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Jüdische Rundschau · 1930-05-13 · Heft 37 (13.5.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 37 (13.5.1930)
Date
1930-05-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 258 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 37, 13. V. 1930 Turkesfan als indisches Siedlungsgebiet Der Jüdische Erbauer der ״Turksib“. Almatta (Turkestan), 5. Mai. (J.T. A.) Aus Anlaß der Eröffnung der Turkestan-Sibirien-Eisenbahn (Turksib) begaben sich mehrere Vertreter der ausländischen Presse nach Turkestan. Der Moskauer Vertreter der J.T. A., der an dieser Exkursion teilnahm, hatte eine Unterredung mit dem Regierungschef der Sowjetrepublik Turkestan, Herrn Ysaew, der ihm mittcilte, die Regierung von Turkestan habe sich entschlossen, der Regierungskommission für jüdische Landansiedlung in der Sowjetunion (Komzet) das Angebot zu machen, eine jüdische Binnen- Wanderung aus anderen Territorien der Sowietunion nach Turkestan zu organisieren. Turkestan, fügte der Regierungschef hinzu, ist etwa dreimal so groß wie Frankreich, hat aber eine Bevölkerung von nur 7 Millionen Menschen, so daß für Ncuansiedlung reichlich Raum vorhanden ist. Die Einwohner dieses Landes kennen den Antisemitismus nicht.‘ Die Turksib-Eisenbahnlitiie erschließt Turkestan der Welt. Mit Hilfe der natürlichen Schätze des Landes (riesige Baumwollfelder u. a. m.) werden zahlreiche Textil- und andere Fabriken errichtet werden, die tausenden neu hinzukommenden Menschen längs der Eisenbahnlinie Beschäftigung geben werden. Der jetzt in der gesamten Sowjetunion gefeiertste Mann ist Bill Shatov, der Erbauer der durch schwierigstes debiet führenden, 028 Meilen langen Turksib-Eisenbahn. Bill Shatov war vor einigen Jahren ein bekannter jüdischer Arbeiterführer in den Vereinigten Staaten. Er hatte einen Teil der jüdischen Arbeiterschaft im. Osten von New York organisiert und half die Gewerkschaften der Schneider und Buchdrucker schaffen. Er selbst arbeitete in New York im Hafen mit Hacke und Schaufel, bis er später sich dem Eisenbahnbau widmen konnte. Jewish Agency und Agudas Jlsroel. Felix War bürg hat der Exekutive der Agudas jisroel mitgeteilt, daß er eine Kommission ernannt habe, um mit Vertretern der Agudas Jisroel ״einen Plan auszuarbeiten innerhalb dessen Agudas Jisroel In der Lage sein könnte, mit der Jewish Agency zu koone* rieren“. Mitglieder dieser Kommission sind: Dr. Baeck, Dr. Aron Barth, Heschel Farbstein in Warschau, Dr. Hexter und Leo Motzkin. Von seiten der Aguda wird ebenfalls eine fünfgliedrige Kommission ernannt werden. Karlsruhe. Am 27. April verstarb hier Herr Stiftsrabbiner C. L. Meyer im Alter von 72 Jahren. Er war in Kurland in Bauske geboren und kam vor ca. 50 Jahren nach Deutschland. Er fand dann Anstellung in verschiedenen kleineren deutschen Orten und in diesen sieben Jahren, die ihn durch berufliche Tätigkeit weniger in Anspruch nahmen, hat er sich dem Selbst- Studium der lateinischen und griechischen Sprache gewidmet. Er schrieb einen Kommentar zum Sohar, der 1894 beendet wurde. Vor ungefähr 40 Jahren kam er nach Karlsruhe. In 15jähriger Arbeit entstand ein deutsch-hebräisches Lexikon, weiter ein Kommentar zur Mechilta und ein Sammelwerk von rabbinischen Entscheidungen über alle Fragen des menschliehen Lebens, zusammengefaßt in dem Werk Nefesch Jehudi. Seine Werke sind meist hebräisch geschrieben. Schon vor Herzl hat er Interesse gezeigt für die Chovvewe Zion-Bewegung und gehörte zu den ersten am hiesigen Platze, die sich der ziohistischen Bewegung anschlossen. Innerhalb der