Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1930)
- Date
- 1930-04-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrg. per Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer dffentllch - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ Presse - Echo des Shaw - Bericht Die Londoner Balfour״ Gedenkfeier London, 2. April. (J.T. A.) Am Dienstag, dem 1. April, abends, fand in der Albert Hall zu London die Kundgebung der englischen Juden zum Andenken Balfours statt, der mehrere Tausend Personen beiwohnten. Die Gedenkversammlung gestaltete sich zu einer spontanen Demonstration gegen den am Abend vorher von der Regiening veröffentlichten Bericht der Shaw-Kommission. Den Mittelpunkt der Kundgebung bildete die Rede von Viscount Cecil of Chelwood, der u. a. ausführte: Ich bin bestürzt und erschreckt über die Frivolität, mit der eine Anzahl Schriftsteller und Redner in England die von England eingegangene vertragliche Verpflichtung behandeln. Cecil verlas die Einleitung zum Palästina-Mandat und zitierte Artikel 2 des Mandates, der besagt, daß politische, administrative und wirtschaftliche Bedingungen geschaffen werden sollen, die darauf zielen, die Errichtung des Jüdischen Nationalheims in Palästina zu sichern. Cecil erklärte, die Aufgabe der Schaffung des Jüdischen Nationalheims könnte für die Engländer nicht präriser und definitiver ausgedrückt werden als durch diese Worte, Es handle sich hier um ein von Großbritannien und dem ge- ־,amten British Emnire verpfändetes Wort und um eine Wiederholung des bereits vorher von dem Völkerbund gemachten Gelöbnisses, welches ein früheres Gelöbnis neu bestätigt. Heute nun empfiehlt man uns, fuhr Viscount Cecil fort, eine gründliche Untersuchung der britischen Politik bezüglich Pafcistinas vorzunehmen. Ich bin nicht dagegen, daß die Methoden der Politik neu geprüft werden, aber die Politik selbst darf in ihrem Wesen nicht in Frage gestellt werden. Wir zollen dem Gedächtnis Balfours den gebührenden Tribut, wenn wir gerade jetzt mit Nachdruck betonen, daß mit Englands Ehre kein Hanclel getrieben werden darf. Den Vorsitz in der Gedenkkundgebung führte Dr. Chaim Weizmann. In seiner Eröffnungsrede wies er darauf hin, daß gerade heute der fünfte Jahrestag der durch Balfour vorgenommenen Einweihung der Hebräischen Universität s'i. Er gah seiner tiefen Trauer Ausdruck, daß Balfour in einem Augenblick gestorben ist, in dem sein Leben für die von ihm vertretene Sache unentbehrlich war. Weizmann betonte die Entschlossenheit des jüdischen Volkes, in seinem Aufbauwerke fortzufahren. Der frühere Kolonienminister L. S, Amery legte in seiner Ansprache Nachdruck auf die Tatsache, daß die Balfour-Deklaration von jeder englischen Regierung, die seit 1917 am Ruder war. im Parlament bekräftigt wurde. Es ist in gleicher Weise unklug, die Schwierigkeiten materieller und politischer Natur, die sich der Erfüilung dieser Pölitik entgegenstellen, zu ignorieren oder sie zu übertreiben. Ich bin davon überzeugt, daß Sie sich darauf verlassen können, daß das britische Parlament und das britische Volk das mit der Balfour-Deklaration gegebene Versprechen erfüllen und die große Konzeption, die bezweckt, einem alten Volke neuen Aufschwung zu bringen und dem britischen Staatenbunde Ehre zu machen, der vollen Verwirklichung entgegenführen werden. Lord Melchett führte aus: Der beste Tribut,* den wir Balfour zollen können, ist es, das gleiche Vertrauen wie er in den Erfolg unserer Sache zu setzen und uns an seinem Idealismus und seinem unbeugsamen Mut zu begeistern. Felix M. Warburg führte aus: Ich möchte gerne Dolmetsch der Liebe