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Jüdische Rundschau · 1930-09-12 · Heft 72 (12.9.1930) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 72 (12.9.1930)
Date
1930-09-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 72, 12. IX. 1030 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Seite 475 B NEUES LAND, FRIEDLICHER AUFBAU! Zar Rom* RomRoihUi-AUIoh Kundgebungen der Verbände und Parteien 11. וס*רץ או ח9כר.- ל*התת גי-־לי קאלץ?י־גרים ויזושדם אמם?3?!די Wer ״Thorali wa Awodah“ auf seine Fahne geschrieben hat, hat die Notwendigkeit produktiver Arbeit erkannt, die In Verbindung mit der Tnorah, von Ihr entscheidend beeinflußt, geleistet werden muß. Die Idee der Chaluziuth wachst nun auch bereits in den Kreisen derer, die in der Thorah ein abstraktes Studium sahen und, wie wir Juden alle, nicht das richtige Verhältnis zum Boden und dessen Bearbeitung hatten. Bodenbeschaffung in geweihtem Lande, für uns religiöses Gebot, wird für uns um so wichtiger, wenn es Grundsätzen entsprechend ausgeführt wird, die in der Thorah ihren Ursprung haben, in der Lehre, die Boden als Eigentum der Gesamtheit des Volkes, gewissermaßen des Sachwalters Gottes auf Erden, auffaßt: ״Ki li koi haarez“. Daher unser freudiges Bejahen des Keren Kajemeth Lejisrael, daher unsere Arbeit für den Volksfonds, die uns mehr als Sammeltätigkeit ist, die etwa von dem Sinne der Mlzwah für uns gewinnt. Auch wir wollen in friedlicher Arbeit unseren Teil am Aufbau leisten. Verständnis für unsere Bestrebungen haben wir stets beim Keren Kajemeth Lejisrael gefunden, ihn gefördert, tun wir u n s e r e Arbeit. So rufen wir Freunden unserer Bewegung zu: Helft uns für Thorah wa Awodah! Schafft neuen Boden für friedlichen Aufbau! Zeire Misr&chi Zentrale fttr Deutschland Briefe an die Redaktion Geehrte Redaktion! Ich beehre mich, Sie zu bitten, nachstehenden Vorschlag Ihren Lesern zu unterbreiten. Ich hoffe, daß derselbe dazu bettragen möge, etwas Klarheit zu bringen in die heutige Situation, die in mancher Hinsicht zweideutig ist, und dadurch Gefahren in sich birgt. MeitTVorschlag Ist kurz folgender: Die Zionistischen Büros sollen fortan nicht mehr am selben Platz domiziliert sein wie die der Jewish Agency und des Keren Hajessod, sondern Bollen nach dem fi»ftg'reti־«;gt:werd*Jf. י Zweck dieses Antrages sei u. m., die Zionistische Organisation soviel wie möglich dem Einflüsse des Keren Hajessod zu entziehen. Schon mehr als zehn Jahre hat sie dessen direkte und indirekte Stütze in Anspruch genommen. Dieses mag ge« wisse Vorteile mit sich gebracht haben, der ideelle Gedanke, der früher die größte Triebkraft der zionistischen Bewegung war, ist dabei in den Hintergrund gerückt. Größere Unabhängigkeit der Zionistischen Organisation vom Keren Hejessod würde dazu beitragen, eine reinere Atmo- Sphäre zu schaffen. Noch immer verhält die große Mehrheit des jüdischen Volkes sich gleichgültig oder ablehnend dem zionistischen Ideal gegenüber. Die Zionistische Organisation soll in nächster Zukunft versuchen, hierin eine Verbesserung herbeizuführen. Dafür ist eine intensive Propaganda so wie in den vergangenen Jahren notwendig. Das Gewinnen der Juden und der allgemeinen Oeffentlichkeit für den Zionismus ist eine Aufgabe von größter Bedeutung. Auch mit der Jewish Agency ist eine allzu enge Verbindüng nicht erwünscht. Die Zionistische Organisation ist in der Jewish Agency genügend vertreten, um den notwendigen Kontakt zu