Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 56 (18.7.1930)
- Date
- 1930-07-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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England, die Welt und der Zionismus Einzelnummer 0£5 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erschein t jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Ausland&ahonnements werden in der Wahrung der einzelnen Linder berechnet. Anzeigenpreis: H gesp Nonpareillezeile 0,50 G.-M. Stellengesuche 0.25 G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinW15, Meinekestr.10 Telephon: J1 Bismarck 7165-70. Pont check -Konten: Berlin 17392, Basel V 9355» Belgrad 68032 Brüssel 594 33. Budapest 596 93, Danzig 1973, Haag 140 470, Prag 594 10, Riga 4155* Strawburg 164 30, Warschau 190 708, Wien 156 030. Bank -Konten: Darmstädter und Nationalbank» Depositen Kasse Berlin, Kurfürstendamm 52; Banca de Est, Cemauti (Rumänien); Anglo Palestine Ca. in Haifa, terusalem, lei Aviv. Nummer 56 | Berlin, 18. VII. 1930 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ב תמוז׳ תר״צ | xxxv. Jahrg. Der Zionismus erstrebt »dr das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ MMssenranungn in Mmmm Die wirtschaftlichen Hintergründe — Maßnahmen der Regierung Das Vertuschungsmanöver über die Vorgänge in dem von den Antisemiten in Brand gesteckten jüdischen Städtchen B o r s c h a und die schonende Behandlung, deren sich die antisemitischen Agitatoren von Borscha, D a n i 1 a und seine Genossen, zu erfreuen hatten, machten sich im Grenzgebiete der benachbarten Bukowina, in geringer Entfernung von Borscha, sehr rasch bemerkbar. Wir haben bereits gemeldet, daß sich die antisemitischen Agitatoren aus der Umgebung von Borscha in die Südbukowina begeben hatten, um dort ihre Propagandatätigkeit aufzunehmen. Es gelang ihnen tatsächlich unter dem Schlagwort ״Kampf gegen den Wucher“ die Bauernschaft aus der Umgebung der Stadt Suczawa in Aufruhr zu versetzen. Die Parole ״Kampf gegen den Wucher“ hatte durchschlagenden Erfolg und die Regierung duldete diese Hetzagitation, weil sie in dieser Beziehung ein böses Gewissen hat. Nach der Ernte vom Jahre 1929 nämlich warnten die Behörden die Bauernschaft, ihr Getreide an jüdische Händler zu verkaufen und gewährten den Bauern Vorschüsse, damit sie imstande sind, ihr Getreide so lange unverkauft zu lassen, bis die Preise gestiegen seien. Diese Vorschüsse wurden mit 18 0/0 verzinst. Mittlerweile aber kam auf dem Weltmärkte der gewaltige Preissturz für Getreide. Die Bauern waren nun bei den außerordentlich niedrigen Preisen nicht einmal mehr imstande, durch den Verkauf aller Vorräte die Vorschüsse zurückzuzahlen. Die vom Staate unterstützten bäuerlichen Kooperativbanken forderten die Darlehen samt Zinsen zurück und die Bauernschaft geriet in große Notlage. Allerdings hatte diese Regierungspolitik eine für die Juden günstige, von der Regierung allerdings nicht beabsichtigte Nebenwirkung. Hätten die Juden sofort nach der Ernte die Möglichkeit gehabt, die Getreide- Vorräte der Bauern aufzukaufen, so wären sie bei dem fol- .jbigt ja»r aerlÄislrt''1114‘׳li heftiger Opposition gegen die" Regierung befand. Außerdem war sie auch darüber erregt; daß die Warenpreise nicht in dem Maße zurjjckgegangen waren, wie die Getreidepreise, und daß sie infolgedessen auch nicht in der Lage waren, die nötigen Anschaffungen zu machen. Die