Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1931)
- Date
- 1931-01-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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GERMANIA JUDAICA Kölner Bibliothek wa QweMekt® d«e dautaratai ludontum■ C hftMANf JUIja U׳^ Die Konferenz der englischen Zionisten 10 - M Einzelnummer 0^3 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dien* tag uJFreitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark״ A<usl8n4s«bmm«me»e1 werdtm in der Wahrang der einzelnen Lind«(!׳ bayedme*. Axtxwfera&im*'. ® f**P* Notkpareilleml« 0.50 GUM. Staöetigamichc 0,25 Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltungt Jüdische Rundschau G.m.b.H״ Berlin W15, Meinekeatr.lO. Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. AjuddfeaachhiSt Diaostag und Freitag nachmittag« 4Uhr Peataebcek « Konten ז Berlin 17397, Baael V 9355* Bugrad 68052, Brfkaal 39435, Budapest 59693, 1973, Hui 140470. Prag 59410, Riga 4135, 6nn»bw* 164.30, Warschau!90708. Wies 1560m Bank *Konten: Darrastadteor« und Nadcmalbaak, Depositen * Rasa» Berlin, KuTfürsieadami® 52; Baoca de Ern, Cernauü CRuminieo); Anglo Palestioe Go, ha Haiia, )«rusalem, *Fel-Aviv. Nummer 1 | Berlin, 6. L 1931 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״ו טבח חרצ״א | xxxvi. jahrg. Per Zionismus erstreb« Wr das IQdlsche Volfc die Schäftung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Paligtlna. ״Baseler Programm,‘* Akfions• Comife einberufen Für den 14. Januar •י— Schwere Finanz« und Wirtschaftskrise Pie Zionistische Exekutive hat ta Einvernehmen mit dem Präsidium des A.-C. für den 14. Januar das Zionistische Aktjons-Comltd zu einer außerordentlichen Sitzung nach London einberufen. Es wird betont, daß die Sitzung sich aus• schließlich mit der schwierigen finanziellen Position in Palästina beschäftigen soll. Mit den schwebenden politischen Verhahdlangen hat die Sitzung offenbar nichts zu tun, da Mitte Januar noch keineswegs klare Ergebnisse dieser Verhandlungen vorlegen werden. * . . ׳ Pie schwere finanzielle Krise in Palästina und in der ganzen zionistischen Arbeit hat sich bereits seit Monaten drohend angekündigt, wurde aber durch die das ganze Interesse beanspruchende politische Protestbewegung und Diskussion so überschattet, daß die meisten Zionisten nicht erkannten, wo — ganz unabhängig von allen politischen Fragen — die wahre Oefahr für die Kontinuität des zionistischen Aufbauwerkes liegt. Die schwere Wirtschaftskrise, die die ganze Welt erfaßt bat, konnte naturgemäß auch Palästina und die zionistische Arbeit nicht auf die Dauer verschonen. Indirekt haben wir die Folgen dieser Wirtschaftskrise bereits früher zu spüren bekommen, indem nämlich besonders der arabische Teil der palästincnsischen Bevölkerung durch den katastrophalen Preissturz der landwirtschaftlichen Produkte in eine akute Notlage versetzt wurde, die das ganze Problem des palästinensischen Bauerntums, das Fellachenproblem, zum erstenmal in seiner ganzen Schärfe aüfrolite. Die Regierung hat eine Kommission zum Studiuth der Lage der palästinensischen Landwirtschaft eingesetzt, die spgenannte Johtison-Crosbie-Kommissiott, deren Bericht gerade jetzt veröffentlicht wurde und große Aufmerksamkeit auch von unserer Seite verdient. Diese Zuspitzung der Ökonontise len Lage des Fellachen hat die Empfehlungen von Simp- ״•cm und dästjt äueft die Abfassung des