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Jüdische Rundschau · 1930-05-20 · Heft 39 (20.5.1930) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 39 (20.5.1930)
Date
1930-05-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Einzelnummer 0,35 Goldmark Für und gegen Vollstreckung der Todesurteile JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. A asU ndsabatwemeats werdea ia der Wakrang dar einzelnen Lander berechn«{- Aazeigenpreia: 8 Reep. Nonpareilkzeile 0,SO G-M. SteUciagesticbe 0,25 G-M Redaktion Verlag und Anzeigen - Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H.» BerlinW15, Meinekestr.lO Telephon: J 1 Bismarck 7165 -70. Post« check •Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032 Brüssel 39433, Budapest 596 93, Danrig 1973. Haan 140 470, Prag 59410, Stra*8burgl6430, Warschau 190708, Wien 156 030. B m nk Konten: Dattnttidter und Natioaalbiuik, Depositen -Kuwi Berlin, Kurfumendamm 52; Banca de Eft. Cernauti (Rum&nfon); Anglo Palestin• Ce» in Haifa, feruaalem, lei -Aviv. Nummer 39 | Berlin, 20. V. 1930 Redaktionsschlaß Sonntag und Mittwoch nachmittag. 2פ״ב אייר׳ תר״ | xxxv. jaiirg. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer dffentlleh - rechtlich gesicherten Heimstätte In PaiSstlna. ״Baseler Programm.» ln aller Kürze Das deutsche Komitee Pro Palästina veranstaltete Montag nachmittag im Kaiserhof einen Empfang für Mr. Amery, der bekanntlich ein langjähriger Freund des Zionismus und als ehemaliger Kolonialminister nfit den Fragen Palästinas besonders vertraut ist. Neue Zertifikate suspendiert Bis zum Bericht Sir John Simpsons Vom Jerusalemer Gericht wurden Isa Alarafi, ein rei~* eher Kaufmann und Mitglied des Munizipalrates von Hebron und der Chauffeur Khalif Kattis zum Tode venirteilt. Abdul Muni erhielt wegen Plünderung sieben Jahre Gefängnis. Louis D. Brandeis hat 1500 Dollar für das Werk der palästineusischen Arbeiterschaft gespendet. , Dr. Berthold Feiwei, der Direktor des J.C. T., ist in Palästina eingetroffen. Aus Anlaß der Anwesenheit des berühmten hebräischen Dichters Saul Tschernic howsk i in London veranstaltete die hebräische Kulturorganisation Tarbuth in England ihm zu Ehren ein Bankett, auf welchem Nahum Sokolow die Festrede hielt. Die Palästina-Regierung hat der Polizei die Weisung erteilt, die jüdischen Bettler aus dem Gebiete der Klagemauer zu entfernen, weil die Stelle vor der Mauer eine öffentliche Passage ist. Dubosky, ein 60jähriger Jude aus Tel-Awiw, wurde mit einer Geldbuße von 6 Pfund belegt, weil er am vergangenen Sonnabend hinter dem Auto des Distriktspoljzeichefs Riggs Schmähru.e ausstieß. Dubosky verteidigte sich damit, daß er Herrn Riggs für einen den Sabbat entweihenden Juden gehalten habe. Der Jaffaer Jude Itzhak Wolhandler wurde durch Spruch des Distriktskommissars wegen Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation auf ein Jahr nach Raananah verbannt und unter Polizeikontrolle gestellt. Es ist dies der erste Fall, daß ein Jude verbannt wird. Sieben Juden, die während der Unruhen in Haifa unter der Beschuldigung verhaftet wurden, aus einem Automobil Schüsse auf vier Araber abgegeben zu haben, wurden von dieser Beschuldigung freigesprochen, aber drei von ihnen wurden zu einem Jahr Gefängnis, abzugelten durch je 48 Pfand Qeldbuße, verurteilt, weil Me im Besitze von Revd- .»