Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 59 (29.7.1930)
- Date
- 1930-07-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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England antwortet der Mandatskommission Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Auslandsabontiemetiöi werden m der Wahrung der einzelnen Länder berechnet. Anreißenpreis: 8 gesp, NanpareÜQezcile 0,50 G.-M- Stellengesuche 0,25 G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinWlS, Meinekestr. 10 Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. Po«ts check -Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 394 33. Budapest 596 93, Dann« 1973, Haag 140 470, Prag 594 10 Riga 4155, Strassburg 16430, Warschau 190708, Wien 156 03a Bank - Konten? Darmstldter und Nationalbank, Depositen - Käme Berlin, Kurfümendamm 52; Banca de £st» Cernatm (Rumänien); Anglo Palestine Co. in Jerusalem, Tel -Aviv. Nummer 59 | Berlin, 29. VII. 1930 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. 1 ד׳ אס תר״צ xxxv. jahrg. Per Zionismus erstrebt «Qr das JQdlsche Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.״ Simpson abgereist Oekonomische Maßnahmen für die Fellachen Zur politischen Lage Die J.T. A. veröffentlicht aus London folgende (anschei-!send zionistisch-offiziöse) Darstellung der politischen Lage; Die zionistische pol itische Situation ist seit der Suspendierung der Einwanderung im wesentlichen unverändert geblieben. Die nach sechswöchiger Unterbrechung stattgefundene Zusammenkunft zwischen dem Präsidenten der Jewish Agency Chaim Weizmann und dem britisehen Kolonienminisfcr Lord Paßfield hat, wie sich herausstellt, keine Aenderungder L age ergeben. Die jüdische Protestbewegung in aller Welt und auch die Tatsache, daß der Berieht der Permanenten Mandatskommission dem britischen Oe* sichtspunkt weniger günstig ist als von der Regierung angenommen worden war, hat ohne Frage auf das Kolonialamt Eindruck gemacht. Die Verhandlungen zwischen Kolonialamt und zionistischen Führern werden fortgesetzt und es finden Zusammenkünfte zwischen den zionistischen Sprechern und Lord Paßfield statt. Malcolm McDonald , der Sohn des britischen Ministerpräsidenten, bcmüht sich, zwischen den zionistischen Führern und dem Ministerpräsidenten zu vermitteln. Entscheidungen von Bcdeutung sind nicht zu erwarten, solange der Bericht Sir John Hope Simpsons nicht erstattet ist. Dieser Bericht wird, obwohl Simpson im Laufe der nächsten 14 Tage in London zurückerwartet wird, wie man annimmt, nicht vor Oktober beendet sein. In Anwesenheit von Colonel Kisch, der als Mitglied der Palästina-Exekutive der jewish Agency das politische Ressort verwaltet und vor einigen Tagen in London eingetroffen ist, fand eine wichtige Sitzung der zionistischen Exekutive in London statt. Am 22. Juli trafen sich Weizmann, Felix M. War bürg, der soeben aus Amerika eingetroffen ist, und Colone! Kisch zu einer Besprechung in Paris. Die Palästina-Debatte im Unterhaus wird aller Wahrscheinlichkeit nach in der nächsten Woche stattfinden. (? — Red. ״Jikl. Rundschau“). Der gegenwärtig in London auf Urlaub weilende High Commissioner für Palästina, Sir John Chancellor, verweigert Unterredungen. Die in London eintreffenden Berichte über eine, wenn auch geringe Steigerung der Arbeitslosigkeit in Palästina, erregen Sorge,, Die Steigerung der Arbeitslosigkeit ist zu einem Teil auf die wirtschaftliche' Rrisis Tn "der"ganzen Welt