Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 93 (24.11.1930)
- Date
- 1930-11-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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J UE DI SCH E RUNDSCHAU Nr. ©3, 25. XI. 1930 Seite 828 Briefe an die Redaktion Nochmals das revisionistische Communiqu^ 77, Great Russell Street, London, W, C. 1. 17. November 1930. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“. In Nr. 90 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 15. November berichtigt Herr Richard Licht heim die von der JTA verbreitete Darstellung der Rede Dr. Weizmanns im Aktions־ Comitd. Ohne mich darüber äußern zu wollen, was Herr Dr. Weizmann gesagt oder nicht gesagt hat, möchte ich zur Sache selbst folgendes bemerken: Am Montag, dem 20. Oktober, hatte Herr Kaplansky mit dem Außenminister Henderson eine Unterredung, in welcher Herr Henderson unter ausdrücklicher Bezugnähme auf die durch die Revisionisten veran- |aßtenv#r zeitigen Presseäußerungen es als ausgeschlosseiÄrklärte, daß die Veröffentlichung des Weißbuches noch verhinP'rt werden könnte. Der Umstand, daß das Weißbuch sich bereits an dem Tage in den Redaktionen der großen Tageszeitungen befand, an welchem Herr Großrnan die Publikation seiner Erklärung veranlaßte, und daß angeblich die Ver- Öffentlichung des Weißbuches durch einen Kabinettsbeschluß verfügt worden war, mag es u n w׳ a h r s c h e i n I i c h erscheinen lassen, daß die Publikation in irgendeinem Falle noch hätte verhindert werden können. Das eigenmächtige Vorgehen der Revisionisten hat jedoch diese Unwahrscheinlichkeit in eine absolute Unmöglichkeit verwandelt. Mit vorzüglicher Hochachtung Felix Rosenblüth. * Die ״Deutsche Liste“. Berlin NW 87, 23. November. Sehr geehrter Herr Redakteur! Unter dem Wahlaufruf der ״Deutschen Liste“ befindet sich auch der Name des Professors Dr. Moriz Schaefer, der leider soeben verstorben ist. Es liegt der Familie daran, festzustellen, daß es sich dabei um ein ganz zweifelloses Mißverständnis handelt, da der Verstorbene, wie noch aus seinen Aeußerungen kurz vor seinem Tode 11ervorging, und auch denen, die ihn nahe kannten, keinen Augenblick zweifelhaft war, ein überzeugter Anhänger nicht nur der liberalen Ideen, sondern auch der liberalen Organisation war, zu deren Gründern er gehörte. Da Moriz Schaefer über den Kreis seiner engeren Gesinnungsgenossen hinaus als jüdische Persönlichkeit Wertschätzung genoß, liegt uns daran, auch Ihre Leser darüber informiert zu sehen, daß es seinem Willen und seiner Sinnesart nicht entsprach, unter jenem Aufruf zu stehen. Sie würden uns zu großem Danke verpflichten, wenn Sie eine entsprechende Notiz mögliehst in die nächste Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ aufnehmen wollten. Mit vorzüglicher Hochachtung Richard Schaefer. San.-Rat Dr. E• Sfmonson, Berlin-Halensee, Georg- WllheJm-Str. 2, schreibt uns u. a.: Als die Berliner Zionisten Vpr . 25 öder mehr Jahren zum ersten Male Zählkandidaturen aufstellten, bestehend aus den Herren Direktor Leszynskl, Richard Seligsohn und mir, las man zwischen den Unterschriften der liberalen Flugblätter, die einerseits voll und ganz, andererseits unentwegt mit dem Brustton tiefster Ueberzeugung ihr Judentum gegen die Zionisten verteidigten, auch die Namen A. Brahm, Direktor des Deutschen Theaters, und Heinrich Grünfeld. Ein halbes Jahr später las man diese Namen wiederum, aber diesmal im ״Jüdischen Gemeindeblatt“ sub rubro ״Aus dem Judentum ausgetreten.