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Jüdische Rundschau · 1930-10-21 · Heft 83 (21.10.1930) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 83 (21.10.1930)
Date
1930-10-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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״iui«! - J*tCji׳ Die Wahlen in Oesierreith Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag in Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. AuslajodaabonneinMits werden In der Wahrung der einzelnen Länder berechnet. Anzeigenpreis: 8 gesp. Nonpareillezeile 0*50 G-M. Stellengesuche 0,25 G.-M. Nummer 83 | Berlin, 21. X. 1930 Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinWl5, Meinekestr. 10 Telephon: J 1 Bismarck 7165 -70. Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittags 4 Uhr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Posts check .Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032. Brüssel 394 33, Budapest 59693, Danzig 1973• Haag 140 470, Prag 594 10 Riga 4155* Strassburg 16430, Warschau 190708, Wen 156030. Bank ^Konten: Darmstädter und Naticraalbank, Depositen*Ka«e« Berlin, Kurfürsteöciatwn 52; Banca de Est, Cemauti (Rumänien); Anglo Palestlhe Os. in Haifa, Jerusalem, Tel - Aviv. כ״ט תשרי' תרצ״א | xxxv. Jahrg. Per Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.*» Regierungserklärung und Simpson - Bericht veröffentlicht Demission Weizmanns als Präsident der Jewish Agency Nach Redaktionsschluß erhielten wir die telephonische Meldung aus L o n d o n, daß die britische Regierung am 20. Oktober, abends, der Presse ihre seit lange erwartete Erklärung über die zukünftige Palästinapolitik übergeben hat. Gleichzeitig ist auch der Simpson-Bericht veröffentlieht worden. Der Inhalt der Regierungserklärung, der den Forderungen der Jewish Agency nicht gerecht wird, hat Dr. Weizmann veranlaßt, seine Demission als Präsident der Jewish Agency zu geben. Die Politische Kommission der Jewish Agency ist für den 3. November dieses Jahres nach London einberufen. Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat beschlossen, den 18. ordentlichen Zionistenkongreß für Februar 1931 einzuberufen und richtet den dringenden Appell an alle Zionisten, Festigkeit zu wahren, die Arbeit mit verdoppelter Energie fortzusetzen und Disziplin in dieser kritischen Zeit zu halten. Sie verweist auf die ernste Finanzlage der Organisation in London und des Palästinawerks. * Im ung einer ״ ie Erklärung geht davon aus, daß das" Bodenproblem in Palästina nur durch Einführung Intensiver Wirtschaftsmethoden zu lösen ist, deren Anwendung und Durchführung neben der Befriedigung der Bedürfnisse der vorhandenen Bevölkerung auch Raum für neue Ansiedlung bieten. Lieber die Aussichten dieser Reform äußert sich die Regierungserklärung nicht präzise, während der Sachverständigenbericht Simpsons die Ueberzeugung *0Mirüct&- dsß! für ״rieht ■weniger *I» ■ 2• MO ״vew׳ jpÄefi« ■ Elnwandeupgsfamilien“ Platz In der Landwirtschaft geschaffen werde. Es fehlen auch nähere Angaben, wie die Reform durchgeführtwind wie sie finanziert werden soll. Die Regierung beschränk? sich auf Andeutungen. Simpson will offenbar erhebliehe Bodenflächen in der Hand der Regierung vereinigen, um sie Arabern und Juden zur intensiven Bebauung zur Verfügung zu stellen, ln der Uebergangsperiode bis zur Durchführung der Reform sollen alle Bodenverkäufe der Kontrolle der