Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 58 (25.7.1930)
- Date
- 1930-07-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Außenpolitische Umsdian Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u-Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. A י tsi an dsahonnement» werden in der Wahrung der euaxeben Linder berechnet Anzeigenpreis: 8 geap, Nonpareillezeile 0,50 G-M. Stellengesuch© 0.2? G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigen -Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinWlS, Metnekestr. 10 Telephon: J1 Biamarck 7165-70. Brussel 39433. Budapest 59693, D«ud* 1973, Hai* 140 470, Pr*! 594 10 Riga 4155, Strassburg 164 3Q, Warschau 190708, Wien 15603a Bank •Konten: DarmstSdter und Natiotialbenk, Depositen - Kasse Berlin, Kurfurstetidamm 52; Banca de Eat, Omautil (Röraünien); Angl© Paleatin© Col in Haila, Jerusalem, Tel -Aviv. Nummer 58 | Berlin, 25. VII. 1930 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. 1 כ״ט תמוז׳ תר״צ xxxv. Jah*g. Per Zionismus erstrebt tQr das jOdlsche Volk dla Schaffung einer gffiirtlleh«rechtlich gesicherten Heimstätte In Palltfln«. ״Baieier Programm.״ ♦ Profest des englischen Judentums Konferenz indischer Institutionen und Synagogengemeinden Großbritanniens gegen die britische Palästina-Politik London, 22. Juli. (J. T. A.) Unter dem Vorsitz von d’Avigdor Ooldsmid fand am Sonntag, dem 20. Juli, im überfüllten Gebäude des Kingsway Theatre in London, von der britisch en Sektion der J e wish Agency einberufen, eine Konferenz der jüdischen Institutionen und Synagogen-Gemeinden der britischen Inseln statt. Die vom Vorsitzenden zur Beschlußfassung vorgeschlagene und von der Konferenz einstimmig angenommene Resolution lautet: ״Die Konferenz bedauert, ihre tiefe Sorge über das Verhalten der Regierung S. Majestät im Hinblick auf das Jüdische Nationalheim in Palästina seit den Unruhen im August 1929 zum Ausdruck bringen zu müssen. Die Konferenz bedauert im besonderen, daß die Regierung S. Majestät sich der Politik der Gewaltanwendung, wie sie in den Judenmassakers von Hebron und Safed zum Ausdruck kam, gebeugt und dem jüdischen Werke in Palästina Beschränkungen auferlegt hat. Die Konferenz hat die Ueberzcugung, daß die Vertagung der Abgabe einer klaren und deutlichen Erklärung über die Politik im Hinblick auf Palästina im Einklang mit den Prinzipien des Mandats die jüdischen Anstrengungen schädigt und die ökonomischen Bedingungen des Landes gefährdet. Die Konferenz bedauert die Tatsache, daß die Regierung S. Majestät durch das der Permaner.ten Mandatskommission des Völkerbundes unterbreitete Weißbuch ernste Zweifel erregt hat hinsichtlich ihrer Absicht, die Mandatsbestimmungen über das Jüdische Nationalhelm voll auszufüh.en. Die Konferenz Ist gewillt, sich den jüdischen Protesten aus aller Welt gegen die Suspendierung der Ein- Wanderung jüdischer Arbeiter nach Palästina anzuschiießen, He sieht die offizielle Rechtfertigung dieser Maßnahme für nicht überzeugend an und appelliert an die Regierung S. Majestät, die Tore Palästinas wieder zu öffnen und so da« Recht «tilgen, .Jpkle Konferenz beteuert von .niuttn tfen .erniSSr Willen des jüdischen Volkes, mit der arabischen Bevölkerung auf der Linie der Verständigung und der Zusammenarbeit in Palästina zusammenzuleben. Die Konferenz bestätigt von neuem den Entschluß der englisch-jüdischen Gemeinschaft, die Anstrengungen der Jewish Agency zum Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina ihre volle Unterstützung angedeihen zu lassen und ruft alle britischen Juden auf, zur Verwirklichung dieses Ideals ihr bestes zu tun.