Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1930-06-13 · Heft 46 (13.6.1930) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 46 (13.6.1930)
Date
1930-06-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2653156-2653199--21637-2679756
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 318 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46, 13. VI. 1930 System Frick Im Thüringischen Landtag wurde am 3. Juni ein Gesetz gegen das Schächten beraten und nach längerer Debatte dem Ausschuß überwiesen. Initiatoren des Gesetzes sind die National- Sozialisten, die keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um durch antijüdische Maßnahmen Propaganda in ihren Parteikreisen und darüber hinaus in den nicht jüdischen Massen zu treiben. Man muß sich schon in dieser Hinsicht auf die Nationalsozialisten verlassen, daß antijüdische Aktionen beim Volke Anklang finden und die Partei zu kräftigen imstande sind. Vor dieser Tatsache sollen Juden die Augen nicht verschließen. Es genügt nicht, nur auf die Störenfriede und berufsmäßigen Antisemiten der Nationalsozialistischen Partei hinzuweisen; man muß auch die antijüdische Stimmung weiter nichtjüdischer Kreise bis in die Reihen der sozialdemokratisch und kommunistisch organisierten Arbeiter in Rechnung stellen. Hinsichtlich des nichtjüdischen deutschen Bürgertunis braucht mail nicht erst lange Untersuchungen anzustellen. Dieses ist in seiner überwiegenden Mehrheit entweder antisemitisch oder asemitisch. Interessant war die Debatte im Thüringischen Landtag bei der Beratung des Sehächtgesetzes. Von sozialistischer Seite wurde das Argument ins Treffen geführt, daß man durch ein derartiges Gesetz den Fremdenverkehr schädigen könnte. Die Volksparteiler aber, in deren Mitte der Jude Riesser sitzt, bescliränkten sich auf gewundene Ausreden, hüteten sich aber, gegen die Nationalsozialisten aufzutreten, womit wieder einmal bewiesen ist, daß keine einzige bürgerliche Partei in Deutschland (abgesehen von den Demokraten, die zahlenmäßig ja kaum noch ins Gewicht fallen) im Antisemitismus der Nationalsozialisten irgendeinen Grund erblickt, mit diesen nicht zu paktieren. Das Schächtgesetz ist nur ein letztes Glied in der langen Kette der antisemitischen Vorstöße des thüringischen Innenministers Frick. Die Juden Thüringens, die zahlenmäßig kaum ins Gewicht fallen, sind durch das Regime Frick die zunächst, w enn auch nicht die einzig Betroffenen. Das System Fric| macht in vielen deutschen Ländern Schule. Die thüringischen Juden empfanden es aber als ihre Pflicht, sich beschwerdcführend an den Reichsinnenminister Dr. Wirth zu wenden. Die J ü di - scheGemeinde Gera richtete vor einiger Zeit ein Protestschreiben an Wirth, das allerdings sowohl formal wie inhaltlich von jüdischer Seite nicht in allen Punkten gutgeheißen werden kann. Die ״Jüdische Zeitung für Thüringen“ vom 6. Juni (Nr. 17) bemerkt mit gutem Recht, daß die thüringischen Juden in keiner öffentlich-rechtlichen Gemeinschaft zusammengefaßt sind, die allein legitimiert wäre, im Namen aller thüringischen Juden zu sprechen. Unsererseits ist an diesem Schreiben der Gemeinde Gera