Palästina- Regierung unterliegen, und die Erklärung deutet an, daß sich inzwischen die jüdische Kolonisation im wesentlichen auf Nutzbarmachung ihrer eigenen Bodenreserven beschränken müsse. Von grundsätzlicher Bedeutung ist auch die Behandlung der Einwanderungsfrage. Als entscheidend für das Ausmaß der zulässigen Einwanderung wird die Aufnahmefähigkeit des Landes unter besonderer Berücksichtigung der Lage des Arbeitsmarktes betrachtet. Arabische Arbeitslosigkeit soll ebenso wie jüdische als Hindernis für neue Einwanderung gelten. Die im Mai für ein halbes Jahr angeordnete Einstellung der Ein- Wanderung wird als vollauf gerechtfertigt bezeichnet. Es müsse bei Regelung der Einwanderung Rücksicht darauf genommen werden, daß die Araber zu recht oder zu unrecht von der Ein- Wanderung eine Beeinträchtigung Ihrer wirtschaftlichen Lage befürchten. Die Regierungserklärung kündigt eine Verfassungsreform an, die sich an das Churchilische Weißbuch vom Jahre 1922 anlehnt und die in der Bildung eines Gesetzgebenden Rates bestehen soll. Der Rat soll sich aus dem Oberkommissar und 22 Mitgliedern zusammensetzen, von denen zehn die Regierung ernennen und zwölf die Bevölkerung wählen soll. Der Oberkommissar behält Machtvollkommenheit, um über die Durchführung der Internationalen Mandatsverpflichtungen zu wachen. Im übrigen äußert sich die Regierung bei Anerkennung der Energie und des Erfolges der jüdischen Siedler kritisch über manche ihrer Arbeitsmethoden. So betrachtet sie die grundsätzliehe Beschäftigung nur jüdischer Arbeiter in jüdischen Siedlungen als im Widerspruch mit Paragraph 6 des Palästinamandates. Sie betont aber an verschiedenen Stellen, daß sie entschlossen sei, gemäß den im Mandat übernommenen Verpflichtungen die Errichtung des Jüdischen Nationalheims zu fördern. L o n d o n, 17. Oktober. (J.T. A.) Wie die JTA. erfährt, sind Vertreter auswärtiger Zeitungen in Jerusalem dahin informiert worden, daß der vorgeschlagene Legislative Council beratende Befugnis in der Gesetzgebung, der Verwaltung, dem Staatshaushalt und In Bodenfragen erhalten, während *die Regelung der Einwanderungsfrage der Mandatsregierung vorbehalten bleiben soll. Das ״Berliner Tageblatt“ vom 21. d. M. versieht die Meldüng von der Veröffentlichung der Regierungserklärung mit den Worten: ״Die Veröffentlichung hat den Rücktritt Dr. Weizmanns, des Präsidenten der Zionistischen Organisation, von der Leitung der Jewish Agency zur Folge gehabt. Man sieht daraus deutlich, daß die Zionisten mit der Regierungserklärung durchaus unzufrieden sind.“ Die ״Vassische Zeitung“ macht in ihrem Berichte noch nachfolgende Angaben: Das erste Schriftstück ist eine neue Interpretation der Baifour-Deklaration, in der Englands Auffassung seiner Pflichten als Mandatarmacht und seiner Beziehungen zu Juden und Arabern niedergelegt ist. Die zweite Denkschrift ist der Bericht des englischen Sachverständigen Sir John Hope Simpson über Bewässerung pnd:iRj^€haftl<sl1e. Efs«Wieifji§5׳^^? Die englische Regierung kündigt an, daß in!schärfster Form gegen jede Art von Ruhestörung oder Revolte vorgegangen werden soll, und daß ׳ die englische Garnison aus zwei Bataillonen Infanterie, zwei Flugzeuggeschwadern und vier Ab- Jgilungen Panzerautos bestehen wird. Für die Polizei wird zurzeit ein Reformplan geprüft. Palästina soll nach einem Vorschlag, der bereits 1922 gemacht wurde, eine gesetzgebende Versammlung erhalten; die!2 