Regierung sah es also zunächst nicht ungern, wenn sich die ursprünglich gegen sie gerichtete Empörung gegen die Kaufleute, d. h. gegen die Juden wandte. Darum duldete sie zunächst die Bauernbewegung und trotz verschiedener Warnungen von jüdischer Seite unternahm sie nichts, um den antisemitischen Agitatoren ihr Handwerk zu legen. Vor einigen Tagen kam es in Suczawa zu einer großen Bauerndemonstration, die sich zunächst gegen die Regierung wandte, um dann in einen Pogrom auszuarten. Jetzt erst sah sich die Regierung, nachdem sie zunächst alle Warnungen in den Wind geschlagen und durch offizielle Meldüngen die Bewegung als harmlos darzuslellen versucht hatte, veranlaßt, einzugreifen. Die Proteste der jüdischen Pariamentarier, die ins Ausland gedrungenen Nachrichten über die Ausschreitungen, die Aufregung über die Vorgänge in Borscha und das Bestreben des zurückgekehrten Königs Karol, in den Augen Europas als energisch und gerecht zu gelten, wirkten zusammen, damit sich die Zentralregierung in Bukarest zu energischen Maßnahmen aufraffe. Zunächst wurde unter dem Vorsitz der Königinmutter Maria ein Hilfskomitee für die Abbrändler in Borscha geschaffen. Danach folgte ein allgemeines Versammlungsverbot. Das Kriegsministerium stellte Truppen zur Verfügung, um den Behörden die Möglichkeit ausreichenden Schutzes zu geben. Die Justizbehörden des ganzen Reiches bekamen den Auftrag zur Zusammenarbeit mit den Verwaltungsbehörden bei der Bekämpfung der Bauernunruhen. Der Generalsekretär des Ministeriums Ke de re wurde nach Suczawa entsandt. Der Unterstaatssekretär des Innenministeriums, Anghelescu, gab die Erklärung ab, daß nunmehr in kürzester Zeit allgemeine Ruhe eintreten werde. Es verlautete sogar, daß König Karol die Verhaftung des Antisemitenführers Cu za angeordnet habe. Eine Be- , ,Äraiäfe&'n, aal Ile tt^erung imstande ist, Maftmfnrten ־ zu ergreifen, wenn sie nur will. Im vorliegenden Falle scheint 1 sie ernst machen zu wollen, aber allerdings nur darum, weil sie das Bewußtsein' bat, daß die Baperpbewegung nicht so sehr gegen die Juden wie gegen sie selbst gerichtet ist. s. n. llllllllllll1n1llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllltlllllllllllllllll:l'lln1l1''!ll'll!ll!llll'lllllllllllllltlllllllllllllllll1nlllllllllllllllHUII|IIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII|lllll|llll|llllllll||lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll1m1IIIIHIIIIIIIIIIlm1HIIIIIIIII Versammlung der amerikanischen Agency N e w Y o r k , 16. Juli. (J. T. A.) In einer Tagung der amerikanischen Mitglieder des Council und des Administrative Committee der Jewish Agency, die sich mit Fragen der Budget- Aufbringung in Amerika und mit den Problemen der Aufbauarbeit der Jewish Agency in Palästina beschäftigte, sagte der Vorsitzende des Administrative Committee der Jewish Agency, Felix M. War bürg: Daß das Palästina-Mandat ausgeführt wird, liegt im Interesse aller Bewohner des Heiligen Landes, die zusammen leben und lernen müssen und können, in freundschaftlicher Nachbarschaft miteinander zu leben. Das Mandat, durch welches Großbritannien aufgetragen worden ist, die Schaffung eines Jüdischen Nationalheims in Palästina zu ermögliehen, sieht auch den Schutz der bürgerlichen und religiösen Freiheiten der nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina vor. Aufrichtiges Streben nach Zusammenarbeit, eine