auszusetzen, daß es sich wieder in Beteuerungen des staatlichen und deutsch-volklichen Wohtverhaltens ergeht. Rechtsansprüche soll man niemals von Gesinnungen abhängig machen. Diese sind objektiv nicht zu formulieren. Wenn man als Jude in Deutschland sein volles bürgerliches Recht verlangt, so muß dieser Anspruch durch objektive Momente definiert sein. Wir sind Staatsbürger, wir sind mit allen Pflichten, die sich aus dem Verhältnis zum Staate ergeben, belastet und verlangen alle staatsbürgerlichen Rechte. Diese aber werden durch Fricksche Maßnahmen verletzt und dagegen pro* testieren wir auf das allerentschiedenstc. s. n. Säulenheiliger Mahraun. Der Großmeister des Jungdeutsehen Ordens, Mahraun, wurde gern von der liberal-demokratischen Presse als vernünftiges Gegenstück zu den nationalistischen Führern der verschiedenen Wehrverbände ins Treffen geführt. Tatsächlich unterscheidet sich der Jungdeutsche Orden von Stahlhelm und anderen Verbänden vorteilhaft durch vernünftigere Ansichten, ln den letzten Tagen hat jedoch Mahraun in der großen demokratischen Tagespresse schlechte Zensuren bekommen. Grund hierfür ist der Juaenpunkt, Mahraun hat nämlich erklärt, daß er hinsichtlich seines Jungdeutsehen Ordens auf dem Arierparagraphen bestehen müsse, der die Aufnahme von Juden in den Orden verbiete. Hingegen habe er nichts gegen eine Mitarbeit von Juden in politischen Organisationen und im staatlichen Leben einzuwenden, da die Qualifikation für eine derartige Betätigung in der Staatsbürgerschaft liege. Wir sind weit entfernt davon, die innere Berechtigung des sogenannten Arierstandpunktes anzuerkennen. Zweifellos ist das Gerede von Ariern und Nichtariern Wissenschaftlieh in keiner Weise begründet und eine Unterscheidung nach diesem Einteilungsgrund objektiv unrichtig. Andererseits kann man keiner Gemeinschaft, die sich auf Grund irgendeiner Ueberzeugung freiwillig zusammengeschlosscn hat, vorschreiben, wen sie in ihren Verband aufnehmen soll. Der Jungdeutsche Orden ist ein großer Verein, der sich wie jeder private Verein seine Mitglieder nach freiem Ermessen aussucht. Wenn auch die geistige Haltung dieses Vereins abgelehnt werden muß, so gebietet Gerechtigkeitsgefühl jeder Gemeinschaft, sofern sie sich als private manifestiert, das Recht auf Autonomie zuzuerkennen. Im übrigen ist die Haltung Mahrauns, wenn vielleicht auch unbewußt, von der richtigen Erkenntnis diktiert, daß der Staat auch dort, wo er eine einzige Nation oder fast nur eine einzige Nation umfaßt, doch etwas anderes ist als die Volksgemeinschaft, nämlich eine Organisation, in der alle Elemente Platz haben, auf denen die Flüchten dieser Gemeinschaft als Zwang lasten. Es mag für Juden, die sich als Volldeufsche erachten, peinlich sein, uaß sie von der Aufnahme in den Jungdeutschen Orden ausgeschlossen sind, aber zur Liebe können diese Juden einen Verband nicht zwingen, der ausdrücklich zugibt, daß er im Staatsleben ganz andere Kriterien für die Zuerkennung der Rechte gelten lassen will als in seinem Verbände. Daß Malirauns Haltung von einer Voraussetzung ausgeht, die lur Juden kränkend ist, bedarf keiner ausführlichen Darlegung. Sie ist