Ortsgruppe war er vor allem für die Verbreitung der hebräischen Sprach- ' ״MtsKfeftr -wr«- schfedettfllch geehrt, vor allem durch Ernennung zum Ehren- *nitglied und vor zwei Jahren, anläßlich des 70. Geburtstages, durch eine Sammlung, deren Erlös hälftig zur Pflanzung von Oelbäumen in Palästina und zur anderen Hälfte für das Misrachi-SchuIwerk in Palästina verwandt wurde. Der Verstorbene gehörte auch der Achdus-Bewegung an. Sein Andenken wird bei allen, die ihn kannten, vor allem seinen Schülern und zionistischen Gesinnungsgenossen, in hohen Ehren gehalten werden. Verband Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Während!der Sommermonate findet der Verkauf palästinensischer Handarbeiten (Kinderkleider, Sommerkleider und -blusen für Damen, Teegedecke, Buntstickereien, Spitzenarbeiten, Barchesdecken, Mazzothtaschen) jeden Donnerstag, von 3—6 Uhr, in der!Wohnung von Frau Rechtsanwalt Cohn, Potsdamer Str. 991 (zwischen Kurfürsten- und Bülowstraße), statt. Vermischtes Schule der jüdischen Jugend. Arbeitsplan für das Sommertrimester 1930 (Mai-Juli). Die Veranstaltungen finden, soweit nichts anderes vermerkt Ist, im Schulgebäude, Liitzowstr. 16. statt. Hebräisch. I. Anfänger ohne Vorkenntnisse: Dr. Carl Frankenstein: Mo. 8 — 10, Beg. 12. Mai: Alexander Barasch: Mi. 8—10, Beg. 14. Mai. II. Anfänger im 2. Trimester: Dr. Carl Frankenstein•. Jonah, Mo. 4—6, Beginn 5. Mai. III. Für wenig Fortgeschrittene: Dr. Max Mayer: Simsongeschichte, Di. 8—10, Beg. 6. Mai; Josef Horovitz: Bibi. Prosa, Mo., Do. 5—1/s7, Beg. 12. Mai; Walter Mecklenburg: Texte zur Königsgeschichte, Di. 6—8, Beg. 6. Mai; Dr. Moritz Spitzer: Das Buch Ruth, Mi. 1/28—36/נ, Beg. 14. Mai. IV. Für weiter Fortgeschrittene (4.-5. Trimester): Wiesenthal: Das Buch Ruth, anschl. das Buch Esther, Mo. 7—9, Beg. 5. Mai; Walter Mecklenburg: Schalom Alejchem, Do. 8—10, Beg. 8. Mai; Dr. Moritz Spitzer: Aggadah (unvokalisiert), Mo., Do. 8—7; י, Beg. 8. Mai; Walter Mecklenburg: Perez: Chassidische Geschichten, Di. 8—10, Beg. 6. Mai. V. Für Fortgeschrittene: Walter Mecklenbürg: Diwrej Poaloth, Mi. 7—9, Beg. 7. Mai: Dr. Moritz Spitzer: Schirah Iwrith Ze’irah, D1. 6—8, Beg. 13. Mai; Josef Braslawski: Sifruth Erez Israel, Do. 8—10, 'Beg. 8. Mai; Jugendheim, Monbijouplatz 10. Allgemeines. Hermann Gerson: Erste Einführung in das Wissen vom Judentum, Di. 6—8, ßeg. 12. Mai; Erwin Loewenson: Chassidische Ueberlieferungen in ihrer Bedeutung für die westjüdische Jugend, Mo.6—8, Beg. 12. Mai (verlegbar). Literatur: Dr. Max Mayer: Von Mendale Mocher Sfarim bis Josef Chajim Brenner, eine Geschichte der neuhebräischen Literatur, Mo. 8—10, Beg. 12. Mai. Probleme der jüdischen Gesellschaft: Dr. Georg Lubinski: Grundbegriffe der Wirtschaft, Mi. 8—10, Beg. 14. Mai; (Wiederholung) im Jugendheim, Monbijouplatz 10; Dr. Georg Landauer: Politische und wirtschaftliche Probleme des Palästinaaufbaits, Do. 8—10, Beg. 15. Mai: Dr. J. N. Steinberg: Sozialismus als Problem der jüdischen Gegenwart: Tatsachen und Probleme, Mi. 8—10: Edith Cohn, Dr. Max Kreutzberger, Dr. Georg Lubinski: Anleitung zur Verwirklichung moderner Grundsätze in der jüdischen Wohlfahrtspflege, Di. 8—10, Beg. 13. Mai. Kunstgeschichte: Rachel Wischnitzer-Bernstein (Dipl.-Architektin): Das Kunstschaffen der Juden von der hellenistisehen Zeit bis zur Gegenwart; 4 Lichtbildervorträge mit anschließender Aussprache, Di. 10—9י'י, Beg. 13. Mai; im An- Schluß zwei Führungen (Kaiser-Friedrich-Museum, Sammlung Kirschstein). Musik: Chemia Wieniawer: Singstunde (jidd. und hehr. Lieder, Niggunim), Mi. 8—10, Beg. 14. Mai; kontradiktorische Abende: Das Problem der Wirtschaft: a) Fritz Naphtaü; b) Prof. Dr. Georg Bernhard. Jüdische Gesamtauffassungen: a) Direktor Ludwig Holländer (Vorsitzender des C.