Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 97 (9.12.1930)
- Date
- 1930-12-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 658 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 97, 9. XU 1930 war es beiden Herren nicht möglich, rechtzeitig zu erscheinen. In dankenswerter Weise sprang in letzter Minute für sie Herr Moses W a i d m a n n , Berlin, ein und sprach vor vielen hundert Personen im überfüllten großen Saale der Lescgesel'schaft über obiges Thema. Herr waldmann gab eine historische Schilderung über Entstehung der verschiedenen englischen Out• achten und vor allem des Weißbuches, widerlegte dessen Inhalt und forderte allen Angriffen der Zionistischen Weltorganisation und unserem Werke gegenüber die größtmögliche Kraft• anstrengung zur Erreichung unserer Ziele; Die Versammlung nahm eine von ihm vorgeschlagene Resolution, die an den Jischuw telegraphiert wurde, einstimmig an. Leipzig. (Vortrag der nationaljüdischen Arbeitsgemein• schaft in Leipzig: ״Wir luden im deutschen Staat" von Dr. Siegfried Kanowitz, Berlin.) Der Vortrag des Herrn Dr. Kanowitz bot den Zuhörern ein seltenes Erlebnis. Glänzende Rednergabe, verbunden mit klaren, tiefdurchdachten Ausführungen, begeisterten das Publikum. Das Thema berührte Fragen, die jeden einzelnen in unserer heutigen Zeit dringend angehen. Wie stehen wir Juden zum deutschen Staat?•׳ Das Jahrhundert der liberalen Aera brachte uns Auflösung unserer alten Bindungen und wir versuchten, durch Aufgabe unseres von Jahrtausenden geformten Wesens im deutschen Volke aufzugehen. Individuell sollte jeder jüdische Mensch sich im deutschem Volke assimilieren und in ihm aufgehen. Aber diese individuelle Eingliederung führte nicht zum Ziel des Auffehens im deutschen Volk, erreichte vielmehr die Entjudung. Imere heutige Lösung ist eine kollektive. Den Juden trifft sein Schicksal als Teil der jüdischen Gesamtheit, er soll versuchen, durch freudiges Bejahen seines Schicksals mit der jüdischen Gesamtheit zusammen sein Judenproblem zu lösen. Wenn wir unseren Zusammenhang stärken, uns national oranisieren, so haben wir dennoch ein Recht, als volle Staatsürger behandelt zu werden. Die internationalen Verbindungen der Sozialdemokratie und des Zentrums werden es niemanden einfallen lassen, diesen die deutschen Staatsbürgerrechte abzusprechen, so haben auch wir, trotz unserer Verbundenheit mit der Gesamtjudenheit, das Recht der Gleichberechtigung. Nach Diskussionsreden von Dr. Marcowicz und Dr. Grübel und einer glänzenden Replik von Eh־. Kanowitz schloß der glänzend verlaufene Abend mit begeistertem Beifall. Ratibor. Die hiesige Ortsgruppe begann ihre Winterarbeit mit einem Vortragsabend am 5. November von Rabb. Prof. Dr. Golinski, Beuthen, über das Thema: Religiöse Eraeliungsfragen nach dem Buche ״Der kleine Prophet“ von Edmond Fl eg. Gesinnungsgenosse Dr. Golinski sprach an Hand des Buches gegen die Assimilation und richtete an die jüdischen Mütter und die Jugend den Appell, religiöse und nationale Symbole zu üben, um Leben in das jüdische Haus und das allgemeine Judentum zu bringen. Der Zionismus hat das große Verdienst, wieder Würde und Selbstbewußtsein ins Judentum zu bringen und das Judentum, das nur in die Synagogen und Lehrhäuser verbannt war, wieder lebendig gemacht zu haben. Von der Jugend heraus wurde die Frage aufgeworfen — vor einigen Tagen hatte Herr Rabb. Dr. Lehmann. Berlin, die Kehilla mit einem Reformgottesdienst mit Schallplatten ״beglückt“ —, w׳arum das Reformjudentum abgelehnt werden muß. Prot Dr. Golinski sprach mit zündenden Worten gegen die Reform, die nur die Peripherie des Judentums berührt und die nur aus dem Judentum herausführt, ln der Diskussion wurde von liberaler Seite das Reformjudentum uitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiniiiiiniiimiMiiiiiiiiiiiiiiiiuiiuimiiiiiiMiiiiimiimiimiiHiiiiiiiiliHmiunmmimiMiimiiiwiiiiiuni zur Beachtung für die Kongreßwahien! Nur Schekelzahler haben das Wahlrecht «um