jedoch eine Tatsache, mit der die Juden immer rechnen müssen. Erklärte doch vor einiger Zeit T. G. Masaryk, der sicher über den Vorwurf, antijüdisch zu sein, erhaben ist, daß er den Antisemitismus gefühlsmäßig bis auf den heutigen Tag nicht überwunden hat und daß er sich immer einen ״inneren Ruck“ geben mußte, urn in bezug auf Juden und jüdische Fragen gerecht zu sein. Auch Mahraun ist gefühlsmäßig Antisemit. Wenn er den Jud|11 Gleichheit in der staatsbürgerlichen Betätigung zuerkennt, dann hat er sicli wohl einen ״inneren Ruck“ gegeben. 11, Vermischtes Gesellschaft zur Förderung des Jiddischen Wissenschaftliehen Instituts. Montag, den 16. Juni, 8V2 Uhr abends, wird im Cafe ״Nationalhof“, Bülowstr. 37 (Untergrundbahn Bülowstr.), ein Vortrag von Herrn Dr. I. N. Steinberg stattfinden. Thema: ״Was ich in Polen gesehen habe“. Gäste willkommen. Der Verein zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums veranstaltet Mittwoch. 25. Juni, abends 8 Uhr, seine Jahresversammlung im Gartensaal des Logenhauses, Kleiststr. 10. Im Anschlüsse au die Ver- Sammlung findet ein Vortrag von Herrn Dr. Ernst Simon, Jerusalem, über das Thema: ״Franz Rosenzweig und das jüdische Bildungsproblem“ statt. Der Tonfilm ״Chad Gadjo“ von Julius Pinschewer (Text gelesen von Irene Trietseh), der kürzlich im Mozartsaal mit großem Erfolg vorgeführt wurde und einen überaus gelungenen Versuch der Verwertung jüdischer Motive darstellt, wurde von dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin r REISE ABONNEMENT ף Wir machen derettl aaiaterkasm, daß zum rechUettigen Empfang der Jfidiechen Rundschau am netten Anfenthaltsort die Überweisung derselben mindestens 2 Tage ▼or der Abreise mündlich oder tunlichst schriftlich bei der Znstellpoatanstelt, die die Zeitung zuletzt ans• gehändigt hat, zn beantragen ist. Es iat nicht angängig, in dem Überweisnngsantrag einen Zeitpunkt antugeben, bis zn dem die Überweisung erfolgen ■oll. Für jede weiter- oder Rücküberweienng lat trielmshr ein neuer Antrag bei der gerade zuständigen Zustellpoatanatalt erforderlich. Durch Beachtung dieser Bestimmung wird die pünktliche Lieferung der Jüdischen Rundschau am Reiseziel gewährleistet and damit den Beziehern Arger and Verdrnß erspart. Bei Reisen ins Ausland treten die obigen Bestimmnngen der Poet nicht in Kraft, sondern mnß die Nachsendnng direkt bei una beantragt werden. Expedition der ״JQdischon Rundschau“, Berlin W 15, Meinekestraße 10 V J durch das Prädikat ״künstlerisch wertvoll“ ausgezeichnet und zur Vorführung an Schulen oder bei Schülervcranstaltungen zugelassen. Beth-Am Iwri. Am 24. Mal fand im Beth-Am die jährliche Mitgliederversammlung statt. Der Vorsitzende des Beth-Am, Dr.״Max Soloweitschik, erstattete den Tätigkeitsbericht des verflossenen Jahres. Er skizzierte die bisherige Arbeit des Beth-Am und wies auf die ihm bevorstehenden Aufgaben hin; Direktor Arthur Nathan, Schatzmeister des Beth-Am, berichtete über die Finanzlage; Herr S. Hurwitz referierte über die Tätigkeit des Rates für hebräische Arbeit unter der Jugend. Den Berichten schloß sich eine lebhafte Debatte an, an der mehrere Mitglieder teilnahmen und verschiedene Vorschläge unterbreiteten. Folgende Resolutionen wurden einstimmig angenommen: 1. Eine Protestresolution gegen die Einwanderungssperre in Palästina. 