Atmosphäre guten Willens und gegenseitiges Vertrauen würden viel dazu beitragen, das Palästina-Problem zu lösen. Was die Juden betrifft, so haben sie es nicht an ehrlichen Anstrengungen fehlen lassen, bei ihrem auf die Entwicklung des Landes gerichteten Werk, eine Zusammenarbeit mit den Arabern zu erzielen. Dr. Hext er, vom nichtzionistischen Teil der Jewish Agency entsandtes Mitglied der Palästina-Exekutive, erstattete Bericht über die Tätigkeit der Jewish Agency in Palästina. Er erklärte u. a., daß die Beziehungen zwischen Arabern und Juden in Palästina wohl gespannt sind, daß aber seines Erachtens durch freundschaftlicheVermittlungderbritischen Regierung konkrete Arbeitspläne durchgeführt werden könnten. Diese Pläne würden die Mitarbeit der Regierung und eine Verständigung zwischen Arabern und Juden notwendig machen. Vielen entgegenstehenden Schwierigkeiten zum Trotz hoffen die verantwortlichen Führer der jüdischen Gruppen noch immer, der britischen Regierung und ihrer so oft wiederholten Versicherung, daß die Bestimmungen des Pälästina-Mandates zur Ausführung gelangen werden, vertrauen zu dürfen. — Der Versammlung wohnten außer den zionistisehen und nichtzionistischen amerikanischen Ageticy-Mitgliedem auch die Mitglieder des neuen Administrativ-Komitees der Zionistischen Organisation Amerikas bei. Das Keren Hajessod-Jahrzeiuii Das Hauptbüro des Keren Hajessod versendet an die Landeskomitees des Keren Hajessod einen von den geschäftsführenden Direktoren Hantke und Jaffe gezeichneten Aufruf, in welchem es heißt: ״Mit diesem Jahre ist seit der Gründung des Keren FJajessod ein Jahrzehnt verflossen. Im Laufe dieser Zeit ist es ihm gelungen, einen beträchtlichen Teil des Judentums zu erfassen, in weite jüdische Kreise und Schichten einzudringen und Zweige des Judentums, die von ihm schon fast abgetanen waren, neu mit ihm zu verbinden• Der Keren Hajessod hat nicht nur der Geldsammlung gedient. Er hat auch eine wichtige erzieherische und organisatorische Arbeit durchgeführt. Er hat die Volkssteuer geschaffen, die sich im Leben des Volkes eingewurzelt hat- Die Arbeit für den Keren Hajessod hat zutage gebracht, welche Kraft Erez-Israel auf die jüdischen Massen ausstrahlt und wie teuer unserem Volke die Aufbauarbeit in Erez-Israel ist. Zehn Jahre unserer Arbeit haben gezeigt, u׳ie groß im Judentum die potenziellen Mögliclikciten für Ercz-Israel sind. Nach zehn Jahren der Arbeit und Erfahrung müssen wir unsere Tätigkeit in allen Ländern verstärken, unserer Arbeit einen neuen Antrieb geben und sie mit neuem Inhalt füllen. Das Direktorium des Keren Hajessod hat beschlossen, den Monat November für die Aktion des Keren Hajessod- Jahrzehnts zu bestimmen. Dieser Monat wird der Tat für Erez-Israel, der Aktivierung für Erez-Isael dienen. Dieser Monat soll den Aufbau von Erez-Israel ins Zentrum des jüdischen Lebens stellen. Wir müssen für diese Aktion alle aktiven Kräfte in der Zionistischen Organisation, in der Jewish Agency, im ganzen jüdischen Volke mobilisieren und unsere Propaganda in allen ihren Zweigen verstärken.