Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 51 (1.7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 348 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51, 1. VII. 1930 Sitzung der Berliner Repräsentanfenversammlung ln dor Sil/iin!; vom 26. Juni gelangte ein Dringlichkeit»- aiiirag der Jüdischen Volkspartei zur Verhandlung, der die Sclmfiimg eines Spezialreferatcs für Studentenhilfe beim Juecnclpfk-geaussduili und die Ausgestaltung eines umfassenden Studenten Werks fordert, um den geistigen und wirtschaftlichen Ikdürfnissen der Studentenschaft Rechnung zu tragen. Der Autrag wurde von Dr. Klee und Prof. Locwf begründet. Es wurde: von ihnen als Ziel aufgestellt, daß die Akademiker in das Leben der üemeinde eingegliedert werden. Direktor Kareski beioute die Wichtigkeit der Aufgabe, die junge akademische tieueration mit jüdischem Interesse zu erfüllen. Auch von liberaler Seite wurde die Wichtigkeit der Schaffung eines Studentenwerks betont und der Antrag angenommen. -- Direktor Kareski gab hierauf namens des üemeindevor- Standes eine Erklärung zu dem jüngst ergangenen Urteil gegen die Berliner Synagogenschänder ab. Er stellte mit Genugtuiing fest, daß vielleicht zum ersten Male ein Urteil ergangen ist, das nicht als Prämie für weitere Taten aufgefaßt werden kann. Er sprach die Hoffnung aus, daß auch in Zukunft mit dem gleichen Nachdruck der Schutz unserer staatsbürge!liehen Hechte erfolgen wird. In einer zweiten Erklärung richtete Direktor Kareski eine Mahnung an alle in der Verwalfung der Gemeinde tätigen Personen, keine Informationen au Außenstehende mit falschen sachlichen Angaben zu geben, wie es leider vorgekommen sei. — Es wurden hierauf eine Reihe von Beihilfen bewilligt, unter anderem: an den Verband jüdischer Ingenieure und Chemiker für Arbeitsbeschaffung, für die Errichtung einer Jugendh e rberge in Wolzig (3000 M.), für die Uebcrnahme der Svnagogcngemeinden Oranienburg und Köpenick in die Gemeinclcverwaltung, die inzwischen vom Regierungspräsidenten genehmigt worden ist, für die Versuchsstation von Professor War bürg in Palästina (5000 M. aus dem für den Lehrstuhl an der Jerusalemer Universität bewilligten Betrage, während über den Rest der Vorstand verfügen soll), für den Weltverband Schomre Schabbos anläßlich seines Berliner Weltkongresses (2000 M.), für den Hechaluz (2000 M.). — In der Frage der Schaffung eines Asyls lag eine dringliche Anfrage der Volkspartei vor, die mit einer Vorlage des Gemeindevorstandes verknüpft wurde. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, einen Betrag bis zu 80 000 M. für die Schaffung eines Asyls auf dem Grundstück Lietzmannstr. 10—21 zu bewilligen, auf dem der Verein ״Jüdische Altershilfe für die Provinzen Brandenburg und Grenzmark“ ein Altersheim errichtet. Dagegen soll kein Zufluchtsheim und auch kein Kindergarten der Gemeinde auf diesem Grundstück geschaffen werden. Zum weiteren Studium der Frage wurde eine gemischte Deputation eingesetzt. — Die Stell erquotc für das Jahr 1930 wurde wiederum auf 10 ״'״ der Rcic'hseinkommensteuer f e s t g e 1 e g t. Für die Vorarbeiten zur Schaffung einer Synagoge im Hansabezirk wurden 5000 M. bewilligt. Theater ״Habimah“. Das Theater ״Habimah“, das sich augenblicklich in Berlin befindet, um das Repertoire für die Rückkehr nach Palästina vorzubereiten, beendet in diesen Tagen die Vorbereitungen für die erste Aufführung von ״Was Ihr wollt“' von Shakespeare. Die Regie führt Herr M. A. Tschcchoff. Die Uebersetzung ist von Saul T schern ichowsky, die Musik von Dr. Ernst Toch, Bühnenausstattung von M. Masjuti». Die Generalprobe findet Mitte Juli vor einem fjeladenen Kreis von Freunden der ״Habimah“ "statt. Die Premiere für Publikunv und Presse ist Anfang Septauber im Theater am Nollendorfplatz. Alfe Anfragen sind an das ״Habim'ah“-Sekretariat, Hardenbergstr. 