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Jüdische Rundschau · 1931-02-24 · Heft 15 (24.2.1931) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 15 (24.2.1931)
Date
1931-02-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 15, 24. II. 1931 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 99 Aus den Gemeinden Berliner Repräsentanten -Versammlung Am Donnerstag, dem 19. Februar, trat die Repräsentanten- Versammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin zu einer Sitzung zusammen, die der stellvertretende Vorsitzende Herr Dr. Alfred Klee an Stelle des erkrankten Vorsitzenden Herrn Geheimrat Dr. J. Stern eröffnete. Vor Eingang in die Tagesordnung sprach Dr. Klee warme Worte des Gedenkens für die in letzter Zeit verstorbenen hervorragenden Mitglieder der Gemeinde, den ehemaligen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Kommerzienrat Gereon S1* in o n , den Vorsitzenden des Wohlfahrt«־ 1111d Jugendamtes und früheren langjährigen Vorsitzenden der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Engen Caspary und Frau Lude Prinz, die Gattin, des Rabbiner Dr. Joachim Prinz. Die Repräsentantenversammlung erledigte ein ungemein reichhaltiges Arbeitspensum. Bei einzelnen Punkten der Tages- Ordnung kam es zu lebhaften Erörterungen grundsätzlicher Art. Lebhaftem Interesse begegnete ein von der Fraktion der Jüdischen Volkspartei angebrachter Antrag, der Vorstand der Jüdischen Gemeinde möge nach dem Muster der von der Essener Gemeinde für nichtjüdische Kreise veranstalteten Aufklärungsvorträge noch in diesem Winter einen ihn• liehen Ainklärungszykfus für Berlin abhalten. Einladungen zu diesen Vorträgen sollen an weite nichtjüdische Bevölkerungskreise, u. a. an das Reichbanner, die freien und christlichen Gewerkschaften gehen, darüber hinaus auch an rechtsstehende Gruppen. Zweck der Vorträge soll sein, darzulegen, daß Geheimlehren im Judentum ebenso wenig bestehen wie — nach all* gemein ethischen Begriffen — unmoralische Gebote des Tal־«!und. Darüber hinaus könnte ein Grundriß der jüdischen Lehre und ihrer Auswirkungen auf die Menschheitskultur unter Berücksichtigung insbesondere der Wirtschaftsethik des Juden■ tums gegeben werden. Der Antrag wurde von Ministerialrat Hans Goslar (Volksp.) begründet, der u. a. auch auf die Bedeutung des Rundfunks für die Aufklärung über jüdische Probleme hinwies. Dr. Kurt Fleischer (lib.) erinnerte daran, daß die liberale Fraktion am 12. Dezember einen ähnlich lautenden Antrag angebracht habe. Die angeregte Aufklärung dürfe sich nur auf rein religiöse Themen erstrecken, während die politische Abwehr anderen Faktoren überlassen bleiben müsse. Als Ort für die Aufklärungsvorträge, die tunlichst an Sonntagen gchalten werden sollen, kämen nur die großen Synagogen in Betracht. Aut Vorschlag von Dr. Klee wurden die Herren Ministerialrat Gaslar und Dr. Fleischer beauftragt, sich zum Zwecke der Vorbereitung dieser Aufklärungsaktion mit dem Gemeindevorstand ins Benehmen zu setzen. Auf Anfragen der liberalen Fraktion bezüglich des Etats für 1931 una der Vorlage einer gemeindlichen Vermögensaufsfcllung gab Dr. Eibogen eine Reihe von Ersparungsmaßnahm en bekannt, die vom Gemeindevorstand getroffen werden sollen. Hierzu regte Herr Moritz Rosenthal (lib.) die