Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 30 (16.4.1930)
- Date
- 1930-04-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30, 16. IV. 1930 JÜEDISCH! RÜNDSCHÄTJ דו! dCwC Mt Orlsgrnpp«n Danzig. Am Sonnabend, dem 5. April, ■veranstaltete die Zionistische Organisation Danzig eine sehr würdige Trauerfeier zu Ehren Balfotirs, umrahmt von Musikvor* trägen, Ansprachen von Herrn Rabb. Sagalowltsch und R.-A. Dr. Schloßberg aus Marienwerder, lieber 300 Personen hatten sich eingefunden. Von seiten des diplomatischen Korps waren Vertreter des Hohen Kommissars des Völkerbundes, des Generalkommissars der Republik Polen in Danzig, der Konsul von Brasilien. Auch der Vorstand der Jüdischen Gemeinde war offiziell vertreten. Schluß der Veranstaltung bildete die Hatikwa. Eine Sammlung zum Einträgen Balfours in das Goldene Buch wurde eingeleitet. Dessau. Die Jugendgruppe des J. J. W. B. hatte zu Sonnabend, den 5. April, zu einem Elternabend eingeladen. Ein Akt aus ״Jeremias“ und ein Sprechchor ״AI sefath“ bildeten die Hauptteile des Programms. Die szenische Gestaltung und die Ausdruckskraft, mit der diese beiden Stücke dargestellt wurden, zeigten ein bei der Jugend der Darsteller erstaunliches Niveau; dazu neben sorgfältiger musikalischer Abtönung der Chöre eine Geschlossenheit des Gruppenspiels, die ein sprechender Ausdruck für die innere Verbundenheit und Gefühlseinheit der darstellenden Jugendgruppe war. Ein hübscher, anmutig und frisch getanzter Hoppeltanz mit Steckenpferden, ״Sussim“, eine musikalisch und rhythmisch geschickt dargestellte Szene ״im Cheder“ und deutsche und hebräische Vorträge von Herrn I. Reiß, Berlin, vervollständigten das Programm. Es war ein gelungener Abend. Dresden. Am Sonnabend, dem 22. März, fand der Purim- Ball der Zionistischen Ortsgruppe Dresden in den Sälen der Kaufmannschaft unter reger Beteiligung aller interessierten Kreise statt. Der künstlerische Teil des Abends wurde durch Herrn Oberkantor Manfred Lewandowski, Berlin, und Frau Glly Beriowitz, Dresden, bestritten. Oberkantor Lewandowsld sang äußerst wirkungsvoll einige hebräische und deutsche Gesänge, sodann gemeinsam mit Frau Citly Beriowitz vier Duette, welche ebenfalls reichen Beifall auslösten. Neu und besonders eindrucksvoll war das Kostüm unserer früheren langjährigen und beliebten Sekretärin, der jetzigen Frau Sternlief», die als KKL-Spendenbuch gekleidet beim Tanz Spenden entgegennahm. Das Fest bedeutete für die Zionistische Ortsgruppe in ideeller und für den Keren Kajemeth in materieller Beziehung einen sehr schönen Erfolg. Frankfurt a. M. Es ist eine Frage, über die man sich immer wieSer den Kopf zerbrechen muß, warum Vorträge über die Bodenpolitik zum überwiegenden Teil nur von Jugendlichen besucht sind. Die Ausführungen von Dr. Mechner, dem Leiter des KKL Berlin, die an die ersten Nachrichten über die Bodenfrage im Bericht der Untersuchungskommission anknüpften, informierten über Probleme, die jetzt wirklich die wichtigsten sind. Eine anschließende Aussprache des Ortsgruppen- Vorstandes zeigte noch deutlich, wie ungeheuer wichtig die Intensivierung der KKL-Arbdt im Augenblick Ist. Gleiwitz. Der für die Ortsgruppe von Herrn Rabb. Dr. Ochs veranstaltete Achad-Haam-Kursus nimmt einen befriedigenden Fortgang. Am 27. März war wieder ein Vortragsabend, der gut besucht war. — Zur Mitgliederversammlung am 3. April sprach Gg. Herbert Wachsmann, Beuthen, über Wesen und Geschichte der Araber. Die längere Diskussion zeigte, mit welch großem Interesse man seinen