Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 69 (2.9.1930)
- Date
- 1930-09-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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i Seite 458 JUEDISCHE RUNDSCHAU An unsere Abonnenten! Die Post verlangt die Anmeldung der vom 1. Oktober 1930 an zu liefernden Exemplare jetzt bereits 3 Wochen vor Quartalsbeginn. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die ״Jüd. Rundschau“ direkt bei uns abonnieren, in den ersten Tagen des September zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen. Wir bitten darum, im eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, dab diese Nachnahmen prompt eingelöst werden, da sonst Unregelmäfeigkeifen in der Zustellung der Jüdischen Rundschau" nicht zu vermeiden sein dürften. Berlin, im August 1930. Verlag ״Jüdische Rundschau“ Berlin W15c MeinekestraOe 10 Hur noch wenige Tage liegen die Wählerlisten zu den Wahlen der ״Repräsentanten• Versammlung der Jüdischen Gemeinde“ und des ״Landesverbandes“ aus. Es ist daher Pflicht eines Jeden, sofort festzustellen, ob er, seine Familienangehörigen und Bekannten in die Wählerliste aufgenommen sind. Achtet besonders aut weibliche Wahlberechtigte! Wahlberechtigt sind alle über 21 Jahre alten männlichen und weiblichen Juden Berlins. In- und Ausländer. Die Wählerlisten liegen aus im Büro der Jüdischen Gemeinde, Oranlenburger Str. 29, täglich von 9—3 Uhr, Sonntags von 9—12 Uhr. War nicht In dar wihlarlltla steht, darf nicht wählen! Rappln Persilz - Abend der Frauen Vor einem dichtgefüllten Saal von über 500 Menschen eröffnete Frau Jenny Blum e n f e 1 d die erste Veranstaltung der Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina in dem neuen Arbeitsjahr und dankte Herrn Dr. Arthur Ruppin als dem Schöpfer des palästinensischen Koionisationswerkes und Frau Schoschana Persitz, als einer der verdienstvollsten und repräsentativsten Pionierinnen Palästinas, daß sie durch die Uebernähme der Referate diesem Abend, der gleichzeitig eine Feier des zehnjährigen Bestehens der Wizo darstellte, erhöhte Festlichkeit und Bedeutung verliehen. In seinem überaus gehaltvollen, einen tiefen Eindruck hinterlassenden Vortrag, der von Stolz auf das in Palästina bisher Geleistete und von Zuversicht für seine weitere Zukunft getragen war, schilderte Ruppin an Hand von Daten und Zahlen die Entwicklung des Landes auf allen Gebieten der Wirtschaft und Bevölkerungspolitik und zeigte die reichen Perspektiven vor, die Palästina bei einem richtigen Agrar- Programm bietet, und die Gewähr, die die bisherige, an er- Treulichen Ueberraschungen reiche Erschließung des Landes dafür gibt, daß innerhalb von ein bis zwei Generationen eine jüdische Bevölkerung von einer Million Menschen in Palästina erreicht sein wird. Damit würde Palästina zu der starken Festung des Judentums geworden sein, als die es in diesem Zeitalter der Auflösung und Zertrümmerung erträumt wird. Frau Persitz schilderte in spannender Weise die Stadt Tel-Awiw als eine der besteingericnteten und bestverwalteten Städte, die allen Anforderungen an moderne Hygiene, Schul- und Fürsorgepolitik gerecht wird und das alberne Märchen von der Undiszipliniertheit der Juden und ihrer Unfähigkeit, ihre eigenen Angelegenheiten ordentlich und befriedigend zu regeln, Lügen straft. Mit seinen gebildeten Straßenkehrern, seinen in ihren Arbeitspausen Tanach lesenden Polizisten, mit