erhalten. Die täglichen Geschäfte der Zionistischen Organisation liegen jedoch auf ganz anderem Gebiet als die der Jewish Agency. Schließlich scheint auch eine gewisse Distanz von London erwünscht. Daher mein Vorschlag, die zionistischen Büros nach Haag, einem internationalen Zentrum ersten Ranges, zu überführen. Dieses Zentrum ist auch ganz vorzüglich geeignet für solche zionistische Arbeit, die außerhalb Palästinas gemacht werden soll. Ich möchte noch hinzufügen, daß nicht der Gedanke einer persönlichen Beziehung zu den zionistischen Büros bei mir vorliegt. Abgesehen von anderen Erwägungen, würden schon meine Kräfte dazu nicht mehr ausreichen. Es scheint nicht überflüssig, daran zu erinnern, daß am 24. EU11 David Wolffsohs Jahrzeit sein wird. Mögen die Zionisten 1'n den verschiedenen Ländern in dieser Stunde Wolfisohn’s Leben und Arbeit auf sich einwirken lassen״ Vielleicht wird man meinen Vorschlag in seinem Geiste in Erwägung ziehen. Ich zeichne mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener J. H. Kahn, ״ Exmitglied der Zionistischen Exekutive. Haag, den 8. September 1930. *' Wir erhalten folgende Zuschrift: ״Die ״J. K.“ hat in der vorigen Nummer «inen Auszug aus aem großen Aufsatz von Europäus in den ״Preußischenjahrbüchern“ veröffentlicht und es unterlassen, diesen Aufsatz zu kommentieren. Derartige Aufsätze, wie der genannte, sind heute auf Grund des vorliegenden reichhaltigen Materials sehr leicht abzufassen. Durch die Anonymität des AutorswsoIIte wohl der Eindruck erweckt werden, daß sich hinter dem Autor eine für die Haltung des offiziellen Deutschland maßgebende Persönlichkeit verbirgt. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß hinter dem Europäus ein Judäus steckt, der alles zusammengetragen hat, was gegen den Zionismus spricht und dies in einer sachlich sein sollenden Form tat. Derartige Aeußerungen erlangen aber erst einen Wert durch die Persönlichkeit des Autors. Sonst sind sie nichts anderes als bülige Kompilationen, die auch durch absichtlich zur Schau getragene Uebcrparteiuchkeit keine Bedeutung erlangen.“ Wir werden auf die Ausführungen in den Preußischen Jahrbüchern zurffckkotnmea. BERLINER KALENDER herein 6er Sretin&e für jfiMftye £<m6t»irij$a!i. IHonfag, ben 15. Ätptember, aßenbi 81/» Üßr, @emetnb(f)<nt§ STofenftrafee 2/4, SnformationS* abtnb. ^Referenten: Sßrof. fcetnrtd) ßoeroe: ׳״Bit Subeit in ber Sanbroirifdjaft,‘׳ Sl. Ubier (Sorf. beS beutjdjen SRt8rad)t): ״©ritlj Sfjalitjtm battim*. (Sritf) ütofenblütfj (®Ära): ״SRobgeS unb RtbBuj SRobgeS.“ Bereinigung ttabifater 3ionijUn. Qm ®Ititmod), ben 17. September, abenbß 8‘/s Ufjt, fprtdjt Cerr Dr. ®. 8 e m t n au# 2Iel4toln> über baß Sßema: ״®er ®ritlj-Sdjalom unb feine @t• fa$ren׳״ im fflemeinbeöau«, Siofenftr. 2/4. Sn* jtftlitftenb freie ®«!uffion, Säfte njiEÜommen. ®intritt frei (Sotieabienft ber :Berliner 3<0nifl)f$ett Bereinigung unb bea 3Wlara!bi an ben Dofjen geiertagen in ben ©ölen ber $• SB. f. ®., Süleinefefttafje 10. greife ber Sßläfee Pf. 15.-, 10.-, 6,-. ©oforlige SBefteHung erbeten an ba8 SSüro ber fB. $. © , SDteinefefir. 