Gründung eines Vereins der Freunde der Anstalten der Jüdischen Gemeinde an, dessen Ziel es sein soll, eine Steigerung der Eingänge herbeizuführen. Ferner trat er für Reduktion des hebräischen Sprachunterrichts und Liebernähme der jüdischen Volksschulen durch die Berliner Stadtgemeinde ein. Namens des Gcmeindevorsiandes erklärte Direktor^ K a - r e s k i, die Gemeinde sei bemüht, Ersparnisse durch stärkere Heranziehung der verpflichteten Lastenträger für Waisenpflege und Altersfürsorge zu erzielen. Die Ausgaben für den hebräijenen Unterricht seien nur ganz unwesentlich gestiegen. Bei aktiver Unterstützung durch die Vertreter der Liberalen hätten auch die Verhandlungen bezüglich Gewährung .eines Beiträges für die Schulen der Jüdischen Gemeinde seitens der Stadtgemeinde Berlin einem Abschlüsse näher gebracht werden können. Schließlich sagte Direktor Kareski die Vorlage einer Aufstellung des Vermögens der Jüdischen Gemeinde bei der Sitzung der nächsten Repräsentantenversammlung zu. lieber die Schulfragen entwickelte sich nun eine längere Debatte, in der Rosenthai "den Standpunkt vertrat, es müsse nicht auf die Gewährung eines Zuschusses seitens der Gemeinde, sondern aut eine Uebernahme der Schulansfalten durch diese hingewirkt werden. R.-A. Dr. Kol- I en sch e r (Vorstand) erklärte, die Stadt habe es bisher strikte abgelehnt, die Schulen zu übernehmen, es sei auch nicht zu erwarten, daß sie sich späterhin dazu bereit erklären wird, da sie gesetzlich hierzu nicht verpflichtet ist. Wohl aber bestehe die Möglichkeit, für die Schulen das Oeffentlichkeitsrerht und entsprechende Beiträge seitens der Gemeinde zu erlangen An der Aussprache beteiligten sich noch Ministerialrat Goslar, Direktor Guttmann u. a. m. Neben Beihilfen für verschiedene Zwecke wurde der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden eine Subvention von 15000 M. bewilligt. Ferner wurde der Kostenanschlag für die innere Einrichtung und die Terrain- und Oartenanlagen des Altersheims in Schmargendorf zur Kenntnis genommen. Am Schluß der Sitzung gab cs anläßlich einer Anfrage der liberalen Fraktion über den Stand der eingebrachten W3 111 p r o t e s t e eine lebhafte Auseinandersetzung, in der von liberaler Seite der Jüdischen Volkspartei der Vorwurf gemacht wurde, daß sie nach der letzten Wahl Wahlproteste eingebracht habe, obwohl Dr. Klee im Jahre 1926 es als unvereinbar mit dem jüdischen Selbstbewußtsein bezeichnet habe, in jüdischen Angelegenheiten die Intervention Außenstehender in Anspruch zu nehmen. Demgegenüber erklärte Dr. Klee, daß die Wahlproteste nicht von der jüdischen Volks- Partei ausgegangea seien. Während der zeitweilig äußerst stürmisch verlaufenen Debatte kam auch die Frage der Finanzierung eines Lehrstuhls an der Hebräischen Universität in Jerusalem durch die Jüdische Gemeinde zur Sprache. Die Liberalen kündigten att, daß sie in der kommenden Periode die Einschränkung des Schulwerks und die Streichung der Ausgaben für den Lehr- Stuhl an der Hebräischen Universität durchsetzen würden, während von seiten der Vertreter der Jüdisehen Volkspartei darauf hingewiesen wurde, daß die Finanzierung des Lehrstuhls an der Universität Jerusalem auf Grund einer Parteienvereinbarung vom Gernemdevorstand einstimmig beschlossen wurde und keinesfalls