seinen alle Kinder versorgenden Kindergärten, seinen neuartigen, stimmungsvollen Nationalfesten, stellt es ein Unikum dar, wie es überhaupt ein Wunder Ist mit seiner dauernden, auch im letzten schweren Jahr nicht unterbrochenen Aufwärtsentwicklung auf allen Oebieten der Wirtschaft und Kultur. Längst hat es alle Furcht, daß es ein bloßer Wasserkopf sein würde, dank der Findigkeit seiner wirfschaftstüchtigen Bevölkerung zerstreut. Wenn auch 13 Parteien Wahllisten für die Stadt aufstellten, so überbrückt doch die Einigkeit in entscheidenden Augenblicken alle Gegensätze, wie das heim imposanten Proteststreik gegen die Augustereignisse und beim einmonatlichen Fleischstreik zur Erzwingung eines von Jaffa unabhängigen Schlachthauses sich gezeigt hat. Wenn die Juden der Diaspora von derselben Einigkeit, Ausdauer und Fähigkeit zum tätigen Optimismus beseelt sein werden, wie die Bevölkerung von Tel-Awiw, so werden die schlechten politischen Verhältnisse den erfolgreichen Aufbau des Landes nicht beeinträchtigen können. Viele Fragen, Zweifel und Besorgnisse, die heute lebendig sind, fanden in der Haltung der beiden verantwortungsvollen Persönlichkeiten ihre Antwort, und es war förmlich zu fühlen, wie die Kraft, das Vertrauen und die Stärkung, die von den zionistischen Führern ausströmte, und das Beispiel palästinensiseher Mentalität und Aktivität, das sie verkörperten, die Mitarbeiterinnen der F. A. P. zu neuen Anstrengungen und neuem Ausharren aut dem Teilgebiet ihrer Arbeit anspornen. — Die F.A. P. konnte sich keinen besseren Auftakt zur Arbeit ihres neuen Jahres wünschen, als das wirklich starke und nachhaltige Erlebnis dieses Abends. Nach dem Zensus der Jewish Agency im März 1930 waren in 2670 Werkstätten und Fabriken 11400 jüdische Arbeiter beschäftigt. Der jüdische Arbeitslohn beträgt £P 620000, der Wert der Jahresproduktion £P 2100000. Soeben erschien: Nr. 5 der Schriftenreihe der Jüdischen Rundschau Dokumente zur Palästina-Politik 1929-1930 Der Shaw'Bericht / Unsere Antwort auf den Shaw-Bericht / Politische Dokumente ★ Preis 1.— RM. zuzüglich 0.20 RM. für Porto and Verpackung (Ausland 0.25 RM.) Zn beziehen nur gegen Vorein- ■ endang des Betrages oder per Nachnahme durch die ״!adiscBie Rundschau“ Berlin W 1• / Meinekestraße 10 Postscheck - Konto: Berlin Nr. 17392 KEREN KAJEMETH LEJISRAEL ROSCH HASCH AN AH-AKTION 9691 NEUES LANK i V jr * - FRIEDLICHER HP AUFBAU! 1. HAUPTSAMMELTAG: SONNTAG, 7. SEPTEMBER! a Nr. 60, 2. IX. 1930 Briete an die Redaktion Zwickau (Sa.), den 28. August 1930. Sehr geehrte Redaktion! Wie bekannt, besuchte kürzlich eine Gruppe von 20 hebräischen Lehrern aus Rumänien Palästina. Sie waren während ihres dortigen Aufenthaltes Gäste der hebräischen Lehrer-Organisation und hatten gute Gelegenheit, Erez-Jisrael, soweit es in der kurzen Zeit möglich war, kennen zu lernen. Nun können diese Lehrer, zurück in ihr Arbeitsfeld kommend, das, was sie bis jetzt über Erez-Jisrael nur aus Büchern lehren konnten, aus ihren eigenen Erfahrungen und Beobachtungen, und demgemäß mit mehr Liebe und Verständnis, tun. Ich glaube, daß es selbstverständlich ist, daß die hebräischen Lehrer, die eine Brücke zwischen der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart, sowie zwischen Palästina und Galuth bilden, wenigstens einmal nach Palästina gehen sollen, um Erez- Jisrael und das dort zur jugendlichen Frische und Kraft