2. Dem neuen Vorstande wird zur Aufgabe gemacht, eine Organisation ״Tarbuth“ in Berlin wieder ins Leben zu rufen. 3. Es soll ein engerer Kontakt mit der hebräischen Jugendbewegung angestrebt werden. — Nach dem erteilten Absolutorium wurden in den neuen Vorstand folgende Mitglieder gewählt: A. Barasch, N. Berggrün, J. Braslawski, Frau Grüngard, Stud.-Rat Hammerstein, S. Hurwitz, N. Lewin, Dr. M. Mayer, A. Nathan, Dr. Piues, Dr. Rawidowitz, Dr. Rosenfeld, A. I. Rosenzweig, Dr. H. Torczyner, Dr. S. Tschernichowsky, Frl. J. Tschernowitz, Dr. Z. Woyslawsky. Schule der Jüdischen Jugend, Lützowstr. 16. Am Dienstag, dem 17. Juni, abends 8y* Uhr, Vortragsraum Synagoge Fasanen- Straße, Schulgemeinde; Ausspracheabend mit vorhergehendem Referat von Dr. Ernst Simon, Jerusalem. Thema: Das Kulturproblem und die religiöse Frage in Palästina. Zutritt für Hörer dieses und der ..״ n Trimester sowie für Feunde der Schule. — Sämtliche am Dienstag von 8—10 Uhr festgesetzten Veranstaltungen fallen aus oder werden verschoben. Kursus Dr. Landauer: ״Die Stellung Palästinas innerhalb der arabischen Welt“, Donnerstag, den 10. Juni, abends 8 bis 10 Uhr. Die Zionisten-Revisionisten, Ortsgruppe Frankfurt a. M., teilt mit: 1. Die ordentliche Generalversammlung der Ortsgruppe Frankfurt a. M. der Zionisten-Revisionisten findet statt: Sonntag, den 15. Juni, abends 81/3 Uhr, Unterlindau 21. 2. wird bekanntgegeben, daß eine Brith Trumpeldor-Gruppe in Frank- furt entstanden ist. Der Gruppe gehören ca. 20 Jugendliche» bisher an. Die Führung setzt sich zusammen aus: cand jur. Marcus Schimmel, Oskar Dzialowsky und Köstrich. Briefanschrift an cand. jur Marcus Schimmel, Ulilandstr. 55. — Die Briefanschrift der Gruppe der Zeire Misrachi Revisionistim ist nunmhre: Jakob Feder, Kleine Obermainstr. 3. — Die Briefanschrift der Ortsgruppe Frankfurt a. M. der Zionisten-Revisionisten: Herr Ing. Richard Jacobi, Langcstr. 22. Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden verattstaltet gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemcinde. München anläßlich seines zehnjährigen Bestehens gelegentlich der diesjährigen Tagung am 29. und 30. Juni in München eine ״Ausstellung jüdischer Kultgeräte und Einrichtungen Tür Synagoge und Haus“. Die Aus- Stellung wird im Saale der Gesellschaft Concordia, Prannerstr. 4, stattfinden und voraussichtlich Ende Juni eröffnet werden. Das Genesungsheim für Gelehrte und Künstler in Bad Ems sieht am 30. Mai der zehnjährigen Wiederkehr seines Bc- Stehens entgegen. Aufgenommen werden minderbemittelte oder in wirtschaftliche Not geratene kurbedürftige Akademiker, Schriftsteller, Journalisten, Philologen, Juristen, Aerzte, Zahnärzte, Apotheker, Ingenieure, Architekten, Chemiker, Lehrer, sowie Künstler ohne Unterschied des Bekenntnisses. Der Pensionspreis beträgt 5—7 RM. je nach Wahl des Zimmers. Aufnalimegesuche sind an den Vorstand zu richten. Jüdische Gemeinde. Freitag, der! 13. Juni, abends: Synagogts mit altem Ritus und Altervrrsorgungsanstalteii: 