Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 62 (8.8.1930)
- Date
- 1930-08-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 412 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 62, 8. Vffl. 1930 Vom deutschen Keren Hafessod Das Büro des Deutschen Keren Hajessod teilt mit: Dr. Adolf Friedemann, der Leiter der Keren Hajessod• Arbeit in Holland, der bereits mehrfach mit ausgezeichnetem Erfolg an der Arbeit des Deutschen Keren Hajessod teilgenommen hat, hat sich im Juni und Juli wiederum in dankenswerter Weise für Vortrage und Aktionen in einer Reihe deutscher Städte zur Verfügung gestellt. In Würzburg sprach Dr. Friedemann im Rahmen einer Veranstaltung der Jewish Agency über das Thema: ״Was ist uns deutschen Juden Palästina?“ Es gelang dem Referenten, auch fernstehende Teilnehmer von der Bedeutung und der Größe des Aufbauwerkes in Palästina zu überzeugen und sie in der anschließenden Besuchsaktion auch zu einer finanziellen Beteiligung zu veranlassen. Den Herren Heinrich Freudenberger, Würzburg, und cand. phil. Max Levy, Frankfurt am Main, die Herren Dr. Friedemann auf das tatkräftigste bei seiner Arbeit in Würzburg unterstützten, sei an dieser Stelle besonders gedankt. In Augsburg fand unter dem Vorsitz von Herrn Rechtsanwalt Eugen Strauß eine bedeutsame Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Jewish Agency statt, bei der Dr. Friedemann das Hauptreferat hielt. Zum ersten Male wurden hier nach Konstituierung der Jewish Agency vor einem größeren Gremium die Probleme der jüdischen Aufbauarbeit erörtert. Die Ausführungen des Referenten fanden so starkes Interesse, daß der Be- Schluß gefaßt wurde, im Herbst noch einmal eine größere Veranstaltung mit Dr. Friedemann einzuberufen. Ebenso wurde für Stuttgart, wo Dr. Friedemann eine Konferenz mit den Mitgliedern des ״Württembergischen Provinzialausschusses für die Jewish Agency“ hatte, eine größere öffentliche Kundgebung für den Herbst beschlossen. Im Anschluß an die interne Besprechung wurde von Dr. Friedemann in engster Zusammenarbeit mit den Herren Ministerialrat Dr. Otto Hirsch, Oscar Rothschild, Dr. Weiß und Dr. Bonein eine Besuchsaktion durchgeführt, die ein recht gutes finanzielles Ergebnis zeitigte. Dr. Friedemann sprach ferner in K o n s t a n z, wo sich Frau Thekla Meinrath um das Arrangement der Veranstaltung besonders bemüht hat, sowie in Aschaffenburgund Bruchsal. Allen diesen Vorträgen schlossen sich Besuchsaktionen an. Ferner arbeitete Dr. Friedemann, aufs beste unterstützt von Herrn Richard Marx in Mannheim, wo es ihm bereits bei früheren Vorträgen gelungen war, dem Keren Hajessod neue Freunde zuzuführen. Neben all diesen Veranstaltungen hatte Dr. Friedemann Unterredungen mit führenden nichtzionistischen Persönlichkeiten der Pfalz, die bindende Zusicherungen für ihre Mitarbeit bei einigen für den September 1930 vorgesehenen Veranstaltungen abgaben. Bflcherschaa Chronik der Jüdischen Gemeinde Spandau. Von Franz Kohstall. Herausgegeben vom Vorstand der Synagogengemeinde Spandau. Die erste Nachricht über Juden in Spandau geht auf das Jahr 1307 zurück. Im Jahre 1510 wurde die erste Gemeinde im Anschluß an einen gegen die Juden in Brandenburg betriebenen Hostienmarterungsprozeß ausgetrieben. Von kleinen Unterbrechungen abgesehen, linden wir erst im 18. Jahrhundert wieder Juden in Spandau. Der größte Teil der vorliegenden Schrift ist der Entwicklung der Gemeindeverhältnisse seit 1782 gewidmet. Die Größe und Zusammensetzung der Gemeinde, ihre Körperschaften, die Trennung der Ortsgemeinde von der Kreisgemeinde Nauenv die Geschichte der Synagoge, über die verschiedene Abbildungen beigegeben sind, werden mit großerer Ausführlichkeit geschildert. Zum Schluß wird noch eine ־Darstellung der jetzigen Gemeindeverhältnisse gegeben. L. ״Synagofien“-Kirchen in Schlesien. Von Prof. Dr.