Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 99 (16.12.1930)
- Date
- 1930-12-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 672 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 00, 18. XIL 1930 Ortsgruppen Chemnitz. Am 2. Dezember sprach in Chemnitz Herr Blumenfeld in einer gut besuchten Versammlung über die augenblickliche Situation. Ausgehend von der Berliner Oememdcwahl zeigte er die Politisierung der jüdischen Massen, die wir immer gewünscht haben. Sie hat ihre Ursache nicht zuletzt in der wirtschaftlichen Situation. Er besprach sodann das Weißbuch und unsere Stellung zur englischen Regierung. In einem zweiten Teil gab Herr B. Eindrücke aus Palästina wieder, die auf die Versammlung einen starken Eindruck machten. — In der nächsten Veranstaltung hielt Herr Dr. S1 u s z e w e r ein Pressereferat. Glelwitz. Am 9. d. M. fand der zweite Vortrag in dem von Herrn Rabb. Dr. Och s abgehaltenen Zyklus ״Martin Buber und sein Werk“ statt, in dem der Herr Referent vorwiegend über den Chassidismus sprach, den Martin Buber für den Westjuden erobert habe. Durch den Chassidismus sei das starr und formal gewordene Ostjudentum mit neuem Gehalt erfüllt w׳orden. Martin Bubers Uebertragungen der chassidischen Geschiehten übertragen ihn ins europäische Denken. Der ai. egende Vortrag fand reichen Beifall. Dr. E. H. Frankfurt a. M. (Ze i r e M i s r a ch i.) Winterprogramm: Montag, 21 Uhr: Arbeitsgemeinschaft: ״Unsere Ideologie“ (zurzeit Vorbereitung zum Bundestag, welcher vom 25. bis 28. Dezember 1030 in Leipzig stattfindet). 1 •!tägig, Vorträge. Dienstag: 201/4 bis 21' , Uhr: Hebräisch (Abrahamy, Jerusalem). 211bis 22> t Uhr: Arbeitsgemeinschaft: Aktuelle Fragen des Judentums (Benno Kohn, Misrachi). Mittwoch: 21 bis 22 Uhr: Schiur: Die gesetzlichen Teile der Thora nach systematischen Gesichtspunkten geordnet (Dr. Schlesinger). D o n n e r s t a g, 21 bis 22 Uhr: Hebräisch (Abrahamy, Jerusalern). Freitag: 19(4 bis 20V* Uhr: T’nach Schiur (Steinmetz). 21 Uhr: Sichah: Jugendbewegung—mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen -- in ihrer geschichtlichen Entwicklung. Anschließend Singabend. Sonnabend: jeweils eine Stunde vor Nacht ״Oneg Schabbath“. — Alle unsere Veranstaltungen finden in unserem Heim, Zeil 49, statt. Im Laufe des Winters sind noch folgende Arbeitsgemeinschaften vorgesehen: Jüdische Geschichte, Palästinakunde, Sozialismus, Geschichte des Zionis- «ins, Schiurim. Görlitz. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltet in diesem Winterhalbjahr einen Zyklus von sechs Vorträgen, in denen die Entstehung und Entwicklung des Zionismus dargestellt werden soll. Den ersten Vortrag hielt am 4. Dezember 1930 in den Räumen der Bne Brith-Loge Herr Dr. Friedländer, Görlitz, über das Thema: ״Moses Mendelsohn und die deutschen Juden". In gedankenreicher und plastischer Weise zeichnete er den geistigen Entwicklungsgang Moses Mendelsohns und die Ein- Iieit seiner Persönlichkeit und Leistung als Jude und Mensch. Er wies gerade hierin die nationale Grundlage seiner jüdischen Persönlichkeit nach und zeigte, wie seine Leistung von seinen Epigonen verkannt und verraten wurde dadurch, daß sie ihre geistige Emanzipation mit der ihr Judentum zersetzenden Assimilation erkaufen und verdienen zu müssen glaubten. Der Vor• trag fand lebhaften Beifall und war auch von Nfchtzionisien gut besucht. — Die Schekelaktion hat bisher 48 Zeichnungen er• geben, einen etwa 20 «Aigen Zuwachs gegen das Vorjahr. Halle/S. Der Vortrag von Herrn Kurt Blumenfeld.der am 11. November im Gemeindehaus Oermnrstr. 12 stattfand, nahm einen sehr guten Verlauf. Er war gut besucht und zwar aus allen Kreisen der Gemeinde, die dem Vortrag mit großem Interesse folgten. Herr Blumenfeld gab einen historisdien Rückblick über die Entwicklung der wirtschaftlichen und gesellschaftlieh«» Lage des Judentums vom Anfang des Jahrhunderts bis heute. Er schilderte In plastischer Art, wie es zu den heutigen Verdrängungserscheinungen in wirtschaftlicher und kultureller sowie gesellschaftlicher Hinsicht kommen mußte und kam zu dem Schluß, daß nur eine positiv jüdische Auffassung, wie sie im Zionismus verankert ist, einen geeigneten Rückhalt bietet. Herr Blumenfeld berichtete dann über die Londoner A.