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Jüdische Rundschau · 1930-07-25 · Heft 58 (25.7.1930) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 58 (25.7.1930)
Date
1930-07-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 58, 25. VII. 1930 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 389 Büdicrschau Das Llebermann-ßuch von Hans Ostwald. 500 Selten mit 270 Bildern von Max Liebermann, ln Ganzleinen gebd. 4,80 Reichsmark, kartoniert 3,75 RM. Paul Franke Verlag, Berlin. Dieses mit Verständnis zusammengestellte Buch gibt nicht nur in 270 guten Reproduktionen mit einführendem Text einen Ueberblick über den ungeheuren Schaffens bereich des Künstlers Max Liebermann, es gibt, unterstützt durch zahlreiche Aussprüche, humorvolle Anekdoten, persönliche Erzählungen, Brief- und Abhandlungsbruchstücke des Meisters, auch ein fesselndes Bild vom Werden und Wirken eines vorbildlichen Menschen. In seiner Autobiographie sagt Liebermann selbst, er sei ״treu dem Glauben der Väter, in der jüdisehen Religion״ erzogen worden. Es ist ein jüdisches Patrizierhaus, aus dem er stammt. Sein Großvater rühmte sich, ״die Engländer vom Kontinent vertrieben zu haben, nämlich in der Kattunbranche“. Die charakteristische Mischung zwischen Preußentum und Judentum im Berliner Großbürgertum des ausgehenden 19. Jahrhunderts hat in Liebermann vielleicht ihren markantesten Vertreter. Durch dieses populäre Buch wird er einem größeren Kreise nahegebracht werden. Josef Wittlg, Aussichten und Wege. Leopold Klotz, Verlag, Gotha. Josef Wittig, der exkommunizierte katholische Professor, ist ein Schriftsteller von feinstem Gefühl für das Geheimnis der Sprache, aus der er Gebilde von durchsichtigster Klarheit formt, Betrachtungen zu Geschehnissen und Erlebnissen des Alltags, die die Totalität des Weltzusammenhangs in einer an alte Legenden mahnenden Frömmigkeit ■widerspiegeln. In seinem neuen Buch, dem 6. Band der Gesamtausgabe, ist ein Abschnitt seinem kurzen Aufenthalt in Palästina 1m Frühjahr 1929 gewidmet. Wittig überschreibt dieses Kapitel ״Gast in Erez-Israel“. Die 20 Seiten sind mit großer Vorsicht im Urteil geschrieben, als ״Wissenschaft des Gastes“ vorgebracht, der dankbar Eindrücke mitnimmt, aber sich nicht vermißt, die mitgebrachten Münzen in eigener Prägung weiterzugeben. Wittig, der Freund Martin Bubers, ist sich seiner tiefen Distanz von allem Jüdischen, seiner elementaren Andersartigkeit wohl bewußt, aber er weiß auch, daß es jenseits dieser Trennungswände eine Art Ur-Verwandtschaft alles Menschliehen gibt. Man darf sie nur nicht falsch deuten; nicht der Inhalt verbindet, sondern die Gleichheit der Beziehung zu den tiefsten Dingen des Lebens. Wer als Deutscher sein Volkstum und seinen Boden als Teil seines tieferen Selbst empfindet, der muß auch für die Jude«, die sich Volkstum und Boden neu erobern, ein offenes Herz haben. Die Haitung der Unterzeichner der bekannten ״Erklärung deutscher Juden“ lehnt Wittig ab, aber die Menschen, die nach Erez- Israel ״die Wunderworte Volk und Heimat“ bringen, versteht er. Es wird für manchen Juden klärend wirken, aus Wittigs sehr zurückhaltenden und doch aufrichtigen Worten zu lernen, wie ein volksbewußter, sicher nicht ,,judenfeindlicher“ Mann, der vor seinem Gewissen Rechenschaft ablegt, die gewaltige Spannung des ■zutiefst Anders-Seins empfindet, die nur durch