19, zu richten. Tel.: Steinplatz 7138. Unser Gesinnungsgenosse Professor M. Laserson aus Riga hielt im Institut für öffentliches und internationales Recht in Berlin einen Vortrag über ״Das Minderheitenrecht in den Baltischen Staaten“. Professor Laserson war während seines Berliner Aufenthaltes Gast des Kaiser-Wilhelm- Institutes im Harnack-Haus, Berliner zmnisBsciie Vereinigung Vortragsxyklus Dr. S. Kanowit* ״Das deutsche Judentum“ im K. J, V., Charlottenburg, Bleibtreuatraße 50. 4. Vortragi nwtuioch. den 2. Juli, atends e'/.nr: ״Der Antisemitismus und seineWirkung auf die Duden" 5. Vortrag: Mittwoch, den 16. Juli: Die Jugendbewegung des deutschen Judentums Vermischtes Schule der jüdischen Jugend, Lützowstraße 16. Dr. Georg Landauer spricht am Donnerstag, dem 3. Juli, abends 8 bis 10 Uhr, über ״Politische und wrtsaiafitliche Probleme des Palästina-Aufbaus“. Vereinigung radikaler Zionisten. Am Mittwoch, dem 2. Juli, abends 8(4 Uhr, findet in der Jüdischen Gemeinde, Berlin N, Rosenstr. 2/4, ein Vortrag statt: ,,Bericht über die augenblickliche politische Lage“. Referenten: Dr. Nachum Gold mann und Dr. Max Soloweitschik. Eintritt frei! Gäste willkommen! Hebräische Unterrichtsberatungsstelle. Wir suchen für eine junge Palästinenserin, Schülerin des Pestalozzi-Fröbelhauses mit besten Referenzen, Beschäftigung bei Kindern während der Schulferien, möglichst in Berlin. Zuschriften an die Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestr. 10, Arbeitsgemeinschaft für zionistische Realpolitik. Die Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch dem 2. Juli (Bericht von Herrn Dr. Landauer über die Sitzung der Politischen Kommission in London), findet nicht in der Konditorei Jagenburg am Nollendorfplatz statt, sondern im Restaurant ״Pschorr-Haus“, Tauenfzienstr. 13 (an der Gedächtniskirche), pünktlich 8(4 Uhr abends. Gäste willkommen. Arbeitsnachweis. Wir weisen darauf hin, daß unsere Berufsberatungsstelle und Lehrstellenvermittlung im M on a t J u li geschlossen bleibt. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise (Abteilung Berufsberatung), N 24, Auguststraße 17; Telephon Weidendamm 5936. Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung ihrer Mitglieder und Freunde hielt die Akademie für die Wissenschaft des Judentums am 25. Juni abends in der Loge ihre 11. Jahresversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Oscar Wassermann, eröffnete die Versammlung mit kurzen Worten über die Bedeutung und Ziele der Akademie. Hierauf erstattete Professor Gutmann den Jahresbericht des Forschungs-Instituts. Ein weiterer Ausbau ist dem Forschungs-Institut 1m Berichtsjahre infolge der Not der Zeit versagt geblieben, aber die begonnenen Arbeiten haben guten Fortgang genommen. Das Werk der Statistik der deutschen Juden auf Grund der Volkszählung von 1925 ist soweit gediehen, daß der Preußen behandelnde Band fast fertig gedruckt ist und bald erscheinen kann; auch der zweite Band, der die nichtpreußischen Länder behandelt, ist im Tabellenteil druckfertig. Von der Mendelssohn- Jubiläumsausgabe, die die Akademie gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums veranstaltete, sind zwei Bände, bearbeitet von Dr. Fritz Bamberger und Dr. Haim Borodianski, am Jubiläumstage erschienen. Ein dritter Band, Judaica, unter der Redaktion von Dr. Simon Rawidowicz, ist