und der Zuneigung sein, die große Teile der amerikanischen Juden, die ich am heutigen Abend hier vertrete, für Balfour hegen. Was diesen Mann veranlaßt hat, sich für das Mandat und das Jüdische Nationalheim einzusetzen, war die ihn besonders charakterisierende Noblesse. Sicher hat er gewußt, daß Schwierigkeiten entstehen werden, aber Schwierigkeiten dürfen nicht den Weg versperren zu einer großen Sache. Es sei vielleicht für einen Außenseiter nicht am Platze, sich hier über Fragen englischer Poli'ik auszulassen, aber — so fuhr Warburg fort — wir wissen und fühlen, und sincj darin durch die heute abend hier gesprochenen Worte ermutigt, daß England das, was es versprochen hat, auch durchführen wird. Ich kehre in einigen Tagen zu meinen Freunden in Amerika zurück; von hier nehme ich die Versicherung mit mir, daß hinter dem den luden gegeb״nen Versprechen eine Nation steht und daß das Gedächtnis an Balfour den Glauben stärkt, daß das, was wir tun wollen, getan werden kann und muß. ln der Kundgebung sprachen noch der Reichsrabbiner von England. Dr. J. H. Hertz, Sir Robert Hamilton, Frau Philip Snowden (die Gattin des Schatzkanzlers), Nalvum Sokolow. Verlesen wurden Begrüßungskundgebungen von Baron Rothschild, Prof. Albert Einstein. Llovd George. Leon' Blum. Sir Austen Chamberlain, Sir Herbert Samuel, Neville Chamberlain, Marquis of Reading, Sir Hall Caine u. a. m. Orphaii wieder zum Tode verurteil( Jerusalem, 3. Anril. fl T. AA Das Kriegsgericht ln Jaffa hat heute zum zweiten Male ein Todesurteil gegen den jungen soaniolischen Juden Josef Orphaii ausgesprochen. Orphaii war von einem Jaffaer Gericht bereits einmal zum Tode verurteilt worden; dieses Urteil war vom Jerusalemer Obersten Gericht aufgehoben und der Fall an das Jaffaer Kreisgericht zurückverwiesen worden. General Smnts Sonderkommissar für Palästina? London, 4. April. (J.T.A.) ״Morning Post“ verzeichnet das Gerücht, daß die Regierung die Absicht hege, einen Sonderkommissar mit Erfahrungen In der Verwaltung von Mandatsterritorien nach Palästina zu entsenden, der ein Gutachten abgeben soll, ob und wie die Empfehlungen der Shaw-Kommission hinsichtlich der Verwaltung des Mandates verbessert werden können. Die Zeitung nennt General Smuts als den wahrscheinlichen Sonderkommissar. Im Februar 1930 kamen 772 Einwanderer, unter ihnen 593 Juden, nach Palästina; in dem gleichen Monat verließen 240 Personen, unter ihnen 190 Juden, das Land, Das Erscheinen des Berichtes der Shaw-Kommission hat in der englischen Presse die Diskussion über die Palästina-Probleme, die bereits unmittelbar nach den Unruhen in ausgedehnter Weise geführt wurde, wieder aufleben lassen. Auch die Anwesenheit der arabischen Delegation in London trägt dazu bei, die Zeitungen mit Palästinafragen zu befassen. In der antizionistischen ״M o r n i n g Post“ bespricht Major P o I s o n Newman, auf dessen Aeußerungen zur Palästinafrage wir bereits öfters hingewiesen haben, den Bericht der Kommission. Der Bericht, schreibt er, zeichnet sich durch große Fairneß aus, dagegen müsse man sich wundern, wie sehr Mr. Sn eil bei seinem Separatvotum sich durch parteiische Ueberlegungen habe beeinflussen lassen. Die Araber müßten enttäuscht sein, daß der Bericht keine Empfehhing bezüglich einer konstitutionellen Regierungsform in Palästina enthalte; die Araber wurden nunmehr sich direkt an die englische Regierung mit ihren Forderungen wenden müssen und man müsse ihnen so weit als möglich entgegenkommen, ohne das Versprechen, den Aufbau des Jüdischen Nationalheigis zu erleichtern, zu brechen. Wenn nicht schnell etwas in dieser Richtung geschieht, dann