Jetzt«! britische» ■?l'tiS• buche» sehr^stark beeinflußt. Wenn von dieser Seite her die 'Wirtschaftskrise.Jbcrejts eine Bedrohung der jüdischen Aufbam mSgl^^pjfen jbraebte, •50, mußte nochmehr damit gerechnet werden,; ־■(fa^ die direkten Schwierigkeiten infolge Aüsblribens der für den jüdischen Teil der Wirtschaft.heute noch* erforderlichen Zuschüsse aus dem Ausland sich zusehends steigern werden. Wir haben wiederholt auf diese Gefahr hingewiesen, die sich vor allem aus der Depression in Amerika ergab. Amerika hat seinen Anteil am Keren Hajessod-Budget so gut wie überhaupt nicht ged eckt. Die Zionistische Exekutive in Palästina hat von Monat zu Monat die immer kompli- Mifc Szolds 70. Geburtstag Ende Dezember feierte Miß Henrietta Szold ihren 70. Geburtstag. Was Miß Szold als Führerin der jüdischen und ziom'stischen Frauenbewegung, als Schöpferin der, Hadassah, als Leiterin des palästinensischen Gesundheits- und Wohlfahrtswesens, als Mitglied der Zionistischen Exekutive und Leiterin des Erziehungsressorts, was sie vor allem als ethische Personlichkeit und als ein Mensch von vornehmster Gesinnung, erlesener Bildung und seltenem inneren Reichtum, für das jüdische Volk und die zionistische Bewegung bedeutet, ist in der ״Jüdischen Rundschau״ bei vielen Gelegenheiten und ganz unabhängig von äußeren Anlässen wiederholt gesagt worden. Was ihren 70. Geburtstag betrifft, so ist der ״Jüdischen Rundschau־‘ das Mißgeschick passiert, ihn um ein Jahr zu früh zu begehen. Irregeführt durch ein Telegramm aus Jerusalem, haben wir bereits vor einem Jahre, in der Nummer vom 20. Dezember 1920, Miß Szold zu ihrem 70.. Geburtstag beglückwünscht und ihr Wirken gefeiert. Es wäre geschmacklos und gewiß nicht im Sinne der Jubilarin, wollten wir das damals Gesagte nun nochmals wiederholen. Aber wir können doch den wirklichen 70. Geburtstag von Miß Szold nicht ohne eine Kundgebung der Verehrung für diese zionistische Führerin vorübergehen lassen, fm vergangenen Jahre ist Miß Szold leider aus der obersten Leitung der Jewish Agency ausgeschieden. Es ist auf das tiefste zu bedauern, daß es aus äußeren organisatorischen Gründen dazu kommen mußte, gerade diese Frau, deren mensehliehe Qualitäten in dem engen Kreis der leitenden Figuren Palästinas von besonderer Bedeutung waren, aus der Leitung scheiden zu lassen. Aber׳ noch nach ihrem Rücktritt hat sie unermüdlich zionistisch weitergearbeitet, und bei der Londoner Aktions-Comitd-Sitzung 1930 war ihr faszinierendes, von glühendem zionistischen Optimismus getragenes Auftreten geradezu das Ereignis der Tagung. Wir können Miß Szold und uns zu ihrem 70. Geburtstag nichts Besseres wünschen, als daß sie noch lange Zeit in ihrer ungebrochenen Kraft das jüdische Völk und die. Menschen, mit denen sie zusammenkommt, durch ihr Wirken beglücken möge. ■ Zum 70. Geburtstag von Miß Henrietta Szold veröffentliehen sämtliche jüdischen Institutionen in Palästina eine Glückwunschadresse an die Jubilarin, die lautet: ״Henrietta Szold, Lehrer und Fühferta In Israel, entbietet die Judenheit Palästinas zu ihrem 70. Geburtstag herzlichen Segenswunsch In Verehrung und Bewunderung ihrer während eines Menschenaltersgeleisteten großen und selbstlosen Arbeit zierter werdende Finanzlage aufrechtzuerhalten versucht in der Hoffnung, daß das Galuthjudentum doch noch seinen Erez- Israel gegenüber übernommenen Verpflichtungen wenigstens teilweise nachkommen wird. Allmählich aber scheint die durch Nichtdeckung des Budgets entstandene Lage unhaltbar geworden zu sein. Es wird jetzt gemeldet, daß die Palästina- Exekutive mit einem radikalen Abbau eingesetzt hat. Wenn man jedoch nicht nur das rein fiskalische Moment im Auge hat, muß man erkennen, daß ein solcher Abbau gleichzeitig sehr bedenkliche Folgen für das Wirtschaftsleben in dem kleinen Palästina haben muß. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit erhebt seinen drohenden Schatten. Diese wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, so sehr sie nur eine Begleiterscheinung allgemeiner Weltentwicklungen sind und so sehr heute jedes Land, sogar die geordnetsten Staaten, mit ähnlichen Probiemen zu kämpfen haben,• müssen doch in diesem Moment auch für die politischen Fragen von nachteiliger Wirkung sein. Alle diese Ueberlegungen mögen die Exekutive veranlaßt haben, das Aktions-Comitd beschleunigt einzuberufen, um die Verantvvortung für die erforderlichen Maßnahmen mit einem größeren Gremium zionistischer Repräsentanten zu teilen. Die Einberufung des Aktions-Comitds, das erst vor knapp zwei Monaten versammelt war, war sicherlich kein leichter Entschluß, zumal auch die Kosten einer Aktions-Comitc-Sitzung bei der angespannten Finanzlage ins Gewicht fallen. Aber es ist nur gerecht, wenn die Exekutive, der die Bewegung die Mittel für ihre Arbeit verweigert hat, dem den Kongreß repräsentierenden Ausschuß die Verantwortung zusdtiebt. In diesem Zusammenhang wurden — was ja nahe liegt — auch Gerüchte über eine geplante Verschiebung des Kongresses laut. So sehr wir verstehen, welche gewichtigen Argumente gegen die Abhaltung des Kongresses in diesem Moment sprechen,• so würden wir doch eine Verschiebung des Kongressesfüreinen seh r sehw erenFehler halten. Die zionistische Atmosphäre j&t {jeute •bereits so mit Zündstoff geladen, die Desorientierung durch eine systematische falsche Information über• die* grundlegenden Tatsachen hat so erstaunliche Fortschritte gemacht, die Vertrauenskrise nimmt angesichts dieser Umstände so groteske Formen an, daß nur ein Kongreß, der eine neue Leitung wählen muß, imstande ist, die Atmosphäre zu klären. Wir sind überzeugt, daß auch das Aktions-Comite dieser Meinung zustimmen wird, und vor allem müßte die Exekutive es sein, die trotz aller Bedenken auf der Abhaltung des Kongresses besteht. für die Sache der jüdischen Wiedergeburt. Möge es ihr ver* gönnt sein, ihr hohes Streben verwirklicht zu sehen und möge sie in Erez-Israel noch viele Jahre in der ersten Reihe der Erbauer des neuen Zion stehen.“ Die Adresse ist von der Leitung der Jewish Agency und der Zionistischen Exekutive, dem Nationalrat der Juden Palästinas, den Direktorien des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth, der Leitung der Pica und 33 anderen jüdischen Institutionen und Organisationen gezeichnet. Her Palästina-Drive in Amerika New York, 30. Dezember, (j. T. A.) Die Führer der Jewish Agency in Amerika haben für den '23. Januar eine Konferenz einberufen, auf der ein Plan für die Durchführung des amerikanischen Palästina-Drives entworfen werden soll. Der neue Drive wird zum erstenmal unter der selbständigen Leitung der Jewish Agency und ohne Verbindung mit Sammelaktionen für andere Zwecke und Organisationen durchgeführt werden. Zum xun. zionistenKongreB Uerscnieüung des tttahitermins in Deutschland Bekanntmachung Nr. 4 1. Da die Zionistische