zurückzuführen, vott der auch Palästina berührt wird, zum anderen Teil auf den entmutigenden Einfluß, den die Suspendierung der Einwanderung auf die Juden in Palästina und im Ausland ausgeübt hat. Viele Personen und Unternehmungen in Palästina haben eine abwartende Haltung eingenommen und zeigen Widerstreben, sich in neue Pläne oder Investionen einzulassen, so lange die Absichten der britischen Regierung in der Frage des Jüdischen Nationalheims nicht klar geworden sind. Die Haltung der Regierung beeinträchtigt ferner i n ernster Weise die Geldaufbringung für Palästina und die Bereitschaft der Juden außerhalb Palästinas, weiter Kapital in Palästina zu investier e 11. In dieser Weise ist eine Situation geschaffen, die dem Z i rk e 1 s c h 1 u ß gleicht: Ke Regierung hat die jüdische Eimvandcruiig suspendiert wegen der Befürchtung, daß die jüdische Einwanderung die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes übersteigen könnte, und diese Maßnahme hat die jüdischen Investitionen und Unternehmungen in einem solchen Ausmaß beeinträchtigt, daß dadurch die wirtschaftlichen Bedingungen Palästinas schwieriger geworden sind. Damit ist der Regierung ein Grund mehr für eine einschränkende Einwanderungspolitik gegeben. Felix Warburg Uber Palästina-Fragen Ruthenberg aus der Hilfsfonds-Leitung ausgetreten Der Präsident des Administrative Committee der Jewish Agency Felix M. Warburg empfing anläßlich seines Aufenthalts in Paris einen Vertreter der JTA. und machte ihm folgende Mitteilungen: ln naher Zeit werden in Palästina umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt werden. Der Bauplan für ein ncuesGc bä udeder Hebräischen Universität ist bereits genehmigt worden. Wir erwarten in kurzer Zeit die Voranschläge für die Durchführung von Bauplänen, die, wie ich glaube, zu einem nahen Zeitpunkt zur Durchführung gelangen werden. Das Bauprogramm wird Ausgaben annähernd im Betrage von 400 000 Dollar erfordern. Auch die vom Palestine Emergency Fund beschlossenen Bauarbeiten werden bald in Angriff genommen werden. Die Suspendierung der Einwanderung übte zweifellos einen deprimierenden Einfluß aus; trotzdem ist die wirtschaftliche Situation Palästinas normal, da die im Augenblick vorhandene, dem Ausmaße nach unbeträchtliche Arbeitslosigkeit durch die in Angriff zu nehmenden Bauarbeiten absorbiert werden wird. Warburg gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß es Bra n d eis gelungen ist, den Frieden in der Zionistisehen Organisation Amerikas herzustellen. Er erwartet von dieser Einigung eine Verstärkung der zionistischen Front. Der Stand der von der Jewish Agency geleisteten Arbeiten wurde auf der vor einigen Tagen in Paris abgehaltenen Konferenz besprochen, an der Dr. Weizmann, Dr. Cyrus Adler, Col. Kisch, Warburg und Ruthenberg teilnahmen. Felix־ Warburg konferierte während seines Pariser Aufenthaltes auch mit Baron Rothschild. Warburg teilt dann den Austritt Ruthenberg aus dem leitenden Komitee des Palestine EmergencyFund mit, und begleitet diese Mitteilung mit der Fest- Stellung, daß die Arbeit des Komitees nahezu beendet ist und daß Ruthenberg den Wunsch hat, sich für andere wichtige Arbeiten freizuhalten, ״in Ruthenberg“, sagte Warburg, ״besitzt das jüdische Volk eine kraftvolle Persönlichkeit, deren ungc hemmte Energie und Ergebenheit für die Palästinasache ein großes Aktivum darstellen«“ Sir John Hope Simpson hat am 24. Juli Palästina verlassen und sich