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Jüdische Rundschau · 1930-05-09 · Heft 36 (9.5.1930) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 36 (9.5.1930)
Date
1930-05-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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i Zur Frage der Bodenpolitik Einzelnummer OjtS Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. F rei tag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. A u«11J1d*abonnem«at* werdest in dev Wahrung der einielnwn Linder berechnet. Anreieenpreis; 8 jgeep. NonpareiDezeiJe 0,50 GUM. Stellengesuche 0,25 G.-M- Redaktion Verlag und Anxeigen-Verwsltting: Jüdische Rundschau G-m-b.H., BerlinWlS, Meinekestr.10 Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. Postscheck -Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 680 32 Brüssel 394 33, Badepe« 596 93, Dinrig 1973, Heeg 140470, Prag 59410, Strsssburg 164 30, Wirschen 190708, Wen 156030. Bank Kenten: Dertnstidter und Natiansibaak, Depositen Kesse Berlin, Kirrfüratendamis 521 Bene« de Bet, Geraatad (Rumänien); Anglo Pslestme Co. In Helle, lerusaJem, Tel-Aviv Nummer 36 | Berlin, 9. V. 1930 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. 1 י״א אייר" תר״צ xxxv. Jahr*. ■ es Per Zionismus erstrebt «Qr da» Jüdische Volk die Schaltung einer Öffentlich ■ rechtlich gesicherten Heimstätte In Mltfln«. ״Baseler Programm.“ Der Fortschritt der Kolonisation Die Wochenschrift der jüdischen Pflanzer ״Boust’nai“ (Redakteur M. Smilanski) veröffentlicht eine instruktive liebersicht über die Entwicklung des Aufbauwerkes von 1920 b$ 1930. Die Entwicklung der Pflanzungszone, die großenteils durch Privatkapital erfolgte, vergrößerte die Zahl der jüdischen Siedlungen in diesem Bezirk von 10 auf 33. Folgende Einzelheiten detaillieren die Entwicklung dieser Zone in den letzten zehn Jahren: 19 20 1930 Boden 115 700 227540 Dunam Einwohner 5 850 23600 Seelen Jüdische Arbeiter 800 ״ 7800 Orangengärten 9880 55 000 Dunam Weingärten Bewässerte Futter- und Gemüse- 37 6S) ״ 29000 Pflanzungen — ״ 430 Saat- und Futterbau unbew. — ״ 19000 Steinhäuser 946 2475 Holzhäuser — 818 Oeffentliche Gebäude 37 221 Ställe 685 1420 Kühe, Pferde, Esel 1000 3 500 Bewässerungsanlagen 121 337 Fabriken .— 51 Elektrische Maschinen Länge des Bewässerungsröhren- — 64 Systems 15 84 km Chausseen 2 20 km T raktoren 2 26 Personenautomobile — 152 Lastautos — 47 moderne Baumschulen — 325 Dunam Bienenstöcke 500 1 700 Die Oesamtinvestitionen von Privatkapital in Pflanzungen betragen 5 Millionen Pfund. In der Pflanzungszone sind eine Reihe von Arbeitersiedlungen entstanden, in denen heute 2160 Personen leben, 290 Dunam Orangen gepflanzt sind und weitere 450 zur Bepflanzung vorbereitet sind. ln denselben zehn Jahren hat die Zionistische Organisation mit Hilfe der öffentlichen Fonds in Palästina 160 000 Dunam besiedelt, auf denen 10000 Personen in 1300 landwirtschaftlichen Betrieben wohnen. Diese Siedlungen besitzen 5000 Rassekühe und 100000 Rassehühner. Die Siedlungen des Keren Hajessod haben im letzten Jahre auf dem Markte verkauft: über 3 Millionen Liter Milch, 1 Million Eier, 50000 Stück Geflügel, 157 Tonnen Bananen, 341 Tonnen Tafeltrauben und 1550 Tonnen Gemüse. Die Gesamteinnahme aus diesem Verkauf betrug mehr als 100 000 Pfund. Zur selben Zeit hat die Pica 300 