Erkenntnis, nicht aber durch Leugnung, in einer höheren Humanität ״aufgehoben“ werden kamt. 1. Eine Theologie des Menschengesichtes. Ich möchte die Leser der ״Jüdischen Rundschau“ mit diesen, leider notwendigerweise kurzen Ausführungen, auf ein ganz ungewöhnliches Buch Hinweisen, das sie zwar nicht ״direkt“, als Zionisten, aber unmittelbar, als Menschen und Juden angeht. Sein Verfasser heißt MaxPicard, ist religiöser Jude, Arzt in München, der Titel ״Das Menschengesicht“. (Delphin-Verlag, München.) Um zunächst vom ״Aeußeren“, gerade für eia derartiges Werk besonders wichtigen zu sprechen, das Buch ist herrlich gedruckt und ausgestajdet und enthält 30 ganzseitige Bildbeigaben: 27 Minnerköpfe und — nur! — drei Frauenköpfe. Sie umfassen eine Geschichte des menschlichen Antlitzes von Buddha bis Hamsun, doch nicht in historischer Reihenfolge, sondern in systematischer Ordnung. Alle Jahrhunderte und alle Völker und Rassen beinahe sind vertreten: viele Deutsche wie Claudius und Händel, wie Scharnhorst, Jean Paul, Görres, die Droste, Hölderlin, Nietzsche und Max Weber, aber auch die Griechin Berenike, der Römer Cäsar, die Italiener Macchiavelii und Leo XIII., der Jude Spinoza, der Franzose Flaubert, der Engländer Darwin, der Russe Dostojewski und noch mancher andere. Unsere Aufzählung hat schon gezeigt, es sind alles bedeutende Menschen, aber solche jeder Art: Dichter und Komponisten, Staatsmänner und Generale, auch Philosophen, Maler, Aerzte, Nationalökonomen. Dieses der Rahmen. Picard füllt ihn mit einer inneren Seelengeschichte des menschlichen Antlitzes; er spricht von seinem Zerfall in unserer Zeit, aber auch von der Hoffnung, die jedes menschliche Antlitz, als Wohnstatt für Gottes Blick, übrig läßt. Er spricht von den einzelnen Teilen des Oesichtes und was sie aussagen, von seinen Wendungen im Profil- und Frontal-Gesicht (der Referent darf vielleicht bemerken, daß er in seinem Buche ״Ranke und Hegel“ die gleiche Unterscheidung für die biographische Praxis Rankes eingeführt hat), von Alter und Geschlecht, auch vom Einfluß der Rasse, vom Bösen und vom Guten. Man wird zuerst über den erhabenen Stil stutzen, den unsere Zeit nicht gewöhnt ist, wird sich dann aber von seiner inneren Legitimität überzeugen. Es ist ein Buch aus der Tiefe des Glaubens und zugleich aus der vollen Sicherheit der Anschauung; man sollte es sich zu eigen machen. Ernst Simon. Aus der Nationalbibliothek. Herr Jakob Tschernowitz, Sohn des verstorbenen hebräischen Schriftstellers Sa* muet Tschemowitz, übergab der National- und Universitätsbibliothek das Archiv seines Vaters. Das Archiv enthält neben Briefen von hebräischen Schriftstellern an Herrn Tschemowitz aus der Zeit seiner Mitarbeit an der hebräischen Zeitung ״Hazefira“ auch viel Material, das von Herrn Tschernowitz für die Verfassung seines Werkes ״Bnei Mosche und ihre Epoche“ (eine Vereinigung, die während des Anfangs der ״Chibath Zion“- Bewegung durch Achad Haam gegründet wurde) verwendet wurde. Unter dem Material befindet sich auch aas gesamte Archiv des Herrn D. Sochowolski, Mitglied der ״Bnei Mosche“ und Kommissärs der ״Chowewei Zion“ in Bialistok. — Die Bibliothek erwarb ein arabisches Manuskript mit hebräischen Lettern geschrieben, das zwei Werke des berühmten mohammedanischen Philosophen Alghazali enthält: Ueber die Lehre der Logik und eine Kürzung aller Teile der aristotelischen