Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1930-07-11 · Heft 54 (11.7.1930) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 54 (11.7.1930)
Date
1930-07-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2653156-2653207--21689-2679816
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 382 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 54, 11. VII. 1930 Weizmanns Beziehungen zum Colonial Office Die bevorstehende Palfistinadebatte Im Unterhaus London, 7. Juli. (J.T.A.) Zur Richtigstellung gewisser vom Londoner ״Jewish Chronicie“ auigestelfier Behauptungen gab das Mitglied der Zionistischen Exekutive S. Kaplansky der JTA. in London Aufklärungen über einige wichtige Punkte der gegenwärtigen politischen Situation in London. Gegenüber der Behauptung des ״Jewish Chronicie“, daß die Regierung sich beschwert habe, weil Weidmann stolze Zurückhaltung zeige, stellte Kaplansky fest, daß diese Mitteilung vollständig unbegründet ist. Die Beziehungen zwischen Dr. Weizmann und dem Kolonialamt werden allmählich wieder normale. Kaplansky bestreitet auch die Behauptung von ״jewish Chronicie“, daß Minister Thomas gegenwärtig vorübergehend das Colonial Office leite und sich mit palästlnenslsehen Problemen beschäftige. ״Jewish Chronicie“ hatte geschrieben, Thomas begreif« die wahren Ziele des Zionismus nicht und bedeute gegenüber Lord Passfield, dessen Versagen von Tag zu Tag deutlicher werde, keine Verbesserung. Andererseits bestätigt Kaplansky die Mitteilung des ״Jewish Chronicie“ über eine wichtige Sitzung des p a r I a - mentarischcn Palästina-Komitees, an der unter anderen Sir Herbert Samuel, Amery, Ormsby -Gore, Col. Wedgwood, Marcus, Commander Kenworth y. Derman, John B u c h an und andere teilgenommen haben und bei der beschlossen wurde, darauf hinzuarbeiten, daß der PalästinadebatteimParlamenteinganzerTag eingeräumt werde. Es sei nicht unwahrscheinlich, daß dieses Verlangen erfüllt wird. Im übrigen, heißt es, wird Sir John Hope-Simpson seinen Bericht an die Regierung nicht vor Ende Juli erstatten; der Bericht würde also erst zu einer Zeit vorliegen, in der das Parlament voraussichtlich bereits ln die Ferien gegangen sein wird. Die Parlamentsmitglieder werden daher seine Empfehlungen erst zu Anfang der Herbstsession erfahren. Die zionistischen Interessen bedürfen aber in der Zeit der Parlamentsferien eines sorgsamen Schutzes, da die Gefahr bestehe, daß ohne Befragung des Parlaments auf a d m i n 1 - straf ivem Wege zionismusfeindliche Verfügunj|en erlassen werden. Es sei allerdings bekannt, daß die Regierung wegen der Intensität der unter den Juden der ganzen Welt bestehenden Erregung beunruhigt ist, und voraussichtlich einen neuen Mißgriff vermeiden wird, der innerhalb der Arbeiterpartei zu einer Krisis führen würde. Zwischen der Regierung und den zionistischen Führern, heißt es weiter, finden Verhandlungen im Zusammenhang mit einer für den Herbst vorgeschlagenen Konferenz mit den Arabern statt. Doch soll praktisch kein Fortschritt erzielt worden sein. Die Abgeordneten glauben, daß eine solche Konferenz in diesem Stadium zwecklos wäre. ״Jewish Chronicie“ zufolge soll das unter Vorsitz von Harry Snell stehende ״Beratungskomitee“ der Labour Party die Entsendung einer Deputation zu Lord Passfield planen, um die A u f h e b 1111 g der Einwanderungsbeschränkung zu erwirken. Die ersten moslemischen Aussagen Jerusalem, 6. Juli. (J. T. A.) Als erster moslemischer Zeuge wurde von der Klagetnauerkommission der oberste Geistliehe des Moslemischen Religiösen Gerichts