Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 68 (29.8.1930)
- Date
- 1930-08-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653156-2653221--21791-2679932- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 450 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 29. VIII, 1930 Die hebräische Erziehungsarbeit in Polen und der ״Joint״ Man schreibt uns aus Warschau: Nur wenige Juden der westeuropäischen Länder, ja sogar selten die Zionisten dieser Länder, kennen die Lage der natlonalen Erziehung des jungen jüdischen Geschlechtes in Polen, dem großen jüdischen Zentrum. Nur diejenigen, die mit eigenen Augen das jüdische Leben dort gesehen haben, können die Leiden beurteilen, die das jüdische Erziehungswesen in diesem Lande durchzumachen hat. Ein bezeichnendes Detail auf diesem Gebiete: die polnische Regierung, die laut Konstitution verpflichtet wäre, für die Bildungsbedürfnisse der jüdischen Kinder in ihrer nationalen Sprache zu sorgen, hat nicht nur keine Schulen für Juden in ihrer Sprache eröffnet, sondern weigert sich auch, diejenigen Schulen genügend zu subventionieren, die die Eltern selbst gründen. Alle Forderungen, Vorstellungen und Bitten haben nichts genützt: die Regierung verschließt ihre Ohren gegenüber all diesen Ansprüchen und im letzten Jahre setzte sie für sämtliche jüdische Volksschulen eine Summe von 30000 Zloty als Subvention fest, ein Betrag, der nicht einmal zur Erhaltung auch nur einer Schule im Laufe eines Jahres genügen würde. Die Absicht ist klar und deutlich: man will die Juden zwingen, daß sie ihre Söhne und Töchter in die Regierungsschulen schicken und daß fremde Lehrer die Erzieher des jungen jüdischen Geschlechtes würden. Man muß gestehen, daß die Regierung in dieser Sache schon große Erfolge aufzuweisen hat: 70 0/0 aller jüdischen Kinder im schulpflichtigen Alter besuchen Regierungsschulen, und nur 30»/o besuchen andere Schulen, die mit Hilfe der jüdischen Massen selbst gegründet wurden. Selbstverständlich hätten die Eltern selbst, sogar trotz der Unterstützung durch die Gemeinden, Stadtverwaltungen und jüdische Oeffentlichkcit, mit eigenen Kräften die Bedürfnisse dieser nationalen Schulen nicht decken können, wenn sie nicht die Unterstützung unserer Brüder in Amerika, des ״Joint* erhalten hätten. Der ״Joint“ hat in der Tat viel zur Verfestigung dieser Schulen in den osteuropäischen Ländern beigetragen und ist allen denen zu Hilfe gekommen, die auf dem Gebiete der Erziehung und Gründung nationaler Erziehungsinstitute in erster Linie'sich befassen. Aber in dieser wichtigen und fruchtbaren Arbeit geschah etwas Unerklärbares: Die Unterstützungen des ״Joint“ zugunsten der nationalen Erziehung ermangelten eines bestimmten, festgesetzten Schlüssels, nach dem die Verteilung der Summen für die Bedtirfnisse der verschiedenen Schultypen geschah, so daß es schwer fällt, diese Verteilung für gerecht und den Erfordernissen des Lebens sowie den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend anzuerkennen. Die Unterstützungen des ״Joint“ genießen drei Schul- Organisationen: die der Orthodoxen, der Hebraisten und der Jidd i s c h is te n. Was den ersten Typus anbelangt, so ist es im allgemeinen schwer, Maß und Zahl zu bestimmen. Die Erziehungsinstitute der Orthodoxen sind in keitier Organisation zentralisiert, die eine bestimmte statistische Aufnahme ihrer Institute und Schüler gemacht hätte. Nicht so liegt die Sache bei den beiden übrigen Schultypen, dem hebräischen der ״T a r b u t }!