Philosophie. Das Manuskript wurde in Jemen im Jahre 1498 hergestellt. Sterbefall. In Köln verstarb im Alter von 65 Jahren Dr. Sascha Simchowltz. Dramaturg der Kölner städtischen Bühnen und Dozent an der Kölner Universität. Dr. Simchowltz war ein ausgezeichneter Kenner der hebräischen Literatur und beschäftigte sich mit der Geschichte des hebräisch-jüdischen Zeitungswesens. An der Organisation der jüdischen Sonderschau auf der Kölner ״Pressa“ nahm er hervorragenden Anteil. Geschlttltehe Mttteilmgen, Unseren Lesern wird das CafS Kutschera, Charlottenburg, Bismarckstraße 109, am Schillertheater, bestens empfohlen; sämtliche in- und ausländische ZbMmbm». Briefe an die Redaktion Hebräische Stenographie. Jerusalem, den 16. Juli 1930. Sehr geehrte Redaktion I Ein Leipziger Interessent für hebräische Stenographie stellt In Ihrer Nummer vom 26. Juni einige Fragen, aut die er und andere Leser vielleicht eine Antwort verdienen. Warum — möchte ich zuerst gegenfragen — verlangt man mit solcher Intensltät sofort eine hebräische Einheit« Stenographie, statt zunächst eine gute hebräische Stenographie sich zu wünschen und die Hoffnung auszusprechen, daß vielleicht eine noch bessere Stenographie folgen wird, um den Boden zu vergleichenden Auseinanafersetzungen vornmereiten, deren Resultate eine hebrlische Einheitsstenographie sein mag, — wenn es schon ein so wichtiges Postulat ist, auch auf diesem Gebiet Einheit zu schaffen. — Nebenbei: Es gibt z. B. in Deutschland eine sehr kräftige Bewegung für die Einheitsstenographie mit Kongressen, Kämpfen und Beschlüssen und doch haben sich verschiedene stenographische Systeme ihre Anhängerschaft bewahrt und der Verbreitung der Stenographie gedient( In der hebräischen Sprache wird es wohl nicht anders sein können. Es werden sich verschiedene stenographische Systeme entwickeln und ihre Grundsätze von verschiedenen Ausgangspunkten nehmen. Es ist eine phantastische Vorstellung, einer Körperschaft wie dem Waad Halaschon, unter dessen Mitgliedern wanrscheinlieh kein einziges eine theoretische oder praktische Vorstellung! von irgendeinem stenographischen System hat, die Aufgabe übertragen zu wollen, zwischen verschiedenen hebräischen stenographischen Systemen eine autoritative Entscheidung zu fällen und auf Grund dieser Entscheidung jeden Versuch, ein neues System zur Anwendung zu bringen, zu vereiteln. Gerade bei der Stenographie beweist mehr als die blasse Theorie die praktische Anwendung eines Systems, das nicht nur von dem Erlinder angewendet wird, sondern auch als lehrbar sich bewährt. Von einem der von dem Einsender genannten Systeme, dem von Maimofl, läßt sich jedenfalls bezeugen, daß es diesen Erfordernissen genügt. Der Erfinder und Verfasser des Systems hat zahlreiche Versammlungen, Konferenzen und Kongresse in einer den Ansprüchen einer europäischen Parlamentsstellographie durchaus entsprechenden Weise auf genommen. Der Leiter des Kongreßbüros und des Kongreßprotokolls in Zürich hat daher auch von seinen Diensten bei der Aufnahme der hebräischen Reden des letzten Kongress« den besten Gebrauch gemacht Daß das System keine Gehdmwlssenschaft darstellt sondern lehrbar und lernbar ist, beweist die Erfahrung. Ich habe selbst vor zwei Wochen der ersten Öffentlichen Prüfung eines Anfängerkurses beigewohnt und hoffe, daß in absehbarer Zeit eine ausreichende Anzahl hebräischer