vernommen. Er wies Besitztitel vor, die zeigen sollen, daß das Mugrabi-Viertel in Jerusalem Eigen tun! des tFalt( fmoslemisches Kircherifut) ist;fiifa'daB^die־KIageÄa«e>‘'l®e‘:ÖJ‘e»1ze,'mesey€e-: bietes darstellt. Er legte weitere Dokumente vor, aus denen hervorgeht, daß das Mugrabi-Gebiet vom marokkanischen Sultan Abu Maidan für Wohltätigkeitszwecke gestiftet worden ist. Hingegen konnte der Zeuge das Eigentum des Wakf an den anderen an die Mauer angrenzenden Häusern nicht erweisen. Zur Unterstützung der moslemischen Sache vor der Klagemauerkommission sind in Jerusalem mehrere Delegatio- 11 en ausländischer Moslems eingetroffen. So der frühere Vertreter des Irak in London Mezah Bey Pachachi, Saldi Din vom Obersten Moslemischen Rat in Beirut, drei Delegierte aus Indien und neuerdings eine Delegation ägyptischer Moslems unter Führung Mohammed Ali Paschas. Diese Delegationen nehmen an den Verhandlungen vor der Kommission an der Seite der moslemischen Vertreter teil. Die arabische Opposition gegen den Multi Jerusalem, 6. Juli. (J. T. A.) Der während der An- Wesenheit der arabischen Delegation in London von den arabischen Parteien in Palästina befolgte Burgfriede hat nun aufgehört, die Opposition gegen den Großmufti und gegen füllrende Kreise der Arabischen Exekutive und des Moslemischen Obersten Rates erwacht von neuem. Die Haifaer Zeitung ״El Karmel“ veröffentlicht einen Aufsatz des Scheich Shukri aus Akko, in welchem dem Großmufti und dem Moslemisehen Rat das Recht abgesprochen wird, die moslemische Sache vor der Klagemauerkommission zu vertreten. Der Jaffacr Bürgermeister Azam e! Said ist der Mittelpunkt einer Gruppe, die im gesamten Jaffa-Distrikt die Oppositionsb e w e g u 11 g gegen die Arabische Exekutive organisiert. Die Ausschreitungen im Rheinland Die befreiten Gebiete im Rheinland sind sofort nach dem Abzug der feindlichen Besatzung Schauplatz von Ausschreitungen rechtsradikaler Kreise gegen •Separatisten geworden, die sich angeblich vor Jahren an den Losreißungsbestrchungen von Dorten und Malthes beteiligt haben. Die Ausschreitungen gegen die Separatisten sind von langer Hand vorbereitet worden. Unter den Geschädigten befinden sich viele jüdische Firmen, wie sich überhaupt der ״Volkszorn“ nach den Angaben tles Berliner ״Vorwärts“ mit Vorliebe gegen Ladengeschäfte wendet, in denen es etwas zu zerstören oder zu plündern gibt. Wahrend der Besetzungszeit haben sich die Juden nach übereinstimmender Ansicht aller Kreise im besetzten Gebiete, was übrigens nur selbstverständlich ist, außerordentlieh loyal und taktvoll verhalten. Nach der Riiumung veranstalteten alle jüdischen Gemeinden im besetzten Gebiete besondere Feiern, in denen die Juden ihrer Freude über die Beendigung der Besetzung Ausdruck gaben. Trotzdem befinden• sich unter den vom ״Volkszorn“ der Rechtsradikalen ״Bestraften“ viele jüdische Familien. Es ist nun einmal so, daß sich jede Unruhe, einerlei wo der Ausgangspunkt für sie lag, fast automatisch gegen Juden richtet. Es muß festgestellt werden, daß in der rheinländischen Presse die Empörung darüber groß ist, daß die Rechtsradikalen ihre gegenwärtige Aktion immer stärker ins antisemitische Fahrwasser drängen, denn während der Besatzungszeit haben sich gerade die Juden ängstlich davor gehütet, irgendwelche Beziehungen zur Besatzungsarmee zu unterhalten. k. 11. Der Palästina ״Bericht der Mandatskommission ״Daily Telegraph“ vom 8. Juli veröffentlicht Mitteilungen über den soeben fertiggestellten Entwurf des Berieht* der Mandatskommission über die