-ing. Alfred Grotte (Breslau). Herausgegeben vom Verein Jüdisches Museum E. V., Breslau. Erst in der Mitte des 12. Jahrhunderts sind Juden in Schlesien nachweisbar, wahrscheinlich sind sie aus Böhmen, eingewandert. Direkte Nachrichten über den Bau von Betstuben oder Synagogen liegen für 15 Orte schon aus der ältesten Zeit vor. Im 15. und 16. Jahrhundert nun wurden in Schlesien wie auch im übrigen Deutschland die meisten Judengemeinden zerstört, zahlreiche Synagogen in Kirchen umgewandelt. Prof. Grotte beschreibt solche ״Judenkirchen“: St. Salvator in Oels (1535?); St. Barbara in Striegau (ca. 1455); St. Adalbert in Jauer (ca. 1450). An den Stätten dieser Kirchen befinden sich noch interessante Reste der alten Synagogen-Bauten. — Der Arbeit sind acht Abbildungen beigegeben. L. Klabunds Literaturgeschichte. Phaidon-Verlag, Wien. (7 M.) In einem Bande hat der zu früh verblichene Klabund die ganze Weltliteratur von altägyptischen Totenpsalmen bis auf unsere Tage Revue passieren lassen. Natürlich wird auch die altjüdische Literatur behandelt, wenn auch nur auf drei Seite!. Jedes Buch der Bibel erhält ein knappes Epitheton. Unter den jüdischen Dichtern der neueren Zeit läßt Klabund Heine Gerechtigkeit widerfahren. In einem Kapitel ״Der Orient in der Neuzeit“ erhalten die Juden einen Abschnitt, worin Spinoza, die Chassidim, Goldfaden, Asch und Perez genannt sind. Scholern Alechem, Mendele und die gesamte neuhebräische Dichtung (Bialik) fehlen. Diese Literaturgeschichte ist kein pedantisches und langatmiges Sammelbuch, aber es weiß zu jedem Namen eine kurze, geistreiche Charakteristik zu sagen und führt uns so auf leichten Füßen graziös durch die Geschichte des Menschengeistes; es demonstriert die Einheit allen Geistes über die Vielfalt der Völker und müßte schon um dieser Wirkung willen gepriesen werden. 1. Erich Koch-Weser, Deutschlands Außenpolitik in der Nachkriegszeit. Verlag Kurt Vowinckel Berlin. 2,50 M. Ein gut zusammenfassendes Nachschlagebuch, das die großen Linien der Außenpolitik nüchtern darstellt und zeigt, warum diese ״unheroische“ Politik für Deutschland die einzig mögliche war. Für die Zukunft wird u. a. die Bedeutung des europäischen Minderheitenproblems betont, wobei das Fehlen eines Hinweises auf die Juden auffällt. Jahrbuch für die Jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte, herausgegeben von "dem Verbände der Jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hanse- Städte E. V., Nr. 1 (5690). Verlag Ackermann ft Wulff Nachfl., Hamburg. — Der Verband, der dieses erste Jahrbuch als Fort- Setzung des bisher in drei Jahrgängen erschienenen Israelitisehen Kalenders für Schleswig-Holstein herausgibt, umfaßt bisher die Gemeinden Ahrensburg, Altona, Elmshorn, Friedrichstadt, Kiel, Rendsburg, Segeberg, Wandsbek sowie Hambürg, Lübeck, Bremen. Das Jahrbuch bringt neben Berichten, Protokollen und Satzungen Angaben über die Körperschaften, Institutionen und Vereine dieser Gemeinden. Leider fehlen statistische Angaben über Größe und Zusammensetzung der Gemeinden. Nach besonderen Berichten über die soziale Arbeit, insbesondere in Hamburg, folgen einige interessante Akten-Neupublikationen aus dem Altonaer Stadtarchiv und aus