-C.- Sitzung, von der er gerade gekommen war. Mit einem Appell an Zionisten und Nicntzionisten beschloß er seine interessanten Ausführungen, die mit großem Beifall aufgenommen wurden. Nach Beendigung des öffentlichen Vortrages fand noch dne interne Aussprache innerhalb der Ortsgruppe statt, in der Herr B. noch über die allgemeine Lage berichtete. Außerdem richtete er einen Appell an die Mitglieder der Z.G.O. und besonders an die Jugend von Halle, nicht zu erlahmen in der Arbeit für den Zionismus. Der Abend hinterließ auf alle einen günstigen Eindruck und bildete einen guten Auftakt zu unserer Winterarbeit. Vermischtes Beth-Arti Iwri — Hebräischer Jugendrat. Sonnabend, den 20. Dezember, 9 Uhr abends, im Logenhaus, Joachimsthaler Straße 13, große Chanukkah-Konzert-Feier, unter Mitwirkung von Iso Go fand (Staatsoper Kroll), J. Goland, D. Lewin, E. Ettinger, Fm reichhaltigen Programm: Gesang, Rezitation, Parodien, Karikaturen, Humoresken, inszenierte Lieder, Tanz, Chor des I. J. W. B. usw. Gesellschaftstänze bis 3 Uhr nachts. Eintrittskarten von 1—3 M. Mitglieder des Beth-Am erhalten Ermäßigung von 25 %. Der Verein der Tarnower zu Berlin E. V. (Kl. Alexanderstraße 9/11) ruft alle in Berlin seßhaften Tarnower auf, durch ihren Beitritt seine Reihen zu stärken. Aber auch die Im übrigen Reiche ansässigen Landsleute bitten wir, sich uns anzuschließen, oder in ihren Wohnstädten sich zu Vereinen zusammenzuschließen, um mit uns gemeinsam die uns alle angehende Sache zu fördern. Die sich zusammenschließenden Vereine im Reiche ersuchen wir um Bekanntgabe ihres Sitzes und um Abschrift ihrer Mitgliedslisten. Russisch-Jüdischer Klub. Am Donnerstag, dem 18. Dezember, 8(2 Uhr abends, findet im Cafe Kersten (Kurfürstendämm 90) die Fortsetzung der Diskussion über ״Jüdisch-arabische Beziehungen“ (in russischer Sprache) statt. Gäste willkommen. Private Volksschule des Jüdischen Schulvereins, Fasanenstraße 79/80. Die Anmeldung schulpflichtiger Kinder für Ostern 1931 erfolgt Montag, Mittwoch und Freitag, von 12 bis 1 Uhr, bei der Schulleiterin Frau Nathan. Es wird gebeten, die Kinder bei der Anmeldung vorzustellen und Geburts- und Impfschein mitzubringen. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich. Kindergärtnerin. Wir suchen eine Stelle für eine hebräische Kindergärtnerin, die das Hebräische Pädagogium in Wien besucht hat und über eine langjährige Praxis in Palästina verfügt. Die Betreffende spricht ausgezeichnet deutsch und möchte entweder einen Kindergarten in Berlin oder in der Provinz leiten oder auch eine Hausstelle, aber nur in Berlin, annehmen. Auskunft erteilt: Hebräische Beratungsstelle, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Frankfurt a. M. Chanukkahfeier des Keren Kajemeth Lejisrael. Künstlerklause (Groß-Frankfurt), Donnerstag, den 18. Dezember, abends 8(4 Uhr. Programm: Ernstes, Heiteres, Tanz (Jazz-Symphoniker), Rezitationen, Gesangsvorträge, Film, Sketch, Ueberraschungen. Gäste willkommen. Eintrittskarten: 250 M., Jugendliche 1,25 M. (nur durch Bünde). Sekretariat KKL Unterlindau 21 (Tel. 77286), Lina Schott, Rathenauplatz 10, Drogerie Schneemann, Ztil 39, Buchhandlung Wahrmann, Allerheiligenstr. 77. ״Elias schickt einen Traum“, Festtagsspiel für die jüdische Jugend von Davin Schönberger. Verlag Günter Dansenberg, Aachen, 1931. — Das Spiel zeichnet sich aus durch die Einfachheit der gewählten Bilder, durch seine Anpassung an das Verständnis der Jugend und durch seine Eignung für jeden unserer Festtage. Dieses Spiel ermöglicht es, mit leichten Mitteln zu festlichen Gelegenheiten den jüdischen Gedanken zu stärken und die Festesfreude zu Vertiefen. Der Frei* von nur 0,85 M. Erleichtert die Erwerbung des Festtagsspides wesentlich. K. J. V.-Stellenvermittlung. Rechtsanwalt in mitteldeutscher Kleinstadt sucht für 3 Monate, ab 1. 1. 