Palästinafragen auf Grund von Informationen aus Völkerbundskreisen in Genf. Diesen Mitteilungen zufolge hält der Bericht die britische Verwaltung in einem gewissen Umfang für verantwortlich für die Unruhen und den Emst ihrer Konsequenzen. Die Kommission als Ganzes hat offenbar die Ueberzeugung gewonnen, daß Großbritannien bestrebt war, im arabisch-jüdischen Konflikt eine vollständig unparteiische Haltung zu bewahren. Einige Kommissfonsmitglieder hingegen waren der Meinung, daß die britische Regierung unbewußt aus dem Bestreben nach Beruhigung der mohammedanischen öffentlichen Meinung in Indien zugunsten der arabischen Be- Völkerung eingenommen war. Eine diesbezügliche Aeußerung des schweizerischen Vertreters der Kommission, Prof. R a p p a r d, scheint eine energische Zurückweisung des britischen Kommissionsmitgliedes hervorgerufen zu haben. In dem Bericht selbst kommt die Ansicht zum Ausdruck, daß auf die britische Regierung die Verantwortung fällt, sowohl für die dem Ausbruch vorangegangenen Ereignisse als auch für die Art und Weise, in der die Unruhen behandelt worden sind. Es wird angenommen, daß die Ausschrcitungen durch eine angemessene Anwendung der Autorität im Verlauf der den Unruhen vorangegangenen Ereignisse hätten abgewendet werden können und daß eine eindeutige und entschiedene Aktion sie wahrscheinlich im Keime erstickt haben würde. Was die Frage des arabisch-jüdischen Konf liktes angeht, so stellt sich der Bericht der Kommission im großen und ganzen auf seiten der Araber. Im Verlauf der Untersuchung kam, wie ״Daily Telegraph“ schreibt, die Meinung zum Ausdruck, daß die Handlungsweise der Juden in einem gewissen Ausmaße zurückzuführen ist auf eine irrtümliche und zu weit gehende Interpretation der Balfour-Dekiaration. Zur Frage der An- Siedlung von Juden in Palästina hat die Kommission ihr Urteil zurückgestellt und erwartet den Abschluß der Untersuchung von Sir John Hope Simpson. Herbert Samuel über Palästina 100 Jahre Judenemanzipation in England. London, 8. Juli. (J. T. A.) Der Ordre of Maccabeans veranstaltete in diesen Tagen einen Empfang für die jüdischen Mitglieder des Unterhauses. Den Vorsitz führte das Unterhausmitglied Major H. L. Nathan, als Gäste anwesend waren u. a. die Unterhausmitglieder Frau Dr. Marion Philips, Sir Herbert Samuel, Sir Isidore Salmon und Michael Marcus. Hermann Cohen, der vor 38 Jahren gemeinsam mit Solomon J. Solomon und Israel Zangwill den Ordre of Maccabeans begründete, erinnerte in seiner Begrüßungsansprache daran, daß vor genau 100 Jahren der erste Anstoß zur Emanzipation der englischen Juden gegeben worden ist. In Beantwortung dieser Begrüßungsworte führte Sir Herbert Samuel u. a. ungefähr aus: Es gibt einen Punkt, an dem wir alle in gleicher Weise interessiert sind: das Wohl und die. EntWickiun g Palast in a s. Wir alle, beklagen die <׳ schrecklichen; Ereignisse iw 'Soogtl Jate^ioli iehÄft-. zJutfetbv jeüigen, die sich von Zeit zu Zelt die Maxime des französischen Staatsmannes in Erinnerung rufen. ״In der Politik soll man alles ernst, aber nichts tragisch nehmen.