den Gemeindearchiven Lübeck und Bremen. Das ״Kapital“ von Marx ist in Tel-Awiw in hebräischer Uebersetzung erschienen. Aus den Gemeinden Brief aus Beuthen (Von unserem Berichterstatter.) Am vorigen Mittwoch kam von der Regierung in Oppeln der Bescheid, daß dem Wahlprotest der Jüdischen Volkspartd stattgegeben wird und die am 4. Mai d. J. durchgeführten R e pr ä se n t a n t e n wah 1 e n in Beuthen als utigültig erklärt werden. Die Verwirrung ist eine volfetändige. Die vor 14 Tagen neu eingeführten Repräsentanten müssen wieder ausgeführt werden. Die Vorstandswahlen sind gleichfalls ungültig und die Verwaltungskörperschaften der vorigen Periode sind wieder in Funktion zu setzen, bis die sofort auszuschreibenden Wahlen eine andere Zusammensetzung ergeben. Das Mißgeschick trifft die Gemeinde in einer Stimmung, die an Ratlosigkeit und Niedergeschlagenheit kaum überboten werden kann. Durch den schon 4 Jahre währenden Zollkrieg mit Polen ist die Kaufmannschaft in ihrer Existenz unterhöhlt, und nun haben vor 14 Tagen eingetretene Riesenfallissements die größten Steuerzahler der Gemeinde zum Erliegen gebracht, ohne daß ein Ende der Zahlungseinstellungen infolge dieser speziellen Krise schon abzusehen ist. Es muß also mitten im Steuerjahr eine kräftige Sanierung der Gemeinde* finanzen durchgeführt werden, einerseits ein Lastenabbau, soweit es geht, andererseits eine Steuererhöhung, soweit sie erträglich ist. Und diese Aufgabenfülle legt sich auf eine Verwaltung, deren Lebensdauer nur auf Wochen berechnet ist und die jetzt durch einen neuen Wahlkampf hindurchzugehen hat. Es liegt auf der Hand, daß jetzt die Schuldfrage aufgeworfen wird. Welche Partei trägt die Verantwortung an der Uneinigkeit? Die Volkspartei kann sie guten Gewissens der anderen Seite zuschieben. Auch die vorigen Wahlen konnten vermieden werden. Ueber den Schlüssel zur Aufteilung der Repräsentantenmandate konnte man sich leicht einigen, und hätte man sich geeinigt, wenn sich die Reibungen im Gemeindevorstand hätten mildern lassen. Dort war der Zustand unerträglieh geworden. Die C.-V.-Mehrheit hatte sich den Brauch zugelegt, alle wichtigen Vorlagen in ihrem Kreise vorzuberaten und dann die Abstimmung im Kollegium durch Fraktionszwang festzulegen. Unter diesen Umständen war jede Aussprache im Vorstände zwecklos und nicht gern gesehen, sie hielt nur das Geschäft auf. Bei den letzten Repräsentantcnwahlen hatte die Volkspartei ihren Stimmenanteil von 30 °/0 auf 39?0 erhöht, trotzdem wollte der C.-V. den Besitzstand der Volkspartei im Vorstande verkürzen. Es wurde uns vorgerechnet, daß uns zu dem vierten Vorstandssitze 6 Urwählerstimmen fehlen, mithin habe der C.-V. auf 6 Mandate Anspruch und die Volkspartei nur auf 3 Mandate. Dabei hatte die letztere das 4. Mandat schon lange inne. Es war durch den Gemeindepräsidenten, Herrn Generaldirektor David Goldstein, besetzt, einen 80jährigen Herrn, der seit drei Jahrzehnten im Vorstande saß und auch zu den Gründern der hies. zion. Ortsgruppe gehörte. Wenn Herr Goldstein auch seine Beziehungen zum C.-V. nie ganz abgebrochen hat, so rechnete er sich im Kollegium doch stets zu den Zionisten, und noch in der letzten Sitzung ist er tatkräftig für die Beteiligung der Gemeinde an der Balfour-Spende eingetreten, was allerdings mit Stimmengleichheit abgelehnt worden ist, und es handelte sich doch nur um eine Bewilligung von 50 M. Wegen seines hohen Alters und noch aus anderen, persönlichen Gründen tritt Herr Goldstein jetzt zurück, und sollte dieser Sitz der Volkspartei verloren gehen, so würde sich ihre Position im Vorstande noch weiter verschlechtern. Es ist dem C.