interessanten Ausführungen, die durch persönliche Erfahrungen ergänzt wurden, gefolgt war. Kassel. Die Ortsgruppe beschloß die Winterarbeit mit einer sehr bemerkenswerten und gut besuchten Veranstaltung. Herr Df. Walter Katz hielt die Balfour-Gedeukrede. Hieran schloß ■l m f־ gungen un Judentum. Der erste Teil des Vortrags enthielt eine ausgezeichnete Analyse der Entstehungsgründe und des Wesens des Chassidismus. Entstanden im wesentlichen aus der Reaktion gegen die erstarrten Formen des Rabbanismus, habe er vor allem die Freude am Leben, die Freude überhaupt als bewegendes Element, in den Mittelpunkt des jüdischen Daseins gestellt. Freilich folgte auf diese Erweckung des Volkes wieder Erstarrung und tiefer Verfall. Den großen Gefahren der Emanzipation und Assimilation, auf deren Gesetze der Vortragende besonders einging, sucht erst wieder die Volksbewegung des Zionismus zu begegnen. Allerdings wird er der Gefahren erst Herr werden, wenn er nicht nur Reaktion auf Assimilation, also efn Negatives, sondern imstande ist, durch Anknüpfung an die Tradition, in entschlossener Wendung zu lebendiger Religiositat sich mit positiven Inhalten zu erfüllen. Der gedankenreiche Vortrag erntete lebhaften!Beifall. Den Abschluß des Abends bildeten kurze Arbeitsberichte der Herren Ernst Plaut über N.-F. und Dr. Horn über die gemeinsame Abwehraktion gegen Antisemitismus. D. W. K. Köln. Die Zionisten-Revisionisten von Köln und Umgebung treffen sich jeden Sonnabend-Nachmittag, 4 Uhr, am Stammtisch ״Im goldenen Stern", Köln, Perlenpfuhl 5. Interessenten sind als Gäste willkommen. Mannheim. Mit tfiner Würdigung der Verdienste von Lord Balfour eröffnete Dr. Hildesheimer einen Vortragsabend der Zionistischen Ortsgruppe, der sehr interessante Informationen über die Probleme unserer Bodenpolitik von Dr. Mecliner, Berlin, und schöne Lichtbilder aus Palästina brachte. Im Zusammenhang mit der neuen Konkurrenz auf dem Bodenmarkt, von denen der Redner sprach, ist es nicht uninteressant zu erwähnen, daß hier vor kurzem ein katholischer VoTtrag ״Heiliger Boden“ mit Lichtbildern stattfand, nach welchem für Bodenkauf in Palästina gesammelt wurde. Nürnberg. In einer vertraulichen Besprechung stellte Dr. Mechner, der Leiter des KKL für Deutschland, die aktuellen Probleme der Bodenpolitik dar. Die Peflach-Aktion, über deren Organisierung anschließend gesprochen wurde, wurde mit zwei Lichtbildervorträgen eingeleitet, die ira Hause von Dr. Lieb- Städter und von Frau nillmamn stattfanden. Nürnberg-Fürth. Am 3. April hielt die Zionistische Orts- 6ruppe ihre diesjährige Generalversammlung ab, in der Herr •r. Liebstaedter zunächst einen allgemeinen Bericht über das abgelaufene Jahr erstattete. Alles in allem hat die Ortsgruppe in diesem Jahr einen erfreulichen Aufschwung genommen, wie sich• auch aus den Berichten über Keren Hajessod und Keren Kajemeth ergab, die voit Herrn Dr. Nußbaum und von Herrn Freimann erstattet wurden. Herr Dr. K a r p f var der allgemeinen Zustimmung sicher, als er der Vorstandschaft den Dank der Generalversammlung für die Im fetzten Jahr geleistete Arbeit aussprach. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Dr. Rudolf Liebstaedter, 2. Vorsitzender Dr. Willy Strauß-Reich, Kassierer und Jugendbeirat Harry Bein, Schriftführer R.