bloß für eine einzige Legislaturperiode gedacht war. * Dortmund. Für die Landesverbandswahlen war in der Provinz Westfalen ein Kompromiß zustandegekommen, nach welchem die Liberalen vier, die Jüdische Volkspartei zwei Verbandsdeiegierfe erhielten. Für die Ratswahlen wurde eine Vereinbarung nicht abgeschlossen. Die Liberalen lehnten die Forderung der Volkspartei, Ihr den ersten Stellvertreterposten für den Rat zu bewilligen, ab und besetzten Hauptsitz und Stellvertreter nur mit Liberalen. Darauf stellte die Jüdische Volkspartei eine Gegenliste auf. Da in ganz Westfalen nur eine einzige Gemeindevertretung, Bielefeld, durch Verhältniswähl zustandegekommen und auch diese Gemeinde überwiegend liberal vertreten ist. fiel die valksparteiliche Liste bei der Farce des Ratswahlrechts selbstverständlich vollkommen aus. Das liberale Verhalten deckt sich nicht mit den Beteucrungen des Herrn Dr. Bärwald auf der letzten Tagung des Landesverbands über die Berücksichtigung der Minderbeiten bei den Ratswahlen. Recklinghausen. Wir mußten uns wiederholt mit den merkwürden Zuständen in der Synagoge.ngcmande Recklinghausen, deren Vertretung ausschließlich liberal ist. befassen. Im vongen Jahr siegten bei der Gemeindewahl die Liberalen auf Grund des Mclirhcifswahlrechts mit einer Majorität von nur vier Stimmen. Es wurde Protest erhoben, worauf die Regierung von der Gemeinde die Einführung des Verhältniswahlrechts verlangte. Bei der Regierung wurde geltend gemacht, daß das Wahlergebnis durch unlautere Machenschaften des Predigers Horowitz, Vorstandsmitglied des C. V., herbeigeführt worden sei. Horowitz ist ein fanatischer Zionisten- und Ost- Judenfeind, Nun versendet die jüdisch-konservative Verein!- gütig, Ortsgruppe Recklinghausen, einen Offenen Brief an Horowitz und den Vorstand der Gemeinde, in welchem diesem FeTscrgcr eine große Reihe schwerer, strafbarer Verfehlungen zum Vorwurf gemacht und dem Gemeindevorstand vorgehalten wird, daß er trotz Kenntnis dieser Dinge jedes Einschreiten gegen Horowitz abgelehnt habe. Auch das Wahlergebnis der letzten Wahl soll nach dem Offenen Brief durch strafbare Handlungen herbeigeführt worden sein. Wegen dieser Vorgänge waren bereits seit längerer Zeit eine Anzahl Gcmeindemitglicder aus der Gemeinde ausgetreten. Der letzte und grüAte )uditclic GegeligcnaEtsball der Saison BEN BERLIN spielt 8. März, Marmorsaal Großes Tanzfournler Karten *um Preise von 5.— M. im Büro der B. Z. V! Berlin W 15, Meinekestraße 10 / Telefon: Bismardc 7165. Tiscbreservierungen werden diese Woche noch angenommen. Zionistischer Gruppen verband Rechtsrhetnland und Westfalen. Aus Duisburg wird uns geschrieben: Herr Alexander Adler, Mitglied des Geschäftsführendeil Ausschusses der Z. V. f. D. una Vorsitzender des deutschen Misrachi, bereiste in der Zeit vom 4. bis 15. Februar den Bezirk des Zionistischen Gruppenverbandes Rechtsrheinland - Westfalen. Herr Adler sprach in öffentlichen Versammlungen, die teilweise von den Zionistischen Ortsgruppen allein oder zusammen mit dem Misrachi, teilweise auch vom Verband ostjüdischer Organisationen oder der Nationalfonds-Kommission veranstaltet waren, in Gelsenkirchen, Herne, Oberhausen, Essen, Duis* bürg, Hagen, über ״Jüdische Jahresbilanz". Er gab einen Ucberblick über che Lage der