Stenographen Im Lande vorhanden sein und damit die Ansprüche auf die Wiedergabe von Diktaten oder Beratungen und Reden so steigern wind, daß auch die Enthusiasten einer modernen Stenographie, ob nun Richtung Gabelsberger, Stolze-Schrey, Kunowski, Pittman oder Einheitskurzschrift, mit der Entwicklung der hebräischen Sprache werden zufrieden sein können. L. H. * Verständigung mit den Arabern? Mannheim, den 21. Juli 1930, Sehr geehrte Redaktion! Das führende Blatt der Schweiz, die ״Neue Züricher Zeitung“, nimmt seit dem Kongresse in Zürich für uns eine außerordentlich sympathische Steilung ein und bringt regelmäßig Berichte über die Lage in Palästina. Ein Sonderberichterstatter, der Leiter da Londoner Büros der ״United Press“, berichtet über die Forderungen, die der Großmufti ihm gegenüber als die Forderungat der Araber gestellt hat, wie folgt: 1. Die landwirtschaftliche Anbaufläche des Landes gelangt in ständig wachsendem Maße in den Besitz der Juden. Dadurch wird die arabische Bevölkerung entwurzelt. 2. Die unverhältnismäßig starke jüdische Einwanderung verursacht starke Arbeitslosigkeit und hat den Keim des Bolschewismus ins Land gebracht. 3. An dem Regierungssystem haben die Araber keinen Anteil. 4. Die Besteuerung geht über die Leistungsfähigkeit des Lattdes hinaus, wir sind der Meinung, daß die Finanzkrise eine Folge des Mandates ist. Das Mandat ist gegen den Willen der Araber errichtet worden, und es beeinträchtigt ihre Existenz. 5. Die Grundlinien der Regierungspolitlk werden Von den Juden beeinflußt, die Folge davon ist die allmähliche Vernichtung der arabischen Bevölkerung. 6. Eine Klagemauer gibt es für uns nicht. Die Mauer ״Albourag“ bildet einen Teil der Omar-Moschee und ist allen Mohammedanern der ganzen Welt heilig. Die Juden dürfen diese Stätte besuchen, sie dürfen aber keinerlei religiöse Zeremonien dort veranstalten. Soweit der anerkannte Führer der Araber, der maßgebende Mann, die Person, mit der wir, direkt oder indirekt, zu vernandeln haben, wenn wir glauben verhandeln zu können. Ob es möglich ist, mit einem Manne, der solche Forderunge'n aufstellt, von denen jede einzelne für uns undiskutierbar ist. zu einer Verständigung zu gelangen, wenn wir nicht uns völlig aufgeben wollen, mag jeder nach seiner Ueberzeugung entscheiden. Für mich und alle nicht von doktrinären Theorien beeinflußten Menschen ist die Frage der Verhandlungsmöglichkeit mit einem solchen Verhandlungsgegner entschieden. Rechtsanwalt Dr, 011 o S i m 0 n, Mannheim. Für Kursunterricht und Selbststudium empfehlen wir allen, die gründlich Hebräisch erlernen wollen, die von Wissenschaft• liehen und pldagoglsehen Autoritäten als auBerordentllche Le Ist uns beurteilte Einführung In das Hebräisch der Gegenwart von DAVID JOSEF BORNSTEIN Broschiert RM. 740. In flaiulelnan fleh. RM. t,—, zuzüglich RM.0,50 für Porte und Verpackung. Auetand RM* 0,70* Lieferung erfolgt gegen Vorauszahlung oder per Nachnahme. vorlag und Allälnvortriebi JÜDISCHE RUNDSCHAU Q. M. ■* H. Benin W1S! Meinekeatrade to. Postscheck-Koato! «7302. Eingesandt Aufruf! Der Weltverband Schomre Schabbos hat die zeitgenössische Judcnheit zu seinem ersten Kongreß, der am 2425 ״. und 26. August s. G. w. in Berlin tagen wird, eingeladen. Von allen Seiten und aus allen Ländern sind dem Zentralbüro des Weltverbandes bewegte Zustimmungserklärungen zugegangen, und