10, Eeltpfjon (J l) SBiSmard 7165/70. J. Ch. Rawnitzky 70 Jahre. Das hebräische Schrifttum in Palästina beging in diesen Tagen die Feier des 70. Geburtstages des hebräischen und jiddischen Schriftstellers und Literarhistorikers Jehosehua Ghana Rawnitzky, der als Redakteur des Verlages ״Dwir“ in Tel-Awiw lebt. Rawnitzky wurde in Odessa geboren und begann seine literarische Tätigkeit im Königsberger ״Hakol“, gab 1887 einen jiddischen Sammelband ״Der Wecker", dem Palästina-Aufbau-Oedanken gewldmet, heraus, begründete 1892 die hebräische Sammelschrift ״Pardess“ und beteiligte sich 1902 an der Gründung des Verlages ״Moria“, der nach dem Kriege (1921) aus Odessa nach Berlin übersiedelte und in den Verlag ״Dwir" aufging. In Oemeinschaft mit Bialik hat Rawnitzky die ״Sippure hamikra“ (Erzählungen der Bibel) und ״Seter ha’agaaa (Buch der Agada) bearbeitet. Er hat ferner eine ganze Reihe Schriften zur neuhebräischen Literaturgeschichte veröffentlicht R11n11111!n1111mnu!111i111UH11u11u1u111111111111111tt11uu11n1t1u»M111111u1u11MttUW1H1n(!n1u111111111R11111m1MMMH Zu Beginn des Wintersemesters Palästina-Marken auf der ״Iposta“. Die in Palästina vor und nach dem Weltkriege benutzten Briefmarken nehmen auf der vom 12. bis 21. September in den Oesamträumen des Zoolozischen Gartens stattfindenden Internationalen Postwertzeichen- Ausstellung einen erheblichen Platz ein. Hierzu trägt schon die wirklich Internationale Beschickung dieser Ausstellung bei, zumal die Palästina-Marken besonders In England stark gesammelt werden. Man wird also Gelegenheit haben, einen Teil der größten englischen Palästina-Sammlung, die bereits auf vielen internationalen Ausstellungen mit hohen Preisen ausgezeichnet wurde, zu sehen; sie beschäftigt sich sowohl mit den von der Militärverwaltung Mitte 1918 herausgegebenen Wertzeichen als auch mit den im griechischen Kloster in Jerusalem auf Anordnung der 1920 eingerichteten Zivilverwaltung angefertigten Autdrucken in arabisch, englisch und hebräisch. Bekanntlich war Arbeit und Material des Klosters so schlecht, daß jeweils nur kleine Auflagen erschienen und nacheinander fünf Aufdruck* platten benutzt werden mußten. Der Besitzer dieser Sammlung, R. E. Dark-Francii, Sussex, England, hat hier grundlegende Uatersuchungen angestellt und großenteils in der englischen Fachpresse veröffentlicht. Zahlreicher dagegen sind die Ausstellungsobjekte, die die vor dem Kriege in Erez-Israel benutzten Briefmarken zeigen. Die Türkei selbst ist vor allem durch die größte Sammlung dieses Gebietes, von Adolf Passer, Prag, die ebenfalls schon mit höchsten Preisen bedacht worden ist, vertreten, allerdings außer Wettbewerb, da der Besitzer gleichzeitig dem Preisgericht angehört. Die seitens der deutschen Postanstalten in Jaffa und Jerusalem benutzten Marken zeigt vor allem die große Sammlung deutscher Kolonien von General Lademann, von deren 18 Binden 6 gezeigt werden. Die Sammlung enthält außerordentlich seltene Entwertungs- und Ablagestempel aus Palästina. Auch die Sammlungen Dr. Kontny und Alfred Mutscher enthalten interessante Stücke. Außerdem wird eine Spezialsammlung der 1908 vor allem für Drucksachen aus Jaffa und Jerusalem verausgabten deutschen Marken mit Aufdruck in Centimeswährung ausgelegt, welche ebenfalls viele dort entwertete Stücke enthält. Mit den französischen Levante-Marken beschäftigt sich Josef Schmidt, Budapest, mit den österreichischen die Oesterreichwehe Staatsdruckerei selbst, ferner neben Josef Schmidt auch Ing. Karl Rühr, Tetschen, außerdem das grundlegende Werk von Ing. Edwin Müller, ״Die Postmarken von Oesterreich“. Beachtenswert sind auch die russischen Levante-Marken, die durch bedeutende Objekte vertreten sind, so vor allem in der großen Soeben erschien: Nr. 5 dar Schriftenreihe der Jüdischen Rundschau