-V.); h) Kurt Blumenfeld (Vors. d. Z. V, f. D.); über die genauen Daten erolgt ■noch Mitteilung. Einzelabende: (Von Zeit zu Zeit; bisher stehen fest): 1. Ausspracheabend der fortgeschritteneren Hebräisch-Lernenden über Ziel und Wege des Hebräisch-Lernens, So., 10. Mai, 8 Uhr; 2. Milek Goldschein (Befh Alpha) Schul- und Unterrichtswesen in Palästina, So., 24. Mai, 8 Uhr. Ferner Aussprachen der aktiven Führer aus den jüdischen Jugendbünden. Sprechstunden des Leiters sind immer Montag und Mittwoch von 6—8 Uhr im Schulgebäude. Liitzowstr. 16. Diese Sprechstunden stehen jedermann, insbesondere zur Beratung hinsichtlich der zu besuchenden Kurse und Arbeitsgemeinschaften offen. — Die vom ehemaligen Dirigenten der Habimah und jetzigen Leiter des Synagogenchores Friedenstempe!, Chemia Wieniawer, geleitete Singstunde beginnt nicht, wie ursprünglich angekündigt, Mittwoch, den 14. Mai. Vielmehr treffen sich die Interessenten für diese Sing- .stunde ,Dppnerstag, den.15,. Mul*. J Uhr abends., im Schulgebäude, Lützowstir. 16, mit Herrn Wieniawer zu einer Vor- Besprechung, bei der auch die Zeit endgültig festgelegt werden soll. — Der Aussprache-Abend über Fragen des Hebräischen mit Referat von Dr. Max Mayer ist verlegt worden. Er wird Sonnabend, den 17. Mai, um 8 Uhr abends, im Schulgebäude, Lützowstr. 16, stattfinden. Marlonettert-Tonfilme. Im Marmorhaus wird am Mittwoch, dem 14. Mai, nachmittags 5 Uhr, eine Vorführung neuer Tonfilme stattfinden, die von Julius Pinschewer geschaffen worden sind. Zur Vorführung gelangen unter anderem ״Der Teufel mit dem alten Weib“, ein Fastnachtsspiel von Hans Sachs, 1545 (mit Marionetten von Ivo Puhonny) und ferner ״Chad Gadjo“, das altjüdische Sinngedicht, mit Irene Triesch als Sprecherin. Jüdischer Musikabend. Der Verein zur Förderung des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts, Berlin W 50, Spichernstr. 8, veranstaltet am Donnerstag, dem 15. ds. Mts., im Schubertsaal, Bülowstr. 104, einen Musikabend, bei dem das Gua rn eri-Quartett mitwirken und die Sängerin Lily M a nu ss e w i ts ch aus Moskau neue iüdische Lieder in der Vertonung des Komponisten L. Jampolsky vortragen wird. Anfang 8(4 Uhr. Frauen-Arbeitsgemelnschaft für Palüstina. Bezirksgruppen West und Grunewald: Donnerstag, den 15. Mai, nachm. 4(4 Lriir, im K. J. V., Bleibtreustr. 15, Vortrag von Herrn Dr. Georg Landauer: ״Juden — Amber — Engländer“, Gäste willkommen. Dorothea Albu und Irene Eisinger wirken am 17. d. M. außerhalb des Abendprogramms bei der Nachtvorstellung der Revue ״Der rote Faden“ im Palmenhaus zugunsten der ״Jüdischen Altershilfe“ mit. Karten bei der ״Altershilfe“, Charlottenburg 2, Kantstr. 160, Bismarck 1221, 3850. Der Hebräische Lehrerverein veranstaltet am Sonnabend, dem 17. Mai, 8(4 Uhr abends, im Beth-Am einen Vortrag von Herrn Dr. Max Mayer über das Thema: ,Die Unterrichtsmethoden der hebräischen Sprache in Deutschland“. Besondere Einladungen werden nicht verschickt. Gäste willkommen. Die Misrachi-Frauengruppe hatte am Dienstag, dem 6. Mai, zum ersten Male in den Räumen des Misrachi, Monbijouplatz 10, Freunde, Mitglieder und Gäste zu einem Klubabend eingeladen. Die freundlichen Räume mit den weißgedeckten Tischen und das ״billige“ Abendessen, das gereicht wurde, schufen schon eine gemütliche Atmosphäre. In ihrer Begrüßungsrede berichtete Frau Buttenwieser über die Tätigkeit der Misrachi-Frauengruppe in Berlin und in Erez-Israel. Man