“ Diese beiden auf ihrem Gebiet bedeutenden und mit Recht berühmten Männer haben wenigstens eine Anstandsfrist von sechs Monaten verstreichen lassen. SterbefalL Am 19. d. M.,verstarb in Berlin Frau Rosa Hildesheimer, geb. Hirsch. Die Verstorbene war allen denen, die das Glück hatten, zum Kreise ihres leider so früh verstorbenen Mannes, Dr. Hirsch Hildesheimer, zu gehören, als seine würdige Gattin und Repräsentantin seines Hauses bekannt. Mit der gleichen überströmenden Güte, mit der er im großen zu helfen suchte, linderte sie im kleinen Not und Elend, wo sie• es traf. Sie verstand es auch, nach dem Tode ihres Mannes ihr Haus immer für einen Mittelpunkt jüdischen Lebens zu erhalten. Wir sprechen ihren Kindern, die alle zu unseren Gesinnungsgenossen gehören, vor allem unseren Freunden Dr. Salomon und Dr. Arnold Hildesheimer, den Ausdruck unseres herzliebsten Mitgefühls aus. An unsere Abonnenten! Die Post verlangt die Anmeldung der vomt. Januar t95t an zu liefernden Exemplare bereits 3 Wochen vor Quartalsbeginn. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die ״Jüd. Rundschau" direkt bei uns abonnieren, in den ersten Dezembertagen zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen. Wir bitten darum, im eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, dafe diese Nachnahmen prompt eingelöst werden, da sonst Unregelmäßigkeiten in der Zustellung der ״Jüdischen Rundschau" nicht zu vermeiden sein dürften. Berlin, im November 1930. Verlas ,Jüdische Rundschau“ Berlin W15, Meinekestraße 10 Kolberg/Ostseebad. Am 15. d. M. sprach in Kolberg Dr. Dresel (Stettin) über das Thema: ״Der Zionismus auch heute noch eine Lösung der Judenfrage“. Die Versammlung war von zirka 35 Personen besucht. Es fand eine Diskussion statt, an der sich in der Hauptsache ein pommerscher Führer des C.-V. beteiligte, dessen Argumente jedoch von Dr. D. restlos zerpflückt wurden. Dieser Abend kann als ein guter Erfolg für unsere Idee im assimilierten Hinterpommem gewertet werden. Es ist zu erwarten, daß der Abend in seinen Auswirkungen noch greifbare Erfolge zeitigen wird. Straßburg. Das hiesige jüdische Publikum hatte vergangenen Montag, den 17. November, das seltene Vergnügen, einen Vortrag von Frau Alice Jacob-Loewenson aus Berlin über jüdische Musik zu hören. Das sehr zahlreiche Publikum folgte mit gespanntester Aufmerksamkeit den in elegantem Französisch ausgeführten Darlegungen der sehr sympathischen Vortragenden un^l kargte am Schluß nicht mit Beifall. Sämtliche Epochen der jüdischen Musikentwicklung wurden von Frau Loewenson treffend gekennzeichnet und durch lebendige Beispiele am Klavier und Grammophon illustriert. Der Vortrag, der uns erlaubte, mit einer berufenen Vertreterin jüdischer Kunst in willkommenen Kontakt zu treten, hat in Straßburg nachhaltigen Eindruck hinterlassen; sogar die nichtjüdischen Zeitungen ließen sich in längeren» Kritiken sehr lobend über die Veranstaltung aus. Alles in allem kann man sagen, daß Straßburg jederzeit Frau Loewenson gerne wieder als Gast begrüßen wird. Jüdischer Jugendbund Detmold. Am Sonnabend, dem 8. November 1930, sprach als Anfang auf ihrer Tournee in unserem Bunde die Pianistin