zurückkehrende ״Jisrael Sawa" zu sehen, und dort neue Kraft und Mut zu schöpfen, um dann Selbsterlebtes und Selbstgesehene» im Galuth lehren und erzählen zu können. Auch die hebräischen bzw. jüdischen Lehrer Deutschlands sollen einmal solch eine Reise nach Palästina unternehmen, und mir ist es unbegreiflich, warum dies bis jetzt noch nicht geschehen ist. Aber noch ist es nicht zu spät und das Versäumte kann noch nachgeholt werden. Ich schlage also vor: Die hebräischen bzw. jüdischen Lehrer Deutschlands sollen zu einer passenden Zeit in einer geschlossenen Gruppe Palästina besuchen und die Gemeinden sowie die Z. V. f. D. sollen diese Gruppe weitgehend und in jeder Hinsicht unterstützen. Ich nehme an, daß die ״Jüdische Rundschau“ gern praktische Vorschläge in dieser Angelegenheit annehmen wird, und es wäre wünschenswert, daß sich vielleicht Berliner Lehrer zu diesem Vorschlag äußern. Hochachtungsvoll R. M. Chasan. * Protest gegen Rumänien! Berlin, 28. August 1930. Nach meiner Ansicht müßten sich sämtliche ostjüdischert Organisationen und Synagogenvereine zusammenschließen und eine öffentliche Protestkundgebung einberufen, um gegen die Judenpogrome in Rumänien zu protestieren. Daß aber die zionistische Vereinigung eine Protestkundgebung einberufen soll, ist nach meiner Auffassung nicht richtig. Auch in den Vereinigten Staaten Nordamerikas, England usw. haben alle Juden Protest erhoben, nicht die zionistische Vereinigung. Mit Zionsgruß Schulim Rothstein. Vermischtes Berliner Zionistische Vereinigung. Am Donnerstag, dem 4. September, abends 8Vs Uhr, findet eine konstituierende Sitzung der Vertreterversaramlung der B. Z. V. statt Tages- Ordnung: 1. Wahl des Vorsitzenden der B. Z. V., des Hauptvor- Standes, des Vorsitzenden der Vertreterversammlung und anderer Gremien. 2. ״Die zionistische Arbeit in Bernn“, Refefent: Dr. Werner Bloch. Die Sitzung ist für Mitglieder der B. Z. V. öffentlich. Union der Zionisten-Revisionisten, Frankfurt a. M. Sonnabend, 6. September, abends 8!/j Uhr, Unterlindau -21. ״Bericht über die Prager Weltkonferenz“. Es werden berichten: Dr. Arnsberg, M. Schimmel, H. Lissauer. Beth-Am Iwrl. Am Mittwoch, dem 3. d. M., spricht abends 81/2 Uhr, im Beth-Am, Grolmanstr. 35, der Dozent der Hebräischen Universität Jerusalem, der bekannte palästinensische Politiker und Gelehrte, David Yellin, über: ״Der Kampf um die Klagemauer“. Gäste willkommen. Verband jüdischer Ingenieure und Chemiker in Deutschland E. V. Wir suchen einen Maschinenbau-Ingenieur, bis 24 Jahre alt, zwecks Beteiligung an einem Ingenieur- und Patentbüro in einer ostdeutschen Industriestadt. Gleichzeitig können wir einen Chemiker acquisitorischer Tätigkeit für chemische Reinigungsmittel nachweisen. Ausführliche Angebote an die Adresse des obengenannten Verbandes: Berlin N 24, Auguststraße 17. Die Berliner Gesellschaft zur Förderung des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts veranstaltet am Mittwoch, dem 3. September, 1/39 Uhr abends, in dem Plenar-Saal der Jüdischen Gemeinde (Rosenstr. 2—4), einen Vortrag des bekannten jüdischen Ethnographen J. L. Kahan aus Amerika über die jüdische Folklore (mit Beispielen des jüdischeu Volksschaffens). Gäste sind willkommen. Für Ben-Schemen wird eine perfekte Stenotypistin, die auch eine gute Klavierspielerin sein muß, gesucht. (Hebräische Sprachkenmtnisse nicht unbedingt erforderlich.) Bewerbungen sind zu richten an den Hechaluz, Berlin W 15, Meinekestr. 