“-Organisation und dem jiddischen der ״Zentralen jiddischen Schulorganisation“. Das sind bestimmte Organisationen, die nach einem bestimmten System arbeiten und periodische statistische Aufnahmen ihrer Institutionen und Schüler machen, so daß sie zu jeder Zeit und Stunde das Maß ihrer Kräfte und ihrer Möglichkeiten feststellen können. Gerade hier aber wird bei der Fortsetzung der Subventionen für diese beiden Organisationen seitens des Hac cnnri4>rHar<* V>rbaH**t* 0״• ״»י*»» "*~־יי*י»«י׳'0ג״ז*iljttai״ sehen Erziehung offenbar. Jeder, der den Erziehungsangelegenheiten nahesteht, weiß, daß die Zahl der Institute und Schüler der ״Tarbuth“-Organisation um vieles die Zahl der Institute und Schüler der Jidd i s c h i s t e n ii b e r t r i f f t. Dies trifft sowohl für die Volksschulen als. auch für die Lehrerseminare zu. Und trotzdem genäeßt die jiddischistische Organisation in all diesen Jahren eine höhere Subvention des ״Joint“ als die ״Tarbuth“-Organisation. Es drängt sich die Frage auf: Warum? Weshalb bevorzugt der ״Joint“ eine jüdische Erziehungs-Orgamfcation vor der anderen? Kann der ״Joint“ die Gelder nach persönlichen Sympathien verteilen und braucht offenen Zahlen und überzeugenden Tatsachen keine Rechnung zu tragen? Womit hat der jüdische Vater, der sein Kind in die hebräische Schule schickt, die Zurücksetzung verdient gegenüber jenem, der es in die Schule der Jiddischisten schickt? Die jüdischen Schichten, die ihre Kinder in diese Schulen schicken, sind nicht voneinander sozial unterschieden, beide sind arm und gedrückt, an beiden beteiligen sich Handwerker, Arbeiter und Beamte in gleichem Maße — weshalb also sollen diejenigen hintangesetzt sein, die die Rettung der jüdischen Kinderseele in einer voll jüdischen Erziehung sehen und infolge der Kürzung der Subventionen ihr Vorhaben nicht ausführen können? Es unterliegt keinem Zweifel, daß die jüdische Oeffent- Hchkcit in Amerika, falls sie diese Subventionsverhältnisse kennen würde, sich für die hebräische Erziehung einsetzen würde und diese schreiende Ungerechtigkeit nicht zuließe. Besonders würden sich die zi o n isti s c h e n Massen in Amerika dagegen auflehnen, die wissen, daß die ״Tarbuth“- Schulen aus ihrer Mitte die größtes! Beiträge für die Chaluz- Alijah aufbringen und in ihren Schulen die zukünftigen Erbauer des jüdischen Heimlandes erziehen, ln unseren Tagen gibt es kein anderes Zentrum für eine volljüdische nationale Erziehung als das Erziehungswerk der ״Tarbuth“, und wenn z. B. Polen im vorigen Jahre Tausende von Chaluzim nach Palästina geschickt hat, so rekrutiert sich die Hälfte davon aus Zöglingen der ״Tarbuth“-Schulen. Uebrigens beweist die Zahl der Lehranstalten, Klassen, Lehrer und Schüler der ״Tarbuth“-Organisation in Polen allein schon die große Bedeutung dieser Organisation im Leben der jüdischen Öffentlichkeit und besonders in der nationalen Erziehung