nach Athen begeben, wo er den Bericht über seine Untersuchung fertigstellen wird. Der Beamte des palästinensischen Landwirtschafts-Departements, Bennet, ist als Simpsons Sekretär tätig. Anläßlich der Abreise Simpsons schreibt der Korrespondent der ״Time s“: ״Simpson hat zwei Monate in Palästina mit dem Studium der ökonomischen Bedingungen des Landes und der sich aus den Empfehlungen des Shaw-Berichtes ergebenden Möglichkeiten zugebracht. Trotz der Kühle, mit der die Juden die Nachricht seiner Ernennung aufgenonttnen haben, hat Sir John durch seine Umsicht, seine offenkundige Beherrschung der Materie, seine schnelle Auffassung der entscheidenden Punkte der lokalen Probleme und seine bereitwillige Zugänglichkeit für jede an der Sache iftteressierte arabische oder jüdische Gruppe, das Vertrauen aller Teile der Bevölkerung ge- Wonnen. Während der letzten Woche hat die Regierung Schritte unternommen, um die Lage der Fellach e n zu verbessern, indem sie 30 «;'0 des Zehent nachließ, die Zölle auf importiertes Getreide erhöhte und die Einfuhr von Olivenöl verbot. Die Regierung hat außerdem Mr. C. F. Strickland, früher Beamter der Kooperativen im Pundschab, für zwei Monate engagiert, um die loyalen Beamten zu instruieren, wie ein System kooperativer Leihkassen unter den Fellachen eingerichtet werden könnte. Die Regierung hofft, daß durch ein solches System der jetzt vorherrschende Wucher ersetzt werden könnte.“ Das Problem des Fellachen ist in der letzten Zeit in Palästina in einer ganz neuen Form akut geworden. Die allg*e tir-ei n ♦4**»4s^A(iktscbafLb1Waa1tüy^Kb^1jsh, Palästina nicht verschont. Die Getreidepreise sind außerordentlich gesunken und der Fellache, der schon früher nur ein sehr klägliches Dasein fristete, ist durch .diese Entwicklung in eine völlig ausweglose Position geraten. Ebenso wie in einigen andern agrarischen Ländern, wo die Bauernschaft aus denselben Gründen zu Aufständen und allerlei Ausschreitungen getrieben wurde, forderten auch die Fellachen Palästinas in immer stärkerem Maße eine Aenderung der Wirtschafts- und Steuerpolitik der Regierung. Nach dem Urteil vieler genauer Kenner des Landes ist die miserable Lage der Fellachen auch eine der Haupt- Ursachen gewesen, die sie zu einem der Veranstaltung von Unruhen geneigten Element machte. Ucbrigens hatten auch die ganz oder zum Teil auf Getreidebau angewiesenen jüdischen Kolonien unter der wirtschaftlichen Entwicklung empfindlich zu leiden. Vor einiger Zeit hat, wie wir berichteten, die Palästina-Regierung einen Untersuchungsausschuß unter der Leitung der Beamten Johnson und C r o s b i e eingesetzt, um die vvirtschaftliche Lage der Fellachen zu studieren und Vorschläge zu machen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung, die auch Simpson zugänglich gemacht wurden, waren erschreckend. Dieses Problem ist für den Zionismus von größter Wichtigkeit. Natxirlieh ist es ein Unsinn, wenn manche Leute behaupten wollen, die Notlage des Fellachen sei eine Folge der zionis tisehen Siedlungsarbeit. Im Gegenteil, in vielen Teilen des Landes haben sich die arabischen Dörfer unter der Wirkung des jüdischen Vorbilds heraufgearbeitet, und haben durch die Anleitung zu intensiver Kultur gewonnen. Die Landwirtschafts־ krise besteht ebenso scharf in Ländern, wo es keinen Zionismus gibt. Wohl aber ist zu berücksichtigen, daß die Regierung der Ansicht ist, sie müsse angesichts dieser Sachlage ihre Aufmerksamkeit in