10. r Die glückliche Geburt ihres zweiten Sohnes geben voller Freude bekannt Dr. Ing. Hans Nisscl und Frau Gertrud geb. Wassermann Berlin - Neuwestend, den 29. August 1930. z.Zt. Temesvar, Banater Sanatorium 6\tvwilU tCtnf IN empfiehlt •ich cur Anfertigung; eleganter und einfacher ־ - ■ uliden ~ ־ Damen-Garderoben zu aoli Berlin W 62 LutheritraSe 47 Gartb, m 1 Preiaea Feraanrodier! (B 5) Barb.ro.7838 «־ ■■I■■I■■■■■■■■B■■■■■■■■■■■■■■B FESTDICHTUNGEN Aktuell! Toasts / TalstBMsr / uortrago Fsstzsltuflgsn <׳ fluftonrungon Jndividael! LSandaK BERLIN - CH AULOTTEN3URG 4 Waitzstraße 20. Tel.; Bleibtre« 2318. Jlldlscl1.es Mädchen das kochen kann und einig־« Hausarbeit übernimmt, lür Privathaushaltin Jerusalemgesucht Offerten unter® 54 an die Jüdische Rundschau, BerÜa W 15, Meinekestraßa 10 Suche für meto absolut zuverlässiges Fraulein, Jüdin, welches seit 15 Jahren meinen Haushalt bestens versieht, perfekt in Küche, entsprechende Stellung io rit Hause, da ich meinen Haushalt auflöse. Off. unter D 55 an die Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestrafie 10. Barbarossa 9256 VARIETE- NEUHEITEN Tätlich 2 Vorstellung en 5 und 81/s Uhr. Unsere neuen Preise: Wochentags 5 Uhr 50 Pf. bis 3 Mark Täglich 8 2 u. Sonnt. 5 Uhr l Mark bis 6 Mark Lfditspiel'Ttiealer Spielplane ab 2, September 1931 Universum Die xirUichon Verwandten Hurfarstendamm Abschied Sta Palast am Zoo Rouamttg Gloria'Palast Dreylae Ufa •Pavillon Zweimal Hochx.lt Hansmeriidiispleie BHHHBBHHHHBHBHHHHBHHHBBHBHHHBH Der Sohn dar weillasBerge Spftelplau der Berliner Theater vom 2. bis 5. September 1930 Siaaisoiier (Unter den Linden) 2. Sept. La Trmriata 3. Sept. Tannbinaer 4. Sept. Schwanda, der Dndo ו s ackpleiler 5. Sept Böhla*» Staatsoper (Platz der Republik) 2. Sept. Salem• 3. Sept DU Stumme vom Partie! 4. Sept Carmen 5. Sept Der arme Matrois — Erwartung — Schweiler Atigtliqi• Städtische Oper Z Sept Die Hochs•!! d•■ Figaro 3. Sept Othello 4. Sept Aida 5. Sept Mignon Siaaiildies Stfiausplemaus 2. Sept Weh dem» dt* lügt 3. Sept Lieb# aal dem Lande. - 33 Min. la GHUeberg 4■ Sept Oedlpa■ 5. Sept Liebe mal dem Land•• — 33 Min. In Grfinoberg SdüUer'Theaier 2. Sept. Schars, Satire, Ironie and tttl.ro Bodenlang: 3. Sept. Dar Mona all doai Klepper 4. Sept Dar Haas mit d.m Klapper $. Sept. Florlaa Geyer Deutsches Theater 1914 Kammerspiele Dia Schale der Freses Homäflte Wie werde i«h «•lob and glücklich? Deuisdies Kttnstlertheater Magdalena Lessing'Theater Des Kollers Kalla KomMtenhaus Keato X Melropol «Theater Viktoria aad ihr Hatar Theater «es Westens Haatahleia sacht Politik Wallnertheater 218 Theater in der Stresemann• Strafte Margt.nl• durch drei Theater am smifibaaerdamni Feaer aas dca Keaaela Theater ln der Behrenstrafte Da• hiSUche Mttdchen Renalssance'Theater Die Woadtr-Bar HomUdie Oper Fraa oh'se Kn■ Tribanc ab 3. August Mieter Pim will ateht stören Theater am Bttlowplatz Dar IrShilche Weinberg 11mmnn11t1mm111nm111tm11mm111nj|fum1m»Hnnm1m1tn11mmHn1un1u1m1m1nm1nn l unverbindlidie Preisausstellung für 1Anzeigen in der Jüd. Runds :hau. Verantwort!]eher Redakteurs Dr. Werner Bloch, Berlin-Wilmersdorf. Verlag Jüdische Ruadschau G.m.b.H., Berlin W15. Verantwortlich für den Inseratenteil: R. Se:a ' 5er!io - Wilmeradorf, Anx.-Verw. Jädiache Raadachau G.m.b.H״ Berlin W1A Meinekestr. 10 Druck roo Siegfried Scholem, Berlin Schöneberg.