bestehe die große Gefahr eines Aufstandes im Mittleren Osten. Die Palästinafrage sei eine der schwersten Fragen, mit denen sich eine englische Regierung seit dem Kriege zu beschäftigen hatte. Die Regierung muß mit der arabischen Delegation und den Zionisten beraten, und es wäre am klügsten, wenn sie entsprechend dem Rat von Balfour, Lloyd George und Smuts eine Kommission für diese Sache einsetzte. Die Araber sollten verstehen, daß eine Aenderung der Politik nicht, von heute auf morgen vor sich gehen kann, aber man müßte ihnen Zusicherungen für die Zukunft geben. Wenn die Juden nicht zu Konzessionen bereit sind, so könnte eine Situation geschaffen werden, wo das Jüdische Nationalheim infolge mangelnder Sicherheit unmöglich wird. ״Morning Post“ berichtet ferner aus Jerusalem, daß sofort nach Bekanntwerdeh des Berichtes die Arabische Exekutive zusammentrat und eine Antwort an den High Commissioner beschloß, worin die Behauptung des Berichtes, daß die Araber die Unruhen begonnen haben, in Abrede gestellt wird. Die ״prozionistische Politik“ von Herbert Samuel und Lord Plumer habe die Unzufriedenheit der Araber gereizt. Die Araber* würden auch in Zukunft die Baifour-Deklaration bekämpien, da die Bevölkerung darüber nicht befragt wurde. Nach einer Verständigung Englands mit Aegypten und Irak verlangen auch die Araber eine parlamentarische Regierung. * Der frühere Unterstaatssekretär für Indien in Baldwins Regierung Lord Winterton äußert sich in einer längeren Zuschrift an die ״Times“ folgendermaßen: Schon unmittelbar nach den Unruhen im August habe ich als ein Mann, der während eines Teiles des Krieges mit den arabischen Streitkräften gedient hat, bedauert, daß in England von Anhängern der Araber oder der Juden Partei genommen wurde, ehe eine unparteiische Untersuchung durchgeführt war. Der bewundernswerte Bericht der Kommission rechtfertigt vollkommen diesen meinen Standpunkt. Der Streit zwischen Juden und Arabern in Palästina hat große Aehnüchkeit mit dem Gegensatz zwischen Hindu und Moslem in vielen Teilen Indiens. Wer Erfahrung in Fragen indischer Verwaltung hat, weiß, wie sehr dieser Gegensatz verschlimmert würde, wenn nicht das britische Volk stets entschieden abgelehnt hätte, Partei zu nehmen. Im Falle Palästinas aber haben hervorragende Politiker alle diese unruhigen Jahre hindurch keine Bedenken getragen, Artikel zu schreiben, Komitees zu bilden und sich überhaupt mit größtem Nachdruck für die eine oder andere Partei einzusetzen. Dies macht nach meiner Ansicht nicht nur die Aufgabe der lokalen Verwaltung bei Aufrechterhaltung der Ordnung schwieriger, sondern veranlaßt auch sowohl Araber als Juden zu der Annahme, sie könnten durch ihre Anhänger in beiden Häusern des Pariaments die britische Regierung zu einer ihnen günstigen Stellung pressen. Bei aller Anerkennung der schönen kulturellen Traditionen beider Völker und der hohen Ideale ihrer Führer ist der arabisch-jüdische Streit in Palästina doch eine garstige Sache, beruhend auf den übelsten Traditionen orientalischer Bazarpolitik. Es ist sicherlich unter der Würde britischer Gesetzgeber, an einem solchen Streit als aktive Parteigänger teilzunehmen. * Die kolonialpolitische Wochenschrift ״The N e a r East“ and I ndia“, die sich eine ausführliche Analyse des Berichtes für nächste Woche vorbehält, schreibt: ״Ini ganzen großen erstreckt sich dieser Bericht, mag er auch unnötig wortreich sein, über die Hauptpunkte des Palästinaproblems, und seine Schlußfolgerungen, die durch die Vorbehalte von Mr. Snell keineswegs ernstlich modifiziert werden, bezeugen seine umfassende Unparteilichkeit. Wir hoffen