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Jüdische Rundschau · 1930-10-31 · Heft 86 (31.10.1930) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 86 (31.10.1930)
Date
1930-10-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 86, 31, X. 1030 JÜEDISCHE lUNDtCHÄII Sei« MS Ortsgruppen Breslau. Die Jugendorganisationen werden am BaJfoartag•, als Antwort auf den Angriff der englischen Regierung gegen die Idee und Praxis des Keren Kajemeth, eine Büchsensaoinlung von Haus zu Haus veranstalt«. Dresden. Am 12. Oktober fand ein starkbesuchfer Heimabend der Zionistischen Ortsgruppe statt» Nach der Be* grüßung durch Herrn H. Schocken und einem kurzen Pressebericht des Herrn ß. Korn, referierten die Herren Hermann Lehmann und Josef Burg über das Thema ״Stellung und Aufgaben der Orthodoxie innerhalb de? Oe- Samtjudentums“. An der Aussprache beteiligten sich die Herren Mednikow, Ing. Tschernoff, Weiner, Maler, Lewin Stockhammer, Dym, Ehrlich, Rabinowitzsch (Palästina) und Frau Salkin. Der zahlreiche Besuch und die rege Diskussion, besonders seitens der jugendlichen Zionisten, Ist zn hegrüßen. Nach einem Schlußwort des Referenten, Herrn Josef Burg, schloß der Vorsitzende den schönen Heimabend. ־ Am 26. Oktober fand im Restaurant Hermann ein gutbesuchter Heimabend der Ortsgruppe statt. Der Vorsitzende, Hermann Schocken, eröffnete die Versammlung und gab einen kurzen Ueberblick über die neueingetretene schwierige Situation durch die englische Regierungserklärung und die darauf erfolgte Demission Dr, Wetz mannt In einem längeren Referat Ober: ״Die gegenwärtige Lage des Zionismus“, legte Dipl-Ing. Grünstein die Gründe der Amtsniederlegungen der Führer Dr. Weizmann , Lord Melchett und Felix Warburg dar. Referent gab der Versäumlung ein Bild über die Haltung der englischen Regierung zum Simpson-Bericht und bezeichnet«! diese Haltung als ein voUständiges Versagen ihrer aus dem Mandat übernommenen Verpuichtung, ein Jüdisches Nationalheim zu errichten. Der Referent glaubt jedoch, daß kein Grund zur Mutlosigkeit vorbanden ist, er fordert vielmehr auf, jetzt mit doppelter Energie unsere Kräfte dem Palästina-Aufbau zu widmen und zu zeigen, daß wir nicht gewillt sind, eine Stockung in unserer Arbeit einbeten zu lassen. Dem interessanten Referate schloß sich eine sehr rege Diskussion Im Sone de» Referenten an, bei der folgende Herren zu Worte kamen:: Schocken, Rais• mann um! Ing. Tschemoff. Zum Schluß nahm Otto Lehmann nodtmals ausführlich zu da! jetzigen Ereignissen Stellung und schlug folgende Resolution vor, die von allen Anwesenden angenommen wurde: ״Die zionistische Ortsgruppe Dresden erhebt schärfsten Protest gegen dm Inhalt der neuen britische» Regierungserklärung bezüglich der künftigen Palästina-Politik. Sie stellt fest, daß der Inhalt der Erklärung nichts mehr zu tun hat mit der Balfour-Deklaration, dem Inhalt des Mandats und da» früheren feierlichen Versicherungen der britischen .Regierung. Ke Zionisten Dresdens protestieren entschieden gegen dieses Vorgehen. Sie erwarten, daß die verantwortlichen zionistischen Stehen zum schärfsten Kampf gegen diese Methoden der englischen Regierung atifrufen werden und versichern der Exekutive und dem Jisc&uw in Palästina, daß kein Ereignis sie hindern wird, weiter mit allen Kräften für den Aufbau des jüdischen Palästina zu arbeiten.