1931, Referendar als Hilfsarbeiter. — ln der Nähe von Berlin kann praktischem Arzt gute Niederiassungsmöglichkeit nachgewiesen werden. — Für Rechtsanwalt bietet sich günstige AssoziationsmögBchkeit in einer kleineren Stadt Schlesiens. Auskunft erteilt das Präsidium des K. J. V. liberale Wahlpropagaida Aus Plauen L V. wird uns geschrieben: In einer Provinzzeitung ira Vogtlande ist im Inseratenteil zu lesen: ״Deutsche, kauft nur in deutschen Geschäften ...“ Das Inserat ist mit zwei Hakenkreuzen versehen. Am nächsten Tag findet in Plauen, wie alljährlich im Dezember, die jüdische Gememdewahl statt. Zum ersten Male aber im eigenen Gemeindehaus. Im Sommer d. J. wurde nämlich in Plauen die neuerbaute Synagoge nebst Gemeindehaus eingeweiht. Beides zusammen bildet ein prachtvolles Gebäude, worauf das Judentum der Plauener Gemeinde stolz sein kann. In Plauen gibt es aber auch eine Ortsgruppe des ״Liberalen Judentums“. Diese Gruppe will nun auch aktive Arbeit leisten. Nach reiflicher Ueberlegung kommt sie auf den Gedanken: Die Synagoge ist zwar sehr modern gebaut, es fehlen auch keine Orgeln, aber etwas mehr Verzierung kann doch nicht schaden. Ein junger Mann wird bestellt Er bekommt auf der Brust ein Plakat angehängt, und im Vorsaal ist zu lesen: ״Deutsche wählt nur deutsch.. Weder das Plakat, noch dessen Träger waren äußerlich mit einem Hakenkreuz versehen. Die Wähler konnten sich für diese Verzierung nicht begeistern. Das beweist das Wahlergebnis. Meier Z w i. jüdische Kleinkunstbühne ״Kaftan“, Jägerstr. 18. Das neue Programm des ״Kaftan“ ist eine angenehme Ueberraschung. Die tapfere Schar des ״Kaftan“ bemüht sich, ihre Leistungen andauernd zu verbessern. Der Conferencier Manfred Geis, der zum ersten Male in dieser Funktion auftritt, konnte mit Recht feststellen, daß der Name Kabarett für den ״Kaftan“ nicht mehr entsprechend sei, denn der ״Kaftan“ bemühe sich redlich, Kunst, fern von jeder Kabarettmanicr, zu bieten. Ara stärksten packen, wie im vorigen Programm, Sakaschahsky und Frau Dulitzkaja: überhaupt liegt die Force des ״Kaftan“ im Gesanglichen. Hierbei ist der junge Theo Fuchs ein williger und verständnisvoller Interpret. Das Schlußbild ״Chassidische Kretschme“ läßt Humor, Lebenskraft und Urwüchsigkeit der jüdischen Volksseele .aufleuchtcn. Wenn man den ״Kaftan“ um Mitternacht verlassen hat, dann erinnert man sich an die Heineschen Verse: . . . Weiße höfliche Manschetten, ach wenn sie nur Herzen hätten! Herzen in der Brust und Liebe, warme Liebe in den Herzen.—Im ״Kaftan“ haben Darsteller und auch Zuhörer Herzen in der Brust und warme Liebe in den Herzen. Man ist von dieser Liebe durchwärmt und erhoben. m. w. Briefkasten der Redaktion Sch., Berlin. Wir danken Ihnen für die Mitteilung, daß im Bethause Ahawas Zion (Schönhauser Allee) der agudistische Rabbiner Dr. Silberberg in seiner letzten Sonnabend-Predigt von der Kanzel herab gesagt hat, er freue sich über die ״MapoTe der Zionisten und des Straßenmobs, der sich ihnen angeschlossen habe“. Dr. Silberberg hat nur in ungeschminkteren Worten das gesagt, was sein Leiborgan, der Frankfurter ״Israelit“, verbrämt mehrmals zum Ausdruck gebracht hat Gewiß ist es eine Pikanterie, daß die Orthodoxie sich über den Sieg des trefe-essenden Liberalismus besonders freut. בית׳־עס עבדי - מועת הנוער עורכים׳ נשף חנכה גדול׳ במוצאי שבת׳ so בדצמבר׳ בשעה 8 כערב׳ באולם בני ברית׳ רחוב יואכימסטלר13.בהשתתפות איוו גולגד׳ זמרהאופירההמלכתית קדול׳ י. גולנד׳ ד• לוין- א• אשינגר. בתבנית העשירה: שירה׳ דקלום׳ פרדיות׳ קריקטורות׳ מהול מבהלה של י. י• ו• ב׳ ועוד• כרטיסי־כניסה מ 1 - 3 לחברי בית־העם הנחה של 25%. רקודים עד 3 שעות בלילה! Geschah liehe Mlileilmgeo Die Buchhandlung Rubin Maas, Berlin-Charlottenburg, Kant- Straße 46, legt dieser Nummer eine reichhaltige Liste wertvoller Bücher in deutscher, hebräischer und jiddischer Sprache zu besonders billigen Preisen bei. Die Liste enthält sowohl belletristische Geschenk- 1 werke als auch Jugendschriften, wissenschaftliche Bücher und jüdische j Musik. 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