Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 91 (18.11.1930)
- Date
- 1930-11-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 91, 18. XI1930 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 800 1/ Nach Schluß der Redaktion Die Unterhaus »Debatte London, 17. November, 11 Uhr abends (telephonischer Bericht der ״J. R.“). Die Unterhausdebatte über die Palästina- Politik der englischen Regierung gestaltete sich zu einer großen Aussprache, die mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Die Debatte wurde eröffnet von Lloyd George, ihm antwortete namens der Regierung der Unter- Staatssekretär Dr. Shiels. Sodann sprach der frühere konservative Kolonialminister Amcry* dem der Minister- Präsident selbst erwiderte. Der nächste Redner war Herbert Samuel, der eindrucksvoll den zionistischen Aspekt der Palfstinafrage vertrat. Weiter sprachen der Anti- /ionist Howard Burv, die Mitglieder der Shaw-Kommission Harry S11 eII und Hopkin-Morris, der Arbeiterparteiler Ct>x (Antizionist). Jones (konserv,), James de Rothschild (Hb.), Major Efiiot (konserv.) und schließlich für die Regierung der Marineministcr Alexander. Lloyd George sprach zuerst über die Entstehungsgeschichte der Balt'our- Deklaration. W׳as man damals im Sinne hatte, war nicht eine kleine jüdische Siedlung, sondern wirklich ein Nationalheim. Das neue Weißbuch bedeutet eine Abweichung von der Politik der Balfour-Dekfaration und des Mandates, und so wurde es auch von Juden und Arabern verstanden. Wenn England zu dem Ergebnis käme, daß es das Mandat nicht ausfüliren kann, müßte cs dem Völkerbund das Mandat zurückgeben; aber davon könne natürlich keine Rede sein. Der Redner beschwerte sich darüber, daß die Regierung in einer solchen Sache nicht die anderen Parteiführer konsultiert hat. Schließlich sprach er über die großen Leistungen der Juden und über die Bedeutung, die Palästina als Stätte jüdischer Erneuerung haben kann, Die Antwort der Regierung Dr. Sliiels antwortete mit einer ausführlichen Darlegung der Schwierigkeiten der Interpretation des Mandates, das eben nicht nur einen schönen Gedanken enthalte, sondern viele widerspruchsvolle Formulierungen. Das neue Weißbuch sei mißverstanden worden. Die Regierang _ wolle nicht die jüdische Einwanderung abhängig machen von der Arbeitslosigkeit irgendeines Arabers, sondern sic wolle nur bei Beurteilung der Fassungskraft des Landes auch die Lage des arabischen Arbeitsmarktes als ganzen mitberücksichtigen. Ueber die Bodenfrage konnte die Regierung nach Simpsons Bericht nicht hinweggehen. Shiels kündigte an, die Regierung beabsichtige eine Anleihe von 2(7 Mill. Pfund unter Garantie der englischen Staatskasse auizunchmen, zwecks Finanzierung des von Simpson vorgeschlagenen Landentwicklungsplanes. Wenn nach Weihnachten das Gesetz über diese Anleihe eingebraebt wird, werde nochmals Gelegenheit zur Disknsslon des ganzen Problems sein. Bei Durchführung des Ansiedlungsprojektes werden zuerst die ,,von den Juden depossedierten Araber״ an die Reihe kommen, sodann Juden und Araber gleichmäßig. Shiels sprach rühmend über die Leistungen der Juden, betonte aber, daß man auch die Ansprüche der Araber berücksichtigen müsse. Zum Schluß versicherte er, daß die Regierung das Mandat treu auszuführen beabsichtigt. Arnery erklärte, er selber sei au den Unruhen mitschuldig, da er die Verringerung der Sicherheitskräfte in Palästina zu verantworten hat. Das Weißbuch sei über wichtige Teile des Simpson-Berichtes