überall hat die Idee, das Judentum im Zeichen des Sabbat zu einigen, einen starken und mächtigen Widerhall gefunden. Gilt es doch, dem Judentum einett sehr wertvollen Bestandteil zu retten, der Judenheit das Gut zu erhalten, dem sie ihre Existenz und ihr Leben und ihrer Arbeit seinen Sinn verdankt. Unser Ruf ergeht nun an die Rabbinen und geistigen Führer der gesamten jüdischen Welt, in allen Landen und in allen Städten, wo das Wort ״Sabbat“ noch vermag, jüdische Herzen in Schwingung zu bringen, anläßlich des Sabbat-Weltkongresses der Berliner Tagung zu gedenken und insbesondere am Sabbat, dem 23. August, dem Rüsttage des Monats Ellul, durch Predigten und Ansprachen über afe Sabbatidee die Verbundenheit mit diesem göttlichen Gnadengeschenk zu bekunden und damit auch das Zusammengehörigkeitsgefühl mit der Organisation, die es sich zum Ziele gesetzt hat, der Krone des Sabbat ihren alten Glanz zu verleihen. Das Zentralkomitee des Weltvcrbandes für Sabbatschutz Schomre Schabbos. I. A.: Dr. Samuel Grünberg, Vorsitzender. Vermischtes Die Frankfurter Zionistische Vereinigung veranstaltet eine Kundgebung gegen die Sperrung der jüdischen Einwanderung in Erez-Israel, am Donnerstag, dem 31. Juli, abends 8*4 Uhr, im großen Saal der Frankfurt-Loge, Eschersheimerldstrl 27. Ansprachen halten: Rabb. Dr. Ma:: Grünewald, Mannheim; Dr. Paul Arnsberg, Dr. S. Auerbach, Dr. Fritz Millner, R.-A. Julius Simon. Der Sabbat-Weltkongreß. Der Weltverband für Sabbatschütz, dessen Weltzentrale ihren Sitz in Berlin hat, hat seinen ersten ordentlichen Weltkongreß für den 24., 25. und 26. August d. 1. nach Berlin einberufen. Die Arbeiten des Kongresses sollen sich vor allem mit der Notlage der sabbattreuen Wirtschaftskreise befassen, die unter dem Drucke der allgemeinen Wirtschaftskrise vielfach katastrophale Formen angenommen hat. Der Kongreß wird viele repräsentative geistige Persönlichkeiten des positiven Weltjudentums vereinen. Radio. Auf Einladung der ״Berliner Funkstunde" spielt Alice Jacob-Loewenson am Sonntag, dem 27. Juli (dem 6. Todestag Ferrucdo B. Busonf s), nachmittags um 4 Uhr vier selten gehörte Klavierwerke des Meisters. Der Landesverband der Zionisten-Revisionisten in Deutschland ersucht uns um Abdruck folgenden Aufrufs: Revisionisten! Die Wahlen zur Prager Weltkonferenz veranlassen * uns, alle Gesinnungsgenossen, die noch nicht im ständigen Konnex mit der Zentrale oder unseren Ortsgruppen stehen, aufzufordem, sich unbedingt sofort mit uns ut Verbindung zu setzen. Die Gesinnungsgenossen, denen die Anwesenheit von Revisionisten in einzelnen Städten bekannt ist, sollen dies sofort der Zentrale mitteilen. Nur dann kann die Wahl zur Weltkonferenz in Prag das genaue Bild vom deutschen Revisionismus geben. Landesverband der Zionisten-Revisionisten in Deutschland. Frankfurt *. M. In der Nacht vom 19. auf den 20. lull fand auf dem großen Feldberg im Taunus kurz nach 3 Ohr nachts die Herzl-Feier der Revisionisten statt. Die Veranstaltung war verhältnismäßig sehr stark besucht und bedeutet einen vollen Erfolg. Es waren auch Angehörige des Kaditnaß und Bar Kocbba erschienen, in der Dunkelheit zogen die geschlossenen Kolonnen über Cronberg—Falkenstein—Fuchstan* nach dem Feldberg, wo noch Nachzügler aus Offenbach und Höchst zu treffen waren. Bei einem großen Feuer wurden hebräische Lieder gesungen und Ansprachen gehalten. Ansprachen