des jüdischen Kindes. Im vergangenen Schuljahre 1929/30 unterhielt z. B. diese Organisation in Polen 5 Lehrer- und Kindergärtncrinnen-Seminare mit 469 Zöglingen, 11 Gymnasien mit 2287 Schülern, 151 Volksschulen 'mit 558 Schülern, 78 Kindergärten mit 17 764 Kindern. Insgesamt gab es 245 hebräische Erziehungsinstitute mit 24 573 Schülern und Schülerinnen, ln all diesen Instituten gab es 964 Klassen, in denen 1035 Lehrer unterrichteten. Außerdem existieren an den ״Tarbuth“-Filia!en Hunderte von Bibliotheken, Abendkursen für Erwachsene, Lesesäle usw. Die Führer des ״Joint“, die für Gerechtigkeit und Rechtlichkeit eintreten, und besonders diejenigen, die an der Spitze der K u 11 u r k o m m i s s i 0 n des ״Joint“ stehen, haben die Pflicht, dieses Unrecht gegenüber einem Erziehungswerk, wie es die ״Tarbuth“-Organisation leistet, gutzumachen, besonders da diese für sich keinerlei außerordentlichen Vorrechte und Vorteile verlangt, sondern lediglich volle Gleichberechtigung und Ausschaltung jeglicher Zurücksetzung wegen ihres Hebraismus und Zionismus. Am 8. August fand im Stadtviertel ״Achusa Sir Herbert Samuel“ auf dem Berge K a r m e 1 die Eröffnung des Kindertuberkulosebeims statt, das von der Familie Wachtel aus Jassy gestiftet wurde. NK/ELTV m BAND Makkahi-Meisterschaften In Hamborg 20 Jahre Bar Kochba Hamburg Die Hamburger Festtage wurden am Sonnabend, dem 24. August, mit einem Festakt anläßlich des 20jährigen Be- Stehens des Bar Kochba Hamburg eingeleitet. In den Glückwunschreden, die die Vertreter fast aller jüdischer Organlsatlonen Deutschlands hielten, kam auch diesmal wieder zum Ausdruck, welche Stellung sich die Makkabi-Vereine innerhalb der jüdischen Welt erworben haben. Ebenso wurde auch beim 20. Jubiläum des Hamburger Vereins das große Interesse der zionistischen Institutionen bewiesen, daß diese an der Makkabi- Bewegung haben. Iif Form einer Festrede, die gleichzeitig eine prinzipielle Darlegung der Makkabi-ldee war, setzte Dr. Lelewer den 700 Zuhörern die Ziele und den Sinn der Makkabi- Arbeit in formvollendeter Weise auseinander und erntete auch bei dem Hamburger Publikum großen Beifall. Auch inmitten dieser Veranstaltung befanden sich zwei Tumbrüder aus Erez- Israel, Nadaw und Nischri, deren Anwesenheit von allen stürmisch begrüßt wurde. Auch der hebräische Beginn der Begriißungsrede Dr. Edgar Marx’ ist ein deutliches Zeichen dafür, daß unser Verhältnis zu Palästina ein immer engeres wird, was auch in den Beratungen und Beschlüssen des Tumtages stark zum Ausdruck kam. (Ausführlicher Bericht hierüber folgt.) Das Makkabd-Sportfest ist ganz ausgezeichnet von unseren Vereinen beschickt worden. Nachdem erst 230 Sportler des Deutschen Makkabi die weite Reise nach Antwerpen machten,!and wiederum gegen 400 auswärtige Teilnehmer dem Rufe des Deutschen Makkabikreises gefolgt. Das Fest fand in dem wuoderschönen, im Walde gelegenen Stadtparkstadion statt. Die Teilnahme der jüdischen Oeffentlichkeit an dem Sportfest war ausgezeichnet, und der Hamburger Bar Kochba hat auch verstanden, dieser einen Ausschnitt aus seiner vielseitigen sport- Mchcn Tätigkeit in Form eines bunten Bildes zu geben. Im Mittelpunkt des Festes stand der