gewählten Mitglieder sollen aus indirekten Wahlen bestimmter Wahlkörper hervorgehen. Simpson führt in seinem Bericht ebenfalls den Nachweis, daß bei einer intensiveren Bewirtschaftung noch weitere 20 000 Ansiedlerfamilien ansässig gemacht werden könnten. Die Ein- Wanderung solle einem besonderen Regierungsdepartement für Einwanderung, Arbeit und Verkehr unterstellt werden. Simpson warnt davor, Palästina, das nur als Agrargebiet eine Zukunft habe, zum Standort von landfremden Industrien zu machen, insbesondere warnt er vor der völlig unmotivierten Gründung einer Textilindustrie. Der Palästinabericht der Regierung hat Dr. Weizmann zu den denkbar schärfsten Erklärungen veranlaßt. Die Förderung einer nationalen Heimstätte der Juden sei von der englischen Regierung preisgegeben worden. Er habe dem englischen Kolonialminister Lord Passfield in einem Schreiben mit^eteilt, daß er keine Möglichkeit für eine weitere Zusammenarbeit sehe und seinen Vorsitz in der Jewish Agency niederlege. Viele Einzelheiten des Berichtes in der ״V o s s i s c h e n Zeitung“ sind unzutreffend, während der Bericht des ״B e r - liner Tageblattes“ den Sachverhalt richtig darstellt. Die politische Lage Der Abstimmungserfolg der Regierung B r ü n i n g im Deutsehen Reichstage hat in der Oeffentlichkeit, besonders in der jüdischen, beruhigend gewirkt. Die kommenden Wochen werden zu erweisen haben, ob diese Beruhigung begründet ist. Soweit die Juden in Frage kommen, scheint die parlamentarische Niederlage der Nationalsozialisten keine Gewähr zu geben, daß Hitler und seine Freunde ernüchtert bleiben werden. Vielmehr steht zu befürchten, daß die Nationalsozialisten ihre Tätigkeit in stärkerem Maße auf die Straße tragen werden, da sie die im Reichstag erlittene Blamage vor ihren Wählern durch stärkste agitatorische Ausschreitungen wettmachen müssen. Diese Agitation wird sich naturgemäß in erster Linie gegen die Juden richten, weil dies in der Richtung des geringsten Widerstandes liegt und den Instinkten des nationalsozialistischen Trosses am meisten entspricht. Die Fensterzertrümmerung am 13. d. M, ist von der nationalsozialistischen Parteileitung als nicht gewollt und nicht arrangiert bezeichnet worden. Das geschah, weil sie damals noch nicht die Hoffnung aufgegeben hatte, im Reichstag einen Teil ihrer Pläne zu verwirklichen. Die C.-V.-Zeitung erblickte allerdings in diesem Abrücken ״eine gewisse politische Beruhigung“. Wir beneiden die C.-V.-Zeituuig um diese prompte Bereitschaft, sich zu trösten. (Von der Berliner Polizeidirektion wurde jedoch festgestellt, daß die Aktion in der Leipziger Straße doch von den Nationalsozialisten vorbereitet war.) Die C.-V.-Zeitung stellt die Frage, ob die nationalsozialistische Leitung dl? Massen! die sie aufrieij wirkEcÜ ja der Hand behalten wird. In dieser Frage liegt die Auffassung, daß die nationalsozialistische Leitung hinsichtlich antijüdischer Ausschreitungen die Massen zurückhalten will — was aber erst bewiesen werden müßte. Im Reichstag haben die Nationalsozialisten, besonders von Zentrumsseite und von dem Vertreter der Bayerisehen Volkspartei, manches zu hören bekommen. Doch sind weder die Nazis noch ihre Wähler vernünftigen Argumenten zugänglich. Das 8״ Uhr Abendblatt“ behauptet, daß die Nationalsozialisten von Wilhelm II. mit großen Geldmitteln unterstützt worden seien. Ob das zutrifft, läßt sich nicht sagen. Wahrscheinlich