“ Diese Maxime eignet sich im besonderen für Palästina. Die Ereignisse in Palästina geben zu sehr ernsten Ueberlegungen Anlaß. Obwohl sie aber in den Geschehnissen tragisch sind, brauchen sie im Hinblick auf das Palästinawerk als Ganzes nicht tragisch genommen zu werden. Ich für mein Teil habe nie geglaubt, daß das Jüdische Nationalheim in Palästina gefährdet ist, aber es gibt eine wesentliche Bedingung und diese ist, daß die britische Regierung eine wohlerwogene und sorgfältig aufgebaute Politik zur Anwendung bringt. Diese Frage ist Gegenstand einer Kontroverse, und ich möchte auf Einzelheiten nicht eingehen. Ich hoffe, daß ich noch im Lauf e der gegenwärtigen Session des Unterhauses Gelegenheit haben werde, über diesen Punkt zu sprechen, und möchte mir darum meine Bemerkungen für diesen Zeitpunkt aufsparen. In einem Punkt dürften alle übereinstimmen, das ist die Bewunderung für das Werk, das in Palästina durch die Pioniere, die dort auf dem Land und in der Industrie tätig sind, getan wurde und getan wird. Sie zwingen uns Bewunderung ab und um ihretwillen wollen wir unsere Arbeit fortsetzen, um ihre Anstrengungen zu unterstützen. Sie stellen einen bemerkenswerten Typus Mensch dar. Sie erlösen den Boden Palästinas und sind zu gleicher Zeit an allen Formen des intellektuellen Lebens interessiert. Ein einfaches Leben führend und mit praktischen Dingen beschäftigt, nehmen sie am intellektuellen Leben weitgehend teil. Diese Verbindung weist in eine hoffnungsvolle Zukunft des Vormarsches der Kultur. Die höchste Kultur ist nicht die der überspitzten Geistigkeit, sondern die der Einfachheit. Nicht Park Lane (von reichen Juden bewohnte Straße im Londoner Westen — A. d. R.), sondern Petach Tikvvah und die anderen jüdischen Kolonien Palästinas sind Träger der wahren Botschaft der Juden an die Menschheit. Die neue Verbindung von Geistigkeit und praktischem Leben in Palästina kann sich im Angesicht der ganzen Welt fruchtbar entfalten, aber für die Millionen Juden, . die in Palästina nicht konzentriert werden können, für uns alle hier, gilt, daß wir die uns zugefallcnc Rolle nach unseren besten Kräften erfüllen, indem wir den Fortschritt der menschliehen Wohlfahrt fördern. Dr. Marion Philips, eine der führenden Frauen in der britischen Arbeiterpartei, führte aus, daß wohl alle Sir Herberts Worten über Palästina zustimmen werden. Nichts in der Geschichte der Zivilisation sei so bemerkenswert, als das von Juden in Palästina vollbrachte Werk, von Juden, die intellektuell erzogen sind und doch mit ihrer Hände Arbeit aus Palästina ein produktives Land machen. Ich hatte früher, schloß Frau Dr. Philips ihre Rede, sehr wenig Kontakt mit den Juden dieses Landes. Der Kontakt hat sich verstärkt, seit wir das gemeinsame Problem Palästina vor uns haben. Michael Marcus, Mitglied der Arbeiterfraktion des Unterhauses, führte aus: Wir müssen die Kraft haben, im Unterhaus und anderwärts zu unserer Sache zu stehen. Trotz allem, was in einem gewissen Bericht gesagt worden ist, stimmen die intelligentesten Menschen darin überein, daß die Pioniere in Palästina heute entgegen allen Schwierigkeiten ein neues Blatt in der jüdischen Geschichte schreiben, das begeisternder wirkt, als irgendein Blatt der menschlichen Geschichte. Sie schreiben diese mitten in einem Regen von Schmutz, der von den schlimmsten Elementen Westeuropas gegen sie geworfen wird. Aber sie fahren fort zu schreiben. Und wenn die, die nach uns kommen, das Blatt lesen werden, werden sie es ruhmreich finden, und uns danach beurteilen, was wir zu seiner Niederschrift beigetragen haben. Die Tagung des Makkabi ״Weltverbandes (Eigenbericht) Die Tagung des Makkabi-Weltverbandes in A n t w e r - p e n gestaltete sich zu einer großartigen zionistischen Demonstration der jüdischen Jugend. Der Eindruck der Tage war sehr stark und hat zweifellos dazu beigetragen, den Gedanken der Makkabi-Bewegung und des Zionismus, besonders in Westeuropa, in weitere Kreise zu tragen. Folgende Länder waren teils durch