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Jüdische Rundschau · 1930-09-19 · Heft 74-75 (19.9.1930) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 74-75 (19.9.1930)
Date
1930-09-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 484 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.74/7S, 19. DL 1930 Jede Kritik an der Einsicht und Fähigkeit der zionistischen Leitung ist erlaubt, auch an den Methoden und Erfolgen unserer Arbeit in Palästina, Aber sie darf nicht Unmögliches verlangen, und sie sollte nicht von einem Wechsel Unmögliches erwarten. Von den vierzig Millionen Pfund, die die Juden im letzten Jahrzehnt in Palästina investiert haben, kamen höchstens zehn Mil- Honen aus der ״öffentlichen Hand“ (Keren Hajessod, Keren Kajemdh, Pica, Rothschild usvv); dreißig Millionen sind von Privaten in Palästina angelegt worden. Das zeigt, daß das Schwergewicht der Aufbauarbeit heute bei der jüdischen Masse liegt und nicht mehr in den Organisationen und ihrer Leitung. Es ist eine gesunde Erscheinung, der Ausdruck des Eigenlebens des Aufbauwerkes. Nur ein kleinerer Teil der Arbeit also, höchstens ein Viertel, oder wenn wir nur die zionistischen Fonds betrachten, nur ein Sechste! oder du Achtel ist der öffentlichen Kritik zugänglich, kann besser oder schlechter unter besserer oder schlechterer Leitung verwaltet werden. Für das Gelingen des ganzen ist dieser Teil nicht mehr ausschlaggebend. Wichtiger als alle Kritik ist es, in der Judcnheit den Willen zur Palästina-Arbeit anzufachen, ihr ins Bewußtsein zu häm- 1T1ern, daß das wachsende Werk drüben unser größtes Aktivum ist, die rollende Masse, deren Gewicht über die Wucht der Bewegung entscheidet. Unsere Leitung und ihre politischen und wirtschaftlichen Methoden sind nur Kraftverteiler, bestenfalls Dynamos; der Motor, der die Kraft zeugt, ist allein der Aufbauwille der Judenheit und die Aufbauarbeit des Jischuw, Grund zum Verzagen hätten wir, wenn dieser Wille draußen und diese Arbeit in Palästina erlahmen. Sie sind aber lebendig und vorwärtsdrängend, so wird nichts unseren schließlichen Erfolg aufhalten: kein übelwollender Beamter, keine passive englische Verwaltung, keine Winkelzüge hoher Politik, keine Schwerfälligkeit unserer Führung, keine Feindseligkeit der Araher. Die vorwärtsschreitende Arbeit in Palästina wird die Beamten zum Wohlwollen zwingen, die Verwaltung aktivieren, die Politik umbiegen, die Führer mitrejßen, die Araber zu freund* sehaftlicher Verständigung nötigen. Dem Zagen ist der Weg nicht sichtbar. Wo ein Wille ist, ist ein Weg. E. A. Zionistische Zielsetzung Erklärung der Zionistischen Exekutive über die Ziele des Zionismus Die Diskussion Ober zionistische Zielsetzung auf der letzten Tagung des Aktions-Comltes in Berlin hat eine Reihe von irrigen und irreführenden Kommentierungen in der Presse gefunden. Um die öffentliche Meinung authentisch über die Ziele der Bewegung zu informieren, verlautbart das zionistische Zentralbüro neuerlich die folgende Erklärung, die Nahum So kolow auf der Berliner Tagung in Uebereinstimmung mit Dr. Weizmann abgegeben hat: Das Grundprinzip des Zionismus findet seinen Ausdruck im ersten Satz des Baseler Programms von 1897: ״Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtHch gesicherten Heimstätte in Palästina“. Dieses Programm fand auch in der Balfour-Dekfaration Berücksichtigung, welche die Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in Pa- ■JSsifc« BsaMamteife; und wmrdte «pltir.b Aul■ Palästlna-Maiidaf■ *aigaaanmMi.'