Aufmarsch, der ein gutes Bild aus dem Makkabikreis durch die Teilnahme von Beuthen, Breslau, Kiel, Berlin, Magdeburg, Frankfurt a. M., Lübeck, Leipzig, Hannover, Köln, Remscheid, Oberhausen, Mannheim, München und der tschechoslowakischen Makkabim aus Prag gab. Die Unmasse der Wettbewerbe im einzelnen anzuführen, ist nicht möglich. Herausgegriffen seien als interessanteste und wertvollste die folgenden. Mit Spannung sah man dem 3000-m- Lauf entgegen, wußte man doch, daß sich in Katz und dem diesjährigen tschechischen Meister Frankl (Prag) zwei Könner von Format gegenüberstanden. Die Erwartungen wurden nicht getäuscht. Katz ging nach dem Start sofort an die Spitze und führte das kleine Feld im Bummeltempo über die erste Runde, von 700 m sichtlich bemüht, Kräfte für die letzten Kilometer zu sparen. Frankl folgte ihm in grandiosem Stil und vollkommenen Gleichschritt mit spielender Leichtigkeit, die schon ahnen Meß, daß ihm das bessere Ende gehören würde. Ohne daß sich die Reihenfolge dieser beiden änderte, wurde das Tempo schneikr und schneller. 200 m vor dem Ziel ging Frankl mit einem Ruck an die Spitze, um in 9 Min. 15,5 Sek. mit rund 20 m Katz zu schlagen. Dritter wurde Behrens, Hannover, in 10 Min. 4,3 Sek., eine beachtliche Leistung. Ein spannendes Rennen war der 800-m-Lauf. Windau-Köln u« wr Ahuctracnt aey senr starken Windes mit einer Zeit, die nur eine zehntel Sekunde über 2 Minuten liegt, eine sehr gute Leistung heraus. Ihre große Ueberlegenheit zeigten Berlins Vertreter naturgemäß im 4 x 100-m-StaffelIauf. Ergebnisse: Hochsprung, Jugend!014•!.Groß 3 (Berlin) I, 45 Meter, 2. Fiscb (Magdeburg) 1,35 Meter, 3. Attermann (Duisbürg). Kugelstoßen-Meisterschaft für Herren. 1. Reichmann (Prag) II, 94 Meter. 3. Flink (Berlin) g,84 Meter. 3. Attermann (Köln) g,34 Meter. 4• Dr. Basch (Hamburg) 9,33 Meter. Woitsprung 1g!3/13. I. Spielmann (München) 6,03 Meter. 3. Rosenberg (Berlin) 5,g4 Meter. 3. Moser (Hamburg) 5,go Meter. Weitsprung-Meisterschaft für Frauen. 1. Gans (Frankfurt) 4,85 Meter. 3. Weichsel (Leipzig) 4.66 Meter. 3. Lewy (Berlin) 4,45 Meter. Kugelstoßen-Meisterschaft für Frauen. 1. Gans (Frankfurt) 10,35 Meter. 3. Cohn (Berlin) 9,43 Meter. 3. Löwenstein (Berlin) 8,68 Meter, Kugelstoßen, Jugend!;113/13. 1. Attermann (Köln) 11,85 Meter. 3. Dünner (Berlin) II, 30 Meter. 3. Csasznik (Berlin) 11,37 Meter. Reicbmann (Prag) außer Konkurrenz; 13, g4 Meter'! Hochsprung-Meisterschaft für Herren. 1. Dr. Zander (Prag) 1,73 Meter. 3. Dr. Jakl (Berlin) 1.67 Meter. 3. Kammerling (Leipzig) 1,62 Motor. ססו Meter, Jugend 1g!4 und später. 1. Briemer (Hamburg) 11,g Sek. 3. Levy 3 (Ham- Burg) 13,1 Sek. 3. Friedländer (Hamburg) 13,5 Sek. 100 Meter, Jugend 1g12/r3. 1. Henninger (Frankfurt) 11,6 Sek. 2. Goldberg (Frankfurt) 11,7 Sek. 3. Guttmann 3 (Berlin) 11,8 Sek. 300 Meter offen, Entscheidung. 1. Bleiweiß (Hamburg) 24,8 Sek. 3. Haffner (Leipzig) 25 Sek. 3. Raffaelowitsch (Leipzig) 25,4 Sek. 400-Mcter- Meisterschaft. 1. Rosenthal (Berlin) 52,1 Sek. 2. Lesser (Berlin) 54 Sek. 3. Wieder (Berlin) 54,3 Sek. VVeilsprung für Alte Herren. I. Lehrfreund (Leipzig) 5,05 Meter. 2. Fischleber (Leipzig) 4,86 Meter. 3. Hirsch (Breslau) 4.65 Meter. 