7,30 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: ך Uhr. In den Synagogen mit neuem Ritus: Ansprache des Rabbiners. Sonnabend, «len 1/!. Juu'1, morgens: Alto Synagoge: 8,30 Uhr; übrige Synagogen mit altern Ritus und Alter- Versorgungsanstalten: () Flir; Früligollrsdienst: Syn. Rykeslraße 7 Uhr, Syn. mit neuem Ritus, Frühgotlesdiensl (außer Syn. Friedenstempel) 7,30 Uhr, HaupGn'Vsdirnst: io l br; Syn. Friedenstempel: g,30 Uhr. Predigten: Neue Synagoge: Dr. Btumcntlial; Synagoge Lindenstraße: Dr. Warschauer; Syn. Liitzowstraße: D1׳. W'iener; Syn. Levctzovvslraße: Dr. Lewkovvilz; Syn. Friedeusloinpol: Dr. Prinz. Schrifterklärung: Syn. Münchener Straße: Dr. Arthur Levy; Syn. Grtmewald: Dr. Cohn. Jugemlgottesdienst: 4 Uhr Alto Synagogo, Rabbiner Nobel; Synagoge Kaiserstraße: Dr, Willi. l.evvv; Synagoge, Kottbusser Ufer: Dr. Bleichrode; 4,30 Uhr Syn. Münebener Straße: Dr. Arthur Levy. Sabbat-Ausgang: g,30 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen abends: in aßen Synagogen: 7,30'Uhr; morgens: Alte Synagoge, Synagogen Kaiserstraße, Rykestraße, Kottbusscr Ufer: 6,30 Uhr; Synagogen Münchener Straße, Pestalozzi- Straße, Gruncwald und Synagogen mit neuen) Ritus: ך Uhr. Die Schekelsammluns 5690 Die Zionistische Exekutive teilt telegraphisch mit, daß sie den Schlußtermin für die Schekeisammlung mit Rücksicht auf die Möglichkeit eines Kongresses auf den 31. Juli d. J. festsetzt. Wir fordern daher alle Gruppen und Schekelvertrauensleute dringend dazu auf, die Schekelsammlung zu beschleunigen und die gesammelten Schekelgelder unter Aufgabe der einzelnen Schenelzahler schnellstens an uns abzuliefern. Postscheckkonto: Berlin 8091. Bankkonto: Darmstädterund Nationalbank, Depositenkasse De, Berlin W 15, Kurfürstendämm 52. Zionistische Vereinigung tar Deutschland Landessciiehelhommlssion *יכוגי WELTVI □ AND 1 f"1 1111111—/ »■״-■׳״״M \ I ך I J ' *.■ lim* f » * I \mm₪r Friedenthal ln London und Antwerpen. Tb. Friedenthal vom Präsidium des Makkabi well v ei!!;indes halte am Sonntag, dem 25, Mai, in London cino Besprechung mit den Mitgliedern der' Zionistischen Exekutive, auf der die Fragen der Zusammenarbeit d׳• Makkabiweltverbandes mit der Exekutive erörtert <1mi die mit der Makkabiade 1y32 msaininrnhüngenden Aufgaben durchberaten wurden. Das Ergebnis der Besprechung war für beide Teile ein vollkommen befriedigendes. — Gleichzeitig nahm Fricdenlhal seinen Aufenthalt in 14)11don zum Anlaß, den Anschluß der dortigen Rar Kochba-Organisation in den Weltverband vorzubereiten und die Beleihgung des Bar Kochba London in Antwerpen mit 40 Mann zu sichern. Die jüdische Sportarbeit in England befindet sich in guter Entwicklung im Sinne der Makkabiarbcit. — Auf seiner Rückreise von Eng land weille Friedenthal in Antwerpen und überzeug!« sich von der guten Vorbereitung der VYcRverhaudslagung durch den dortigen Makkabi. Das grobe Antwerpen(!