“ B. K. Dessau. Ke Ortsgruppe hat beschirmen, als Antwort auf die letzten Ereignisse, das diesjährige Kontingent für dm Keren Kajemeth um 20 0/0 zu erhöhen und altes daran zu setzen, diese Summe aufzubringen. Erfurt. Nach einem Telegramm aus Erfurt wurde in einer Sitzung der Zionistischen Ortsgruppe beschlossen, zum Zeichen des praktischen Protest« die Legats-Versicherungs-Aktion des KKL in großen« Maßstabe durchzuführen und mindestens 15000 M» airfzubriagen» 18 Versicherungen im Betrage von 10500 M, zugunsten des KKL wurden sofort abgeschlossen. ־ Gleiwitz O.-S. Die hiesige Ortsgruppe hat zur Förderung des gesefechaftBchen Zusammenhanges unter ihren Mitgliedern einen Stammtisch eingerichtet, der jeden Dienstag-Abend im jüdischen Vereiashauee zusammenkommt. Bei dieser Odegenndt sollen zionistische Tagesfragen besprochen und zu dm jüdisch-politischen Ereignissen Stellung genommen werden. Diese Neueinrichtung dürfte sich bd unseren Gesinnimgsgenossen bald einbürgem, so daß mit einem zahlreichen Resuch dieser zwanglosen Zusammenkünfte zu rechnen ist. Der erste Abend dieser Art fand am 28. Oktober statt. Dr. E. H. Görlitz. 1111 Laufe des Monats Oktober bat die Winterarbdt unserer Ortsgruppe begonnen. Sie ist durch Zuzug jüngerer Gesinnungsgenossen erfreulicherweise etwas gewachsen. Leider habe» wir aber auch vor kurzem den Verlust eines hochgeschätzten Mitgliedes, der erst im April d. J. hierher übergesiedelten Frau Rabbiner Resi Krakauer, durch den Tod tief beklagen müssen. Dem Andenken der Verstorbenen haben die Ortsgruppe und viele Mitglieder unserer Gemeinde durch Stiftung eines Resi Krakauer-Gartens ein Denkmal fesetzt. Zum Vorsitzenden der Ortsgruppe wurde Rechtsanwalt ommer wiedergewählt. Zu weiteren Mitgliedern des Vor- Standes Apothekenbesitzer Dr. Friedländer, Frau Kate Meyer, Frau Grete Sommer und Paul Wolf f. Ein engerer Arbeitsausschuß hat den Arbeitsplan für das Winterhalbjahr autgestellt, und zwar: Ke Darstellung der Entwicklung des Ziom'smus in 7 Vorträgen, die von Mitgliedern der Ortsgruppe ge׳ halten werden, ferner Pressereferate über die wichtigen Erelg nisse in unserer Bewegung. Zwei solcher Referate, nämlich über die Sitzung des Aktions-Comites und der Jewish Agency in Berlin, sowie über das Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte zur Judenfrage sind bereits gehalten worden. Auch Vorträge auswärtiger Redner sind in Aussicht genommen. Hamburg. Eine Versammlung der Ortsgruppenmitglieder und Schekelzahler, in der Dr. Georg Halpern über die letzten Ereignisse sprach, beschloß am Balfourtag, zum Zeichen des praktischen Protestes, eine Sammlung zugunsten des KKL bei allen jüdischen Familien durchzuführen. Bei einer Jugendversammlung, im Zusammenhang mit dieser Aktion sprachen Dr. Strauß und Ing. Heinemann. Frankfurt a. M. Am 20. Oktober sprach im überfüllten Saal des Zoo vor 1400 Zuhörern Wladimir J abotinsky über ״Die jüdische Schicksalswende“. Schon D/g Stunden vor Beginn der Versammlung setzte der Andrang der Massen ein. Der Ver׳ Sammlungsleiter Dr. Arnsberg begrüßte Jabotinsky. Bd