierung an die e!1glische Judenheit über diese Angelegenheit zu unternehmen. Rabbi Dr. Da ich cs erklärte, das Weißbuch sei ein beleidigendes Dokument gewesen. Der Ministerpräsident habe die beleidigenden Teile des Weißbuches beseitigt und annähernd die Lage, wie sie vor Veröffentlichung des Weißbuches bestand, wiederhergestellt. Redner hoffe, daß die Re? gierung das Mandat in dem Sinne durchführen werde, wie es von jüdischer Seite aufgefaßt wird. Jeder Unparteiische, fuhr Rabbi Dr. Daiches fort, der den Brief des Ministerpräsidenten liest, wird, obwohl dieser Brief nicht zu 100 »0׳ zufriedenstellend ist, sagen müssen, daß durch ihn die Basis für eine Kooperation wiederhergestellt wurde. D. Weizmann (n i c h t Dr. Chaim Weizmann — A. d. Red.) beschwerte sich, daß der Ministerpräsident nicht die bestimmte Erklärung abgegeben habe, daß das Weißbuch zurückgezogen worden sei. Der Redner hofie, daß die Verhandlungen des Board picht den Eindruck erwecken würden, daß irgendeines seiner Mit* gljeder mit dem Briefe des Ministerpräsidenten zufrieden sei. Der Ehrenanwalt der Jewish Agency, Leonard Stein, der als letzter Redner sprach, gab eine Analyse des Briefes des Ministerpräsidenten im Vergleich mit dem Weißbuch. Es sei zu konstatieren, daß der Brief gegenüber den» Weißhuch einen bemerkenswerten Fortschritt darstellt. Was waren, fuhr Leonard Stein fort, die Absichten der Vertreter der Jewish Agency, als sie im Oktober v. J. in Verhandlungen mit der Regierung eintraten? Ihr Ziel war nicht, eine neue Balfour-Deklaratlon zu erlangen, noch hat irgend jemand je-, mals gefordert, der Briet des Ministerpräsidenten solle als neue Balfour-Deklaratlon bewillkommt werden. Auch haben wir als verletzte Partei nicht darauf hingearbeitet, Vorteile auf Kosten der arabischen Bevölkerung zu erlangen. Wir sind, was Immer der Brief des Ministerpräsidenten oder das Weißbuch sagen mag, von der Notwendigkeit über-• zeugt, in Zukunft mit der arabischen Bevöfkerung zu kooperieren. Unsere Aufgabe war es, die ungerechten Beschuldigungen gegen das jüdische Volk hinsichtlich seiner Arbeit in Palästina zu entkräften. Das rieh? tige Mittel zur Prüfung der Frage, ob der Brief des Minister- Präsidenten wertvoll und vorteilhaft ist, ist ein Vergleich seines Inhfftgs mit dem - Mf»!4rw4p11 dp di« Jewish Ageney v.?r• gelegt hat Eine vernünftige Prüfung besteht darin, festzustellen, wie der Ministerpräsident auf die von der Jewish Agency berührten Punkte reagiert hat. Wenn Sie diese Art der Prüfung vornehmen, so werden Sie finden, daß die Resultate, vom jüdischen Standpunkt aus gesehen, keineswegs unbefriedigend sind. Das, wogegen wir protestiert haben, war die falsche Auslegung _ des Mandats und das, was wir gefordert, erwartet und erreicht haben, ist die Rückkehr zur richtigen Auslegung des Mandats. Was die Frage des Bodenerwerbs anbelangt, so hat der Brief des Ministerpräsidenten hinreichend klargestellt, daß kein Verbot des Bodenkaufs beabsichtigt war. Es wird weiter in ihm erklärt, daß während der Durchführung des Landentwieklungsplans ein gewisses Maß von Kontrolle ausgeübt werden soll, ohne daß indessen die Durchführung dieser Kontrolle ein Hindernis für den jüdischen Bodenerwerb bilden wfrd. D!es ist vom praktischen Standpunkt aus außerordeutlieh bedeutsam, Feiner wird ft! deip Briefe des Ministerpräsidenten zt!m erstenmal erklärt, daß eine systematische Untersuchung eingeleitet werden soll, ״un! festzustellen, welche Staats- und ander«« Ländereien für geschlossene Ansiedlipg von Juden verfügbar s|nd oder verfügbar gemacht werden können“. Wir besitzen nunmehr die äußerst wichtige Zusicherung, daß Schritte unternommen werden sollen, um die gesamten Bedenreserven des Landes zu vermesset! und festzustellen, wie sie ohne Beeinträchtigung der übrige!» Bevölkerung für jüdische Kolonisationszwecke verwertet werdet! können. Das ist *einer Meinung nach von höchster Bedeutung. Bezüglich der Einwanderung haben wir verlangt, daß unsere Lage gegenüber der durch das Weißbuch vom Jahre 1922 geschaffenen •nicht verschlechtert werde. Der Ministerpräsident hat unsere diesbezügliche Forderung er* füllt. Es ist nicht so, daß nunmehr die Jewish Agency zu lautem Jubel auffordert. Wir erklären vielmehr: Dem jüdisehen Volk wurde durch das Weißbuch eine sehr schwere Ungerechtigkeit zugefügt. Die Regierung hat dies eingesehen und hat dadurch, daß sie von ihrem ursprünglichen Standpunkt abgegangen ist, einen höchst ungewöhnlichen Schritt getan. Es wäre falsch, nicht anzuerkennen, daß ut!s die Regierung mit großem Wohlwollen behandelt hat. Aber kein vernünftiger Mensch konnte erwarten, daß die Regierung das Weißbuch einfach zerreißet! werde. Schließlich wies Leonard Stein darauf hin, daß der Brief des Ministerpräsidenten als offizielles Dokument bindenden Charakter trägt. George Bernard Shaw, der sich gegenwärtig in Palästina aufhält, hat das in Migdal am Ufer des Tiberias- Sees gelegene Melehetf-Gut besucht, wo er von der Tochter des verstorben«! Lord Melchett, Lady Erleigh, bewirtet wurde. Gemäß einer Mitteilung der Hebräischen Universität Jerusälem hat der Archäologe der Universität, Dr. Sukenik, in der letzten Zeit In der archäologischen Sammlung der russisehen Kirche ir! Jerusalem eine Steintafel entdeckt, auf der in einer aramäischen Inschrift von der U efeerführung der Gebeine des Usia, Königs van Juda, erzählt wird. Die Inschrift ist gut erhalten und gleicht in ihrer Form den jüdischen Grabinschriften aus den letzten £eit«! des zweiten Tempels. Es ist das erstemal, daß auf Inschrittet! die Gräber der Könige Jehudas erwähnt werden. Da das Archiv der russischen Kirche während des Krieges zerstört wurde, ist leider nicht festzustellen, wo die Tafel gefinde!} wurde und wo sich der Ort des Grabes befindet.