und Dozentin für Musik, Frau Alice Jacob-Loewenson, Berlin, über das Thema: ״Ein Gang durch die jüdische Musik von den Anfängen bis zur Gegenwart“. Sie unterstützte ihren Vortrag durch Klaviervorträge und Schallplattenvorführung. Ihre Ausführungen sowohl in rednerischer als auch »n pianistischer Beziehung waren außerordentlich anregend und von musikalischer Feinheit. Wesermünde-Bremerhaven. Der Jüdische Jugendbund Wesermünde-Bremerhaven hat regelmäßig jeden Montag von 20V? bis 23 Uhr in seinem Heim, Wesermünde-G., Schulstr. 5, einen öffentlichen Leseabend eingerichtet. Es liegen alle bekannten jüdischen, hiesigen und auswärtigen Tages- Zeitungen aus. Oberhauseil■ Die Gemeinde bewilligte einen Beitrag lür den Keren Hajessod. (eint groften Paläfiina&atl Oetf KKl. «roffffife, &en 7. Oegem&er 1930. Vermischtes Kurt Blumenfeld spricht Im Rundfunk. Am 4. Dezember, nachmittags 4,05 Uhr, findet im Berliner Rundfunk ein Vortrag von Herrn Blumenfeld statt: ״Palästina — eine werdende Welt“. Die jüdische sozialdemokratische Partei Poale Zion veranstaltet Donnerstag, den 27. November, abends 81.; Uhr, im ״Deutschen Hof“, Luckauer Str. 15, eine Wählerversammlung. Thema: ״Was fordern die jüdischen Werktätigen von der Gemeinde?“ Referenten: Dr. Oskar Cohn, Dr. Georg Lubinski, S. Adler-Rudel, Dr. M. Trauh, M. Neustadt, Joseph Wahl, Marcel Lew u. a. Schule der Jüdischen Jugend, Oranienburger Str. 29/30. Anläßlich des Vortrags von Dr. Georg Landauer am 17. November ist vereinbart worden, den Kursus ״Die politischen und wirtschaftlichen Grundlagen des Palästinaaufbaus“ nicht Donnerstag, sondern Mittwoch, 8 10 Uhr abends, und zwar im Westen, stattfinden zu lassen. Der Kursus beginnt also Mittwoch, den 26. November, um 8 Uhr abends, in einer Klasse der Kalser-Friedrich-Schule, Knesebeckstr. 24 (Stadtbahn Savignyplatz), und zwar mit einer Darstellung des politischen Araberproblems. Der Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend veranstaltet am Sonnabend, dem 29. November, um 8V2 Uhr abends, im Beth-Am (Orolmanstr. 36) ״Oneg-Schabbath“. Aus dem Programm: 1. ״Hadibuk“, Einleitung von Dr. Borodianski. 2. Rezitation. 3. Gesang. Gäste willkommen. Frankfurt. Am Sonntag, dem 30. November, abends 20.30, Unterlindau 21, spricht Rechtsanwalt Dr. Leo Harry über das Thema: Verführer des jüdischen Volkes (eine Abrechrechnung mit dem System Weizmann). Frei zugänglich. Diskussion. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Bezirksgruppe Nord west: Donnerstag, den 27. November, nachm. 4!2׳ Uhr, pünktlich: Tee-Nachmittag bei Frau Dr. Erhard, Beusselstr. 45. Einleitender Vortrag von Frau Jenny Blumenfeld: ״Eindrücke von einer Palästinareise“. — Bezirksgruppe Nord und Ost: Montag, den 1. Dezember, abends 81/3 Uhr, pünktlich, im Gemeindehaus, Rosen str. 2/4: Studienzirkel unter der Leitung von Frau Dr. Recha Freier: ״Der erste, zweite und dritte jischuw“. Gäste willkommen. Besondere Einladungen ergehen nicht. Die Gesellschaft für jüdische Familienforschung veranstaltet am Mittwoch, dem 3. Dezember 1930, 8 Uhr abends, im Blauen Saal des Brüdervercinshauses, Kurfürstenstr. 