Delegierte teils durch Sportmannschaften vertreten: Amerika, Belgien, England, Erez-Israel, Frankreich, Lettland, Litauen, Oesterreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Tschechoslowakei. Die Zahl der aktiven Sportler, Turner, Sportlerinnen und Turnerinnen betrug 1160. Am Freitag, dem 4. Juli, ber' _ wer, eröffnete die Tagung mit einem Bericht über die Ent- Wicklung der Makkabi-Bewegung in aller Welt und skizzierte die Aufgaben der Organisation. Er begrüßte die anwesenden Delegierten und Gäste, besonders die Vertreter des Makkabi aus Erez-Israel, der mit 12 Mitgliedern erschienen war, von denen 10 die Reise von Palästina nach Antwerpen auf Motorrädern gemacht hatten, und die auf ihrem Wege die Makkabi- Vereine in der Türkei, in Rumänien, der Tschechoslowakei und Deutschland besucht hatten. Zisiing aus Tel-Awiw überbrachte die Grüße des Jisehuw und berichtete vom Aufschwung des Makkabi im Lande. Hierauf erstattete F r i e ־ d e n th a 1 ein Referat über ״Chaluzijuth und Makkabi-Weltverband“. Er ging ausführlich auf die aufblühende Hachscharah-Bewegung im Makkabi und auf die Maßnahmen, die zur Berufsumschichtung notwendig sind, ein. Es folgten Berichte der Vertreter der einzelnen Länder. Aus all diesen Berichte» war der beispiellose Aufschwung der Makkabi-Bewegung unter der jüdischen Jugend und ihre Zionisierung klar zu ersehen. Während der Mittagspause trafen die Motorradfahrer in den Straßen Antwerpens ein. Es wurde ihnen unter Anteilnähme der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung ein enthusiastiseher Empfang zuteil. Am Nachmittag wurden die Verhandlungen fortgesetzt und verschiedene wichtige Be- Schlüsse gefaßt. An den Verhandlungen nahmen als Gäste die Herren Lazarus Barth für die Zionistische Exekutive und Herr Pollak als Vertreter des Hauptbüros des KKL, sowie Dr. Ascher als Spezialist für die Transportfragen zur Makkabiah teil. (Herr Kurt Blumenfeld, der die Z. V. f. D. vertreten sollte, war leider im letzten Moment am Erscheinen verhindert.) Besonders begrüßt wurde das Erscheinen von Herrn Dr. Alfred Klee, Berlin. Am Abend fand in der großen Synagoge ein Empfang der Delegierten durch die Jüdische Gemeinde im Anschluß an einen Festgottesdienst statt Am Sonntagvormittag bewegte sich durch die Straßen der Stadt der Festzug, gebildet aus den erschienenen Vereinen aller Länder, unter Vorantragung der Vereinsfahne. Voran fuhren die Palästinenser auf ihren Motorrädern, gefolgt von den Delegierten. Der Eindruck des Festzuges war sehr stark und verfehlte sicherlich nicht seine Wirkung auf die Bevölkerung von Antwerpen. Beim Vorbeimarsch vor dem Rathaus wurden die Delegierten vom Bürgermeister im großen Saale des Rathauses empfangen. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache, in der er seiner Bewunderung über den glänzenden Eindruck der jüdischen Sportsleute und seiner Sympathie für die zionistische Bewegung Ausdruck verlieh. Er begrüßte die ausländischen Gäste in Antwerpen und betonte das große Verdienst, das sich die Juden Antwerpens um die Entwicklung der Stadt erworben haben. Im. Namen de» Präsidiums und der Delegierten dankte;Drv K:a.,ga a.of J׳jnj» .jpgiftg. :Pg.a1t.oh,' wpeden’:dte. lei!u#Ui$n״ Hekmi aurd» 6*1 ffoliri» stskyj Votsitjsattiei• des KUR-* kabi Antwerpen, vorgestellt. Am Empfang nahmen auch Herr Barth und Direktor Georg K a r e s k i, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin, sowie Dr. Klee teil. An den Empfang schloß sich eine Besichtigung des Rathauses und die Präsidiumsmilglieder und Delegierten