/t,J5je:1“ei~Awtwer jüdischen Mädchen Lea' Fisch und Chnwa Ffalpezn wurden wegen Teilnahme an der kommunistischen 1. Mai-Kqndgebung zu 6 Monaten Gefängnis und Landes- Verweisung verurteilt. Die am 30. April verhafteten Joseph Herschenbaum, Mordechai Berditschewski und Pua Aland wurden zu je 35 Tagen Gefängnis, abzulösen durch je 7 Pfund Geldbuße, verurteilt. Araber in Amman gründeten eine Gesellschaft für Versorgung der Stadt mit elektrischer Kraft und Licht, deren Aktionäre nur Transjordanier sein sollen. Am 9. Mai begann in Paris die erste europäische Konferenz der Landesverbände ehemaliger jüdischer Frontsoldat e n europäischer Länder. Den Vorsitz führt der Deputierte des polnischen Sejm Zewi Heller (Warschau). Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in Deutschland ist nicht vertreten. Auf der Tagesordnung steht die Frage der Gründung eines Weltverbandes ehemaliger jüdischer Frontsoldaten. Landesvorstand der Z V. t D. Am Sonntag, dem 18. Mai, fand eine stark besuchte Sitzung des Landesvorstandes der Z. V. f. D. in Berlin statt. Den Vorsitz führte in Vertretung von Herrn Blumenfeld, der zurzeit in Palästina weilt, Herr Dr. Siegfried Moses. Die Vormittagssitzung war einer eingehenden Beratung des Statuts (Referent: Alexander Adler) und des neuen Entwurfs der Maasser-Ordnung für die Mitglieder der Z. V. f. D. (Referent: Dr. Martin Rosenblüth) gewidmet. Hieran schloß sich die Fortsetzung der Aussprache über das Thema ״Bekämpfung des Antisemitismusund Wirtschaftsnot der deutschen Juden“ mit einleitenden Referaten der Herren Landauer und Alfred Berger. Nach einer sehr eingehenden Aussprache, an der sieh insbesondere die Herren: E. Ascher, Bileski, Foerder, Goldmann, llberg, Klinow, Moses, Noack, Nußbaum, Samuel, Weltsch beteiligten, wurde beschlossen, die in der vorigen Sitzung eingesetzte Studienkommission zu einer ständigen Kommission unter Hinzuwähl von Mitgliedern zu erweitern. Dieser Kommission wurde die Aufgabe übertragen, auf der Grundlage der der Sitzung vorgelegten Thesen praktische Vorschläge für konkrete Beschlüsse des Landesvorstandes auszuarbeiten. Der größte Teil der Nachmittagssitzung war einer Ausspräche über die gegenwärtige politische Lage und den sich hieraus für die zionistische Arbeit in Deutschland ergebenden Aufgaben gewidmet. Die Debatte wurde eingeleitet durch die Herren Weltsch, Wolfsberg und Kanowitz. An der Ausspräche beteiligten sich die Herren Halpfern, Bileski, Lichtheim, Goldmann, Landauer, Weltsch. Es wurden verschiedene Be- Schlüsse gefaßt. Der Landesvorstand nahm eine Resolution an, in der nachdrücklichst gegen die Su spendierungder von der Palästina-Regierung gewährten Zertifikate für das Halbjahr April/September 1930 protestiert wurde. Der Wortlaut der Resolution folgt in der nächsten Nummer. Es wurde ferner beschlossen, die politische Aussprache in der nächsten Sitzung des Landesvorstandes, die nicht später als Ende Juni stattfinden soll, fortzusetzen. Wir haben in der vorigen Nummer über die Bewilligung neuer Einwanderungszertifikate für das nächste Halbjahr berichtet. Diese von der Palästina-Regierung auf Grund der Unter* lagen ausgegebenen Zertifikate wurden nun vom Kolonialamt in London suspendiert, mit der Begründung, daß erst die Ergebnisse der Untersuchung durch Sir John Simpson abgewartet werden müssen. 