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Jüdische Rundschau · 1930-10-21 · Heft 83 (21.10.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 83 (21.10.1930)
Date
1930-10-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 538 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 83, 21. X. 1930 Briefe an die Redaktion Von vielen Zuschriften ähnlicher Art veröffentlichen wir nachstehende Zeilen: Ich gehe sammeln. ״Neues Land — friedlicher Aufbau!“ Natürlich, ich helfe mit Begeisterung mit. Eines Sonntags Morgen mache ich mich auf, sorgfältig angezogen (״wegen Eindruck“, und die Hausangestellte haut nicht gleich im ersten Augenblick die Tür vor meiner Nase zu) und fange an. (Lll Uhr: ״Der Herr schläft noch.“ ״Wann kann ich wiederkommen?“ ״ln einer halben Stunde.“ Ich gehe zu meinen anderen neun ״Adressen“, mit dem gleichen Resultat: Erfolg gleich Null. Nach einer halben Stunde komme ich zum ersten zurück: ״Die Herrschaften sind eben weggegangen!‘‘ ״Wann kann ich wiederkommen?“ ״M o r• gen zwischen 6 und 7 Uhr.“ Ich sehe mich schon morgen die Treppen erklimmen, und frage mich, wird der Herr da sein, wird er etwas geben, wie oft werde ich noch kommen müssen? Weiter — klingeln — der allgemeine Feind der Sammler — die Hausangestellte — öffnet. Ich: Outen Tag, ich möchte Herrn Cohn sprechen. Mädchen: ln welcher Angelegenheit? Ich: Ich komme vom Keren Kajemeth. Mädchen: Der Herr ist nicht zu Haus. Ich: Kann ich Frau Cohn sprechen? Mädchen: Ich werde sie rufen. Ich warte; das Mädchen kommt zurück: Die gnä' Frau läßt fragen, in welcher Angelegenheit. Ich: Vom jüdischen Nationalfonds. (Keren Kajemeth hat sie nicht verstanden.) Das Mädchen, durch die Tür: Ein schwarzes Fräulein vom Fonds, . . . national, . . . jüdisch glaub’ ich. Die Frau: Sie kann ja wiederkommen, wenn mein Mann zu Hause ist. Adieu! ״Erlösung des Bodens!“ Ciialuzim im Emek, ihr habt es nicht schwerer als wir Sammler? Das waren zwei Fälle. Manchmal sind Herr Levy und Herr Cohn auch zu Hause, lassen auf sich warten, geben etwas oder auch nicht, freundlich oder mürrisch, je nachdem. Doch einer rettet alle Gehenden. Was ich jetzt schreibe, ist kein Märchen. Ein Herr öffnet die Tür, hört sich den Vorfrag an, lächelt, sage, und schreibe — lächelt und sagt: ״Ich freue mich, daß Sie gekommen sind“, und zieht einen Geldschein aus der Tasche. Man glaubt’s kaum mehr, so was gibt es! Ich schreibe dies hier nicht nieder, um mich zu beklagen oder jemanden zu verärgern. Im Gegenteil! Ich möchte nur folgendes damit erwirken, und das sollten eherne Gesetze für alle Gebenden werden: 1. Seid freundlich zu den Sammlern. 2. Geht mit ihrer Zeit ebenso sorgfältig um, wie mit Eurer. 3. Und dies ist das wichtigste: Bedenkt, daß sie nicht für sich, sondern für unsere gemeinsame Sache — für Palästina — sammeln: sie wollen mit Euch zusammen den Aufbau fördern helfen. _ Käthe Swoboda. Verband Jüdischer Ingenieure und Chemiker in Deutschfand E. V. Die Schwierigkeiten, die sich den jüdischen Angehörigen naturwissenschaftlicher Berufe, insbesondere in der heutigen Zeit, entgegensiellen, haben bereits im vergangenen Jahre eine Anzahl von jüdischen Ingenieuren und Chemikern veranlaßt, sich zur ״Selbsthilfe“ zusammenzuschließen. — Der vorgenannte Verband hat die Aufgabe, seinen Mitgliedern und Kollegen berufsberatend und — in enger Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Arbeitsnachweis — steilenvermittelnd zur Seite zu stehen. Alle jüdischen Ingenieure und Chemiker seien daher auf das Bestehen dieses Verbandes aufmerksam gemacht und gebeten, sich ihm anzuschließen oder ihn bei seiner Arbeit durch Mitteilung und Nachweis von Vakanzen zu unterstützen. Die Adresse des Verbandes lautet: Berlin N 24, Auguststr. 17. Sprechstunden, in denen jede Art von Auskünften gern erteilt wird, finden jeweils Montag und Donnerstag, von 6—7!/a Uhr Bachmittags, statt. Schekelsammlung und Kongreß Die Zionistische Exekutive hat den Schlußtermin für die Schekelsammlung 5690 auf den 31. Oktober festgesetzt. Wir fordern alle Gruppen und Schekel-Vertrauensleute auch auf diesem Wege dringend dazu auf, alle Kräfte in der noch zur Verfügung stehenden Zeit auf die Schekelsammlung zu konzentrieren und die gesammelten Schekel rechtzeitig an uns zu überweisen. Der Schekelpreis beträgt 1,50 M. Zionistische Vereinigung für Deutschland LanüesscheHei-Kommission Postscheckkonto: Berlin Nr. 8091. Bankkonto: Volksbank Iwria, Berlin W 8, Französische Str. 8. Vermischtes Jüdische sozialdemokratische Arbeiterorganisation Poale Zion. Donnerstag, den 23. Oktober, Versammlung im Gemeindehause, Rosenstr. 2/4, 20(4 Uhr: Unsere Aufgaben nach dem Weltkongreß für das arbeitende Palästina. Referenten: S. Adler-Rudel, Dr. S. Kaieko, E. Liebenstein, Dr. Georg Lubinski, M. Schapiro. Gäste willkommen. Freie Aussprache. Altherrcntagung des K. J. V. in Berlin am Sonnabend, dem 1., und Sonntag, dem 2. November. Eröffnung am Sonnabend abend durch eine gesellige Veranstaltung im Opcm-Rcstaurant der Städtischen Oper, Berlin-Charlottenburg, Bismarckstr. 34 bis 37. Beginn der Verhandlungen am Sonntag, früh (310 Uhr, im großen Saal des Logenhauses, Kleiststr. 10. Referate: ״Zionisten und das heutige Deutschland“ (ein Querschnitt durch die jüdische Politik im heutigen Deutschland, Antisemitismus, Anteilnahme der Juden am deutschen politischen und wirtschaftlichen Leben, Stellung zum C.-V. und anderen jüdischen Organisationen); Referent: Bbr. Dr. Sigmar Gins bürg, Königsberg. ״Unsere zionistischen Aufgaben und Möglichkeiten“; Referent: Bbr. Dr. Meinhold Nußbaum, Nürnberg. Konzert-Feier im Beth-Am. Das Beth-Am veranstaltet am Sonnabend, dem 23. Oktober, 9 Uhr abends, in seinen Räumen, Grohnanstr. 36, eine große hebräische Feier mit Beteiligung des Herrn Josef G o I a n d (Schauspieler des ״Ohel“, Palästina). Es wirkt mit Herr Iso Goland (Staatsoper Kroll). Im Programm: Rezitationen aus Bialik, Tschernichowskv und Schlionsky, aus der Bibel; ferner Humoresken, inszenierte Lieder, Arien usw. Am Klavier: Sarah Schapiro. Eintrittskarten 1—3 M. im Beth-Am. Jüdische Musik — nichtjüdische Musik. Der Vortrag von Alice Jacob-Loewenson (Sonderveranstaltung der Freien Jüdischen Volkshochschule am Sonntag, dem 26. Oktober, abds. 8 Uhr, in der Kaiser-Friedrich-Schule, Knesebeckstr. 