Exekutive den Stichtag um eine w eil e r e Woche verschoben hat, ergeben sich folgende Ver- Inderungen der in den früheren Bekanntmachungen angegebenen Termine: a) Die Kongreßwählen in Deutschland finden am Sonntag, dcm 1. Febr uar , statt. Wahlen vor oder nach diesem Termin sind ungültig. b) Die Wahlvorschläge müssen spätestens am 21. Januar, nachmittags 6 Uhr, bei -der Hauptwahlkommission eingehen. c) Alle übrigen in der Wahlordnung (״Jüdische Rundschau“ Nr. 98) und in den früheren Bekanntmachungen angegebenen Termine werden um eine Woche prolongiert. 2» Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß die Zusammensetzung der Ortswahlkommissionen und deren Adresse unverzüglich der Hauftwahlkommission mitzuteilen ist. Oie Hauptwatilkomtission tur die weinen zum um ZionistenKongreB in Deutschland Rosenbliith. Lord Melchett Von Paul Goodman, London. Alfred Moritz Mond, oder wie er später benannt wurde, Alfred Baron Melchett of Landford, war• wahrend der letzte« Jahre. eine der markantesten Persönlichkeiten Englands. * Er war ein Industriemagnat ersten Ranges, der es mit den großen amerikanischen Industriellen aufnehmen konnte, und war dabei ein hervorragender Politiker, der verschiedene bedeutende Aerntet in der britischen Regierung bekleidete. Als Schöpfer und Leiter der Imperial Chemical Industries, mit einem Aktienkapital von £ 95 000 MO, stand er unvergleichbar da, und ׳es war fürwahr keine Eitelkeit seinerseits, wenn seine Züge ׳eingemeißelt wurden, in die Fassade des. Riesengebäudes dieser Gesellschaft, das gegenüber der Themse, unweit des Pariaments und der Westminster Abtei, eine Sehenswürdigkeit ist. Aber es ist gar nicht abzusehen, wie weitreichend und vielverzweigt sein Einfluß auf die industrielle Entwicklung des ganzen britischen Weltreichs war. Dabei war er Politiker, man könnte fast sagen vom Beruf. In früheren Jahren war er sehr eng mit Lloyd George befreundet und galt als einer seiner Hauptstützen. Als Minister, besonders während der schwierigen Nachkriegszeit, wo die Liberalen als Zentrum einen schweren Stand zwischen den Rechten und Linken hatten, hatte er dem gemäßigten Fortschritt unermeßliche Dienste geleistet, in dieser Hinsicht war er als der gefährlichste Gegner des wachsenden Sozialismus anerkannt. Aber es vollzog sich in ihm eine Wandlung, als er, ein leitender Freihändler, von diesem Dogma des englischen Liberalismus abzuweichen begann. Zum unverhohlenen Aerger Lloyd Georges verließ er die Liberale Partei und schloß sich den Konservativen an. Aber, unbekümmert um Parteiinteressen, wurde er einer der Vorkämpfer der ökonomischen Einheit des britischen Weltreiches, die in den Presselords Rothermere und Beaverbrook die lautesten Streiter im Kampf gefunden hat. Dabei war er dennoch der hervorragendste Befürworter einer Verständigung zwischen den Arbeitgebern und den Arbeftermassen, dje in der sogenannten Moad-Tumer-Konferenz über industrielle Reorganisation und industrielle Verhältnisse ihre Verkörperung gefunden hat. Für die jüdische Welt hatte aber dis industrielle. und pölitikhe Tätigkeit Lord Melchetfs ebensowenig direktes Interesse als, sagen wir, die von Walter Riflueflgß. ׳ f^s ja *eine ganz bedeutende Anzahl genialer *Menschen ,*jüdischer. Abstammung, aber nur;ganz selten genießen* wir* die ־'Vor* teile sowie die unumgänglichen Nachteile, die ׳sie* uns bringen. Das Geschick war uns, sowie ihm günstig, denn