-A. Ernst Feilchenfeld, Vorsitzender der Keren Hajessod-Kommission Dr. Meinhold Nußbaum, Vorsitzender der Keren Kajemeth-Kommission Bernhard Freimann, Referent für Gemeindefragen Dr. J. Bamberger, Palästina-Referent Dr. Kurt Dankwertn, Pressereferent Hans Wolf-Veith, außerdem wurden 6 Beisitzer gewählt. Der Keren Hajessod-Kommission gehören noch an: Dr. J. Bamberger und Siegfried Kahn. Der Keren Kajemeth-Kommission gehören noch an: Frau Dr. Lorch, Georg Spiro und Walter Löwenthal. Prenzlau. In der sehr gut besuchten Versammlung des hiesigen Literatur-Vereins hielt E. W. L u b r ani- Haifa, am Montag, dem 6. d, Mts. einen ,Vortrag über das Thema: ״Streifzüge durch Palästina“. Die Hör«־ folgten mit gespannter Aufmerksamkeit den Interessanten und lebendig vorgetragenen Ausführungen des Redners, die uns ein färbenprächtiges Bild von dem Leben und der Aufbauarbeit des alten wie des neuen Jischuw entrollten, ein Kid, das seine sichtbare Illustration in einer großer Reihe wohl gelungener und prächtiger Lichtbilder finden sollte. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine sachkundigen Ausführungen, an die sich auch eine lebhafte Aussprache anschloß, bei der dem Vortragenden Gelegenheit geboten wurde, auf die zahlreichen an ihn gestellten Fragen eingehende Antwort zu geben. Mehr als alles lieferten die Anfragen den Beweis, welch reges Interesse und warmherzige Teilnahme für den Aufbau von Erez- Israel die Darlegungen des Redners bei allen Zuhörern geweckt hatte, die ausnahmslos mit Befriedigung auf diesen Vortragsabend zurückblicken. E Rechtsrheinland und Westfalen. Im Rahmen der Purim- Aktion der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und des Keren Kajemeth Lejfsrael sprach Herr Moses Wafdmann in unserem Bezirk in öffentlichen Versammlungen in Dortmund, Bochum, Düsseldorf und Essen. Er zeigte im Anschluß an seine Vorträge einen neuen Bildstreifen aus Palästina. Es ist anzunehmen, daß die Purim-Aktion in den genannten Städten durch die Vorträge Waldmanns einen befriedigenden Erfolg haben wird. Alien Vorträgen ging eine Gedächtnisfeier für Lord Baifour voraus. In Duisburg fand lediglich eine Gedächtnisfeier für Lord Balfour statt, in der Moses Waldmann die Oedenkrede hielt. _ Breslau. Vergangene Woche hatte die SoziaHstisch-zionistische Arbeitsgemeinschaft, die kürzlich von den Breslauer Gruppen der Hitachduth und der Poale Zion gegründet worden ist, zu einer ersten öffentlichen Kundgebung eingeiaden, Der Abend wurde von Dr. Samuel eröffnet. Das Hauptreterat hielt Fritz Naphtali (Berlin). Er entwickelte das Programm des sozialistischen Zionismus, indem er von den national«( Freiheitskämpfen der Völker ausging und zeigte, wie sich mit ihm fast überall soziale Elemente mischen. Sozialismus und Zionismus sind ihm daher eine untrennbare Einheit. Er sieht drei besondere Funktionen der sozialistisch-zionistischen Gruppen. Die erste besteht darin, während der Kolonwation ein Maximum an sozialistischen Elementen zu verwirklichen. Wir wissen heute, daß Palästina kein rein sozialistisches Land sein kann, aber wir kämpfen um den Prozentsatz an Sozialismus in ihm. Die zweite Aufgabe besteht darin, innerhaib der Jewish Agency eine vernünftige und der heutigen Zeit gemäße Außen- Politik durchzusetzen. Zwar schützt auch das sozialistische Parteibuch nicht immer vor Chauvinismus, aber wir meinen, daß in sehr kurzer Zeit die antiimperialistische Front des Sozialismus wieder geschlossen sein wird. Die dritte Aufgabe wird naturnotwendig dadurch gegeben, daß die jüdische Arbeiterpartei Palästinas der einzige Vorposten der Zweiten Int«- nationale im Vorderen Orient ist. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit warmem Dank an den Referenten. Vermischtes Persönliches. Am 17. d. M. feiert unser Gesinnungsgenosse Dr. MaxSichelin Chemnitz seinen 50. Geburtstag. Die Verdienste des Jubilars um die Ortsgruppe Chemnitz und den ganzen deutschen Zionismus sind so bekannt, daß wir kaum hinzuzufügen brauchen, daß die deutschen Zionisten mit herzlichen Glückwünschen an diesem Feste ihres Mitarbeiters Anteil nehmen. Teenachmittag der Fraucn-Arbeltatfemetascbaft für Paiästina am Dienstag, dem 29. April, naenmittags 4y* Uhr, Im Etfenftötel, .Bttäipefftt StrftSE*״ »min T. Vhfgi»%T ttejjt־ anr seinen Aufzeichnungen: ״Jakobs Kampf mit der Erde Erlebnisse und Erfahrungen im jüdischen Palästina“. Frau Nanny M a r g u I i e s aus Palästina spricht: ״Was mir Palästina wurde“. Gäste willkommen. Vorverkauf und Kartenbestellung im Büro der F. A. P., Melnekestr. 10, Blsm. 7165. Preis des Teegedecks M. 4,—. Jiddisches Wissenschaftliches Institut. Donnerstag, den 17. April, um ys9 Uhr abends, wird in den Räumen der Jüdischen Oemelnde (Rosenstr. 2/4, Zimmer 23) die ordentliche Vorlesung des Kursus stattfinden. Herr J. Klinoff wird einen Vortrag über ״Den Anteil der Juden in der allgemein«» Politik und Presse nach dem Kriege“ halten. Verband Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Ein rege!- mäßiger Verkauf palästinensischer Handarbeiten (Kinderkleider. Damenkleider und -blusen, Teegedecfce. Buntstickereien, Spitzenarbeiten) findet an jedem Montag und Donnerstag von 3—6 Uhr in der Wohnung von Frau Rechtsanwalt Cohn, Potsdamer Str. 991 (zwischen Kurfürsten- und Bülowstraße) statt. Jakob Wassermann las zugunsten der ״Jüdischen Altershilfe“ aus einem noch nicht veröffentlichten, erst in den Urorissen bestehenden neuen epischen Werke einige Bruchstücke vor. Die Bruchstücke waren dem Vorroman zu dem von dem Dichter in großen Entwürfen angelegten ״Etzel-Roman“, entnommen, der das Motto trägt: ״Denk ich an Deutschland in der Nacht-“ und das werdende neue Deutschland bildhaft erstehen läßt. Der Vorroman spielt noch im Vorkrie^sdeutschiand. Seine Hauptfigur is+, mitten in einem geistigen Verfall, der ideale Deutsche Iden. Die Zuhörer standen alle Im Banne des Dichters und seines Werkes. Herr Genwalkonsul Eugen Landau gab zum Schlüsse in herzlichen Worten dem Danke des Publikums an seinen Dichter Ausdruck. Hebräische Unterrichts-Beratungsstelle (Lischkat modiin). Von der Z. V. f. D. und der Agudat hamorim haiwrim ist eine Beratungsstelle für den hebräischen Unterricht geschaffen worden. Diese Stelle hat es sich zur Aufgabe gemacht, die hebräische Lehrer- und Unterrichtsvermittlung zweckmäßig zu organisieren. Interessenten für hebräischen Unterricht, und zwar Privatpersonen und Gruppen in Berlin und in der Provinz bekommen von dieser Stelle aus auf ihre Eignung hin geprüfte Lehrkräfte nachgewiesen. Die Beratungsstelle wird vorläufig an jedem Dienstag vormittags 11 Uhr im Büro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Meinekestr. 10, hochpf., ihre Sprechstunden abhalten. Hebräische Sprachschule ״Kirjath Sefer“, Breslau. S o m - mersemeeter 1930. Beginn: Dienstag,den 22. April. Der Unterricht wird frühmorgens, nachmittags und abends im jüdisch-theologischen Seminar, Wallstr. 