landwirtschaftliche Betriebe besetzt und weitere 1000 vorbereitet. Nach einer Zusammenfassung der vom Keren Kajemeth und der Pica geleisteten Entsumpfungsarbeiten wird ferner über die in den letzten zehn Jahren geleistete Aufforstungsarbeit mitgeteilt, daß der Keren Kajemeth 4000 Dunam mit einem Kostenaufwand von 137000 Pfund bepflanzte, während die Pica von der Regierung Sanddünen in einer Ausdehnung von 32 000 Dunam zur Pflanzung übernommen hat. Die von den jüdischen Institutionen für Wegebau investierte Summe beträgt 91 OCX) Pfund. Im ganzen wurden in diesen zehn Jahren 10 Millionen Pfund von jüdischer Seite in die palästinensische Landwirtschaft investiert, je 5 Millionen von den nationalen Institutionen und von Privatkapital. Von diesen 10 Millionen wurden ausgegeben: Für Boden £ 3 500000 Bodenamelioration £ 1 000 000 Landwirtschaftliche Industrien £ 700 000 Pflanzungen, Bewässerung und Bauten £ 4 800 000 Mit diesen 10 Millionen Pfund wurden 2700 neue landwirtschaftliche Betriebe geschaffen und 27 000 Menschen angesiedelt. ragte IMTfc Mai Cif. Howard Bary, derbekannte antizionistische Konservative, den Prime Minister, ob er eine Mitteilung darüber machen könne, welche Aktion die Regierung auf Grund des Berichtes der Shaw-Kommission über Palästina durchzuführen gedenke, und wann die Regierung den bereits in Aussicht gestellten Tag für eine Parlamentsd e b a 11 e über Palästina festsetzen werde. In Vertretung des abwesenden Prime Ministers antwortete der Schatzkanzler Snowden: ich bin nicht in der Lage, eine umfassende Erklärung abzugeben. Mit Bezug auf einen Teil des Berichtes wurde beschlossen, einen speziellen Beamten zu ernennen, der in einer zeitweiligen Mission Palästina besuchen soll, um dann im Einvernehmen mit dem High-Commissioner einen Bericht über die wichtigen Fragen der Landansled|ung, Einwanderung und Erschließung zu erstatten. Ich freue mich, sagen zu können, daß Sir John Hope Simpson, der sehr hohe Befähigungen in solchen Dingen besitzt, sich bereit erklärt hat, die Mission zu übernehmen. Er begibt sich sofort nach Palästina. Ferner sind Besprechungen mit der arabischen Delegation über verschiedene in dem Berieht aufgerolite Fragen im Gange. Was den letzten Teil der Frage betrifft, wird sich im Wege des regelmäßigen Geschäftsganges Gelegenheit zur Diskussion der Frage ergeben. Howard Bury: Bedeutet die Antwort, daß die verschiedenen Empfehlungen des Berichtes nicht ausgeführt werden sollen, sondern daß die Untersuchung von neuem durch Sir John Simpson eröffnet werden soll? Snowden: Die Mission von Sir John Simpson betrifft die Fragen der Landansiediung, Immigration und Erschließung. Ueber die Aufnahme der Nachricht über die Ernennung von Sir John Hope Simpson zum Spezialkommissar für die Boden- und Ansiedlungsfrage in Palästina berichtet der Jerusalemer Korrespondent der ״Times" in einem Telegramm vom 4. Mai, das am 5. Mai in der ״Times" veröffentlicht ist In dem Telegramm heißt es: ״Die Ernennung von Sir John Simpson hat eine feindselige jüdische Stellungnahme hervorgerufen, da sie die Hoffnungen auf das Kommen einer unabhängigen Kommission enttäuscht, die gemäß dem Vorschlag von General Smuts das untersuchen sollte, was die jüdische Presse Palästinas ״das Versagen der Regierung, die Bestimmungen des Mandates auszuführen'‘ nennt Trotz der Tatsache, daß Sir John über eine 27jährige Erfahrung in der indischen Verwaltung verfügt und mehr als zwei Jahre Vorsitzender der Kommission war, die mehr als eine Million Flüchtlinge in Griechenland angesiedelt hat, wird erklärt, er könne nur den engen Horizont eines Kolonial beamten haben, ohne die Fähigkeit, die weitergehenden kulturellen und dynamischen Ideale des Zionismus zu durchdringen.