-V. der Vorschlag gemacht worden, das Mandat an eine unparteiische Persönlichkeit zu übertragen, die die Parteien gemeinsam aussuchen würden. Als dies abgelehnt wurde, hat die Volkspartei vorgeschlagen, daß sich beide Parteien einem Schiedsgericht vertrauenswürdiger auswärtiger Persönlichkeiten unterwerfen möchten. Als 4er C.-V. auch diesen Vorschlag zurückwies, mußte sich die Volkspartei dazu entschließen, dem Einspnichsverfaliren freien Lauf zu lassen, und das Ergebnis ist die Ungültigkeitserklärung und damit eine neue Wahlbewegung. Die Gründe für die Kassierung der Wahlen bestehen in gewichtigen Formfehlern, die dem Wahlleiter unterlaufen sind, so daß der Wahlakt von der Regierung schon bei erster Prüfung der Akten für ungültig erklärt werden mußte, ln den letzten Tagen sieht es so aus, als ob die C.-V.-Partei einlenken und sich auf Auswahl eines Vorstandsmitgliedes im Einvernehmen mit der Volkspartei efnlassen wollte. Wenn diese Erwartung sich erfüllt, so könnten beide Parteien in einer Einheitsliste iür die Repräsentantenwahl Zusammenkommen und damit der Gemeinde die Aufregungen einer Wahlbewcgung ersparen. AW. * Der Vorstand der Synagogertgemeinde Recklinghausen wendet sich gegen unsere Notiz vom 8. Juli in einer Zuschritt, worin es heißt: ״Der Herr Regierungspräsident in Münster wies die Beschwerde gegen die Repräsentantenwahlen deshalb zurück, weil ordnungsmäßige Einsprüche nicht erfolgt und sonstige Unregelmäßigkeiten bei der Wahl nicht vorgekommen sind. Die Behauptung, als sei der Regierungspräsident aus eigenem Antrieb gegen die Gemeinde vorgegangen, um sie zur Einführung der Verhältniswahl zu bringen, ist falsch. Wahr ist vielmehr, daß der Gemeindevorstand bereits am 21. Mai 1930 aus eigenem Antrieb der Regierung vorgeschlagcn hat, für die Zukunft das Verhältniswahlrecht einzuführen.“ Dazu bemerkt unser Gewährsmann: 1. Gegen die Entscheidung ist beim Ober- Präsidenten Beschwerde eingelegt, die Sache schwebt also noch. 2. Die Gemeinde hat seit Jahren die Einführung des Verhältnis- Wahlrechts verabsäumt und hat es auch jetzt noch nicht eingeführt. Die Beschwerdeführer, die mit 67 gegen 71, also gegen 4 Stimmen unterlegen waren, wiesen den Regierungspräsidenten am 31. März auf dieses Unrecht besonders hin. Erst mit Rücksicht auf diesen Umstand entschloß sich am 21. Mai der Gemeindevorstand, der Einführung des Verhältniswahlrechts näherzutreten, um so der Beschwerde den Wind aus den Segeln zu nehmen und der Regierung entsprechend antworten zu können. Am 15. Juni schrieb diese den Beschwerdeführern, wegen der Einführung des Verhältniswahlrcchts sei das weitere veranlaßt worden. In der Repräsentantenversammlung schlug dann Amtsgerichtsrat Dr. Stern vor, auf Grund des sofort einzuführenden Verhältniswahlrechts nach demokratischen Grundsätzen um der Gerechtigkeit willen Neuwahlen vorzunehmen. Vorstand und Repräsentanz lehnten den Antrag ab in der Absicht, noch jahrclang das alte Unrecht aufrechtzuerhalten. Der Christbaum, in dem Buche ״Zilles Vermacht- 11 i s“, das Hans Ostwald und der Sohn Heinrich Zilles, Hans Zille, (im Paul Franke Verlag, Berlin) herausgebracht haben, finden sich zahlreiche Aussprüche des vor einem Jahre verstorbenen großen Berliner Künstlers und gütigen Menschen Heinrich Zille. Eine der entzückendsten Anekdoten sei hier wiedergegeben: Zille hatte, so erzählt Ostwald (nach Heinz Ludwigg) einen Freund, der auf den schönen Namen Baum hörte. Da Baum außerdem Jude war und auch so aussah, ließ er sich taufen. Als Zille davon hörte, sagte er: ״Der arme Kerl, der arme Kerl!