• Makkabisportfest verspricht einen glänzenden Verlauf zu nelunca. Das Sportfest selbst ist in das offiziello Programm der Weltausstellung aitfgcnommca worden. Der Festzug der Makkabim durch die Stadt wird vor dem Rathaus vom Bürgermeister begrüßt werden. Für den Jul>il;iumsfi■ 111.111 des Antwerpener Makkabi ist der große Saal der Weltausstellung zur Veri'ügimg gestellt worden. Das Interesse in allen Ländern ist außerordentlich groß und in allen Kreisen des Makkabiweltverbandes rüstet man sich zair Fahrt. Hakoah Lodz. Am 3. Juni feierte, die ״Hakoah" Lodz im § Polnischen Kreis d>'s Makkabiweltverbandes ihr zehn jähriges Jubiläum mit einer Turnakadeuiie. Rumänische Kreistagung in Czernowifz. Am 8. und 9. Juni fand in Gzernowilz anläßlich des zwanzigjährigen Jubiläums des dortigen Makkabi die diesjährige rumänische Kreislagung statt, an der der Präsident des clhorbandrs, Dr. L 0 1 o vv e r , teilnahm. Das Programm beginnt mit einer Festsitzung im Festsaal des Jüdischen Hauses am Samstag Abend. Am Sonntag Vormittag fand die Kreislagung statt, am Sonntag Naehniittag auf dem Sportplatz des Makkabi das Turn- und Sportfest. Dr. Felowor hielt ein ausführliches Rof<■- rat übcr'die Entwicklung der Mükkablbewegung. Genauer Bericht folgt in der nächsten Nummer. Lag Beomer im Makkabi Polen. Der vom Präsidium des Polnischen Landesverbandes Makkabi ausgegebenen Losung entsprechend fanden überall vom 10.—18. d. M. Tag Beomer-Veranstaltungen statt. Wir lieben noch aus der großen Menge folgendes hervor. In Krakau gab es interessante ]!adfahrenvellkämpfe über Strecken vor! 50, 25 und 15 km, außerdem Wettkämpfe in Turnen und Leichtathletik, alle von einem zahlreichen Publikum besucht und auch von den jüdischen Turn- und Sportvereinen gut beschickt, ln Warschau führten die jüdischen Sportvereine am Lag Beomer ein großes Sportprogramm gemeinsam durch. Es beteiligten sich llagibor, Masmonäa, Makkabi, Samson, Zrzcszcnie Zydowskieh Rlubovv Kobiecveh und Zass. l'ußballkämpfo wechselten mit leichtathletischen Wutbewerben ab (ioo 111, 1500 m, Slafetlen-Lauf, Hoch-, Weitsprung, Diskuswerfen). Hervorragende Leistungen vollbrachten ßersonnwna (Zass) im Diskuswerfen — 33,30 in und Turocka (Makkabi) im 60-m-Lauf — 8,6 Sek. ln Lemberg konstituierte sich am 18. d. M. der Unterverband Lemberg unter Mitwirkung des Präsidenten des polnischen Landesverbandes im Makkabiwcltvcrband, Rusrcki. An der Spitze der Exekutive des neuen Unterverbandes sieht der um Turnen und Sport in Ostgalizien hochverdiente Ing. Zinn, das Präsidium des Oberrales ist in den Händen des Dr. E. Sommei-stcin. Die Erwaclung ist vollauf berechtigt, daß unter dieser Leitung Oslgalizien im Makkabi in Turnen und Sport eine hervorragende Stelle einnehnien wird. Im Litauischen Makkabi. Die in jiddischer Sprache ersehetnendo Makkabizcitschrift Nr. 18 enthält eine, p iche, liebersicht über die Makkabibewegung in der Welt und in Litauen. Unter anderem enthält die Zeitschrift einen Artikel von Jizchak Lifschitz, in dem dieser sich über die ungenügende Subventionierung des Makkabi durch die litauische Regierung beklagt. Es folgen .Artikel über den Besuch Dr. Rosenfelds in Beyrouth, ein Bericht, des Bar Kochba Memel und vielo Korrespondenzen aus der litauischen Provinz. - — Auf der allpc.. meinen Versammlung des Makkabi Kowno beteiligten sich etwa 200 Mitglieder. Nach einem Tätigkeitsbericht, des Chawer Sang, aus dem