Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 89 (11.11.1930)
- Date
- 1930-11-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 594 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 89, 11. XL 1930 VEREINIGUNG RADIKALER ZIONISTEN oeffentiiche Versammlung in den Musikersllan, Barlin N, Kaiser •Wilhelm •Sir. 3t am Donnerstag, den 13. November, abenda 8>/a Uhr Wach flarTaguna aesnciionscomnfts Redner: DR. NACHUM GOLDMANN DR. M. SOLOWEITSCHIK Briele an die Redaktion Sehr geehrte Redaktion! In dieser schweren Stunde, die unsere Bewegung jetzt durchlebt, geloben wir, mit verstärkter Kraft, leidenschaftlichem Eifer erst recht für die Verwirklichung des großen Zionismus zu kämpfen. Jeder Panik-Scliwäche-Stimmung in der Organisation werden wir rücksichtslos entgegentreten. Aber auch rein praktisch werden wir durch aktivste Unterstützung des Schekelverkaufs zur Stärkung unserer Organisation und Herbeiführung eines starken Kongresses beitragen. Da unsere stärkste Waffe in Palästina der Boden ist, hat unsere Jugendgruppe ferner beschlossen, sich an der 500000 M.-Kamagne für die L ega ts v e r sic h e r un g für den KL durch Abschlüsse von je 500 M. zu beteiligen. Möge die gesamte zionistische Jugend uns folgen. Gruppe der Jungradikalen Zionisten. I. A.: Oskar Wulf. Grappenverband des Misrachi für Süddeufschland Am 16. November d. J., vorm. 10 Uhr, findet in Mannh e i m , im Saal der August-Lamey-Loge, C. 4, 12, eine Tagung der süddeutschen Misrachi- und Zeire Misrachi-Grtippen statt, zu der auch die Anhänger des Misrachi an Orten, wo keine eigenen Gruppen bestehen, eingeladen sind. Vom Zentralbüro des Misrachi wird Herr Alexander Adler an der Tagung teilnehmen und ein Referat über die gegenwärtige Lage im Zionismus, sowie über die besondere Situation im Misrachi halten. Als Programm der Tagung ist vorgesehen: 1. Zusammenfassung der süddeutschen Misrachisten zu einem Grtippenverband. 2. Besprechung der bisher geleisteten Arbeiten und ihrer zukünftigen Ausgestaltung. 3. Gründung und Ausbau neuer Misrachi- und Zeire Misrachi-Gruppen. 4. Besprechung der künftigen Zusammenarbeit zwischen Misrachi und Zeire Misrachi und Vorbereitung zum Bundestag des Zeire Misrachi in Leipzig. 5. Anträge und Abstimmungen. Die im süddeutschen Bezirk wohnenden Misrachisten werden auch hierdurch nochmals aufgefordert, Delegierte zu dieser Tagung zu entsenden, um an der Kräftigung der misrachistischen Arbeit, die jetzt besonderes Erfordernis ist, mitzuwirken. Anfragen sowie Anmeldungen sind zu richten an K. Kleiner, Karlsruhe i. B., Marienstr. 28. Praktischer Protest des Jischuw. Vom KKL wird uns berichtet; Die Beteiligung des Jischuw an den Sammlungen für die nationalen Fonds, die schon immer vorbildlich war (der Dezenniumsbericht des Keren Hajessod zeigt wieder, daß Erez* Israel in den ersten fünf Jahren £ 9 582, , in den zweiten &- 33 282 aufgebracht hat), ist im Zeichen des ״Praktischen Protestes“ außerordentlich gestiegen und gilt gegenwärtig hauptsächlich dem Keren Kajemeth, als der am meisten angegrifrenen nationalen Institution. Die gegenwärtige Protest- Sammlung hat die eigentümliche Form einer ״Ketten-Aktion“. Einzelpersonen, Fachgruppen usw. geben eine Spende ab und fordern gleichzeitig durch eine Zeitungsnotiz andere Personen oder Gruppen mit Namen auf, ebenfalls zu spenden. Ein paar Beispiele: Die kooperative Volksküche in Jerusalem spendete für den KKL £P 15 und forderte die anderen Volksküchen auf, sich an der Kettensammlung zu beteiligen. Die Kwuza Ginegar verdoppelte ihre KKL-Spenden für das laufende Jahr von £P 10 auf £P 20. Die ״Kupath Milweh Wechissachon“ (Spar- und Leihkasse) der Handwerker in Haifa hat beschlossen, die KKL-Abgabe von 5 Mils für jede Anleihe auf 10 Mils zu erhöhen. Die Besitzer der Friseurgeschäfte in der Nachlath-Benjamin-Straße in Tel-Awiw haben beschlossen, 50 °/0 ihrer Einnahmen im Verlaufe der Woche vom 2. bis zum 8. November an den KKL abzuführen. Ortsgruppen Dortmund. Am 21. Oktober fand eine Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe statt. Dr. Philipp referierte über die Landesvorstandssitzung vom 12. Oktober, während Dr. Fisher den Rechenschaftsbericht über das vergangene Jahr erstattete. Beide Referenten wurden auf Wunsch von ihren Vorstandsämtern entlastet, worauf Dr. Berl zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. — Am Dienstag, dem 28. Oktober, hatte das Initiativkomitee für die Erweiterung der Jewish Agency in Dortmund zu einer Versammlung eingeladen. Oberregierungsrat Dr. Markus, der Referent des Abends, sprach über jüdisch-politische Gegenwartsprobleme. Nach einer Dar- Stellung der augenblicklichen Lage der Juden in Deutschland als Folge der Reichstagswahlen ging er auf die jüngsten Ereignisse der PalästinapoKtik ein. Mit scharfen Worten geißelte er die Verständnislosigkeit, die die englische Regierung in ihrem Statement dem jüdischen Fragenkreis gegenüber zeigt, und wies im besonderen auf den Widerspruch nin, daß gerade eine Arbeiterregierung die sozialistischen Methoden des Aufbauwerkes angreife. Er schloß seine Ausführung mit dem Appell, die bisherigen Anstrengungen zu vervielfachen und durch opferwillige.Unterstütznng der Agency den unleugbaren Mut unseres Volkes zu bekunden. Die zahlreich erschienene Zuhörerschaft folgte aufmerksam den Darlegungen des Referenten. Nordhausen. Die Zionistische Ortsgruppe Nordhausen begann ihre Wintcrarbeit mit einer gut besuchten Versammlung. Der Referent, Dr. Wolf heim (Erfurt) sprach über das Thema ״Das deutsche Judentum nach den Reichstagswählen“. Der Redner schilderte die ungeheure Arbeit, die während des Wahlkampfes geleistet wurde, die aber׳ nicht verhindern konnte, daß 107 Antisemiten in den Reichstag einzogen und fand den Grund in den falschen Methoden des Abwehrkampfes. Dann schilderte Dr. Wolfheim die wenig erfreuliche Lage der Juden in Rußland, Polen und Rumänien und kommt dann auf die wirtschaftliche Judenfrage in Deutschland zu sprechen. Zur Bekampfung dieser Not fordern wir vollständige Solidarität aller Juden, jüdische Sozialpolitik, jüdische Arbeitsnachweise, Darlehns- Kassen für den Mittelstand: also Selbsthilfe. Der Redner hofft auf das baldmöglichste Zustandekommen de$ Reichsvörbandes, der das gesamte deutsche Judentum zu vertreten hat und wies zum Schluß auf die gewaltige Leistung hin, die die Juden in Palästina geleistet haben. Die lebhafte Diskussion, an der sich die Herren Blach, R.-A. War bürg, Dr. Frohnhausen, Go Idstein, Dr. Pfingst und Gottlieb beteiligten, zeigte, welches großes Interesse die Ausfiihrungen bei den Zuhörern gefunden hatten. — Im Kreise der Ortsgruppe sprach Herr Dr. Wolfheim über die jetzige Lage des Zionismus. Gleichzeitig wurde die Winterarbeit besprechen. Die in dem Artikel von Olga Bloch in der vorigen Nummer der ״J. R.