Juden in den verschiedenen Länder 11, die Auswirkungen des Antisemitismus sowie der Dezimierung des Judentums durch gewaltsame Einschränkung der kulturellen und religiösen Betätigung, z. B. in Sowjet-Rußland, sowie der Assimilation in den judenarmen Ländern, wie den nordischen. Ein Ausweg aus dieser allgemeinen Judennot biete nur Erez-Israel, das aber nur dann in Wahrheit ein jüdisches Zentrum sein könne, wenn nicht nur die immerhin kleine Masse der Zionisten, sondern das gesamte Judentum hinter dem Aufbau stehe. Nur in Erez-Israel bestehe die Möglichkeit, ein in sich ausgeglichenes, innerlich freies Judentum auf der Grundlage des jüdischen Gesetzes zur Entfaltung zu bringen, hier könne eine Synthese zwischen modernem europäischen Sozialismus und jiidisch-gesetzlicher sozialer Anschauung geschaffen werden. Die Erneuerung jüdischen Lebens in Erez-Israel auf dieser Grundläge würde belebend und ermutigend auf die jüdische Welt außerhalb des Landes wirken und es ihr ermöglichen, ihr Judentum weiter zu tragen. Die Ausführungen von Herrn Adler fanden in den duraiweg gut besuchten* Versammlungen einen starken Widerhall. Fast überall kam es zu lebhaften Aussprachen, an denen sich auch Nichtzionisten interessiert beteiligten. In HagenundHerne,wo bisher eine konzentrierte zionistische Arbeit nicht geleistet wurde, beschloß man zu versuchen, an die Organisierung einer solchen Arbeit heranzugehen. Ebenso wurde beschlossen, die Arbeit für den KKL aufs intensivste zu forderen. Herr Adler sprach ferner in Duisburg und Hamborn vor einem internen zionistischen Krds, in dem er eingehend über die gegenwärtige zionistisdie Politik und die Lage, wie sie sich vor dem Kongreß ergibt, beriditete. Auch hier hatte man den Eindruck, daß eine solche Information von Zionisten durchaus notwendig und fruchtbar ist Leider lesen nicht, alle Zionisten die ״Jüdische Rundschau“ und sind nicht so über* die Dinge informiert, wie es eine intensive zionistische Arbeit verlangt Aber auch denjenigen, die Gelegenheit haben, sich mit diesen internen Dingen bekannt zu machen, gibt eine solche Aussprache neuen Schwung für ihre Arbeit Herr Adler nahm ferner Gelegenheit, mit den Vertretern des Misrachi an den verschiedenen Orten zu verhandeln und zu versuchen, auch in dieser Hinsicht Im Bezirk bestehende Möglichkeiten auszunutzen und neue Wege zu finden. In Essen sprach Herr Adler im Rahmen des ״Oneg Schabbath“ des Zeire Misrachi über die Devise ״Thora Waawodah“. Arbeit und Thora könne man nur dann als gleichberechtigt nebeneinander nennen, wenn man von dem Grundgedanken ausgehe, daß nur durch Arbeit die Thora in Ihrer Gänze zur Erfüllung kommen könne. Ke Veranstaltung war von etwa 50 Jugendlichen und 30 älteren Misrachisten besucht, die mit hebräischen Gesängen den Sabbat in den Alltag hinübergeleiteten. Wir glauben, daß die Tournee des Herrn Adler in unserem Bezirk gut und nutzbringend gewesen Ist und der Arbeit im Rheinlana und Westfalen weiter geholfen hat. Bei der in Nr. 14 der ״J. R “ erschienenen Rezension der hebräischen Uebersetzung von Herzbergs ״Jüdische Familienpaplere“ ist versehentlich der Name des Verfassers, Dr. Wolf Rapaport, wcggebltebcs. Briefe an die Redaktion Zu der in Nr. 12 der ״J. R.