750 Einwandererzertifikate aber, die am 17. Februar d. J. auf Basis der alten Liste gewährt wurden, sind von dieser Suspendierung nicht berührt und bleiben in Kraft. Ebenso geht die Einwanderung derjenigen Kategorien, die keiner Zertifikate bedürfen, ungestört weiter. Die Jewish Agency hat wegen der Suspendierung der neuen Zertifikate Vorstellungen beim Koloniälamt erhoben. Die Zionistische Organisation wurde von offizieller Seite dahin informiert, daß die Suspendierung der Einwanderung nach Palästina eine vorübergehende Maßnahme sei. Die britische Regierung, so lautet das offizielle Statement, wünscht klar zum Ausdruck zu bringen, daß Ihr Entschluß, das Mandat für Palästina zwecks Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in diesem Lande zu übernehmen, nicht durch Gewaltmittel seitens gewisser Elemente der Palästina-Bevölkerung erschüttert wot den ist und auch in Zukunft nicht erschüttert werden wird. Die Britische Regierung und die Regierung Palästinas sind entschlossen, die Ordnung ln» Lande aufrecht zu erhalten und die Entwicklung seiner Hilfsquellen zum Wohle aller Bewohner des Landes zu fördern. * Die Suspendierung der schon erteilten Zertifikate hat ln der zionistischen Welt große Erregung und scharfen Profest hervorgerufen. Es Ist eine überaus ungewöhnliche Maß- Hendersons Erklärung in Gen! Anläßlich der Erklärung Hendersons über Palästina veröffentlicht die ״Time s“ am 16. ds. Mts. einen Leitartikel, in welchem es heißt: Mr. Amery hat in seiner öffentlichen Er״ Klärung vor dem Völkerbundsrat es völlig klargemacht, daß die Labour-Regierung mit der Frage beschäftigt ist, wie sie am besten die wichtigsten Empfehlungen der Shaw- Kommission durchführen kann. In diesem Zusammenhang ist sein kurzer Hinweis auf die arabische De 1 cgation, die in Kürze England verläßt, nicht ohne Interesse. Diese Körperschaft hat nicht nur ihre Anschauungen der Mandatarmaeht vorgelegt, sondern hat auch Forderungen für durchgreifende konstitutionelle Aenderuhgen erhoben, die ein jüngst veröffentliches Kommunique des Kolonialamtes als ״gänzlich unannehmbar“ bezeichnete. Henderson hat klargemacht, daß die Regierung bereit ist, begründete Befürchtungen der A raber zu beseitigen. Die Entsendung von Sir John Hope Simpson zur Untersuchung.der Frage der Landansiedlung und Immigration ist bereits mitgeteilt worden; Mr. Dowbiggin, der Polizeiinspektor von Ceylon, hat vorläufige Empfehlungen für den besseren Schutz der jüdischen Kolonien gemacht, die in Kraft gesetzt werden; und der Außenminister hat schließlich ge- Stern dem Rate die Namen dreier hervorragender neutraler Persönlichkeiten unterbreitet, die sich bereit erklärt haben, in die Kommission zur Festsetzung der Rechte von Juden und Moslems an der Klagemauer einzutreten. Ein anderer Satz in seiner Erklärung, nämlich der, daß die Regierung Mittel und Wege sucht, um ״im Rahmen des Mandates“ die legitimen Ansprüche zu befriedigen, kann nur bedeuten, daß die Regierung irgendeine Art von Konstitution für das Heilige Land studiert, welche gemäßigte Araber und Zionisten befriedigen soll, obwohl weder die revisionistischen Juden, noch die extremeren arabischen Führer sie annehmen dürften. Aber die wichtigste und besonders befriedigende Stelle