Beginn der Versammlung war die Demission Weizmanns noch nicht bekannt. Jabotinsky sprach von der gerechten jüdisehen Forderung und von ihrer Ethik. Lösung der Judenfrage sei ein eminent demokratisches Problem. Zionismus habe keinen anderen Sinn als Erlangung der jüdischen Majorität beiderseits des Jordans. Wes sei den Juden durch die Balfour-Deklaration versprochen worden, — und nichts anderes. Annäherungsversuche an die Araber oder ein numerus clausus in Palästina er• zeugen nur einen neuen Antisemitismus, bedeuten aber keine Lösung der Judenfrage. — Während der Rede wurde Jabotin*' das Telegramm übergeben mit der Nachricht der Dem is si< Weizmanus. Jabotinsky vermied es, diese Nachricht der Oeffentlichkeit bekanntzugeben, man empfand aber deutlich in der Versammlung eine unerhörte Depression. Es sei Schariatanerie, jetzt zu versprechen, sofort altes zum besten zu wenden, nachdem entgegen allen Warnungen die zionistische Leitung Fehler auf Fehler gemacht hat, die das Unglück herbeireführ; haben. Er glaube Sefianerlich an die Zukunft des Zionismus; denn Palästina sei für das jüdische Volk notwendig, und die jüdische Forderung sei gerecht. Nicht der Zionismus sei gescheitert, sondern die zionistische Politik. Nach Schluß seiner Rede sang die Riesenversammlung stehend die Hatikwah. Jabotinsky ver brachte dann noch kurze Zeit int engeren Kreise der Revisio- BERLINER KALENDER 35d$ Mm 3mL Cennabenb, hm I. flot»., a&enb# 81/• Uhr, Sortmg Dr. 3»6i Söon8l«to8fi: Inftxe Sitetafuc an» ble f ftotf#« Sit!« iidrfeit״׳, ®öfte niUIfommtn.!בבילדהעם בסוזאי שבת, 1 בנובמבר. מעה י וח*י מרב« יר*ה בביודהעם הד״ר «מ ויסלבסקי על הנושא: ספרותנו והמציאות היהודיה. אורחים רזויים. freie JfläMi £0fMfr(Xüf<$«te. ©onnlag, bet» % ftw»,, *#*nt. tl*/i ttpr,זיו bet lfaife*«8*frt1TWj» ®Aule, RnefeBedftrafee 24, im SRaßmen öe« IpfluS :״gübifdje Zageöftagen*, Äutt Blumen• tlb: 2״age*|tagtn tionifttfdjet floütU", »relinsr JpMflMe ffltteinlpmi. ®onntrStag, btn f, S?o»tmbct, abettbf 8% Beiirttetstifammluna bet SB. & B. in btt Btetieftfte. Zogcfiorbnurtg: .ünfert Itbeit in bet feßigen S*»*״• Befexenten: ®litgtttber be* $auptnorflanbe«. Äe ®tiung iß fut VHtgliebes bet B.3.B. offentltdj. öflwflUM י׳י• )jRRIRffi mWnlUIVI |B Berlin. Ktttrood), ben 12. ßtooetnbet, abenbä 8 tt|t׳ tot BetmoIfungAfleb&ube bet «rmetnbt, Bojtnfir. 9, hebr*ifst>et Borttag be8 $ett» Be• intim Dr• &■ Zotejfnet übet: 8״»f* gaben eine* neuen Blbelübetfefeung*׳. «fKtnaRge ®#ület trab Büfle ttrtHfommen. בית המדרש לעברית של קהלת מיהודים בברלין יערוך ביום רביעי. טג בנובמבר. בשממה בערב, בבית הקהלה רוזנשטראסה *> הרשאה עברית של הד״ר ד- ט1דטשיגר על הנזשא: *סטרתו ואופיו של תרגום חד f למקרא*.חלסידיס שלמת לפנים ואורחים רעדים. Breie ifenfl(*• 3»»8«nW1»»bglbuna■ «onniag, btn J. BooentStt, abtnbd Süßt, in ben iRuftfetfefpIen, Jtaiier*2BüI)elm«©traf1e 81: ßta<| bet Qtflütung bet tngßfdjen Regierung anläfj (ich bt« 18. 3nßreä״ tageS bet SSalfout•Betlaraticn. »ebner: Btrtteitt jübife^er 3ugenbbünbe. Breie preitfWunbgefan« b§r Baals *Pen am ®oimerötag, ben 8. Böfe»%bettbi §*!• ll|t, im gtofjtn ®aal bet 3üWf#en •emeto&e, »ofeu• ftrafee 2 •4. (SS fprtcßen: Dr. E8fat 60hn, Dr. ®d&. 