ist es schon. Die Wandlungen des Hochmeisters M a h r a u n nach dem Zerfall der Staatspartei sind nicht ohne Pikanterie. Dabei möchtea wir nicht mißverstanden werden, wenn wir von ״Wandlungen“ sprechen. Mahraun hat sich nicht gewandelt, er ist immer der gleiche geblieben. Er drückt sich jetzt nur anders aus, und zwischen seinen auf das Judentum bezüglichen Erklärungen und denen eines programmatischen Antisemiten kann man nur sehr geringe Unterschiede feststellen. Nicht ohne Komik ist Mahrauns Weisung an seine Getreuen, daß die von der S t a a t spartel aufgenommenen Wahlschulden die volksnationale Vereinigung (also die sechs abgesplitterten Jungdo- Abgeordneten) nichts angehen. Diese Weisung an seine Anhänger schließt er mit ״treu deutschem Gruß“. Es ist also auch bei den Jungdeutschen treudeutsch, sich die Wahlkosten für sechs Reichstagsabgeordnete von der demokratischen Partei (d. h. seien wir ehrlich, von den Juden) bevorschussen zu lassen und hinterher zu sagen, diese Schulden gehen mich nichts an. Arme Demokraten: Zum Schaden noch deaSßofi, j, £. Shiels in Palästina Zertifikate Von unserem palästinensischen Korrespondenten. A.G., Tel-Awiw, den 10. Oktober 1930. Wie mit einem Schlage erwacht Palästina aus seinem politischen Schlummer. Mit der Ankunft des neuen Chefsekretärs, des High Commissioners und schließlich Dr. Drummond Shiels hat im Lande für die leitenden Instanzen eine Periode fieberhafter Tätigkeit und für die Bevölkerung eine Zeit des gesteigerten und politischen Interesses eingesetzt. Besichtigungen, Konferenzen, Empfänge folgen einander, die Vertreter der verschiedenen Städte und Gruppen lösen sich beim Staatssekretär ab. Um das Hotel, in dem heute die Munizipalität Tel-Awiw einen Empfang für Shiels gab, drängten sich zur Zeit des Besuches Hunderte von Menschen, und auf den Straßen war während des Nachmittags eine ungewöhnliche Bewegung zu spüren. Die Besichtigungen in Jerusalem umfaßten in bunter Reihe Regierungsinstitutionen, Schulen, Krankenhäuser, die Universität und die Heiligen Stätten. Bei der Erwähnung dieses letzten Namens, der Heiligen Stätten, zieht heute manch einer im Lande ein intriguiertes, ärgerliches oder auch beleidigtes Gesicht. Denn der Besuch des Staatssekretärs war so organisiert, daß zu Anfang Besuche in der Grabeskirche, der Oniarmoschee und der Klagemauer vorgesehen waren. Die Besichtigung der christlichen und moslemischen Heiligtümer fand auch ordnungsgemäß statt. Dann jedoch wurde Shiels auf dem Gelande der Omarmoschee von einer Unpäßlichkeit befallen und mußte im Auto nach Hause transportiert werden. Den Spitzen der jüdischen Behörden, die an der Mauer zum Empfang versammelt waren, wurde im letzten Moment abgesagt. Unter normalen Umständen hätte man diesen Zwischenfall bedauert und nicht weiter beachtet. Einige Tage später besuchte jedoch Dr. Shiels, nachdem er wieder hergestellt war, die Klagemauer in Begleitung verschiedener hoher Regierungsbeamten und zwar ohne daß die jüdischen Instanzen davon benachrichtigt wurden — und überdies um 7 Uhr früh. Man wird nicht leugnen können, daß in dieser Art des Besuches etwas Auffallendes liegt. Und i1).4em Kreise der ״Eingeweihten“, der bekannt-, tieft im Lande recht groß ist, hält sich im Zusammenhang mit* diese״ ''erfüllen hartnäckig cm Or'icht: ״,יו״, erzäh'f sieh, daß der Mufti von Jerusalem, als inm.'