׳ BmerdmiMnir Bildet «eh «e Grundlage zionistischer Politik. In ihrer Antwort auf die Interpellatlon des Misrachi bezieht sich die Exekutive auf die Aussage, die Harry Sacher auf Grund von Instruktionen seitens Dr. Weizmanns vor der Shaw-Kommission gemacht hat: ״Wir verlangen freie Einwanderung ohne künstliche Be- Schränkungen, damit wir als jüdisches Volk in die Lage kommen, alle unsere j Kräfte zur größtmöglichen Entwfckhing dieses Landes zu verwerten und Juden zu ermöglichen, in das Land zu kommen und hier Zivilisation zu schaffen. Auf Grund des Mandates erwarten und verlangen wir von der Regierung, daß sie ihre Aufgabe, unser Werk zu erleichfern, erfülle. Als Ergebnis dieses natürlichen Entwicklung®- Prozesses ist es möglich und, ich sage frei heraus, es Ist unsere Hoffnung, daß dieses Land einmal eine jüdische Mehrheit haben wird. Welche politischen Formen diese Gemeinschaft annehmen wird, weiß ich nicht und will es auch nicht Voraussagen. Eines ist auf alle Fälle sicher: es liegt nicht in der Absicht der Juden, irgendein anderes Volk in diesem Lande zu beherrschen, wie sie sich auch nicht von einem anderen Volke beherrschen lassen wollen.“ Die Mitteilung des zionistischen Hauptbüros stellt fest, daß die vorstehende Erklärung der Exekutive vom Aktions-Comit« gutgeheißen wurde, und daß das A.-C. mit 24 gegen 2 Stirnmen Dr. Weizmann aufforderte, seine Demission zurückzu• ziehen. Wie lautet der Simpson •Bericht? Henderson hat in der Sitzung■ des Völkerbundsrates zu Genf erklärt, daß die Regierung bereits im Besitze des Berichtes von Sir John Hope Simpson ist und daß sie diesem Bericht große: Aufmerksamkeit zuwendet. Die Lotidoner ״Zajt“ (The Jewish Times) erklärt, aus sicherer Quelle erfahren zu haben, daß Sir John Simpsons Bericht der jiidisehen Einwanderung in Palästina eine gute Prognose stellt. Simpsons Bericht soll die Schlußfolgerung zulassen, daß unter guten Entwicklungsbedingungen Palästina Raum für eine neue Einwanderung von weiteren 30(XX) jüdischen Landwirtschaft treibenden Familien bietet, wobei es sich von selbst versteht, daß eine also vergrößerte jüdische Kolonisation auch die Möglichkeit für eine bedeutende Vergrößerung der Handel und Industrie treibenden jüdischen städtischen Bevölkerung bietet. Simpson wünscht aber, daß diese Entwicklung nur stufenweise vor sieh gehe, für die unmittelbare Gegenwart sei er gegen eine erhebliche jüdische Einwanderung. Eine Bestätigung dieser Information war bisher nicht zu erlangen. Vor der Abreise der Klagetnaucr-Kommission bat der Vorsitzende der Kommission die palästinensische Regierung, die Verhandlungen mit den beiden Parteien fortzusetzen, um aut dem Wege gütlicher Einigung eine Lösung der Frage zu finden. Die Regierung hat dieser Bitte entsprochen und in diesem Sinne mit den Juden und Arabern Verhandlungen geführt. Nachdem der Termin, der durch den Vorsitzenden der Kommission für die Einreichung der Verständigungsvorschläge festgesetzt wurde, verstrichen ist, hat die Regierung die Konimission gebeten, den Termin zu verlängern. Die V e rhandlangen werden, wie die Presse berichtet, forteesetzt. (Z1 ko.) Palästina nach Genf und Berlin (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) A. O. Tel-Awiw, den 11. September 1930. In den letzten zwei Wochen ist das jüdische Palästina gewissermaßen darauf angewiesen, sich Im politischen Rätselraten zu üben. Die Berichte über die Mandatskommission und den Völkerbundsrat, über das Aktions-Comitd und das Administrative Committee gelangten zuerst in telegraphischen, naturgemäß stark gekürzten Auszügen nach Palästina und wurden erst eine Woche später in ausführlichen Protokollen bekannt. Bis das Publikum in den vollen Besitz der verschiedenen Dokumente gelangt, nährt es sich von Tag zu Tag von einzelnen Brocken, die oft, aus dem Zusammenhang herausgerissen, ein schiefes Bild der Verhandlungen geben und eine gründliche Orientierung erschweren. Es ist kein Wunder, daß man im Lande in der Beurteilung der Genfer und zum Teil auch der Berliner Konferenzen recht vorsichtig ist. Aber es schälen sich bereits klarere Ansichten heraus, um so mehr, als seit über einer Woche der Haupttcii der Presse von den verschiedensten Protokollen und Berichten ausgefüllt ist. BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG BETH AM IWRI EinmaligerVortrag von CI). N. Blau Palästina. Gamm una me spracneniraaa . (in jiddischer Sprache) Sonnabend, den 20. September 1930, ebenda 8</2 Uhr Spicheroaäle, Spichcrnstraßc 3 (am Nürnberger Platz) Eintrittskarten ä M, 3.