hinweggegangen und habe dadurch den Eindruck erweckt, daß die Regierung vom Mandat abzuweichen sucht. Amery sprach auch sein Bedauern über die Resignation Dr. Weizmanns aus, den er als staatsmännischen Geist rühmte. Primeminister MacDonald schloß sich den Erklärungen von Dr. Shiels vollinhaltlich an. Auch er sprach bewundernd von der jüdischen Aufbauarbeit, aber auf der anderen Seite stünden die Rechte der arabischen Bevölkerung. Ein Erfolg kann nur durch Verständigung beider Teile kommen, indem die Araber einsehen, daß die jüdische Arbeit ihnen nützt, und die Juden verstehen, daß nur eine Verständigung mit den Arabern ihrer würdig ist. Herbert Samuel unterstrich die Bedeutung des Gedankens einer Regeneration des jüdischen Geistes, der der Menschheit schon so viel gegeben hat. Es sei richtig, daß das Mandat aus zwei Teilen besteht, indem neben die Idee des Jüdischen Nationalheims die Sicherung der Rechte der Nichtjuden tritt. Aber selbst wenn diese zweite Bestimmung im Mandat gar nicht enthalten wäre, wäre auch keine andere Politik möglich, aus Gründen der Gerechtigkeit, aber auch der jüdischen Sittlichkeit. Samuel besprach sodann im einzelnen den Simpson-Bericht und ergänzte ihn durch seine eigenen Erfahrungen als H. C. Er bedauerte, daß das Ent- Wicklungsprojekt den englischen Staatsschatz belasten soll. Zum Schluß wandte sich der Redner mit großer Entschiedenheit gegen das Weißbuch, das durch seinen Ton der Feind- Seligkeit gegenüber den Juden und durch seine durchwegs negativen Feststellungen den schlechtesten Eindruck erzeugen mußte. Wenn das Land wirklich überfüllt ist, müsse man daran denken, daß viele Araber in Transjordanien angesiedelt werden können. England sei in Palästina eine historische Aufgäbe gestellt, auf die cs stolz sein sollte. Von den übrigen Rednern betonte S n c 11 die Notwendigkeit einer jüdisch-arabischen Verständigung, Hopkin-Morr i s wies auf die Schwierigkeiten des Mandates hin und verteidigte das Weißbuch von 1930 als logische Fortsetzung des Weißbuchs von 1922. Wir werden über den Verlauf der Debatte, die bei Schluß des )!erlebtes noch fortdauert, noch ausführlich berichten. Die Berliner Wahlen ln einer liberalen Wählen er Sammlung in den Sophiensälcn, am 17. d- M., kam cs zu unerquicklichen, unliebsamcu Szenen• Im Saale befanden sich, was für jene Stadtgegend dichterer jüdischer Siedlung charakteristisch ist, auch Vertreter anderer Richtungen. Als die Redner der Liberalen im Widerspruch zu den Tatsachen schlimmstes W a b 11 a t e i n produzierten, wurden Zwischenrufe laut und Rabbiner Dr. Freier meldete sieh zum Wort. Der Versammlungsleiter weigerte sich aber, Dr. Freier das M ort zu erteilen. Dieses unfaire Verhalten, zuerst faustdicke Un- Wahrheiten in die Welt zu setzen (z. ß״ daß wegen Vergeudüng der Steuergelder für Palästinazweckc — i«n letzten Jaln* bei einem Etat von etwa 12 Millionen Mark sage und schreibe 17 OtIO Mark — keine Mittel für Wehlfahrtszwcckc vorhanden JÜDISCHE VOLKSPARTEI Wlhlerversammltmg Sonnabend, den 22. November, abends 8 Uhr Stadthalle, Kloaterstraße Wählt die Partei des Aufbaus Jüdische Volkspartei Liste 2 * Referenten: Dr. Alfred Klee, Rabb. Dr. Moritz Freier, Dr. Max Soloweitaddk, Ministerialrat Hans Goslar, Alfred Berger, Dr. Hermann Leiewer. seien; oder daß nunmehr in der Gemeinde nur ״Galizier“ An- Stellung fänden) und dann den empörten Zuhörern keine Redefreibeit zu gewähren, wirkt provozierend. In den Sophiensälen batten sich die Liberalen