“ Am nächsten Tage, dem 6. Mai, veröffentlicht die ״Times“ nachstehende Mitteilung: Die gemäß der Veröffentlichung der ״Times“ in gewissen Kreisen in Palästina ausgesprochene Unzufriedenheit über die Ernennung von Sir John Hope Simpson zwecks Untersuchung der Probleme der Einwanderung und des Bodens in Palästina wird von den offiziellen Londoner Kreisen der Jewish Agency nicht geteilt. Hier herrscht vielmehr vollkommenes Vertrauen, daß eine von einem Mann mit Sir Johns weiter administrativer Kenntnis and Erfahrung ilönisatfönTh Paiistfna hhlhn wird. Die offiziellen Führer der Jewish Agency werden alles tun, was in ihrer Macht steht, um Sir John Simpsons Arbeit in der wichtigen Mission, die er unternommen hat, zu erleichtern. Die Kommentare der palästinensischen Presse Ueber die Haltung der hebräischen Presse Palästinas zur Ernennung von Sir John Hope Simpson wird der J.T. A. aus Jerusalem telegraphiert: Der revisionistische ״Doar Hayom“ schreibt: Es will scheinen, daß Großbritannien sich zu einem entscheidenden Angriff gegen die Rückkehr der Juden in ihr Land rüstet. Simpsons Ernennung hat offenbar den Zweck, die Empfehlungen der Shaw-Kommission zu verwirklichen. ... Das bedeutet, daß das Kolonialamt entschlossen ist, die Forderung nach Ernennung einer autoritativen Kommission zur Untersuchung der Wirksamkeit des Mandates hinsichtlich seiner Erfüllung nach seinem Buchstaben und seinem Geiste — wie sie Lord Balfour, Lloyd George und General Smüts aufgestellt haben — über Bord zu werfen. Statt einer solchen autoritativen Royal Commission kommt ein Mann nach Palästina, dessen Aufgabe es wohl sein wird, nachzuweisen, daß eine jüdische Mehr* heit und ein jüdischer Staat in Palästina unmöglich sind. Daß dies die Aufgabe Simpsons sein wird, wjrd aus dem Leitartikel der ״Times“ über seine Ernennung klar. Was wir fragen, schließt ״Doar Hayom“, ist: Wünscht England eine Alliance mit dem jüdischen Volke? Vor zwölf Jahren gingen wir Juden eine Alliance mit England ein, wir waren sehr aufrichtig und voll großer Hoffnungen. Wenn die britische Regierung jetzt dieser Alliance ein Ende zu machen wünscht, werden wir unsere Befreiung auf anderen Wegen suchen müssen. Die hebräische Tageszeitung ״Haarez“ führt aus: Wir hatten gehofft, daß Großbritannien das uns seitens der Untersuchungskommission angetane Unrecht gutmachen werde, indem es eine Kommission politischer Führer nach Palästina entsenden werde, wie dies Lord Balfour, Lloyd George und General Smuts gefordert haben. Wir hatten gehofft, daß MacDonald zumindest eine Persönlichkeit nach Palästina entsenden werde, die fähig ist, ein hohes menschliches Ideal, wie der Zionismus es darstellt, zu erfassen und das jüdische Aufbauwerk ohne Vorurteil Und nicht durch das enge Fernrohr eines Kolonialbeamten zu sehen; einen Mann, der fähig wäre, alle Mängel und Fehler der Palästina-Administration zu sehen und Vorschläge zu machen, wie solche Fehler in der Zukunft