eino Vorwärtsentwicklung des litauischen .Makkabi zu ersehen ist. wurde ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz des Pr. Wolpert ge. wählt. -- In Mariampol wurde ein Sporttreffen der in diesem Kreise befindlichen Makkabivrrcine veranstaltet. — ln Telsiaj, dem Sitze einer berühmten Jcschiwah, ist der Makkabi wieder reaktiviert worden. Deutscher Kreis Bar KochbaHakoah-Berlin Jugendtreffahrt. Alle J1:g< ridabvibmgen de> Bar Kochba-Hakoah treffen sich am Sonntag, dem 15. Juni, in Falkenseo auf der Jugendlreflährt des Bar Köchin Haketh. Turner-Sportfest. Am 22. Juni, <),30 Uhr vormittag-, finden auf dem Sportplatz ,,Einsame Pappel", Schönhauser .Allee, die internen Meisterschaften aller Timiiib'.eüiii.gen in der Leichtathletik statt. Das Fest soll allen denjenigen, welche in der ganzen Saison wenig Gelegenheit zum sportlichen Wettkampf haben, rin Prüfstein ihrer Kräfte sein. Teutonia-Sportfest. Am Sonntag, dem 15. Juni, starten unsere Leichtathleten auf dem Sportfest des S. C. 'Teutonia 99, das um 1/1 Uhr auf dem Hubertus-Sportplatz, AVilmcrsdorf, Warmbrmmerstraße, seinen Anfang nimmt. ״Der blau-weiße Faden“. Die Kampf m.mn'cha ft des Bar Koehba-llakoah studiert, zurzeit eine Bevue ein, die sie vor ihrer Reise nach Antwerpen in Berlin zur Uraufführung bringen wird. Nationales Jugendsportfest in Buchholz. Zu dem am zweiten Pi'ingsüag in Buchholz, staltgefumlenen Nationalen Jugendsporlfest hatte auch der Hamburger Bar Kochba rin«! Anzahl seiner jugcndlicheu Lcichlalldcleu entsandt.. Diese halt׳'!! keine leichte Aufgäbe, da sie sich in verschiedenen Konkurrenzen mit d>■11 stärksten Vereinen Nordwestdeutscblands (Victoria, H.S.V., St. Georg, Pollzei, Eimsbüttel, Deutscher Hockey-Club, Hannover, Prcußen-.Münster, Rheine, 8. V. Harburg u. a.) messen sollten. Fm so erfreulieber ist os, daß die B. K.-Jugend einige gute Erfolge für sicli buchen konnte. So erkämpften sich die Barkochhauer Müller- Hart manu und Perl mann die Teilnahme, am Emllauf der 50-ni-Strecke, Jahrg, 1910/17, und hollen sieh in diesem Lauf den 2. und 3. Platz in 7,1 bzvv. 7,2 Sek. hinter St. Georg. Auch vom Jahrg. 191/4,, 15 gelangle Urinier (R. K.) nach lapi-ivin Kampf in den Einbau[ der 100-m-Strecke, wo er in 11,8 Sek. den '1. Platz hinter H.S.V., Polizei und Sl. Georg!״ legte. Auch aus den Vorlaufen der Staffeln gelangte Bar Kochba zweimal nach ausgezeichneten! Lauf in die Zwischenkämpfe und Emlläufe. ln der 4 X 100-m-S t a £ f 01. Jahrg. kjk! )3, erkämpfte sich B. K. in Brustbreite hinter D. II. G.-Hannover den ehrenvolle״ ■>, Platz in 48,•’. Sekunden vor Preußen-Münster und Viel״! ia-llaiiiLur״. Im Endlauf der 4 X too-m-S t a f f e 1, 1916/17 Geborene, belegte Bar Kochba den 3. Platz in 50,1 Sek. hinter 11. S. V. und Victoria und noch vor St. Georg und Polizei. Zu erwähnen ist noch, daß im 2. Zwischenkanipf für xoo-m-Lauf, 1912 13. dio Barkochbaner Rothschild und Moser in 11,7 bzw. 12 Sek. knapp hinter dem D. Ii. G.-Hannover das Ziel erreichten. Zwei Ihichprämicn und zwei Ehrenurkunden wurden ab sichtbares Zeichen des Geleisteten heimgebracht. M. S. / ' ..

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.