XVII. Kongreß! Die Scliekelsammlung muß im Dezember abgeschlossen und eine Wählerliste angelegt werden i Wer sich an den Kongreßwahlen beteiligen will, maß den Schekel für 5691 mit RM. 1.50 allerschnellstens zahlen 3 Die LandesscheKeiKommissior der Zionistischen Vereinigung חסו Deutschland Postscheckkonto: Berlin Nr. $1)91. Bankkonto: Volksbank Ivria, Berlin W 8, Französische Str. 8. verteidigt, und im Schlußwort widerlegte der Referent die Diskussionsredner. Sein begeisterter und begeisternder Vortrag war für die Ortsgruppe ein Erlebnis seltener Art. —■ Am Montag, dem 24. November, sprach in Lattas Hotel bei überfüiltem Saal der Präsident der Z. V. f. D., Kurt Blumenleid, über das Thema: ״Der Augenblick“. Blumenfeld referierte in 2V4stündiger Rede über die Entwicklung des Zionis• mtrs bis zum heutigen Tage, sprach ausführlich über die Politik Englands und unsere Leitung und berichtete zum Schluß ausführlich über die Lage des deutschen Zionismus und die Lage der Juden im allgemeinen in Deutschland. Seine Ausführungen hinterließen einen tiefen Eindruck nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren nichtzionistischen Gästen. Vermischtes Jüdische Massenkundgebung am Sonnabend, dem 13. Dezember, abends 8 Uhr, in der Stadthalle, Klosterstraße. Der neue Weg. — Nach der Wahl. Referenten: Dr. Alfred Klee, Dir. Georg Kareski, Min.-Dir. Badt, Min.-Rat Goslar, Prof. Heinrich Loewe, Alfred Berger. Eintritt frei. Juden erscheint in Massen! — Jüdische Volkspartei, Poale Zion Duisburg. Am 25. November 1930, abends 81/3 Uhr, fand der Eröffnungsvortrag einer Vortragsreihe über Fragen der jüdischen Arbeiterbewegung und des sozialistischen Palästina-Aufbaues statt. Als erster sprach Herr Dr. jur., Dr. rer. et poL J. Neuberger, Düsseldorf, über das Thema ,,Jüdischer Sozialismus1'. Der Vortrag war von den Mitgliedern und Gästen sehr gut besucht. Mit Rücksicht auf das grolle Interesse für diese Probleme soll für dieses Thema demnächst noch einmal ein Abend angesetzt werden. Poale Zion. Am Donnerstag, dem 11. Dezember, pünktlieh 8V4 Uhr, findet im großen Saal der Jüdischen Gemeinde, Roscnstr. 2/4, eine Versammlung statt. Thema: ״Die politische Lage im Zionismus und der XVII. Zionistenkongreß“. Einleitende Worte: Dr. Potschter. Freie Aussprache. Beuthen. (Revisionisten.) Am 16. Dezember, abends 8 Uhr, findet in der Mamreh-Loge ein Vortrag von Dr. Sch echtmann, Paris, über ״Schicksal des Zionismus — England und das jüdische Volk“ statt. Frankfurt a. M. (Zionisten-Revisionisten.) Wir veranstalten am Samstag, dem 20. Dezember, abends 8Vs Uhr, im kleinen Saal des Zoologischen Gartens, eine Chanukkah- Feier mit gemütlichem Beisammensein. Gäste können eingeführt werden. Ausweiskarten werden in der Unterlindau 21 und durch die Vorstandsmitglieder abgegeben. Galerie J. Casper, Liitzowufer 5, eröffnet Sonnabend, den 13. Dezember, 4 Uhr, zwei Ausstellungen von WilliSchöpp, Berlin, und Elisabeth Makowska, Paris, die beide zum erstenmal ihre Bilder kollektiv zeigen. David und Goliath als Spieloper. Das unseren Lesern wohlbekannte Puppenspiel ״David und Goliath“ (aus ״Biblische Puppenspiele“ von Kate und Albert Baer, Verlag Aufbau) ist von dem Musiker Karf Safomon vertont worden und wird als Puppenoper in dieser Woche von dem bekannten Marionettentheater Ivo Puhonny anläßlich dessen Gastspiel in der ,,Lessing-Hochschule“ aufgeführt. Das Gastspiel hat bereits begönnen; die Aufführungen von ״David und Goliath“ (zusammen mit einer Mozartoper und Solomarionetten) sind am Donnerstag und Freitag, abends 8 Uhr, und Sonntags vormittag. Näheres ״Lessing-Hochschule“. firielkasten der Redaktton L. S״ Wien. Die Behauptung, Whitechapel habe ״seit Jahrzehnten“ Abgeordnete der Labour Party entsandt, beruht nur auf Ignoranz. Der Wahlkreis wählte vielmehr stets liberal (mehrfach auch Juden), erst 1922 gelang es der Arbeiterpartei, das Mandat mit einer Mehrheit von 428 Stimmen zu erobern. Aber unter den vielen Unrichtigkeiten, die