zu vermeiden sind und wie Englands Ehrenwort, das in dem Mandat verankert ist, am besten gehalten werden kann. Statt dessen wird ein Kolonialbeamter, der früher im indischen Zivildienst gestanden hat, mit der Aufgabe betraut, über Fragen zu berichten, über die die Shaw-Kommission Vorschläge gemacht hat. MacDonald, fährt ״Haarez“ fort, hat anscheinend seine am 3. April im Unterhaus abgegebene unzweideutige Erklärung vergessen. Er scheint auch seine eigenen vor einigen Jahren^geschriebenen Artikel vergessen zu haben, in denen er über die zionistischen Leistungen in Palästina in Tönen höchster Begeisterung sprach. Er habe einen indischen Kolonial- Bürokraten mit der Mission betraut, über die kardinalen und vitalen Probleme des Zionismus Bericht zu erstatten. im '*,Verlauf des Monats März 1930 sind 1680 Ein- Wanderer, unter ihnen 899 Juden, nach Palästina gekommen; in dem gleichen Monat haben 271 Juden und 108 Nichtjuden das Land verlassen. Dubnows Geschichiswerk Von Dr. Ernst Simon, Jerusalem. Schon seit geraumer Zeit liegen die zehn stattlichen Bände mit ihren insgesamt etwa 5000 Seiten auch in deutscher Sprache vollendet vor und fordern nun noch einmal zur Würdigung und zur Auseinandersetzung heraus, die ihnen einzeln in so reichem Maße, auch von uns aus zuteil geworden ist. Der ״Jüdische Verlag“, Berlin, hat zweifellos mit dieser mustergültigen Edition und Uebersetzung ein Kulturwerk geschaffen und ein Wagnis unternommen, von dem man schon heute sagen kann, daß es geglückt ist. Der ״Dubnow“ ist zu einem Hausbuch der deutschlesenden jüdischen Familie in wohl noch höherem Grade geworden, als es einst der ״Graetz“ war. In der Tatsache dieser Rezeption drückt sich eine kulturelle Wandlung aus, die uns im folgenden mindestens so sehr beschattigen muß wie die inhaltlichen Hauptergebnisse des Werkes selber, denn durch diese Aufnahme wird es zum Barometer und zum Motor der Geschichte, statt nur ihr Spiegel zu sein. Die alte Hegelsche Gleichung zwischen der Geschichte und der Geschichtsschreibung eines Volkes wird sich uns so bestätigen. Eine der ersten geistigen Voraussetzungen des Dubnowsehen Werkes ist die außerordentliche Erweiterung des Umfanges der jüdischen Geschichte, die ja auch in seinem Titel zum Ausdruck kommt. So umfassen die drei ersten Bände die ״Orientalische Periode“, der erste von der Entstehung des Volkes Israel bis zum Ende der persischen Herr- Schaft in Judäa, der zweite bis zur Zerstörung des Tempels, der dritte bis zum ״Verfall der autonomen Zentren im Morgenlande“ reichend. Dabei wird der Versuch gemacht, wie auch in den späteren Epochen, die jeweilige Umwelt des jüdischen Volkes möglichst voll in den Zusammenhang zu stellen. Es ist klar, daß Dubnow, wie jeder Encyklopädist, naturgemäß nicht durchweg auf eigenen Forschungen fußen kann, sondern sich weitgehend der sogenannten ״gesicherten Ergebnisse“ der Wissenschaft bedienen muß, zu denen er freilich stets ein selbständiges Urteil zu gewinnen suchen wird. Wir tun ihm wohl kaum Unrecht, wenn wir das Maß seiner eigenen wissen* schaftlichea Forschungsarbeit am g«tepte»; M llsr lll# eHritel über ׳ die Ergebnisse 4er protestantischen denen er mit Vorsicht und gelegentlichen Einwendungen folgt. Für die hellenistische Periode tritt seine Eigenart weniger in der Auffindung oder Feststellung neuer Tatsachen als in der neuartigen, nämlich vor allem politischen Deutung der jüdi* sehen Parteien (Pharisäer, Sadduzäer und Essäer), in Ersehe!