“ besprochenen Kultgeräte der bekannten Silberschmiedin Emmy Roth sind auf Veranlassung des Leiters der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin, Dr. Karl Schwarz, entstanden und werden erstmalig auf der dieser Tage eröffneten Ausstellung ״Kult und Form“ im Kunstgewerbemuseum, Prinz-Albrecht-Straße, gezeigt. Es handelt sich um besonders schöne silberne Kultgeräte (auch der in dem Artikel beschriebene Chanukkatileuchter ist aus Silber und nicht aus Messing) in streng modernen Formen, die mit zu den besten Beispielen moderner jüdischer Kultgeräte zu zählen sind. Hebräische Lehranstalt der jüdischen Gemeinde zu Berlin בית מדד«' 0§וית של קהלת היהודים בברלין. ■ Die Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin veranstaltet im Rahmen ihrer hebräischen Vortragsreihe am Mittwoch, dem 12. November, 8 Uhr abends präzise, im großen Saale des Verwaltungsgebäudes der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2/4 (am Bahnhof Börse), einen Vortrag des Dozenten an der Hochschule für die Wissenschaff des Judentums, Herrn Dr. Harry Torczyner, über das Thema: ״Aufgaben einer neuen Bibelübersetzung“. Der Vortrag ist öffentlich. Auch ehemalige Schüler der Hebräischen Lehranstalt und Gäste sind willkommen. Es empfiehlt sich, eine hebräische Bibel mitzubringen. בית מדרש לעברית של קהלת היהודים בברלין• הרצאת הד״ר ט ו ר ־ טשיבר על "מטרתו ואופיו של תרגום חדש למקרא"• תהא ביום ד,׳ י״ב נובמבר׳ בשמונה בערב בדיוק׳ בבית הקהלה. רוזנשטראסה ב׳• מן הראוי להביא ספרי מקרא. Vermischtes HapoSl-HazaYr* Berlin, Donnerstag, den 13. November, abends 81/2 Uhr, im Pschorrhaus, Tauentzienstr. 13 (Saal 1); Mitgliederversammlung. Es sprechen die Chawerim: Ollendorf: ״Die Konferenz der Hitachduth“; Ascher: ״Die Lage in Palästina“; Landauer: ״Zur politischen Lage“. — Gäste willkommen. Jüdisch-sozialdemokratische Arbeiterorganisation Poale Zion. Versammlung am Donnerstag, dem 13. November, abends 8'י Uhr, pünktlich, in der Konditorei Dobrin, Hackescher Markt 1. Thema: ״Die politische Bedeutung der A.-C.-Sitzung“. Referent: A. Reiß, Mitglied des zionistischen Aktions-Comites. Freie Aussprache. Die Vereinigung Radikaler Zionisten veranstaltet Donnerstag, 13. November, abends 8V3 Uhr, in den Musikersälen, Kaiser Wilhelm-Str. 31, eine öffentliche Versammlung. Thema: Nach der Tagung des Aktions-Comites. Redner: Dr. Nachum Go 1 d mann und t)r. M. So 10 weitschik. Die Veranstaltung wurde vom 12. auf den 13. November verlegt. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Bezirksgruppe Nord und Ost: Montag, den 17. November, abends S'/aUhr, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2 4: Beginn des Studienzirk e I s unter Leitung von Frau Dr. Freier: ״Der erste, zweite und dritte Jischuw“. Gäste willkommen. Besondere Einladungen ergehen nicht. — Am Donnerstag, dem 20. November, abends 8 Uhr, im Sitzungssaal, Meinekestr. 10: Mitgliederzusammenkunft für alle Gruppen. Referat von Frau Dr. Gertrud Zadik: ״Zur gegenwärtigen Lage in Palästina“. Wir erwarten, daß das außerordentlich aktuelle Thema alle Mitglieder zutn Kommen veranlassen wird. Beth-Am. Das Beth-Am Iwri veranstaltet im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen zu der Berliner Jüdischen Gemeinde eine große' hebräische Wahlversatnmlung am Sonnabend, dem 15. November, abends 8>4 Uhr pünktlich, im Gemeindesaal, Rosenstr. 2/4. Als Redner werden auftreten: Kurt Hammerstein, Nachtim Lewin, Dr. M. Pines, Landgerichtsrat Rau, Dr. M. Soloweitschik, Dr. Harry Torczyner, Dr. Wolfsberg. Eintritt frei. Gäste willkommen. Armin T. Wegner, der erst vor kurzem im Rundfunk über Palästina sprach (sein Reisebuch ״Am Kreuzweg zweier Welten“ wurde hier entsprechend gewürdigt), liest auf dem zweiten Dichterabend des Verbandes deutscher Erzähler am Dienstag, dem 11. November, 8 Uhr, im Herrenhaus, Leipziger Str. 3, aus seinem neuen Rußlandbuch und aus seinem unveröffentlichten Roman. Gertrud Eysoldt liest ein Kapitel aus dem Kinderroman Wegners ״Moni“. Weitere Mitwirkende: Josef Ponten, Walter B1 o e m, Walter v. Holländer. Karten bei Bote ßt Bock. Dem jüdischen Kabarett ״Kaftan“, Jägerstr. 