3uriü, Bel'Rnrtm, 6. Hubel, SKofche ®dioptto unb ein Berteilet bet Cojialbente• frattften fartei. nisten, um dann nachts nach Berlin weiterzufahren. Ke Tagespresse schenkte der Anwesenheit Jabotinskys besondere Beachtvmg. " ־'״ ״ ־ ־ ■ ־ ״Ort“-״Ose“־B1nkett In Loodoo Ke Gesellschaften ORT und OSE gaben am 28. Oktober in London ein Bankett, auf dem eine Sammlung zur Förderung der Ziele dieser Gesellschaften eingeleitet wurde. Unter den Ehrengästen befanden sich Professor Albert Einstein, Bemard Shaw, S. 0. Wells und zahlreiche andere hervorragende Persönlichkeiten, Bernard Shaw begrüßte in längerer Rede Professor Albert Einstein, den er als den bedeutendsten Geist der Gegenwart feierte. Professor Einstein hielt sodann eine Rede in deutscher Sprache, die nachher ins Englische übertragen wurde. Er führte xl a. aus: Nicht leicht fällt es mir, meinen Hang za einem Leben in stiller Betrachtung zu überwinden, doch dem Rufe der Gesellschaften ORT und OSE durfte ich mich nicht entziehen; es ist sozusagen der Ruf des schwer gedrückten jüdischen Volkes, dem ich Folge leiste. Ke jeweilige Situation des jüdischen Volkes in den verschiedenen Ländern ist ein Barometer des sittlichen Standards der Völker, unter denen die juden leben. Was könnte auch einen besseren Maßstab für die Zivilisation einer Gemeinschaft darstellen als ihr Verhalten zu einer wehrlosen Minderheit, die in ihrer Mitte lebt? Dieses Barometer steht tief in dieser Zeit Kes fühlen wir schmerzlich, die wir die Erhaltung und Konsolidierung dieser Gemeinschaft uns zur Pflicht gemacht haben, deren jahrhundertelange Tradition von dem Streben nach einem Dasein in Gerechtigkeit und Vernunft erfüllt ist, von einem Geiste, der in neuerer Zeit Männer wie Spinoza und Karl Marx hervorgebracht hat. Wer aber den Geist erhalten will, muß auch den Körper pflegen. Während die Gesellschaft OSE an der tatsächlichen physischen Gesundung der jüdischen Massen im Osten arbeitet, hat sich die Gesellschaft ORT die ökonomische Gesundung des jüdischen Volkes zur Aufgabe gemacht: seine Heilung von jener wirtschaftlichen Krankheit, die als Folge der mittel alterllchen Unterdrückung der Juden entstanden ist, seine Zu sammendrängung in einzelnen, vorwiegend kommerziellen Be rufen durch Eröffnung neuer Berufe zu beseitigen. An Euch firofle Öffentliche üugendKundgebuno nach der ErklSruns der englischen Regierung anliBilch des 13. Jahres* tages der Balfour-Deklaration sonnten, den 2. novem der 1930 , aBsnds 8 Uhr In den Musikerfestslien, Kaiser*Wilhelm*Str. 31 Redner: Vertreter Jüdischer Jugendbünde Volksgenossen In England, ergeht 4er Rai, an «Bes«• weike mttitiwfrfcen, da* bereits Vortreffliche» geschaffen hat. Die letzten Tage haben eine Enttäuschung gebracht, die gerade Euch nahegehen muß. Klaget nicht, sondern bleibet unseren gemeinsamen Zielen treu. Hindernisse waren stets nur ein Quell, aus dem unsere Gemeinschaft neue Kraft geschöpft hat. Wen» wir aut Rosen gebettet gewesen wären, bitte« wir die Jahrtausende nicht überdauert Vermischtes Berlin, Die Jüdische Volkspartei veranstaltet folgende Wihlerversammlungen: Mittwoch, den 5. November, abends 8 Uhr, in den Prachtsälen am Märchenbrunnen, Am Friedrichshabt 21/31, und Donnerstag, den 6, November, abends 8 Öhr, fnr Tiergartenhof, am Bahnhof Tiergarten. Thema: ״Warum Wahlkampf in der Jüdischen Gemeinde“? Referenten: Dr. Alfred Klee,!Direktor Georg Kareski, Prof. Dr. Heinrich Loewe, Ministerialrat Hans Goslar, Dr. Max Kollenscher, Dr. Ar« Sander, Afretf Bergerli, Dr. Hermann Leiewer. Berlin. Linke Poale Zion: Sonnabend, den 1. November, abend SJO Uhr, Im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4, öffentliche Versammlung *Dreizehn Jahre Balfour-Deklaration ״ Was Ml?