24) bezweckt — anhand von Grammophonaufnahmen — eine Gegenüberstellung von jüdischer mit arabischer, singhaleslscher, äthiopischer, türkischer, bulgarischer, russischer, gricchischer, spanischer und italienischer Musik. (Karten zu 1 M., Jugendliche 50 Pf.; bei Hermann Tietz, im K. d. W. und im Sekretariat der Fr. Jiid. Volkshochschule, Yorckstr. 88, bei Goldmann. Verband Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Ein regclmäßiger Verkauf palästinensischer Handarbeiten (Kinderkleicler, Blusen und Kleider für Damen, Teegedecke, Buntstickereien, Barchesdecken, Mazzothtaschen), sowie Silbersachen findet jeden Donnerstag von 3 bis 6 Uhr, in der Wohnung von Frau Rechts* anwalt Cohn, Potsdamer Str. 99 (zwischen Kurfürsten- und Bülowstraße), statt. Habima in Gleiwitz (O.-S.). Die Habima hat nunmehr auch die Gleiwitzer Theaterfreunde mit einem Gastspiel (Dybuk) erfreut. Ihre bis ins Einzelne durchdachte Theaterkunst hat auch den stärksten Zweiflern bewiesen, daß es doch so etwas wie jüdisch-nationale Kultur gibt. Die Ergriffenheit der jüdischen Zuschauer durch das chassidische Milieu zeigte deutlieh, daß in uns noch ein Rest von jüdischkeit lebt, der nur einer Anregung bedarf, um zu erwachen. Eine solche volkhafte Anregung geht in hohem Grade von der Habima aus, und sie ist bestimmt eine fruchtbare Auswirkung des ״geistigen Zentrums“ in Palästina. Dr. E. HL Vorträge im Beth-Am. Ain Donnerstag, 25. September, hielt der Redakteur des ״Hachinuch“, Dr. D. Lewin, einen Vortrag über ״Das zionistische ideal und seine Interpreten“. Der Referent gab einen Ueberblick über die Entwieklnngsgeschickte des Zionismus und kritisierte besonders scharf die Theorie und Taktik des ״Brith-Schalom“. An der Diskussion beteiligten sich H. Leibowitz, Jehuda, Dr. P ines, Dr. Rawidovvicz. — Am 4. Oktober fand ein Vortrag von Prof. Chaiin Tschernowitz aus Amerika über ״Die Familie im alten Israel“ statt. Prof. Tschernowitz, der einer der besten Kenner des jüdischen Rechts ist, schilderte Wesen und Struktur der alten jüdischen Familie. Dem interessanten Vortrage schloß sich zu Ehren des Gastes ein Bankett unter dem Vorsitz von Dr. Rawidowicz an, an dem namhafte Gelehrte und Schriftsteller teilnahmen. Dr. Woyslawski und J. Gutmanu entwarfen ein Bild von der wissenschaftlichen Person- Ikhkeit des Gastes. Ferner sprachen Dr. P incs und Dr. Soloweitschi k. Josef Braslawski berührte einige Fragen, die die palästinensische Jugend am Arbeitsgebiet des Gelehrten interessieren. Prof. Tschernowitz dankte für den herzliehen Empfang und beantwortete verschiedene Fragen, die von den Rednern berührt wurden. Er sprach sehr anerkennend von dem hebräischen Milieu des Berliner Beth-Am, das er leider in Amerika vermisse. Sowohl der Vortrag wie das Bankett hinterließen einen starken Eindruck. — Bei der Dubnow- Feier am 5. Oktober war das Beth-Am durch Dr. Rawidowicz vertreten, der den Jubilar in hebräischer Sprache begrüßte. Redner nahm Gelegenheit, um die Differenzen und Berührungspunkte, die zwischen dem Zionismus und Hebraismus einerseits und dem Dubnowschen Autonomismus andererseits bestehen, klarzulegen. Bei aller Anerkennung des Primats Palästina forderte der Redner eine stärkere Beachtung der Probleme des Diasporajudentums. Leider haben es einige Hebräischgegner für richtig gehalten, den Redner durch Zwischenrufe ״jiddisch sprechen“ zu