—, 2.50, 2.-, 1.50 und 1.-an der Abendkasse ab 7 Uhr Trotz einzelner Nuancen gibt es einen ziemlich ein heitliehen Grundzug in der Bewertung der Beschlüsse der Mandatskommission und des Völkerbundes. Die Blätter buchen Genf als einen großen moralisehen Sieg des Zionismus, sowohl den Beschluß des Völkerbundes wie auch vor allem die Diskussionen und Resolutionen der Mandatskommission. Freilich mischen sich in die Siegeslaute einige Zweifel über die praktischen Konse- Sttfmf *tel» in, der ,dbf. Ctto|aJ.-.Oftioe:: ' erweisen'* müssen. Täglich ' werden' neue “Ä&sprüefi« führender Politiker bekannt, die ganz verschiedene Lichter auf die Situation werfen. Und das allgemeine Gefühl geht dahin, daß eine ernsthafte Klärung der Lage auch heute noch nicht erfolgt ist. Das ״Warten“ ist noch nicht vorüber, und jeder Tag kann neue Ueberraschungen bringen. Gegenüber den Berliner Sitzungen beginnt sich bereits eine Meinung zu bilden. Man hatte im Lande von diesen Beratungen nicht allzu viel erwartet, dennoch wird die Enttäuschung jetzt immer deutlicher. Am stärksten glossiert werden die politische Debatte im Aktions- Comitö und die Budgetpolitik. Die Welzmann-Krise im Zusammenhang mit der Frage des!!!nationalen Staates hat eine ganze Reihe von Kommentaren verursacht. Der Grundzug der herrschenden Stimmung ist Unzufriedenheit. Man hört Meinungen, daß dieser Versuch, eine neue Definition des zionistischen Zieles zu geben, im Grunde zu nichts nütze sei, da er nur die Kämpfe 1m jüdischen Lager offener zeige und nach außen wenig ändere. Und auf der anderen Seite erhebt sieh — wie zu erwarten war — gegen die Kernsätze der Erklärung Weizmanns heftige Gegnerschaft. Verwirrt wird die Lage noch durch das Versöhnungskompromiß, das die Verhältnisse noch stärker verwischt und vielen wie ein Pflaster auf eine Wunde erscheint, die dadurch für den Moment verdeckt, jedoch nicht geheilt wird. Die politischen Diskussionen haben aber nicht im entferntesten den Eindruck gemacht wie die Finanzfragen. Die Budgetaussichten —י das wußte jeder, der nach Berlin ging und jeder der hier blieb — waren keineswegs rosig. Aber schon das Bewußtsein, daß mit diesen Finanzen nicht weiter zu arbeiten sei, ließ auf ungewöhnliche Anstrengungen in Berlin hoffen. Hatte man doch während des letzten Jahres wieder und wieder das Wort von der ״Vervielfältigung der praktischen Arbeit“ benützt und es als Leitlinie für die künftige Politik hingestellt. Auch sieht ein recht großer Teil des jischuw hierin eine wichtige — wenn nicht sogar die wichtigste — politische Aufgabe. Unter diesen Umständen ist das von der Agency angenommene Budget eine schwere Enttäuschung, was auch unverhohlen ausgesprochen wird. Man könnte heute die Stimmung des Jischuw ungefähr folgendermaßen skizzieren: ״Wir stecken politisch in einer Verwirrung, aus der bisher kein Ausweg zu finden ist. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, kommt dem wirtschaftlichen Fortschritt eine überragende Bedeutung z\1. Ein großer Teil der palästinensischen Juden ist zwar heute nicht mehr direkt von einem Budget abhängig, und das Privatkapital erfüllt bereits wichtige, zum Teil entscheidende Funktionen in unserer Wirtschaft. Aber ohne große Neukapitalien ist an eine Verbreiterang der wirtschaftlichen Basis nicht zu denken. Und gerade in dieser Hinsicht hat uns Berlin enttäuscht.