“ Aber niemandem sagte er, warum er denn Baum für arm halte, bis ihn dieser einmal selbst fragte. Zille zog ihn beiseite und flüsterte ihm ins Ohr: ״Armer Kerl. Weeste, du tust mir leid. Du mußt jetzt det janze Jahr als Christ-Baum rumlaufen!“ MA^ADI NK/ELTV BAND Bar Kochba - Hakoahner! Bar Kochba •Hakoahaerinnen! Kommt am Sonntag, dem .11. August, nach Westend zur HerzI*Nacht des Bar Kochba-Hakoah. Ab 6 Uhr Wettkämpfe zwischen Männern und Jugend. Anschließend ״Herzl-Gedenkstaffe 1“, offen für alle jüdischen Jugendvereine und Bünde, außer Bar Kochba-Hakoah. Nach Einbruch der Dunkelheit Herzl-Festsplel: ״Der 1. Zionistenkongreß“. Lest den Aufsatz über die Herzl-Nacht Im ״Makkabl“, der In der nächsten Woche erscheint! Griechenland. Der Makkabi Saloniki hat sein Aufnahniegpsuch in den Makkabi-Welt,verband eingereicht. Er wird sich an dem Sportfest des Bulgarischen Makkabi-Verbandes, welches vom 38. bis 31. August in Sofia stattfindet, mit zwei Mannschaften beteiligen. Polen. Bei den leichtathletischen Meisterschaften Polens für Frauen in Bydgoszcz wurde Frl. Lewin (Makkabi Wilna; Erste im Kugelstoßen (10,71 m) vor der polnischen Meisterin Konop-zka (10,35 m). Makkabi Warschau veranstaltet am 10. August ein großes Radrennen über 35, 50 sind 100 km. Bar Kochba Lodz hat von! Magistrat einen Sportplatz zugewiesen bekommen. Die jüdischen Tennismeisterschaften Polens beginnen am 15. August auf den Plätzen des ״Samson“ Tarnow. Schweiz. Der jüdische Turn- und Sportverband der Schweiz veröffentlicht seit einiger Zeit seine Nachrichten in einer besonderen Beilage ״Makkabi“ in der Zeitschrift ״Das jüdische Heim“. Deutscher Kreis Turntag in Hamburg. Die Verhandlungen zum Turntag versprechen äußerst interessant und für die weitere Arbeit sehr wertvoll zu werden. Es liegen von den Vereinen eine Reihe von Anträgen vor, die sich auch mit dem Ausbau des Ozar Hamakkabi beschäftigen. Auch für das Sportfest liegen bereits von fast allen Vereinen Meldungen vor, so daß sehr interessante Kämpfe stattfinden werden. Für das Sommerlager besteht großes Interesse. Dipl.-Sportlchrcr Kurt Marx ist bereits gewonnen, dort einen technischen Kursus abzuhalten. Tbr. Hutterer vom Keren Hajessod wird wahrscheinlich während des Sommerlagers einen zionistischen Kursus leiten. Bar Kochba Halcoah - Berlin Die Besprechung der Teilnehmer des Bar Kochba Hakoah an den hebräischen Kursen findet am Donnerstag, dem 14. August, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2-4, statt. Dort erfolgt auch die genaue Einteilung und Festlegung der verschiedenen Kurse. Männersport gegen 1. Männerabteilung. Am 10. August findet vormittags um 11 L’hr auf dem Sportplatz Westend ein leichtathletischer Wettkampf zwischen der Männersportabteilung und 1. Männerabteilung statt. Zur Austragung gelangen 100 m, f\00 m, 1500 m, 4X100 m, Schwedenstaffel, 15 X 1/ä-Rundenstaffcf, Weit- Sprung, Hochsprung. Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen und ein Faustballspiel. Von jeder Abteilung werden für jede Konkurrenz 3 Teilnehmer und zu den Staffeln je a Mannschaften gestellt. Da dieser Wettkampf von nun an regelmäßig jedes Jahr wiederholt werden soll, wird jede Abteilung in stärkster Besetzung antreten und sind zum Teil rocht spannende Kämpfe zu erwarten. M. L. Fußball. Nach Beendigung der Spielpause tritt die Fußballgbteilung wieder in Aktion und ist es ihr gelungen, für Sonntag, den 10, August igSo den Bezirksligaverein Halley-Concordia zu Gosellschaftsspielen zu verpflichten. Die Spiele finden auf dem Sportplatz in der Greifswalaer Straße 68/70 statt. Beginn des Haupt- Spieles der 1. Männermannschaften: 17 Uhr. Jüdischer Ruderklub Iwria. Programm für August igSo: Sonntag, den io. 8. 