“ D'Avigdor Goldsmid führte zur Unterstützung der Resolution u. a. aus: Wenn ich au die letzte Konferenz zurückdenke, der ich im April 1929 zu präsidieren die Ehre hatte, und daran denke, welche Hoffnungen und welche Begeisterung uns damals erfüllten, und damit die Lage von heute vergleiche, dann verstehe ich, für wie vieles, was sich inzwischen geändert hat, die Regierung verantwortlich ist. Ich brauche die Geschichte der inzwischen verstrichenen 15 Monate nicht darzustellen, aber die Situation, der wir heute gegenüberstehen, ist die, daß die Regierung willkürlich, und nicht aus wirtschaftlichen Gründen, die Ein- Wanderung jüdischer Arbeiter nach Palästina suspendiert hat. Sie hat die gesamte Frage des Landkaufs und der Immigration dem Bericht eines einzelnen Mannes überantwortet. Wie sehr sachverständig dieser auch sein mag, und so korrekt auch seine Schlußfolgerungen ausfallen mögen, so frage ich mich doch, ob unsere große Bewegung von dem Bericht eines einzelnen Menschen abhängig gemacht werden kann. Ich kann nicht wissen, was sei!» Bericht enthalten wird. Aber die Vorstellung scheint mir unmöglich, daß seipe Schlußfolgerungen, wenn sie darauf beruhen, was er in Palästina an jüdischem Werk, Bemühen und Opfer sieht, anders ausfallen können als günstig für die weitere Aufbauarbeit durch unsere Menschen. Die Regierung versichert uns, daß sie entschlossen und darauf bedacht ist, die Bestimmungen des Mandates zu verwirklichen. Die Schwierigkeit für mich liegt darin, daß ich, wenn ich diese Erklärungen annehme, die Handlungen der Regierung im Konflikt mit ihnen finde. Wir sind als britische Staatsbürger durchaus berechtigt, die Politik der Regierung zu kritisieren, und das tun wir heute. Wir sind berechtigt, ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, daß uns ihre gegenwärtige Politik als ein Bruch des Artikels 6 des Mandates erscheint. Wir haben das Recht, ihr zu sagen, daß ihre gegenwärtige Haltung in der ganzen Welt Proteste hervorgerufen und die. britischen Be- Ziehungen bzw. das britische Ansehen keineswegs gefördert hat. Wir haben als Juden und britische Staatsbürger das volle Recht, die Regierung wissen zu lassen, daß wir uns mit bloßen Deklarationen nicht zufrieden geben, sondern von ihr verlangen, daß sie ihre Beteuerungen guten Willens in Handlungen umsetze, die den Aufbau Palästinas fördern und nicht behindern. Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz unterstützte die Annahme der vorgelegten Resolution. Die Freundschaft und Gerechtigkeit der britischen Nation gegenüber dem jüdischen Volk war in den letzten 100 Jahren ein feststehendes Axiom, und bei den britischen Juden geradezu ein Glaubensartikel geworden. Nun kam nach einer beunruhigenden Reihe von Handlungen und Unterlassungen im Zusammenhang mit den Palästina-Unruhen als Gipfel die Sperre der Einwanderurig. Dieser sinnlose Akt der Feindseligkeit hat die Juden mit Trauer .und Entrüstung criiUlt. Mit Trauer deshalb, weil es der erste antijüdischc Akt irgendeiner britischen Regierung in neuerer Zeit ist; mit Entrüstung, weil damit das gegebene Wort Großbritanniens verletzt worden ist, weil diese Maßnahme ein Zurückweichen vor der Gewalt und eine Prämie für künftige Pogrome darstellt. Zusammen mit Millionen unserer Brüder lehnen wir einjüdisches National heim ab, in dem es den Juden nicht gestattet sein soll, ihr ei genes Haus zu bauen, in dem es keine Sicherheit von Leben und Eigentum gibt und in dem die Juden, angegriffen, sich nicht selbst verteidigen dürfen sollen. Ein solches Nationalheim erfüllt nicht die legitimen Hoffnungen, di: Großbritannien zu erfüllen auf sich genommen hat, als ihm aut seinen Wunsch das Mandat für Palästina aus den Händen des Völkerbundes übertragen wurde. Als MacDonald vor sieben Jahren aus Palästina zurückkehrte, sagt •»er: ״Palästina und die Juden können nicht voneinander getrennt werden. Keine Macht der Erde kann diesem Land seine magische Anziehungskraft auf sein Volk nehmen. Ich habe sie gesehen, wie sie leben, jene Jungen und Gläubigen, die die wüsten Stätten bepflanzen und ihr Land schmücken, wie eine Braut von ihrem Bräutigam mit Gaben geschmückt wird... Ich habe sie mit gespreizten Beinen auf den Steinhaufen sitzen sehen, die für den Straßenbau gebrochen sind; ich traf sie in der zerlumpten Arbeiterkleidung, wie sie den Boden bearbeiteten, und sie waren glücklich. Mensehen dieser Art sind die Seele der Gemeinschaften. So ist der Jude, der nach Palästina kommt. Er hat eine Vision von Ralästina, das seinem Volke zum Heim werden soll. Zehn Jahre solcher Arbeit, wie ich sie gesehen habe, wird die Wohlfahrt Palästinas hundertfach steigern.