“ ״Berlin. Der zionistische Jugendbund ״Nordau“ eröffnet am Sonntag, dem 2. November, nachmittags 4 Uhr, sein Heim in der Lottumstr, 9/10 (Hof parterre), am Schönhauser Tor. Chi jüdisch«• Nenriumert in Barth!. Ungewöhnliches *W dem Berliner jüandten Publikum geboten. Wie aus dem Inserat in der vorliegenden Nummer hervorgeht, gibt der einzige jüdische Negerkantor Towie Hakohen von der New Yorker Negersynagoge am Sonntag, dem 2. November, nachm. 4 Uhr, dn einmaliges Konzert in der Singakademie, Am Festangsgraben 2■ Es kommen synagogafe und jüdische Volks- Meder zum Vortrag. Ueberall, wo dieser Negerkantor aufgetreten ist, so in Warschau und anderen größeren Städten, erntete er großen Beifall. Es sei noch erwähnt, daß eine Wiederhohtag des Konzertes nicht stattfinden kann, da der Kantor von Wer aus nach Palästina reist. Es empfiehlt sich daher, ■ich baldigst Kauten zu beschaffen. Forschungsinstitut für helirlhche Dichtung. V o r 1 e s u n gen am Forschungsinstitut für hebräische Dichtung. — lm Wintersemester 1900/31 finden am Forschungsinstitut für hebräische Kchtung Vorlesungen mit dem Thema ״Einfih* rang in die nach biblisch e hebräische Poesie“ (zwei Stunden wöchentlich) statt. Fenier Uebungen für Fortgeschrittenere (ebenfalls zwei Stunden wöchentlich). Anmeldun- Vorlesungen beginnen am Kenstag, dem 4. November. Die Uebungen beginnen am Montag, dem 10. November. Frauen-Arbeiisgemeimcliaft für Palästina. Bezirksgruppe Nordumd Ost: Montag, den 3. November, abends 8*7* Uhr, im (Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4, Vortrag von Frau Lina W ag * ner-Tatlber, Repräsentantin der Jüdischen Gemeinde: *Die Frau in d<b jüdischen GemeindearbeiFL Anschließend Arbeit®- Sitzung und Besprechung des Winterprogramms. Gäste willkommen. — Bezirksgruppe Neukölln: Kenstag, den 4. November, abends 8»/* Uhr pünktl, bei Dr. Bertha Zamory, Neukölln, Kaiser-Friedrich-Str. 38, Vortrag von Frau Jenny Blumenfeld: ״Eindrücke von einer Palästinareise“. •Anschließend Arbeitssitzung und Besprechung des Winterprogratnms. Gäste willkommen. Paiisttna-HaiMlarbeiten, Jaflorange. Ständiger Verkauf schöner Palästina-Handarbeiten — % ,(je|ehert'|j|f)^«e4.t|f* sonders geeignet — und ausgezeichneter J aff orange (Qringeade aus frischen Palästinafrüchten) jeden Donnerstag nachmittag bei Frau Rechtsanwalt Cohn, Potsdamer Straße 99 (Lützow 6428). Bllnden-Bürstenwerkstätte ״Friedenau". Am 15. November dieses Jahres blickt die Bllnden-Bürstenwerkstätte *Friedenau“, Berlin SW 19, Roßstr. 