hielten Ernst Hamburger, 1. Vorsitzender des Bar Kochba (über Jabotinskv als Persönlichkeit und Nachfolge r Herzls), Henrik Lissauer (hebräisch), Marcus Schimmel und Dr. Paul Arnsberg, der sagte, der Sinn des Herzischen Zionismus liege in den drei Worten: ״Like all nations“. — Dann wurde die Hatikwah gesungen, und bei beginnendem Morgengrauen tanzten die einzelnen Gruppen die Horrah. The Jaffa Plantations Ltd. Hedera. Aktionäre und Interessenten der Gesellschaft werden hierdurch eingeladen, sich am Montag, dem 28. Juli, um 8•4 Uhr, in der Meinekestraße einzufinden. Herr Dr. Wilhelm Brünn wird dort Mitteilungen über den Stand des Unternehmens machen und den Aktionären alle gewünschten Auskünfte erteilen. Die Volksbank Iwrla, e. G.m. b. hat anläßlich ihrer vor kurzem abgehaltenen Generalversammlungen die Bilanz sowie einen Auszug aus dpm Geschäftsbericht für 1929 (zweite Geschäftsjahr) der Oeffentlichkeit übergeben. Diesem zufolge hat diese Baik, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, jüdischen Handwerkern, Kaufleuten und Akademikern, kurzum den Mittelstandskreisen und Kleingewerbetreibenden, welche bei den Großbanken nur sehr beschränkte Aussicht auf Wirtschaft®- Unterstützung haben, durch Kredithergabe zu fördern, eine günstige Entwicklung genommen. Nicht nur, daß die Ihr zur Verfügung gestellten fremden Gelder gegenüber dem Stand vom 31. Dezember 1928 eine wesentliche Erhöhung um ca. 80 °/0 aufweisen, gellt auch aus der Gliederung der Kreditoren hervor, daß die Spareinlagen und festen Gelder wesentlich überwiegen. Es resultiert hieraus, daß man der Bank von seiten ihrer Freunde Vertrauen entgegenbringt. Es scheint dies auch gerechtfertigt, wenn man die zur Verfügung stehenden flüssigen Geldmittel den täglich fälligen Kreditoren gegenüberstellt. Es ergibt sich hier, daß die ausgewiesenen Bankguthaben zusammen mit dem Kassenbestand bereits zirka 70 0/0 der täglich fälligen Kredltoren decken. Wie in dem Geschäftsbericht nur angedeutet, uns aber von der Bank nahestehender Seite mitgeteilt wurde, soll ihr an dem Bilanzstichtag noch Ihr gesamter Bankkredit in nicht unerheblicher Höhe zur Verfügung gestanden haben, so daß die Liquidität als ausgezeichnet zu bezeichnen ist. Der Reingewinn, der mit 10818,22RM. (gegenüber 4942,22 RM. 1. V.) ausgewiesen wird, findet Verwendung durch Zuteilung von 5000 RM. an die Reservekonten, 4000 RM. an ein Delkrederekonto und 1500 RM. durch Zuteilung an das Personal. Die Stärkung der Reserven, welche hierdurch auf einen Stand von zirka 12000 RM. gebracht werden, deutet auf eine vorsichtige Geschäftspolitik. Es ist dies um so mehr zu begrüßen, als Verluste unter den heutigen Verhältnissen unvermeidlich sind, wofür ja auch die Schaffung des Delkrederekontos spricht. Der ausgewiesene Umsatz von zirka 36,5 Millionen RM. ist recht beachtlich. Alles in allem glauben wir feststellen zu können, daß die Bank eine günstige Entwicklung nimmt. Ihre Förderung liegt Im Interesse der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit, die hier ein Instrument besitzt, das bei weiterem Ausbau geeignet ist, produktive Arbeit zu leisten. Es wäre Pflicht der jüdischen Oeffentlichkeit, sich mit dem Problem der produktiven Wirtschaftshilfe durch die Förderung der Kredit- Genossenschaftsbewegung zu beschäftigen.

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