“ Dieser letzte Satz ist die beste Antwort auf Lord PassfieWs Befürchtungen. Wie immer aber die Juden über die zeitweilige Abirrung des Ministerpräsidenten und des Kolonienministers denken mögen, ihr Vertrauen zu der Gerechtigkeit und der Freundschaft des britischen Volkes bleibt ungebrochen. . Prof. Braddilfy wehrloser Juden In Hebron «firlafed mgaM w»d':s!«: bekannten MaßnahnjepTfigr'.'lHäitld^tarmacbt.fojIsettt, Die englisch«! Juden teilen die Sorge der W«rjudenlle1T und Mrlangiii von der Regierung, daß sie der durch ihre Handlungen und Unterlassungen erzeugten Erregung Rechnung trage und Schritte unternehme, um das Vertrauen der Juden in die Mandatarmacht wiederherzustellen. Die Anerkennung der histori- .sehen Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina ist das Grundprinzip des Mandates. Damit ist ausgedrückt, daß die Juden in Palästina Heimatberechtigung genießen und daß sie, wie 1922 im Weißbuch offiziell versichert wurde, nach Palästina rechtens und nicht kraft Duldung kommen. Es war ein großer Fehler, daß man das Wort ״Einwanderung“ auf die Beziehung der Juden zu Palästina anwandte. Wir sind keine ausländischen Einwanderer. Wir kehren in unser Nationalheim zurück wie Menschen, die in ihre Heimat wiederkehren. Vertreter der Regierung haben vor kurzem sich darüber ausgelassen, was uns von Großbritannien versprochen worden ist und was nicht. Der Zweck ihrer Auslassungen ist eine weitere Verkleinerung der Bedeutung des Jüdischen Nationalheims. Wir fragen: Will die Regierung den Begriff des Nationalheims so verstanden wissen, daß er notwendig eine kleine und beschränkte Siedlung bedeute? Wir können vorweggenommene Begrenzungen unserer Arbeit in Palästina von dieser Art n icht akzeptieren. Wir fordern freie jüdische Einwanderung in Uebereinstimmuog mit der Absorptionsfähigkeit des Landes, so wie es durch unsere Anstrengungen entwickelt wird und ein freies, körpersebaftliches jüdisches Leben in unserem Nationalheim. Colonel F. H. Kisch Mitglied der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, der am gleichen Tage aus Palästina nach London gekommen war, begrüßte es, daß der Vorsitzende das Recht zur Kritik an der Regierung hervorgehoben hat. Dies sei nicht nur ein Recht der Konferenz, sondern ihre Pflicht gegenüber den 133 Märtyrern des vergangenen Jahres. Auf die Suspendierung der Arbeiterzertifikate übergehend, sagte er, man wisse, daß die Zertifikate aus politischen Gründen zurückgezogen worden sind. Vor den Unruhen habe Palästina vor einer Periode großer Prosperität gestanden und selbst jetzt nach den Unruhen sei eine Periode stetigen Fortschreitens. ׳ Von der Regierung wird nichts anderes verlangt, als die Möglichkeit, zu arbeiten und zu bauen. Die Regierung sei gegenüber ihren eigenen Interessen blind, wenn sie diese Möglichkeit nicht gibt; Nach einer kurzen Ansprache von Miß Nettie Adler, einem nichtzionistischen Mitglied der britischen Delegation innerhalb der Jewish Agency, sprach das Unterhausmitglied Michael Marcu s (Arbeiterpartei): Es sei für ein Mitglied der Labour-Fraktion peinlich, sich einem Protest gegen die gegenwärtige Reperung anzuschließen. Die Ereignissein Palästina im Verlaufe der letzten ,zwölf Monate haben jedoch solchen Charakter getragen, daß niemand still blfeiben kann, der die jüdische Geschichte kennt, oder einmal den ״Judenschmerz“ gefühlt hat. Nachdem noch weitere Redner, darunter N. Laski (Manehester) und der palästinensische Arbeiterführer BenGurion, gesprochen hatten, wurde die Konferenz mit der einstimmigen Annahme der Resolution geschlossen. Im Laufe dieser Woche haben in Paris Beratungen zwischen Qr. Weit m ann , Col. Kisch, Pinchas Rutenberg und Felix War bürg stattgefunden. Rutenberg begibt sich aus Paris nach Palästina. Zionistische Kooperation mit dem C.״V.? Von Dr. Siegfried Moses. l)er beginnende Reichstagswahlkampf in Deutschland wird zweifellos eine große V crstäriAmg der antisemitischen Agitation mit sich bringen. Wir halten cs daher für richtig, die Disknssion über die bereits vor längerer Zeit in. der ״J. R.