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Jüdische Rundschau · 1930-11-04 · Heft 87 (4.11.1930) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 87 (4.11.1930)
Date
1930-11-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 570 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 87, 4. XI 1930 Schalom Asch]» 50. Geburtstag, ln diesen Tagen vollendet Sch a 10m Asch sein 50. Lebensjahr. In Kutno (Polen) geboren, hat er schon sehr früh die Aufmerksamkeit der jüdischen lite-!■arischen Kreise, so von J. L. Perez, mit seinen kleinen Er- Zählungen auf sich gelenkt. Aber erst seine Meisternovelle ,,A Städte!“, die in alle Kultursprachen übersetzt wurde, begründete seinen dichterischen Ruhm, der durch eine große «Reihe Meisterromane und Novellensammlungen, sowie durch seine Dramen ״Der Ooti der Rache“ (IW von Reinhardt in Berlin aufgeführt), ״Sabbatai Zwi“. ״Familie Großglück“, ״Mottke, der Dieb“, ״Messias’ Zeiten“, immer höher anwuchs. Seine zuletzt erschienene koman-Trilogie ״Warschau“, ״Petersbürg“, ״Moskau“ hat bei der europäischen und amerikanischen Kritik hohe Anerkennung gefunden. Schalom Asch lebte eine Zeitlang in Amerika, seit 1923 lebt er abwechselnd in Warschau und Paris. Die große deutsche Presse und die Presse in den anderen Ländern würdigt die Bedeutung Asch’s in längeren Aufsätzen und Aufsatzreihen. Hervorragende Schriftsteller drücken ihre Verehrung für Asch in offenen Briefen an den Dichter aus. Schalom Ascit ist Mitglied des Councils der Jewish Agency. Dubnow-Ausstellung in Jerusalem. Anläßlich des Dubnow- Jubiläums hat die Jüdische National- und Universitiitsbibliothek in Jerusalem eine Dtibnow-Aus Stellung veransfaltet. Die Ausstellung en: 51t folgende Abteilungen: Die Oeschichtsvverke Dubnows!׳>> russischen Original und in Lieber- Setzungen (in sechs Sprachen; die einzige vollständige Uebersetzung seiner Weltgeschichte ist die deutsche, sogar im Original sind noch nicht alle Bände erschienen); Diibnows Chassidica (Artikel in Zeitschriften und sein neuestes Werk ״Geschichte des Chassidismus“, das hebräisch geschrieben ist und in Palästina erscheint); Dubnows Publizistik, Die Anfange Dubnows (seine Artikel in russisch-jüdischen Zeitschriften ״Russki“, ״Evrei“, ״Rassviet“‘ und ״Woschod“ unter dem Namen Dubnow, 'S. Mstislavski, D. S, und Criticus), Werke und Zeit- Schriften, die Dubnow׳ redigiert oder herausgegeben hat und einige Broschüren und Artikel über Dubnow. Einige Artikel Dubnows erinnern an seine öffentliche Tätigkeit, seine Teilnähme an dem von Ach ad Haam verfaßten Aufruf der hebräischen Schriftsteller wegen Gründung einer Selbstvvehr im Jahre 1003 nach dem Kiscliincwer Pogrom, seinen gemeinsamen Kampf mit Achad Haam für den hebräischen Unterricht in den Schulen der Gesellschaft zur Verbreitung der Bildung unter den Juden in Rußland, Odessa 1902. — Von besonderem Interesse sind seine Briefe (an Achad Haam, Bialik, Rawnizki, Drujanow, S. Buber, Dr. A. Schwadron), die in einem glänzenden Hebräisch geschrieben sind und in denen sich die Sorgen und Stirnmungen der Zeit abspiegeln. Der Nobelpreis für Medizin für das Jahr 1930 ist dem bekannten Bakteriologen und Biologen Dr. Carl Laniistciner, Professor an der Universität Wien und Mitglied des Rockefeller-lnstituts für medizinische Forschung in New York, für seine Untersuchungen über die Blutgruppierung verliehen worden. Carl Landsteiner ist Jude und wurde 1868 in Wien geboren. Dort hat er im Jahre 1900 als Assistent am Pathologischen Institut seine bedeutende Entdeckung der Blutgruppen gemacht und wurde dadurch der Begründer der Blutgruppenlehre. Zionistische Bezirksgruppe Ostwestfalen und Lippe. Tagung am Sonntag, dem 9. November, nachm. 