stören. Die Zwischenrufer vergaßen aber, daß Prof. Dubnow selbst vor vier Jahren bei der Gedenkfeier für Achad-Haam hebräisch gesprochen hatte. — Die Leitung des Beth-Am stellt für den Winter ein reichhaltiges Programm in Aussicht. Jüngerem Arzt kann in einer größeren Stadt in Schlesien gute Sozietät oder IJebernahme einer Kassenpraxis nachgewiesen werden. — Kinderarzt kann in einer mittelgroßen Stadt in Mitteldeutschland Sozietät nachgewiesen werden. — Chemiker und Apotheker mit spanischen, englischen und französischen Sprachkenntnissen von pharmazeutischem Unternehmen gesucht. — ln größerer Stadt in Süddeutschland wird einem Arzt oder Student der Medizin (höheres Semester) Stelle als Mikroskopeur vermittelt (halb- oder ganztägig). — Gutgehende Kassenpraxis in Berlin zu verkaufen. — Auskünfte erteilt das Büro des K.J.V. נשף־קונצרט ביודהעט! בית־העם עורך בטוצאי־שבח, 52 באוקטובר, בשעת 9 כערב, במעונו רהוב גרולמן 36, נשף עברי של יוסף גול נד(משחל ה״אתי" בא״ס, בהשתתפותו של איזו גול נד (ומד האופירה הממלכתית בברלין - קראלר בתכנית: דקלום מיצירותיהם של ביאליק,. טשרניבובפקי ועליונסקי. קטעים טהחנ״ך- .?!טעים ממחזות שונים, שירים עבריים, אריות ועוד. כרטיסי כניסה ט 3-1 מרק כבית־העס. Die ב״ה vj Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an!Ul Brodt und Frau Ella geb. Rosenbaum Berlin-Pankow» WoDankstr. 3 In tiefster Trauer geben wir Nach* rieht vom Ableben unserer Gattin, Mutter, Toditer, Schwester und Schwägerin, Frau Hartha Weltsch geb. Epstein die nach schwerem Leiden im Alter von 37 Jahren dahinschied. Berlin, Krumau, Brünn, 19. Oktober 1930 Dr. Robert Weltsch Therese Epstein Dr. Oskar und Else Epstein Rüben und Susanna Es wird gebeten, von Kondolenzbesuchen abzusehen. Für Arzt, Zahnarzt oder als Wohnung 3-4 iDfammenhfliuiende Zimmer gut möbliert, Komfort, Ofenheizung, 2 Minuten vom ffollendorfplatz, per 15. Nov. oder später zu vermieten. Besichtigung nach Anruf: Lützow 7343 oder schriftliche Offerten unter B 84 an die Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr, 10. Zum billigen Herbst - Kuraufenthalt nach Bad Flinsberg in Malamuth’s Pension! Volle Pension bis 15. Dez. M. 6.— pro Tag. Zentralh. Fließ, kaltes und warmesWasser. Bad. 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Nora Deutsches Tüeater Der Sommernacht.trasaa Kammersptele Elga Komödie Dar Schwierige Komödienhaus Kealo X Lessind'Theater Elisabeth, KSnigin von England oeuisdies Kflnstlerthealer Jim and Jill Theater ln der Stresemanii'Strafte Sinns int Wasiarglaa Theater araSdiiflüanerdamra Jad SSB Tribüne Eti.aae Theater am Bftlowplalz Die Weber Nelropol'Theater Viktoria aad ibr Hneer Theater des Westens Brest litowak Theater ln der Behrensirafte Da* häßliche Mädchen Renaissance-Theater Vornntereacbnng Homtsdie Oper Das Mädel am Steaer Berliner Theater Der Idiot Oroftes Sdtausplemaas Die lästige Witwe LasUpielbaus Meiae Schwerter and ick Theater Im ädmiralspalast Die Ceardasifirstia meines Theater Waeeerechen Verantwortlicher Redakteur: Dr. Werner Bioch, Berlin-Wilmersdorf. Verlag JSdiacfae Rundschau G,m. b. Hm Berlin W15. Verantwortlich für den Inseratenteil: R. Segel» Üoriin-Wilmersdorf, Anx,-Vera׳. Jüdisch* Rundschau G.a.b'H. 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