4x100-Metcr, Jugena 1g!4. 1. Hamburg 1 47,0 Sek. 2. Köln 48,8 Sek. 3. Hamburg 3 5! Sek. 100 Meter für Alle Herren. 1. Lehrfreund (Leipzig) 13,4 Sek. 3. Förster (Leipzig) 13,5 Sek. 3. Dr. Atlas (Berlin) 13,3 Sek. 75 Meter für Mädchen. 1. Feuer (Hamburg) 11,3 Sek. 2. Simon (Hamburg) 11,6 Sek. 3. Kretzig (Leipzig) u,8 Sek. 3x200 Meter, Jugend 10t2/13. 1. Frankfurt 1 :!3,7. 2. Hamburg 1 : 15. 3. Leipzig 1:16,8. Diskuswerfen-Meisterschaft. 1. Reichmann (Prag) 34,02 Meter. 2. Attermann (Köln) 38,08 Meter. 3. Nobenzahl (Leipzig) 36,82 Meter. Weitsprung-Meisterschafl.. 1. Dr. Zander (Prag) 6,64 Meter. 2. Kurz 2 (Berlin) 6,55 Meter. 3. Kammerling (Leipzig) 6,38 Meter. 81 «-Meter-Meisterschaft. 1. Windau (Köln) 3:00,1, 3. Bergmann (Berlin) 3:01,3. 3. Silbermann (Berlin) 2:08. loo-Meter-Meislerschaft für Frauen. 1. Gans (Frankfurt) 13,7 Sek. 2. Münzer (Köln)!4,1 Sek. 3. Löwenstein (Berlin)!4,2 Sek. 100-Meter-Meisterschaft. 1. Gerber (Berlin) 11 Sek. 2. Lewin (Berlin) 11,1 Sek. 3. Simmenauer (Berlin) 11,3 Sek. 3000-Metcr-Meisterscbaft. 1. Frankl (Prag) 9: 15,5. a. Katz (Berlin) 9:19,8. 3. Behrens (Hannover) 10:04,3. Olympische Staffel 1. Köln 3:58. 3. Leipzig 3: 58,1. 3. Berlin 4:06,2. 4x100-Meter- Meisterschaft für Frauen. 1. Berlin 1 56 Sek. 3. Hamburg 56,8 Sekunden. 3. Berlin 2 63,4 Sek. 4x10o-Meter-Meisterschaft für Herren. 1. Berlin 1 44,1 Sek. 2. Hamburg 45,5 Sek. 3. Berlin 3 48,5 Sek. Ilerzl-Gedenkstaffel für Jugend. 1. Berlin 4:2g,4. 2. Hamburg 4:35,8. 3. Leipzig 4:43. Schwedenstaffel, offen. 1. Berlin 3:11. 2. Köln 2: 13. 3. Leipzig 3: 15,4• Handballspiel. Bar Kochba Leipzig 1. Jugend gegen Bar Kochba Hamburg x. Jugend 3: 3. Faustballmeisterscbai't. Bar Kochba Lübeck gegen Bar Kochba Hannover 38:35 (20:31). Turnerische Wettkämpfe. Zwölfkampf für Männer, Klasse A: 1. Sieger Kochmann (Breslau) 190(2 Punkte. 3. Sieger Förster (Leipzig) '175(4 Punkte. Neunkampf für Männer, Klasse ß: 1. Sieger Glaser (Berlin) 124 Punkte. 2. Sieger Urich (Berlin) 118 Punkte. 3. Sieger Groß (Berlin) 117 Punkte. 4• Sieger Steinbach (Berlin) 116(4 Punkte. Siebenkampf für Damen: 1. Siegerin Korbmann (Breslau) 114 Punkte. 2. Siegerin Rosemann (Hamburg) 97 Punkte. 3. Siegerin Edith Koppe[ (Hamburg) 90 Punkte. Siebenkampf für weibliche Jugend 1g12/13: 1. Siegerin Frl. Weiß {Breslau} 81 Punkte. 3. Siegerin Frl. Meodelsohn (Breelau) •g Punkt«. 3. Siegerin Frl. Friedmann (Breslau) 74(4 Punkte. Siebenkampf für männliche Jugend xgxs/13: x. Sieger Hochhäuser (Breslau) 1281/3 Punkte. Feierstunde Bel Scheinwerfer- und Fsckelbeleucktung wird in der Nacht des 31. August die Hazair-Jugcnd des Bar Kocfaba-Hakoah auf dem Rasenplatz des Sportplatzes in Westend ein dramatisches Studio zur Darstellung bringen. Unter Benutzung geschichtlicher Quellen ist das Gespräch zwischen HerzI und Baron Hirsch rekonstruiert worden, und wird in einer dramatischen Bearbeitung, die zurzeit mit großem Fleiß von den Jungens einstudiert wird, im Rahmen der Theodor Herzl-Nacht zur Darstellung gelangen. Das Festspiel wird um 814 Uhr abends seinen Anfang nehmen. Die Veranstaltung selbst beginnt bereits um 6 Uhr abends mit dem Leichtathletik-Klubkampt Männer gegen Jugend. Die Männermannschaft gibt