Dokumente zur nuteten-Politik 1929-1930 Der Shaw-Bericht / Unsere Antwort auf den Shaw-Bericht / Politische Dokumente ★ Preis 1. — RM. zuzüglich 0.20 RM. für Porto und Verpackung (Ausland 0.25 RM.). Zu beziehen nur gegen Vorein- Sendung des Betrages oder per Nachnahme- Lieferung nach dem Auslande erfolgt der hohen Nachnahmespesen wegen nur gegen Vorauszahlung. ״Jüdische Rundschau** Berlin W 1» / Meinekestraße 10 Postscheck - Konto: Berlin Nr. 17392 empfehlen wir allen tlSbrältChen Sprachschulen und Kursen die Einführung des glanzend bewahrten, von hebrBischen Wissenschaftlern und Pädagogen aufs Beste begutachteten Lehrbuchs von DAVID JOSEF BORNSTEIN Einführung In das Hebräisch der Gegenwart fffr fi-» >»♦«■.»«<> y, 1 ״ -.K #r+< ... > . ׳.-.״״ »״ >■ ׳ . « .... Broschiert RM. 7,50, in eanzlelnen geb. RM. 9,—, zuzüglich RM.0,50 für Porto und Verpackung. Ausland RM. 0,70. Lieferung erfolgt gagon Vorauszahlung odar per Nachnahme. Verleg und Alleinvertriebs JÜDISCHE RUNDSCHAU O. M. B. H« Berlin W 15, MelnekestraBe 10. Postscheck - Konto: 173Sl. Habima •Theater Die Habima teilte bereits mit, daß sie ihr Gastspiel aus technischen Gründen auf den 15. September verschieben mußte. Dadurch und durch den Umstand, daß auf Mentag, den 22. Sepfernher, der Vortag des Neujahrsfestes fällt, ist die Habima gezwungen, die Premiere von ״Urlei Acosta“ auf Freitag, den 19. September, anzusetzen. Für die Aufführungen der Habima gibt sich in allen Kreisen das größte Interesse kund, und man erwartet mit Spannung die neuen Darbietungen. wahrscheinlich auch in der umfangreichen ausgestellten Staats- Sammlung der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken. Man wird also dort Gelegenheit haben, neben den großen Seltenheiten aller Gebiete einen guten Ueberblick über die von etwa 1850 ab bis heute in Erez-Israel benutzten Briefmarken zu gewinnen, ohne gleich in die tiefen Geheimnisse postallscher Konkurrenzkämpfe vor dem Weltkriege oder drucktechnischer Einzelheiten der Jerusalemer Aufdrucke hineinsteigen zu müssen. Paul P. Lindenberg. 25 Jahre Weltbühne. Die von Siegfried Jacobsohn begründete ״Weitbühne“ erschien am 9. d. M. aus Anlaß des 25jährigen Bestehens in vergrößertem Umfange. Die bewährten Autoren der Zeitschrift sind in dem reichhaltigen Hefte durch Aufsätze vertreten. Was die ״Weltbühne“ in der öffentlichen Meinungsbildung Deutschlands bedeutet, braucht nicht ausführlieh geschildert zu werden. Die Unabhängigkeit der Gesinnung macht diese Zeitschrift wertvoll. Andererseits ließe sich manches darüber sagen, daß Unverantwortlichkeit sehr oft mit Unabhängigkeit Hand in Hand geht. Aber das ist eit» weites Feld . . . Wir wünschen der Zeitschrift Erfolg und reiche Wirkungsmöglichkeit im nächsten Vierteljahrhundert. Gruppenverband Thüringen. Am Sonntag, dem 14. September 1930, vorm. 10,30 Uhr, findet in Erfurt im ״Erfurter Hof“ ein Gruppenverbandstag mit folgender Tagesordnung statt: 1. Aussprache über A.-C. und Administrative Committee. 2. Bezirksarbeit. Vermischtes Weltkongreß der Ligen für das Arbeitende Palästina. Am Dienstag, dem 16. September, findet eine öffentliche Kind* gebung im großen Saal der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2/4, um 20 Uhr, statt. Thema: ״Weltkongreß für das Arbeitende Palästina.“ Es sprechen: M. Neustadt, Mosche Sc hapira, Dr. Georg Lubinski, Seew Orbach 11.a.m. ״Der Brlth-Schalom und seine Gefahren“. Ueber dieses Thema wird in einer Veranstaltung der Radikalen Zionisten, die am Mittwoch, dem 17. September, um 81/3 Uhr abends, im Gemeindehaus» Rosenstr. 