soeben herausgekommen, zwei weitere Bände werden vor Jahresende fertig. Die Ausgäbe findet große Anerkennung. Das Gl eiche gilt von Dr. Selma Sterns ״Jud Süß“, der ersten historisch dokumentiaten Biographie dieses Hofjuden und Politikers. Aus der philosophischen __ •Sektion ist Dr. Leo Strauß Buch ״Die Religionskritik Spinozas“ hervorgegangen. Als nächstes Werk der philosophischen Reihe wird ״Die Gottes-Idee des Maimonides“ von Dr. Fritz Bamberger folgen. In der historischen Abteilung liegt der zweite Band von Dr. Fritz Baers ״Die Juden in Spanien“ druckfertig vor. Ebenso der zweite Teil von Dr. Selma Sterns ״Der preußische Staat und die Juden“. An literaturhistorischen und sprachwissenschaftlichen Arbeiten ist die Edition des Propheten-Targum von Professor F a nda u e r und Dr. Sperber abgeschlossen, letzterer hat die Edition des Targum Onkelos in die Hand genommen. Von Dr. Wilenskys ״Zepher ha Rikma“ kann der zweite Halbband in wenigen Wochen erscheinen. Auch Dr. AI heck hat den Einleitungsband zu einer Edition des ״Midrasch Bereschit Rabba“ im Manuskript beendet. In der Hermann- Cohe n - Stiftung liegt die hebräische Ausgabe von Hermann Cohens jüdischen Schriften durch Dr. Woyslawski im Manuskript vor. Der erste Band von Dr. Leon" Rosenzweigs ״Das Reformwerk Hermann Cohens“ ist gleichfalls abgeschlossen. Diese Summe von Arbeiten zeigt, "daß die Akademie von innen heraus dauernd wächst und die jüdische Wissenschaft in fruchtbarer Weise bereichert. — Im Anschluß an diesen Bericht hielt Dr. Ernst Simon einen fesselnden Vortrag über ״Franz Rosenzweig und das jüdische Bildungsproblem“. Ortsgruppen Pforzheim (Baden). Am 18. Juni 1930 fand die ordentliehe Generalversammlung der Ortsgruppe statt. Nach Entgegennahme der Berichte des alten Vorstandes und des Keren Kajemeth-Kommissars wurde der neue Vorstand gewählt, bestehend aus den Herren: Dr. Ehrenberg, 1. Vorsitzender; M. Lieber, 2. Vorsitzender; A. .Rothschild, Landkutsch, Radson, Dr. Freundlich und Frl. Süßmann. Herr Erich Duschinsky gab einen Ueberblick über die letzten Ereignisse und die momentane Lage im Zionismus. Anschließend führte Herr M. Lieber über die Politik der Leitung schärfste Kritik, zog sie sich aus den Ereignissen ergebenden Schlußfolgerungen und befürwortete die Annahme der vom Vorsitzenden Herrn Dr. Ehrenberg• eingebrachten Resolution. Nach einer lebhaften Diskussion, an der sich in erster Linie die Herren Puder und Dr. Freundlich beteiligten, wurde die Resolution einstimmig angenommen, in welcher nach Betonung des schärfsten Protestes folgende Maßnahmen empfohlen werden: 1. a) Es ist im Uebereinkommen mit allen Richtungen im Zionisitius und der Jewish Agency eine in würdiger aber energischer Sprache gehaltene Resolution abzufassen, in der unser Widerstand gegen die Einwanderungsbcsehränkung und die Ver- Ictzung der Bestimmungen des Palästinamandates zum Ausdruck gebracht wird, b) Jede Ortsgruppe wird verpflicht et, diese Resolution innerhalb einer bestimmten Frist in einer von möglichst allen Kreisen der jüdischen Einwohnerschaft einzuberufenden Protestversammlung vorzulegen, und deren Annahme durchzusetzen, c) Jede Ortsgruppe ist anzuweisen, an welche deutsche und ausländische Behörde (Konsulat) diese gemeinschaftlich gefaßte Resolution zu richten ist. 2. Zur Weiterleitung an die Zionistische Exekutive fordert die Pforzheimer Ortsgruppe von der Leitung der Z. V. f. D.: •a) Die Zionistische Exekutive zu veranlassen, daß in allen Ländern der Welt die gleiche organisatorische Maßnahme getroffen und möglichst die gleiche Resolution gefaßt