war über dis Fülle der Arbeit — von der leider bisher nur wenig in die Oeffentlichkeit drang — erstaunt und erfreut zugleich. Herr Dr. A. Barth hielt ein Referat über die Bedeutung des Misrachi und seine Stellung zur Gesamtorganisation. Ueber 50 Herren und Damen, die der Einladung zu dem wohlgelungenen Abend gefolgt waren, blieben noch lange zu einer zwanglosen Unterhaltung beisammen, ln später Stunde wurden die Gäste noch durch das Eintreffen des Mitgliedes der Exekutive, Herrn Lazarus Barth, erfreut. ״Der westjüdische Chaluz in Palästina“. Der anläßlich der zionistischen Jugendführertagung gegründete zionistische Jugendrat in Berlin veranstaltete am 3. Mai in K. J. V. eine erste Aussprache, die von Angehörigen der verschiedenen zionistisehen Jugendorganisationen besucht war. Das Thema der Veranstaltung, die in einiger Zeit fortgesetzt werden soll, lautete: ״Der westjüdische Chaluz in Palästina“. Einleitend sprach Seew Orbach. Er schilderte die geringere jüdische Verwurzelung des Westjuden und verlangte eine bewußte Er- Ziehung vor der Alijah zur Ueberwindung dieser Schwierigkeiten. Man habe jetzt allgemein anerkannt, daß nur auf dem Boden der Arbeiterschaft ein Einleben möglich sei. Ermutigend sei der Versuch der J. J. W. B.-Gruppe in Rechoboth, die als solche geschlossen zusammen mit einer ostjüdischen Gruppe lebe. — In der Aussprache führte Hans Kaufmann aus, daß es typisch westjüdische Gruppen im alten Sinne kaum mehr gebe. Das Persönlichkeitsmotiv spiele bei uns eine große Rolle und werde in Palästina enttäuscht. Walter Mecklenburg warf die Frage der Forderungen Palästinas auf, die von dort aus an uns gestellt werden. Helmut Bers wies darauf hin, daß die Dinge ja nach dem Milieu verschieden liegen, in das man in Palästina hineingeht, ln der Arbeiterschaft sei es möglich, von der Gemeinsamkeit der Weltanschauung her auch den menschliehen Kontakt zu gewinnen. Kurt Loewenstein wandte sich gegen die Illusion einer mühelosen Entfaltung der individtiellejv Eigenschaften ■ in Palästina. Auf kiilteelkta Gebiete müsse die Umkehr des Menschen durch eine Judaisierung vorbereitet werden, auf sozialem Gebiete durch eine Befreiung von den starken Wertbindungen der bürgerlichen Gesellschaft Westeuropas. T a b e n k i n (Ein Charod), wandte sich gegen die These von den grundsätzlichen Differenzen zwischen Ost- und Westjudentum. Der Opfergedanke müsse bei den Westjuden bekämpft werden. Auch der Ostiude erstrebe in Palästina persönliche Befriedigung. Beide Teile müßten sich an das Judentum assimilieren. Zionismus als eine menschliche Umkehr erfordere eine jugendliche Einwanderung. Diese dürfe nicht nur eine geographische Veränderung sein. Man glaube in Deutschland vielfach, allein durch Worte Ideen in die Tat umzusetzen, dieser Fehler müsse überwunden werden. L. אגודת המורים העברים בברלין שרבת במוצאי שבת׳ 17 למאי ב8 וחצי ב״בית העם" הרצוה של הד״׳ר טקס מאיר על הנושא: דרכי הוראת העברית באשכנז. הומנות מיוחדות לא תשלחנה. אורחים רצוים. SchwarzuiaMhelm tter smtlaarl-Loqe Mühringen bei Horb Kindererholungsheim Gute, rituelle Verpflegung, fließ. Wasser, Liegehalle, Stahlbäder. Auf Wunsch geprüfte Krankenpflegerin, ärztliche Aufsicht. Anmeldungen an Frau Grete Adelsheimer, Stuttgart, Hospitalstr. 36. Telefpn 29613 צו c4{pwU* zur Anfertigung eleganter g Damen - Garderoben zu soliden Preisen Berlin W 62 Lntbentr.fi• 4ל Garth.n1 Fernsprechers (B 5) Barbarossa 7838 Doktor- Examensarbeiten Diktate, Abschriften, Uebersetzungen Vervielfältigungen jeder Art Aushilfen auch außer dem Hause. 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