<wr Ks»eläp|p mitgeteilt wurde, Shiels seine Befriedigung darüber lusgedrückt hat, daß er die Klagemauer besuchen wolle. Er habe ihm jedoch zugleich mitgeteilt, daß er, der Mufti, ihn dort empfangen würde, da die Mauer Eigentum des moslemischen Wakuf sei. Was an solchen Gerüchten wahr ist, läßt sich natürlich nicht feststellen. Sie sind jedoch bezeichnend für die Stimmung, mit der man jeden Schritt des Staatssekretärs verfolgt. Es wird dann selbstverständlich, daß dann der sang- und klanglose Mauerbesuch in aller Herrgottsfrühe durchaus politisch kommentiert wird. Im allgemeinen war der Empfang von Shiels in der jüdischen Presse recht lau. Man spürte hinter und zwischen den Zeilen sehr deutlich, daß man sich von dieser ״Informationsreise“ nicht viel verspricht. Enttäuschung über die englische Politik und manche Anklage gegen London und Jerusalem kamen noch einmal in diesen Tagen zum Ausdruck. Man hat zuerst geglaubt, daß Shiels noch während seines Hierseins bestimmte Deklarationen abgeben werde. Nachdem es jetzt bekannt geworden ist, daß die Regierung für den 28. O k t ob e r die langerwartete Erklärung über die zukünftige Palästinapolitik vorbereitet, wird allgemein angenommen, daß der Staatssekretär seinen Aufenthalt nur für Informationen ausnutzen wird. Diese werden ihm in reichlichem Maße zuteil. Man ist durch die verschiedenen Kommissionen und Experten schon genügend vorbereitet gewesen. Material ist 1'n Fülle vorhanden, und die Bedeutung dieser Rundreise liegt weniger in der Sammlung von Tatsachenmaterial als von Eindrücken. Die Araber sind dieses Mal nicht so gut für den Empfang gerüstet, wie sie es noch vor wenigen Monaten gewesen wären. Die Zersplitterung, die in letzter Zeit immer sichtbarer wurde, wird stärker. Der Konflikt zwischen Christen und Moslems in Haifa blieb nicht lokalisiert, auch Jaffa wurde in ähnliche Streitigkeiten hineingezogen, nachdem ein Ueberfall durch einen Christen auf einen moslemischen Redakteur vorangegangen war. Alle Mahnungen zur Einigkeit und zum Zurückstellen der religiösen Gegensätze scheinen wenig zu fruchten, die Bemühungen zur Schaffung gesonderter Christlicher Verbände nehmen ihren Fortgang, es gärt an verschiedenen Stellen, und einige Tage lang stand in Jaffa sogar das Militär alarmbereit. Die Forderungen nach der Einberufung einer Landeskonferenz und Neuwahl der Leitung ertönt von neuem, und von mancher Seite wird es offen ausgesprochen, daß es zurzeit eine legitime Vertretung des palästinensischen Arabertums nicht gäbe. Es ist nicht leicht, eine befriedigende Erklärung für diese Erscheinungen zu liefern. Was man auch als Ursache angeben mag, religiöse Feindschaft, persönliche Streitigkeiten, Nachdrängen neuer Gruppen, die zur Führung streben, all das mögen Einzelursachen sein, nicht aber die Ursache. Von manchen Seiten wird für die neue palästinensische Verwirrung, die vielleicht auch bedrohlich werden kann, der und jener auswärtige Faktor genannt. Man spricht von internationalen lnt r i g e n, es fällt der Name Italiens und des Vatikans im Zusammenhang mit verschiedenen politischen Kombinationen. Was auch immer die tieferen Ursachen für die Konflikte sein mögen, sicher ist, daß sie die Stellung der Araber schwächen. Eine bedeutungsvolle Aenderung, um so mehr als sich die arabische Führung gerade jetzt — man denke nur . m die Konstitntioasfrage, die iia Zusammenhang mit dm Be-

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