nichtjüdischen Saalschutz verschrieben. Als nun einige empörte \ersammlungsteilnehmer Zwischenrufe machten, wurden sic von Mitgliedern des Saalschutzes tätlich angegriffen. Nicht genug daran! Die Liberalen riefen das Ucberfallkommando der Polizei heran, die zweiTeilnehmer zwangstellte. Es ist zu bemerken, daß die empörten Zuhörer nicht nur Anhänger der jüdischen Volkspartei waren. Ferner stellen wir fest, daß wir in unseren Versammlungen allen Vertretern gegnerischer Gruppen Redefreiheit gewähren. Aus den Gemeinden Musikalische Wahlprognosen, Aus Leserkreisen wird uns geschrieben: Anläßlich der bevorstehenden Gcmeindevvahlen veranstaltet die Jüdisch-Liberale Vereinigung am 17. November drei Kundgebungen, in der Ansprachen von 13 Rednern mit musikalischen Darbietungen abwechseln. Von unfreiwilliger Komik ist das musikalische Programm, wenn man bedenkt, daß diese Veranstaltungen 13 Tage vor den Wahlen stattfinden. In der Kundgebung im Bachsaal singt man ״Weh ihnen, daß sie von mir weichen....“ Im Marmorsaal ״Es ist genug“ und ״Herr, schicke was Du willst...“ und nur im Zool ogiscli e n Garten (ausgerechnet) wagt man zu wünschen ״Als Sieger kehre heim!“ M. R. Gelsenkirchen. 1924 verpflichteten sich die liberalen Gemeindevertreter schriftlich, das Statut in neun genau angeführten Punkten den Erfordernissen der Zeit entsprechend zu ändern, 7. B. das Frauenwahlrecht einzuführen, das Wahlalter und die Karenzzeit herabzusetzen, das Wahlrecht den für staatliche Wahlen geltenden Bestimmungen anzupasseu u. a. Die Vereinbarung wurde nicht innegclialten, int Gegenteil wurden die Satzungen verschlechtert. So wurde, nachdem sogleich nach der Revolution der Zensus abgeschafft worden war, im Jahre 1927 das Wahlrecht von dreijähriger ununterbrochener Steuerzahlung abhängig gemacht. Alle Versuche der Volkspartei, dieses U11recht abzuschaffen oder wenigstens durch Steuerstundung vor dem Wahltermiit zu mildern, wurden abgelchnt. Von liberaler Seite wurde erklärt, daß der Zensus zum Schutz gegen Ueberfremdung der Gemeinde notwendig sei. Jetzt sind aber nicht nur arme Ostjuden, sondern Führer der Liberalen dem Zensus zum Opfer gefallen. Zwei liberale Kandidaten, die von den Liberalen zunächst auf die Liste gesetzt und nachher gestrichen worden waren, rächten sich dadurch, daß sie bei der Behörde geltend machten, einer der übrigen liberalen Kandidaten erfülle selbst nicht die Erfordernisse, die die Satzungen vorschreiben und zahle keine Steuern. Die Liberalen sind in großer Not. Sie baten nunmehr die Volkspartei, ihnen aus der Klemme zu helfen und für ihren Freund nachträglich die Heilung eintreten zu lassen, die sie ihren Gegnern versagt hatten. WAHLKUNDGEBUNG der Jüdischen Volkspartei Sonnabend, den 22. November 1930, abends 8 Uhr, Herrenhaus, Leipziger Straße Direktor Georg■ Kareski, Vorsitzender des Gemeinde-Vorstandes, spricht über: Unsere Arbeit in der Jüdischen Gemeinde Rückblick u. Ausblick Eintrittskarten sind kostenlos zu haben im f«h 1 b ü r o der Jüdischen Volkspartei, Monbijouplatz 10 Telefon: Norden 11 59 Luxemburg. Ant 30. Oktober hat die Federation Sionistc de Luxembourg die Juden zu einer Versammlung ins Hotel Glesse, Luxemburg, cinbcrufen. Bei stark überfülltem Saale eröffnete*der Präsident Herr Max Rosenfekl die Versammlung und sprach über ״die Entstehung der Balfour-Dcklaration sowie über die völkerrechtliche Bedeutung des Mandats“. Sodann hielt Frau Anita Müller-Cohen während nahezu zwei Stunden ihr Referat über ״Irrwege der englischen Politik in den Jahren 1929 und 1930“, welches großen Beifall fand. Es wurde dann eine Protest-Resolution gegen die englische Politik angenommen. Jüdische Kleinkunstbühne ״Kaftan“. Das neue Programm im neuen Heim, Jägerstr. IS, ist in jeder Hinsicht eine an genehme Ucberraschung. Wir haben schon mehrfach auf die ausgezeichneten Darbietungen dieser jüdischen Kleinkunstbühne hiugewiesen. Die Tagespresse, unvoreingenommener als wir, hat den Ernst, den Eifer und die künstlerische Bedeutung dieses mutigen Unternehmens in überaus anerkennenden Worten gewürdigt. Alle Darsteller bemühen sich in redlichstem Enthusias- 11ms, Gutes und in jeder Hinsicht Herzerfreuendes zu bieten. Wenn man dieses jüdische Variete mit den anderen, in Berlin zum Besuch marktschreierisch einladenden Varietes vergleicht, so fällt dieser Vergleich ln jeder Beziehung zugunsten des ״Kaftan“ aus. Mart bedenke ein Variete mit Ansager, mit tnusika- ]!sehen Bildern wie ״Ganovim Keller“, einer Szene von ״Vetter Josse und Muhme Dwosse“ volkstümlich, derb, aber kein zotiges, kein knotiges Wort! Als der Ansager eine etwas schlüpferigv Anekdote erzählte, rührte sieh keine Hand zum Beifall und keine Miene verzog sich zum Lachen. Beste Gesellschaft, beste im Sinne von innerlich sauber, ist im Theaterraum des ״Kaftan“ versammelt. Die schönsten Darbietungen sind die Volkslieder von S a k a x c h a n s k y und Hikla D u 1 i t z k a j a. Sakaschanskv singt eine Satire auf die ״Meilles“, die die englische Regierung, die Mandatskommission und andere Faktoren den juden bisher erzählt haben und er ״droht“, daß die Juden doch ihr Werk in Palästina zu Ende führen und dann allenGegnern eine ״Meiß e v 0 1t Choc h m c“ erzählen werden. Also eine echt jüdische Drohung! Das Lied ״Ich fahr aheim“, von Hilda Dulitzkaja gesungen, entfesselte endlosen Beifall. ״Aheim fobren“ bedeutet nach Palästina ־zuriiekkehren, nicht mehr ein ״Ger״ sein wollen. Text und Melodie sind aufwühlend, revolutionär, hinreißend und schweißen Publikum und Bühne zu einer Einheit zusammen, wie man sic mir in seltenen Augenblicken erlebt. Ausgezeichnet ist der musikalische Interpret und Begleiter Tuchs. Erschüttert und erstaunt stellt man als Zuhörer im Kabarett .,Kaftan“ fest, wie sehr, wie intensiv׳ wir Juden ein Volk sind und uns als Volk fühlen. m.w. Ortsgruppen Glciwitz. Ani 11. d. M. fand hier der erste Vortrag des für die Winterarbeit vorgesehenen Zyklus ״Martin Buber und sein Werk“ statt, der von Herrn Rabbiner Dr. Ochs abgehalten wurde. Ausgehend von dem Wesen der biographischen Methode, die bald eine analytische, bald eine synthetisch« sei, behandelte der Referent zunächst die Situation am Ende des vorigen Jahrhunderts und besprach das Wesen der Aulklänrng sowie des Chassidismus. Wendet sieh die Aufklärung an den Verstand, so sei der Chassidismus eine Hcrzensaugelegenheif. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen gab Herr Dr. Ochs eine Schilderung der geistigen Entwicklung Martin Buber’s, wobei er den Menschen Buber in die Kultur seiner Zeit und Zeitgenossen hineinstellte. Der gut durchdachte Vor׳ trag fand reichen Beifall, und wir sind Herrn Rabbiner Dr. Ochs dankbar dafür, daß er --- obwohl kein Gesinnung^- genösse - - seine kostbare Zeit unserer Sache widmet Dr. E. H. Nürnberg-Fürth. Am 0. November sprachen auf unserem Orisgruppenabend die Herren Dr. Rudolf Liebstädter und Sch. Schalom über: ״Nach der englischen Regieruugs* erklärung“. Herr