zutiefst, daß er allgemeine Annahme findet, obwohl die Aussicht darauf gering ist, weil Fragen der höheren Politik berührt worden sind. Es war jedoch stets absurd, anzunehmen, daß die höhere Politik wirklich v6n den Aufgaben der Kommission ausgeschieden werden könnte“. ־ - Die Zeitschrift verweist dann darauf, daß durch die Anwesenheit der arabischen Delegation und die Sitzung der Jewish Agency eine ״palästinensische“ Atmo- Sphäre in London geschaffen worden ist. Die einzige Sache, auf die es wirklich ankomme, sei die freundliche Zusammenarbeit von Arabern und Juden, und in dieser Hinsicht könne der Vorschlag von Prof. Einstein große Dienste leisten, den das Blatt dann ausführlicher bespricht, wobei es betont, daß es dabei nicht auf Einzelheiten ankomme, sondern auf den Geist, der Einsteins Vorschlag beseelt und dem alle Beteiligten Folge leisten sollten. * Im sozialistischen ״New Leader“, der Wochenschrift der I. L. P. (Independent Labour Party, der insbesondere die linksoppositionellen Mitglieder der Labour Party angehören) äußert sich der Redakteur H. N. Brailsford in einem Leitartikel ausführlich zu dem Bericht, Brailsford hat bereits nach den Unruhen in proziotnstischem Sinne Stellung genommen und bat später im New Yorker ״Menorah Journal“ einen auch von uns auszugsweise wiedergegebenen ausführlichen Aufsatz veröffentlicht, in welchem er vorschlug, zwecks Erzielung eines jüdisch-arabischen Ausgleiches einen bestimmten Prozentsatz der Bevölkerung (z. B. 40 ״/״) zu fixieren, über den die jüdisehe Einwanderung nicht hinausgehen dürfe. Brailsford erklärt, daß bei der Sache des Jüdischen Nationalheims der gute Name der britischen Nation auf dem Spiele steht. Der Bericht der Shaw-Kommission sei ein schwächliches Dokument, der alle Elemente von höherer sozialer Position rein zu waschen versucht. Sogar aus dem Bericht selbst gehe hervor, daß die britischen Beamten doch ein Vorwurf treffe, zumindest der mangelnden Voraussicht. Es wird der britischen Reputation nicht nützen, daß man einen so bedauerlichen und tragischen Mißerfolg einer britischen Verwaltung so leicht nimmt. Brailsford drückt seine Freude darüber aus, daß de- Arbeiterparteiler Snell sich von seinen Kollegen in der Kommission abgegrenzt hat und bespricht dann die Situation in Palästina selbst. Er schildert die großen Leistungen der jüdischen Kolonisation, betont die Vorteile, die die arabische Bevölkerung von dem Aufschwung des Landes hat und fügt hinzu, daß für die Leser seiner Zeitung es auch nicht gleichgültig sein könnte, daß die meisten der jüdischen Pioniere Sozialisten sind. Was das Boderproblem betrifft, greift Brailsford die Anregung Snells auf, eine gründliche und unparteiische Bodenaufnahme vorzunehmen und fordert auch Berücksichtigung Transjordaniens. Im übrigen aber hänge das Ausmaß der jüdischen Ausdehnung von der industriellen Entwicklung ab; Das wichtigste aber ist eine Beilegung des nationalen Konfliktes. Selbstregierung kann dem Lande nicht gewährt werden, solange dieser nationale Konflikt anthält, denn die Araber würden ihre Macht zur Benachteiligung der Juden mißbrauchen. Andererseits kann auch nicht ewig ein automatisches Regime bleiben, zumal in einer Zeit, wo der Schwesterstaat Aegypten volle Unabhängigkeit erlangt. Allgemein hat man angenommen, daß das Mandat 25 Jahre dauern wird. Es bleiben also 15, Jahre, um das Nationalheim zu errichten, und je fester England seinen Willen hierzu zu erkennen gibt, desto eher werden sich die Araber damit abfinden. ״Wir können nicht daran denken, unsere direkte Verantwortung aufzugeben, solange nicht die jüdische Kolonie stark und zahlreich .genug ist, - ■ war i!1re׳-l«ter«ss«t״׳«Ä#*w**1^1ig««t.'