der nächsten Zeit vor allem dem Fellachen- Problem zuwenden. Auch Sir John Hope Simpson scheint der Meinung zu sein, daß hier die Hauptaufgabe für eine aktive Regierungspolitik liegt und daß die Regierung auf diesem Gebiet viele Verpflichtungen vernachlässigt hat. Vorn zionistischen Gesichtspunkt ist dazu zu sagen, daß mit Palliativmitteln diese große Frage wohl nicht zu lösen sein wird. Zwar ist es richtig, daß hier plötzlich ein für ganz Palästina und damit auch für den Zionismus höchst bedeutsames Problem in den Vordergrund gerückt ist. Gewiß soll zur Linderung der Not der Fellachen alles Denkbare geschehen. Aber man muß bezweifeln, ob die geplanten Maßnahmen mehr als eine ganz geringe Erleichterung bringen werden. Die Wahrheit ist vielmehr, daß angesichts der Weltwirtschaftslage der Getreidebau in einem Lande wie Palästina nicht aufrecht zu erhalten ist und man Uebergänge zu höhe re n Arten der Kultur finden muß. Schon die Shaw-Kommission hat ausgesprochen, daß Palästina keine größere landwirtschaftliche Bevölkerung als es gegenwärtig besitzt, ernähren kann, wenn nicht die Methoden der Bodenbebauung einer gründlichen Reform unterzogen werden. Sie hatte hinzufügen müssen, daß, da Juden nach Palästina einwandern müssen, diese Reform nicht nur hypothetisch, sondern kategorisch gefordert werden muß. Auch die gegenw ärtige arabische Bauernbevölkerung kann ohne durchgreifende Aenderungen der landwirtschaftlichen Methoden nicht existieren. Bei der demnach notwendigen großzügigen Er- Schließung des Landes können aber die j üdischen Siedler und das jüdische Kapital entscheidende Hilfe leisten. Auch auf andern! Gebiete könnte eine aktive Zusammenarbeit der Juden mit der Regierung den Arabern zugute kommen. Ein Beispiel ergibt sich aus der in der vorstehenden ״Times“-Meldung berichteten Heranziehung eines Fachmannes für Kooperativen. Die Juden haben in Palästina ein außerordentlich gut ausgebildetcs System der kooperativen Leih- Lassen. Der Organisator dieser — bekanntlich von der Brandeis- Gruppe geschaffenen — Institutionen Harry Vitteies hat darüber eine aufschlußreiche Broschüre geschrieben, die als Publikation der Palestine Economic Society erschienen ist. Wir glauben zu wissen, daß die von Vitelles geleitete ״Zentralbank der Kooperativen“ bereits vor einiger Zeit die Mithilfe bei der Schaffung arabischer Kooperativen erwogen hat. Wenn wir recht unterrichtet sind, wurde darüber auch bereits mit dem zuständigen Departement der Regierung verhandelt. Was daraus geworden ist, wissen wir nicht. Es ergibt sich hier eine große Möglichkeit jüdisch-arabischer Kooperation, und man kann wohl annehmen, daß anläßlich der Mission Stricklands auf diese Pläne zurückgegriffen w׳erden wird. Im Gegensatz zu andern Ländern, wo die Position der Bauern eine fast hoffnungslose ist, hat Palästina die große Chance, daß aus außerökonomischen Motiven ein gewaltiges Maß von Kapital und Energie zur Verfügung steht, so daß das Problem hier leichter zu lösen ist als anderswo und zugleich durch die fortschreitende Entwicklung des Landes die vom jüdisehen Standpunkt notwendige Vergrößerung der Aufnahmefähigkeit des Landes geschaffen wird. Es ergibt sich hier ein neuer Aspekt der zionistischen Aufbauarbeit. So wie die meisten Probleme der Wirtschaft stellt sich auch das Problem der jüdischen Siedlung in Palästina angesichts der neu hervorgetretenen Faktoren heute anders dar als noch vor kurzer Zeit. Es