ihren jugendlichen Gegnern in jedem Wettbewerb eine angemessene Vorgabe, wodurch der ganze Wettkampf, in dem 50 jugendliche Athleten gegen 50 Minner antreten werden, besonders interessant gestaltet ist. Weizmann anf der Herzl-Nacht Die Veranstaltung des Bar Kochba-Hakoah, Berlin, am kommenden Sonntag auf dem Sportplatz in Westend wird nach den letzten Informationen vom Präsidenten Weizmann sowie den übrigen Mitgliedern des Aktions-Comitös besucht werden. Weiterhin werden Gruppen der Bar Kochba-Verelne Breslau, Köln, Leipzig, Frankfurt und München der Theodor Herzl- Nacht als Gäste beiwohnen. Der Olympische Zehnkampf, den die Jugend gegen die beste Männermannschaft austrägt, verspricht äußerst spannend zu werden. Besonders werden auch die technischen Uebungen, wie Stabhochspringen, Hürdenlaufen, sowie die Wurf- und Sprungwettbewerbe interessant gestaltet sein. Der Sportplatz in Westend verfügt über eine Tribüne und bietet daher auch bei weniger gutem Wetter Schutz. Eine Lautsprecheranlage zur Uebermittlung der Wettkampiergebnisse wird eingebaut. Die Jugendbünde Berlins sind zu der Theodor Herzl-Sfaffel elngeladen. Bei Eintritt der Dunkelheit wird unter Fackelbeleuchtung ein Bewegungschor von Frauen und Mädchen auitreten. Anschließend folgt ein Prolog (nach einer Rede von Nahum Sokoiow auf dem 16. Zianistenkongreß). Das Gespräch zwischen Theodor Herzl und Baron Hirsch ist von , dem Bar Kochba- Hazair dramatisiert worden und gelangt als Abschluß der Theodor Herzl-Nacht zur Darstellung. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, dem 31. August, abends pünktlich 6 Uhr, und schließt nach 10 Uhr. Der Sportplatz Westend ist zu erreichen mit der Ringbahn (Bhf. Westend), Autobus 20 (Endstation), Straßenbahn 54, 154. _ Jüdische Erfolge bei den Schwimm-Meisterschaften der Tschechoslowakei. Die am Freitag, Sonnabend und Sonntag letzter Woche im neuen Schwimmstadion am Barrandov zur Austragung gelangten tschechischen Meisterschaften brachten dem jüdischen Sport zahlreiche Erfolge. In der Endklassifikation der einzelnen Vereine nimmt ״Hagibor“, Prag, mit 27 Punkten den dritten Platz hinter PTE. (49 Punkte) und Aegir, Brünn (29 Punkte) edn, doch besteht die Möglichkeit, daß ״Hagibor“ nach Austragung der noch fälligen 1500 m und Sprungmeisterschaften mit einem erheblichen Plus an Punkten den Zweiten überholt und sich dem führenden PTE. stark nähert. D*r bedeutendste Erfolg waren die beiden eindrucksvollen Siege Getreuere über 200 und 400 m, ferner dir Sieg der 4 x 200-111- Hagiborstaffel (auf die phänomenale Leistung Getreuers als Endmann zurückzuführen) und der dritte Meisterschaftsplatz des kleinen, kaum siebzehnjährigen Abeies im Brustschwimmen über 200 m. — ״Hagibor“ steht durch das Ergebnis dieser sportliehen Heerschau weit vor allen großen tschechischen Vereinen, wie z. B. Sparta, Slavia, CPK. usw. Die Rückreise der palästinensischen Motorradfahrer. Die Mitglieder des palästinensischen Makkabi sind auf ihrer Rückreise in Rumänien angelangt und beendigen ihre Europatournee, indem sie sich von Konstanza aus nach Palästina einschiffen. Ihre Rückreise durch Polen und Rumänien war ein einziges Kundgebungen für den Aufbau Erez-Israels, an