7, auf ein zehnjähriges Bestehen zurück. Am 15. November 1920 hat der Inhaber dieser Blinden-Bürstenwerkstätte, Herr Manrycy Rosenzwei g, die Steglitzer Blindenanstalt, die er zwei Jahre lang zwecks Umiernung besucht hat, verfassen und unter ideeller und materieller Mitwirkung verschiedener Persönlichkeiten aus dem Berliner jüdischen Leben die obige Blinden-Bürstenwerkstätte gegründet. In der Bllnden-Bürstenwerkstätte findet eine größere Anzahl Blinder, darunter mehrere jüdische Blinde, laufend eine Existenz und gute Arbeit. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltet bildung für SödaTarbeiter', Rabbiner, Lehrer und ln der Ausbildung zu diesem Beruf Stehende. Ke Themen des 2. Lehrgangs Winter 1930/31 sind: Jüdische Religionsgemeinschaft und Wohlfahrtspflege (Rabb. Dr. Wiener und Rabb. Dr. Prinz), Einführung in die jüdische Wohlfahrtspflege und jüdische Sozialpolitik (Dr. Oliendorff und Dr. Kreutzbeiger), Gesundheitsfürsorge für die jüdische lugend (Dr. Stahl), Arbeitsgemeinschaft für jüdische Erziehung«fragen (Dr. Hans Lubinski und Frau Oberin Berger), soziologische und sozialpsychologische Grundlagen der Wohlfahrt!• pflege (Frau S. w ronsky), Einführung in die allgemeine Sozialarbeit (Dr. Oliendorff und Dr. Kreutzberger). Dauer des Lehrgangs: 10. November 1930 bis Mitte März 1931. Ort: Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Berlin N 24, Artilleriestr, 14. Anmeldungen, Auskünfte, Lehrpläne bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158. Tel.: Bismarck 1063—1065. Martin Buber in der Schule der jüdischen Jugend, Berlin. Int Rahmen einer Freitag-Abendveranstaltung der Schule der jüdischen Jugend behandelte Martin Buber am 24. Oktober das Thema: Wege zur Bibel. Ke Veranstaltung war ein lebendiges Zusammensein und Sichaussprechen der Jugendliehen und Bubers. Es sollten weniger theoretische Erkenntnisse oder materielles Wissen vermittelt, als vielmehr Wege gezeigt werden, die für eine bibelferne Generation einen Zugang zum Erlebnis und zum Gehalt der Bibel eröffnen. Ke Unterhaltung, die an diesem Abend geführt wurde, bewies erneut die außerordentliche Schwierigkeit für große Teile der Jugend, das rechte Verhältnis zum religiösen Gehalt der Bibel zu gewinnen. Es war wohl das wesentlichste Wort des Abends, das von Buber gesprochen wurde, als er sagte, daß unsere Beziehung zur Bibel darauf aufgebaut sein muß, daß sie das Dokument von dem in uns ist, was uns als Juden gemeinsam ist. Man muß jede Stelle so ernst nehmen, wie man nur kann. Nur auf diesem Wege ist ein Näherkommen und Erleben der Bibel für uns möjpicl». Uns wird von ihr nichts auf didaktische Weise gesagt, sondern alles in der Er- Zahlung, in der Sprache der Botschaft. Eine große Schwierigkeit liegt darin, daß Vieles zu ״geläufig“, d. h. übertüncht ist. Daher muß jedes Wort in seinem echten Zusammenhänge aufgefaßt werden. Das Wort der Bibel muß mit ganzer Seele (Kawannah) gesprochen werden. Dana erst kann uns auch die Struktur der biblischen Sätze ins Bewußtsein treten, die Bedeutung der Beziehungen verschiedener Stella! aufeinander und der Wiederholungen. Alles in der Bibel hat sinnvoll eine bestimmte Gestalt gewonnen und kann nicht anders gesagt werden. Buber belegte diese Ausführungen mit zahlreichen Stellen aus seiner Bibelübersetzung, deren Sina und Klang in seinem Munde besonders lebendig wurden, L,

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