aus demagogischen Gründen in den letzten Wochen niedergeschrieben wurden, ist dies wohl eine relativ harmlose. T. K. Ein hebräisches Werk dieser Art ist uns nicht bekannt, jedoch empfehlen wir Ihnen ״Die Juden auf der deutsehen Bühne“ (Welt-Verlag Berlin), oder ״Deutsche Schauspieler“ von Julius Bab (Verlag Osterheld & Co.). Geschäftliche Mitteilungen Die Buchhandlung ״Kedem“, Berlin-Charlottenburg, Dahlmannstraße 8, legt der heutigen Nummer die zweite Liste des Prospektes: 25 000 billige Bücher bei. Da der billige Büchermonat, den die Buchhandlung ״Kedem“ arrangiert, bald zu Ende sein wird, so bitten wir, den Angeboten der genannten Buchhandlung die größte Beachtung zu schenken. ER GEWÄHRT OBN FREUNDEN *OES HEREN KAJEMETH BERLIN W9* FRIEDRICH EBERT8TRASSE 2/3 ״ ERSPARNISSE OHO VERGÜNSTIGUNGEN TELEFON: KURFÜRST SAGA SchadchenS. Kohn Berlin W, Rosenheuner Straße 1Ö. Telefon: Cornelius 4607 vermittelt Ehen sehr reell, in beste□ Kreisen gut «iogeführt״ Für Aerste und Zahnärzte habe gute Einheiraten. Honorar nach Eheschließung. piiiiiiiiiiiiiiüiiiMfiiuiiiiitiniaiuiiiiitiiuiiiiiEiiumiiiimiuuiiiiiiiip Neues Abonnementsjahr! יי i& CS L A PC •t das Zentral - Organ der Zionistischen Organisation erscheint wöchentlich in London «ober der ständigen Mitarbeit von Naham Sokolow und der Redaktion von M. Klein mann. tmr aßt die jüdischen Interessen und die Problem© jüdischen Leben» in der ganzen Weit. behandelt auch die Völker - Probleme und ihre Beziehung zu unseren Inter« essen und Bedürfnissen, vereinigt 0® sich die besten hebräischea Schriftsteller und Gelehrten, die jüdischen Denker und Philosophen. 25.— jährlich. 12.50 für 6 Monate | _ ״HA OL AM“ s. kann in Deutschland bezogen werden durch: | Buchhandlung Rubin Mass, £ Berlin - Charlottenburg, Kantstraße 46. ... ... § HAOLAIYI S niiiiimmiiiiiiiiiiiniiiiii 1 KAOLAM S IMIlllllllllllMIIIKIIIItlll I MAOLAffl ..nimm! 5 Der Abonnementspr©!» beträgt: RM. Uerlag ״Der Junge Jude « Meinekestr. 10 März 1931 erscheint: Walt6r Preuss .BielOfllSGtie flrtiettertieuyenunp in Palästina* Da* iOti deutsche Buch, das die Probleme der Arbelierbewagung In Palästina •yatematUch zu baaprachan varaucht, widmet besonders viel Aufmerksamkeit den verschiedenen Institutionen der״Hlstadruth“. Ea bringt die Qaachlchte dar Baweeung »on den erstenTagen bl« 1930. Für jeden Freund das arbeitenden Palästina unentbehrlich, ca. 240 Saiten. Subskriptionspreis bis znm 1. Februar 1931: RM.2.S0 Ladenpreis BM. 3.— Die Zahlung kann Dach Erscheinen dr- Buche, auf das Portachedtkonto Berlin 11/048 erfolgen. In Oesterreich Wien D 137992, in der Tschechoslowakei Prag :01582 Jüdische Massenkundgebung Sonnabend, den 13. Dezember 1930, abends S Uhr, Siadihalte Klosterstr. Per neue Weg — Mach der Wahl Referenten: DP. Alfred KI68, DIP. BfiOPg Kareski, min.•Dir. Badt. mm.-Rat fiosiar, Professor Heinrich Löwe, Allred Borger Eintritt frei. Juden erscheint in Massen! Jüdisch• Volkspartei Restaurant M. Schlank urtcr Aufsicht der isr. Synagogen ־ Gemeinde ״Adaß״|mroeI“ zu Berlin Berlin C 2, An der Spandauer Brücke 4—S Eingang DirdcsenstraSe. Gegenüber Bahnhof Börse Fernsprecher: Amt W’eidendamm 8353. 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Hobertet Mariamne Berliner Theater Wmlsartrauni Groftes Sdiansptemaus la wolBaa RSas'l Lnstspieltians Male Theater Im Admlrabpalasl Di• Ciardati&ritia » (deines Theater Mains Schwester nnd leK Wallner-Theater Mond von Unka UdUiplei-meaier Spielplane ab 9. Dezember 1930 Dnlversnm 1000 Wort• Deatach Knrftlrstendamm Er oder Ich Dia *Palast am Zoo Liobcsparade Gloria •Palast Alraane Ufa •Pavillon Achtung, Anair«JicaI Ackt«agv Aal•□! HammerlidUsnieie Du g*atokiana Gesteht Vcractwertüdier KadaMac•: Or. '»mm «och, Barlio■ Wilaeradorl. Verlag jüdisch. Kuadscbsu G.m.b.H, Berlin W 15. Verantwortlich tü» den laserstenteil׳. ti. Seyal, Bertm.Wilmarsdorl, Anz.-Verw. jüdisch» Kundsch*u G.*,b.lL, Berlin W15, Meiaekectr. 10 Drwh «oa Siagtried Schölts», Berlin-Sch»« barg.