- nung. Die Darstellung des talmudischen Zeitraumes führt kaum über Graetz hinaus, wenn sie sich auch zum Teil von den Fehlern seiner allzu psychologischen Deutung halachischer Controversen freimacht und natürlich von Weiß, Halevi, Jawitz usw. gelernt hat. Doch kommen hier auch gelegentliche Irrtümer vor, so in der Wiedergabe des pharisäisch-sadduzäisehen Streites über die Bestrafung der überführten Falschzeugen. Die umfassende und originelle Gelehrsamkeit Graetz's, die in den umfangreichen Noten zu jedem Bande seiner Geschichte so erstaunlich zum Ausdruck kam, wird man in diesem Teile des Dubnowschen Werkes nicht suchen dürfen: seine verhältnismäßig nicht sehr umfangreichen ״Ergänzungen und Excurse“, die auch er jedem Bande nachschickt, behandeln meist Fragen der Quellenkunde und Methodologie sowie neuere Literatur und geben nur selten eigentliche Forschungsergebnisse. Die Bände 4 und 5 behandeln die ״Europäische Periode“, die in das ״Frühere Mittelalter“ von den Anfängen der abendländischen Diaspora bis zum Ende der Kreuzzüge und in das ״Späte Mittelalter“ des dreizehnten, vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts aufgeteilt ist. In diesem Zeitraum nähern wir uns schon stärker den Zeiten und Gebieten, auf denen Dubnow selbständiger Forscher ist; das gilt insbesondere von der Geschichte der jüdischen Chronographie und Historiographie, der er starke Aufmerksamkeit zuwendet. Die Periode der ״Neuzeit“ beginnt nach der Vertreibung der Juden aus Spanien, schildert Reformation und Humanismus in ihrer Einwirkung auf die Judenheit, die Tragödie der Marannen (Bd. 6) und die polnische Katastrophe des Jahres 1648 mit ihren sabbatianischen Folgen, den allmählichen Verfall der polnischen Autonomie, die Entstehung des jüdischen Zentrums in Rußland, die Vorboten der Emanzipation in Zentral- und Westeuropa (Bd. 7). In diesem Teil bewährt sich Dubnows genaue Kenntnis der osteuropäischen Judengeschichte, seine Erforschung der jüdischen nationalen Autonomien, die auch von dem Gegenwartsinteresse des Politikers und Publizisten beflügelt war, sein offener Sinn für die jüdischen Volkssprachen und überhaupt alles Volkstümliche und seine Einsicht in wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge, so daß er hierbei über Graetz' hinausführt. Die letzten drei Bände sind der ״Neuesten Geschichte“ gewidmet und geben zunächst eine Darstellung des ״Zeitalters der ersten Emanzipation“ (1789—1815), beginnend mit einem Umblick auf die jüdische Welt vor 1789, dann die Hauptprozesse der neuesten Geschichte als Emanzipation und Reaktion einerseits, als Assimilation und nationale Bewegung andererseits kennzeichnend und die Schicksale der Juden in Frankreich, Holland, Italien, der Schweiz, Deutschland, Oesterreich, Polen und Rußland nachzeichnend. Band 9 ist dem ״Zeitalter der ersten Reaktion und der zweiten Emanzipation“ (1815—1881) gewidmet und spielt vor allem in Deutschland und Rußland, ohne aber die ״kleineren Zentren“ einschließlich Palästinas außer acht zu lassen. Der Schlußband schließlich handelt vom ״Zeitalter der zweiten Reaktion“ £1880—1914) und bringt einen ״Epilog“, der die Linie bis

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