׳ J־W«if; m&t&tp'&ßj■'''■ *■ Periode der Vormundschaft abkürzen will, muß man darauf drängen, daß die Kolonisationsarbeit jede mögliehe Ermutigung von einer ihr freundlichen Verwaltung bekomme. Man sagt manchmal, die Verwaltung habe neutral oder unparteiisch zu sein. Im Gegenteil, ihre erste Pflicht ist die Förderung des Jüdischen Nationalheims. Wenn sie dies vergißt, dann stehen wir vor der ganzen Welt als Heuchler da, die unter der Maske der Svmnathien mit dem Zionismus nur ihre strafegischen Pläne für Sicherheit des Suezkanals verfolgen. Freilieh ist es auch ihre Pflicht, darauf zu achten, daß kein Araber, vor allem kein arabischer Bauer Schaden erleidet, auch nicht um des Zionismus willen“. * Die linksgerichtete Wochenschrift ״The New Statesm a n“ sagt in ihrem dreisoaltigen Artikel über den Bericht, wenn auch der Bericht heiß umstritten wurden wird, so gebe er doch die Möglichkeit, die Schwierigkeiten cjjeses Experiments eines Staatsaufbaus offener und hoffnungsvoller an zusehen, wofern man in London und Jerusalem mit Mut und Besonnenheit daran herangeht. Gewiß sei an den arabischen Argumenten etwas Richtiges und es wäre Unsinn, zu sagen, daß die Araber gar keinen Grund zu Befürchtungen haben. Aber ein gleicher Unsinn wäre es, bloße Befürchtungen zu Tatsachen zu stempeln, zu übertreiben und die andere Seite der Sache zu übersehen. Die jüdische Einwanderung gäbe bei einer vernünftigen Regulierung keinen Grund zu Besorgnissen, und so sehr der arabische Bauer geschützt werden muß, wäre es doch Wahnsinn, den jüdischen Unternehmungsgeist, von welchem der Wohlstand der palästinensischen Landwirtschaft so offenkundig abhängt, auszumerzen. Was die arabischen Beschwerden betrifft, so sei es zu bedauern, daß die arabischen Führer den Gesetzgebenden Rat von 1922 nicht akzeptiert haben. Wir hoffen, daß sie in diesem Punkt ihre Haitung ändern werden. Es gibt keinen andern Fortschritt zu einer konstitutionellen Regierung. Denn es ist k'ar, daß bei der Lage der Dinge ein frei gewähltes Parlament nach westlichem Vorbild eine Unmöglichkeit wäre. Das erste Erfordernis sind gute Beziehungen zwischen den beiden Völkern, die hauptsächlich von den Führern der Juden und Araber abhängen. Großbritannien hat die Verpflichtungen des Mandats auf sich genommen. Die Regierung müsse unparteiisch sein, und das heißt, die Kooperation zwischen Juden und Arabern fördern. Freilich muß diese Kooperation von innen und nicht von außen kommen. Die Mandatarmacht kann nur Mißverständnisse und Zweifel bezüglich ihrer Politik beseitigen, die Rechte von Arabern und Juden defirn'eren und schließlich wirtschaftliche und po’ifische Entwicklung auf einer einheitlichen, nicht auf einer zweigespaltenen Basis ermutigen. Darauf laufen auch die wichtigeren Empfeh- Jungen der Kommission hinaus, an die sich die Regierung halten muß. während sie die mehr parteiischen Vorschläge der Kommission mit ruhigem Gewissen ignorieren kann. * ״The Weekend Review“ kritisiert den Bericht sehr scharf und betont, daß der Aufbau des Jüdischen Nationalheims keine Last für England ist, sondern ein besonders wertvolles Privilegium, da es der erste Fall in der Geschichte der Kolonisation ist, wo durch Beiträge aus der ganzen Welt ein rückständiges Land aufgebaut wird. Gerechtigkeit müsse beiden Völkern widerfahren, aber man müsse auch die Mittel des Fortschritts, den die Juden ins Land bringen, besser zu würdigen wissen. * ״Daily H erald“, das Blatt der Arbeiterpartei, schreibt: Kein Mitglied der U ntersuchungskommissioa hat besser gearbei-^