3 Uhr, in B i e ■ 1 e f e 1 d , Hotel zur Post. Vermischtes Berlin. Die Jüdische Volkspartei veranstaltet folgende Wählerversammlungen: Mittwoch, den 5. November, abends 8 Uhr, in den Prachtsälen am Märchenbrunnen, Am Friedrichshain 29/31, und Donnerstag, den 6. November, abends 8 Uhr, im Tiergartenhof, am Bahnhof Tiergarten. Thema: ״Warum Wahlkampf in der Jüdischen Gemeinde“? Referenten: Dr. Alfred Klee, Direktor Georg Kareski, Prof. Dr. Heinrich Loewe, Ministerialrat Hans Goslar, Dr. Max Kollenscher, Dr. Aron Sander, Afretl Bergerll, Dr. Hermann Leiewer. Schule der Jüdischen Jugend. Der Zvklus ״Religiöse Gestalten der jüdischen Geschichte“ findet nicht in der August- Straße 11/13 statt, sondern beginnt am Donnerstag, dem 6. November, abends 8 Uhr, im Friedenstempel, Markgraf-Albrecht- Straße 11/12. Rabbiner Dr. P rinz wird an 5 Abenden über Mose, Esra, Joseph Karo, Leon da Modena, Baal Schern, sprechen. (Kursusbeitrag 1 M., Einzelvortrag 0,30 M.) Der Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend veranstaltet am Sonnabend, dem 8, November, abends 8l2׳ Uhr, im Beth-Am (Orolmanstr. 36) eine Ssicha über das Thema: ״Schabbat“. Einleitende Worte: Guttmann. Nach der Aussprache folgt: Musik, Rezitation und Singen. Die Chawerim werden gebeten, pünktlich zu kommen. ״Krach um Leutnant Blumenthal“, die Tragödie eines jiidischcn Offiziers in der Reichswehr, gelangt im Wallner-Theater täglich 84י Uhr zur Aufführung. Die Direktion gewährt unseren Lesern Preisvergünstigung. Näheres s. Inserat. Frauen-Arbeitsgemcinschaft für Palästina. Gruppe Eichterfelde: Mittwoch, den 5. November, nachm. 4s) l!hr: Bibelkurs unter Leitung von Frau Bosch witz, ,.Der Unsterbiiehkeitsgedanke in der Bibel“, bei Frau Goldschmidt, Drakestr. 40. Gäste willkommen. Frau Dr. Martha Hofmann hat ihre Stellung als Sekretärin für Organisation und Propaganda bei der Weltorganisation zionistiseber Frauen in London aufgegeben, um zu ihrer früheren Tätigkei* als Lehrerin in Wien zuriiekzukehren. Konzert für die Frauen-Arbeitsgemeinschaft. Wie anders Kammermusik wirkt, wenn sie den Rahmen hat, für den sie geschrieben ist, nämlich das Haus und nicht den Konzertsaal, zeigte sich deutlich bei dem Konzert, das zugunsten der Frauenarbeit in Palästina am Sonntag, dem 26. Oktober, im Hause Schocken stattfand. Ein zahlreiches Publikum, von Frau Schocken aufs liebenswürdigste begrüßt, genoß den Zauber echter Kammermusik, interpretiert durch Dr. V. E. Wolf, den feinsinnigen Pianist n, Simon Goldberg, einen äußerst begabten und ernsten jungen Geiger, der über einen prachtvollen Ton verfügt, und Fräulein Eva Hcinitz, eine ausgezeichnete Cellistin. Man hörte neben dem Es-Dur-Trio von Mozart, dessen reizendes Finale mit aller Grazie und sicht* licher Musizierfreudigkeit gespielt, die Hörer erfreute, die Sonate D-Moll von Brahms. In diesem Opus konnten beide Partner ihre reife Musikalität entfalten. Besonders g'iicklich kamen die beiden Schlußsätze heraus: Das duftige un poco presto e con sentimento und danach die dämonische Dramatik des agitato-Satzes. Der Anfang des zweiten hingegen schien mir im Tempo etwas verschleppt. Beethovens 00. 71 D-Dur, das Geistertrio, war ein erlesener Genuß, und das nicht nur wegen des trotz knappster Proben ausgezeichneten Zusantmenspiels. Der absolut jenseitige Gehalt des Mittelsatzes, der seinesgleichen nicht hat, verliert zu leicht im großen Saal. Diese Räume aber, festlich und intim, mit Blumen geschmückt, waren eine würdige Fassung für diese Perle Beethovenscher Kammermusik. Herr Salmart Schocken benutzte die Pause zu einer Ansprache, in der er die Frauenarbeit in und für Palästina würdigte. Die Schwere der Zeit betonend, verwies er auf unsere Geschichte, der weder Fehlschläge noch politische Konjunkturen etwas Entscheidendes anzuhaben •vormöchten. Die Frauenarbeitsgemcinschatt spricht dem!lause Schocken ihren herzlichen Dank für die in so schöner Weise geübte Gastfreundschaft aus. M. Moses. Rabbinerseminar zu Berlin. Die Eröffnung des Winter- Halbjahres hat im Rabbinersenninar am 23. Oktober, nachmittags, stattgefunden. Außer den gegenwärtigen Hörern und den Dozenten haben mehrere in Berlin amtierende ehemalige Schüler des