14, pt., Zimmer 4, erteilt. Zu Beginn des Semesters werden neue Anfängerk u r s e — für Kinder und Erwachsene — eingerichtet. Fortgeschrittene können in allen in Betracht kommenden Kursen Aufnähme finden. Der Unterricht findet für jeden Kursus an zwei Wochentagen statt und umfaßt in der Regel 2—4 Wochenstunden. Außerdem bestehen für diejenigen, die beruflich stark in Anspruch genommen sind, eine Anzahl von Kursen verschiedener Stufen, deren Unterricht einmal wöchentlich zwei- oder dreistündig stattfindet. Für Fortgeschrittene gibt es spezielle Stunden für T'nach, Mischna, Agäda, Grammatik, mitteialterliehe und neuere Literatur. Anmeldungen für alle Kurse vom 22. April an stets Montag bis Donnerstag, 19—20 Uhr, Wallstr. 14, pt., Zimmer 4. Galerie J. Casper, Berlin W, LUtzowstr- 5, eröffnet am'?7. Arr:! eine Gedächtnisausstellung für Moritz Posener, die versuchen will, alle Perioden des Schaffens des Meisters zu zeigen. Hilhverein der Deutschen Juden. Katharina von Kardorff und Dr. James Simon haben für den 7. April in den Festsaaf bei Kroll zu einem Vortragsabend eingeiaden. Der Einladung waren hunderte führende Persönlichkeiten der Berliner Ge- Seilschaft, Vertreter der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaff gefolgt. Nach Begrüßungsworten von Generalkonsul Eugen Landau, der in allgemeinen Linien die Tätigkeit des Hiifsvereins schilderte, sprach zunächst Frau Katharina von Kardorff, die die Aufgabe der Frau im sozialen Hilfewerk unterstrich. Die folgenden Redner, der Abgeordnete Dr. Breitscheid, Reichsminister a. D. Reinhold und Staatssekretär Dr. Schaffer, stellten in <jen Mittelpunkt ihrer Ausführungen die Persönlichkeit Paul Nathans, der, auf dem Boden des alten Liberalismus stehend, ein Werk von roßer sozialer und philanthropischer Bedeutung aufbaute. Die eistungen des Hiifsvereins wurden von allen Seifen beleuchtet und die zahlreich erschienenen Anwesenden zur Unterstützung des Vereins aufgefordert. Mit Dankesworfen des Vorstandsmitglleds WUIy Dreyfus fand die äußerst gelungene Veranstaltung ihren Abschluß. Verein zur Unterstützung armer Leidtragender (Schomer Laboker Umischan Abelim) hält am 29. April, abends 8 Uhr, im Versammlungslokal der Synagoge Fasanenstr, 79/80 seine Generalversammlung ab. Anschließend Vortrag Rabbiner Dr. Hildesheimer über das Thema: ״Erlebnisse an Ostafrikas Küste“. Gäste willkommen. Der Jüdische Sport-Club (J.S.C.) im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, veranstaltet am Sonntag, dem 27. April, nachmittags 4 Uhr, in der Zentral-Turnhalle, Prinzenstraße 70, ein Hallensportfest. Das Programm enthält u. a.: Sprinterdreikämpfe, Läufe und Handballspiele. Eintrittskarten zum Preise von 0,60 M. für Erwachsene und 0/30 M. für Jugendliche sind in der Geschäftsstelle Burgsir. 26 zu haben. Gäste herzlich willkommen. Talmud Thora Knesseth Israel. Die alljährliche General- Versammlung des Instituts fand am 2. d. M. im Hause der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2/4, unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder, Eltern der Zöglinge und Lehrer statt. Der Vorsitzende des Vereins, Dr. L Tugendreich, erstattete eingehenden Bericht über die Tätigkeit im abgelaufenen Ver-’ einsjahr und legte das Arbeitsprogramm für die nächste Zeit dar, wobei er die Wiedererrichtung einer Grundschule in den Räumen der Talmud Thora als eine der dringendsten Aufgaben im Interesse der Erhaltung und Weiterentwicklung der Talmud: Thora bezeichnete. Sodann ergriff Rabbiner Dr. Wilhelm1 Lewy das Wort zu seinem Referat über die Schaffung einer ״jüdischen Schülergemeinde“. Er erläuterte zunächst den Begriff des jüdischen Anschauungsunterrichts und zeigte sodann1״ wie notwendig es für das jüdische Kind unserer Zeit sei, neben! der Vermittlung theoretischen Wissens für die Erziehung: zur religiösen Praxis Sorge zu tragen. Dies aber