“ In den politischen führenden Kreisen der Araber werden die Beratungen in Genf und London ebenfalls genau verfolgt, Politische Diskussionen sind daher zahlreich. Ein interessantes Beispiel dafür bildet der englische ״Falestin“, Das Blatt hat sich in den letzten Monaten nicht mehr ausschließlich mit politischen Themen abgegeben, sondern sich bemüht, wirtschaftliehe Fragen, vor allem das Fellachenproblem, aufzurollen. Es erschienen Woche für Woche Artikel und Glossen über agrarische Fragen, Getreidezölle, die Agrarbank, landwirtschädliche Kooperativen, technische Erzje|hung und ähnliches. Die Konzentrierung auf diese Fragen hing in erster Reihe mit den Untersuchungen Simpsons zusammen. Die beiden letzten Nummern der Zeitschrift beschäftigen sich dagegen wieder ausführlich mit der politischen Palästinafrage. Besondere Aufmerksamkeit wird der Weizmann-Erkl&rtmg in Berlin geschenkt, ebenso der sich anschließenden Diskussion, der Opposition gegen die Politik des binatianalen Staates und der Kompromißerklärung Weizmanns. Diese letztere wird als charakteristisch für die zionistische Politik hingestellt, d. 11., man spreche zwar für die nächste Zeit von einem binationalen Staat, lege sich dagegen für die Zukunft auf nichts fest, habe also die Ideen des Judenstaates nicht aufgegeben. Aehnlich wird auch die Bildung eines arabischen Departements in der Exekutive der Agency glossiert. ״Falestin“ hält nicht viel von der Gründung eines solchen Departements, solange die zionistische Politik In dem oben geschilderten Geiste geführt wird. Außerdem käme diese Erkenntnis zu spät oder wie sich das Blatt an anderer Stelle ausdrückt, ״die Juden haben zehn Jahre gebraucht um zu erkennen, daß es Araber in Palästina gibt“. Im Zusammenhang mit dieser Polemik wird als das arabische Ziel die Bildung einer arabischen Föderation hingestellt, eine Formulierung, die in letzter Zeit immer häufiger auftritt. So ist von neuem die Palästinafrage in ihrem Gesamtumfange in beiden Lagern zur Diskussion gekommen, ohne daß freilich ein Näherkommen zu ihrer Lösung festgestellt werden kann. Es waren unterdessen Hoffnungen entstanden, daß wenigstens ein Teilgebiet geordnet werden würde, ijämlieh der Klagemauerkonflikt. Die Kommission hat den Termin für eine Verständigung, der am 1. September abgelaufen war, verlängert und es werden nach wie vor Verhandlungen über Kompromißvorschläge geführt. Je länger die Dinge so in der Schwebe bleiben, desto dringlicher wird ein Ausgleich. Immer wieder dringen Gerüchte über neue Vorschläge durch, die Spitzen der Regierung stellen sich als Vermittler zur Verfügung und doch ist bisher bei den Verhandlungen kein Ende abzusehen, da wieder und wieder unvorhergesehene Schwierigkeiten entstehen. Es ist nicht möglich über Einzelheiten zu berichten, da die Verhandlungen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt werden. Aber auch ohne auf Einzelheiten einzugehen, wird die Dringlichkeit einer Verständigung immer stärker, denn wir haben es hier mit einem religiös-politischen Propagandastoff erster Ordnung zu tun. Gerade jetzt, kurz vor dem Besuch von Shiels und den endgültigen Erklärungen der Mandatsregierung zur Palästinapolitik^ ist die Wegräinnung dieses Hindernisses ein Gebot der Stunde, Kongreß Ittr das arbeitende Palästina Vom 27. bis 30. September findet der allweltHche Kongreß für das arbeitende Palästina In Berlin statt, den die Histadruth, die jüdische Arbeitergewerkschaft in Palästina, einberufen hat. Am 27. September, abends 7,30 Uhr, wird die Eröffnungssitzung im ehemaligen Herrenhause, Leipziger Str. 3, sein. Vom 28. bis 30. September finden die Plenarsitzungen im großen Saale des Logenhauses der U. O. B. B.. Kleiststr. 