116, einen Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Margarete B e r e n t: ״Jüdisches Familienrecht in alter und neuer Zeit“. Aussprache. Gäste herzlich willkommen. Königsberg/Pr. (Bund Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit.) Am 20. Oktober eröffneten wir unsere Winterarbeit mit einer sehr gut besuchten Versammlung. Frau Dr. Stein sprach über ״Gegenwartsprobleme der Jüdin“. In überaus fesselnder Weise gab Frau Dr. Stein, weil sie ihr Erleben als typisch für ihre Generation ansah, eine Schilderung ihres Lebens und erzählte, welche Lösung sie für sich gefunden hatte. Im Anschluß an den Vortrag fand im kleineren Kreise eine sehr angeregte Diskussion statt. Große Frauenversammlung anläßlich der jüdischen Gemeindewahlen, ein berufen von der Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina und der Jüdischen V o I k s p_a r t e i, am Mittwoch, dem 26. November, abends 8>,4 Uhr, im Logenhaus, Kleiststr. 10. Redner: Frau Anitta Müller-Cohen: ״Die gegenwärtige politische Lage und die Frauen“, Rabb. Dr. Joachim Prinz: ״Die Grundlagen der jüdischen Kulturarbeit“, jüdische Wählerinnen, erscheint in Massen! Unterrichtet Euch! Erich-Walter Sternberg hat bei seinem diesjährigen Aufenthalt in Palästina einen Zyklus für neunstimmigen a capellä- Chor auf Texte von Mathias Claudius und solche aus dem Shi-King beendet. Das Werk trägt den Titel ״Inferno“. Michael Taube bringt es im Januar im Rahmen seiner Konzerte zur Uraufführung. Gerhard Willner spielt in seinem Klavierabend am Mittwoch, dem 25. November, im Bechsteinsaal neben selten aufgeführten Sonaten von Haydn, Schubert, Beethoven, zwei werke von Erich-Walter Sternberg: ״Präludium und Fuge“, sowie als Uraufführung ein ״Allegretto fanatico“. המועצה לעבודה עברית בין הנער עורכת במוצאי שבה 29 לנובמבר׳ בשעה «/«8״ בבית העם ״ענג שבת״ בתכנית: 1. "הדבוק" הפתיחה מאת ד״ר ברדינסקי. 2. הקראה. 3. שירה. אורחים רצויים! Geschäftliche Milteilmgen Die Buchhandlung ״Kedem“, Berlin-Charlottenburg, Dahlmannstr. 8, veranstaltet anläßlich des Umbaus ihrer Räumlichkeiten einen billigen Bücher-Monat, beginnend mit dem 25. November. — Sie legt der heutigen Nummer einen Prospekt unter dem Titel: 25 000 billige Bücher bei, so daß sich jedem Gelegenheit bietet, zu Chanukkah billige Bücher zum eigenen Gebrauch sowie zu Geschenkzwecken zu erwerben. Wir bitten, der Beilage die größte Beachtung zu schenken. MB Kinder- und lüchlerhebn St. fflorilz geeignet für Ferien-und Daueraufenthalt. Schulunterricht im Hause. Prospekte erhältlich. 2»■ Wir tuchen zur Vervollständigung unseres Archivs sämtliche Jahrgänge von 1896 bis 1908 Jahrgang 1912 1916 Verlag ,Jfifl. Rundschau" Berlin W 15, Meinekestraße 10 ■■■■■■ Tennis-Partner Spielstirke III. für Haileo. trainiDff. Mittwoch* von 9 bla 10 Uhr abend* gesucht. OK. unter 0 ttt an die ]üd. Rundschau, Berlin W 15, Meinekestraße!0. Mühl. Zimmer mit allem Komfort, mit oder ohne Pension כשר vermietet Bavaria 44 7t. Aiinrin Udilsptei-Tiieafer Bplelpläne »b 25. November 1930 Spielplan der Berliner Theaier vom 25. bis 28. November 1930 Theater am Sdtlffbaaerdamm Dia Draigro.cheaopar Intelligent, aus gutem Hause, 16 J., mit zweijahr. Handels* Schulbildung, sucht Steilung. Auskunft erteilt Rosa Segall, Berlin! V15, Meinekestr. 10 (2. V. 1 V.) Bismarck165/70ל Universum Wild• Orchideen tfarftlrstendamm Staafsopcr fUater deo Linden) 25. Nov. Aida 26. Nov. Der KSaig S Z'.rpapp.n 27. Nov. P•rat Igor 28. Nov. I. SiaioaU-Koaxart Sdililer'Theater 25. Nov. N ora 26. Nov. 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