“ Der Aufruf entwirft hierauf in allgemeinen Strichen das Programm für den Keren Hajessod-Jahrzehnt-Monat. Schließung des Hailaer Technikums? Keine neuen Schüler werden aufgenommen Die offizielle ״Ziko“ verbreitet nachstehendes Kommunique aus Jerusalem vom 8. Juli: ״Im Zusammenhang mit den Gerüchten, die im Lande über die Schließung des Technikums in Haifa verbreitet werden, teilt die Jewish Agency mit, daß es nicht stimmt, daß beschlossen wurde, das Technikunr zu. schließen. Die Agency befaßt sich schon seit zwei Jahren .mit der Frage der Zukunft dieser Institution. Sie hat sich mit Fachmännern für technische Erziehung im In- und Auslande und verschiedenen Institutionen In Verbindung gesetzt. Die Leitung hält es für ihre moralische Pflicht gegenüber den Schülern, die bereits im Technikum studieren, ihnen die volle Möglichkeit zu erteilen, ihr Studium zu beenden. Damit aber die Leitung der Agency die freie Möglichkeit besitzt, die Sache zu klären und zu einer Lösung zu führen, wurde beschlossen, vorläufig keine neuen Verpflichtungen zu übernehmen und in diesem Jahre keine neuen Schüler aufzunehme n.“ Wir haben Im vorigen Jahre wiederholt auf die schwierigen Probleme, die sich im Haifaer Technikum ergeben, sowie auf die kritische Situation der Anstalt hingewiesen (vgl. ״J. R.“ Nr. 31, 41 und 56 v. J.). Jetzt wird die Oeffentlidhkeit, die infolge der Unruhen und der politischen Kämpfe diese Sache aus dem Auge Verloren hatte, von der Nachricht iiner drohenden Schließung des Technikums Uberrascht. Hoffentlich wird die August-Tagung des Administrative Committees der Jewish Agency Zeit und Ruhe finden, um auch diese leidige Angelegenheit, die mehr ist als eine Sache des Prestiges, eingehend zu behandeln und einer Regelung zuzuführen. Der Umsdvwung 1m amerikanischen Zionismus Robert Szold Vorsitzender Die Convention der Zionistischen Organisation in Amerika, die in den ersten Juli-Tagen in Cleveland abgehalten wurde, hat die Wahl eines Vorsitzenden der Organisation dem von der Convention eingesetzten 18er Komitee überlassen. Nunmehr ist von diesem, wie JTA. meldet, Robert Szold zum Vorsitzenden, Rabbi Abba Hillel S il ve r zum Vizevorsitzenden gewählt worden. Außerdem wurde Judge Julian W. Mack zum Ehrenvorsitzenden und Louis Lipsky zum zweiten Ehrenvorsitzenden ernannt. Von den vier genannten Persönlichkeiten gehören die ersten drei der in Cleveland ln die Organisation zurückgekehrten Brandeis-Gruppe an. Zum Vorsitzenden der in Cleveland eingesetzten Kommission für politische und wirtschaftliche Fragen wurde Dr. Stephen S. Wise gewählt. Das 18er Komitee hat ferner mehrere Unterkommissionen eingesetzt, und zwar eine Kommission für den Verkehr mit der Jewish Agency und der Zionistischen Weltorganisation unter dem Vorsitz von Judge Julian W. Mack, eine Kommission für die Liquidierung des Defizits mit Nathan Ratnow als Vorsitzenden, ferner eine Finanzkommission unter S. I. Rosenberg, eine KKL.-Kommission unter Ab. Goldberg, eine Palästina-Wirtschaftskommission unter Israel Brodie, eine Fondskommission unter Judge Lewis, eine Organisationskommission unter Jacob de Haas, eine Kulturkommission unter Rabbi James Heller, eine Pressekommission unter Abraham T1111 i n, und eine Kommission für die Angelcgenhciten der Hebräischen Universität unter Vorsitz von Rabbi Sil ver. Somit ist die Leitung der meisten Arbcitsgebiete Angehörigen der Brandeis-Gruppe und der bisherigen Oppositionsgruppe übergeben worden. Robert Szold war bekanntlich eines der drei Mitglieder der ״Reorganisations-Kommission“, die nach der Londoner Jahreskonferenz, also vor fast genau zehn Jahren, nach Palästina ging, um die gesamte Aufbauarbeit und Verwaltwng autf neue Grundlagen zu