Alfred Mond fand im Zionismus den jüdischen Idealismus, der ihm seinem Volke wiedergab. Das Wie und Wann ist in ein seelisches Dunkel gehüllt, aber bei einem Mann mit einem furchtlosen Geist wie er es war, würde man in den Tiefen suchen müssen, um die Beweggründe seiner jüdischen Empfindüngen aufzudecken. Mit seinem Verhältnis zum Judentum hatte es in der Vorkriegszeit eine eigenartige Bewandtnis. Er war der Sohn des bedeutenden Chemikers Dr. Ludwig Mond, eines deutschen Juden, der mit dem christlichen Schweizer Sir John Brunner die chemische Fabrik Brunner, Mond & Co. begründete. Ludwig Monds Verhältnis zum Judentum wurde letzten Endes nur dadurch bezeugt, daß er in einer Familiengruft an einem interkonfessionellen Begräbnisort (wo jetzt auch Lord Melchett bestattet ist) nach jüdischem Ritus beerdigt wurde. Alfred Mond hatte offenbar keine Beziehungen zur jüdischen Gemeinde. Er heiratete eine Frau, die, obwohl jüdischer Abstammung (sie war eine geborene Goetze), dennoch Christlieh erzogen und gesinnt war. In einem Lande wie England, wo die Taufe unter den Juden weder Anklarig findet noch gesellschaftlich notwendig ist, konnte Mond sich im öffentlichen Leben betätigen, ohne irgend ein religiöses Bekenntnis abzulegen. So war es möglich, daß er in seinem Wahlkreis Swansea sich nicht der jüdischen Gemeinde anschloß, aber dennoch Vorsitzender des lokalen Zweiges der Anglo-Jcwish Association wurde. Er hätte aber ebenso Vorsitzender irgendeines ahderen Vereins christlicher Art sein können. Die jüdische Gärung kam mit dem Ausbruch des Weltkrieges, obwohl seine endgültige Wandlung ihm damals noch ganz fern gelegen sein mußte. Denn wenn er auch in England gebürtig und leitendes Parlamentsmitglied war, so war Alfred Moritz Mond dennoch kein vollblütiger Engländer, weder dem Namen nach, noch seinem Aussehen und seiner Aussprache. Es war ein eigentümliches Verhängnis dabei. Es muß den deutschen Antisemiten sonderbar erscheinen, daß ihre Auffassung über die Minderwertigkeit der Juden mit verzweifelter Aehnlichkeit von den englischen und anderen Verbündeten auf die Deutsehen angewandt Wurde. Es war somit die Ironie der Geschichte, daß es einst eine Zeit gab, wo in den fortgeschrittensten Ländern das Judentum über das Deutschtum den Vorrang hatte. Alfred Mond war niemals ein Deutscher gewesen, weder innerlich noch äußerlich, und während des Krieges konnten etwaige latente Sympathien mit Deutschland sich gar nicht behaupten. Wenn seine Aussprache des Englischen, die deutsch-girtterale Stimme, die den König Eduard VII. aus- Zeichnete, hatte, so war er in dieser Beziehung in der höchsten englischen Gesellschaft. Er hatte jedoch ein auffallend, ja übertrieben jüdisches Aussehen, aber unter den Walltsern seines Wahlkreises gereichte ihm das nicht zum Nachteil. Dieses kleine, bibelfeste Völkchen konnte Sympathien hegen für einen Mann, der weder Engländer noch Deutscher, aber einfach Jude war. Im Grunde genommen, das war ja eben Alfred Mond. Die Umwälzung, die 1:11 englisch-jüdischen Leben sowie in den allgemeinen jüdischen Aussichten während des Krieg« llllll[llillllllll!lllllllllllllllllllll[IMI:llltlilllllllilllllllilln1l|[|l!lllll[lllllll[lllll!lllllllllll:llllllll[l|||l[|IIIIMIIIIIIIIIIIIIIMIIllHIIIHIIlnMliimillllllllllllllllllllllllltll[ll|[|llllllllllli!lll|l|lli:1lll|1|il[|IIIIMII;IB|||l!ll!llll|;;n1[|1|llllllilllll!l:[ll|ll[lli|l|l;l|;|llt;[||l||l||i:|||