“ abgedruckien Notiz 2״ i o n i s - musinderLult“ erhalten wir eine Zuschrift, der wir 101• geades entnehmen: Was können Flugzeuge für Palästina be - deuten? Der Flugzeugverkehr dient dem Schnriltransport von Personen und Güten! und hat in den letzten Jahrzehnten eine enorme Bedeutung erlangt. Wenn cs uns gelänge, ein .Luftverkehrsnetz im Orient von Palästina aus zu schatten, so wäre das eine zionistische Tat allerersten Ranges. Vorläufig sind wir aber noch nicht so weit, und mit fünf Flugzeugen kann kaum auf einer Strecke ein regelmäßiger Flugdienst versehet» werden. Was die fünf Flugzeuge bedeuten sollen, ergibt sidi aus ihrer Bestimmung. Sie sind für den Brith Trumpeldar, einen lugendbund, bestimmt. Da sich unter den Angehörigen dieses Bundes, ja überhaupt im Jischuw, ausgebildete Flieger kaum befinden dürften, wird eine Fhtgsebuk einzurichten sein, auf der die Flugschüler zu Piloten, Funkern, Mechanikern usw. ausf.r,-. י-י ■>..•<׳-* ■ _ haben. Wer gibt ״Haare*" das Recht, im Namen de« Jfisebuw tu erklären, daß ״das jüdische Palästina an diesen Flugzeugen keinerlei Interesse hat und sie nicht braucht?“ Kann man s»cH angesichts der Haltung dies® zum Regierungsblock der Zionisnschen Organisation gehörigen Blattes gegenüber einer in allen Kulturstaaten anerkannten Sportart noch wundem, daß der f' ‘ ' ’.’ ־•’—' J‘1—־1יי--,-••” ־-י-- ist? Wer hat vorzuschreiben, ob und welche Sportarten in Palästina betrieben werden? , Die Gründe, die ״Haarez" zu seiner Haltung bestimmen, sind durchsichtig. Man wittert militärische Tendenzen! Die fünf Flugzeuge werden (in der deutschen Ueber• Setzung) als ״Luftflotte" (!) bezeichnet. Man tut so, als wüßte man nicht, daß diese Flugzeuge keine Kampfflugzeuge seien (denn den Bau und Betrieb solcher hätte Polen und die Mandatsregierung nie gestattet!) und will den Anschein erwecken, als könnten die erbauten Flugzeuge Bomben werfen! Zitiert wird, daß von ״Wettkampf nra die Herrschaft in der Luft" gesprochen werde und verschwiegen wird, daß nur ein wirtschaftlicher Wettkampf gemeint sein kann. Lange Jahre hat der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in Deutschland, der gewiß nicht im Geruch militaristischer Gesinnung steht, die Segelfliegern mit Erfolg betrieben. Um Bomben zu werfen? Der Flugsport ist ein Körper und Geist ungemein stählender, Mut und Geschicklichkeit erfordernder Sport Der Plan, fünf Flugzeuge nach Palästina zu schicken, ist ein glückhafter und begrüßenswerter! Referendar Hans Eger (Kampfmannschaft des Bar Kochba Berlin). Ortsgruppen Gruppe Ost. Ueber die ״zionistische Situation nach der A.-C.-Sitzung“ sprach Herr Dr. Bi 1 es kl in einer Versammlang der Gruppe Ost der B. TL V. am 5. d. M. Nach einer kurzen Wiedergabe des Sitzungsverlaufs besprach Redner das Ergebnis der Verhandlungen mit der englischen Regierung. Nunmehr wird die Zionistische Organisation alle Ihre EaerÄn auf die Einigung mit den Arabern konzentrieren müssen. Der auf einer Versammlung der B. Z. V. geäußerten Ansicht Gold« m ann s, daß die Diskussion über die letzten Ziele unserer Bewegung innerhalb der Organisation aufhören müsse, trat Bileski entschieden entgegen. Nie wird eine Einigung mit den Arabern zustande kommen, wenn wir ihnen nicht offen und ehrlich unser Endziel darlegen. Innerzionistisch bleibt als wichtigstes Ziel der Neuaufbau der