stell«. Der Bericht der '1CbM»issi0n, der außer Slold noch die beiden: Mitglieder der Exekutive Julius Simon und Neh■ de Lieme attgehörten, wurde bekanntlich von der Zionistischen Organisation nicht angenommen, was einerseits zur Demission von Simon und de Lieme führte, andererseits die ganze Brandeis- Gruppe in die Opposition drängte. Inzwischen haben sich viele Voraussagen des Berichtes der Reorganisations-Kommission bestätigt und an der Richtigkeit vieler ihrer Vorschlage zweifelt heute niemand mehr, wenn auch die Erkenntnisse und Erfahrungen, die dies bewirkten, vielfach schmerzliehe waren. Robert Szold ist ein Neffe von Henrietta Szold, der bekannten zionistischen Führerin, die bis vor kurzem das Er- Ziehung.;- und Gesundheitsressort der Jewish Agency leitete. Die Frau von Robert Szold, Zip Szold, ist gegenwärtig Präsidentin der Frauen-Organisation ״Hadassah“. * Einzelheiten von der Cleveland - Convention Die jetzt hier eingetroffenen amerikanisch-jüdischen Zeitungen bringen nähere Einzelheiten über die letzte zionistische Convention in Cleveland, bei der bekanntlich die bisherige, unter Führung v<jn Louis Lipsky stehende Administration zurücktrat und eine neue Leitung des amerikanischen Zionisinus in der Form eines Komitees, bestehend aus 12 Mitgliedern der Brandeis-Gruppe und 6 Mitgliedern der bisherigen Leitung konstituiert wurde. Aus den Berichten geht hervor, daß die Convention eine außerordentlich schwierige und aufreibende Tagung gewesen ist. Das sehließliche Ergebnis kam erst nach mehreren Nachtsitzungen zustande, nachdem das Plenum der Konferenz stets von neuem vertagt worden war, Dennoch, so betonen die Zeitungen, war von Anfang an die Ucberzeugung allgemein, daß der Friede hergestellt werden müsse und die Angehörigen beider Gruppen beflcißigten sich, jeden Mißton zu vermeiden. Die einzige Aenßerung, die den heftigsten Widerspruch hervorrief, fiel nicht auf der Konferenz selbst, sondern war in einer Erklärung enthalten, die am Tage vor der Konferenz Dr. Stephen Wise der New Yorker Presse übergab. Darin sprach Wise die Meinung aus, der amerikanische Zionismus sei ״moralisch und finanziell bankrott“. Wise, der bekanntlich seit langer Zeit in heftiger Opposition sowohl zu Lipsky als auch zu Weizmann steht, ist trotz spezieller Einladung nicht zur Convention erschienen. Schon in den ersten Reden wurde heftiger Unwille über die Erklärung von Wise laut, ohne daß sein Name genannt wurde. In der Schlußsitzung hatte diese Episode ein Nachspiel: als nämlich der Name von Dr. Wise auf der Liste der Kandidaten der Brandeis-Gruppe für das Achtzehner- Komitee verlesen wurde, brach ein Teil der Delegierten in heftige Protest- und Pfui-Rufe aus. Der bekannte Zionist Jacob Fishman, Redakteur des Morgenjournals, gab namens einer größeren Gruppe von Delegierten eine ausdrückliche Verwahrung gegen die Wahl von Wise und Tulin ab. Im übrigen verlief die Schlußsitzung sehr feierlich. Als die drei Vertreter der Brandeis-Gruppe, Robert Szold, Israel Brodie und Jacob de Haas, das Podium bestiegen, um in Schlußan- 1 sprachen das Resultat der Konferenz zu würdigen, begrüßte sie der Vorsitzende der Schlußsitzung, Lipsky, mit einem Händedruck, worauf die Convention in laute” Begeisterung auriiraoh und die Hatikvvah anstimmte. Die Convention dauerte von Sonntag früh bis Dienstag abend. In der Montagabend-Sitzung sollte bereits der Frieda»