1930: 18 Uhr im Bootshaus Friedrichshagen außerordentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahmen; 3. Wähl eines Delegierten für den Turnfag des Deutschen Kreises im Makkabi-Welt-Verband: 3. Verschiedenes. Mittwoch, den 13. 8. igSo: 18 bis 311/2 Öhr Uebungsbetrieb Friedrichshagen. Sonntag, den 17. 8. 1g30 8 Uhr bootsfertig Friedrichshagen. Mittwoch, den 30. S. 1g30 18 bis 311/2 Uhr Uebungsbetrieb wie oben. Sonntag, den 3/1. 8. 1980 8 Uhr bootsfertig Friedrichshagen. Mittwoch, den 37. 8. 1g30 18 bis 311/2 Uhr Uebungsbetrieb wie oben. Sonntag, den 31. 8. 1930 8 Uhr bootsferlig Friedrichshagen. Jeden Dienstag pünktlich 30 Uhr Schwimmen, Stadtbad Gartenstr. 5, nach vorherigel• telephonischer Anmeldung bei Hellmuth Lewy. Bar Kochba, Frankfurt 3. M. Das diesjährige Sportfest findet, wie bereits milgeteilt, am Sonntag, dem IO. August 19.30, auf dem Sportplatz Roseggerstraßc, statt. (Trambahnhaltestelle Linien 33, 34, 35.) Meldungen liegen schon von vielen Brudervereinen vor, so daß schöne Kämpfe zu erwarten sind. Die Eintrittspreise sind den heutigen Zeiten entsprechend sehr niedrig. ״Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik“. Die Zentralvvohlfahrtsstelle der deutschen Juden und die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise haben ein Doppelheft der von ihnen herausgegebenen Zeitschrift ״Jüdisene Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik“ (Juli/August, Heft 7/8) erscheinen lassen. Die Umschau bringt wichtiges Material zur Organisation der jüdischen Wohlfahrtspflege, über Jugend-, Gesundheits- und Wirtschaftsfürsorge, über Wanderungswesen, Arbeitsmarkt, Berufsberatung. Die Beiträge dieser Doppelnummer werden gewiß für alle an der jüdischen Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik und darüber hinaus an der Zukunft der jüdischen Gemeinschaft Interessierten von b«- sonderer Bedeutung sein. Aus dem Inhalt seien hervorgehoben: Die soziale und wirtschaftliche Lage der jüdischen Bevoikerung in Osteuropa, Dr. Werner Senator-Jerusalem. Die Wirtschaftskatastrophe der polnischen Juden. Vom Jüdischen Volksheim in Berlin, Gertrude Weil-München, Franz Lichtenstein- Berlin. Zur reichsgesetzlichen Regelung der Wanderfürsorge in Deutschland, Dr. Max Kreuzberger, Dr. Ilse Goldschmidt. Juden Argentiniens im Kampfe gegen Prostitution und Zu* nältertum, S. Adler-Rudel-Berlin. Zwei Jahre Sammlung ״Jüdische Not“, Ulla Brode-Berlin. Jüdische Lehrhäuser, Dr. Max Grünewald-Mannheim, ,Dr. Georg Lubinski-Berlin. Der Verein jüdischer Schauspieler und Schauspielerinnen Polens veranstaltete zu Ehren des gegenwärtig in Warschau weilenden hervorragenden Vertreters der deutschen Schauspielkunst, Alexander Granaeh, Mitglied des Berliner Staats- Schauspielhauses, einen Empfang. Granaeh wurde von den Schauspielern Morewski und Naszyk durch Ansprachen begrüßt. Von der unter der Redaktion von Dr. I. N. Steinberg (Berlin) erscheinenden Zeitschrift ״Fraje Shj-ift’n far dem jidish’n sozialistish’n Gerank“ ist soeben das neunte Heft erschienen. Das fast 290 Seiten starke Heft enthält Aufsätze von J. N. Steinberg, T. Roy, Hermann Frank, A. Steinberg, D, Czarni, Sifer, Rappoport und Natfaaasoa.