18, ist es geiungen, Hilda D u i i t z k a j a aus Wien für das neue Programm zu gewinnen. Premiere am Dienstag, 11. November, 9 Uhr. Der jüdische Komponist und Dirigent Israel Gladsteln ist nach seiner zweijährigen musikalischen Tätigkeit in Leipzig wieder in Berlin eingetroffen. Die Vereinigung der Berliner Synagogenchöre, Dirigent Alexander Weinbaum, bringt am Mittwoch, dem 19. November, abends 8 yhr; in der Neuen Synagoge, Oranienburger Str. 30, Handels ״Judas Maccabäus“ zur Aufführung. Die Titelpartie singt Kammersänger Hermann Jadlowker, ferner wirken die Mitglieder der Berliner Staatsoper Tilli deöarmo und Anna Llpin und das Mitglied der Städtischen Oper in Leipzig, C. A. Neumann, mit. Am Cembalo: Max.Janowski, an der Orgel: Arthur Z e pk e. Das Berliner Sinfonie-Orchester. Kartenverkauf bei Bote & Bock und A. Wertheim. , Arbeitsnachweis. Für einen guten, nicht rituell geführten Haushalt in Frankfurt a. O. wird junge Engländerin gegen Taschengeld und freie Station gesucht. Meldungen erbeten an die Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnachweise, Berlin N 24, Auguststr. 17; Tel.: weidendamm 5936. בית־עם! בית־העם העברי עורך בקשר עם הבהירות אל הקהלה אספה גדולה׳ במוצאי שבת׳ 15 לנובמבר׳ בשעה 8 וחצי בערב בדיוק• באולם הקהלה׳ רהוב רוזן 4-2׳ על הנושא: ,ה ק הל ה הישראלית בברלין ואנחנו" הנואמים הם: קורט המרשטיין׳ נחום לוין׳ ד״ר מ• פינס׳ עורך הדין ארתור ראו׳ ד״ר מקם טולובייטשיק׳ ד״ר ה• טורטשינר׳ ד״ר וולפסברג• המיסה תפשית• אורחים רצויים• ■ BR GEWAHRT BEN FREUNDEN DES KEREN KAJEMETH BERLIN. W9, FRIEDRICH 6BERTBTRASSE Z/3 ERSPARtf/SSE UND V ER GUNST/GUNGEN /TELEFON: KURFÜRST SAGA r Ruth Silberstein Rechtsanwalt Dr. Sans Lewin Verlobt* Berlin W £5 Zwickau &. Sa. Xantener Straße 18 Nordstraße 2 a Empfang־: Sonntag, den 16. November 1930 Berlln-Schöneberg, Innsbrucker Str.5411, bei Dr. Sultan איי■ Dr. med. Walter Loewenthal Jona Toni Loewenthal ■geh. Foumun Vermählte Berlin N 31, den 9. November 1930 Rappiner Sir. 33 r.< Zt auf Reisen Gin möM. 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Habe aal da<a Lande — 33 Mia. 1b Grfiaeberg ScWller-Theafer 11. Nov. Clav! go 12. Nov. B«rr Doktor, haben Sie za «säen? 13. Nov. Nora 14. Nov. BarrDsktSr, haben Sie aa •eeeaT Deutsches Theater Elisabeth, Königin tob England Bammerspteie Die ztrtliehaa Verwandten Homödle Der Schwierige Homftdlenhaas Konto X Lessing Theater Eia Sommer nach talranm Deutsches Kftnstlerthealer Jim aad JU1 Theater tu der Stresemann>StraDe Sturm im Waeeerglau Theater am Sdtftf&aueraanuu Die Dreigroacheaoper Trthflne Etleaae Theater am BQiowplatz Die Matronen von Cattue ab 14, November Misnialppl Metropol •Theater Viktoria aad ihr Basar Theater des Westens Rodta Sfw« dal Conatnnne ■Ick züchtig Verkält? ab 14. November Gaackftft Hi Goichäft . Theater tu der BehrenstraDe Das hüSUehe Mädchen Renaissance •Theater Voran teraachan g׳ Komlsdie Oper Dn« Mädal am Statut Berliner Theater Ssktlea Bahastattaa ■rohes Sdiausplelhaiu Im walBsn R9״*t Lnsispieuiaas Hokaapokaa Theater tm Admlralspalast Die Caardaalüratlu Kleines Theater Mslaa Schwester and leb ab 13. November Dar Maaa, der achweif-1 Wallner-Tüeaier Krach aua Laatnaai Blamaathal * t׳r«utwortiid־!er Redakteur: Dr. Werner Bloch, Berlin •Wilmersdorf. Verlag Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15. Verantwortlich für den leaeratenteil: R. Segal, Berlin *Wilmersdorf, An*. *Verw. Jüdische Rundschau G. m. b, IL, Berlin W15, Meinekestr. 10 Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.