Dr. Liebstaedtcr sagte u. a.: Der Simpson-Bericht sei ein lür uns ungünstiges Dokument, das sich gegen die jüdische Arbeiterschaft und gegen die Prinzipien des Keren Kajemeth Lcjisrael richte, also gegen die Fimda« mente unseres Aufbauwerkes. Immerhin spreche sich der Be• rieht für die Möglichkeit sofortiger jüdischer Einwanderung aus und könne daher eine, wenn auch zu bekämpfende, Basis für die Fortführung weiterer Verhandlungen mit der englischen Regierung darstellen. Im Gegensatz, hierzu stehe das Weiß* buch, das eine uns empörende, geradezu antisemitische Sprache führe. Wie sehr sich alle Juden davon betroffen fühlen, zeige der einmütige Protest der gesamten Weltjudenheit. Die Demission Weizmanns und der übrigen Führer der Palästinasache sei sowohl deshalb als auch wegen des völlig unmöglichen Inhalts des Weißbuches eine Notwendigkeit geworden. Man׳ könne aus dem bisherigen Verlaut der Protestkundgebungen und deren Würdigung in England erfreulicherweise feststeifen, wie sehr wir cs verstanden haben vom Objekt /um Subjekt der Politik zu werden. Besonders charakteristisch sei die kraftvolle und mannhafte Haltung der jüdischen Führer und des Jischuw, besonders des Waad Leumi. Immer wieder müsse man sich darüber klar werden, daß wir aut Hilfe von außen nur in völlig unzulänglichem Maße zu rechnen haben, so daß die Entscheidung über unser Werk• immer bei uns liegen wird, - - Herr Sch. Schalom sprach in tief empfundenen Worten über die inneren Kräfte des Zionismus, Nicht nur Politik dürfe uns Zionismus sein, nicht mir eine mathematische Formel, sondern unser ganzes Leben müsse erfüllt werden von dem neuen jüdischen Geist, der von Zion ausgeht und in Jeruscholajim seine Stätte hat. Gerade in der Zeit äußerer politischer Mißerfolge gelte cs, zu den Wurzeln des Zionismus zurückzufinden, müsse das Irrationale, das in Wirklichkeit die Stärke unserer Bewegung ausmache, das nicht mit Ziffern gemessen, sondern nur erlebt werden könne, wieder in den Zionisten zum sichtbaren Ausdruck kommen. In der Diskussion legte Herr Albert Salzer kurz den Standpunkt der revisionistischen Partei dar und verlas einen von ihr herausgegebenen Aufruf. Herr Dr. Strauß-Reich leitete den gut besuchten Abend. Vereinigung Radikaler. Zionisten. Am Donnerstag, dem 13. November 1930, fand in den Musiker-Sälert eine von der ״Vereinigung Radikaler Zionisten“ einherufene Versammlung statt, in der Dr. M. S o I o w c i t s c h i k im Zusammenhang, mit der Tagung des Aktions-Comites und der politischen Kommission der Jewish Agency die innerzionistische Lage und die politische Situation beleuchtete. Dr. S, ging auch ausführlich auf die Vorgänge ein, die zur Einsetzung der auch von den Radikalen beschickten politischen Kommission geführt haben und erklärte, daß diese Kommission nur im Hinblick aut die eingeleiteten Verhandlungen mit der englischen Regierung eingesetzt worden ist, und daß die allgemeine grundsätzliche Haltung der Opposition dadurch in keiner Weise berührt wird. Dr. Köllen sc her, der über die bevorstehende Gemeindewählen sehr wirkungsvoll sprach, hat sich einleitend den politischen Ausführungen des Vorredners angeschlossen und brachte zum Ausdruck, daß bei den bevorstehenden Kongreßwählen auch seine Gruppe im allgemeinen die gleiche politische Linie innegehalten wird, wie die Vereinigung radikaler Zionisten. Die zahlreich erschienenen Zuhörer dankten beiden Rednern durch lebhaften Beifall. Besucht die wameruersammiunaen der Jüdischen uomsMiwij