ergeben sich daraus gewisse Konsequenzen für die praktische Arbeit, und es ist darauf hinzuarbeiten, daß der Zionismus auch die maßer hier zu spielen berufen ist, * Die englische Ausgabe des arabischen ״F e 1 e s t i n“ erklärt die Maßnahmen ddr Regierung zur Erleichterung der Lage der Fellachen für völlig unzureichend. Das Einkommen des Fellachen sei in der letzten Zeit um 40 ",0 gesunken. Wenn nun die Regierung 30 °/0 des Zehent nachlasse, bedeute dies eine Erleichterung!um 3 °,'o des Einkommens, so daß noch immer zirka 37 0/0 des Einkommens verloren bleiben. Arabische und jüdische Experten, betont das Blatt, seien sich einig darin, daß das frühere Einkommen des Fellachen kaum zum dürftigsten Leben ausgereicht hat. Wie soll er also diese 37 «;0 einsparen? Im Bericht der ,,Joint Palestine Survey Commission“ wurde darauf hingewiesen, daß auch die jüdischen Kolonisten über die Besteuerung durch Zehent (Oscher) und Werko klagen; trotzdem, schreibt ,,Felestin“, haben die Juden jetzt die Forderungen der Fellachen nicht unterstützt. Man könne dafür nur zwei Gründe finden: entweder die Juden wünschen den wirtschaftlichen Verfall des arabischen Bauern, damit er gezwungen ist sein Land zu verkaufen, während der jüdische Bauer in der Zwischenzeit aus den zionistischen Fonds unterstützt wird; oder aber die Zionisten sind so besessen von politischen Interessen, daß sic für die wichtigste Frage Palästinas keine Zeit haben. In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter äußerte sich ein für die neuen Weizen-Einfuhrzölle verantwortlicher Regierungsbeamtcr über die Gründe der neuen Regierungsmaßnahmen in folgender Weise: ״Die Lage des Fellachen ist gegenwärtig außerordentlich beklagenswert. Der Fellache hat Weizen, den er nicht verkaufen kann, weil eingeführter ausländischer Weizen den Markt absorbiert, ln manchen Orten nimmt sich der Fellache nicht einmal mehr die Mühe, die Ernte einzuholen. Andere Fellachen wollen in der kommenden Saatperiode ihre Felder nicht bestellen, weil sie behaupten, den Ernteertrag nicht verkaufen zu können. Zollschutz ist der einzige Weg zur Bewahrung des Fellachen vor dem Ruin. Das normale Importbedürfnis Palästinas für Getreidearten ist ungefähr ein Drittel dessen, was eingeführt wird. Die Regierung wacht darüber, daß die Brotpreise nicht steigen. Das in Palästina gewonnene Olivenöl ist von außergewöhnlich guter Qualität. Trotzdem wird billiges Ocl vom Ausland eingeführt. Die Einfuhrzölle sind durchaus gerechtfertigt, denn Palästina ist, was Weizen und Oel betrifft, selbsterhaltend. Die Ermäßigung des Zehent und die neuerdings erlassenen Einfuhrzölle werden den Fellachen vor dem Ruin bewahren, dem er in Zukunft gegenüberstehen würde, wenn sich die gegenwärtigen Verhältnisse nicht ändern. Für die Fellachen ist ferner eine Landwirtschaftsbank erforderlich, um sie mit Darlehen zu einem niedrigen Zinsfuß zu versorgen.“ Im arabischen Dorfe Beth Zfafa, nahe der jüdischen Vorstadt von Jerusalem M e kor Chajim, wurde in diesen Tagen ein Friedenspakt zwischen den beiden Orten unterzeichnet, nachdem die Araber des Dorfes der Regierung eine Erklärung abgegeben hatten, in der sie den Angriff auf die jüdische Vorstaat im vergangenen August bedauerten. Die jüdischen Einwohner von Mekor Chajim haben nach Abgabe dieser Erklärung eine Petition an die Regierung gerichtet, das Verfahren gegen zwei des Mordes beschuldigte Araber von Beth Zfafa niederzuschlagen.