zeichneten sich in das Gastbuch der Stadt Antwerpen ein. Am Nachmittag fand im Berchem-Stadion ein großes Sportfest bei Anwesenheit von Tausenden von Zuschauern statt. Es wurden Wettkämpfe in der Leichtathletik, im Turnen — dieses unter Beteiligung einer rößeren Gruppe au» Holland, wo noch keineiMakkabi־Vereine isher existieren — Gymnastik und Fußball ausgetragen. Ueber die Ergebnisse der Wettkämpfe wurde in der Antwerpener Presse ausführlich berichtet. Der Verlauf des Sportfestes war glänzend; es stellte eine große Demonstration und ein Bekenntnis der jüdischen Jugend zur Idee der körperlichen Ertüchtigung dar. Am Abend vorher versammelte sich ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung in der großen Turnhalle des Makkabi Antwerpen zu einer Kundgebung. Es sprachen außer den Vertretern der Zionistischen Föderation von Belgien, der Jüdischen Gemeinde, Antwerpen, und des Rabbinats, Delegierte der verschiedenen Länder. Den stärksten Eindruck machten die Reden von Direktor Kareski, Barth, Dr, Klee und Dr. L e 1 e w er. Alle Redner beglückwünschten den Makkabi Antwerpen zu seinem zehnjährigen Jubiläum und legten ein Bekenntnis ab zur Idee des Zionismus und des Makkabi. Mit dem Absingen der Hatikwah schloß diese eindrucksvolle Kundgebung. Der Sonntag-Abend vereinigte die Teilnehmer zu einem Schwimmfest, auf welchem vorzügliche Leistungen, besonders der Teilnehmer aus der Tschechoslowakei, England und Belgien gezeigt wurden. Ein besonderes Ereignis war das Tennis-Turnier am Montag, an welchem sich als Gast der berühmte Tennis-Champion und Spitzenspieler Daniel Prenn beteiligte. Prenn betonte seine volle Sympathie mit den Zielen des Makkabi-Weltverbandes und stellte seine weitere Mitarbeit in Aussicht. Am Vormittag des Montag fand die Schlußsitzung der Delegiertentagung statt. Dr. Rosenfeld referierte über die Vorbereitungen zur Makkabiah 1932 und Fritz Lewinsohn über die Aufgaben des Ozar Hamakkabi. Für den Keren Kajemeth sprach Herr Pollak, der sich eingehend mit den Spezialaufgaben des Makkabi für den KKL befaßte. Es wurden eine Reihe von wichtigen Beschlüssen für die Organisierung der Makkabiah, für Ozar Hamakkabi, für den KKL und über sport- und turnteclmische Fragen gefaßt. Am Montag-Nachmittag fand ein gastlicher Empfang der Präsidiumsmitglieder und der Delegierten durch die belgische Föderation im Saale des Beth Zion statt, auf welchem Herr Torczyner im Namen der belgischen Zionisten begrüßte. Die Festtage fanden ihren Abschluß durch einen Ball, der alle Teilnehmer und zahlreiche Gäste am Montag-Abend vereinigte. Die Tage von Antwerpen haben bewiesen, daß im Makkabi- Weltverband eine neue Jugend heranwächst, die geeignet ist, der Zionistischen Weltorganisation einen tüchtigen Nachwuchs zu stellen! Antwerpen war die letzte Etappe auf dem Wege zur Makkabiah, der jüdischen Olympiade, die im Früh- Jahr 1932 in Erez-Israel stattfinden wird, und auf die von jetzt ab alle Kräfte der Makkabi-Organisation konzentriert werden. Arabisches Geschenk an die Jüdische Nationalbibliothek. Der arabische Schriftsteller Scheich Nasar Abu Saud machte der Bibliothek ein Manuskript der ״Rasail Echouan es-Safa“ (Briefe der lauteren Leute), die große arabische wissenschaftliche Enzyklopädie, die im zehnten Jahrhundert durch einen geheimen Bruderverband aus der Ismaila-Oruppe verfaßt wurde, zum Geschenk. Das Manuskript, das im Jahre 1777 verfaßt wurde, ist nicht ganz, enthält aber fast zwei Drittel der Enzyklopädie. (Ziko.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.