wird, b) Die sofortige Einberufung des ordentlichen K011grosses. Frankfurt a. M. Am 19. Juni 1930 fand in der Suppenansfalt eine stark besuchte Kundgebung der Zionisten-Revisionisten und der radikalen Zionisten statt. Die Kundgebung befaßte sich mit der neuerlichen Entwicklung der englischen Potitik. Nach Reden von Dr. Harry (Wiesbaden), Dränger und Dr. Arnsberg wurde von den mehreren hundert Be- Suchern einstimmig eine Protestresolution angenomme, die auch Einberufung eines Zionistenkongresses fordert. Die Resolution wurde der Israel. Gemeinde, dem britischen Generalkonsulat und dem Völkerbund weitergeleitet. r Brünn Nelly Tauulk Dr. med. Sütsmann Mut» hier Verlobt» Berlin r Julius Stern Gertie Stern geb. Rosenbaum Vermählte Berlin, Wildenbruchstraße 74, den 29. Juni 1930 Schalom Schapira Clara Schapira geb. Pfrld Vermahlte V.; Jerusalem / Nürnberg Fürth i. B. Trauung : Sonntag, d. 6, Juli, 3Uhr nachm. Neuschul, Fürth r Dr. Robert Sulzberger Dora Sulzberger Vermählte VJ Berlin - Steglitz, Feuerbachstraße 7 28. Siwan 5690 24. Juni 1930 J Unser allverehrtes Vorstandsmitglied Herr Eduard Gelber ist in: ehrwürdigen Alter von 77 Jahren entschlafen. Jahrzehnte hindurch hat er treu an unserer Verwaltung mitgearbeitet. Geistesfrische und Liebenswürdigkeit vereinte er mit tiefer Liebe zum Judentum, für das er begeistert in der Gemeinde wie in der großen Gesamtheit gewirkt hat. Dank und Verehrung werden sein Andenken dauernd bewahren. Der Vorstand und die Repräsentanten der Jüdischen Gemeinde Oulsbura. Kurhaus Aflanfic Herlngsdorf Zimmer mit Pension 10.-01815.- ״ ohne ״ o. nis 8.- 300 Betten, 30 Privatbäder, 120 Zimmer mit fließendem Wasser und Telefonanschluß. IaHausorchester. Garagen. Neuer Besitzer Augenarzt Dr. Werner Bab Olivaer Platz 4, von der Reise zurück Reslaurant M. Schlank unter Aufsicht der Isr. Synagogen-Gemeind« ״Adaß-Jisroe!“ zu Berlin Berlin C 2, An der Spandauer Brücke 4—5. Eingang Dircksenstraße. Gegenüber Bahnhof Börse Fernsprecher: Amt Weidendamm 8353» Ausrichten von Hochzeiten und Festlichkeiten in und außer dem Hause. Doktor- Examensarbeiten Diktate, Abschriften, Uebersetzungen Vervielfältigungen jeder Art Aushilfen auch außer dem Hause. Frau Clara Ullmann (früher Wöllstein) Flotowstraße 5 unmittelbar am Bahnhof Tiergarten Tel.: Hansa 5305. Anmeld.: bis }/29 Uhr tnorg. od. 3-7 nachm. empfiehlt •ich ztsr Anfertigung eleganter und einfacher Damen - Garderoben *11 soliden Preisen BorllnW62 Lntherstra&e 47 Garth.מ* Fernsprecher: (B 5) Barbarossa 7838 Gut morn. 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Juli Dia Flederuan« 3. Juli Nana■ von Tag• 4. Juli Carman Staatliches Schauspielhaus 1. Juli Gaita» Adolf 2. Juli Fan*! 3. Jul! Maaik 4. Juli Gustav Adolf Volksbühne Julia« Cäsar Lessin« •Theater Dar Faun Metropol •Theater Mit Dir all ata aal eine* «inaamaa Intel Deutsches Hflnstlertheater Ich laasa am die Walt mit dir Theater des Westen Dar Bellelalndaak SchUler-Theater 1. Juli Scharm, Satira, Ironie and Uelaea Badaatang 2. und 3. Juli Dar Mann mit dam Klapper 4. Juli Sehet*, Satire, Ironie and tialara Badaatang Deutsches Theater Theater am Schlffhaaerdomm Die hoSllg• FsmUlf Theater in der Behrenstrafte Mola Voller Edaatd Pb••» Theater ln der Stresemann• Strafte Napoleon greift ein Komödie Wl a werde Ich reich aad.glficklich? Homödtenhaas Meine Sehweeter aad ich Deutsches Volksfheafer Ich bla von Kopf U, Faß aal Liebe eingestellt Renaissance-Theater Di• Wunder- Bor Komische Oper Liebe aad Trompetenbla•#» Dauerndes inserieren Dringt dauernd Gewinn! 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