Institutes, sowie mehrere Gäste teilgenommen. Den Hauptvortrag hielt Herr Dozent Dr. J. W o 111 g e m u < h über das Thema: ״Grundgedanken der Religionsphilosophie Max Scheler’s in jüdischer Beleuchtung“. Im Anschluß hieran wurden die neu angemeldeten Schüler, die sämtlich zugleich die Universität besuchen, aufgenommen und der Stundenplan, der an jedem Vormittag 5 Stunden Unterricht vorsieht, 'mitgeteilt. —- Am 26. Oktober hielt Herr Dozent Dr. J. W einberg einen Einleitungsvortrag zu seinen talmudischen Vor- Iesungen; Thema und Quellennachweis hierzu waren vorher bekanntgegeben. Alice Jacob-Loewenson sprach in der Aula der Kaiser- Friedrich-Schule über ,Jüdische und nichtiüdische Musik“ mit Zuhilfenahme von Schallplattee. Ihre These, daß in der jüdisehen Musik sich ein Stück Orient erhalten habe, bewies sie durch interessante Demonstrationen. Wir hörten Buddhistisches, Griechisches, Klassisches nehen synagogalen Weisen und jüdischen Volksliedern und konnten vergleichen, staunen — und manches Neue und Anregende mit uns nehmen. Wir lernten wieder, daß wir ״einstimmige Asiaten“ sind, und daß wir uns unserer älteren Musikkultur nicht schämen brauchen, obgleich wir auf Phänomene wie Palästrina mit Neid schauen. — Reicher Beifall lohnte die Vortragende. —de!. Jüdischer Ruder-Club ״Ivria“. Programm für November 1930. Donnerstag, den 6. November 1930: .20! S ufor Heimabend bei Leipziger, Rathenower Straße 2. Vortrag von Hans Klee über ״Die Aufgaben der Jüdischen Gemeinde im Spiegel der Parteien“. Sonntag, den 9. Novemher 1930: 10 bis 12 Uhr Kastenrudern, anschließend bis 1 Uhr Schwimmen im Poststadium (Lehrter Straße). Donnerstag, den 13. November 1930 : 20!6 Uhr Heimabend bei Dr. Schindler, Hankestr. 2. Fortsetzung der Palästina-Vorträge von Josef Braslavski. Sonntag, den 16. November 1930: 10 Uhr bootsfertig Friedrichshagen. Mittwoch, den 19. November 1930: 10 Uhr bootsfertig. Friedrichshagen. Donnerstag, den 20. November 19־ ׳!!<׳ ■0'׳ U:׳r KU . aN'ml bei Masur, Alte Schönhauser Straße 43/11. Vortrag von Julius Masitr. Sonntag, den 23. November 1930: 10 bis 12 Uhr Kastenrudern, anschließend bis 1 Uhr Schwimmen im Poststadium, Lehrter Straße. Donnerstag, den 27. November 1930: 201/3 Uhr Heimabend bei Dr. Steinhardt, Reinickendorfer Straße 2. Palästina-Vortrag von Josef Braslavski. Sonnabend, den 29. November 1930: Ball im Logenhaus, Kleiststraße 10. Sonntag, den 30. November 1930: wahlarbeit für die Gemeindewahlen. Hellmuth Lewv, NW 21, Oldenburger Straße 9 (Hansa 60S6). Karl Heinz Leipziger, NW 40, Rathenower Straße 2 (Moabit 7379). ln der Stadthalle in der Klosterstraße am Donnerstag, dem 30. Oktober, Portemonnaie mit Inhalt verloren. Abzugeben bei der B. Z. V., Meinekestr. 10. המוצעה לעבודה עברית ביו הנער. במוצאי שבת 8 בנובמבר, בשעה 4י8- בבית־העם, רחוב גדול5ן36, שיחד. על הנושא "שבת". אחרי הוכוחים:הקראה, נגינה ושירה. החברים מחבפשים לבוא בדיור. ER GEWAHRT DEN FREUNDEN DES KEREN HAJEMETH BERLIN W 9, FRIEDRICH EBERTSTRASSE 2/3 ״ ERSPARNISSE UND VERGÜNSTIGUNGEN TELEFON: KURPURST 9M6* r a Dr. Alma Es chclbacher Roer Dr. Oskar Etchelbacher geben in dankbarer Freude Kenntnis von der Geburt ihrer Tochter Rutil* Düren, den 27. Oktober 1930 j Chaluz iihern'mmt fachgemäße Gartenarbeit Neuanlagen, Gartenpflege u. Beratung. Preitw. Verkauf von Stauden, Rosen u. Baum-■ Ächulartikeln. «loset SOlnlK, Berlin WS7, Steinmetzstraße 56 IT, hei Hirt• ג•m* Resiaurant M. Schlank!ח (er Aufsicht der lsr. Synagogen ־ Gemeinde ״Adafi-Jisroel“ zu Berlin Berlin 0 2, An der Spandauer Brücke 4—5 Eingang Dlrcksenstraße. Gegenüber Bahnhof Börse Fernsprecher: Amt Weidendamm 8353. Ausrichten von Hochzeiten und Festlichkeiten In und außer dem Hause• Zionistin mit besten Referenzen, 37 Jahre, sucht Stellung als Hausdame in frauenlosem Haushalt und zur Erziehung von Kindern in Berlin oder außerhalb. Off. unter DOS an dieJüd.Rundschau, BerlinWIS, Meinekestr.10. 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