10, statt. Da für Gäste in den Sitzungssälen nur eine beschränkte Anzahl Plätze vorhanden ist, ist die sofortige Bestellung einer Permanenzkarte für alle Sitzungen ratsam. Der Preis der Permanenzkarte ־ beträgt.5-JE und ist persönlich und unübertragbar. Die sofor- ‘ tige Bestellung von Permanenzkarten ist dringend zu empfehlen, da am 29. September der Verkauf der Einzelkarten für Berlin beginnt. Für die Eröffnungssitzung werden Einzelkarten zu 1,50 M. und 2,50 M. ausgegeben. Zu den Plenarsitzungen des Kongresses stehen *eine beschränkte Anzahl Gastkarten zum Preise von 1 M. pro Sitzung' zur Verfügung. Das Kongreßbüro hat Zimmer in allen Preislagen für die Gäste und Delegierten zur Verfügung. (Für Jugendliche von 0,70 M. an, für Erwachsene Zimmer in Pensionen von 1,50 M. aufwärts pro Nacht.) Permanenz- und Einzelkarten können nur nach vorheriger Einzahlung auf das Postscheckkonto des Kopgreßbüros Eduard Bernstein, Palästinaarbeiterfonds, Nr. 152033 oder im Einschreibebrief an M. Neustadt, Berlin N 24, August- Straße 17, reserviert werden. Um der jüdischen Öffentlichkeit Gelegenheit zu geben, am Kongreß teilzunehmen, findet im Rahmen des Kongresses am Montag, dem 29. September, abends in den Spichernsalen eine Kundgebung statt. Auf dieser Kundgebung werden Jean Longuet und andere Führer der sozialistisehen Bewegung und der jüdischen Arbeiterschaft aller Länder und Palästinas sprechen. Der Eintritt beträgt für Jugendliche 0,50 M., für Erwachsene 1 M. Karten sind durch das Kongreßbüro, Berlin N 24, Auguststr. 17 (Tel. Weidendamm 3985), Merkas Hechaluz, Berlin w 15, Meinekestr, 10, und die Büros der Jugendverbände zu bekommen. Organisation und Propaganda Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat auf einer ihrer in Berlin abgehaltenen Sitzungen eine Kommission ein* gesetzt, die Vorschläge für die zukünftige Gestaltung der Tätigkeit der Zionistischen Organisation und insbesondere ihrer Exekutive auf organisatorischem und propagandistischem Gebiet ausarbeiten und der Exekutive unterbreiten soll. Die Kommission besteht aus den beiden Mitgliedern der Zionistischen Exekutive, den Herren Felix Rosenblüth und Josef Sprinzak, sowie Herrn Dr. Arthur Hantke. Die Kommission hat im Laufe der letzten zwei Wochen mehrere Sitzungen und mit einer großen Anzahl von Gesinnungsgenossen Beratungen abgehalten. Die Kommission beriet sich mit den Herren Alexander Adler, Dr. Werner Bloch', Kurt Blumenf eld, Dr. Alexander Goldstein, Leo Herrmann, Leib Jaffe, Elieser Kaplan, I. Kilnow, Salman Ru* baschow.Dr. Max Soloweitschik und I. Suprasky. Es fanden ausgedehnte Einzelaussprachen zwischen den Mitgliedern der Kommission und jedem einzelnen der genannten Herren statt, außerdem eine gemeinsame Sitzung, in der nochmals das ganze Gebiet der organisatorischen und Propagandist!'- sehen Fragen durchberaten wurde. Die Kommission hotft, in den nächsten Tagen ihre Beratungen zu beenden und wird nach Durcharbeitung des gesamten, in den Verhandlungen gewönnenen reichen Materials der Exekutive ihren Bericht erstatten. Vor einigen Tagen fand In Tel-Awiw eine Zusammenkunft religiös-sozialistischer Arbeiter aus verschiedenen Städten Palästinas statt, die sich mit einer Organisierung der religiösen Arbeiter befaßte. Nach Verlesung der Begrüßungsschreiben referierte Sch. Boruchanl über die Arbeiterbewegung in Palästina und ihre religiösen Strömungen. Herr Nomberg von der Leitung der Partei ״Dath Waawoda“ (Religion und Arbeit) in Polen überbrachte die Grüße der religiös-sozia- Mischen Arbeiter in Polen und sprach über die Weltanschauung des religiös-sozialistischen Arbeiters. Nach einer kurzen Diskussion wurde dieScliaffungeinerOrganlsation religiös-sozial is tisch er Arbeiter beschlos- Sen. Für die Sukkoth-Feiertage soll eine Landeskonf crenz der neuen Organisation unberufen werden,

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