2/4, stattfinden wird, Herr Dr. D. Lewin aus Tel-Awiw sprechen. Anschließend freie Diskussion. Gäste willkommen. Eintritt frei. Der Verein ״Jüdische Landwirtschaft Rodges E. V.“ ver* anstaltet am Montag, dem 15. d. M., abends 8 Uhr, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4, einen Vortragsabend. Referenten: Prof. Dr. Heinrich Loewe: ״Juden in der Landwirtschaft“, Alexander Adler (Präsident des deutschen Misrachi): ״Britn Chaluzim datiim“, Erich Ros enblüth (Esra): ״Rodges, Kibbuz Rodges“ (Petach Tikwah-Palästina). Gäste willkommen. Hebräische Kindergärtnerin für einen Privathaushalt in Ber* lin zu drei Kindern bei freier Station und 70 M. Gehalt monatlieh gesucht. Es kommen nur Angebote von Bewerberinnen in Frage, die sich schon in Deutschland, möglichst in Berlin, befinden. Z.V.I.D., Berlin W 15, Meinekestr. 10. Jüngerer Arzt, als leitender Arzt für ein Sanatorium, gesucht. Günstige Niederlassungsmöglichkeit für praktischen Arzt in der Nähe von Berlin kann nachgewiesen werden. Ebenso kann einem Augenarzt besonders günstige Niederlassungsmöglichkeit nachgewiesen werden. Auskunft erteilt das Büro des K. J. V. Das Jahr des Jüdischen Frauenbundes. Der fünfte Kunstkalender des Jüdischen Frauenbundes erscheint pünktlich in den Ellul-Wochen und reiht sich seinen vier älteren Brüdern aufs Anmutigste an. Ja, er übertrifft sie in mancher Beziehung; Druck, Ausstattung, Papier scheinen in diesem neuen Kalender beträchtlich ansehnlicher und dauerhafter, während die praktische Einrichtung des metallenen Halters, der es ermöglicht, zugleich Bild und Datum aufzuschlagen, beibehalten ist. So brauchen die vorjährigen Benutzerinnen des Kalenders sich in diesem Jahre nur das Kalendarium selbst anzuschaffen, was gewiß keine von ihnen versäumen wird; denn gerade dieser Kalender, der unter den zahlreichen Kalendern, die uns in diesen. Wochen ins Haus fliegen, sowohl an Ausstattung wie im Inhalt eine besondere Stellung einnimmt, ist zum unentbehrlichen Begleitet des Tages und Mahner an Vergessenes geworden. — Auch dieser Jüdische Kunstkalender steht unter einheitlichem Gesichtspunkt; seine Abbildungen zeigen Architektur, Plastik, Kunstgewerbe bis zur Neuzeit und verkörpern auf diese Weise jüdische Kunstentwicklung auf einem früher ziemlich wenig beachteten Gebiete. Gerade heute, da man aller Orten jüdische Kunstsammlungen zu gründen beginnt und einzelne reiche Materialsammlungen bereits in den Werken von Schwarz und Cohn-Wiener erschienen, ist dieser Versuch im besten Sinne zeitgemäß. Sehr begrüßenswert ist es auch, daß eine sachkundige Erläuterung von Dr. Margot Rieß die historischen und künstlerischen Zusammenhänge aer Bilder aufzeigt. Freilich hat für dies Jahr Schern dem Japhet weichen müssen —- der Gedanke dem Bildwerk; die nachdenklichen Worte aus alten und neuen jüdischen Quellen, die bisher Tag und Woche begleiteten, mußten — wohl aus Raumgründen — wegfallen. Mancher wird sie vermissen. Vielleicht läßt sich in Zukunft doch eine Vereinigung denken, auf daß wie die Alten wollten, Schern in den Zelten Japhets seine Wohnung finde. B. B. St, Im Verlage ״Central“, Warschau, ist vor kurzem das Buch von Jakob Klatzkin ״Probleme des modernen Judentums“ in jiddischer Sprache (übersetzt von A. L. Jakubowitz) erschienen.

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