in Mr. Hendersons Erklärung war seine unzweideutige Anerkennung der Tatsache, daß die primäre Pflicht einer Mandatarmacht die ist, Frieden und Ordnung in dem Mandatsterritprium aufrechtzuerhalten. MacDooald Ober die arabische Delegation London, 16. Mai. (J. T. A.) ln Beantwortung einer Anfrage von Colonel Howard Bury erklärte der Premierminister Ramsay MacDonald im Unterhaus: Die Unterhaltungen mit der palästinensisch-arabischen Delegation sind jetzt beendet, aber ich möchte nicht den Ausdruck ״abgebrocken“ gebrauchen. Die Delegation hat vor Mitgliedern der Regierung ihre Ansichten in einer freundschaftlichen und förderlichen Weise dargelegt. Die Regierung ist jetzt dabei, sich über die Meinungen der interessierten Parteien zu informieren, bevor sie sich über dieWahlderSchritte, die getan werden sollen, entscheidet. Colonel Howard Bury führte aus, er wolle den Premiermlnl$ter darauf hinweisen, daß 100 Millionen Mohammedaner in der ganzen Welt die Lage in Palästina mit wachsendem Interesse verfolgen. Es sei durchaus möglich, dem Ersuchen der arabischen Delegation im Rahmen des Mandates zuwillfahren. MacDonald erwiderte: Ich kann Colonel Howard Bury versichern, daß Ich ein gut Teil der Unterhaltungen selbst führte und daß alle Punkte zur Sprache kamen. nähme, daß Zertifikate, die bereits bewilligt sind, nachher von London aus zurückgerufen werden. Zwar heißt es, daß die Chaluz-Einwanderung nicht gesperrt ist und daß die Ent- Scheidung nur bis zur Rückkehr Simpsons verschoben ist, faktisch aber ist diese Verschiebung gleichbedeutend mit Verwelgerung. Denn es handelt sich bei diesen Zertifikaten um ein wirkliches gegenwärtiges Bedürfnis der jüdischen Wirtschaft in Palästina. Alle Berichte stimmen darin überein, daß es an Arbeitskräften ln den Kolonien und auch in den Städten mangelt. Wenn nach drei Monaten vielleicht die Zertifikate wieder in Kraft gesetzt werden, so Ist doch eine wertvolle Zelt inzwischen verstrichen und das dringende Bedürfnis nach Ar* beitem blieb unbefriedigt. Die moralische Wirkung dieser Maßnähme Ist schwer wieder gut zu machen. Auch der Landesvorstand der Z. V. f. D. hat in seiner sonntägigen Sitzung eine Protestresolution gegen die Suspendierung der Einwanderung beschlossen. Eine Erkl&rnng Chancellors an die Araber Jerusalem, 16■ Mai. (J.T.A.) Die arabische Zeitung ״Al Hayat“ teilt mit: Der Vizepräsident der arabischen Exekutive besuchte den Oberkommissar Sir John Chancellor und gab der Entrüstung der Araber über den Abbruch der Ver* handlungen in London Ausdruck. Sir John Chancellor sagte Im Verlauf der Unterredung, die britische Regierung sei Destrebt, die Palästina-Frage gemäß den arabischen Wünschen zu lösen. (?)Der Oberkotnmissar sagte auch noch, er habe vom Kolonialamt in London Instruktionen erhal* ten, die Einwanderung einzusteilen, bis die von Sir John Hope Simpson In Angriff genommene Untersuchung der Fragen des Bodens und der Einwanderung durchgeführt sein wird. (Die .Meldung des arabischen Blattes ist mit Vorsicht aufzunehmen,.—.Red.) ' Not und Opferbereitschaft der polnischen Juden Vorwlrtsschreltende Pauperlsierung. — Möglichkeiten der Selbsthilfe. — Besuch Dr. Kahns. — Tagung des Rats des Keren Hajessod. — Wachsende Einnahmen des KKL. (Von unserem Korrespondenten.) -g, Warschau, 13. Mai. in der wirtschaftlichen Lage der polnischen Judenheit, wie wir sie letztens (s. Jüd. Rundschau v. 11. 