denen‘sich die Vertreter aller jüdischen Parteien beteiligten. Die Makkabiah 1932 ist in aller Munde und der Makkabiweltverband hat seine Positionen durch diese Fahrt außerordentlich verstärkt. Als besonders hervorragend sind die Kundgebungen in Warschau, Krakau, Bielsko und Czemowitz zu nennen. Es ist unmöglich, ausführliche Berichte über alle Kundgebungen und Festlich keiten zu bringen. Es besteht die feste Hoffnung, daß die Erfolge dieser Reise sich in vermehrter zionistischer Aktivität in Polen und Rumänien in nächster Zeit zeigen werden. Fußball. Am letzten Sonntag standen wir in einem Klubkampf mit 6 Mannschaften dem bekannten Kreisliga-Club Berolina-L. S. C. gegenüber und konnten wir, da wir immer noch mit Schwierigkeiten in der Mannschaftsaufstellung zu kämpfen haben, nicht in der gewünschten Form abschneiden. Die 1. Mannschaft mußte sich eine 6: 3-Niederlage gefallen lassen, wobei jedoch zu bemerken ist, daß wir mit 6 Ersatzleuten anzutreten gezwungen waren. Trotzdem hielt sich unsere Mannschaft bis Halbzeit beim Stands von 3: x sehr gut. Nach Halbzeit hatte Berolina den sehr starken Wind für sich und war es ihr vergönnt, in gleichmäßigen Abständen noch 4 Tore zu erzielen. Der Sieg wurde ihr um so leichter gemacht, als unsere Mannschaft während der ganzen 3. Hälfte gezwungen war, mit neun Maito zu spielen. Im Jugendbetrieb kann dagegen nur Erfreuliches gemeldet werden. Die 1. Juniorenmannschaft schlug ihren Gegner, Berolina-L. S. C. in einem ganz hervorragenden Spiel mit 13 : 2, während die Schülermannschaften ihre 1. Verbandsspiele mit folgenden Resultaten erfolgreich abschließen konnten: Hakoah II, Schüler— Allemamiia II, Schüler 3:1; Hakoah IH, Schüler—Allemannia IH, Schüler 5: o. Am nächsten Sonntag herrscht starker Spielbetrieb, an welchem 12 Mannschaften beteiligt sind. 1. Seniorenmannschaft spielt im I. Verbandsspiel gegen ״Staaken“ in Staaken, Luftschiffhafen. Treffpunkt hierzu 1/22 Uhr, Lehrter Bahnhof. Mannheim. An den am 1. August stattgefundenen ״Herzl-Gedäclitnis-SpieJen“, die vom Bar Kochba Frankfurt veranstaltet wurden, beteiligte sich unser Verein unter Leitung unseres Trainers Tbr. Hilsenrad mit 30 Mitgliedern. Wir konnten dabei folgende Preise gewinnen: Simon Händler 3. Preis im 800-m-Lauf, Simon Händler 3. Preis im 300-m-Lauf, Theo Ohrenstein 3. Preis im Hocksprung, Hans Ostheimer 3. Preis im Woitsprung, Herzl-Staffel 3. Preis und 4x10a-m-Staffe! für Herren 3. Preis. Wenn die Ergebnisse des Wettkampfes nicht ganz unsere Hoffnungen erfüllten, so geschah es deshalb, weil bei uns die Trainings- und Gymnastikslunde nicht immer so zahlreich und regelmäßig besucht wurden, wie dies zur Vorbereitung auf Wettkämpfe nötig ist. Wir Litten unsere Mitglieder, diese Lehre zu beherzigen. Der Begrüßungsabend nahm einen harmonisclipn Verlauf und sprach Fritz Hirsch im Namen der Gäste Worte des Dankes und der Anerkennung. Der zweite Tag unseres Frankfurter Aufenthalte« galt der Besichtigung dieser schönen Stadt, in der vom Römer bis zum Stadion und den neuen Bauten Vergangenheit und Gegenwart kraftvoll und lebendig wirkt. Wir schieden beglückt und fröhlich. Unseren Frankfurter freunden ein dreifaches Hedadl