könne nur durch Bildung einer geschlossenen ״jüdischen Jugendgemeinde“ geschehen. Nach einer lebhaften Diskussion wurde1 folgende Resolution einstimmig angenommen: Die außerordent-j lieh stark besuchte Generalversammlung des Vereins Talmud Thora Knesseth Israel steht einmütig auf dem Standpunkt, daß die Schaffung neuer jüdischer Grundschulen in streng konser-‘ vativem Sinne in Berlin eine unbedingte Notwendigkeit ist.] Insbesondere hält sie im Interesse der zahlreichen im Norden* und Osten Berlins wohnenden ostjüdischen Bevölkerungskrdse׳ es für dringend erforderlich, daß für die Schüler der Talmud Thora Knesseth Israel und Ez Chaim sowie anderer in B״ertin bestehender Talmud Thoraschulen baldigst Schulklassen in den Räumen der Knesseth Israel, Linienstr. 19, eingerichtet werden, damit für erhebliche Gruppen von jüdischen Kindern eine angestörte, geschlossene jüdisch-religiöse Erziehung gewährleistet •* ‘ . . •k, * . ... . —׳.״ .... , ״ •- y. fy Beth-Am. Am 7. März fand im Beth-Am der 7. Vortrag im Rahmen des Vortragszyklus statt. Dr. Georg Landauer berührte eine Reihe von interessanten Wirtschafte- und Rechte•* Problemen der deutschen Juden vor der Emanzipation. Der Vortragende zog verschiedene Parallelen zwischen der Situation der deutschen Juden in älteren und neueren Zeiten. Es ist zu begrüßen, daß Probleme aus diesem noch zu bearbeitenden Gebiete in der hebräischen Sprache behandelt werden konnten.: K. J. V.-Stellenvermittiung. Einem praktischen Arzt oder Spezialisten kann Niederlassungsmöglichkeit in Berlin nachgewiesen werden. (Günstig auch für nicht zur Kasse zugelassenen Arzt.) Auskunft erteilt das Präsidium des K. J. V. Sterbefall. In Jassy (Rumänien) starb 1m Alter von• 65 Jahren Jacob Schönberg, einer der eifrigsten und verdienstvollsten Förderer aller jüdischen und besonders der palästineasischen Institutionen. Der Verstorbene widmete einen Teil seiner Interessen auch der jüdischen Turnbewegung. Seine Hauptsorge aber galt der Chaluz-Organisation. Die Beerdigung Jacob Schönbergs gestaltete sich zu einer großartigen Kundgebung der gesamten Judenheit Rumäniens für diesen Vorbildliehen Juden und vornehmen Menschen, der durch Familien-! bande mit Ussischkin verknüpft ist und dessen Haus ein Brenn-! punkt jüdischen Lebens war. Den trauernden HinferbBebenen! wendet sich die Teilnahme auch der deutschen Zionisten zu.1 DarmslBdier und Nalionalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Bilanz per 31. Dezember 192S Aktiva ■ RM. Pf. Kasse, fremd© Geldsorten und fällige Zins- und Dividendenscheine. Guthaben bei Noten- und Abrechnung!. (Clearing-) 25 375 459 40 Banken.... Schecks, Wechsel und unverzinsliche Schätzen- 54 222 370 92 Weisungen .. 605 3X60« » Nostroguthaben bei Banken und Bankfirroen mit Fälligkeit bis zu 3 Monaten . . . . . ... Reports und Lombards gegen börsengängige Wert• 257 722 608 62 paniere. Vorschüsse auf verfrachtet• oder eingelagerte Waren 160 989 520 60 377 618 276 80 Eigene Wertpaniere .. Konsortialbeteiligungen .. 38000000 37 000 000 •י"' Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen .. 24 000 000 — Debitoren io laufender Rechnung . .. 1 016 777 353 07 Bankgebäude. ..... . 25 000 000 — Summa der Aktiva 2 622 021 680 74 Pllliv, Pf. Aktienkapital , GO 000 000 — Reserven .......... 60 000 000 — Kreditoren.« , t י ct . . , 23® 555 054 83 Akzepte.. Pensions-Fonds für Beamte •••••««. 901® 712 13 5000 000 Sonstige Passive ............. 11 483 741 8 Gewinn-Saide.. , 11799172 Summa der Passiva 2 622 021 680 74