amerikanischen Organisation, der es bis heute nicht gelungen ist, die große jüdische Masse Amerikas wirklich zu erfassen. Alle Zionisten sollten auch bestrebt sein, möglichst viel Privatkapital für Palästina zu interessieren, denn wir sehen in letzter Zeit, daß Palästina auch für nicht jüdische Kapitalisten interessant wird. Was die Neubildung der Exe« kurive anbetrjfft, erklärte sich Redner für eine ״Große Koafi* tion“. Nach einer kurzen Erwiderung auf eine revisionistische Diskussionsrede schloß die Versammlung. Beuthen, O.-S. Am 8. Januar fand in den Räumen der Loge eine wohlgelungene Chamischah Assar B'Sehwat« Feier des hiesigen Jüdischen N.-F. statt Dr. Fränkel begrüßte die Erschienenen, worauf Rabbiner Dr. Melchior einen formvollendeten Vortrag über Ursprung und Sinn des Chamischah Assar hielt. Wohlverdienter Beifall dankte den Redner. Reichen Applaus fanden die in gewohnter meisten• hafter Weise vorgetragenen hebräischen und jüdischen Lieder des Herrn A. Przysuclier, Oberkantor der konservativen Gemeinde. Herr D. Drenger umriß in kurzen Zügen die Ziele des KKL und richtete einen dringenden Appell an alle Anwesenden, des KKL bei allen Gelegenheiten zu gedenken. Zu dem darauf vorgeführten Film gab Herr Hirsenmann die nötigen Erklärungen. ־— Nachmittags hatte ein stark besuchtes Kinderfest stattgefunden, ebenfalls mit Film. Die Damen der hiesigen Wizogruppe hatten in dankenswerter Weise die Vorbereitungen und Leitung dazu übernommen und trugen viel zum Gelingen des Nachmittags bei. Magdeburg. Am 12. Februar sprach bei uns im Rahmen der Zionistischen Ortsgruppe Herr Dr. Werner Bloch über das Thema ״Die zionistische Situation nach der A.-C.־Sitzung“. Herr Dr. Bloch beleuchtete die Lage sowohl außenwie innenpolitisch und berichtete insbesondere über die günstige außenpolitische Wendung der Verhandlungen der Exekutive mit der englischen Regierung über die Modifizierung des Weißbuchs. Innenpolitisch wies er auf die erfreuliche Annäherung der zio nistischen Parteien mit Ausnahme der Revisionisten hin. Seine sehr instruktiven und temperamentvollen Hinweise fanden in der Versammlung lebhaften Beifall. Plauen i. V. Am 18. Februar spracli in einer Versammlung int Gemeindehaus Herr Pollack (Berlin) über ״Herzl und die jüdischen Leistungen in Palästina". Obwohl allen der Schöpfer unserer Idee und sein Wirken bekannt ist, verstand es der Redner alle Versammelten eine ganze Stunde lang über das erste Thema in höchst gespannter Aufmerksamkeit zu halten. Im zweiten Teile seiner Rede schilderte Herr Poilack ausführ־ lieh unsere Leistungen in Palästina, wie Bodenkauf, Ansied־ lung, Einwanderung, sanitäre Leistungen usw. In der freien Aussprache gab du nichtjüdischer Zionistenfreund seiner Verwunderung Ausdruck, daß der KKL nicht die ausreichende Unterstützung aller Juden findet, wo doch der Aufbau Palästinas eine Notwendigkeit für alle ist. Nach der Versammlung sprach Herr Pollack im engeren Kreise über den KKL. wobei er mit Nachdruck auf die Wichtigkeit dieser Fonds und wie auch au! die Pflicht eines jeden Zionisten zur «netmüdlichen Arbeit für dieselben hin wies. Die Anwesenheit des Herrn Poilack in Plauen wird für die Ortsgruppe und auch für den KKL von Nutzen sein. m.

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