2. 30) geschildert haben, ist keine Besserung eingetreten, ja man muß leider eine V erschli mmerung feststellen. Die Zahl der vollständig ruinierten jüdischen Existenzen, der geschlossenen Läden, der zum Stillstand gebrachten Werkstätten der Handwerker wächst täglich. Bankerotte sind zur normalen Erscheinung geworden und die oft vorkommenden Selbstmordfälle In jüdischen Familien bezeichnen allzu deutlich die Tragik der Situation. Diese wird unerträglich, da man keine Hoffnung auf Besserung hegt. Der größte Teil der polnischen Juden ist zugrunde gerichtet und bettelarm geworden. Vor dem letzten Peßach haben in den zwei größten jüdischen Gemeinden Polens, in Warschau und in Lodz, über die Hälfte der dortigen Juden um Unterstützung bei der Gemeinde und philanthropischen lnstitutionen angesucht! Selbsthilfsbestrebuiigen im polnischen Judentum regen sich zwar hier und da, aber großzügige, konkrete Hilfe ist auf diesem Wege leider nicht zu erwarten. Es fehlt auch bis jetzt an Initiative und richtig ausgearbeiteten Plänen. Der schon längst als Notwendigkeit anerkannte wirtschaftliche Rat ist noch nicht ins Leben gerufen worden. Ein erfreuliches Zeichen ist der unter der Losung ״Selbsthilfe“ erfolgte Zusammenschluß der Hilfsorganisationen ״Ort“, ״Toz“ (Gesellschaft zum Schutz der Gesundheit der polnischen Juden), ״Jeas“ und des Verbandes der Waisenfürsorge zu dem Zweck, gemeinsam unter den polnischen Juden einen Teil (etwa 40 ״o) ihres 10-Millionen-Budgets aufzubringeti, um auf diese Weise die Produktivierung, die Gesundung der jüdischen Massen und Fürsorge für die Emigranten und die Waisen durchführen zu können und um andererseits der hilfsbereiten Judenschaft Westeuropas und Amerikas den Beweis zu erbringen, daß die polnische Judenheit bestrebt sei, sämtliche verfügbaren eigenen Kräfte und Mittel in Bewegung zu setzen. Leider wird der kapitalkräftige Teil der jüdischen Gesellschaft hier immer geringer und so ist eine weitherzige Hilfsarbeit des ״Joint“ in Polen in weit größerem Maße als bisher dringend notwendig. Wohl um dies feststellen zu können, weilt seit einer Woche in Polen der europäische Generalvertreter des ״Joint“, Dr. Bernard Kahn, in Begleitung von Dir, Schweitzer aus Berlin. Dr. Kahn, welcher die Lage in Polen ausgezeichnet kennt und schon bisher viel Verständnis für die Verhältnisse hier gezeigt hat, hat nun Gelegenheit, durch Augenschein und persönliche Nachforschung die Tragödie der polnischen Juden wahrzunehmen. Dr. Kahn bereist große und kleine Ortschaften in allen Teilen der Republik, kommt in Fühlung mit Führern und einfachen Juden und die Aeußerungen, die wir schon von Dr. Kahn vernommen haben, beweisen, daß er größtes Elend überall vorgefunden hat und nachdem er im Herbst nach Amerika reist, wird er als Augenzeuge von der unermeßlichen Not der polnischen Brüder erzählen können. Von großer Wichtigkeit sind. die Besprechungen, die Dr. Kahn in Warschau mit den leitenden Persönlichkeiten der jüdischen wirtschaftlichen Organisationen und der politischen Parteien sowie mit den Vertretern der jüdischen Presse pflegt. Den Wortführern der jüdischen Gesellschaft koraart es darauf

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