“ gegebenen Anregungen, die Bekämpfung des Antisemitismus auf eine breite ge samt jüdische Basis zu stellen, fortzuführen, um so mehr als kürzlich in der C.-V.-Zeitung eine ähnliche. Stimme laut, geworden ist. Ah ein. Beitrag zur Analyse der sich ergebenden Möglichkeiten ist auch der nachstehende Aufsatz zu betrachten. Red, I. Die ״Jüdische Rundschau" hat bereits auf den Aufsatz hingewiesen, den Rechtsanwalt Karl Löwenstein, Aachen, unter dem Titel ״Nationaljuden und Abwehrkampf" in der C.-V.-Zeitung vom 11. Juli 1930 veröffentlicht hat. Die ״Jüdische Rundschau" bezeichnet diesen Aufsatz in ihrer kurzen Notiz als ״bemerkenswert", und das ist er in der Tat. Nicht so sehr wegen der Darlegungeri, die er enthält, als wegen der Schlußfolgerung, zu der er gelangt; er wirft die Frage auf, ״ob es den Zionisten möglich wäre, sich in den Abwehrkampf des C.-V. einzugliedern, ähnlich wie es doch möglich war, daß in der Jewish Agency Nichtzionisten für das zionistisehe Ziel, die Nationale Jüdische Heimstätte in Palästina, mitarbeiten, ohne daß die Zionisten in ihrem nationalen Palästina-Ziel oder in ihrer nationalen innerjüdischen Kampfstellung irgendetwas von ihrer Oesinnung oder ihrer Weltsteilurig geopfert hätten“. Ich weiß nicht, ob Löwenstein nur seinen persönliehen Standpunkt vertritt oder ob die von ihm angedeutete Auffassung in weiteren und insbesondere in den vgl?■* ttwprtJIgleit^KÄl»«» des'C.-y,.geteilt,wi, l!4'''' :WM^';'1Ä$!lie%fÄ!tworHlclieh'IhÄ*lzett‘- ,slckinit der Frage, in'der Zuspitzung, wie sieder Löwe!!• sieinsche Aufsatz gibt, nicht beschäftigt haben. Auf jeden Fall aber erscheint es angebracht, sich mit dieler Meinungsäußerung eines C.-V.-Führers gedanklich auseinanderzusetzen. 11. Der Zionismus war es, der schon vor Jahrzehnten die ernste Problematik des Antisemitismus erkannt hat% als noch die Meinung vorherrschte, er werde durch den Fortschritt der Aufklärung bald zum Verschwinden gebracht werden. Die Richtigkeit unserer Auffassung hat sich allmählich auch in anderen Kreisen durchgesetzt, wenn man auch vielfach sich das noch nicht eingesteht. Auf diese grundsätzlichen Fragen soll hier nicht eingegangen werden, da die nachfolgenden Zeilen den Zweck haben, eine aktuelle Situation zu erörtern. Aber wir weisen Löwensfeins Behauptung, daß wir uns heute mit dem Antisernitismus befassen, weil ״die zionistische Lösung in nebelhafte Ferne gerückt ist", als völlig deplaciert zurück. Unser Interesse als Zionisten gilt vor allem dem Aufbau neuen jüdischen Lebens; wir haben aber oft die Erfahrung gemacht, daß positive jüdische Leistungen wie etwa der Palästina-Aufbau sich den Respekt weiter nichtjüdischer Kreise erobern, eine höhere Auffassung vom Wesen der Judenfrage bei Nichtjuden erzeugen, und so indirekt, gewissermaßen als Nebenprodukt, auch den Antisemitismus vermindern, ln Zeiten der akuten Zuspitzung antisemitischer Angriffe sind überdies die Zionisten in allen Ländern stets in den ersten Reihen der Verteidiger des bedrohten Judentums gestanden. Es ist unrichtig, daß man von zionistischer Seite aus den ״Abwehrkampf immer bagatellisiert, als etwas Belangloses oder gar Minderwertiges hingestellt“ hat; wir haben vielmehr stets die Abwehr des Antisemitismus als eine gesamtjüdische Aufgabe anerkannt und klar zum Ausdruck gebracht, welche Formen des Abwehrkampfes wir billigen, welche wir als belanglos und welche wir als minderwertig betrachten. Aber es trifft zu, daß der Grad unseres Interesses für die Bekämpfung des Antisemitismus von der Intensität abhängt, mit der jeweils der Antisernitismus das jüdische Leben bedroht. Für uns ist eben die Bekämpfung des Antisemitismus nicht eine zentrale Aufgäbe von gleichbleibender Tragweite und gleichbleibendem Gewicht, wie sie es für uns die Palästina-Arbeit und in etwas anderem Sinne auch die Gemeindearbeit bedeuten. Als negative Aufgabe, als eine Abwehraufgabe empfängt ja die Bekämpfung des Antisemitismus naturgemäß —. im Gegensatz zu unseren zentralen Aufgaben — ihren Antrieb und ihre Gesetze nicht aus sich selbst, sondern von jener Bewegung, die Urheberin des Kampfes und Kampfgegnerin ist. In Zeiten, in denen der Antisernitismus Ausmaß und Erscheinungsformen annünmt, die 0